Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-02-05 · Heft 10 (5.2.1926) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 10 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652795--18034-2675757
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr.סו JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 71 Die Jewish Agency und die Ent- Wicklung in Amerika Die zionistische Exekutive (London) stellt uns nachfolgenden Artikel des zionistischen Zentralorgans ״Haolara“, der diese Woche erscheinen wird, zum Vorabdruck zur Verfügung. Seit Jahren hat die Zionistische Organisation mit verschiedenen jüdischen Kreisen Verhandlungen geführt, um das völkerrechtliche Organ des Palästina- Aufbaus, die Jewish Agency, zu einer gesamtjüdischen Körperschaft auszubauen. Die wichtigste Gruppe, mit der verhandelt wurde, war die des American Jewish Committee, gewöhnlich nach seinem Führer kurz Marshall-Gruppe genannt, die auch identisch war mit der maßgebenden Leitung des Joint Distribution Committee. Die Einzelheiten dieser nun schon zwei Jahre währenden Verhandlungen sind der Oeffentlichkeit bekannt. Auf zwei großen solennen Konferenzen haben die nicht der Zionistischen Organisation augehörigen Persönlichkeiten der Marshall-Gruppe ihre Zustimmung, teilweise in beinahe enthusiastischer Weise, für das Palästinaprojekt erklärt. Sie haben Worte eines tiefen Verständnisses gefunden, sie haben ihre Ueberzeugung verkündet, daß hier eine für das' Judentum entscheidende Sache vor sich gehe. Sie haben sich auch bereit erklärt, in die Jewish Agency einzutreten. Die Basis dieser Verhandlungen war durchaus und unmißverständlich die Anerkennung, daß das ganze jüdische Volk die Verantwortung für Palästina tragen muß, ungeachtet der verschiedenen Vorstellungen, die der Einzelne mit der Sache verbindet, und ohne Rücksicht darauf, wie er sein persönliches Verhältnis dazu auffaßt. Die Erklärung der Bereitschaft zum Eintritt in die Agency bedeutet daher die Uebernahme einer moralischen Verpflichtung vor aller Welt. Das Schicksal Palästinas hängt davon ab, daß das jüdische Unternehmen, das in den ersten Anfängen steht, mit genügend Kapital ausgestattet wird, um seine Arbeit fruchtbar werden zu lassen und in positiver Aufbauarbeit eine Wirtschaft hervorzubringen, die nach einem gewissen Zeitraum sich aus eigener Kraft erhalten kann. Dieses Kapital beizustellen, ist bei der heutigen Verarmung der Welt vor allem die historische Pflicht Amerikas; und wenn die Gruppe prominenter amerikanischer Juden, die gleichzeitig einen Teil der Finanzaristokratie Amerikas repräsentiert, die Mitverantwortung für den Palästinaaufbau übernimmt, so bedeutet das natürlich, daß gerade sic bei dieser Kapitalbeschaffung mithelfen muß. Dies ist so selbstverständlich, daß es gar nicht ausdrücklich gesagt werden muß. Das ganze Volk versteht es so und hat auch die Verhandlungen über die Erweiterung der Agency dahin vejrstanden, daß durch, diese Maßregel י<&£, Ä0noaifÄ«u j&Pft Ä*® Aufbaus- «vesenüich.. ver-? stärkt wird: Es ist bekannt genug, daß die Zionistische Organi- ) sation in ihren eigenen Reihen mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden hatte, bevor ihr höchstes Organ, der Kongreß, seine Zustimmung zu dem Plan gab. Es mußte erst ein Mißtrauen besiegt werden, das sich gegen die Kreise richtete, die bisher dem Palästinaaufbaff untätig zugeschaut hatten. Dennoch hat der Kongreß den Plan akzeptiert, er hat alle Vorschläge, die von seiten der Marshall-Gruppe gemacht wurden, angenommen, und