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Jüdische Rundschau · 1926-01-19 · Heft 5 (19.1.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 5 (19.1.1926)
Date
1926-01-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I );1!1 Seite 38 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 8 Die Lage in Syrien Jerusalem, 14. Januar. (J. T. A.) Der französische ()berkommissar für Serien Henri de Jouvenel äußerte sich Pressevertretern gegenüber ziemlich pessimistisch über die Lage in Syrien, teil kam nach Syrien, sagte er, um Frieden zu machen mul war bereit, den Arabern im Sinne der Autonomie und gemäß dem Mandat, das wir vom Völkerbund haben, ciitgegciizukommen. Die Araber haben mein Entgegenkommen nicht verstanden und wiederholen die Fehler, die sie zurzeit F e i s a I s (im Sommer 1020. A. d. R.) bcgangem haben. Die syrische nationalistische Bewegung wird von den Effcndis, die die Massen ausbeuten, geleitet. Sollten die Effendis weiter die Friedensarbeit hindern, so werde ich strenge Maßnahmen ergreifen. Ich werde ihre Macht beugen und den breiten Massen eine demokratische Regierung geben. Herr de Jouvenel fugte hinzu, er begebe sich demnächst nach A 11 g o r a , um mit Kcmal Pascha eine Besprechung abzuhalten; nadiher werde er die Gelegenheit benutzen, Paläs t i n a z u besuc h e n und mit dem britischen Oberkommissar die schwebenden Angelegenheiten zu besprechen. Herr de Jouvenel sprach seine Freude darüber aus, daß die j 11 d e 11 s c h a ft Palästinas Frankreich Freundschaft e 111 g e g e 11 b r 1 11 g t. Er werde während seines Palästina-Bcsuches es als seine Pflicht erachten, die Fortschritte im Aufbau des jüdischen Nationalheims, dessen Freund er ist, 71t beobachten. ln Aleppo kam es bei den Wahlen infolge der Boykott- Propaganda der Nationalisten zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Acht syrische Nationalisten wurden getötet. — Größere Demonstrantenscharen zogen durch die Straßen und forderten zum Boykott der Wahlen zur syrischen Gesetzgebenden Versammlung auf. Es wurden Rufe gegen das f ranzösische Mandat in Syrien ausgestoßen. Angesichts der mächtigen Kundgebung sahen sich die Behörden gezwungen, die Wahlhandlung zu unterbrechen. Die Dctnonstrauten versuchten, die Gefängnisse zu stürmen und die 1300 Häftlinge zu befreien. Die Tore waren bereits gesprengt, als Polizei herankam und die Demonstranten vertrieb. Hierbei fielen auf der Seite der Demonstranten 8 Personen, während auf der Seite der Polizei ein Polizist getötet, ein Offizier verwmidet wurde. Die Ordnung ist hergestellt. Oer Zeitangsstreik 11 Palästina Jerusalem, 11. Januar (J.T. A.) Wie wir bereits gemeldet, haben als Protest gegen die Erhöhung des Posttarifs der Zeitungen die arabischen Zeitungen den Streik erklärt und sind einige Tage nicht erschienen. Nach dem Wiedererscheinen erklärten die Herausgeber, keine Kundgebungen der Regicrungs-Aemter m bringen, bis nicht der Posttarif wieder ermäßigt wird. Nunmehr teilten die Verlage der zwei hebräischen Tageszeitungen Tel-Awiws, ״Haarez“ und ״Dawar“, dem Verein arabischer Zeitungsherausgeber mit, daß sie sich dem Protest gegen die Erhöhung des Posttarifs für Zeitungen anschließen und ebenfalls keine Regierungsmifteilungcn bringen werden. Die SeHießaif von Delliiers Seldenlabrik Ein Vertreter der in Wien erscheinenden ״Jüdischen Morgenpost“ befragte den aus Tel-Awiw zurückgekehrten Besitzer der Seidenfabrik in Tel-Awiw Delfiner, warum er seine F!sbr11|,ge1ehiQs^en:hähe.,,.