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Jüdische Rundschau · 1926-02-02 · Heft 9 (2.2.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 9 (2.2.1926)
Date
1926-02-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. § JUEDISCHE RUNDSCHAU SeHe 65 Nr. 9 <cit des ert ichte- 1Ü25/20, ictn Erlaratiori ) b t c i - *skurscs zweite wurden ten aufich von tcuropa tingent. ilossene!׳artigen Kandidie sich nis der das Er- :wiesen r zugemg am fand• ahr er- Kurse irbeiter, lephon- Vorjahr weijähdet ein jesainterkensber beerrscht. et sicli Stand teilzuwurde hinzua und Lehr- Praxis chitekt ebäude itcktur, beiter; xuktiod i a n odisie. en für neuer prache sucht hungsltwjek- Sinne ktische einheit rium Al»«il! gWttlXt '1 zu er- י ng mit 10seinen Beregind in n und id das eines en all- Wis- Ft für chließb r 3 - wirkäußenhaffen Verstatio- Unsere Verständigungspolitik Von Dr. Moritz Biteski, Tel-Awiw. 1. Die überwiegende Mehrheit der Zionistischen Organisation ist, wie Presse und Tagungen zeigen, für eine freundschaftliehe Verständigung mit den Arabern. Es besteht aber keineswegs Klarheit darüber, wie eine Verständigung zustande kommen und was ihr Inhalt sein kann. Wenn die Verständigungspolitik schnell und ernsthaft in Angriff genommen werden soll, ist es nötig, die verschwommenen Ansichten zu klären und die Allgemeinheiten zu konkretisieren. Die folgenden Ausführungen sollen in diesem Sinne einen Beitrag zur Diskussion des Araberproblems bilden. II. Für einen Teil unserer Verständigungspolitiker ist der Gedanke unserer ״Rückkehr in den Orient“ von geradezu grundlegender Bedeutung. Wir müßten, so denkt und sagt man, verstehen, daß der Zug der Juden nach Palästina eine Uebersicdelung in den Orient und eine Abkehr von Europa nicht nur in geographischem, sondern auch in geistigem Sinne bedeute. Wir könnten der arabischen Bewegung, die das arabische Volk zu Freiheit und Einheit führen wolle, nicht ausweichen, unser Fahrzeug müsse in den Strom dieser Bestrebungen eingestellt werden; wir hätten uns — das ist die ausgesprockene^oder unklare Schlußfolgerung dieses Gedankenganges — bei der unvermeidlichen Auseinandersetzung zwischen Orient und Europa auf die orientalische Seite zu begeben. Betrachten wir zunächst die realpolitischen Aussichten dieses Gedankenganges für die nahe Zukunft. Wir beschränken diese Betrachtung auf die für uns besonders wichtigen Gebiete im mittleren Osten, schon deswegen, well höchstens in einem politischen Feuilleton der Versuch gewagt werden kann, die unzähligen politischen Tendenzen in den riesigen Ländermassen zwischen Belgrad und Yokohama oder Kalkutta wirklich festzustellen und gar in ihnen eine ein-!reifliche Linie, zu erkennen, aus welcher Ergebnisse für das jüdische Probern abzuleiten wären. Ein unbefangener Beobachter der politischen Bewegung im mittleren Osten wird -- vorausgesetzt, daß er überhaupt die Gegenüberstellung der Einheiten Orient und Europa für die hier im Gange befindlichen politischen Aktionen akzeptiert — zu dem Ergebnis kommen, daß Europa keineswegs schwächer wird. Die Schwierigkeiten der Franzosen in Syrien sind augenfällig, aber sie sind־ keineswegs der Art, daß etwa eine Räumung Syriens durch Frankreich in naher Zukunft in Betracht käme. Daneben aber steht England, als Vormacht Europas gewiß nicht minder wichtig als Frankreich, in Stellungen, die nicht nur gesichert, sind, sondern stärker werden. In Palästina hat die englische Politik sich, trotz