die Zionistische Organisation ist in vollkommen loyaler Weise an die Ausführung dieser Beschlüsse hcrangegangen. Die zionistische Welt hat nicht ohne Berechtigung erwartet, daß die beteiligten Kreise aus ihren eigenen Reden Vom 17. Februar 1924 und 1. März 1925 die Konsequenzen ziehen werden. Es hätte der Sachlage entsprochen, wenn nunmehr, nachdem die Zionistische Organisation alle Vorschläge akzeptiert und den nichtzionistischen Mitgliedern der Agency die volle Mitbestimmung übertragen hat, von jenen Kreisen mit Enthusiasmus eine Aktion zugunsten der Sache, die sie als die ihre erklärt haben, in Angriff genommen worden wäre. Durch eine solche Parole hätte in der jüdischen Welt eine große moralische Kraft erzeugt werden können, nicht nur in bezug auf den Glauben an die jüdische Zukunft, sondern auch durch die hergestellte Einheitsfront des Judentums. Und Palästina hätte, wenn es eine solche Verstärkung erfahren hätte, in weit höherem Maße als bisher seinen ökonomischen und damit auch seinen kulturellen Aufgaben gewachsen sein können. Da geschah etwas, was die jüdische Welt nach den vorhergegangenen Ereignissen nicht erwarten konnte,» und was leider zu Mißverständnissen und zu Enttäuschungen Anlaß geben mußte. Das JDC. beschloß, seine Hilfstätigkeit in Osteuropa wieder aufzunehmen und stellte in den Vordergrund seines Planes die jüdische Kolonisation in Südrußland, die kurz zuvor von den jüdischen Kommunisten unter dem Schlagwort der Gründung einer jüdischen Republik in der Krim propagiert worden war. Palästina als das zentrale Problem des jüdischen Volkes wurde nicht etwa bekämpft, sondern es ereignete sich etwas, was vielleicht noch kränkender war: Es wurde einfach von der Tages- Ordnung abgesetzt. Bei mancher Gelegenheit wurden Palästina einige freundliche Worte gewidmet, aber die großen materiellen Kräfte des amerikanischen Judentunis wurden aufgerufen für andere Aufgaben. Noch wenige Monate zuvor waren in leitenden Kreisen des Joint selbst Stimmen laut geworden, daß die zur Hilfsarbeit verausgabten TO Millionen Dollar trotz ihrer bedeutenden aktuellen Nützlichkeit, dennoch Verhältnismäßig wenig bleibende Früchte ge trägen haben, und daß der ungeheure Vorzug Palästinas darin bestünde, i daß hier bleibende Werte für das Judentum geschaffen werden. Nun verstehen wir Zionisten sehr gut die Bedeutung sozialer Hilfsarbeit, besonders wenn sie nach konstruktiven Prinzipien getan wird. Wir wissen, daß die Lage der Juden in Rußland, ebenso wie in Polen, gegenwärtig äußerst kritisch ist. Aber seit hundert Jahren beinahe hat der Teil der jüdischen Oeffentlichkcit, den man mit Recht die jüdische Philanthropie nennt, den Fehler begangen, stets nur an momentane Hilfe zu denken, durch die nichts Entscheidendes geändert wird, da die Lage der Juden, bald hier bald dort, immer wieder kritisch wird. Und nicht nur, daß von der jüdischen Philanthropie das Gesamtprobleni des Judentums überhaupt nicht berührt wurde, auch auf ihrem besonderen Gebiete, den der wirtschaftlichen Hilfe, war nichts und konnte nichts von Dauer sein. Das Palästinawerk ist das erste Unternehmen, eine grundsätzlich und definitive Lösung zu finden, indem eine auf eigenen Füßen stehende jüdische Gesellschaft auf gebaut wird. Dieser Aufbau vollzieht sich im Dienste der großen zentralen Idee: der Erhaltung und Neubelebung der jüdischen Nation und des jüdischen Geistes. Zugleich aber bedeutet er für einen Teil der Judenlieit, der immer mehr anwächst, auch wirtschaftliche Konsolidierung. Diese