||f!rr1,ßelfpner erklärter Es Ist mir klar, daß die Schließung meiner Fabrik einen ungünstigen Eindruck hervorruft. Ich mußte es aber tun, und mit derselben Rücksichtslosigkeit Vorgehen, mit der man mich behandelt hat. Mein Entschluß richtet sich nicht gegen Erez Israel, sondern erfolgte im Interesse Palästinas. Die Veranlassung für meinen Entschluß ist das Verhalten der britischen Palästina-Verwaltung, die die Pflicht hat, die palästinensische Exportindustrie zu unterstützen, bisher aber nur störend gewirkt hat. Damit Palästina auf dem Seidenmarkte konkurrenzfähig werden kann, mußte eine Befreiung von den Rohstof feinfuhr־ zollen erfolgen. Zwei Jahre lang wurde diese Frage ״studiert“. Aber dermaßen mißgünstig, daß ich gezwungen war, Schluß zu machen und meine Fabrik zu schließen. Jetzt teilt inan mir mit, daß endlich eine Kommission ernannt wurde, um die Frage der Zollfreiheit für Rohstoffe zu studieren. Was mein Verhältnis zum Jischuw im allgemeinen und zur Arbeiterschaft anbelangt, kann ich nur feststellen, daß in dieser Hinsicht nicht die geringste T r ü b u 11 g vorhanden ist. Mein Glaube an den gesunden Aufbau Palästinas und an seine idealistische Arbeiterschaft ist unerschütterlich.“ ״ Zur Vermtndemg der Arbeitslosigkeit Jerusalem, 6. Januar. (P. C.) Um wichtige ölfeniliehe Arbeiten in jüdischen Wohnvierteln und Siedlungen in Angriff nehmen zu können, beantragte das A r b e i t s ־ dep arte ment der Palästina-Exekutive, eino Anleihe für öffentliche Körperschaften in Palästina von anderer Seite als den Keren Hajessod zu erstreben. Die Anleihen sollen durch. Anleihen der betreffenden Gemeinden sichergestellt werden, oder durch Wechsel von Gesellschaften in Fällen, wo eine größere Sicherheit angebracht erscheint. Ein neuer Direktor der Hadassah Jerusalem. (P. C.) Nach einem Telegramm der Leitung der Hadassah in. New York hat der Geschäftsführende Ausschuß Herrn Dr. Blues tone, den stellvertretenden Direktor des Mount Sinai-Hospitals in New York, für die Dauer von drei Jahren zum Leiter der Hadassah in Palästina ernannt. Dr. Bluestone wird die Stelle des Herrn Dr. Tannen bäum übernehmen, der vor mehr als einem Jahre nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt ist. In! letzten Jahr füllte Herr Dr, Salkind den doppelten Posten des leitenden Arztes und des Direktors der Hadassah aus. Die bulgarische Kolonie J e r u s a 1 c m. (P. C.) Der Boden bei Kubcbc, dep der K. K. L, erworben hat, soll laut Beschluß des Direktoriupis der sogenannten bulgarischen Kolonie zur Verfüguiig gestellt werden, welche 3300 Dunam erhalten soll. Weitere 1400 Dunam werden zur Ansiedlung von jemcnitischen Familien verwendet werden, wenn nicht ein anderer, hierfür besser geeigneter Boden gefunden wird. In diesem Falle soll der Boden für die neue Versuchsstation benutzt werden. Kolonistcnsöhne in N e s s Z i o 11 a und lange im Lande ansässige Arbeiter werden weitere 600 Dunam von diesem Boden bekommen zur Ansiedlung unter den übliehen Pachtbedingungen des Keren Kajemeth. Die Palistiia ־ Einwanderung im Dezember Jerusalem, 14. Januar (J. T. A.) Im Monat De- ־״ember 1925 sind 2780 Einwanderer nach Palästina gekommen. Die Zahl der Einwanderer im Dezember 1924 betrug 1825. Die Dezembereinglnge des Keren Hafessod (Mitgeteilt vom Londoner Hauptbüro.) 