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Jüdische Rundschau · 1926-01-22 · Heft 6 (22.1.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 6 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6 JUEDISCHE RUNDSCHAU 5e!!e 45 Eingesandt Central-Verein and Keren Hajessod Von Fritz Foerder, Breslau. Vorbemerkung: Den ersten Teil der nachfolgenden Ausführungen hatte ich der C.-V.-Zeitung als ״Ergänzung und Erwiderung“ zur Veröffentlichung übersandt. Die Redaktion hat den Abdruck abgelehnt. Als langjähriges Mitglied des Central* Vereins, das auch in der Propaganda für den Keren Hajessod tätig ist, fühle ich mich verpflichtet, den Ausführungen in Nr. 52 der C.-V.-Zeitung vom 24. Dezember 1925 einiges hinzuzufügen. Der Beschluß des Hauptvorstandes vom 10. April 1921 geht von dem nationalen Aufbau Palästinas aus. Dies bringt auch der Artikel vom 24. Dezember zum Ausdruck, wenn er die Schlußfolgerung zieht, den jüdisch-nationalen Aufbau Palästlnas den deutschen Nationaljuden zu überlassen. Unter diesen Umständen bleibt es eigentlich unverständlich, weshalb der Beschluß in seinem letzten Satze sagt, daß den Juden in Deutschland dringendere Aufgaben obliegen. Es liegt nahe, hierin eine Abschwächung der ersten Sätze zu finden. In der damaligen Zeit der beginnenden Inflation war es selbctverständlirii, daß in erster Reine die jü '!sehen ln3ti‘utionen Deutschlands erhalten werden n«1ßten;_igzwischen hat sich aber die wirtschaftliche Lage sowohl des deutschen Reiches, wie der zahlreichen jüdischen Institutionen erheblich §ebe$scrt, und deutsches Geld fließt — auch von jüdischer eite — bereits in reichem Maße hei Vergnügungsreisen ins Ausland. Mag auch im Augenblick der Beschlußfassung die Abschwächung nicht gewollt gewesen sein, was ich übrigens aus verschiedenen Gründen nicht annehmen möchte, so ist eine solche doch nach der Hauptversammlung im November 1921 offiziell erfolgt. Herr Dr. Holländer erklärte nämlich in einem Rückblick auf die Hauptversammlung in der Zeitschrift ״Im deutschen Reich“ vom Dezember 192!, daß die Versammlung Irrtümer richtig stellen konnte, die durch falsch oder mißdeutbar in die Öffentlichkeit gelangte Vorstandsheschlüsse entstanden seien. Zu diesen Beschlüssen gehört auch der bereits erwähnte betreffend den nationalen Aufbau Palästinas. Herr Dr. Holländer schreibt: ״Man hat behauptet, der C.-V. sei der geschworene Feind der öffentllch-rechtlichen Heimstätte in Palästina. Dieses ist falsch. Wir bekämpfen allerdings jeden Nationalismus..“ Er wendet sich also nur gegen den ״nationalen“ Aufbau und bringt hernach noch Ausführungen über die wirtschaftliche Lage der jüdischen Institutionen Deutschland?, wie Ich sie bereits oben gemacht habe. Den gleichen Sinn hat der in der Broschüre des Keren Hajessod abgedrucktc Brief unseres Eugen Fuchs, der im Artikel vom 24. Dezember erwähnt Ist, soweit er den Palästina-Aufbau behandelt Daß der Brief einem anderen Zwecke als gerade der Stellungnahme zu dieser Frage diente, sieht jeder, der ihn liest. Ich glaube deshalb, daß durch den Abdruck kaum ״ein trügerischer Anschein erweckt“ werden könpte. Bleibt noch der ״trügerische Anschein“, als sei in dem Brief eine endgültige Stellungnahme des C.