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Jüdische Rundschau · 1926-01-15 · Heft 4 (15.1.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 4 (15.1.1926)
Date
1926-01-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 4 Nr. 4 Se:te 2H Juden in Bordeaux , und die Ostjuden in Westdeutschland seien zwei ganz verschiedene Wesen, diese seien Fremde niederer Kultur, hätten nach Gewohnheiten, Lebcns&nschauungen und Lebensführung mit den Bordeauxcr Juden nichts gemeinsam, die sephardischen Juden Westfrankreichs seien int Gegensatz zu jenen von edelster Abstammung und mit allen Tugenden des Leibes und der Seele ausgestattet, sie Ständen ihrer christlichen Umgebung in nichts nach. Aber diese Preis• gäbe der deutschen ״Ostjuden“ ward den überheblichen Bordeauxer Juden nicht zum Segen. Sie war der Ausgangspunkt antisemitischer Angriffe, die sich gegen die Schänder des jüdischen Namens richteten. Im Jahre 1767 erschien eine Schmähschrift gegen die Juden in Bordeaux unter dem Titel ״Gesuch der Kaufmannszünfte gegen die Zulassung der Juden und deren Gerechtsame“, die die schwersten Beschuldigungen enthielt und die Ausweisung aller Juden aus Bordeaux for* derte. Diese mußten sich durch eine Reihe von Verteidigungs- Schriften der Judenhasser erwehren und ernteten so, was sie gesät hatten. Die Nachkommen der von den französischen Westjuden mißhandelten deutschen Ostjuden peinigen heute die noch östlicheren Ostjuden. Zionistische Arbeit in Portugal Von einem gelegentlichen Korrespondenten. J. E. R. Lissabon, Ende Dezember 1*123. Wenn man die Beziehungen, die gegenwärtig zwischen der Ungefähr tausend Kopfe betragenden jiddischen Kolonle Und dar Portugiercn herrschen, aus eigener Anschauung kennen lernt, fragt man sich verwundert, ob Portugal wirk- Uch das Land ist, in dem vor vierhundert Jahren die luden so furchtbare Verfolgungen wegen ihrer Religion zu erdulden hatten. Die heute tu Portugal lebenden Juden werden mit Selbstverständlichkeit als die Nachkommen und Erben des aus der Bibel bekannten Volkes Israel betrachtet, dessen natürliche Heimat ״Judäa“ heißt. Auch die Mehrzahl der In Portugal lebenden Juden fühlt national und erblickt nicht wie in anderen wörtlichen Landern in der Assimilation an die Mehrheit eine Lösung des jüdischen Problems. Fast in allen jüdischen Familien, deren cs allerdings nur wenige gibt, ist die Beitragsleistung für Palästina eine selbstvcrständliche Sache und überall sieht man in jüdischen Häusern die blau-weißen Büchsen des Keren Kajctneth. Bei Helen jüdischen Familien hängt sogar das Bild Theodor Herzls als Symbol der jüdischen Einstellung der betreffenden Familk. In der letzten Zeit wird unter den Juden eine lebhafte zionistische Propaganda getrieben. Ein hiesiger Jude, Ingenieur Schwarz, gab vor kurzer Zeit ein Buch in portugiesischer Sprache unter dem Titel ״Die Ncu-Christen (Marannen) von Portugal“ heraus, in welchem Judentum und Zionismus behandelt werden. Dieses Buch hat auf Juden und Nichtjuden großen Eindruck gemacht. Seit einiger Zeit weilt in unserer Mitte Prof. Dr. Nahtun S10 us c h , dessen Vorlesungen über den ״Aufbau des jüdischen Volkes in Ercz-lsracI“ unter der hiesigen Judenhcit Begeisterung erregt haben. In Lissabon halfen oft Dampfer, auf denen sich Pa- Hstina-Reisende aus Amerika befinden. Diese Passanten besuchen die jüdische Kolonie und deren Beispiel regt auch die hiesigen Juden an, der Frage näherzutreten, persönliche Beziehungen zu Palästina anzuknüpfen. Vor einigen Tagen hat sich, dank der vorangegangenen Propaganda des Prof. Slousch, in