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Jüdische Rundschau · 1926-02-05 · Heft 10 (5.2.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 10 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kr. 10 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 7« r. 10 i Zukunft 1 Süden ick auf ma im ersten Nablus :m ent- :n dort ־amilien ich mit Häuser £ 1000 \ w i w, thin er- 1 Wege :Hungen *r Zeit wändeht steh und es Benbau, cn Haiw gesr steh w׳iw ist 1d ihre ajessod vv und Fläche ind wo Summe Häuser Ramath lfc der ut. auf ächchu- Arbeit v auch ng, die lwärtig ng der le Ver- Durch 1g vom en und bauen, e über 11 wird, ederum in den d wird in der er Zu- 1. Die Hadar iie des Gal; tu. Mittelich die, r.mßm eotram I er von M dtteiles ' £ 2800 neuen 1 Nähe len zu iu der od err Verart zu t Bath feeres- Weise Stadt (׳ ilästina Aufbau jelähr- : wäre en die iie die :t auch vorge- 1 nicht einer e ausin zukenne, Kritik re sic!d und :ollte». würde, Skepsis ie den 11 will, tischen d den Ka 11 - Wahlluden Wahlpielen, 1g der Listen, onären . Die et! ru iß den (zogen Antwort an die ״Frankfurter Zeitung“ Von Dr. Ernst Simon (Frankfurt a, M.) Der Leitartikel der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau” hat schon sehr Wesentliches von dem vorweggenomnien, was gegen die letzten Ausführungen der ״Frankfurter Zeitung”, die im Anschluß an meinen dort abgedruckten Artikel ״Gelb gegen Weiß?" von der Redaktion gemacht worden sind, zu sagen ist. Immerhin blcihen noch einige Punkte übrig, die der genaueren Begründung bedürfen. Die ״Frankfurter' Zeitung“ beginnt ihre Kritik meiner Ausführmigcn mit dem eben so kurzen wie anfechtbaren Satze: ״Dies also ist die Widerrede des Zionismus.” Durch 'diese Worte wird meinem Artikel eine Absicht untergeschoben, die er naturgemäß nicht erfüllt, da er sie gar nicht hat. Es war völlig unmöglich, die ״Widerrede des Zionismus” iii der eng begrenzten, auf ein spezielles Thema /!!geschnittenen Form, zu der ich gezwungen war, wirklich tiefgründig zu führen, selbst dann unmöglich, wenn mein Artikel wenigstens in ungekürzter Fassung, wie er jetzt gleichzeitig ini ״Jüd i s c 11 c n Wo c h e!1 b 1 att” erscheint, aufgcnoinmen worden wäre. In einer Fassung, die immerhin einen sehr wesentlichen und von dem ersten Aufsatz der ״Frankfurter Zeitung“ •bestrittenen Punkt enthält: nämlich die Begründung unseres Rechtes auf Palästina, das, durch die Bibel und die zweitausendjährige Geschichte der Zionsschnsucht verbürgt, durchaus nicht als ״Sentimentalität” abzutun ist, sondern sowohl in der Argumentation der zionistischen Führer, wie iu Balfours Leitsprueh ״the holy Iand for the holy peoplc“, den er längst vor seiner Deklaration geprägt hatte, ja sogar in der arabischen Psychologie, die palästinensische Grabdenkmäler jüdischer Patriarchen eifersüchtig als eigene Heiligtümer hütet, lebendig geblieben ist und politische Realität gewirkt hat. Selbst wenn aber diese Argumente dem Publikum der ״Frankfurter Zeitung” noch zugänglich gemacht worden wären und nicht, wegen Raummangels, als die in diese m speziellen Zjbsanitnenhang nebensächlichsten, hätten unter den , Tisch fallen müssen, selbst dann wäre, wie gesagt, meine Antwort nicht d i e ״Widerrede des Zionismus” gewesen. Es ist nicht gerecht, sie als solche anzusehen und diesen Maßstab au sie zu legen. Was' nun den sachlichen Gegenbeweis der ״Frankfurter Zeitung” anbetrifft, so nimmt es vor allem wunder, daß sie die politische Problematik