Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 11 (9.2.1926)
- Date
- 1926-02-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 82 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 11 # Ein Freund schreibt im ״Hajom“*): Beweint nicht den Toten, sondern weint über das Los des heute lebenden hebräischen Schriftstellers, dessen Leben bitterer ist als der Tod . . . Gleichwohl, wir befinden uns im Zeitalter der nationalen Erneuerung, wir erstreben ״auch die geistige Wiedergeburt des jüdischen Volkes“. Oder erstreben wir in Wahrheit doch etwas anderes? Vielleicht wollen wir in Wahrheit nur, mit Blalik gesprochen, ״Tcchnija-Rufc auf den Lippen, hebend und jauchzend zu Grabe fahren . . Die Schließung der Delllaer-Fabrik Die ״Wiener Morgenzeitung“ veröffentlicht nachstehendes Communique des zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, das die vielerörterte, für das Wirtschaftsleben Palästinas wichtige Angelegenheit Delfiner in einem etwas andern Lichte zeigt als die von uns unlängst wiedergegebene Zuschrift des Herrn Heinrieh Margulics; ״Die Leitung der Wiener zionistischen Organisation hat den Chef der Seiden (abrik in Tel-Awiw, Herrn Delfin er, zu einer Aussprache über die Gründe der von ihm verfügten Sperre seines Unternehmens eingeladen. Herr Dclfincr legte einer unter dem Vorsitz des Präsidenten, Herrn Dr. Desider Friedmann, tagenden Kommissionssitzung die Gründe seiner Maßnahme ausführlich dar. Das Protokoll dieser Sitzung wird der zionistischen Exekutive in London und Jerusalem zur Behandlung übermittelt werden. Aus dem Berichte des Herrn Dclfincr seien im nachstehenden einige wesentliche Punkte hervorgehoben: Die Seidenfabrik arbeitete längere Zeit hindurch rentabel uritf erbrachte den Beweis, daß Palästina der geeignete Platz für eine Seiden- Industrie ganz großen Umfanges ist. Mangel an Verständnis seitens der Behörden und der Arbeiterschaft haben dazu geführt, daß sich der Betrieb unwirtschaftlich gestaltete. Alle Bemühungen des Herrn Delfincr, die maßgebenden Faktoren zur Aufhebung oder Herabsetzung des 15prozentigen EinfuhrzollesautRohselde zu bewegen, blieben erfolglos. Der Magistrat von Tel-Awiw, in dessen Bereiche die Fabrik liegt, erwies sich bei der Bemessung der Abgaben der neuen aufstrebenden Industrie engherzig. Dazu kam ausschlaggebend die Haltung der Arbeiterschaft, welche auf Abschaffung der Akkordarbeit beharrte. Nach Einrichtung der fixen Ent- Iohnung nahm die Arbeitsleistung rapid ab, so daß sich die vorher gut rentierende Fabrikation bei ungefähr gleichen Lohnausgaben stark passiv gestaltete. — Der detaillierte Bericht des Herrn Delfiner wird, wie schon bemerkt, der Zionlstischen Exekutive übermittelt werden. Es Ist zu hoffen, daß die Exekutive nach genauer Prüfung der Sachlage Mittel und Wege finden wird, um die Wiederaufrichtung eines für Palästina so wichtigen Produktionszweiges zu ermöglichen.“ Die pallstineisisefee Arbeifer-Abordunng ii New-Yurk New York, 1. Februar. (J.T.A.) Zu Ehren der hier weilenden Arbeiter-Delegation aus Palästina, der Herren;J. Bej1*Z,«ri״״Ra»d ־Re® eg ״und. J. ,,Baratz fand .ein Empfang statt, bei welcher Gelegenheit 40 000 Dollar für die palästinensischen Arbeiter-Institutionen gesammelt worden sind. Der Gesamtfonds, der aufzubringen ist, beträgt 230 000 Dollar. An diesem Abend trat auch das Mitglied des englischen Unterhauses und frühere Minister der Regierung Mac Donald, Colonel Josiah Wedgwood, als Redner auf. Er begann seine Rede in jiddischer Sprache und sagte ungefähr: ״Jüdische Arbeiter! In eurem Kampf für Aufbau und Freiheit in Palästina steht die englische Arbeiterpartei hinter euch. Wir kämpften für die Freiheit der Iren, jetzt kämpfen wir für die Freiheit der Juden. Ihr seid auf euer Judesein stolz, darum achten wir