der Belastung mit dem Problem der jüdischen Heimstätte, so gut einzurichten verstanden, daß nicht einmal die Erfolge der Aufständischen im benachbarten* Syrien eine irgendwie ernsthafte Bewegung hervorgerufeg haben! Im Irak ist durch die Entscheidung des Völkerbundes über Mossul die englische Stellung auf Änge« ZöLW^Äif9Ä|*Kl״ Aegypteuf.WQ,einigeZelch01 ־Ht״ gegen «r■ ehgi«te׳ Okkupation gerichteten Bewegung hindeuteten, scheint sich unter den Händen des neuen Oberkommissars Lord Lloyd eine Ent- Spannung dadurch vorzubereiten, daß die Engländer offenbar die bedenkliche Regierungspraxis der regierenden ägyptischen Minorität nicht mehr billigen und Anschluß an die Oppositions- Parteien suchen, die die große Masse des Volkes repräsentleren. Der unabhängige Araberfürst Ibn Saud, heute der stärkste und erfolgreichste Mann auf der arabischen Halbinsei, hat in Verhandlungen mit Sir Gilbert Clayton einen Vertrag abgeschlossen, der Großbritannien gute Beziehungen und einen gewissen Einfluß auch auf diesen bisher besonders unzugänglichen Wüstenpotenfaten verschafft. Sir Gilbert Clayton ist schon unterwegs zu neuen Verhandlungen mit dem Imam des Yemen, dem zweiten wichtigen Häuptling eines unabhängigen arabischen Territoriums. Mit diesen bemerkenswerten Erfolgen der englischen Araberpolitik ist die Tatsache zu vergleichen, daß auf arabischer Seite, bei allen politischen Aktionen der letzten Zeit, keinerlei ernst zu nehmende Ansätze zur Bildung einer einheifliehen arabischen Front festzustellen' sihd. Wer soll als Träger der arabischen Einheitsidee angesehen werden? lieber die Husseiniten-Familie, von der vor einigen Jahren die Bildung einer arabischen Union erwartet wurde, braucht wohl jetzt, nachdem auch Husseins Sohn Ali soeben auf den Thron des Hedschas Veracht geleistet hat, nicht mehr gesprochen zu werden. Die beiden noch übrigen Throninhaber dieser Farnilie, Feisul im Irak und Abdullah in Transjordanien können heute keine Politik machen, mit der England nicht vollständig einverstanden wäre. Ibn Saud hat bei seinen wütenden und hartnäckigen Angriffen gegen die Hedschas-Herrscher genügend gezeigt, daß ihn innerarabische Auseinandersetzungen viel mehr als arabische Einheitsgedanken bewegen. Gegen seine neue Größe richtet bereits der Imam des Yemen dunkle Pläne voll eifersüchtigen Grolles. Ein einheitlicher Zusammenhang, ein einheitlicher Wille gegen Europa ist nicht zu erkennen. Sondern wir finden, wenn wir die arabischen Schlachtreihen mustern, Risse und Klüfte und gegeneinander gerichtete Waffen. Wer kann wirklich behaupten, daß die Idee der gesamtarabischen Nation — dieses Begriffs, den manche Ideologen so gern auf die arabische Entwicklung der Gegenwart übertragen — schon Realität besitzt? Vielleicht gibt die arabische Politik noch immer, wie seit Jahrhunderten, die Strebungen einzelner Fürsten, Familien und Stämme wieder, und der Begriff der Nation, der einigt, zusammenfaßt und bindet, ist von diesen einzelnen Gruppen noch immer unverstanden und unangemessen für die zersplitterte, ungebundene, bewegliche Form des Lebens, die sie in jahrhundertelanger Wüstentradition ohne allzu große Veränderungen bewahrt haben. ' III. Es sei, nach dieser Betrachtung der realpolitischen Grundlagen für die Konstruktion des panarabischen Gedankens, die Prüfung der grundsätzlichen Frage gestattet, ob wir, wenn heute eine Auseinandersetzung Orient-Europas stattfände, ohne weiteres auf die arabische Seite gehörten. Eine