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Jüdische Rundschau · 1926-01-26 · Heft 7 (26.1.1926) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 7 (26.1.1926)
Date
1926-01-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 54 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 7 Vortragsabend der Grippe West-Charlottenbnrg Am!8. Januar sprach in der Gruppe West der B. Z. V, Herr Ber! Coeker über ״Osteuropäisches Judentum, Krim- Kolonisation und Palästina-Aufbau“. Das osteuropäische Judentuni, führte Locker aus, ist in ausgedehntem Maße wirtschaftlich deklassiert, weil es nirgends an der Produktion beteiligt ist, sondern überall io vermittelnden Berufen tätig ist, die heute cum großen Teil ihi^er Existenzbasis beraubt sind. Polen versuche das Judenproblem im Sinne Europas u lösen, d. h., Angleichung seiner Judenziffer an die Ziffer anderer europäischer Länder. Polen empfinde cs als Unrecht, daß in ihm 13 -dl•*,! Juden wohnen, während /. B. in Deutschland nur 3 ״יי Juden wohnen. Es versuche, hnuptsachlich durch wirtschaftliche Maßnahmen Juden zum Aus* wanden! zu zwingen. Rußland ist heute der einzige Staat in der Welt, der eine bewußte Judenpolitik durch Hebung ihres wirtschaftlichen Niveaus zu machen versucht. So gesehen ist der Versuch der Kolonisation von Juden in Rußland durchaus anzuerkennen. Wehren müsse man sich gegen zweierlei: erstens gegen die sensationelle Aufmachung, mit der heute von manchen Kreisen dieses sogenannte Krimprojekt vertreten wird und zweitens ״egen' den Versuch, dieses Projekt gegen Palästina auszuspielen. I>er Redner wies nach, daß heute noch keine Klarheit herrsche über das, was dort geschehen soll. Es hnmlelt sich heute um Alt- Siedlungen auf den verschiedensten Gebieten, für die aber auch noch keinerlei fester Plan bestelle. Selbst die offiziellen Aussagen schwanken durchaus und bewegen sich zwischen 3 bis 10000 Familien. Aber auch hier liegen noch keinerlei Erfahrungen vor, die berechtigten, diese Kolonisation als bereits geglückt anzusehen. Die Krim-Kolonisation bedeute im besten Falle eine Teillösung für die russischen Juden. Der Oedanke, Juden aus anderen östlichen Lindern nach Rußland hinuber/.ubringen und auch sie dort anz.usiedeln, sei geradezu naiv. Den Zionismus berühre diese Frage nicht direkt. Die Produktivierung der Juden und ihre lieberführung zur Landwirtschaft liege in der Linie der zionistisehen Arbeit. Palästina aber bedeute schon angesichts der großen Zahl von Menschen, die cs heute bereits aufnimmt, etwas ״anr anderes für die Juden der ganzen Welt als die Kolonisation in Rußland je bedeuten kann. Wenn man die Mittel aufbringen würde, um ■50 000 Juden im Jahre dort seßhaft zu machen, würde in einigen Jahrzehnten die Physiognomie der Juden der ganzen Welt entscheidend gcändert sein. Das ״Krimprojekt ist keine ernsthafte Gefahr für uns. Die Gefahr liegt in uns selbst, ■wenn wir uns gegen diese Sache aufhetzen lassen. Herr Locker fand für swine interessanten Ausführungen grollen Beifall. Breslau. Am 13. Januar sprach Herr Dr, Elicser Ascit er aus Berlin im Rahmen des Palästina-Kursus vor einem zahlreichen Publikum. Er erklärte am Eingang seines Vortrags, daß er nicht die Absicht habe, den heutigen Zustand der palästinensischen Landwirtschaft zu schildern, sondern daß er die Kräfte aufzeigen wolle, die in ihr wirken und die ihre künftige Entwicklung bestimmen. Die drei Faktoren, die auch in Palästina wirksam sind, sind die natürlichen Bedingungen, die ökonomischen Bedingungen und endlich der die Landwirtschaft ausübende