Locarnos für Europa relativ optimistisch und für Asien so durchaus pessimistisch ansieht. Sie hat mit keinem Wort den Beweis erbracht, warum denn England und Frankreich eine kontinental verschiedene politisehe Psychologie haben sollen: in Europa eine pazifistische, und in Asien eine militaristisch-imperialistische. Der mittler(? Teil meines Artikels hatte sich gerade damit befaßt, den Zusammenhang zwischen dem Zionismus und denjenigen englischen politischen Kreisen zu zeigen, die um das Schlagwort der ״round fable“ Politik gesammelt — etwas wie eine Analogie des Locarnogeistes, natürlich aus durchaus realpolitischen Erwägungen, im Orient realisieren wollen. Auf diese, in Herbert Samuels Tätigkeit durchaus konkret gewordenen Strömungen geht die Erwiderung mit keinem Worte ein und zeigt sich darüber hinaus insofern merkwürdig un-;me-, Iphpptef,,; daß״־ ׳§»gl#«d_.1׳j(1d apeh •frankfür "den xfcieilf "״leider andere' Afesicfiifen“ ab Locarnogemäße hätten. ״England und auch Frankreich“ kann doch nur beißen, daß Frankreich immer noch eher zu einer Aufgabe der imperialistischen JColonialpolitik bereit wäre als England, während es bekanntlich genau umgekehrt liegt: Gerade England lut ja anläßlich des syrischen Aufstandes auf die französische Politik einen ziemlich sichtbaren Druck ausgeübt, dem mitzufoige der (übrigens auch nicht sehr militaristische) General Sarrail von dem zivilistischeu Oberkommissar de Jouvenel abgelöst wurde. Der neue Herr hat vor seiner Abreise nach Syrien Besprechungen in London geführt, nach denen er sich in einem Interview wörtlich dahin äußerte, daß nunmehr der ״Geist Locarnos” auch auf den Orient ausgedehnt werden soll. Wie angesichts dieser politischen Tatsachen die Stellungnahme der ״Frankfurter Zeitung” zustände kommt, bleibt unerfindlich. Man kann — und auch dies ist in unserem Artikel angedeutet — der gesamten Locarno-Psychologie — entweder ihrer Aufrichtigkeit oder ihrer real-politischen Tragfähigkeit — sowohl für den Westen als für den Orient mit einiger Skepsis gegenüberstehen; bejaht man sie aber mit solcher Leidenschaft, wie das die deutsche Demokratie tut und tun muß, so ist eine Scheidung des ״Locarno-Geistes” in westlichen und östlichen unmöglich. Im zweiten Teil ihrer Erwiderung nimmt die ״Frankfurter Zeitung” an Hand des von mir gewählten Beispiels der deutschen Optanten i!1 Polen ihre These von den ״zwei Vaterländern” wieder auf, die in der ״J. R.” schon durch die Analogie der Deutschen in Tirol widerlegt worden ist. Hinzuzufügen bleibt noch, daß der ursprüngliche Aufsatz, gegen den mein Artikel sich wandte, ja gar nicht von doppelter Staatszugehörigkeit, sondern vielmehr von zwei Kulturkreisen gesprochen hatte: nämlich von Europa und Asien, die ja beide bekanntlich keine staatsrechtlichen Begriffe sind. Infolgedessen bedeutet es eine Verschiebung der Diskussionsbasis, wenn das von der ״Frkft. Ztg.” ursprünglich rein geistig gemeinte Wort von den ״zwei Vaterländern” nunmehr staatspolitisch ausgewertet wird, wie es von keinem Zionisten je gemeint sein kann. W i r wollen von den Juden nur das, was die ,״Frankfurter Zeitung” selbst von den Deutsch-Amerikanern fordert, daß sie, ״wfl immer sie auch seien, ihrer Kultur treu bleiben mögen“. Zu dieser Kultur gehört"ilerdings in unserem Falle nun auch der lebendige Zusammenhang mit unserem uns vielfach angrenzenden Religionsgesetz und der ebenso lebendige Zusammenhang mit Palästina. Und insofern bleibt in der Tat ein Rest: