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Jüdische Rundschau · 1926-01-15 · Heft 4 (15.1.1926) · page 6

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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr Seite 30 Der Waad Leami nid die Wlse ■Krise Jerusalem, ft, 1. 1926. (P. C.) 111 einer Sitzung des Waad Lcumi 31 0111,׳. K'zeitiber wurde einstimmig eine kesolutiou angenommen, in der ׳״egen den Rücktritt von f>r. Stephen S. W i s c von der Leitung der Vereinigten Palastina-Kampagne in Amerika Stellung genommen wird. Im Anschluß au diese Sitzung des Vaad l.cumi *andte der Vorsitzende, David Ycllin, folgendes Telegramm an die Zionistische Organisation in Amerika: ״Auf seiner gestrigen Sitzung bochloß der Waad Lcumi einstimmig, von der Zionistischen Organisation in Amerika ns verlangen, daß sie dem Rücktritt des Dr. Wise auf Grund haltloser Verleumdungen nicht zustimmt, eines Mannes, dessen Loyalität und Ergebenheit für die nationale Sache außer Frage stellt. Im Interesse des Aulbaus E r c / -1 s r a e 1 s halten wir es für unerläßlich, daß dieser energische und begabte Mann seine Tätigkeit für die wichtige nationale Arbeit weiterführt.‘׳ Das Refliernngs-Büdflel Palästinas j er us a\cm, 12. Januar. (J. T. A.) Die Palästina- Regierung veröffentlichte soeben einen Bericht über die Einnahmen und Ausgaben im verflossenen Budgetjahr, aus welchem zu ersehen ist, daß ein UeberschuB von einer Million Pfund Sterling erzielt worden ist. Unter allen Mandatsländeni, deren Verwaltung vom Völkerbund kontrollicrt wird, ist Palästina, das unter britischem Mandat steht, das einzige Land, das einen UeberschuB in seinem Budget nufweisen kann. Die größten Einnahmen erbringt das ״T a b »,׳"-Departement (Abteilung für Land-Registrierung), das allein in Jerusalem monatlich etwa 10 000 Pfund einnimmt. Hofrat Rudolf Tansslg Wie aus Wien gemeldet wird, ist am 11. Januar in Baden Dei Wien Hofrat Rudolf Taussig im 63. Lebensjahre nach schwerem Leiden gestorben. Mit ihm schwindet ein Mann dahin, der eine populäre Figur der zionistischen Kongresse war. Bereits als Student hat er sich begeistert der zionistischen Bewegung angeschlossen, war ein treuer Anhänger Theodor Herzls und seine Augen glänzten, wenn er im Alter Erinnerungen an diese erste heroische Zeit des Zionismus erzählte. Taussig war österreichischer Parlamentsstenograph und hat auf sämtlichen Zionistenkongr essen den stenographischen Dienst geleitet. Aber abfeschen von dieser amtlichen Funktion verstand er cs, urch sein liebenswürdiges und gütiges Wesen in allen Kreisen Freunde zu werben. Die persönlichen Qualitäten dieses Mannes, der nicht den lärmenden Betrieb politisehen Kampfes liebte, vermögen nur die zu schätzen, die mit ihm persönlich zusammenzuarbeiten Gelegenheit gehabt haben. Denn sein hervorstechendster Charakterzug war Mitgefühl mit allem menschlichen Leid und sein spezifisches Arbeitsgebiet war, trotz seiner eindeutigen politischen An- Behauungen, nicht die Politik, sondern die soziale Fürsorge. Auf diesem Gebiet hat er besonders im Kriege, als der gaüzische Flüchtlingsstrom sich nach Wien ergoß, in unermüdlichem Eifer Hervorragendes geleistet. Eine ganze Reihe von sozialen Institutionen verdanken ihm ihr Dasein, sein besonderes Schmerzenskind war das jüdische Ambulatorium in Wien, däs segensreich gewirkt hat. Aber nicht nur durch Schaffung von Institutionen, sondern durch persöaliehe Fürsorge für die Armen Ina* ffeftnäfföien wLrftte sich seine Menschenliebe aus. Es sei noch erwähnt, daß er es war, der während der Kriegszeit, als alle aktiven Kräfte ins Feld mußten, den Weiterbestand der Zionistisehen Organisation