Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 10 (5.2.1926)
- Date
- 1926-02-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 70 Nr 10 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1 krcte Interessen zu vertreten;• und dies alles bringt bei jeder Partei und bei jeder Kirche die Tendenz zur Aufrichtung eines neuen Traditionsgebäudes mit sich, das ebenso zu erstarren droht wie das Gebäude, dessen Mauern wir eben erst zerbrochen hatten. Gegen diese Erstarrung können wir uns nur wehren, wenn wir ihr bewußt entgegenarbeiten, wenn wir den bewegenden Kräften, den geistigen Kräften, nicht die Flügel beschneiden, sondern sie bei ttns sammeln. Eine Volksbewegung ist mehr als eine Partei, in ihr herrschen die lebendigen Kräfte. Es liegt im Wesen des Geistes, daß er seine Autonomie und seine eigenen Gesetze hat, die vor keiner Dogmatik halt machen können. Daher ist die erste Vorbedingung einer Erneuerung unserer Bewegung die scharfe Selbstkontrolle, ob wir nicht selbst In der Sorge um die Festigung des äußern Baues unserer Organisation die Freiheit des Geistes einschränken, die Kräfte verbannen, die den stärksten Impuls der jüdischen ,Wiedergeburt bilden. Wir verstehen das Manifest der Executive so, daß sie nicht einer mechanischen Organisationsarbeit das Wort redet, sondern den Anstoß geben will zu einer Erneuerung und Befruchtung des zionistischen Denkens. Die Zeit ist reif dafür und geistige Kräfte, die jetzt vielfach abseits stehen, werden wieder zu uns kommen, wenn sie den Hauch der Bewegung verspüren. * Es fei du merkwürdiger Zufall, daß gleichzeitig mit diesem Manifest der Executive, das die Parole der Erneuerung der Bewegung aus gibt, die programmatischen Richtlinien der ״Vereinigung radikaler Zionisten” veröffentlicht werden. Wir haben die ״Vereinigung radikaler Zionisten” bekämpft, weil sie nach unserer Meinung für die praktische Arbeit in Palästina, die heute den Hauptinhalt des Zionismus bildet, kein genügendes Verständnis hatte, vor allem keinen Weg zeigte, wie das Wichtigste Erfordernis des Palästinawerkes, nämlich großes nationales Kapital, beschafft werden soll. Gleichzeitig haben wir jedoch stets anerkannt, daß in den Forderungen der Radikalen Elemente vorhanden sind, die keineswegs ein Monopol der neuen Fraktion bilden, sondem von weitesten Kreisen im Zionismus, auch von uns, geteilt werden. Dies bezog sich insbesondere auf die Unzufriedenheit mit dem heutigen Zustand der zionistisehen Bewegung und auf die Forderung einer Stärkung der Zionistischen Organisation. Die programmatischen Richtlinien der Vereinigung sind so gehalten, daß man beinahe alle Punkte unterschreiben kann. Die Radikalen konnten offenbar der Versuchung nicht widerstehen, ihr Programm durch Aufnahme einer ganzen Anzahl allgemeto anerkannter Postulate anziehender zu gestehen». Wenn' ff den Radikalen nicht auf faktiöse Opposition an. * ' 14 toaätrn begrüßen* und sich dafür zur Verfügung stellen. Bisher freilich haben wir die Erfahmng gemacht, daß es dieser Gruppe weniger auf positiven Aufbau der Bewegung ankam, als auf die Bekämpfung eines Einzelpunktes des praktischen Programms der heutigen Leitung, nämlich des Projektes der Erweiterung der J e w 1 s h Agency. Ueber diese Frage ist schon so viel gesprochen worden, daß wir uns ersparen können, hier die Gründe zu wiederholen, warum wir für die Erweiterung der Jewish Agency eingetreten sind. Nur vom politisch-taktischen Standpunkt aus möchten wir darauf hinvveisen, daß der Kampf gegen die Agency, der bisher die ausschließliche Tätigkeit der ״Verein!