Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 7 (26.1.1926)
- Date
- 1926-01-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652792--18013-2675733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 7 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 53 Amerika-Literator 11.*) Drei amerikanische Bücher, überaus reich an Aufschlüssen über Juden und Nichtjuden dieser ״neuen“ Welt. Adolf Kraus, ״Rcminisccnces and Comments“, Chicago, ira Selbstverlag. Biographie eines ״deutschen Juden" der frühen Einwanderung (1865 kommt er von Böhmen nach den Staaten), der durch große Tüchtigkeit zu Vermögen, durclt Rechtlichkeit zu Ansehen, durch Verbindungen zu öffentliehen Stellen gelangt, zuletzt Präsident des Bnai Brith-Ordens wird; sein Memoirenbuch ist kunstlos geschrieben, frei von jedem literarischen Anspruch, legt vor allem Wert auf Anekdoten,' die des Autors (echte) Oütc in naiv selbstgefälliger Form hervorheben. Samuel Ornitz, ״Herr Fettwanst, Eine amerikanische Autobiographie“, in guter deutscher Uebersetzung, in der neuen Reihe ״Amerika-Bücher“ bei Kurt Wolff (München) erschienen: Roman des Aufstiegs eines ostjüdischen Einwandererjungen aus dem Pfuhl des New Yorker Slum zum Rechtsanwalt, politischen ״Boß“, reichen Mann, nicht durch bloße Tüchtigkeit, sondern durch äußerste Skrupellosigkeit; ein packendes Bild einer Welt von Elend und Verbrechen, wohl in der seit Upton Sinclairs ersten Büchern beliebten, übertreibenden ״Entlamingsleidcnschaft“ verzerrt, aber gewiß nicht ohne echten Kern. Sinclair Lewis, ״Babbitt“, ebenfalls in deutscher Ueber- Setzung von Daisy Bfody in Kurt Wolffs ״Amerika-Büchern“ erschienen; Der im Nu in der ganzen cnglischsprechenden Welt so populär gewordene Roman des Durchschnittsamerikaners, daß das Wort ״Babbit“ zum Gattungsbegriff geworden ist, überall als Synonym für den modernen atuerikanischen Geschäftsphilistcr verstanden wird. Er Ist tüchtig, unternehmend, besteht aus Vorurteilen, Erwerbssinn, restloser Bewunderung für Amerika, seine Stadt, sich selbst; hat wiederholt Anfälle von Selbsterkenntnis, aber die Hemmungen sind in jedem Falle stärker. In ״Babbitt“ kommt ein Bankier Eathorne vor, der Repräsentant einer ״alten“ Familie (aus der viktorianischen Acra), reich, kühl, überlegen, aber bereit, sich -- in genügend angesehener, unantastbar mächtiger Stellung — an dem politischen Betrieb der ״Jungen“ zu beteiligen, der auf Kirchengemeinden, Logen, Klubs, kurz auf einem üppig wuchernden Vereins wesen beruht. Ins Jüdische übertragen; Adolf Kraus (natürlich nicht nur ins Jüdische, sondern vor allem auch aus dem Typisierenden, Extremen des Romans in das Abgedämpfte, ״Gemischte“ des Lebens). Andererseits: Meier Hirsch, der ״Fettwanst“, ist ein ins Jüdische, also ins Schärfere, Heftigere, zugleich Widerspruchsreichere, abgewandelter Babbitt, und da die Einwanderung jetzt so lange gesperrt ist, kann man wohl sagen, daß die Juden New Yorks, sofern sic nicht unrettbar proletarisiert wurden, so ziemlich samt und sonders zu etwas wie Babbitts geworden sind (natürlich wieder nicht zu extremen Typen). So werden uns die drei Bücher zur Einheit. Nur ganz vorüberhuschend erscheinen ln diesen zum großen Teil doch offen der Kritik dienenden Büchern die .iNledc*gcbrää1||1ei' in׳.'