des damals noch großen Oesterreichs sicherte und bis zum Kriegsende die Leitung des Landeskomitees innehatte. Alle, die ihn kannten, werden dem alten ״Revisor“ ein treues Andenken bewahren. Robert Weltsch. Zum Fall Leasing Theodor Lessing: Hindenburg. Mit Vorwort von Maximilian Harden und Nachwort von Herbert E u 1 c n b e r g , Berlin 1925, Verlag Hapkc & Schmidt. Theodor Lessing-Sonderheft der Zeitschrift ״Junge Mensehe n“, Hamburg 36, Oktober 1925, 10. Heft (50 Pfg.) Dem Professor Theodor Lessing ist vom preußisehen Unterrichtsminister ein Verweis erteilt worden, gleich• zeitig wurde er von seinem Lehramt beurlaubt. Es handelt sich hier um einen typischen Fall reaktionärer Hetze gegen einen Juden und freiheitlichen Geist, wie sie im nachrevolutionären Deutschland üblich geworden ist. Wer' den Aufsatz über Hindenburg liest, erkennt in dem Verfasser einen wahrheitsliebendcn, jeder Legendctibildung abholden Geist, der die menschlichen Qualitäten des greisen Feldherrn, der damals noch nicht Reichspräsident war, durchaus würdigt, aber nicht verstehen kann, daß symbolhafte Verklärung einem in Kriegsrausch und Machtwahn erzogenen Volke mehr bedeuten kann als intellektuelle Bedeutung. Die gemeine Hetze, die als Folge dieser Acußerung Lessings gegen den ernsten, um geistige Probleme ringenden, dialektisch befähigten Denker entfacht wurde, spricht nicht gegen ihn, sondern gegen seine Verfolger, von deren niedriger Gesinnung die Drohbriefe Zeugnis geben, die in den .,Jungen Menschen‘• veröffentlicht sind. Traurig ist es um das geistige Niveau. eines Volkes bestellt, wo derartige Intoleranz gerade bei der ״Intelligenz“, den Studenten, möglich ist. Leasing weiß sehr wohl, daß sein Jude 11 tu tu den größten Teil der Schuld für dieses Schicksal trägt. Er äußert sich ausführlich in den ״Jungen Menschen“, wobei er auch darlegt, wie er durch seine Erlebnissc zum Judentum, das er bereits verlassen hatte, zurückgefunden hat (auch dies ein typisches Schicksal!); schon vor zwanzig Jahren sei er daraufhin ״begeisterter Zionist“ geworden. Dies ist vielleicht weniger im parteimäßigen, als im geistigen Sinne zu verstehen. Und bedeutet, daß ein Mensch dieser Art, der als völlig Losgelöster in die fremde Welt zieht, nach allen bitteren Enttäuschungen seine Sicherheit nur durch das Bewußtwerden seines Judentums, seiner schicksalbedingteu und blutbestinimten Eigenart wiederfinden kann. Darum ist der Fall Lessing weit über den Kulturskandal krawallitrcnder völkischer Studenten und nachgebender Beidungsministcr von symptomatischer Bedeutung. Die Zeitschritt ,.Junge Menschen“ tritt mutig für Lessing ein. Sie erteilt ihm das Wort, zu einem erschütternden ״Gerichtstag über mich selbst“, sie sucht durch Zitate und Besprechungen seiner Werke die Debatte in das Gebiet der Sachlichkeit hinüberzuleiten — wohl vergeblich. Immerhin ist es tröstlich, daß noch eine! Schar junger Menschen sich findet, die sich für Deutschlands Studentenschaft schämt. — Daß auch Harden und Eulenberg in der erstgenannten Broschüre für Lessings Rede- und Lehrfreiheit eintreten, ist kaum zu sagen nötig. Mi. Wa. Wie das Hauptbüro des J. N.-F. meldet, begibt sich Herr Jul ins Berger, der Leiter der Organisations- und Propaganda-Abteilung, auf Einladung der amerikanischen Zionistischen Föderation nach den Vereinigten Staaten. Nr.« Nürnberger Brief Peipers Wahrheit Uber Palästina Von unserem Berichterstatter. Die Hoffnung auf ein endgültiges Abflauen des Anti- M’niitismus i.-t in vielen Juden so stark, dall sie glauben — wie cs z. B. der Berichterstatter der C.-V.