arabische in Jaffa erscheinende Zeitung hat vor kurzem im Zusammenhang mit einer Erörterung der syrischen Unruhen die Frage aufgeworfen, wo denn die Juden, die doch bei jeder Gelegenheit ihre Sympathie mit den Arabern, ihre Bereitschaft zur Kooperation versicherten, bei den entscheidenden Aktionsversuchen des arabischen Volkes wären, warum sic in Situation*!, in denen entscheidende Interessen der Araber auf dem Spiele ständen, niemals klär und bereitwillig die arabische Partei ergriffen. Die jüdische Presse hat, wie zugegeben werden muß, etwas verlegen, auf diese klare Frage geantwortet, indem sie im wesentlichen schüchtern darauf hinwies, daß wir, bei aller Freundschaft, uns doch an Ausbrüchen der Ge\yalt nicht beteiligen könnten. Es ist zweifelhaft, ob uns Antworten dieser Art auf die Dauer helfen werden und wir nicht besser tun, klar auf den Kern der Sache einzugehen; nämlich zuzugeben, daß wir uns an gesamtarabischen, antieuropäischen Unternehmungen, wie sie hier von gewissen Kreisen der arabischen Journalistik als entscheidende Aeußerangen des Willens der arabischen Nation präsentiert werden, nicht beteiligen können. Wir können es nicht, weil wir, wenn heute eine Entscheidung zwischen Orient und Europa zu treffen wäre, keineswegs mit dem für solche Entscheidüngen notwendigen Gefühl schicksalshafter Bestimmtheit sagen könnten, daß wir unserm inneren Wesen nach auf die Seltenes:.ftrielte' gehören,י:: Ünftr ÜreprungMegt in»•.Orient;' aber die 2000 Jahre unserer Geschichte in Europa* können nicht ausradiert oder übersprungen w׳erden. Wer sich einmal, belehrt von Otto Bauer, Gedankeh *über das WfSen des Nationalismus gemacht hat, muß sich klar darüber sein, daß das Wesen der Schicksalsgemeinschaft, die unser Volk bildet, in ständigem Wandel durch diese 2000 Jahre eigentümlich geformt worden ist. Ohne den europäischen Teil unserer Geschichte wären w ir nicht das Volk, das wir heute sind. Der Zionismus insbesondere ist eine moderne europäische Bewegung. Wir sollten diese Lehre Herzls nicht zu schnell vergessen. Denn ohne dieses Geschenk Europas gäbe es heute keinen ernsthaften Versuch, dasjüdische Volk am Leben zu erhalten. Erwägungen der praktischen Politik (in denen, wie stets, auch gewisse grundsätzliche Auffassungen zum Ausdruck kommen) bestätigen diese theoretischen Ueberlegungen. Wir sind an einem Zustande ruhigen, friedlichen Fortschritts im Orient interessiert. Sind die Aussichten besonders groß, daß dieser Zustand in einem unabhängigen Staat — oder in einer Rahe solcher Staaten — ohne Europäische ,Hilfe zu erreichen sein wird? Glaubt man, daß Syrien, wenn heute die Franzosen hinausgedrängt würden, sich selbst erhalten und zu Frieden und Freiheit entwickeln würde? Anarchie, wilder innerer Krieg, Unterdrückung, wirtschaftlicher Rückschritt würden, wenn nicht alle Zeichen trügen, die Folge sein. Was würde aus dem Irak werden, wenn man diesen Staat heute seinem Husseiniten-König unter Aufhebung jedes englischen Einflusses überließe? Die Untersuchung»- kommission des Völkerbundes für Mossu! hat nicht ohne Grand den Mossuidistrikt nur unter der Bedingung dem Irak-Staat zuteüen w ollen, daß das englische Aufsiehtsvcrhältnls verlängert würde. In Aegypten gedeihen in den Bezirken der jungen Unabhängigkeit Sumpfblüten politischen Verfalls — Korruption, Eigennutz, radikale Unsicherheit der Parteiverhältnisse nicht wegen schnellen Wechsels der Anschauungen, sondern wegen einer ständigen