-V. zum Keren Hajessod enthalten. Daß auch dieser nicht erweckt werden kann, geht gleichfalls aus dem Inhalt des Briefes hervor. Im übrigen weiß wohl jeder Jude, daß im Jahre 1918 der Keren Hajessod noch gar nicht bestand, man zu ihm also zu dieser Zeit noch nicht Stellung nehmen konnte. Aber ich muß hier ausdrücklich feststellen, daß er zur Zeit des Vorstandsbeschlusses vom 10. April 1921 auch n-och nicht bestand, und auch noch nicht einmal zur »Statt-t&H-ptÄrsaininWSg ta November 1921, d. h. als Keren Hajessod, wie wir Ihn 11 e a t e haben. Oer Beschluß vom 10. April 1921 enthält also ebenfalls keine Stellungnahme des C.-V. zum Keren Hajessod, sondern nur zum ״nationalen“ Aufbau Palästinas. fm Sommer 1920 wurde der Keren Hajessod als zionfstischer Sammelfonds gegründet. Ende 1921 ׳Anfang 1922 wurde er in den ״n e u t r a 1 e n“ ״Palästina-Grundfonds“ umgewandelt, der er noch heute ist. Der Artikel vom 24. Dezember geht also von einer falschen Voraus- Setzung aus, wenn er den Beschluß vom 10. April 1921 auf den neutralen Keren Hajessod der Jetztzeit anwenden will. Daß wir deutschen Juden uns nicht prinzipiell vom Aufbau Palästinas abseits halten sollen, ist am 24. Dezember bereits gesagt worden. Unser unvergeßlicher Eugen Fuchs hat auf der Hauptversammlung von 1919 ja auch ausdrücklich auf die Bedeutung des Palästinaaufbaus hingewiesen, indem er erklärte: ״Wir müssen uns für Palästina interessieren; wir können an Palästina nicht vorübergehen. Palästina ist da, und wenn die deutschen Juden ihren Einfluß dort nicht geltend machen werden, werden sie die Gefahr auf sich nehmen, daß sie dort die Elemente ausschalten, welche noch die gemäßigsten sind.“ Dieser Mahnung folgend, haben sich zahlreiche hervorragende Centralvercinler bei Gründung des neutralen Keren Hajessod im Winter 1921/22 diesem zur Verfügung gestellt; cs seien nur Namen genannt wie Rabbiner Dr. Gold mann■ Leinzig, Justizrat Hirschberg - Breslau, Justrrat Cahen- Köln, Rechtsanwalt Dr. K r 0 m D ach- Essen. Diese Männer hätten das nicht getan, wenn sie nur einen Zweifel an der Neutralität des Keren Hajessod gehabt hätten, und hätten sich zurückgezogen, wenn in der Zwischenzeit bis jetzt eine Aendcrung in dieser Hinsicht eingetreten wäre. Der Aufgabenkreis des C.-V. verbietet diesem sefbstverständlich eine ausdrückliche Empfehlung des Keren Hajessod von Vereins wegen. Ande־erseit? besteht aber kein Anlaß, vor dem neutralen Aufbau Palästinas zu warnen, den der Keren Hajessod bezweckt. Im Gegenteil, die herrlichen Worte des allgemein verehrten Hcuntvorstand־mi'Gliedes des C.-V., des gegenwärtigen Großpräsidenten des deutschen Distrikts des U.O. B. B.Ordens, des Herrn Rabbiner Dr. Baeck, über den Keren Hajessod müssen unser Wegweiser sein: ״Für uns ist Palästina kein Problem mehr, sondern eine Tat- Sache, die Gott vor uns hingestellt hat In der Geschichte kommt es immer daraut an, die Tatsachen zu erkennen, zu sehen, was ist. Was sein wird, können wir nicht wissen. Wir können nicht wissen, was in Palästina sein wird. Darum gibt es für uns nur ein ״Ja“, das ״Ja“ der Pflrht als Antwort auf die Frage, die Palästina heute an uns richtet“. Welcher iude könnte anders reden, der sich der Bedeutung der Worte cwußt i-t: ״ki mizijaun teze ssauroh ud’war haschem mirusholojim?“ * Die vorstehenden Ausführungen haben, wie. bereits aus der Vorbemerkung ersichtlich ist, in der Redaktion der C.-V.- Zeitung keinen Gefallen gefunden. In dem mir zugegangenen ablehnenden Bescheid belehrt man mich darüber, daß die Stellungnahme zum Keren Hajessod durch Hauotvorstand und Hauptversammlung gebilligt ist, wie es in der Zeitung bereits gesagt war, und meine Ausführungen fehl gehen. Es heißt ferner in dem Schreiben, daß es ״jederzeit zeugenschaftlich nachgewiesen werden kann, daß Eugen Fuchs ein Gegner des Keren Hajessod gewesen ist und es mehrfach abgelehnt hat, in die sogenannten Keren Hajessod-Komitees einzutreten“, daß im Vorstand des C.