Lissabon eine Zio* ä '111 ■£ '01 f s 'g r u pp %':־ BepflMdife Dir51׳WrsÄintf׳ dlf- Gruppe Ist bemüht, geeignetes Propaganda-Material herbeizüschaffen und eine öffentliche Jüdische Bibliothek zu begründen. Allenthalben macht sich der Wunsch geltend, mit den lebendigen Teilen des Judentums in der ganzen Welt und vor allem in Palästina Beziehungen anztiknüpfen und auch in Portugal jüdische Kulturinstitutioncn ins Leben zu rufen. Deutsche Intellektuelle und Jmlenfrage Zu dem Artikel von Oerhard Hold he im, ״Deutsche Intellektuelle und Judenfragc“ in Nr. 2 der ״Jüdischen Rundschau“ ersucht uns der Herausgeber des Sonderheltes ״Antisemitismus und Jüdisches Volkstum“ der Zeitschrift ״D e r Jude“, Herr Dr. Kaz.nelson, darauf hinzuweisen, daß in dem erwähnten Heft auf die Ausführungen von Oskar A. H. Schmitz, Wolfgang Schumann und VC i hem Michel ausföhrlich erwidert wurde. Gegen Schmitz und S humann wendet si h Gustav K r 0 j a 11 k e r in reinem Artikel ״Der Weg zum Deutschtum“, gegen Wilhelm Michel Martin Bub er ln seinem Aufsatz ״Pharisäertum“. Beide Tatsachen hätten nicht verschwiegen werden dürfen, soll die Kritik als objektiv angesehen werden. Wie Oskar A. H. S c 11 rn i t z der Redak ion mitteilt, beabsichtigt er, in der Zeitschrift auf die bellen Aufsätze von Buber und Krojanker zu antworten. Die Erwiderung von Buber müsse er zum Teil an nehmen, und auch die Forderung von Krojanker sei im Grunde die seine. Er wolle dies in der־ Replik nusführen. Es scheint also, daß das Sonderheft des ״Juden“' die von Holdheini gef rderte Aufklämng der deutschen Intellektuellen.Schicht, mit der man übereinstimmen muß, innerhalb d:s eher solchen Puh ika'ion gesetzten Rahmens bereits z. T. verwirklicht ist, und die beabsichtigtc freie Aussprache ihre Wirkung zu äußern beginnt. Nicht einverstanden kann die Redaktion der Zeitschrift si h mit einem Standpunkt erklären, der in dem Satz Holdheims zum Ausdruck kommt; ״Ob und wie weit wir im deutschen Leben Abstinenz üben werden, ist eine Frage, di; nur wir selbst und auch unter uns sehr verschieden beantworten ...“ Ohne auf das Sachliche dieser Auffassung cingehen zu wollen, möge darauf hingewiesen werden, daß dadurch eine Diskussionsmöglichkeit mit nichtjüdischen Intellektuellen so gut wie ausgeschlossen wird. Von einem solchen Standpunkt aus müsse allerdings zugegeben werden, daß die Herausgabe einer Publikation, wie des erwähnten Sonderhefts, als wenig zweckvoll erscheinen würde, Indern wir von dieser Zuschrift des H'rrn Dr. Kaznelson unseren Lesern Kenntnis geben, möchten wir unser seits Linzzjfügen, daß wir den Aufsatz von Dr. Holdheim keineswegs als eine K: Lik des Sonderheftes ״D c r Jude“ aufgefaßt haben dessen vorzüglichster Inhalt da i - --i h* erwähnt wird, sondern als eine davon unabhängige Stellungnahme des Autors zu einigen in dem Hefte aufgeworfenen Problemen. Es ist bei Aufsätzen dieser Art selbstverständlich, daß der Verfasser lediglieh seine persönliche Meinung über den nuancenreichen Gcgerrtand ausrpr! ht. Wenn man'he ,,eine’־ Einwinde in dem Aufsatz Krojcnkcrs i:n f Juden“ selbst bereits vorweggenommen sind, so erhöht das für unsere Leser nur den Anre z, 711 den! Hefte selbst zu greifen. Wie die Amerikanische Bibelgesellschaft mitteilt, hat die Sowietregicruflg, die seit den letzten fünf Jahren die Einfuhr von Bibeln bis auf wenige Ausnahmen nach Rußland verboten hatte, jetzt die Genehmigung für den Druck einer erheblichen Zahl von Bibeln in den Regierungsdruckereien in Moskau und Leningrad erteilt. Brief ans Rumänien Antisemitische Skandale - Das neue Schulgesetz - Organisaiionsbesfrebungen Von unserem Korrespondenten. tn. Bukarest, Anfang Januar. Man ist fast schon müde, immer und immer wieder auf die leidigen ״Studenten“-Exzesse zurückzukommen, die, von den Univer i äten ausgehend, si.h rasTi auf andere Gebiete verpflanzen, um dann, wenn die Hand der Behörden zugreift, 1111 Sande zu verlauten, und erst wieder autzutauchen, wenn die Rädelsführer glauben, daß man ihrer vergessen hat. Kaum hatten die heurigen Kurse an den Hochschulen begonnen, als auch schon, entgegen den so oft und feierlich abgegebenen Versprechen der Studentenführer, Unruhen in und neben den Lehrsälen der Universität aurbrartten, die anfangs die gewaltsame Entfernung jüdischer Studierender bewerkstelligten, schließlich aber in Straßenkrawallen und Eeieidigung von Professoren während der Vorlesung ausarteten. Die anfangs sehr milde handelnde Behörde grift rasch drastisch zu: Die Univer: ätäten wurden mit Militär Umzingelt, der Zugang streng kontrolliert, die Hatintskandalmacher für ein ganzes Jahr aus allen Hochschulen des Landes unwiderruflich relegiert, und noch schärfere Maßnahmen sind angesagt, für den Fall, daß die Ruhe nicht vollständig hergestellt werde. Inzwischen sind die Weihnachtsferien einfetreten und mit diesen auch ein Sti'Istand in der Studentenewegung. Auch hat das jjroße Tagesereignis — die piötzliehe Abdankung des Kronprinzen — alle anderen Geschehnisse für eine Zeitlang in den Hintergrund gedrängt. Wir wollen aber das Kapitel ״Studenten“ nicht abschließen, ohne zu erwähnen, daß die Skandalma her durchaus nicht nur a n 11 - jüdische Exzesse veranstaltet haben. Kurz vor Weihnachien kam cs in dem wegen seiner künstlerischen Leistungen sehr geschätzten Theater ״Regina Maria“ zu wirrten Auftriften: Ein von einem christlich-rumänischen Autor deutschen Namens, A. de Hertz, aufgeführtes Stück hatte das Mißfallen der anwesenden christlich-nationalen Studenten erregt, sodaß sic begannen, im überfüllten Saal wüste Exzesse zu veranstaltcn; und die Polizei mußte dngreifen und den Saal von den Ruhestörern gewaltsam räumen, in Cluj (Klausenbürg) überfiel eine Qrupne von etwa 15 Studenten den auf der Durchreise fm Bahnhot Befindlichen rumänhehen Schriftsteller und Sekretär der Liga für Menschenrechte, Costatoru, und verprügelte ihn derart, daß der siebzigjährige Greis fast ums Leben gekommen wäre. Zuletzt hat diese ewige Krawallmachcrei die nur allzulange währende Geduld der Regierung zum Reißen gebracht. Zwei kommandierende Generäle ließen sich bei einem Bankett hinreißen, ihre Sympathien mit den nationalistischen Studenten zum Ausdruck zu bringen; die Sache hatte sofort eine Interpellation im Parlament zur Folge, und die Generäle wurden prompt durch königliches Dekret strafversetzt. Aber ein weit wichtigeres Ereignis ist die endgültige Annahme des neuen Schulgesetzes. Nach langwierigen Verhandlungen der Regierung mit den nationalen Minderheiten, darunter auch mit den Vertretern der Juden, und nachdem die Frage auch vor dem Forum des Völkerbundes angeschnitten worden war, hat der Unterrichtsminister unter dem kräftigen Drangen des Außenministers Duca in 22 Punkten dem Standpunkte der Minoritäten Rechnung getragen wovun zwei auch die jüdischen Forderungen berücksichtigen. Für die Juden wurde erreicht, daß der Passus ״die Unterrichtsspräche in den jüdischen Schulen ist die Staatssprache" in aem Artikel über die Unterrichtssprache in den Privatschulen gestrichen;!»»