Hin- und Herbewegung der Politiker in der Richtung des besten Windes zur Futterkrippe — und andererseits wird das junge, ans Europa Importierte Staatebewußtsein in mannigfachen, durch orientalische Paschalaunen gesteigerten Unarten aulgedrückt. Paßschikanen und überhaupt Einblicke in die ägyptische Konsularpraxis machen diese Vorzüge staatlicher Unabhängigkeit auch Fremden fühlbar. Die orientalischen Völker werden den Weg zu י Ruhe, Frieden, Freiheit und Fortschritt nicht ohne europäische Unter- Stützung finden. Auch war selbst werden auf Europas Mit- Wirkung angewiesen sein, wenn wir lernen wollen, die Pflichten eines politischen Gemeinwesens zu erfüllen. Deswegen sind wir ernsthafte, innerlich überzeugte Anhänger des Mandat- Systems. Gewiß sollen wir nicht alles billigen, was in der Praxis dieses Systems geschieht. Keinesw׳egs wollen wir den von den Mächten Europas gereichten Trank kritiklos bewundern, weil er mit der Etikette der Uneigennützigkeit geschmückt ist. Im Kampf um die Reinheit der Mandatidee gegen ihre Benutzer und Verfälscher haben wir uns zu beteiligen. Aber wir gehören nicht in eine Front mit denen, die im Mandafsystcm nur Vorwand und Lüge, nur eigennützigen Angriff auf ihr Wesen zur Ausnützung ihrer Kräfte sehen. Wir gehören nicht in eine Front mit denen, die glauben, daß der arabische Orient ״sich selbst machen“ kann. Der Orient wird das müssen wir fürchten — durch ständigen Unfrieden, will airliche Herrschaft dünner Oberschichten und dumpfe Unterdrückung der zu freiheitlicher Entwicklung bestimmten Massen gezeichnet sein, wenn er heute auf sich selbst gestellt wird. Deswegen bitten wir für die Steigerung der Lebenskräfte des Orients, die von urts aufs ernsteste gewollt wird, um die Hilfe Europas, IV. Die Ablehnung gesamt-arabischer, antieuropäischer Losungen braucht aber keineswegs das für uns notwendige Zusammengehen mit den palästinensischen Arabern zu verhindern. Es ist nach dem, was oben über die Zersplitterungstendenzen der arabischen Politik gesagt worden ist, kaum, u׳ahrscheinlicf1, daß diese Losungen eine so erhebliche Rolle spielen. Selbst von den palästinensischarabischen Nationalisten wird weniger die groß-arabische unio» als der Anschluß Palästinas an ein unabhängiges Syrien als Zielforderung proklamiert Weiten Teilen des palästinen* sischen Arabertums wird ein Bekenntnis der Juden zu großarabischen Gedanken nicht als Voraussetzung׳ für eine,, Hooperation notwendig erscheinen. "יי''■;■''-■ * Das natürliche Feld für eine Kooperation ist dje ge- ״!einsame Entwicklung Palästinas. Wir können damit rechnen, daß die Kreise des palästinensischen Arabertums, an die sich der Vorschlag der Kooperation richten könnte, mit dieser Begrenzung des Aktionsfeldes einverstanden sein würden. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas, die durch das jüdische Kolonisationswerk bewirkt worden ist, hat schon gewisse parallele arabische und jüdische Wirtschafts- Interessen geschaffen. Die allgemeine Entwicklung hebt Pa* Iästina schon heute in gewisser Weise über andere arabische Länder hinaus. Es ist nicht uninteressant, daß Araber manchmal, in Gesprächen mit Juden oder Fremden, es ablehnen, als Araber bezeichnet zu werden und Palästinenser heißen wollen. Man darf schließlich nicht vergessen, daß viele Araber durchaus den Anschluß an Europa erstreben. Ein für sich betrachtetes Palästina kann als eine Brücke nach Europa eine besondere Rolle spielen. Wer Gelegenheit