euch. In keinem Lande lebt der Arbeiter glücklicher als in Palästina. Wolle man moderne Landwirtschaften kennen lernen, gehe man nach Palästina. Ch. N. Bialik und Sclimarja Lcwin sind am 3. d. M. von London nach Amerika abgereist. Mit ihnen kehrt auch Lipsky nach Amerika zurück. In Amerika werden für den Empfang große Vorbereitungen getroffen. Jabotinsky in Amerika, Wladimir Jabotinsky ist, wie die Ita meldet, in New York cingetroffen und wird In den amerikanischen Zentren Vorträge über Ziele und Organisation seiner Partei abhalten. Dem ersten im Manhattan- Opernhaus abgehaltenen Meeting wohnten mehr als 2000 Personen bei. Jabotinsky kritisierte scharf den Plan der jüdischen Kolonisation in Rußland und warnte vor einer Erweiterung der Jewisli Agency durch Einbeziehung von Nichtzionisten. Noch an demselben Abend wurde eine Gruppe Zionlsten-Revisionisten gebildet. Colnel Wedgwood Ekreab&rger von Chicago Der Bürgermeister von Chicago William E. Deven überreichte Colonel Wedgwood das Bürger-Diplom der Stadt Chicago. Wedgwood weilt in Chicago, um für den zu schaffenden Arbeiterfonds für Palästina Propaganda zu machen. Bei Entgegennahme des Bürgerdiploms hielt Wedgwood eine Rede, in der er ausführte, die Mitglieder des britischen Parlaments sind alle der Meinung, daß Palästina ein Erfolg geworden ist. Die Juden haben sich als tüchtige Landwirte erwiesen. Die Einwanderer aus Osteuropa brachten Palästina Segen. Der Joiot*Drive uii der Pilästma-Drive Washington, 1. Februar. (J. T. A.) Das Drive- Komitee des ״Joint“ setzte während seiner Konferenz in Washington ein fünfgliedriges Komitee ein, welches die Aufgäbe erhieltj mit einem Komitee des Palästina-Drives über eine Vereinigung der beiden Aktionen zu verhandeln. — Der soeben aus Rußland eingetroffene amerikanisch-iüdische Journalist Don L e v i n e pries das ־Werk der Krim-Kolonisation. Am 19. Februar wird in Charkow, der Hauptstadt der Ukraine, eine Konferenz der jüdischen Studenten in der Ukraine abgehalten werden. Allein In Charkow erreicht die Zahl der jüdischen Studenten 4000. *) Ich halte es nicht für überflüssig, darauf hinzu«eisen, daß der ״Haiom“, der soeben seinen 2. Jahrgang beginnt, die einzige hebräische Tageszeitung Europas ist. Die Zatung erscheint in Warschau, Nalewki 2 A, unter der Redaktion von J. Heftmann, Dr. O. Thon und Dr. Jakob Kahan. (Unmittelbar vor RedulcJAusschluß wird uns gemeldet, daß ״Hajom“ aus wirtschaftlichen Gründen sein Erscheinen einstellen muß. — A, d, R.) bereu Bajessod-Tiligkeil ii Finalaud Die Bemühungen Leib taffes haben für den Keren Hajessod in Finnland beträchtliche Erfolge gezeitigt. Die dortigen Juden haben Herrn Jaffe, der i!1 Finnland elf Tage zubrachte, einen überaus herzlichen Empfang bereitet. Außer kleineren Zusammenkünften nahm Jaffe an neun Meetings und Feierlichkeiten teil. Aufgebracht wurden bisher £ 3300, davon £ 1100 in bar, was in Anbetracht der nur 1600 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung Finnlands und mit Rücksicht auf die überaus schlechte ökonomische Lage einen außerordentlichen Erf..!g bedeutet. Der Präsident der finnisehen Republik hat Herrn Jaffe in Audienz empfangen und sich mit ihm längere Zeit über den Palästinaaufbau unterhalten. Auch mit dem Minister für Auswärtige Angelegenheiten hatte Jaffe eine Unterredung. (Ziko.) Keiie Zwaigssoralagsruhe in Lettland Riga, 3. Februar, (J. T. A.) Der Rechtsausschuß des lettländischen Sejm, der vor einigen Tagen einen Gesetzentwurf betreffend die Einführung der Zwangssonntags ruhe auch für die jüdische Bevölkerung beschlossen hat, trat heute zu einer weiteren Sitzung zusammen. Es lag ein Antrag des jüdischen Deputierten Dr. Meise! (Bund) vor, die Regelung der Frage der Sonntagsruhe den autonomen Orts Verwaltungen zu überlassen. Dcp. Dr. Laserson (Hitachdut) brachte einen Antrag ein, der lautet, das Parlament wolle beschließen, daß den Juden die Sabbathruhe und den Nichtjuden die Sonntagsruhe gesichert werde. Nach einer längeren Debatte wurde der Antrag des bundistischen Deputierten M ei sei in zweiter und dritter Lesung mit einer Mehrheit angenommen. Die }fldiseke Not ia Polen Warschau, 5. Februar. (J. T. A.) Auf Initiative der Redaktion der jüdischen Tageszeitung ״H a j n t“ fand eine Beratung führender jüdischer Persönlichkeiten Polens statt, die sich mit Maßnahmen zur Linderung der Not der jüdisehen Bevölkerung Polens befaßte. Es wurde beschlossen, eine Aktion einzuleiten und durch Besteuerung größerer Wohnungen, des Kino-Besuches, des Fischgenusses usw. eine gewisse Summe wöchentlich aufzubringen, die zur Linderung der äußersten Not der Hungernden dienen soll. An der Beratung nahmen mehrere jüdisehe Parlamentarier und Getneindevertreter, sowie Oberrabbiner Prof. S c h 0 r teil. In einer Sitzung der Sejm-Kommission für Handel und Industrie begründete der antisemitische Deputierte Dr. Ilsky das ״Gesetz über Handel, Industrie und Handwerk“ und empfahl dessen Annahme. Die jüdischen Deputierten Elsenstein und PrI lutzki wandten sich mit aller Schärfe ^das Projekt und wiesen nach, daß dessen Durchführung r Praxis die jüdische Handwerkerschaft schwer treffen wird. Besonders die Bestimmung über die Patente zielt darauf, die Juden von der Industrie und vom Handwerk fern zu halten, da nur ״Meister“ befugt wären, Diplome auszugeben; unter den jüdischen Handwerkern gibt es aber sehr wenige, die den Titel ״Meister“ führen dürfen. Handetsminister Osieki bemühte sich nachzuweisen, daß die Furcht der jüdischen Deputierten unbegründet ist. Die Entscheidung wurde vertagt. Die Massfnverballanflf! in Biiiyslok , ’ -• "Warschau’,4. Februaf. tf-T."'*.) Sitzung brachte Abg. Hartglas un Namen des jüdischen Klubs eine Interpellation ein, in der gefordert wird, die Regierung müsse veranlassen, daß die Lage der in Bklystok und Umgebung verhafteten mehr als 600 Juden geklärt weide. Es wird behauptet, daß diese vielen Personen ein Opfer polizeilicher Willkür sind. Die Polizei wolle beweisen, daß sie auf dem Posten ist. Die ©Öffentlichkeit wird aber nicht getäuscht, man weiß, daß die Verhafteten mit kommunistischen Umtrieben nichts zu tun haben. Sie sind haarsträubenden moralischen und körperlichen Marterungen ausgesetzt. Eiu politischer MonsJre-Proieß in Wilna Warschau. 1. Februar. (J.T.A.) Heute begann vor dem Wilnaer Kreisgericht der sogenannte ״Prozeß gegen die 94“, ein politischer Monstre-Prozeß, wie er In solcher Ausdehnung seit dem Bestehen der polnischen Republik noch nicht aagevvesen war. Angcklagt sind 90 Juden und vier Nichtjuden wegen Zugehörigkeit bzw. Sympathien zu der kommunistischen Partei. Ein großer Teil der Beschuldigten ist seit fast zwei Jahren in Haft. In der Nacht zum 1. Mai 1924 hatte die Wilnaer Polizei Haussuchungen veranstaltet und dabei zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die ganze Anklage stützt sich auf Aussagen politischer Konfidenten. PaUstinmisehe Eisenbahner-Konferenz Haifa, 28. Januar. (J. T. A.) Die albalästinensische Konferenz der Eiscnbahnangestellten und -Arbeiter wurde hier unter Teilnahme jüdischer und arabischer Delegierter eröffnet. Herr Feigenberg begrüßte die Konferenz im Namen des Zentralkomitees der Eisenbahnergewerkschafti Herr M e r c in i n s k i Im Namen der allgemeinen Arbeiterorganisation (Histadruth haowdim). Es wurden Beschlüsse betreffend die Beziehungen zur Eisenbahnverwaltung und zur Internationale der Transportarbeiter sowie zur Frage der gemeinsamen jüdisen-arabisehen Organisation der Eisenbahnarbeiter gefaßt. Die Wasserversorgung Jerusalems Wie der ״Doar Hajom" berichtet״ hat Mawroinm