-Zeitung m einer l'cmcrkiing /um Luppe-Streicher Prozeß tut — aus der Tat- Sache, daß Streichers persönliche Gefolgschaft nicht mehr halb so groß ist als zu Zeiten des ersten Prozesses, folgern zu dürfen, man stehe mm vor der Wiederkehr besserer Zeiten für die Juden. Sie sind eben fast unbelehrbar — sie übersehen, dah in demselben Prozeß der Oberbürgermeister einer Stadt von nahezu 400 000 Einwohnern, der über einen Stab von über 3000 Beamten zu wachen hat, sich unter Duldung des Gerichts zu verantworten hat, sich rechtfertigen muß, daß unter 3000 Beamten 5 oder 6 Juden sich befinden. Sie übersehen, daß zwar heute der Radau-Antisemitismus weniger hervortritt, daß aber dafür das Gefühl der Ablehnung gegen die Juden sich um so mehr in die Tiefe entwickelt und eine vollständige Scheidung von den Juden herbeigeführt hat, wo sie noch nicht vorhanden war. Der Antisemitismus hat sein Ziel erreicht, wie Blumeiifckl jüngst in seinem hiesigen Vortrag sagte. Allerdings gibt es auch eine große Anzahl von Juden, die nach dem großen Schock des Jahres 1923 die Sachlage richtig erkennen und sich auf ihr Andauern einrichten. Sie haben sich für ihr Leben einen jüdischen Kreis, eine jüdische Gesellschaft eingerichtet, in der sie sich recht behaglich fühlen. Da sich die Kreise der Juden und der Nichtjuden außerhalb des Wirtschaftslebens kaum schneiden, so gibt es wenig Reibimgsflächen, man spürt nichts vom Judenhaß, lebt in einer angenehmen Gemeinschaft, die man mit allerhand Idealen und Ideälchen schmückt; der wirtschaftliche Trieb ist nicht beschränkt, gesellschaftliche Zurückweisung braucht man nicht zu erfahren, da man in die nichtjüdische Gesellschaft nicht mehr einzudringen versucht. Mit dem Judentum selbst ist es auts Beste bestellt, denn die jüdischen Geselligkeitsvereine blühen und das Interesse am Fortbestand des Judentums wird in allen Reden proklamiert. Kurz, man ist mit dem gegenwärtigen Zustand recht zufrieden und hält seinen Fortbestand für eine durchaus hinreichende Garantie für die Zukunft des Judentums. In diesem Zustand der Selbsttäuschung einerseits und der Selbstzufriedenheit andererseits wirkte der Vortrag, den Kurt Blumenfeld hier am 15. Dezember über ״Der Kampf um den Zionismus“ hielt, aufklärend und reinigend, mahnend und in die Zukunft weisend. Der Vortrag Blumenfelds, der sehr gut besucht war und dessen Publikum sich aus allen Kreisen der hiesigen Judenheit zusammensetzte, war keine Propagandarede im gewöhnlichen Sinne des Wortes; er war vor allem in seinem ersten Teil eine tiefgründige Untersuchung des gegenwärtigen Geistes- und Seelenzustandes der deutschen Juden als Gruppe genommen und zwar vor allem der zweiten Gruppe, der Selbstzufriedenen, der ״guten Juden“. Er wies an Hand der Oeschichte der Emanzipation und Assimilation im 19. Jahrhundert nach, wie sehr bisher die Juden Objekte anstatt Subjekte ihres Schicksals waren und wie inhaltlos und bcschränkt das Judentum ist, in welchem sie jetzt nach dem Sieg des Antisemitismus und der völligen gesellschaftlichen Isolierung der Juden ihre Zukunft suchen, wie menschlich gehemmt und wenig würdig die Juden in ihrem Schielen nach Außen, nach der Wirkung aut die Nichtjuden, die für sie in allen ihren jüdischen Lebensäußerungen das oberste Gesetz sind, sich ausnehmen und wie wenig ein solches Judentum geeignet ist, Kräfte aipuzfehen und zu entfalten und eine ׳ Zukunft, s;Br - Im Gegensatz dazu ittwirf er Im zweite« Tene seines Vortrags das Bild des Zionismus, der das jüdische Geschick gestallten will und bereits begonnen hat, im werdenden Gemeinwesen m Palästina neue jüdische Werte zu schaffen, reich vielleicht an Fehlern, Unzulänglichkeiten und Irrttirneni wie alles Lebendige, aber voll von