gehabt hat, den Eindruck zu beobachten, den Tel-Awiw auf Araber macht, wird solche Möglichkeiten nicht in Abrede stellen können. in der Kooperation mit den Arabern zur gemeinsamen Entwicklung Palästinas würden wir die Unterstützung durch unene eine Wo Wenzel ihn n, ich ,habe u für )Ische- Zucln• usam nuten lö;n ■ ligten jekin- L'ivön und und 'eilt*. dem Nase *inen s.) aus dein sind 1t in und gewaltig waren in dir, wachsen Weder in mir auf und Wollen zu jenen Sternen der Hoffnung, die du nicht erreichtest. O mein Vater, dein Seufzen ist mein Seufzen, dein Herz ist mein Herz, urewig sind wir eins: deines Vaters Väter und meines Sohnes Söhne, Blut aus dem Blute der Väter, auf die der Wüsfe Sonne brannte, Samen aus dem Samen derer, die um die Dornbüsche ihrer Verheißung schwärmten in der großen Zeit ihres Aufganges, da die Welt noch jung war. Ich erinnere mich vieler Tage, da ich dein Wesen nicht verstand, Zeit lag zwischen uns, Erlebnisse lagen zwischen uns, fber heute fühle ich mich dir so eng verbunden, denn heute weiß ich, daß ich deine Zeichen auf meiner Stirn tr|gc: du bist ich und ich bin du, du ein Fremder, ich ein Fremder, — Fremde sind wir beide, o mein Vater, der du jetzt eben seufzst aus den Sorgen, die der Tag über dich bringt . . , Wir gingen - einmal eine Straße hinab, wir beide, Schulter an Schulter und die Räume am Rande der Straße wagen ein blühendes Lächeln. Du freutest diel» der Sonne, warst guter Dinge und ein breiter Streifen Frühling zog in dein Herz ein: und doch fühlte ich, daß du nicht der warst, der du sein wolltest. Was ich damals nicht verstand, verstehe ich heute: Fremde sind wir, Fremde »varen wir damals in dieser Allee des Frühlings. Nicht war es unser Frühling, in den wir uns schmiegten, nicht unser Himmel, zu dem unsere Sehnsucht sich erhob, nicht unser Tag, den wir lebten, Fremde blieben wir, selbst da wir uns belogen, einer den andern, jeder sich selbst. Seufze nicht, Vater: w׳as du nicht vollendest, vollende ich oder ein anderer aus unserem Blut. Sprossen sind wir nur . einer Leiter, die zur Unendlichkeit steigt, Zweige eines Baums, der in die Unendlichkeit seine Wurzel schlägt. Du bist ich und ich bin du. Wer vor (tir war, Bin ich, wer nach mir kommt, bist du. א Wiedergeboren von Geschlecht zu Geschlecht in unendlicher Reihe, in hundertfältiger Form und doch nur einer, immer der eine seit Tausenden von Jahren, Sohn des Bundes und Enkel der Sonne von den Grenzen Kanaans. Seufze nicht, Vater, wir kommen wieder, du und ich. Unsere Arme werden noch die Säulen dieser Welt auf den Kopf stellen, wenn unsere!י Zeit angebrochen sein wird, Halleluja werden wir blasen und die Pferde werden wir satteln und unsere Straße gegen Sonnenaufgang werden wir reiten. Seite an §|jte. In unsere Herzen wird ein Frühling sich senken, frühlingshafter, wahrhaftiger denn jener *w der Allee des blühenden Lächelns damals, dem wir einen kleinen Sonnenstrahl abbettelten für unsere verfütterten, verschrumpften Herzen. Darum, o mein Vater, seufze nicht. Wir wollen warten: du bist ich und ich bin du: Einer von uns vollbringt es! Jascha Heifetz gebt nach Palästina Der berühmte Geiger, der in den vergangenen Wochen auch in Ber fi 11 von Publikum und Kritik bejubelt wurde, gewährte während seines Aufenthaltes in Wien einem Vertreter der ״Wiener Morgenzeitung“ eine Unterredung, worüber dieser wie folgt berichtet: Aus dem Wilnaer ״Judenjungen“, dem musikalischen Wunderkind Jascha Heifetz, ist ein reifer Künstler eworden. Eher Sohn eines armen ostjüdischen Klesmer, er die Grundbegriffe der musikalischen Bildung von seinem ungebildeten Vater erhielt, ist heute einer der vollendetsten Interpreten der klassischen und modernen Musik. Ein:.