#» «anlhSrUeten ׳Kampf am den ״Aufstieg“, schemenhaft, blaß. Kraus erzählt von einer Tante in New York, "Frau eines Geschäftsmannes, die ihn bei seiner Ankunft in Amerika schnöd empfing; er hört viele Jahre nichts von ihr, bis sie, verwitwet und mittellos, fünfhundert Dollar zur Aufnahme in ein Altenheim brauchte, die der gute Kraus für sie zahlt. In d“־< Geschichten von glänzenden Aufstiegen in Amerika ist natürlich selten die Rede von solchen Gestrandeten, die im Heim Zuflucht fanden oder auch nicht (wenn der Neffe selbst nichts hatte oder nicht zahlen wollte). Und fast ebenso wenig hört man von der Arbeiterklasse. Selbst so mutigen Schriftstellern wie Ornitz und Lewis fehlt anscheinend der Sinn dafür, daß der Arbeiter mehr ist als die Vorstufe eines Unternehmers oder das Ausgangs- und zugleich Endstadium des vergeblichen Versuches zum Aufstieg. In allem, was den Arbeiter und den Sozialismus angeht, ist diese Welt des amerikanischen Bürgers, die Welt Babbitts, genau auf der Stufe Europas vor Marx, Engels und Lassalle. Völlige Negierung jedes Zusammenbanges, jeder Sympathie für den Arbeiter, ja, jeder bewußten Kenntnisnahme von seiner Existenz, unverbrüchliche Respektierung der Mauer zwischen den Kasten, ist unbedingt geforderte Vorbedingung für den Eintritt in das Babbitt-Paradies. Da aber das Proletariat stark und organisiert ist, kann die Folge nichts anderes sein als eine tiefe, unüberbrückbar tiefe Kluft gegenseitigen absoluten Nichtverstehens, Nichtverstehenwollens zwischen Babbitt und dem Arbeiter. Zwei Züge charakterisieren Babbitt, so scheint mir, am tiefsten: der absolute Mangel alles Geistigen und, im Zusammenhang damit, seine tiefe Selbstbewunderung. Alle Handlungen Babbitts (im Normalzustände, außerhalb seiner ״Anfälle“) sind ausschließlich vom Egoismus, individuellem oder Gruppenegoismus, diktiert. Er m u ß sein Unternehmen, seine Familie, seine Stadt, sein Land für das beste auf der Welt halten. Und daher sind alle seine ״Gemeinschafts‘ ,-Bestrebungen, seine religiöse, politische,, soziale Betätigung im Grunde reine Philanthropie. Eine der treffendsten Bemerkungen, die ich je über Amerika las, ist die eines Feuillctonisten gewesen, dieses Land sei darum so glücklich, weil sich seine Bewohner immer wieder nur erreichbare ״Ideale“ setzten. Das Telephon, das Grammophon, das Auto für jedermann, jetzt wieder das Flugzeug für jedermann: lauter Ziele, die ernste Arbeit fordem, aber durchaus erreichbar sind, ihrem Wesen nach erreichbar sind. So schrumpft dem Amerikaner auch das Ziel, das ihm anderswo gezeigt wird, und das seinem Wesen nach unerreichbar ist, zu einer Aufgabe der Technik zusammen. Freilich sollen wir nicht hochmütig sein. In den Leistungen der neuen Generation Amerikas kündigt sich anderes an. Schon daß diese Bücher schärfster Selbstkritik in Amerika entstehen konnten und ungeheuer populär wurden, beweist etwas; in manchen jüngsten Werken klingen auch schon ganz unverkennbare Töne eines ganz neuen Idealismus an, fern und fremd dem etwas gealterten europäischen, aber stark und selbstbewußt. Und auch darüber wollen wir uns klar sein, wie stark ״Babbitt“ auch in Europa ist. Hugo Hertmann. Die Stadtverwaltung von Gederah, einer der ältesten jüdischen Kolonien in Palästina, beschloß, eine Straße im neuentstandenen Viertel der Kolonie nach dem Direktor des Keren Hajessod, Dr. Berthold F c i w e 1, zu benennen. ף S. Nr. 100/1QI v, 23. Dezember v, J. Kleine Nachrichten Die Verhandlungsberichte der siebenten Tagung des ständigen Mandatenausschusses (C. 648. H. 237. 