Leben und Entwicklung. Der Weg, den Blumenfeld hier für die zionistische Propaganda einschlägt, indem er die ganze Unzulänglichkeit des faute de inieux zurechtgemachten Judentums darlegt, welches für die wirkliche Entscheidung im Sinne einer lebendigen jüdischen Zukunft ein mindestens ebenso großes Hindernis darsteift wie die eigentliche bewußte Assimilation, wird auch in Zukunft die prinzipielle Grundlage für die weitere Ideen- Propaganda abgeben müssen. Es gilt nicht nur die Unmöglichkeit und Verwerflichkeit der Assimilation darzustellen, sondern auch die Inkonsequenz, die Banalität und den Mangel an Zukunfts- und Entwicklungsniöglichkciten jenes Judentums, das selbstzufrieden in den Tag hinein lebt. Der Vortrag, dessen gedrängter Form und tiefgründigem Inhalt es für des Themas unkundige Zuhörer nicht immer ganz leicht war zu folgen, wurde mit großer Aufmerksamkeit angehört und fand starken Beifall. Natürlich wurde er auch von vielen, die er anging, u!1d die lediglich ״ekominen waren, um von Blumenfeld eine schöne Rede zu hören, mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Manchem hat er aber äußere und seelische Zustände gezeigt, die er früher nicht wahrgenommen hatte, manchen hat er an dem ׳ bisher unzweifelhaft für richtig Gehaltenen irre werden lassen. Dieselbe Wirkung zeigte sich in noch verstärkter Form in verschiedenen Privatzirkeln, die teils durch Herren Blumenfeld selbst, teils durch den gleichzeitig hier anwesenden Herrn Lew Wolff, aus Trier, in Privathäusern gehalten wurden. Die zionistische Propaganda in Nürnberg hat jedenfalls durch diesen Besuch einen neuen starken Anstoß erhalten und die hiesigen Zionisten werden cs sich zur Aufgabe machen, das starke Interesse, das an der zionistischen Idee geweckt worden ist, nicht wieder erkalten zu Lassen. Neben der äußeren Propaganda, welche durch die obige Veranstaltung gefördert wurde, hat die Zionisti ehe Ortsgruppe Nürnberg-Fürüi in diesem Herbst auch eine Reihe von internen Abenden ab gehalten, die sich die Behandlung aktueller Probleme des Zionismus ziiin Zweck der zionistischen Ausbildung der Mitglieder zum Ziel gesetzt haben. Nachdem im September ein Kongreßbericht stattgefunden hatte, der von den Herren Dr. M. N 11 ß b a u in und Dr. Liebstädter gehalten wurde, sprach am 25. 9. Herr Dr. L. Maycr über ״Das Problem des Führers in der Zionistischen Organisation“; am 15. 10. Herr Rechtsanwalt F e i 1 c h e 11 f e 1 d über ״Pro bleme der landwirtschaftlichen Kolonisation Palästinas“ nach dem Buche von Dr. Ruppm. Am -1. 11. sprach Herr Dr. Nahunt Ooldnia n 11, der als Gast bei uns weilte, über ״Die Lage der zionistischen Organisation nach der A.-C. Sitzung“, wobei er insbesondere das Verhältnis zu den Nichtzionisten, das Krimprojekt und das Problem der vierten Alijah behandelte; am 19. 11. Herr Dr. J, Bamberger über I;Dic jüdische Schule“', eine Frage, die in Nürnberg zur Zeit eine große praktische Bedeutung hat und am 3. 12. Herr Dr. E. Thal mann über ״Das Krimprojekt und der Zion!?- mus“. Die Vorträge waren von den Mitgliedern der Z. O. G. gut besucht und brachten wertvolle Anregungen. Besonders erwähnt sei noch, daß in unserer Nachbarstadt Fürth, die dort seit etwa einem Jahr bestehende zionistische Jugendgruppe in Gemeinschaft mit der Sektion Fürth der Ortsgruppe Nürnberg-Fürth ein reges zionistisches Leben entfaltet. Die Jugendgruppe vepnstaltet jeden Dienstag einen Heimabend, der der Behandlung zionistischer und allgemein jüdischer Fragen dient. Y Ein Wiener Redakteur, namens Robert Paper, bereist gegenwärtig im Aufträge der Organisation Naumann Deutsch• fand und hält Vorträge unter dem Titel ״Ke