־ unserer Mitarbeiter hatte eine Unterredung mit dem berühmten Geiger, in der dieser interessante Mitteilungen über seine nächsten künstlerischen Pläne sowie über sein Projekt zur Schaffung eines hebräischen Konservatoriums in Palästina machte. ״Nicht aus Gründen der zionistischen Gesinnung“, führte der Künstler aus, ״haben ich und ineine Freunde diesen großen Plan gefaßt. Für uns ist lediglich das musikalische Interesse maßgebend. Hierbei habe ich die Ucberzeuguug, daß die Musik das zuverlässigste Element der Völkervcrbrüderung ist, und daß das hebräische Konservatorium in Palästina in diesem Sinne eine hohe Aufgabe zu erfüllen hat. ״Unter meiner Leitung“, erklärte Heifetz, ״und unter Mit- Wirkung des bekannten jüdischen Musikers Godowsky wurde in New׳ York unter dgn Namen ,The Jewish memoria! conservatory in Palestinc‘ rein Verein ins Leben gerufen, der sich den Aufbau und die Erhaltung des hebräischen Konservatoriums zum Ziel gesetzt hat. Der Verein verfügt bereits über die ansehnliche Summe von zwei Mil- Honen Dollar und es ist nach meiner Ansicht begründete Hoffnung vorhanden, daß das amerikanische Judentum, bei dem das Projekt großen Anklang gefunden hat, auch weiterhin die erforderlichen Mittel betstellen wird. Nach Absolvierung meiner europäischen Konzertreise, die mich durch England, Frankreich, Belgien, Deutschland, Holland, Italien, Ungarn usw. führt, werde ich gegen Mitte April, zusammen mit meinem Freunde Godowsky in Pa- 1 ä s 11 n a eintreffen, um die letzten Vorbereitungen zur Grundsteinlegung zu treffen. Wir werden in mehreren Städten Palästinas und Aegyptens Konzerte abhalten, deren Reinerträgnis für die Zwecke des Konservatoriums bestimmt sind. Das Konservatorium soll in der Nähe der Universität errichtet und ein Zentrum der Musikkultur für den ganzen Orient werden.“ Eine Reihe prominenter jüdischer Musikpädagogen aus Europa und Amerika hat sich bereit erklärt, an der inneren Ausgestaltung des Konservatoriums als ständige oder geiegentliche Lehrer mitzuwirken. Die Schüler werden sich aus allen Ländern des Orients, aber auch aus Europa und Amerika rekrutieren. Bei dem tiefgehenden Interesse, das die Juden der Musik entgegenbringen, ist wohl zu hoffen, daß diese Anstalt, die sich nebst der internationalen, Musik insbesondere die Pflege der jüdischen nnd der Musik der Orientvölker zur Aufgabe stellt, eine schöne Entwicklung nehmen wird. wohnlichen Erfolg hatte, folgte in derselben Woche die uraufführung eines Stückes desselben Dichters, des Dramas ,,Mirabeau“, am Stadttheater in Bochum. Auch diese Aufführung brachte dem abwesenden Dichter begeisterte Ovationen. Die deutsche Presse aller Schattierungen würdigte beide Uraufführungen als literarische Ereignisse. Franz Werfel arbeitet an einem religiös-historischen Drama ״Paulus und die Juden“. Unter der Leitung von Dr. Meivin Grove Kyie, Präsidenten des theologischen Seminars zu St. Louis, begibt sich im kommenden Frühjahr eine wissenschaftliche Expedition nach Palästina, die das besondere Ziel verfolgt, Dokumente über die Eroberung Palästinas durch die Hebräer unter Josua Bin Nun und über die Ausbreitung des Gesetze* Mole zu suchen. X,

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