1920. VI) sind eben herausgegeben worden. Von den 220 Seiten dieses Bandes sind mehr als sechzig Palästina gewidmet (Be־ sprcchung des Jahresberichtes der britischen Regierung für 1924 und der Eingaben bezüglich Palästinas — cinschließlieh einer von der Zionistischen Organisation —, Wortlaut einiger dieser Eingaben riebst Bemerkungen des Mandatars). Der die Bemerkungen des Ausschusses über die Berichte der Mandatarmächte sowie über die eingelaufenen Eingaben enthaltende Bericht ist auch einzeln erhältlich (C. 649. H. 238. 1925. VI). Der Verkaufspreis der betreffenden Veröffentlichungen stellt sich für den Verhandiungsbericht auf scliw. Fr. 9,— und für den Bericht des Ausschusses auf 0,50. Die Publikationen können von den amtlichen Niederlagen der Völkerbundsschriften und von der Verkaufsstellc der Veröffentlichungen des Völkerbundes in Genf bezogen werden. Die ״Kölnische Voikszeitung“, das bekannte Zentrumsorgan, veröffentlicht am 18. d. M. einen Leitartikel ״Die Entwicklung des Zionismus“, in welchem auf Grund des Jahresberichtes des ״Deutschen Vereins vom Heiligen Lande“, verfaßt vom Rektor J. Schröder, die jüdische Arbeit in Palästina geschildert wird. Dabei wird in durchaus objektiver Weise die große Bedeutung der Juden für das Aufblühen des Landes hervorgehoben. Nur der Teil über die jüdische Universität weist einige Fehlurteile auf, weil der Verfasser sich offenbar über den beabsichtigten Charakter der Institute nicht im klaren ist. Zum Schluß erwähnt der Artikel auf Grund einer Darstellung des ״Matin“ das Krim-Projekt und berichtet über ein offenbar mißverstandenes Gespräch, das der Korrespondent des ״Matin“ mit einem prominenten Juden in Tel-Awiw gehabt haben will, und worin das Krim-Projekt als Konkurrenz Palästinas bezeichnet wird. Professor Couchoud, der Inhaber des Lehrstuhles für alte Geschichte an der Sorbonne, erstattete nach seiner Rückkehr, von einem Besuch in Palästina einen begeisterten Bericht über das jüdische Aufbauwerk in Palästina. Die Wiener Israelitische Kultusgcmcindc beschloß, die wertvollen Handschriften der Jüdischen theologischen Lehranstalt um den Betrag von 50 000 Schilling anzukaufen. Damit wurde verhindert, daß dieser wertvolle Besitz in das Ausland geht. Im Monat Dezember betrugen die Gesamteingänge des Keren Kajemcth in Jerusalem 25 002 £. Das sind 25°/0 mehr als im Dezember des vorhergehenden Jahres (20 267 £), das für den Fonds ein Rekordjanr darstellte. ln Turin wurde eine jüdische Volksuniversitat mit sehr weitem Lehrprogramm gegründet. Es werden dozieren die berühmtesten jüdischen Gelehrten Italiens, wie Arturo Segre, Prof, der Türmer Universität, Prof. Artem, Prof. Discgni u. a. m. Auf Initiative des italienischen geographischen Instituts wurde in Florenz ein Komitee für geographische Forschungsarbeit in Palästina, unter dem Vorsitz des Prof. De Filippi und des jüdischen Professors der römischen Universität Dr. Roberto Aimagia gegründet. Die Minderheitssektion des polnischen Ministerrates hat