a t i s die Verhandlungen wegen seiner Konzessionsrechte in Jerusalem mit der Zentralregierung in London zum Ab- Schluß gebracht. Ein Vertreter Mawroramatis’ soll dieser Tage nach Jerusalem kommen, um dort die Durchführung des Projektes der Wasserversorgung Jerusalems ohne Verzögerung ln Angriff zu nehmen. Französischer Antisemitismus Paris, 1. Februar. (J.T.A.) Die Zeitung ״L’action Fraugaise“ regt sich über das Erscheinen von 2wei jüdischen Tageszeitungen (״Pariser Blätter und ״Pariser Hajnt“) in Frankreich auf und schreibt ״Es existieren in Paris jiddische Kinos, jiddische Theater; die städtischen Schulen im Viertel du Marter sind von jüdischen Kindern besetzt, jüdische Lehrer und Rabbiner lehren dort den Talmud. Sehr bald werden wir auch ein eigenes jüdisches Parlament in Frankreich haben. Herr Leon Blum und seine Glaubensgenossen im Palais Bourbon und im Senat werden wohl dem auserwählten Volke als gesetzgebende Repräsentanz nicht lange mehr genügen.“' Die S y 11 a g o g c n ״ c m c ind c Magdeburg hat in der Repräsentautensitzuug vom 29. Januar einen Betrag in Höhe von 2Q0 M. für den Keren Hajessod bewilligt. Zar Organisation der Pailsttnalmter Von Paul Grünbaum, München. Nach dem Beschluß des X1H. Zionistenkongresses sollte das ganze Wandcrungswesen nach Palästina ausschließlich in die Hände der Palästina-Aemter gelegt und von diesen organisiert werden. Dieser Beschluß wurde nicht durdigeführt. Es besteht heute die Tatsache, daß ein großer!eil der Palästinawanderung durch private Geschäftsunteruchmungen ohne genügende Kontrolle der Zionistischen Ofganisation durchgeführt wird, in deren Händen audi Ute gesamte Abfertigung aller unbemittelten Palästinafahrer liegt. Dies bringt mit sich, daß die Palästinawanderung im vvesentliehen ran nach geschäftlichen Gesichtspunkten betrieben wird, wodurch nicht nur die einzelnen Auswanderer benachteiligt werden, sondern auch das Interesse der Zionistischen Organ!- sation leidet. Meines Erachtens hätten die Palästina-Aemter die Durchführung der Uebersiedlung nach Palästina ganz und ausschließlich in die Hand zu nehmen, und •zwar I. aus Gründen zionistischer Moral und Verantwortung, II. aus geschäftlichen Erwägungen, da die von den Schiffsgesellschaften gewährten Provisionen, Freikarten nnd die noch zu erwirkenden besonderen Bedingungen und Begünstigungen der Organisation zugute kämen und die im folgenden angedeutete Reorganisation finanziell fundieren könnten. Diese Erweiterung der Arbeitsgebiete der Palästina-Aemter setzt deren Reorganisation natürlich voraus. Eine solche müßte erzielen, daß sie untereinander in engere Verbindung kommen als bisher; so sollte zumindest einmal im Jahr eine gut vorbereitete Paläsiina-Amtskonferenz stattfinden, um Erfahningen auszutausdien und Verbesserungen vorzuschlagen. Im einzelnen müßten die Avisierungen der Wanderer von Amt za Amt gewissenhafter durchgeführt werden, damit sich nicht, besonders im Orenzverkehr, Stockungen und Schwie« rigkeiten ergeben. Man müßte die Fürsorge für die Palästinafahrer auf eine Grundlage stellen, die so breit wie möglich ist. In diesem Zusammenhang wäre zu empfehlen, bei affen Palästina- Aemtcrn Fürsorgekomitees zu schaffen, für die aus propagandistischen und erzieherischen Gründen auch Nichtzionisten, jüngere Frauen und Männer zu gewinnen wären; die Aufgäbe der Fürsorge erstreckt sich ln erster Linie auf den Bahnhofsdienst, der besonders wichtig ist, da die vorwiegend aus dem Osten stammenden Chaluzim und andere Palästinafahrcr einerseits wenig Reiseerfahrung besitzen, anderseits meist auf voreingenommene antisemitische Bcapite stoßen; es gehört hierher auch das Reichen von Erfrischungen u. dgt., Gewährung von Ratschlägen und Unterstützung Bei Einkäufen und Besorgungen, die die Wanderer im fremden