historische Aufgabe und historische Möglichkeit muß im Vordergründe des jüdischen Interesses stehen. Selbstverständlich sehen auch wir es mit Freude, wenn die Juden in der Zerstreuung in produktive Berufe übergeführt werden. Aber wir können nicht zulassen, daß solche Aktionen auf Kosten des Aufbaus Palästinas unternommen werden. Niemals werden jüdische Siedlungen der Diaspora für das jüdische Volk dieselbe Bedeutung haben wie jüdische Siedlungen in Palästina. Es hat schon vor dem Kriege eine jüdische Kolonisation in Rußland und in Argentinien gegeben, aber sie auch nur vergleichsweise in einem Atem zu nennen mit dem Wiederaufbau Palästinas, hieße jedes Sinnes für Realität und Proportion bar sein. Die Namen Zion und Jerusalem, der Klang der wieder lebendig gewordenen hebräischen Sprache sind für das jüdische, Volk unersetzliche Werte. Das jüdische Werk in Palästina hat dem Judentum in der ganzen Welt und bei allen Völkern schon jetzt, während es noch in den ersten Anfängen steht, Bewunderung und Ehre eingetragen. Kein objektiver Mensch kann zulassen, daß die jüdische Kolonisation in Osteuropa auf dieselbe Stufe gestellt wird wie Palästina. Wir sind auch heute noch überzeugt, daß die jüdischen Kreise, die sich zum Eintritt in die Jewish Agency bereit erklärt haben, dies alles verstehen und würdigen. Die Spannung, die durch das Nebeneinander 5 י־wo*»''?wt! und eine für Palästina, in Amerika entstanden ist, geht sicherlich zum Teil auf taktische Ungeschicklichkeit, zum Teil auf Mißverständnisse zurück. Wir bedauern, daß manche übereifrige Vertreter des Joint Drives es für nötig gehalten haben, in Wort und Schrift sich über Palästina in einer Weise zu äußern, daß ihre Indifferenz beinahe als Geringschätzung empfunden wurde. Wir bedauern auch, daß bei der Konferenz in Philadelphia der Anschein entstanden ist, als ob die Anerkennung der Bedeutung Palästinas nur unter zionistischem Druck erfolgt wäre, und daß nach der Konferenz von Philadelphia die Leiter des Joint- Drive Palästina wieder völlig vergaßen. Wir glauhen aber, daß Persönlichkeiten wie Mr. Marshall und seine Freunde die Gewähr dafür bieten, daß sie die vor aller Oeffentlichkeit übernommenen Verpflichtungen, für Palästina zu arbeiten, einlösen werden. Wir wissen, daß diese Männer sich von Liebe zum jüdischen Volk leiten lassen und darum jedes große Werk, dessen Bedeutung für das gesamte Judentum feststeht, nicht aus dem Bereich ihrer Tätigkeit ausschalten können. Darum vertrauen wir, daß die vom Zionistenkongreß beschlossene und auf Initiative der in Amerika durch Herrn Sokolow vertretenen zionistischen Exekutive weitergeführte Aktion zur Konstituierung der erweiterten Jewish Agency in naher Zukunft führen wird. Nur ein schneller Abschluß dieser Verhandlungen kann dem für beide Teile unbefriedigenden Zustand der Unsicherheit und des Zweifels ein Ende machen. Mit Rücksicht auf die entstandene Stimmung und zur Vermeidung weiterer unerwünschter Mißverständnisse wird es notwendig sein, bei Gelegenheit dieser Vereinbarung deutlicher als bisher zum Ausdruck zu bringen, daß die Verantwortung für den Aufbau Palästinas auf der Jewish Agency liegt, daß heißt also gemeinsam auf den Zionisten und den neu eintretenden, der Zionistischen Organisation nicht angehörenden Palästinafreunden. Es ist kein Zweifel, daß das amerikanische Judentum heute in der glücklichen Lage ist, die für nötig erachtete Hilfsarbeit in Polen und Rußland und anderen Ländern weiter zu führen und zugleich auch größere Mittel für