21,822. 0. 7 1,757.16. 5 1,521. 3.11 1,261.18. 0 1,118.12.10 1.044.14. 4 1,000.-,— 630.10.10 441. 7. 7 317. 6.10 305.18 0 287. 8. 3 272. 6.10 230. 5. 6 201. 7. 6 150.—.— 130. 8. 3 70.—.— 60.1Z 9 56. 8.— 55.10.- 34. 8. 4 25.13. 9 £ 32,825. 1. 7 Der Umstand, daß sich auch im Dezember die vom Direktorium als unumgänglich bezeichnete Erhöhimg nicht vollzogen hat, ja, daß die Eingänge in diesem Jahre noch immer um beinahe £ 70(» weniger betragen als im gleichen Monat des Vorjahres, hat die Situation in Palästina nicht günstig beeinflußt. Die Folge der mangelhaften Ueber- Weisungen war die Tatsache, daß die Palästina-Exekutive im Monat Dezember keine Ueber Weisung für ihr Dezember-Budget erhalten hat, weil alle Ueber- Weisungen noch zur Deckung der Defizite der früheren Monate verwendet werden mußten. Diese Situation verlangt die energischste Arbeit in allen Ländern. Ungeachtet der großen finanziellen Depression, unter der die jüdische Bevölkerung in einer Reine von Ländern, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, leidet, darf nicht die unerläßliche Vergrößerung der Keren Hajessod-Einnahmen ausbleiben, wenn sich nicht eine außerordentlich ernste Rückwirkung auf allen Gebieten der Palästina-Arbeit äußern soll. Das Direktorium des Keren Hajessod verlangt infolgedessen, daß innerhalb der Zionistischen Organisation und in allen Kreisen, die Sympathien für den Palästina- Aufbau manifestiert haben, alle Anstrengungen auf den Keren Hajessod konzentriert werden. Keren Hajessod ia Großbritannien In Großbritannien wird die Organisierung der Keren Hajessod-Katnpagnc fortgesetzt. Dr. Immanuel Olsvanger hat kürzlich seine Bemühungen auf Olasgow konzentriert, wo einer Anzahl von Versammlungen eine besondere Sammeiaktion für den Keren Hajessoa in großem Stile folgte. Die lokale Presse räumte den Bemühungen des Keren Hajessod. seinen edlen Zielen mul hervorragenden Lejstungen in Palästina einen groBtt Raü%1 efii. m eiiifem neuen Aufruf des Zentralkomitees des Keren Hajessod in England wird die britische Judenheit dringend aufgefordert, die auf England entfallende;Quote von £ 50 000 wirklich aufzubringen. (Ziko.) Zionistischer Distriktstag ia Karpathoraßlaid Am 27. Dezember fand in Beregsas der dritte ordentliehe zionistische Distriktstag für Karpathorußland statt. In den angenommenen Resolutionen wird u. a. volles Vertrauen zu der Politik der zionistischen Exekutive ausgesprochen. Die vom zionistischen Zentralkomitee für die Tschechoslowakei cingeleiteten Schritte zur systematisehen Durchführung einer planmäßigen und straffen Gliederung und Zusammenfassung der jüdischen Bevölkerung Karpathorußlands im Rahmen der Zionistischen Weltorganisation werden begrüßt. Die Förderung des hebräischen Schulwesens wird gefordert, ebenso die Schaffung einer straffen Jugendorganisation. Eine Neubelegung der Tätigkeit für den Keren Hajessod und Nationalfonds, die vornehmsten Instrumente de; Palästina-Aufbaus, wird erhofft. Dr. Georg lalpern in New York Der Managing Director des Jewish Colonial Trust, Dr. Georg H a 1 p e r n , ist am 22. Dezember in New York eingetroffen, um kurze Zeit in Amerika zu bleiben. Er will mit den Führern der amerikanischen Zionistischen Organisation wegen ■einer Reihe wichtiger finanzieller Unternehmungen in Palästina verhandeln, (Ziko.) 1. Vereinigte Staaten 2. Rumänien: Bukarest £ 808. 