beschlossen, die jiddische Sprache im Telegramm- und Fernsprechverkehr sowie in öffentlichen Versammlungen zuzu- ׳ lassen. ■ - ־ *״׳ ׳ ־ - :׳ " ־ ־׳ ■•■״־ ־ ln dem Warschau benachbarten Kurort Ot wo ck verstarb im Alter von 72 Jahren der bekannte Sochaczewer Rabbi Samuel Bornstain. Der Verstorbene, eine berühmte Autorität im talmudischen Wissen und Verfasser exegetischer Schriften, war einer der populärsten Rabbiner in Polen. Die JTA-Meldung von der Verhaftung Cuzas wegen angeblicher Verbindung mit den Budapester Notenfälschern hat sich als irrtümlich herausgestellt. Die Pai.-Arabisehc Exekutive hat eine Gedenkfeier für den Leutnant Fuad Salim veranstaltet, der sich den Drusen anschloß und im Kampfe gegen die Franzosen gefallen ist. Wie der ״Jcwisli Times“ aus Pyis gemeldet wird, sollen die Gebeine Dr, Max Nord aus im April bereits nach Tel- Awiw überführt werden. Nordaus Frau und Tochter werden den Transport begleiten. Die Schitlewsky-Feier ia Berlin Am 21. Januar abends versammelten sich die Freunde jüdischer Kultur in Berlin in den Musiker-Festsäien zur Feier des 60. Geburtstages des jüdischen Denkers und sozialen Forschers Dr. Chaim Schitlowsky. Der etwa 600 Personen fassende Saal war überfüllt, so daß zahlreiche Gäste nicht mehr Einlaß finden konnten. Der Vorsitzcr.de des Schitkwsky-Komitces Dr. L. Bramson begrüßte die Festgäste, woraufhin Universitätsprofessor Fr. Ludwig Stein in einer formvollendeten humorvollen Rede Episoden aus dem Leben Dr. Schitlowskvs erzählte und seine persönlichen Begegnungen mit dein Jubilar schilderte. Als zweiter Redner schilderte Dr. J. Steinberg Schlt- Iowsky als den Schöpfer des jüdisch-sozialistischen Gedankens und als Vorkämpfer jüdischer nationaler Freiheit. Herr B. Locker führte aus, die Synthese Sozialismus- Nationalismus charakterisiere das Wirken Schitlowskys, dessen Lebensidee es ist, das jüdische Volk einer Gesundung zuzuführen, die jüdischen Massen zu produktiver physischer und kultureller Arbeit zu bringen. Den künstlerischen Teil bestritten die begabte jüdische Sängerin Frau Lia Svvet und der Geiger Nathan Müstein sowie das Mitglied des Staatsschausplelhauses Gad Shelaso. Poaie Zioi-Tagnng tu Düsseldorf Für Sonntag, den 31. Januar, 10 Uhr vormittags, beruft das Zentralkomitee der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiter-Organlsatlon Poaie Zion in Deutschland nach D ü s s e 1dorf die Westdeutsche Bezirkstagung der Poaie Zion-Organisation mit folgender Tagesordnung: 1. Poaie - Zion-Probleme; Genosse B. Locker, Berlin. 2. Jugend, Hechaluz und Alijah; Genosse Georg Lu b i n s k i, Berlin. 3. Die Arbeiterbewegung in Palästina; Genossin Else Ester Eisemann, Frankfurt a. M. 4. Verbände für das arbeitende Palästina; Genosse M. Neustadt, Berlin. 5. Die Tätigkeit des Westdeutschen Sekretariats; Genosse Karl Conen, Frankfurt a. M. 6. Die nächsten Arbeiten; Genossin Grete Goldmann, Frankfurt a. M., und Genosse Dr. Josef Neuberger, Düsseldorf. Die Tagung findet im ״Jüdischen Jugendheim“, Oststraße 50/11, statt. Der Poaie Zion-Bewegung Nahestenende, die an der Tagung teilnehmen wollen, müssen sich an Genossen Chaim Brandys, Düsseldorf, Klosterstr. 