- gung radikaler Zionisten“ war, eine natürliche Gruppenbildung innerhalb des Allgemeinen Zionismus verhindert hat und gerade den linken Flügel des Allgemeinen Zionismus spaltete, wodurch in der Folge der Eindruck entstand, daß der rechte Flügel, der mehr zu kleinbürgerlicher Interessenvertretung hinneigt, als die eigentliehe Vertretung des Allgemeinen Zionismus zu gelten hat. Der Plan der Erweiterung der Agency war nicht die Ursache der Zerrüttung der Organisation, vielmehr mußte der plötzliche Zusammenstoß mit der realen Aufgabe in Palästina, die unsere Kräfte überstieg, derartige Rückwirkungen auf die Organisation 'haben, ganz ungeachtet des Erweiterungsprojektes. Wenn es möglieh wäre, trotz Meinungsverschiedenheiten über diesen Punkt praktischer Politik, in positiver Arbeit für die Erneuerung der Organisation zusammenzuwirken, dann könnte die zionistische Entwicklung auch in bezug auf innc 7 ,;'.ische Gruppierung gefördert werden. Das Problem der Jewish Agency wird gerade jetzt in zwei maßgeblichen und beachtenswerten Artikeln der zionistischen Presse behandelt. Ein Artikel des Zentralorganes ״Haolam“, den wir auch in unserem Blatte wiedergeben, schildert nochmals den Gedankengang und die Entwicklung dieses Planes und zeigt, daß das Verhalten der Zionistischen Organisation gegenüber den Vertragspartnern in Amerika ein folgerichtiges und durchaus loyales gewesen ist. Die bekannten jüngsten Ereignisse haben den Glauben an das Zustandekommen der Agency erschüttert, weil die Zionisten auf Grund der Haltung der andern Seite zweifeln mußten, ob es diesen mit Palästina wirklich ernst ist. Der Artikel des ״Haolam“ spricht daher deutlich aus, daß die Verhandlungen von nun an in einem Sinne weitergeführt werden müssen, der ganz unzweideutig zum Ausdruck bringt, daß die Gegenseite sich darüber klar ist, durch ihren Eintritt in die Agency reale Verantwortungen zu übernehmen. Derselben Enttäuschung über die Haltung der Marshall-Gruppe gibt auch der zweite der erwähnten Artikel Ausdruck, der von Emanuel Neumann in dem amerikanisch-zionistischen Organ ״The New Palestina“ veröffentlicht wird. Neumann weist darauf hin, daß zwar an der Aufrichtigkeit der Erklärungen von Marshall nicht zu zweifeln ist, es habe sich jedoch gezeigt, daß Matshalls Gcfolgs c h a f t für Palästina nicht so begeistert ist wie er selbst. Nicht nur Weizmann, auch Marshall habe mit Widerständen im eigenen Lager zu kämpfen, auch er habe ״seine Grünbaums und Mercminskis“. Die Zionisten sind enttäuscht, daß die Marshallgruppe cs an Taten für Palästina hat fehlen lassen. Neumann wirft die Frage auf, ob nun von einem Ende des Jewish Agency-Planes gesprochen werden müsse. Er glaubt, daß die alte Form der Verhandlungen allerdings nicht mehr aktuell sei, doch könne noch viel von dem Plane gerettet werden. ״Wir, die wir ernsthaft für echte Versöhnung gekämpft haben, die füf die Agency daheim und im Auslande cingetrcten sind, dürfen nicht verzweifeln, sondern müssen jede Möglichkeit versuchen. Vielleicht können die Nichtzionisten durch eine große Anstrengung zum Verständnis des Ernstes des Problems gebracht werden. Vielleicht werden sie Schritte ergreifen, urn ihre organisierte Gesamtkraft in den Dienst der Palästinasache zu stellen. Durch eine derartige unmittelbare und wirkungsvolle Tat könnten sic alle Zweifel und Mißdeutungen seitens der zionistischen Massen hin-egschwemmen und sich durch eine Geste des Vertrauens von ihren eigenen innen» Widerständen befreie.!. Sollte dies nicht der Fall sein, brauchen wir die Sache auch noch nicht aufzugeben, dann müssen jedoch beide Verhandlungsparteien die besonderen Schwierigkeiten der Situation einsehen und durch gegenseitiges Einverständnis den Plan und die Struktur der Jewish Agency so abändern, daß er der tatsächlichen Haltung und Verantwortung der beiden Gruppen entspricht.