Wahrheit üb« Palästina“. Uns mit den Ausführungen des Herrn Pdp« zu beschäftigen, liegt wenig Anlaß vor. Seine Entstellungen und tendenziösen Verdrehungen finden nicht einmal bei den national-deutschen Juden, die in geringer Zahl auf diesen Veranstaltungen unter sich bleiben, Glaubai. Was Herr Peipcr unter lebhaftem Widerspruch selbst uninfbrmlerter Zuhörer zu erzählen weiß, ist kindische Entstellung und Mißdeutung. Peipers ״Wahrheiten“ über Palästina, die er vorige Woche in Berlin vor zirka 120 eingeladenen entjudeteti national-deutschen Parteigängern zum besten gab, boten der ״Deutschen Allgemeinen Zeitung“ Veranlassung, in ihrer Soniitagsnummer ״Wahrheiten“ über den Zio• nismus zu veröffentlichen. Der Wahrheitssucher der ״D. A. Z“, Friedrich von Oppeln Bronikowski, stellt fest, daß ״die Jüdischvölkischen oder Zionisten den Deutschvölkischen entsprechen“. Schon diese Behauptung charakterisiert den Wert der restlichen Ausführungen des Herrn Bronikowski. Er stellt fest, daß in Palästina wärt• schaftlich, national und soziologisch alles drunter und drüber geht, daß die Zionisten ein mißbrauchtes Werkzeug englischer H e rrsch a f ts gelüste im Vorderen Orient sind, und daß (Paper ist sein Gewährsmann) Wiener Touristen nach schweren Enttäuschungen bei ihrem Besuche in Palästina auf der Rückreise ausgerechnet die deutsche ״Nationalhymne“ gesungen haben. Zum Schlüsse macht sich Oppeln-Bronikowski für die Juden die programmatische Erklärung des Vortragenden zu eigen: ״Nicht englische Judcnkolonie, sondern wiedergebürt Groß-Dcutschlands.“ Wie sich der kleine Moritz den Zionismus vorstellt! Schon der hatte in der Schule auf eine Zusammenstellung wesensfremder Dinge die Antwort: ״Wie kommt das zu dem?“ Es ist wirklich unerfindlich, was die Idee Groß-Deutschlands mit der Weltfrage des Judentums und des jüdischen Volkes zu schaffen hat. Wenn die ״D. A. Z.“ und ihr Berichterstatter Wert auf Naumann und seinesgleichen legen, so kann das jüdische Volk diese Herrschaften ihnen ohne weiteres zedieren. Der Verlust wird wahrlich nicht groß sein. Mo. W, Eile Propaganda״Aktion des EmigrathmsdirekloriUBS Das Vereinigte Komitee für jüdische Auswanderung (Emigrationsdirektorium) hat beschlossen, eine groß angelegte Propaganda-Aktion in Europa und Amerika einzuleiten, um die jüdische öffentliche Meinung in diesen Weltteilen über die Probleme der jüdischen Wanderung aufzuklären. Ke erste öffentliche Versammlung wird am Sonntag, den 17. Januar, 81/2 Uhr abends, zu Berlin, Logenhaus Kleiststraße 10, stattfinden. Das Thema wird lauten: ״Die Probleme der jüdischen Wanderung“. Einberufen wird die Versammlung vorn Emigrationsdirektorium mit Beteiligung der folgenden Organ!'- sationen: Arbeiterfürsorgeamt, Centralverband ״ORT“, Centralverband ״OSE“, Palästina-Amt, Verband ostjüdischer Organisationen, Verein für jüdische Emigration und Kolonisation u. a. in. Ansprachen werden halten: Abg. Dr. Oskar Cohn, Dr. Alfred Klee, Dr. M. Krainin, Jacob Lestsch i nsky, Dr. Paul Nathan, Dr. A. Singalowsky u. a. m. Der Eintritt ist frei. M* Einwaideraog nach Amerika amt des Völkerbundes teilt mit: Int Quotenjahr 1924/25 sind nach den Vereinigten Staaten aus allen Teilen der Welt 294 314 Einwanderer gekommen. 