insofern bedeuten die Juden immerhin, für die anderen und für steh selbst eine Ausnahme unter den Völkern. Dies müssen wir zogeben, nicht aber, daß daraus ein Ausnahmeredrt oder Ausnahmeunrecht sich herleite, und ebensowenig, daß die- Jenigen Juden die größere sittliche Kraft aufbringen, die ״einfach als Deutsche die Wirklichkeit zu meistern suchen“, während wir Zionisten Romantiker seien. Hier unterliegt der Verfasser, wie es scheint, einer Verwechslung zwischen jenem niedersten und jenem höchsten Sinn, den das Wort ״Wirklichkeit“ ausdrücken kann, und zwar so sehr, daß er in deutlicher Inkonsequenz gegen seinen ersten Artikel nunmehr auch den menschlichen Respekt vor dem Ethos des palästinensischen Werkes vergißt, den er in seinem ersten Artikel ausdrücklich bekunde!* hatte und nur. hinter die politischen Bedenken glaubte zurückstellen zu müssen. ״Wirklichkeit“, die heute geradezu schon zum Schlagwort gegen den phiiosophischeit Idealismus geworden ist, kann doch keinesfalls das Verharren in der faulen Empirie meinen, zu dem doch, weiß Gott, kein Mut gehört, und das sich ja im Gegenteil mit der Ausrede irgendeines fernen Idealismus vor jedem ernstlichen Bemühen, vor jeder Verwirklichung zu drücken pflegt. ״Wirklichkeit“ kann als Gegensatz zu Romantik, als sittlicher Wert doch nur die Bejahung der dem Menschen und dem Volke angeschaffenen Eigenart bedeuten und den Versuch einschließen, diese zu höchstmöglichem Segen der ganzen Menschheit zu entwickeln. Diesem Anspruch auf ״Wirklichkeit“ sucht gerade der Zionismus gerecht zu werden, dem - nach Biumenfelds Wort — keine: bloße ideologische Realität ausreichen darf, dein keine Rfleckung durch die leibhafte Verwirklichung erspart bleiben kann, dessen Werk der vollen jüdische!! und nichtjüdischeu standhaiten muß, die alles Sichtharc bedroht, der aber gerade deshalb der tiefsten Vcrwijrklichungstendcnz unseres Volkes ihren heutigen Ausdruck zu leihet! sucht. Und ist es nun wirklich zuviel verlangt viel verlangt ist es - -, wenn man dem wohlwollenden und ernsten Nichtjuden zumutet, ebenso wie wir es heute der Judenhcit wieder zumuten, sich vor die volle Eigenart dieser jüdischen Wirklichkeit zu steilen, ihr nicht aus/uweiehei! und ihr als der wahren Repräsentantin der Judenfrage zu ant- Worten? Weil wir glauben, einmal werde man uns erkennen, versuchen wir diese Art der Auseinandersetzung, die über Philosemitismus und Antisemitismus weit lünausrcteht, immer aufs neue. Etwas Mut geben uns, trotz aller Fehlschlägc, die politischen Erfolge, die gerade durch das Bekenntnis der jüdisch-historischen Eigenart nicht zuletzt errungen worden sind, und vielleicht noch stärker die geistige Gewißheit, daß die besten Christen aller Zeiten die übcrlilstorische Ewigkeit unseres Volkes und seiner immerwährenden Aufgabe anerkannt haben. Es scheint angebracht, auch diese politische Diskussion mit den Worten zu schließen, die. Itostojewski trotz all seinem ״Antisemitismus“ für unsere Frage gefunden hat: ״Noch ist die Zeit für das endgültige Urteil über dieses Volk nicht gekommen, trotz der verflossenen vierzig Jahrhunderte; noch steht das jgffetc Wort aus, das die Menschheit über dieses mächtige Volk zu sagen hat.