-V. die Ueb׳*rzeugung herrsche, daß zwar die Sammlung der Mittel für den Ken,.־: Hajessod neutral, die Verwendung aner nur in nationalem Sinne möglich ist“, daß ״auch von zion: ־‘rischer Seite nicht bestritten wird, daß die gesammelten Mittel des Keren Hajessod zu einem natioaalen Aufbau Palästinas verwendet werden“. Nur weniges möchte Ich hierauf erwidern: 1. in meinem Artikel habe ich einwandfrei nachgewiesen, daß eine Stellungnahme zürn Keren Hajessod gar nicht erfolgt ist. Die erneute unrichtige Behauptung von Seiten der Schriftleitung der C.-V.-Zeitung erschüttert meinen Nachweis nicht. 2. ich bin gleichfalls bereit, zeugenschaftlich nachzuweisen, daß Eugen Fuchs’ Stellungnahme zum Keren Hajessod nicht so war, wie es die Schriftleitung dartun will. Ich gehe noch weiter: In dem Protokoll einer Hauptvorstandssitzung, das, wenn ich nicht irre, von Herrn Justizrat Brodnitz oder Herrn Dr. Holländer unterzeichnet ist, ist ausdrücklich niedergclcgt, daß Eugen Fuchs eine Aufforderung zum Eintritt in das erste Keren Hajessod-Komitee nicht rundweg abgelehnt, sondern den Eintritt von der Zustimmung des C.-V .-Vorstandes abhängig gemacht hat. Wäre er ein Gegner des Keren Hajessod gewesen, dann hätte er nicht erst auf einen Vorstandsbeschluß gewartet, sondern von vornherein ״Nein“ gesagt. 3. Auf die Ueberzeugung des Vorstandes, daß die Verwendung der Gelder nur in nationalem Sinne möglich sei, kommt es nicht an, zumal, wenn sich diese Ueberzeugung auf Notizen gründet, wie eine kürzlich im ״C.-V.-Diensl“ veröffentlichte, deren Unrichtigkeit in der vergangenen Woche in aller Oeffentlichkeit nachgewiesen worden ist. Wenn bei Aeußerungen des C.-V. von ״nationa'em Aufbau“, ״nationaler Verwendung der Gelder“ die Rede ist, soll das stets auf zionistische Partei zwecke hinweisen. Die Gelder des Keren Hajessod fließen weder ganz, noch teilweise in irgendeine zionistische Parteikasse, sondern werden ausschließlich für den sachlichen Aufbau Palästinas verwendet. Dieser sachliehe, neutrale Aufbau ist in gewissem Sinne selbstverständlich ein nationaler, das wird nicht nur von zionistischer Seite nicht bestritten, sondern bestreitet auch der Keren Hajessod nicht. Sollen die Juden in Palästina etwa — ״deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens“ sein? Sie bilden dort wie z. B. in der Tschechoslowakei und der Krim (deren Besiedlung durch den C.-V. ja propagiert wird!) eine nationale Minorität. Nach alledem wäre es vielleicht besser gewesen, wenn die C.-V.-Zeitung ihre Ablehnung nicht näher begründet hätte. Wer den wahren Grund noch nicht gekannt hat, hat ihn spätestens durch die Artikel von Herrn Dr. Wiener und Herrn Rabbiner Dr. Jacob in der C.-V.-Zeitung vom 8. und 15. Januar erfahren: Meinungsäußerungen von Mitgliedern des C.-V., die sich nicht mit der Ansicht der Schriftleitung decken, werden einfach unterdrückt. Man nennt das womöglich noch Demokratie, Denkfreiheit, Meinungsfreiheit. Auf diese Schriftleitung fällt jedenfalls die Schuld, wenn anders eingestellte Mitglfcder auf diese Weise gezwungen werden, ihre Ansicht in einem anderen als ihrem eigenen Vereinsorgan kundzugeben. ״Für Hebräisch and gegen Hebraisten“ Moskau, 18. Januar. (J.T.A.) Die jüdisch-kommunlstische Zeitung ״Eines“ bringt einen Artikel von Litwakoff, in welchem dieser nachzuweisen