Palästina zur Verfügung zu stellen. Das amerikanische Judentum ist von der Historie und vom Schicksal ausersehen worden, diese große Funktion an einen Wendepunkt des Lebens des jüdischen Volkes zu erfüllen. Die Jewish Agency, für die zuerst in Amerika neue Kräfte gewonnen wurden, wird das deutlichste Symbol dieser großen Mission sein. Das jüdische Volk hat in diesem Augenblick soviel zu leiden, daß ein innerer Zwist ihm nicht nützen kann; es bedarf geeinter Kraft für seine großen und schweren Aufgaben. Mit tiefer Sorge sehen wir die Gefahr eines inneren Kampfes heraufziehen, wenn es ni.iit g.'.ingt, mit Beschleunigung alle Hindernisse der Einigung hinweg;»• räumen. Alle Teile müssen sich bemühen, und müssen einander Entgegenkommen, geleitet einzig und allein von dem Bewußtsein der großen jüdischen Not des Augenblicks, aber auch von der großen Gelegenheit eines historischen Werkes. Das .Symbol dieser Einheit im Willen für die Zukunft soll die Jewish Agency sein. Echo der ״Slreifflchfer“ Der in Nr. 2 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 8, 1. «L J, erschienene Artikel ״Streiflichter zu r Lage in Pa• lästina“ hat, soviel wir sehen, in der zionistischen Wett eine starke Wirkung■ gehabt. Insbesondere in Palästina wurden die Ausführungen stark beachtet. Wiewohl aber In dem Aufsatz ausdrücklich bemerkt war, daß es sich hier um den Versuch handelt, unvoreingenommen und ohne jede Partei• einstellung sachlich die Lage zu untersuchen (wobei natürlieh auch Irrtümer möglich sind und ferner jedes Urteil subjektiv sein muß), wurde der Artikel doch nicht mit jener Objektivität aufgenommen, die wir im Interesse einer fortschreitenden zionistischen Erkenntnis und Erfahrung• für wünschenswert halten. Der Artikel hat in verschiedenen Parteikreisen Anstoß erregt. Am bedauerlichsten empfinden wir die Verstimmung in den Kreisen der Arbeiterschaft, die sich lediglich auf das letzte Sechstel des Artikels bezieht, wo einige Worte über die Arbeiterwirtschaft gesagt waren. Die Tageszeitung ״Haarcz“ in Tel-Awiw hat diesen Teil unseres Artikels (leider nur diesen Teil) veröffentlicht, und dies ist vielleicht im Lager der Arbeiterschaft peinlich empfunden worden. In der Tageszeitung ״Da war“ veröffentlicht Moses Beilinson eine Entgegnung unter der Ueberschrift ״Rückkehr zur Administration?“, die im wesentlichen den Aus« fülmingen entspricht, die Beilinson auch an die ״Jüdische Rundschau“ gesandt hat und die wir veröffentlichen, obwohl seine Polemik sich nicht gegen das in dem Artikel Gesagte wendet, sondern gegen einen von ihm selbst erfundenen Gegner. Auf die wesentlichen Forderungen des Artikels geht er nicht ein. Ich werde zu Beilinsons Ausführungen noch Stellung nehmen. Eine andere Partie desselben Artikels gibt unserem holläitdischen Bruderorgan ״De Joodsche Wächter“, dem van Vriesland nahesteht, Anlaß m kritischen Bemerkungen, die sich insbesondere gegen die Auffassung wenden, daß Herr van Vriesland durch das Verlassen seines Postens eine Pflichtverletzung begangen habe. Auch die Bemerkungen über die Arbeitslage in Palästina und ihre notwendige Rückwirkung auf die Regulierung der Einwanderung sind scheinbar in Palästina mißverstände» worden. So deuten wir uns einige Sätze in dem heutigen Berichte unseres palästinensischen Korrespondenten, der die palästinensische Stimmung wiedergibt, die gegen jede Ein• schränkung der Einwanderung ist. Wir verstehen und würdigen sehr gut diese Stellungnahme, aber sie hat nichts zu tun mit der Frage, wie die zionistische Exekutive sich ver• halten muß, um eine Krise mit allen ihren Folgeerscheinungen politischer und wirtschaftlicher Natur zu vermeiden. Als besondere PUcanterie mag schließlich noch ein hu סטו■ fisTisj.ltjer Zwisdienfall erwähn! wewtat,. der sfch t y!g&rtitita»g .