61/1, wenden. Grnppeiverbaidstag ThBringen in Erfurt am Sonnabend, den 30., im Saal der alten Universität (Hofeingang), Michaeiisstr. (Nähe Rathaus), und Sonntag, den 31. Januar 1926, im Gildehaus zum breiten Herd (Fischmarkt, gegenüber dem Rathaus). T agesordnung: Sonnabend, 30. Januar, abends 8 Uhr: Oeffentlicher Vortrag des Herrn Kurt Blumenfeld über: ״Gesellschaftliche Probleme ira Judentum unserer Zeit“. Sonntag, 31. Januar, vorm. 10 Uhr (pünktlich): Geschlossene Tagung. 1. Referat des Herrn Kurt Blumenfeld über: ״Die zionistische Entwicklung seit dem Kongreß“. 2. Aussprache über das Referat. 3. Angelegenheiten des Gruppenverbandes; Vorstandswahl, Sekretariat, Chaluzzentrum Erfurt. Gesinnungsgenossen, die Nachtquartier wünschen, wollen sich alsbald an Dr. Wolf heim, Erfurt, Anger 65, wenden. VereiflsiachrichtCB Sekretariat für Frauenarbeit. Im Nordwesten hat sich eine Frauenarbeitsgemeinschaft gebildet, deren nächste Zusammenkunft am Donnerstag, den 28. Januar, bei Frau Dr. Bartfeld, Pauistr. 27, abends 8 Uhr, stattfindet. Es wird jüdische Geschichte an Hand der Lektüre von Dubnow getrieben, weiterhin finden im Anschluß an Rundschaureferate Aussprachen über aktuelle zionistische Fragen statt. Die Gesinnungsgenossinnen der dortigen Gegend werden um Teilnahme an diesem Zirkel gebeten. Nähere Auskunft erteilt Frau Dr. Bartfeld (Hansa 6524) oder das Frauensekretariat (Frl. Schächter, Bismarck 7165—67). Bund Zionistischer Frauen. Am Dienstag, den 19. Januar, fand im Sitzungssaal, Meinekcstraße 10 ein sehr gut, in der Hauptsache von Mitgliedern der Jugendorganisationen, besuchter Vortragsabend unter Leitung von Frau S. Wronsky statt, an dem Herr Dr. Sigfried Lehmann über Probleme der Jugenderziehung sprach. Das Referat, das eine wesentliche Bereicherung der Literatur über moderne jüdische Pädagogik bilden dürfte, wird vervielfältigt werden und ist auf Wunsch im Zionistischen Frauensekretariat erhältlich. ״Juwal-Chor“: Die Proben sind für Damenstimmen auf Dienstag von 8—10 abends und für Herrenstimmen auf Donnerstag von 8—10 Uhr abends in den Räumen des Scholem Alechem-Clubs, Kleiststraße 9, festgesetzt. Weitere Meldungen sind erwünscht. K. J. V. In einer Stadt Pommerns, 30000 Einwohner, ist die Praxis eines Kinderarztes (volle Ausbildung erforderlich) zu übernehmen. Eümeldungen sind zu richten an das Büro des K. J. V., Berlin W 35, Kurfürstenstraße 150, Telephon: Kurfürst 1095. Hb aeier Sportplatz ia Berlia Es wird uns geschrieben: Der jüdische Turn- und Sportverein Bar Kochba, welcher dem Verband Brandenburgischer Athletik-Vereine aneeschlossen ist, hat in Berlin-Tempelhof durch zehnjähriges Pachtverhältnis einen Sportplatz erworben, welcher nach vorgenommenem Ausbau mit zu den schönsten Anlagen Berlins gehören wird. Ständig bemüht, große Teile der jüdischen Jugend Berlins in seinen Reihen durch Turnen, Sport und moderne Oym« nastik zu körperlich und geistig gesunden Menschen zu «6 ziehen, scheut der Bar Kochba keine Mühe undkeine Ausgabe, um den neuen Sportplatz mustergültig auszugestalten. Die Gesamt-Platzanlage enthält eine Aschenlaufbahn von 325 m Länge mit flachen Rundkurven, das Mittelfeld Ist als Fußballplatz freigehalten, außerhalb der Aschenbahn Ist eine 100 m Laufbahn angelegt. An dieser Laufbahn liegt das große Wirtschaftsgebäude, welches einen kleinen Festsaal, Restaurationsbetrieb, Umkleide- und Brauseräume