$44•, feT®? sieht, .daß, lld. UnterrSntaspfaae. ,ij-jen, Jchiiit «r., noritäten die Muttersprache sei, auch den Juden zuute kommen kann. Aut einer anderen Stelle wurde ausrücklich gesagt, daß für die jüdischen Schulen die Unterrichtssprache die rumänische oder ״jüciiche“ sei. wobei nicht entschieden wird, ob diese Sprache Hebräisch oder Jiddisch ist. Die Vertreter der Juden Im Parlament, so besonders der greise jüdische Führer, Dr. Adolf Stern, haben in ausführl.'chcii Reden während der Debatte den Standpunkt der jüdischen Bevölkerung zum Ausdruck gebracht. Dr. Stern hielt eine imponierende Rede rein zioni tischer Färbung, wie sie wohl seit dem Bestehen des rumänischen Parlaments no״h nicht in dessen Mauern ertönte, und forderte für die jüdische Bevölkerung das volle und gleiche Recht, wie die übrigen Landesbürger den Unterri ht in der Weise und in der Sprache zu organisieren, wie er den Schulkindern und deren Eltern am besten paßt. Er bestand auf dem Rechte für die Juden, je nach Wunsch die hebräische oder die jiddische Sprache als Untern ־htsrprache in den jüci chen Schulen zu gebrauchen, forderte für die jüdicchen Gemrindeschulen das Oefientiichkeitsreeht und ferner das Recht für die Juden Rumäniens, eine Lehrerschute (Normalschule Lehrersemiaar) zu eröffnen. Diese Forderungen unter:tützten die übrigen jü:!i:chen Abgeordneten und Senatoren, und aurti manche Redner der nichtjüdischen Opposition sih'o:-• en si 11 dem Standpunkte c’cr nationalen Minderheiten an. doch konnte man trofz allen Anstrengungen ni־ht mehr durchsetzen als die obenerwähnte Konzession mit Bezug auf dic Unterri htssprarhe Li den jüdi chrn S־hulcn. Die Frage muß aber insofern als noch r.i ht voll tändig erledigt gelten, als man bei dem in Bälde vor das Parlament kommenden Kultusgemeindegesetz Gelegenheit haben wird, für die Rechte der jü.li chcn Gemeinden und deren Institutionen zu kämpfen. Das Schu'gesctz hat, wie aus der gesamten jüdischen Presse des Landes ersichtlich, die Juden Rumäniens nicht betnedigt. Im Anschluß an die parlamentarischen Kämpfe der jüdischen Vertreter bei der Beratung de3 Schulgesetzes wurde wiederum die Frage der Gründung einer jüdischen Nationalpartei für ganz Rumänien zu einem aktuellen Problem. Die jüdischen Führer haben offenbar eingesehen, daß ihre Kräfte, infolge der bi'herlgen Zersplitterung und des ״Regionalismus“ (Juden Siebenbürgens, ßeßarabiens, Bukowinas und Altruinänlens). nicht amrei heu, um politische Kämpfe erfolgreich zu führen, und gehen nun daran, eine einzige politisch-jüdische Partei ins Leben zu rufen. Dies ist um so dringender notwendig, als ja die Munizipal- und dann auch die Pariamentswahlen nahe bevorstchen, und diese dürfen, — das ist das Gefühl der meisten denkenden Menschen in der jüdischen Bevölkerung des Landes, —■ die Juden nicht unvoi bereitet finden. Die Initiative scheint diesmal von siebenbürglschcn Kreisen auszu״ehen die aber natürlich den Beistand und die Mitwirkung der prominenteren Persönlichkeiten aus dem Altrnch verlangen, wohl befinden sich diese Fragen erst im Stadium der Verhandlungen, aber e$ kann schon jetzt gesagt werden, daß in Bukarest viele der besten Männer unter den Juden diesen Bestrebungen sympathisch gegenüberstehen. Eekannt ist, daß der schön vorhin genannte Dr. Adolf Stern, der tn poliJschen Dingen eine über ein halbes Jahrhundert währende Erfahrung hat, prinzipiell für die Gründung einer einheitlich jüdischen pölitischen Partei ln Rumänien Ist, und daß er, kraft seines ElnPusse« in der jüdUchen Bevölkerung Rumäniens sicherlich sofort viele Freunde für die neue Orientierung gewinnen würde, wenn er sich offiziell in den Dienst dieser Sache stellt. Der Gründung einer solchen nicht rein zionistischen, wohl aber aut nationalem Boden stehenden, und an Rahmen der jüdnehen Interessen auf dem rumänischen Staatsgebiet wirkenden pölitischen Partei könnten sich, so glauben die Wortführer dieser Idee, auch diejenigen Kreise anschii :Ben, die heute noch dem ״Verbände rumänischer Juden“ angehören und mehr die Bekämpfung des Antisemitismus denn positive jüdische Politik, im Sinne einer nationalen Minderheit, pflegen. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob diese in Privatbesprechungeil und in der jüdischen Presse behandelten Fragen zu Taten von bleibendem Wert heranreifen. Arabien RamSnlrn in der Fremde New York, 27. Dezember. (J. T. A.) Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees, Louis Marsh all, der an einem Bankett zu Ehren einer gegenwärtig in Amerika weilenden rumänischen Delegation teilnahm richtete an den Führer der Delegation, Herrn Titulescu, die folgende Arrnrache: ״Vor 41 Jahren Ht si״h Rumänien im Vertrag zu Bri i vc p'lich'e‘, den Juden CLiehbe ech i ,u ig zu gewähren, aber in diesen 41 Jan.e.1 ist dieses Versprechen nicht erfüllt worden. Sie wollen hier Kredit für Rumänien erhalten —• —״ “׳Ja, moralischen und finanziellen Kredit“ unterbrach hier Herr Titulescu. ״— — Sie können aber so lange keinen moralischen Kredit erhalten, als sie durch Bodrängung der religiösen Minderheiten 11 res Landes jene hohen moralischen Prinzipien mißachten, die in Amerika als Gebote gelten“. In dem gld hen Sinne sprach Dr. Stephen S. W is e. Herr Titulescu erklärte in seiner Antwortrede, er bitte die Vertreter der amerikanischen Juden, daß sie ihm die Gelegenheit geben, mit ihnen eine besondere Besprechung abzuhalten. Eine solche Besprechung fand auch statt, wobei Herr Titulescu versicherte, daß Rumänien di״ bürgerliche Gleichberechtigung der Juden des Landes d r.hführt und darauf achtet, alle Hindernisse, die einer solchen Durchmhrung noch im Wege stehen, zu beseligen. Er führte sieben Tatsachen an, die beweisen sollen, daß Rumänien aut dem besten Wege sei, die bürgerliche Gleichberechtigung für alle Nationalitäten und Konfessionen im Lande zu sichern. Die antisemitischen Kundgebungen werden unterd.ückt, zu wirklichen Pogromen sei es in Rumänien 11i:ht gekommen. Juden aus Rußland sind glücklich, wenn sie in Rumänien wohnen können. Herr Titulescu ersuchte auch die Jüdische Telegraphen־ Agentur, im Namen der rumänischen Regierung zu erklären, daß sie, getreu der Verfassung und den Traditionen ihres Landes, die die Gleichberechtigung und Freiheit aller Bürger ohne Unterschied von Glauben vorsehen, immer darauf bedacht sein werde, diese Gleichberechtigung und Freiheit sicher- Zustellern Die polnisch -jüdische Versündigung Warschau, 11. Januar. (J.T.A.) Das Parteigericht der Zionistischen Organisation hat soeben in der Klage des Deputierten Dr. Thon gegen das Warschauer zionistische Komitee, weiches in einer Resolution ausgesprochen hat, das polnisch-jüdische Abkommen schädige die jüdische nationale Ehre (siehe unseren ״Brief auä Polen“ in Nr. 2 der ״Jüd. Rundschau“ d. J.), das folgende Urteil gesprochen: ״Das Gericht erklärt, daß sowohl der Akt des Abkommens. als auch die betreffende Deklaration keineswegs alc nationale Ehre schädigen. Die Bemerkungen des Warschauer zionistischen Komitees hierzu sind unzulässig. Diejenigen Komiteemit״lieder, die für die Resolution gestimmt haben, werden für schuldig erklärt, den Mitschöpfer des Abkommens, Dr. Thon, wenn auch Indirekt beleidigt zu haben. Eine Strafe wird nicht festgesetzt.