2, 2 Bukowina 520. 2.11 Beßarabizn 0 .0 .250 ״ Transsylvanien 4 .179.11 ״ 3. Deutschland ———— 4. Argentinien 5. Lettland (Libau 597.12.10, Riga 521) 6. Holland 7. England 8. Polen: Warschau £ 297.14. 6 Lemberg 2 .177.17 ״ Wilna 2 ■154.19 ״ 9. Tschechoslowakei 10. Palästina 11. Jugoslawien 12. Oesterreich 13. Schweden 14. Finnland 15. Estland 16. Litauen 17. Dänemark 18. China (Tientsin) 19. Danzig 20. Peru 21. Griechenland 22. Frankreich (Straßburg) 23. Tunis Die Gleichberechtigung der Jaden in Spanien Die spanische Gesandtschaft in Berlin teilte auf eine Anfrage mit, daß die Nachricht, derzufolge General Primo de R i v e r a , das Oberhaupt des spanischen Direktoriums erklärt haben soll, daß ein Jude, der nicht zum katholischen Glauben übertrete, nicht Bürger Spaniens werden könne, den Tatsachen nicht entspreche. Vielmehr habe Primo de Rlvera den Juden die Einbürgerung in Spanien durch ein Dekret erleich'ert. — ln dem gleichen Sinne äußerte sich der Redakteur der Madrider ״El Impercial“, E. D. Rodino, der ausführtc, die Einbürgcrung der Juden in Spanien wurde durch ein Königliches Dekret vom 20. Dezember 1924 erleichtert; das Dekret erläßt weitgehende Bestimmungen zur Erlcichterun sr der Erlangung der spanischen Nationalität für die Juden spanischer Abstammung, die sogen. ״Sephardim“, die jetzt zum Teil in Holland und England, meist aber im Balkan leben. Das erwähnte Einbürgerungsdekret hat bis 1930 Geltung. Prol. Einstein in Paris Paris, 15. Januar. (J. T. A.) Prof. Einstein, der hier eingetroffen ist, um an den Veranstaltungen der Kommission für geistige Zusammenarbeit tcilzunehmcn, wird bei dieser Gclegenheit als Vorsitzender des Kuratoriums der hebräischen Universität zu Jerusalem diese offiziell vertreten. 10000 indische Flüchtlinge in Bulgarien Genf, 10. Januar. (J. T. A.) Den Mitteilungen des Internationalen Arbeitsamtes ist zu entnehmen, daß die Zahl der Menschen, die seit der Befreiung Bulgariens bis Anfang 19S in diesem Lande Zuflucht suchten, 710000 beträgt. Unter diesen sind 60000 nicht bulgarischer Nationalität, nämlich ungefähr 30000 Russen, »)000 Armenier und 10000 Juden. Die indische Not in Polen Warschau, 1?. Januar. (J. T. A.) Der Präsident des Jüdischen Klubs, Abg. Dr. Leon Reich, besuchte den Premierminister Grafen Skrzynski und besprach mit ihm die Modalitäten einer Verwirklichung der jüdischen Postulat! im Sinne des geschlossenen polnisch-jüdischen Abkommens' Dr. Reich machte den Premier darauf aufmerksam, daß der jetzt vor sieh gehende Beamten-Abbau in erster Reihe die jüdischen Beamten trifft, obwohl diese schon bisher wenig an Zahl waren. Es sei nicht zu leugnen, daß bei diesem Abbau antisemitische Motive mitspielen. Ferner lenkte Dr. Reich die Aufmerksamkeit Skrzynskis aut die in Wider• sprach mit der Verfassung stehende Anwendung des Numerus clausus. Es verlautet, Skrzynski hätte Dr. Reich versichert, dal! die Vorschriften bezüglich der Offenhaltung der Geschäfte an den