“ Die Stillegung der Seidenfabrik Delfioer Von Heinrich M a 1 g u 1 i c s , T c 1 - A w i w. Anm. der Red.: Wir erhalten von Hern! Hein- * rieh Margulies, Tel-Awiw, welcher als Vertrauensmann der Anglo-Palestine Co. ebenso wie des Herrn Dclfiner selbst eine eingehende Prüfung der Verhältnisse bei d^r Seidenfabrik Dclfiner vorgenommen hat, folgende Aeußernng, für die wir dem Verfasser die volle Verantwortung überlassen müssen. Bei dem Skeptizismus, welcher den palästinensischen Wirtschaftsverhältnissei! im allgemeinen und der Industrie im besonderen entgegengebracht wird, ist es keil! Wunder, daß sich an die Nachricht von der Stillegung der Delfincrschen Seidenfabrik die unsinnigsten Gerüchte knüpften. Es ist im gegenwärtigen Moment noch nicht angebracht, die Angelegenheit in Ausführlichkeit zu behandeln und die Schlußfolgerungen zu ziehen, die sich für das Industriaiisierungsproblem aus diesem zweifellos äußerst schwerwiegenden Fall ergeben. Aber ich *halte einig« Fettstüftängen schon •fetzt •für angebracht. In erster Linie ist gän2 scharf zu erklären, daß die überstürzte Abreise des Herrn Dclfiner und sein ganz unvermitteiter Auftrag, die Fabrik zu sperren, keinesfalls in den materiellen Verhältnissen des Unternehmens begründet lag, sondern einem Nervenzusammenbruch zuzuschreiben sind, der zum größten Teil rein persönlich hedingt war. Es handelt sich um ein ausschließlich psychologisches, keineswegs um ein ökonomisches Problem. Herr Dclfiner war nie Zionist. Seine erste Reise nach Palästina war zufälligen Ursprunges. Dort wurde er durch einen Idealismus gepackt, den er als Außenstehender völlig wirklichkeitsfremd auf sich wirken Heß. Gerade als Gegensatz zu seinem früher rein materiell orientierten Erwerbsleben, dem er seinen Aufstieg zum erfolgreich/(! Großfinanzier verdankte, glaubte er hier mit ausgesucht idealistischem Menschenmaterial für ein idealistisches '־Gesamtmilieu etwas Wertvolles durch eigene praktische und industrielle Arbeit schaffen zu können. Die Schwierigkeiten, denen er begegnete, sei es mit den Arbeitern* sei es mit den anderen Personen und Faktoren des palästinensischen Wirtschaftslebens, waren für ihn Enttäuschungen, vor allem menschlicher Art, nicht materieller. In materieller Hinsicht hatte er durchaus keiner! Anlaß, beunruhigt zu sein, um so mehr, als er finanzielle Hilfe gar nicht in Anspruch nahm. Es trifft auch nicht zu, daß die Höhe der Arbeitslöhne ausschlaggebend gewesen wäre, gerade bdi seinem Produkt spielte sie eine' geringe Rolle und damit hatte er von vornherein gerechnet. Hingegen waren die übrigen Imponderabilien bei der Arbeiterschaft wie bei allen anderen für ihn menschlich ausschlaggebend geworden, und als er steh hierin enttäuscht sah, begriff er nicht mehr, warum er seine Familie und seine Fabriken in Wien im Stiche lassen solle, um hier bedürfnislos jeden Tag von früh bis abends ohne wirkliche Hilfskräfte zu arbeiten und sich dabei völlig isoliert und verlassen zu fühlen. Vermögend genug, 11m die gesamtinvestierten 35 000 C als mißglücktes Experiment: ohne materielles Bedauern abschreiben zu können, verlor er beim nächsten ganz geringfügigen Anlaß die Nerven und reiste ab. Diese Tatsache ist für Palästina mehr als bedauerlich: das Unternehmer! war, wie selten eines, sorgsam und sparsam und technisch eimvandfrei aufgebaut. Dclfiner selbst eine Arbeitskraft mit großen Möglichkeiten gerade für Palästina. Er trug steh bis zum letzten Tage noch mit neuen Gründungsplänen ganz großzügigen Charakters. Er wäre ohne Zweifel befähigt gewesen, dem Wirtschaftsleben in Palästina neue und gesundende Impulse zu geben. Aber gerade darum muß betont werden, daß das Scheitern keinerlei Beweis gegen die wirtschaftliche Vernunft seines