sucht, daß in Sowjetrußland nicht die hebräische Sprache, sondern der Hebraistnus als Mittel zum Kampf gegen die Sowjets verfolgt wird. Er weist auf den Beschluß des Volksbildungskomraissarlats vom Juli 1919 hin, laut welchem der Unterricht der hebräischen Sprache in den oberen Klassen auf Kosten der Eltern der Schüler, sowie auch hebräische Kurse nach einem bestimmten Programm erlaubt sind. Er schließt die Betrachtung mit der Erklärung, nicht die hebräische Sprache, auch nicht andere Kulturbestrebungen werden verfolgt, sondern einzig und allein der antisowJe* tistisene kämpferische Zionismus, Eine Arbeilerkoiferenz gegen Seebalnz Moskau, 18. Januar. (J. T. A ) Die in Kiew soeben beendete ״unparteiische Arbeiterkonferenz“, der 660 Delegierte beiwohnten, nahm einen scharfen Beschluß egen die in Rußland legalisierte Organisation ״Hechau z“ an. Es wird gesagt, daß diese Organisation eine iegaiisierte zionistische Organisation in der Sowjetunion darstellt und vermittels ihrer LLeratur eine schädliche zionistische Propaganda betreibt. Während andere konterrevolutionäre Organisationen — heißt es in dem Beschluß weiter — lahmgelegt sind, dürfen die Zionisten weiter aktiv sein. Die Konferenz sieht in jeder Form des Zionismus, sogar in den sozialistisch-kommuni tischen Gruppen einen Herd der Konterrevolution und fordert die zu'tändigen Eehörden auf, dieser antisowjetistichen Arbeit ein Ende zu machen, den Hechaluz und seine Zeitschrift zu verbieten. Gruppeivtrbaidslag Thflringen am Sonnabend, den 30״ und Sonntag, den 31. Januar 1926, in Erfurt, Gildehaus zum breiten Herd (Fischmarkt, gegenüber dem Rathaus). Tagesordnung: Sonnabend, 30. Januar, abends 8 Uhr: Oeffcntlicher Vortrag des Herrn Kurt Blumenfcld über: ״Gesellschaftliche Probleme im Judentum unserer Zeit“. Sonntag, 31. Januar, vorm. 10 Uhr (pünktlich): Geschlossene Tagung. 1. Referat des Herrn Kurt Blume nfeld über: ״Die zionistische Entwicklung seit dem Kongreß“. 2. Aussprache über das Referat. 3. Angelegenheiten des Gruppenverbandes; Vorstnndswahl, Sekretariat, Chaluzzentrum Erfurt. Gesinnungsgenossen, die Nacht uartier wünschen, wo’lcn sich alsbald an Dr. Wolf heim, Erfurt, Anger 65, wenden. 0״RT“-4ktio1 in Deutschland Berlin, 19. Januar. (J. T. A.) Am Dienstag, den 12. Januar hat sich der Aktionsausschuß der ״ORT“ (Gesell- Schaft zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden) für Deutschland konstituiert. Es waren u. a. folgende Persönlichkeiten anwesend: Justizrat Dr. Brodnitz, Justizrat Dr. Chodziesner, Dr. Arthur Hantke, Bankdirektor Wilhelm Kleemann, Moritz A. Lceb, Dr. Loewenstein, Frau Henriette May, Dr. Paul Nathan, Frau Minna Schwarz. Dr. A. Singalowsky, Bankdirektor Dr. N. Soloweitschik, Justizrat Hugo Sonnenfeld und Professor Ludwig Stein. — Der Aktionsausschuß hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Bestrebungen der ״ORT“-Be\vegung auch die ideelle, moraü.che und materielle Unterstützung der deutsehen Juden zu gewinnen und zu mobi'isieren. Dem Präsidium des Aktionsausschusses für Deutschland gehören an die Herren: Wilhelm Kleemann, Direktor der Dresdner Bank, Chefredakteur Georg Bernhard, Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil und Prof. M. J. Bonn. Für die Leitung der zu leistenden praktischen Arbeit, um die Mittel für den Wiederaufbaufonds zu beschaffen, steht dem Präsidium der engere Arbeitsausschuß zur Seite. Einer Statistik der Berliner Universität ist zu entnehmen, daß sich die Zahl der Studenten auf die Konfessionen wie folgt verteilt: 4689 sind evangelisch, 788 katholisch, 1021 ifidisch, % bekenntnisfrei, Westdeutsche Tagung der Poale-Zion Das Zentrai-Komitcc der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiter-Organisation Poale-Zion in Deutschland, gemeinsam mit dem Sekretariat für Westdeutschland, berufen für Sonntag, den 31. Januar, 10 Uhr vormittags, nach Düsseldorf eine Tagung aller Ponle-Zion-Genossen in Westdeutschland. Die Tagung findet im ״Jüdischen Jugendheim“, Düsseldorf, Oststr. 