92728 wurden depärtiert; somit macht die reine Einwanderungsziffer 201 586 Einwanderer aus. Die Einwanderung hat si:n sogar gegenüber dem Vorjahre verringert. Unter den Einwanderern im Quotenjahr 1. Juli 1924 bis 30, Juni 1925 zählte man 12100 Juden. Die Kunstsammlung der Berliner jfidiseben Gemeinde In der unter Leitung des Oberbibliothekars Dr. Stern stehenden Bibliothek und Kunstsammlung der jüdischen Gemeiude (Oranienburger Str. 29) wurde eine Ausstellung: Letzte Erwerbungen (Altertümer, Kunstgegenstände, Bilder, illustrierte Drucke usw.) eröffnet. Die Kunstsammlung war wegen eines in ihr verübten Einbruchs längere Zeit geschlossen; sie ist nunmehr wiederum jeden Sonntag von 10 bis 1 Uhr geöffnet. Schitlowsky-Ehrungen in Berlin. Das aus Anlaß des 60 jährigen Geburtstages Schitlowskys in Berlin gebildete Jubiläumskomitce läßt demnächst ein Schitlowsky- S a 11! m e! w e r k erscheinen, das eine Reihe Wissenschaftlieber und literarischer Aufsätze des Jubilars und hervorragender jüdischer Schriftsteller, sowie eine Biographie Schitlowskys und eine erschöpfende Bibliographie seiner Werke und Aufsätze enthalten wird. Das Werk wird in jiddischer und deutscher Sprache erscheinen. Am 21. Januar wird in den Musikerfestsälen zu Berlin, Kaiser-Wilhelm-Straßc 31, eine Jubiläumsfeier stattfinden, bei welcher David B e?r g e 1 s o n , Leo ßratnson, Prof. Sch. Dubn0w, W. Latzky-Bertholdi, B. Locker, Dr. A. Singalowsky, Prof. Ludwig Stein, Dr. J. Steinberg u. n. m. sprechen werden. Im musikalischen Teil werden mitwirken die Sängerin Frau Lia S w e t und der Geiger Nathan Mills t ein. Der vom Komitee eingesetzte Vollzugsausschuß besteht aus den folgenden Herren: David Bergeisen, Leo Bramson (Vorsitzender), Prof. Sch. Dtibnow, J. Dujour (Sekretär), Feinleib, M. Krainin, W. Latzky-Bertholdi, B. Locker (2. Vorsitzender), A. Singalowsky, Steinberg, E. Tschetikower, M. Waldmann und Wischnitzer (Schatzmeister). Hundertjahrfeier der Zunz-Schulc in Berlin. Die Bcrliner Jüdische Gemeinde beging am Sonntag mittag in der Knabenschule der Gemeinde die Feier des 100 jährigen Be- Stehens dieser Schule in Verbindung mit dem 25 jährigen Jubiläum ihres Studiendirektors Dr. Gut mann. Anläßlich des 100 jährigen Bestandes der Schule verfaßte der Direktor der Schule, Dr. Josef G u t m a n!1, eine Festschrift, die die Geschichte der Schule vom Jahre 1826, da sie unter der Leitung von Leopold Zunz begründet wurde, bis auf die heutigen Tage schildert. Der Schulvorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Schule, die jetzt eine Kn aben-Mittelschule ist, bis zur Obersekunda einer höheren Lehranstalt auszubauen. B. schau“ gegen( diese Centra daß c muß. weshal betrieb Di 24. De vorstai Hajes® auch 1 zum f •teser trale Der Pa zionisti Problei einfach Das w in judi von un Fall v: Hajes» wirklld Vo erfahre m. neutral J u s t i Zeit di Sic wii blick b deshalb noch Ansicht Freund werk i einen 1 das!1 c nicht f Fei §' wehrt Antwor C.-V.-Z Arsenal Zeiten gesandt C-V z Die '״R tnals, 0 «ilch ni Dit mm zt Deut! könnten gifteten sondere liehen traue druckt jüdische Keren l der K.l der Na! Hajesso Was ist daß dei gaben i und Au! der C. anerken von da und für der net wiesen ..nahen; Siedlung nur um Aber d Wochen mit bes Dan andere ( ablehnei verband Rundsch vor der large ni die 2,50 mäßig £ gliedern, Lage w weitere Es 1 gehen j Juden, < angeschl ist so 1 Neutralit nicht du mehr!10 Presse 1 V c r w e auf der Hafcs! worden tral>V Unter dem Titel 1״ lortulus Librorum“ veröffentlicht die Antiquariatsbuchhandlung ״Utopia“ (Berlin, Kaiserallec209) einen interessanten illustrierten Katalog über Manuskripte, Inkunabeln, Alte Drucke usw. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Abteilung Juda!ca, die eine ganze (Anzahl sehr wertvoller alter Ausgaben jüdischer Bücher anzeigt. Die in Riga in jiddischer Sprache erscheinende Tageszeitung ״Dos Folk“ teilt ihren Lesern mit,daß die Redaktion vom 10. Januar ab unter der Leitung von W. Latzky- Bertholdy und Dr. Schcchtmann steht. ,

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