Sonnabend-Abenden trotz des Widerspruchs der So• zialdemokraten durchgehen werden. Er versicherte ferner, daß das Gesetz bezüglich der jüdischen Gcmeindewahlen m den Randgebieten binnen ganz kurzer Zeit durchgeführt wer• den wird. Dem jüdischen Gemeinderat Warschaus soll die Möglichkeit gegeben werden, die Funktionen in den nächsten Tagen zu beginnen. In der Sitzung des Jüdischen Parlamentsklubs gab Dr, Leon Reich Bericht über seine Unterredung mit dem Premier Skrzynski. Es wurde eine Kommission gewählt, die über Mittel zur Abhilfe der Not zu beraten haben wird. Auch wurde beschlossen, sich an die Regierung mit der Forderung zu wenden, einen Vertreter des jüdischen Klubs in die Sektion für Min• derheitsfragen aufzunehmen. Warschau, 14. Januar. (J. T. A.) Das Zentralkomitee des jüdischen Handwerkervereins veröffent'icht soeben einen Bericht über die verzweifelte Lage in Polen. Allein in Warschau ruhen 2060 Schusterwerkstätten vollkora m e n , die, restlichen arbeiten höchstens zwei Tage in der Woche. Die Trikotage-Werkstätten ruhen alle. Von 3000 Werkstätten für Herrenkleider ruhen 2550. Sämtliche Arbeiter in der Kleiderkonfektion nagen am Hungertuch. 65 ״/» der Webereien sind geschlossen. Fast alle 300 Werkstätten für Zimmermannsarbeit und Kunsttichlerei sind ohne Arbeit. Dies allein in Warschau. In der Provinz ist die Lage noch katastrophaler. Die Zwangssonntagsrnhe in Polen Warschau. 10. Januar. (1.T.A.) Die neue polnische Regierung unter der Premierschaft des Grafen Skrzynski t itt, wie verlautet, an die Realisierung gewisser jüdischer Forderungen, die auf dem polnisch-jüdischen Abkommen beruhen, heran. In erster Reihe soll die Zwangssonntagsruhe, die die jüdischen Handels- und Handwerkerkreise zwingt, zwei Tage in der Woche zu feiern, teilweise abgebaut werden. Gestern hat der Handelsmuster Osiecki die Vertreter des kaufmännischen Vereins, Dep. Wischlicki, Senator Trusker und Ing. Seidemann, zu sich geladen und besprach mit ihnen das Problem der Durchbrechung der Zwangssonntagsruhe. Der Minister führte aus, der Regelung, die Geschäfte an den Sonntagen einige Stunden offen zu halten, stehen vorläufig große Schwierigkeiten entgegen, da auch mit der Stimmung der polnischen Oeffzntlichkeit zu rechnen ist. Hingegen ließe sich darüber diskutieren, daß den jüdischen Geschäftsleuten erlaubt werden soll, die Geschäfte an den Sonnabenden drei Stunden länger offen zu halten. Die jüdischen Vertreter erklärten,׳ sie könnten sich damit nicht zufrieden geben* , Die Fraktion der Sozialdemokraten im polnischen Sejm beschloß, sich mit allen Mitteln dagegen zu wehren, daß den jüdischen Kaufleuten, die an den Sabbath-Tagen ihre Geschäfte geschlossen halten, erlaubt werden soll, die Geschäfte an den Sonnabend-Abenden einige Stunden offen zu halten. Die Sozialisten meinen, eine solche Erlaubnis würde gleichbedeutend sein mit einer Durchbrechung des Achtstundentages. Die Mehrheit der Fraktion ist entschlossen, auf diesem ablehnenden Standpunkt zu verharren, auch wenn dadurch ein Bruch der Regierungskoalition erfolgen sollte. Nachklänge des Prozesses Steiger Warschau, 15. Januar. (J. T. A.) Die jüdische, sozialdemokratische und radikalbäuerliche Fraktion im polnischen Senat brachten eine umfangreiche Interpellation ein, in d :r die Minister