Milieu größter Ausbeutung aussetzen. Eine weitere Aufgabe der Reorganisation wären Ver- Handlungen mit den verschiedenen Elsenbahnverwaltungen, die den Palästinafahrern bisher nicht das einer ständigen Massenbeförderung gegenüber gebotene Entgegenkommen zeigten; so müßten Ermäßigung des Fahrpreises, Reisecrleichterung durch Beistellen direkter Sonderwagen und durch günstigere Bestimmungen«! in bezug auf Freigepäck erreicht werden. Ein ebenfalls bisher im großen und ganzen veruadilässigtes Gebiet der Palästina-Amt-Praxis Ist der Vericehr mit den Konsulaten dfr für uns in Betracht kommenden Staaten; hier hätten die Feite!• der Palästina-Aemter u. a. die M3g- «SfcfUtiMg sation den Konsilien gegenüber auch durch Repräsentation«- Veranstaltungen, aufklärende Filmvorführungen 11. dgl. zu festigen. Ebenso wäre eine Wirtschaftsstelle bei jedem größeren Palästina-Amt zu wünschen, die mit der Zentralstelle in Palästina enger als bisher in Fühlung stehen müßte, um allen Interessenten über die Entwicklung des Landes und dessen weitere Möglichkeiten auf allen Gebieten in gründlicherer und systematischerer Weise als bisher brauchbare Auskünfte erteilen und die Presse mit Aufsätzen, Statistiken usw. versorgen zu können. Der von mir skizzierte Ausbau unserer Palästina-Aemter ist bei der ständig zunehmenden Einwanderungsströmung unbedingt nötig und ohne besondere Schwierigkeiten auch durchführbar. Es würde den einzelnen Wanderern die größten Erleichterungen, der Organisation das Bewußtsein bringen, ihre Aufgaben würdiger und in entsprechenderer Form als bislang zu erfüllen und Infolgedessen das Ansehen der Be* wegung in der Außenwelt im allergünstigsten Sinn zu berin. flussen. Der Touristes-Verkefer PalSsUuss Lloyd hat, neben der Veranstaltung mehrerer CeseHschaftsreisen 1m Frühjahr 1926 auch in Palästina selbst eine touristische Neuerung eingeführt, die seft langem nicht nur von Touristen, sondern audi von den jüdischen Bewohnern Pa- Iästinas gewünscht wurde. Die Gesellschaft Patestine Lloyd veranstaltet seit dem 1. Februar 1926 einen regelmäßigen Dienst von Jerusalem und Tel-Awiw nach Gali* läa, wodurch jedem Touristen die Möglichkeit gegeben ist, in drei Tagen die Ebene Jcsreel und die jüdischen Kolonien im Norden Palästinas zu bereisen. Das Auto fahrt regelmäßig jeden Montag vom Büro der Gesellschaft in Tel-AwJvv morgens um Ohr, von Jerusalem um 9 Uhr ab und bringt Touristen am Mittwoch Abend nach Jerusalem zu* rück. Obwohl die Juden die Majorität in der Bevölkerung Jerusalems bilden, hat bekanntlich die in den Händen der Araber liegende Stadtverwaltung es bisher unterlassen, kommunale Arbeiten an Juden zu vergeben. Nunmehr scheint eine Aenderung in dieser Beziehung eingetreten zu sein, indem der Bürgermeister von Jerusalem, Naschaschibi, an die jüdische Arbeiter-Kooperative Solei Boneh Wegearbeiten im Betrage von 2000 £ vergeben hat. (Ziko.) Die Vorbereitungen für den Neubau eines Stadthauses in Tel-Awiw stehen vor ihrem Abschluß. Mit der Ausführung des Baues wird demnächst begonnen werden. (Ziko.) PurbR'AktiM des Keren Kijeaetii In der Vertreterversammlung der B. Z. V. am 3. 2. wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: Da die Arbeit des Keren Kajemeth in Deutschland sehr stark unter der Wirtschaftskrise leidet und die Gefahr besteht, daß die deutsche Sammelstclle den Anforderungen, die Palästina an sie stellt, nicht mehr gerecht werden wird, ergibt sich die Notwendigkeit, die Arbeit auf eine erheblich breitere Basis zu stellen. Die Vertretervereammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung erwartet daher von den Berliner Zionisten im allgemeinen und besonders von allen zionistischen Funktionären, daß sie sich für die Purim-Aktion des Keren Kajemeth zur Mitarbeit zur Verfügung stellen.