“ Wir sind nicht genügend cingeweiht in die konkreten Verhältnisse Amerikas, um die Möglichkeiten einer neuen Form der Kooperation abschätzen zu können. Wir vertrauen darauf, daß unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen im Verein mit den Delegierten der Executive die schwierige und viel Takt erfordernde Aufgäbe der Weiterführung der Verhandlungen lösen werden. Auch Dr. Weizmann dürfte, sobald er die Möglichkeit hat, nach Amerika zu gehen, selbst in die Entwicklung eingreifen. Wir glauben aber, daß dieses Problem der Jewish Agency ohne Hysterie und ohne Uebertreibung behandelt werden muß. Wenn man dies zur zentralen Streitfrage unserer Organisation macht, dann erzeugt man den Zustand, unter dem wir in den letzten Jahren gelitten haben, und lenkt die Aufmerksamkeit der Zionisten von ihren eigentlichen Pflichten ab, Der ״Monat der Zionistischen Organisation” ist *ine gute Gelegenheit für alle diejenigen,;־ . Intel einmal clürol positive ÄÄeifm zeigen, ׳wie ‘teuer *ihnen die Bewegung ist. Wenn der Appell nicht vergebens ist, dann kann von diesem Jahre, in dem wir die schwerste organisatorische Krise durchleben, eine Gesundung und Verjüngung der Zionistischen Organisation ausgehen. R. W. Franz Oppenheimers Palästina-Reise Professor Dr. Franz Oppenheimer (Frankfurt a. M.) fährt dieser Tage nach Palästina, um insbesondere die landwirtschaftlichen Siedlungen zu besuchen. Oppenheimer, der bekanntlich schon von Herzl zu den kolonisatorischen Aufgaben der Zionistischen Organisation herangezogen wurde und auf dem 6. und 9. Kongreß (1903 und 1909) Referate über die Siedlungsgenossenschaft gehalten hat, war seit 1913 nicht in Palästina. Die nach seinem Plan gegründete Oenossenschaft Merchawja mußte während des Krieges aufgelöst werden. Es wird gewiß interessant sein, welchen Eindruck der öelehrte von den inzwischen so stark veränderten Verhältnissen gewinnen wird. Oppenheimer hat soeben den zweiten Band seines großen ״Systems der Soziologie“ abgeschlossen. Er führt den Titel ״Der Staat“ (Verlag von Gustav Fischer, Jena 1926) und enthält auf 860 Seiten eine Darstellung und Kritik aller Staatsideologien sowie schließlich den Ausblick in die Zukunft der ״klassenlosen Gesellschaft“, zu der Oppenheimer durch seine Politik, insbesondere Beseitigung des Bodenmonopols, hinführen will. So mündet die fesselnde und geistvolle Analyse in eine hinreißende ״Utopie“, die die ״wirklichkeit von morgen“ sein soll und wird über die Schranken einer wissenschaftlichen Untersuchung hinaus zu einem Werke wegeweisender Weltanschauung. Wir werden das bedeutende Buch, auf das wir unsere Leser verweisen, noch eingehend würdigen. Sir Philip Barteg in Palistina Sir Philip Hartog, der stellvertretende Rektor der Universität von Decca, Bangor (Indien), hielt sich auf seiner Reise von Indien nach England auch eine Woche in Palästina auf. Sir Philip war Gast von Colonel Kisch hier und hatte Gelegenheit, mit führenden jüdischen Persönlichkeiten Jerusalems zusammenzukommen. Er besichtigte die hebrä-!sehe Universität sehr eingehend und sprach sich über ihre Entwicklung im höchsten Grade befriedigt aus. Alsdann besuchte er in Begleitung von Colonel Kisch Tel-Awivv und machte noch mit Herrn Kalvarisky zusammen eine Reise durch das nördliche Palästina, wobei er Afule, Balfouria, Mizpah, Daganiah, Kinereth, Nahalal und Haifa berührte. Die Jideilrage in Bulgarien Eine Meldung der ״Wiener Morgenzeitung“ aus Sofia besagt: Ministerpräsident Liaptscheff empfing eine Abordnung Sofioter Juden, die im Namen der jüdischen Hauptorganisation in Bulgarien vor einigen Tagen den Ministern Naidenoff und Buroff eine Denkschrift überreicht hatte, in der die Forderungen der bulgarischen Juden bezüglich ihrer Lage als Staatsbürger dargelegt werden. Minister Buroff hatte hierbei das Bedauern der