für Inneres und Justiz aufgefordert werden, die im Prozeß Steiger vorgekommenen ungeheuerlichen Miß• brauche seitens des Polizeiinspektors Lukomski, des Ober- Staatsanwalts M a I i n a, der Untersuchungsri hter R ti t k a und P i o t r o w s k i nach den Gesetzen zu ahnden. Der Innenminister hat bereits das Dekret über die Entlassung des Lemberger Polizeiinspektors Lukomski unterzeichnet. Die verlogene Kronzeugin Die Leitung der politischen Polizei in Lemberg hat an die Staatsanwaltschaft' das Ersuchen gerichtet, gegen die Bclastungszeugin im Steiger-Prozeß, die Balleteuse Fast ernak, die Anklage wegen Verleumdung einer Amtsperson zu erheben. Die Pasternak hatte bekanntlich ausgesagt, Inspektor S a w i c k i, der bei ihrer ersten Einvernahme knapp nach der Verhaftung Steigers zugegen war, sei damals b c t r unke n gewesen und habe sie dazu überreden wollen, für Stiger günstig auszusagen. Die Leitung der •Staatspolizei ha .tc gegen Sawicki die Disziplinaruntersuchung eingeleitet. Es wurde festgestellt, daß die Aussage der Pasternak eine Lüge war. Ein jüdischer Vizepräsident des polnischen Sejm Nachdem die radikale Bauernpartei infolge verschiedener Spaltungen von ihren 70 Abgeordnetenmandaten 43 an verschicdene andere Gruppen verloren hat und mit dem ihr verbleibenden Stand von 27 Mandaten keinen weiteren Anspruch auf den bisher bekleideten Posten des Vizepräsidenten des Sejms mehr erheben kann, rückt nunmehr derjüdische Klub vor. Dieser kandidiert den Abgeordneten Dr. Rosmarin für die den Juden nun gebührende Stelle eines Vize• Präsidenten des Sejms. Rabbiner •Konferenz in Warschau Warschau, 12. Januar. (J. T. A.) Die Konferenz der Rabbiner Polens wird am 8. Februar in Warschau bcginnen und bis 12. Februar dauern. 500 Rabbiner in Polen und 100 iin Auslande wurden zur Konferenz geladen. Hauptsächlich werden die Beratungen der Lösung des Problems der ״Agunoth“ (Gattinnen verschollener Männer, die nicht wieder heiraten dürfen) gewidmet sein. Allein in Polen leben etwa 10000 Frauen, deren Männer im Kriege verschollen sind. Den letzten Transport jüdischer Auswanderer nach Palästina begleitete ein Beamter des Emigrationsamtes des polnischen Regierung, K1 a s o w s k i, der in Palästina die Bedingungen einer Emigration aus Polen studieren will Nr.! Ne4 Ableben Lc wl t Und in Eif hebriisc nichts 1 wird w gewußt einer d Es war Juden F und de ״Chibba vor wärt Icnski er früh so klm Deutsch erstehur und wi Not Haben Renanol poetisch wahren denen \ Manche flDichtku! ״Ethan! Jahrhun nts, die die Wi! des ״Je! der Dr: der ״H! großen noch eil Stellern des ״Hi m u s. schäumt! H amaas der Km Lande c jüdischei Tendenz Jehi ratur, e hebriisc! der bes licher l ״Tanare Mir der auc der jetz sammen; Vizedire Städtche den kiel mehr a Jünghng und die damals 1 gelegen« haben - Als schienen ״Haschil hebräiscl salem b wild ge bist, wo ״Barkai“ im Oste entstellt, gehaucht Mit ״biblisch in der C aber au< Wiedcrg ihnen ns« Ehrt Bul National: sich ans gierung, gegenüb mänen i! als eine zu suche Sic'.■: יי:: Situation scheint t mänisi a 11 n e h Weise s' wärtigen Hierzu ׳ Vaida ist ü b e r h; 1. auch kcii dieser M So s Vaida-Vc \ Ctt teilung « der rum mit der Bukarest Am jiddische Titel ״F

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