Unternehmens mit sich bringt. Oer Welzniai'Wald in Magdiel Jerusalem, 27, Januar. (P.C.) Die Kolonie Magdiel hat am 16. Schwat (31. Januar) vier Ereignisse zugleich gefeiert: Die Pflanzung .eines Waldes, der den Namen Chaim W c i 7. m a n!1 s tragen soll, die Einweihung einer Thorarolle, die der Keren Hajessod in Polen gestiftet hat, die. Einweihung des neuen Schulhauses und die Namengebung der Hauptstraßen. Magdiel ist eine Kleinsiedlung in der Nähe Tel-Awiws, die von 40 polnischen Familien mit Unter- Stützung des Keren Hajessod gegründet wurde. Der Vorsteher der Siedlung ist Herr Suchovitzky, der frühere Vorsitzende des Keren Hajessod-Komitees in Polen. Die jüdische Gemeinde von Tientsin, nach Cliarbin und Schanghai die drittgrößte Judengemeinde Chinas, hat eine jüdische Hochschule (l'ntcrrichtssprache: Hebritisch, Russisch und Englisch) eröffnet Rücktritt des Abgeordneten Reich Warschau, 3. Februar. (J.T. A.) Heute hielt der Jüdische Klub eine Beratung ah, in der. die Haltung des Klubs zur Regierung Skrzynski erörtert wurde. Es kam zu einer erregten Auseinandersetzung. In ringeweihten Kreisei! spricht man von einer scharfen Krisis innerhalb des Klubs, die wahrscheinlich zu einer Spaltung führen werde. Abg. Dr. Schipper und die Mitglieder der ״Hitachdut“• Gruppe, sowie einige andere Abgeordnete sollen die Absicht haben, aus dem Klub ausziitreteii und unter der Führung des Abg. J. G r ü 11 b a 1! m eine eigene Sejm- Fraktion zu gründen. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß aus Warschau telegraphisch erfahren, hat Abg. Dr. Leon Reich zur Verhinderung einer Spaltung des Klubs sein Amt als Klubobmann niedergelegt. Trotz des ihm ausgesprochenen Vertrauens bcliärrtc er auf seinem Rücktritt. Der von Dr. Schipper geführte oppositionelle Flügel verlangte 11. a. die Veröffentlichung des Textes der zwischen dem jüdischen Sejmklub und der polnischen Regierung getroffenen Abmachungen. Dr. Schipper und seine Freunde wollen gegenüber der polnischen Regierung in die schärfste Opposition treten. /nsaaimeilrill der Warschauer tieneiideverlretug Warschau, 2. Februar. (J. T. A.) Die noch im Jahre 1124 gewählte Repräscntanfcnversammlung der Warschauer jüdischen Gemeinde, der größten Gemeinde Europas, trat gestern abend zu ihrer ersten Session zusammen. Diese Repräseiitantenversammlimg hat ihre Geschichte. Zum ersten Mal im neuen Polen durften die jüdischen Gemeinden in Polen auf Grund eines demokratischen Wahlrechtes i 1! 1 <• R c p r;i s e 111 a n t e 11 w ä h 1 e n , und die Warschauer Repräsentanten Versammlung trat kurz nach den Wahlen zusamnien. Da sich jedoch die Repräsentanten bei der Eröffnuiigssitzung zum Teil auch der hebräischen und der jiddischen Sprache bedienten, verbot der Regierungskommissar auf Grund einer Verordnung, wonach in öffentlichen Körperschaften mir die polnische Sprache Verhandlungssprache sein darf, 1 di|• weitere Tagung der Versammlung. Diese Maßnahme rief damals unter der Judenschaft Warschaus und ganz Polens große Erregung und Empörung hervor. Im Zusammenhang mit dem Abkommen zwischen den jüdischen Parlamentariern und der polnischen Regierung konnte nunmehr die Warschauer Repräsentantenversammlung neuerdings zusammentreten. Im allgemeinen ist jetzt den jüdischen Gemeinden in Polen freigestellt, über die Verhandlung*• und Geschäftssprache selbst zu bestimme!!. _ , , Die erste Sitzung nahm einen stürmischen Verlauf. Es gingen Verhandlungen zwischen den einzelnen Fraktionen über die Geschäftssprache voraus, wobei eine Einigung nicht erzielt werden konnte. So wurde die Eröffnungsrede zum Teil hebräisch , zum Tat pol-!lisch gesprochen, wobei die Bundisten, die für jiddisch waren, einen Tumult veranstalteten. Bei der Wahl ins Präsidiujn erklärten die Zionisten und Mis r ac 11 ist e 11, sich der Abstimmung enthalten zu wollen, die Poale-Zionisten und Angehörigen der Volkspartei (Folkisten) gaben weiße Zettel ab, während die Bundisten für einen Zähl-Kandidaien stimmten. So wo«!»