50, statt. Die genaue Tages- Ordnung wird in der nächsten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlicht werden. Als Referenten kommen in Befracht der Generalsekretär des Verbandsbüros, Genosse B. Locker, wie auch die Mitglieder des Zentral- Komitees der Deutschen Organisation, die Genossen Georg L u b i ti s k 1 und M. Neustadt u. a. Alle Parteigenossen werden hiermit eingeladen, an der Tagung teilzunehmen. Der Poale-Zion-Bewegung nahestehende, Freunde, die an der Tagung tei Inch men wollen, wie auch Parteigenossen, die nähere Auskunft wünschen, sollen sich an die Adresse des Genossen Chaim Brandys, Düsseldorf, Klosterstr. 61 I, wenden. — fm Anschluß an der Tagung finden am Sonnabend, abends, in Dortmund (organisiert durch den Bezirksausschuß der S. P. D. und der freien Gewerkschaften) und am Sonntag, abends, in Düsseldorf öffentliche Vorträge des Genossen B. Locker statt. Hamburg. Am 28. Tevvefh geleiteten wir Emil H. Li pst a dt zur letzten Ruhe. Die hervorstechendste Eigenschaft des Verstorbenen war seine unendliche Liebe zu seinem Volke und zu allem, was jüdisch ist. Er vereinigte in sich die Idee des Zionismus und der Acliduth. Kein Wunder, daß es ihn, längst bevor es Mode geworden, ins Land seiner Sehnsucht, nach Erez-Israel, zog. Jede Unterhaltung mit diesem schlichten Manne über jüdische Fragen wurde zur Erbauung, Fast drei Jahrzehnte lang gehörte er der Henry Jones- Loge an. Die Beerdigung gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der Sympathie, für die auch die Anwesenheit fast aller nichtjüdischen Berufskollegen zeugte. Im Trauerhause gedachte Rabbiner Dr. M. Jacobson in zu Herzen gehenden Worten des toten Freundes, dessen zielstrebige Zionsliebe er schilderte. Rabbiner Dr. M. Schlesinger, Halberstadt, brachte die letzten Grüße der Familie Munk, zu der der Verstorbene in engen verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen stand. Für die Loge sprach Herr Rabbiner Bamberger, Wandsbek, herzliche Worte des Danke• und des Gedenkens. E. Gemeindewahlen in Breslau. Für den 7. Februar war ln der Breslauer Gemeinde die erste Vertreier-(Repräsentanten-) Wahl nach dem neuen Wahlrecht in Aussicht genommen. Wahlvorschlagslisten waren bis zum 17. Januar einzureichen. Da nur eine Liste eingereicht wurde, entfällt die Wahl und die auf dieser Liste verzeichneten Bewerber gelten als gewählt. Die Liste entstand durch eine auf Basis des Ergeb־ nisses zur Preußischen Landesverbands-Wahl unter den damals an der Wehl betei igten Parteien abgeschlossene Vereinbarung. Sie enthält 13 Liberale, 4 Zionisten, 3 Gemeinde-Konservative und einen Agudisten als Gemeindevertreter und die doppelte" Zahl als Stellvertreter für diese. Von Zionisten stehen aut die Liste: Als Vertreter Dr. Schachtel, Rechtsanwalt Jacobsohn, Dr. Rabin, Frau Dr. Else ruchs-Hes; als Stellvertreter: Reg.