Regierung wegen der unliebsarneii ־Mißgriffe ausgesprochen, die in der letzten Zeit gegenüber Juden erfolgt seien, und die Abordnung der Bereit- Willigkeit der Rcgicnm״ -»||e schwebenden Fragen zu regeln. Brief ans Palistina Die konstituierende Sitzung des Waad Leumi — Jerusalem oder Tel-Awiw — Palästina und das Ausland. (Von unserm palästinensischen Korrespondenten.) A.G. Jerusalem, den 27. Januar 1926. Die konstituierende Sitzung des von der Assefat Haniwcharitri neugewählten Waad Leumi war ausgefüllt von einer Vertretung der palästinensischen Judenheit eine wichtige Rolle. Im Laufe der letzten zwei Jahre sind nach und nach eine Reihe unserer wichtigsten Institutionen von Jerusalcm, der Residenz, nach Tel-Awiw hinübergewandert. Fast alle Büros der allgemeinen Arbeiterorganisation wurden im Laufe des letzten Jahres überführt, weil es schwierig war, die Arbeit von Jerusalem aus zu leiten, wo keine so fühlbare Einwanderung wahrzunehmen war und wo man von 1 K°ionfsati°n des Landes und seiner Entwicklung verhaltnismäßig wenig spürte. Je stärker die Einwanderung stieg und sich in Tci-Awiw konzentrierte, um so schwieriger wurde es, der Arbeit sozusagen von außen her, beizukommen. Die Reisen der in der Oeffentlichkeit stehenden I crsönlichkeiten wurden schließlich so häufig, daß weder ein noch so ausgedehnter Arbeitstag, noch eine rentable Geld- Wirtschaft dieses System aushaltcn konnte. So konzentrierte sich denn der größte Teil des öffentlichen Lebens in Tel-Awiw, nur die Exekutive und der Waad Leumi blieben der Hauptstadt treu. Bei der Zusammensetzung der neuen Leitung des Waad Leumi machte sich nun die Tendenz geltend, auch diese Institution nach Tel-Awiw zu überführen. In Jerusalem sollte eine politische Repräsentation erhalten bleiben, die den Kontakt mit der Regierung aufrechtcrhalten sollte. Um das Resultat vorwegzunehmen — der ״revolutionäre“ Vorschlag der Ueberführung unserer obersten nationalen In*• stitution wurde nicht angenommen oder besser gesagt, nicht bis zu Ende verfochten. Die Vertretung der palästinensischen Judenheit gehört für die Empfindungen der meisten nach Jerusalem. Man mag das als Sentiment bezeichnen, aber es sind das Sentiments mit einer tiefen historischen Grundläge, die in der zionistischen Bewegung eine große Rolle gespielt haben. Und es ist auffällig, daß die Einwanderung bisher gerade Jerusalem weniger befruchtet und wenfger ״judaisiert“ hat als Jaffa und Haifa. Und wenn in eben den letzten vierzig Jahren außerhalb der Mauern ein neues Viertel nach dem anderen entstanden ist, von den Chalukkabauten bis zu den weit draußen liegenden Vororten des neuen Jischuw, so hat sich das das alte Jerusalem gefallen lassen, als ob es fühlte, daß dadurch seiner Eigenart und Einzigartigkeit kein Abbruch getan werden konnte. So ist es kein Wunder, daß alles was im Zusammenhang mit dem sogenannten ״neuen Palästina“ steht, sich in Tel- Awiw konzentriert (eventuell sich nach Jahren in Haifa zusammenballen wird). Jerusalem kann keinen Schritt halten, die Einwanderung fließt spärlich, seine Häusfer wachsen langsam, sein Aussehen will sich nicht recht modernisieren. Aber wer einmal in dieser Stadt Wurzel gefaßt hat, mag keinen anderen Wohnplatz mehr kennen, hängt an diesen rauhen Felsen und will keine Neuerungen. Er mag sich immer wieder mit dem Verstände klarmachen, daß eine rasche moderne Entwicklung in schnellem Tempo nötig ist, er mag alle Schwierigkeiten der Wassernot und des Staubes am eigenen Leibe empfinden, er mag sich auch gelegen^ lieh nach der weicheren Luft und qeh relativen Bequemlichkett«» Tel-Awiws o&r jgar JuronaS.sehnen'.