־ das Präsidium. mit >A g u d i.$ t e«. besetzt• ÄH» -RäI-, denten wurde Sejmdepiitierter Kirsch braun, zum Vize- Präsidenten Herr Jakob T rokenheim gewählt. Die SladeileakMieren ii Pole■ Die zweite Konferenz der jüdischen akademischen Jugtnd Polens wurde am 26. Januar geschlossen. & wurden etwa 50 Resolutionen angenommen. In der ersten Resolution wird iu schärfster Form gegen den ungesetzlichen Numerus c I a 11 s!1 s protestiert. Die weiteren Resolution besagen u. a.: Die polnische Regierung wird aufgefordert, denjenigen jiidischeu Studenten, die im Auslände studieren wollen, Pässe zu ermäßigten Gebühren zu bewilligen. Es wird beschlossen, weiter im Weltverband zu verbleiben. An Professor Einstein und an das Joint Distribution Coiimittee wurden Danktclcgrammc für geleistete Hilfe gesandt. Es wurde ein Oberrat aus 21 Mitgliedern eingesetzt; 11 von ihnen gehören der zionistischen Partei, 2 den Zionisten-Sozialisten und 8 dem linken Block an. Dr. Hantke ii Warschau Warschau, 3. Februar. (J. T. A.) Dr. Arthur Hantke ist iu Warschau cingetroffcn. Seine Anwesenheit in Polen hängt mit der Organisierung der Keren Hajessod-Arbeit zusamincn. ln einer mit Vertretern der jüdischen Zeitungen in Polen abgehaltenen Presse-Konferenz sprach sich Dr. Hantke über die Rolle des Keren Hajessod im jüdischen Aufbau Palästinas aus. Der Konferenz, wohnten auch mehrere prominente Zionistenführer Polens bei. Kleine Naehriektc■ Der bekannte Pazifist und ehemalige General Dr. Frei- Herr von Schoenaich begibt sich in den nächsten Tagen zu einer Studienreise nach ’Palästina, wo er auch die jüdischcn Siedlungen besuchen wird, Sir Ronald Storrs, der Gouverneur des paiästinensischen Süd-Distrikts, überreichte der Hebräischen Universität ein Tonfragment aus dem S. Jahrhundert, auf welchem ein Mögen David cingeprägt ist. Sir Ronald fand das Tonstück vor kurzem bei Ausgrabungen in Kairo in der Nähe der ältesten Synagoge, der Stadt. Am 31. Januar fand in Tel-Awiw die erste Frauen- Schönheitskonkurrenz Palästinas statt. Fraulein Tschertkoff w׳urde als die ״Königin Esther“ des kommenden Purim-Karnevals in Tel-Awiw gewählt. Der Arbeiterrat T c l - A w i w führt mit dem Stadt rat Verhandlungen zwecks Organisierung einer Schlaf hauses für die Arbeiter. Der Stadtrat bewilligte 200 Pfund für diese Zwecke. Die Partcicnverteilung bei den Wahlen zur laudwirtsehaftlichen Arbeiterkonferenz, in Palästina stellt sich folgendermaßen: Es wurden abgegeben für Achduth Awoda (rechte Poale-Zion) 1322, Hapoel Wazair (Hitachdirth) 1272), Poe I - M i s r a e h i 61 und linke P 0a lc - Zion 61 Stimmen. An der litauischen Universität in Kowno wurde ein Lektorat für scmitische Sprachen, insbesondere für Hebräisch und Arabisch, geschaffen. Als Lektor wurde der junge Gelehrte C11. M. Sehapira, ein Sohn des Kownoer Hauptrabbiners, berufen. Er studierte orientalische Philologie an der Berliner und Wiener Universität, I

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