-Rat Dr. Marcus, Dr. William Boß, Rechtsanwalt Sam. Notmann, Ludwig Markowicz, Rechtsanwalt D. Orzebinasch, Frau Dr. Lotte Frager, Arnold Rosenthal, Rechtsanwalt Dr. Lux. Es ist zu erwarten, daß von den Er«!»', genannten zwei Vertreter in den Vorstand gewählt Wertteil»..' wodurch dann sofort zwei Stellvertreter in die Vertreterliste einrücken würden. Bisher waren in der Repräsentanten-Ver- Sammlung nur die beiden Erstgenannten Zionisten. Im Von• stand war kein Zionist. Bedauerlich ist, daß das ostjüdische Element keine stärkere Berücksichtigung finden konnte. Die in mehrere Gruppen zerfallenden Breslauer üstjuden konnten sich aber auf keine geeigneten zionistischen Kandidaten einigen. cl. t'erefnsaachricbtea Der Zionistische Sprechchor. Frau Hanna Zweig schreibt uns: Der Sprechchor braucht noch viel mehr Teilnehmer. Er soll Ausdruck und Werbekraft für den Zionismus werden. Es wäre tief bedauerlich, wenn Zionisten sich nicht zum Aufbau eines Werkes zusammenfinden würden, dessen Wett von andern Parteien schon längst erkannt und das von ihnen mit großer Hingabe gepflegt wird. Der nächste Uebungsabend des Zionistischen Sprechchores ist: Dienstag, den 26. Januar, von 7y» bis 10 Uhr abends, in der Kfiiser-Friedrich-Schule, Knesebeckstraße 24 (gleich am Stadtbahnhof Savignyplatz). Geübt werden Chöre aus dem ״Jeremias“, Psalmen und andere Dichtungen der jüdischen Literatur. Beitrag pro Uebungsabend 1,30 Mark. Auskunft erteilt Hanna Zweig, Oliva 257- Am Sonnabend, den 23. Januar, abends 9 Uhr, findet im Scholem-Aleichem-KIub, Kleiststraße 9, ein Vortrag von D. Tscharne über das Thema: ״Die jüdische Literatur in Sowjet-Rußland“ statt. Aussprache über Krimkolonisation. Sonntag, den 24. Januar, 81/4 Uhr abends, findet im Schubert-Saal, Bülovvstr. 104, ein Vortrag mit anschließender Diskussion über die Kolonisation der Juden in Sowjetrußland statt. Das einleitende Referat wird Herr Grigorij Landau in russischer Sprache halten. Vertreter verschiedener Richtungen haben bereits ihre Beteiligung an der Diskussion zugesagt. Vertreter vers amndur g der B. Z. V. Die nächste Sitzung der Vertreterversammlung findet am Mittwoch, den 3. Februar, abends 8»/z Uhr, im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. Fort- Setzung der Auseinandersetzung zu dem Antrag; Dr. Hans Bloch betreffend Redaktionsführung der Jüdischen Rundschau. Die modernen KFderkurse für kunstgewerbliche Handfertigkelten und Zeichnen, von Eva Lachs, staatlich geprüfter Zeichenlehrcrin. Uhland'tr. 193, Tel. Strinolatz 12691, führen Kinder in die Technik des Webens und Fiechtens von Rohr und Bast, in Spielzeuganfe-figung und kunctgewerbliche Arbeiten ein. Zeichnen und Malen, Klebearbeiten und Modellieren werden nach modernen Grundsätzen unterrichtet. Für schon vorhandene Kurse werden noch Kinder gesucht. Stundenpreis: einmal wöchentlich 2 Stunden 8 M. Die Kurse finden statt täglich nachmittags von 3—5 Uhr, 5—7 Uhr und Sonntag vormittags von 12—2 Uhr. Purim-Ball der B. Z. V. und des J. N.-F. Die B Z.V, und der Jüd. Nationalfonds veranstalten ihren diesjährigen Purimball in Form eines Kostümballes am 20. Februar in den Ge-amträumeti des Brüde :׳vereinshauses, Kurfürsten- Straße 115. Näheres wird noch bekanntgegeben. Die Synagogervrreir Igurg Pertnlozzirfrnße ladet zu Donnerstag, den 4. Februar 1926, abends S'/2 Uhr in die Aula der Kaiserin-Friedrich-Schule, Knesebeckstraße 24 (Bahnhof Savignyplatz) zu einem Sinfoniekonzert des Jüdischen Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Leo Kopf herzlich ein. Gäste willkommen. Freiwillige Spenden zur Deckung der Unkosten.

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