■— dle.'Stiäf ׳ Ißt״ Leumi in Jerusalem eine, richtige Entscheidung. Eine besonders harte Nuß ist das Budget des Waad Leumi. Auch die beste Zusammensetzung der Leitung wird den Jischuw wenig vorwärts bringen, wenn jeder Ansatz zu einer Aktion von Geldsorgen erdrückt wird. Unter den gegenwärtigen Umständen ist die Geldbeschaffung in Palästina schwerer als je. Vorläufig sehen wir noch keine Besserung der wirtschaftlichen Lage. Jetzt, wo wir einen Ueberblick über die Lage haben, ist es klar, daß eine — nicht unmäßig große -— Summe uns über die böseste Zeit hinweghelfen könnte, aber die Eingänge der nationalen Fonds sind völlig ungenügend. Das Ausland läßt Palästina im Stich, und zwar gerade in einem Augenblick, wo es am stärksten darauf rechnen muß, die Unterstützung zu bekommen, die ihm von Rechts wegen zusteht. Denn das heutige Palästina baut wahrlich nicht für sich allein.... Die alten Fragen des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth sind heute aktueller als je. Wenn man heute in Palästina davon spricht, daß es nötig sein könnte, das Kolonisationsbudget zu kürzen, daß es vielleicht unmöglieh sein wird, dein Arbeitsdepartement die nötigen Zuschüsse zu geben, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, daß der Keren Kajemethvielleichtnichtimstandesein wird, den Verpflichtungen, die er im vorigen Jahre bei den großen Bodenkäufen ein ging, nachzukommen, so bedeutet das keineswegs bloße Theorie. Wenn es wirklich dazu kommen sollte — und dem wird so sein, wenn das Ausland seinen Pflichten nicht besser nachkommt als bisher —, so müssen wir unsere Arbeit ab• bauen, wir können Angefangenes nicht vollenden, Neues nicht beginnen. Die alten Siedlungen können ihre Wirtschaft nicht komplettieren, es kann keine Neukolonisation beginnen, cs können keine Notstandsarbeiten organisiert, kein Boden im laufenden Jahre gekauft werden. Und Stillstand bedeutet in Palästina mehr als anderswo Rück• schritt. Der Palästinenser empfindet ganz richtig, wenn er alle Schwierigkeiten in Kauf nimmt, so lange er fühlt, daß das Weltjudentum mit ihm zusammen arbeitet, daß das Budget gedeckt ist und die Alijah andauert. Und es berührt Palästina sonderbar, daß in dieser Zeit sich im Gaiuth Stimmen erheben, die für eine Einschrän kung der Einwanderung plädieren. Wenn diese Forderung aus dem Lande selbst käme, so könnte man sicher sein, daß sie nicht zu umgehen wäre. Aber sie ist für Palästina zu umgehen, und Palästina wird sie nie stellen und immer bekämpfen. Denn man weiß zu gut im Lande, daß die Alijah einschränken nichts anderes heißt, als sich selbst den Lebens• faden abschneiden. Wenn wir keine Einwanderung haben, fühlen wir uns abgeschnitten, ohne Bewegung, wie auf verlorenem Posten. Es heißt Mittel suchen, um die Bewegung zu erhalten und zu erweitern, nicht sie cinzudämmen und zu beschneiden. Unsere Lebensfrage ist heute der Ausbau der nationalen Fonds und für weitere Sicht die Vorbereitung der nationalen Anleihe, ohne die wir immer von wirtschaftlichen Schwankungen in dem einen oder anderen Lande des Gaiuth abhängig sein werden. Das Ausland soll nicht vergessen, daß in Palästina selbst der Keren Hajessod trotz aller Nöte im Laufe des letzten Jahres Fortschritte gemacht hat. Palästina erwartet, daß jedermann seine Pflicht tut! Am 1. Februar wurde der Telephonverkehr zwischen Palästina und Aegypten eröffnet. Dii n ,, V Se verschi führt, Aufbau Körper der ve Commi shall-G maßgel Die E renden Auf zv der Zi keiten in beii Projekt ständni verkün dende erklärt, dieser ständlii Volk 1 ungeac Einzclr darauf, faßt, die Aj moralis sal Pal nehmei Kapital werder Wirtscl Zeitrau Kapital der W1 wenn c gleichz reprase aufbau sic bei ist so gesagt hat au Ageocj Es sation keiten der Kc mußte gegen aufbau Kongr« die vo angeno vollkoti Beschli nicht t Kreise und 1. 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