־des,; Waid׳) {MMj■( der Revisionisten, Herr v. Weis!, interpellierte dort, wie wir dem Berichte des ״Haarez“ entnehmen, wegen des Ar* tikels des Dr. Weltsch in der ״Jüdischen Rundschau״ über die Notwendigkeit einer Einschränkung der Einwanderung in diesem Jahre und beantragte, sich in dieser Sache an den Vertreter der Jewish Agency, d. h. der zionistischen Exekutive, zu wenden, mit der Anfrage, was sie zu tun gedenke, um zu verhindern, daß in Zukunft derartige sebädliehe Artikel erscheinen. Herr Sprinzak stellte den Antrag, über diese Anfrage zur Tagesordnung überzugehen, denn weder der Waad Leumi noch die Jewish Agency seien für Artikel in der ״Jüdischen Rundschau“ verantwortlich, ebenso wie sie nicht verantwortlich sind für die unverantwortlichen Artikel des Herrn Jabotinsky im ״Rasswjet“, deren Verfasser sogar Mitglied des Waad Leumi sei. Der Antrag Sprinzaks wurde angenommen. Solche Kinderei nennt sich ״Revisionismus“. R. W. Presseschaii Der dem Central-Vercin nahestehende Schriftsteller Binjamin Segel, der häufig Mitarbeiter der C.-V.- Presse war, veröffentlicht unter aer Ueberschrift ״Krieg oder Frieden?“ in der Breslauer ״Jüdischen Z c i t u n g“ einen Artikel, in welchem er einer Versöhnung zwischen den Keren Hajessod-Kreisen und dem Central- Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens das Wort redet. ״Nach fünfzig, nach dreißig, nach zwanzig Jahren schon“ — so schreibt er — ״wird man cs nicht verstehen, warum und wieso die Juden in Deutschland in betreff des Aufbaues des jüdischen Palästina sich in zwei feindliche Lager spalteten, die sich gegenseitig mit Heftigkeit bekämpften. . ־ . Ich darf es sagen, denn ich weiß es genau, daß es keinen wärmeren Freund der positiven Palästina-Arbeit gibt, als den Direktor des Central- Vereins Dr. Ludwig Hollaender, obwohl er vieles an den Methoden und Zielen dieser Arbeit auszusetzen hat. Andererseits glaube ich, annehmen zu dürfen, daß die Abwehrarbeit des Ccntral-Vereins auch von den heißesten Zionisten mit Dank begrüßt wird.“ Segel weist darauf hin, daß im Frühjahr 1920 Keren Hajessod und Central- Verein nahe daran waren, in eins zusammenzufließen (?). Aus den Mitgliederkreisen des Central-Vereins kamen auffallend zahlreiche Anfragen, ob man sich, ohne den Grund- Sätzen des Central-Vereins untreu zu werden, an dem Aufbauwerk Palästinas beteiligen dürfe. Die Anfragen wurden Herrn Segel zur Begutachtung vorgelegt, der den Gedanken vertrat, daß der Cenfral-Verein als älteste und ausgebreitetstc jüdische Organisation Deutschlands berufen w׳äre, zur Bildung einer umfassenden neutralen Ge- Seilschaft für den Aufbau Palästinas die initiative zu ergreifen. Ein Jahr später wurde Segel abermals zu einem Gutachten aufgefordert. Er empfahl in seinem Gutachten eine gründliehe Aenderung der Politik des Central-Vereins dem Zionismus gegenüber. Dies w׳urde vom Hauptausschuß abgelehnt. Alle späteren Versuche, einen ,,Palästina-Frieden“ zu stiften und den Kampf auf den Diaspora-Nationalismus zu beschränken, waren vergebens. Die palästinensische Messe-Gesellschaft teilt mit, daß während der kommenden Passah-Tage in Tel-Awiw die zweite Ausstellung für Palästina und den Nahen Osten abgehalten wird. :{f\ i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.