Mensch. Bei den natürlichen Bedingungen muß man Klima und Boden unterscheiden. Das Klima, besonders der Wasserhaushalt, scheinen zunächst nicht ungünstig zu sein, denn die Höhe der Regenfälle ist recht beträchtlich. Jedoch ist die Verteilung der Regenfälle auf zwei Regcnperioden ein besonderes Merkmal Palä&bus, und die Aufgabe der palSstinensjscJien Landwirtschaft Ist, den Wasserhaushalt derart zu regulieren, daß trotz der Verteilung auf zwei Perioden und der starken Verdunstung den Pflanzen die nötigen Wassermengen auch im Verlauf des Jahres zugeführt werden können. Der Boden zerfällt in mehrere Klassen, von denen der lehmigef sandige und Gebirgsboden genannt werden soll. Der Vortragende zeigte dann an einzelnen Beispielen, daß die heutige arabische Land- Wirtschaft prinzipiell nichts anderes sei, als eine extensive, dem dry-farming ähnliche Wirtschaft, und versuchte, so weit dies im Rahmen eines Vortrages möglich schien, zu erklären, daß dies grundsätzlich auch die Grundlage der palästinensisehen Landwirtschaft sein müsse. Er besprach dann noch die ökonomischen Bedingungen und kam zu dem Schlüsse, daß auch diese nicht auf eine hoch intensive Landwirtschaft hinweisen, sondern auf den Aufbau einer gemischten Wirt- Schaft, die nur ihre Ueberschüssc an den Markt abgibt, weil nur das die Möglichkeit gebe, mit den Weltmarktpreisen konkurrenzfähig zu sein. Das Publikum, das die große Menge des ihm an diesem Abend gebotenen neuen Wissens•■ Stoffes mit reger Anteilnahme aufgenommen hatte, dankte dem Vortragenden in herzlichster Weise. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr, 37830 Berlin NW 7. Kassenvenvaltung der B. Z. V. Mittwoch, den 27. Januar abends $< :■ Uhr Gruppe Nord, im Vciwaltungsgeb. der Jüd. Gemeinde, Rosensti. 2'1. Herr Dr. Werner Bloch: ״Die innerpolitische Lage im deutschen Zionismus“. Donnerstag, den 2$. Januar abends;• Uhr Gruppe Nordwest, in der Konditorei Lochau, Altonacr Str. 34. Lichtbildervortrag des Herrn Aschbel. Palästina: ״Araber und Drusen“. Dounerr-tag, den 23. Januar abend.י!8;־ Ulu Gruppe der Zionisten aus dein Osten, im Restaurant Gerecht, Am Königsgrabcn 2. 1 Iciici-ernster Abend O’koweth chamischa assar b’sdnvat) unter Mitwirkung von Herrn Benziou Paschut. Montag, den 1. Februar abends 8יי- Uhr Gruppe des XII. Bezirks, im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstraße 127: Herr Dr. Hurwitz: ״Die imierpoiitische Lage des deutschen Zionismus“. Mittwoch, den 3. Februar abends 8';; Uhr im Sitzungssaal,, der / V. 1.1 Meinekestr. Hl, Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Fortführung der Auseinandersetzung über den Antrag Dr. Hans Bloch. Die Sitzung ist für Mitglieder der B. Z. V. öffentlich. Donnerstag, den 1. Februar abends SG Uhr Berliner Zionistische Vereinigung, im Gartensaal der Loge, Kleiststraße 10, Vortrag Kurt Blumenfeld: ״Die jüdische Gesellschaft“, eine soziologische Betrachtung. Donnerstag, den 4. Februar abends 8י י Uhr HapoSI-Hazair. itn Verwaltungsgebäude der Jüd, Gemeinde, Rosenstraße 2/4. Chawerim-Versammlung. Tagesordnung: 1. Organisation der Arbeit für die nächste Periode; 2. Vortrag Chawer Esroni, Haifa: ״Die jüdische Selbstverwaltung und das Sehulproblem in Palästina“. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. Hapoel-HazaTr. Jeden Donnerstag abends St/ä Uhr Zusammensein. Versammlungsort wird jeweilig bekanntgegeben. Gruppe Ost Jeden Mittwoch abends 8>/s Uhr Zusammensein im Wohlfahrtsamt der Jüd. Gemeinde, Meyerbeerstr. 8, pt. Poale-Zlon. Jeden Sonnabend abends 8 Uhr Zusammenkunft im Heim, Linienstr. 