enthält. Daneben steht eine große gedeckte Tribüne. An die Platzanlage, aber nicht dazu gehörend, schließt sich die bekannte Schwimm- und Badeanstatt ״Seebad Mariendorf“, welche allen Besuchern der Sportanlage Gelegenheit zum Baden und Schwimmen bietet. Der Bar Kochba hofft bestimmt, noch im Frühjahr den Platz zur Benutzung freizugeben und glaubt, ein vortreffliches spürtliches Leben auf seinem Platze entwickeln zu können. Die Ortsgrnppen B.Z.V. Die Gruppe Nord hat eine Reihe von Vorträgen vorbereitet, durch die eine genauere Kenntnis aller Richtungen iin Zionismus systematisch unsera Mitgliedern und Freunden zuge.führt werden soll. Es geschient das, weil eine bedauerliche Unkenntnis oder nicht genügende Orientiertheit über die Programme und Bestrebungen unserer Schwesterngruppen im Zionismus, selbst bei alten Zionisten, festzustellen ist. Es ist deshalb Pflicht aller Mitglieder, an diesen Veranstaltungen regelmäßig teilzunehmen. In den Vorträgen werden die bekanntesten Vertreter der Revisionisten, Misrachi, radikale Zionisten, Poale-Zion usw. ihr Programm in gemeinverständlicher Form darlegen. Der erste dieser Vorträge, die etwa vierzehntäglich stattfinden, hat einen guten Besuch der Qrtippenversnmmlung aufzuweisen gehabt und die sehr lange Aussprache nach dem Vortrag — er fand am 7. d. M. statt, Referent Herr Klinoff: ״Was wollen die Revisionisten?“ — bewies leider vielfach die geringe Vertrautheit, aber andererseits das große Interesse an diesem Gegenstände des Abends. Wir können jedenfalls, an diesem gemessen, auf eine gute und interessierte Beteiligung an den nächsten Vorträgen rechnen. Für die nächste Zeit ist festgesetzt: 1. Am 27. Januar Herr Dr. Werner Bloch: Für die allgem. Zionisten; 2. am 11. Februar (Donnerstag) Herr Locker: Für die Poale-Zion; 3. am 18. Februar (Donnerstag) Herr Dr. Soloweitschik: Für die radikalen Zionisten. Besondere Einladungen durch Rundschreiben und ״Jüdische Rundschau“ erfolgen noch. Die letzte Vertreterversammlung wählte den neuen Hauptvorstand der B.Z.V., der sich wie folgt zusammensetzt: Richard Lichtheim, 1. Vors!‘ /mder, Fränkel, Dr. Apfel, Dr. Hans Bloch, waldmann, Dr. Sandler, Dr. Kanowitz, Dr. Silberstein. Gleichzeitig wurden folgende Vertreter in das Zentralkomitee gewählt: Lichtheini, Frankel, Feuerring, Frau Dr. Zidik, Dr. Apfel, Grünbaum, Wolfermann. Dr. Hans Bloch, Frank, Dr. Kanowitz, Preiß und Maisusch. Dortmund. Der aneekündigte Vortrag von B. Locker über das ״arbeitende Palästina“ am 30. d. M. wird aus technischen Gründen nicht stattfinden. Mainz. Am 20. Januar d. J. fand die ordentliche GeneralVersammlung der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe statt. Nach den Berichten, die vom Vorsitzenden, N.-r.-Kommissär und Kassenwart erstattet wurden, entwickelte sich über die Tätigkeit des Vorstandes sowie über die zukünftige Arbeit eine lebhafte und sachliche Debatte, an der sich auch die anwesenden Herren vom Frankfurter Sekretariat, Herzberg und Joseph, beteiligten. — In den Vorstand wurden folgende Personen gewählt: Herr L. Friedmann sen., Dir. Hof mann , Dr. D r c y, Dr. Simon, Zahnarzt Ep - stein, Nieteckmann, Blatt und von den anderen Gruppen A. Stub (Misrachi), Mittelmann (zion. soz.), Tobiasch (jüd. Turnverein), Hirschmaaa (Blau-Weiß)