139. Misrachi-Gruppe Berlin: Der Sehiur bei Herrn Rabbiner Harry Levy am Sonnabend abend findet bis auf weiteres nicht statt. Sekretariat des Zeire MIsrachi. Sprechstunden täglich von 8—10 Uhr abends im Misraclti- Zentralbüro, Monbijouplatz 1. Jeden Freitag, abends 8 Uhr, ira Misrachi-Zcntralbüro, Monbijouplatz 1. Jüdischer Geschichtskursus. Leiter: sttid. phil. Fleschcr. 4us dfi Berliner Tbealern Staatliches Opernhaus: 20. Januar: Fliegender Holland«*', n‘,7’׳i!!1n1£:; ־?• Boheme; 29. Die Meistersinger; 30. Biittcriiy: 31. Der Rosenkavalier: 1. Februar: Hoffmanns Erzählungen. ■ Oper am Königsplatz: 26. Mignon; 27. kigok-tto; 28. Der Evangtliniann; 29. La Traviata; 30. Los! (an tutte; '3!. Die Fledermaus; 1. Maskenball. - Staatliches Schauspielhaus: 261 ״1)3 ״2.6 ״. Im weißen Rölll: מ• Pc״ Oynt;?7 Romeo und Julia: '2031 ״. Ostpolzug. Schillcr-Thcatcr: 26., 28., 3().. 1. Wallenstedts Lager; Piccolomini; 2731 ״29 ״. Kapitän Braßbounds Bekehrung. . Städtische Oper: 26. Tose,29 ״27; ו. Die Entführung au־ dem berail; 28. Parsifal; 30. Tristan und Isolde; 31. Hoffmamis Erzählungen: 1. Aida, -• Deutsches Theater: bis 2». Das Käthchcn von Heilbronn; ab 29. juarez. und Maximilian. — Kammerspicle: bis 26. Die drei Nächte; 27. geschlossen. — ab 28. Die letzte Geliebte. Die Komödie: Gesellschaft; ab 26. Nachtvorstellung: Der blaue Vogel. — Theater in der Königgrätzer Straße: Einen |uv will er sich machen. Komödienhaus: Der dreizehnte Stuhl. . Tribüne: Die neuen Herren. — Lessingtheater: bis 29. Maiermax; 3031 ״. Krön- Prinzessin Luise; ab 23. Dybuk, der Dämon. --- Volksbühne: 2730 ״. Der Kaufmann von Venedig; 26. Judith; 28., 31., 1. Der befreite Don Quichotte; 29. Wer weint um |uckenack. - Deutsches Künstlertheater: Die Kronprinzessin ״Luise. — Theater am KurfUrstcndamm: Die Nacht der Nächte. Theater am Schiffbauerdamm: Der fröhliche W einberg. — *Vallncr-Theater: Kolportage, . Herrnfeld-Thcaler: Familie Schmock. — Nelson-Theater: Neger-Revue. OSE. I >•1 Berliner Komitee der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden, OSF, e. V., veranstaltet am Sonnabend, den 30. Januar, in den Räumen der I lumanitäts- Loge ״Agudas-Achim“, Gormannstr. 29, einen Vortragsabend. Es werden die Herren Dr. med. K. Blum über ״Die Aufgaben der OSF in Berlin“ und Dr. med. E. Olschwanger über ״Tuberkulose und ihre Bekämpfung“ sprechen (mit Lichtbildern). Anfang 8 Uhr. Eintritt frei. Briefkasten der Redaktion Tannenwald, Kiel. Sic habe« recht. Man soll mit den Superlativen sparen, damit man sie in den Fällen, wo sic am Platze sind, zur Verfügung hat. Der ״Unfug der belanglosen Jubiläen“, wie Sic die vielen Gedenktage und Ehrenbanketts bezeichnen, ist letzten Endes doch nicht tragisch zu nehme״. Das sind eben die einzigen Auszeichnungen, die die jüdische Gemeinschaft als Belohnung zu bieten vermag. Wenn in dieser Hinsicht des Guten zuviel geschieht, so ist das einem Zustand vorzuziehen, wo man achtlos an den persönlich-menschlichcn Schicksalen von bestem Willen erfüllter Arbeiter im Dienste des Volkes vorübergeht. fcjhondpßQ'km Sß׳j5m13tn4H vööV f EIÜEIS.MAIIAAMN jÖlT«. Erik•«• Schreibmaschinen können auch mit hebräischjiddischer Tastatur geliefert werden Katalog 167 kostenlos J r y Höidolbtrg SchröäütRir. 4,*. ב״ה Le« Löffelstiel Moshe Engel stein Verlobt* -id Jan. 18!:25־ ד׳ ■שבט הדפ״ו Anna Feigenbaum Max Roienheck H 51 f» (Fslästms) J s BTinkturt *. M. _ V e r 10 b * 0 ,Ftnatt 1830. M»gdoburf J VierteIJihrl. Haushaltskurse in Garmisch'Partenldrctien Bayr. 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