“ Die Verhandlungen des Oeriehtea nahmen mehrere Tage in Anspruch! Urteil und Motive •teilen eia umfangfiich« ■ Döl׳־* *35 ׳H1׳■!־%>#*־ftfe Die Folge■ des Seigerprozesses Lemberg, 1Z Januar. (J.T.A.) In den leitenden Stellen der Lemberger Polizei werden jetzt durchgreifende Aenderungen vorgenommen, die auf die Ergebnisse dis Prozesses Steiger zurückzuführen sind. Der bisherige Polizeidirekter Dr. Rheinländer verläßt seinen Posten und soll, wie es heißt, in der Diplomatie Verwendung finden. Pie Entfernung des berüchtigten Inspektors Lukomski ist bereits vollzogen. Den ent arabischen H der Ihn Res Königreich 1 [)er Scherif -ich am 3. trat als Vte nahm zuerst gnügte sich Hodschas. 1 l.'nterzeichiie Völkerbünde: Titel Kalif wohticr zähl inen bewoln Höhe seiner Pfund jährli gewisse Zeic ein Minister völlig atitok konzentriert, die Kibia, 1 eine Verein! von Prinzen seines Khali und Trans je Lindern dei Es war und Ihn Sai strebten, ko Zuerst band zwischen N wurde von schlagen, 4' britische lut seines Siege dann nach .August 192 jordanischen Zu Beginn eine ergeh! 23. August Könige von angenommei fm Septem! gegen Hcds Ali übernah! am Roten! Am. 5. Dez< Heilige Stac biten, wenig Mal,. Medin dt?- derzeit auf Südlich sie anschlie Arabiens tn onen und Dynastie b! Die Haupts durch mehr! herrschaft. Eine gfsam'polnüche Zfoiislmkonlereiz Warschau, 12. Januar. In der letzten Sitzung des zionistischen Oberrates wurde der Beschluß gefaßt, i n Monat Februar eine allpolnische zionistische Kottfcr c n z einzuberufen. Die Konferenz wird sich vor allem mit der Frage der Landespolitik der Zionistischen Organisation und ihrer Vertreter in den pariamentari ,eben Körperschäften sowie mit Fragen des Palästircaaufbaues beschäftigen. Auf der Tagesordnung ist auch die Behandlung des Aufbaues und der Vereinheitlichung der polnischen Zionistischen Organisrriion sowie die der kulturellen Tätigkeit vorgesehen. Die Konferenz wird auch zu der gegenwärtigen schweren wirtschaftlichen Lage der Juden in Polen und den eventuellen Hilfsaktionen des ״Joint“ Steliun״ nehmen. Zu diesem Zwecke wurde eine Wirt'chaftskommisrion eingesetzt, die der Tagung entsprechende Anträge vorzulegen hat. Iba Saud v Verlauf wie wurde fast stadt fhxiei• seine Macht fetzten Tag Freundschaf '׳erbeizufiiiit Die W< t u 11 g Are voraussehen günstigste 1 war ein B! seltener Be Konlerm der weslgalizlsehei Zioaislen Die am 3. Januar in Krakau unter Vorsitz von Dr. Syron abgehaltcne Konferenz der Zionisten We ז i :iens und Polnisch-Schlesiens war von 100 Delegierten, die 37 Orte vertraten, beschickt. Ueber die Tätigkeit der Landesexckuiive referierte Dr. Herschdörfer, über das Budget Dr. Hilfsteii, über zionistische Probleme und D mokraiisnrung der pdisehen Gemeinden Dr. Schwarzbart und über die wirtschaftliche Situation in Polen Redakteur Dr. Seiden. In der poü ischcn Diskussion hielt die Hauptrede Dr. Thon. Die Konferenz, an der in Vertretung des K. H. Dr. Morgenstern 11 na Dr. Tarlo teilnahmcn, erwählte wieder zum Partcipräsklcnten Dr. T h o 11 und zum Präsidenten der Exekutive Dr. Wahrhaftig. Der Exekutive ge'ören des weiteren an: Dr. Hilfstein (Vizeprä ident), Dr. Lustbader, Apotheker Salpeter und Lauterbach. (Ziko.) Verha'tonqen 11 de■ rassisch-ifldisehni Kolonie■ und er wie nalen Roma Mohammed■: seinem Iks fats sollte ■ Hussein wi Erbe des 1 Streifen, die der Abbass darüber, de Konstantine bereits näht zeigte auch bischen Stä veder Sym! zu gewinne! Höhepunkt Vom Verbandsbüro der Vereinigten Parteien P o a I e - Zion und Zionisten- Sozial i ’s t e 11 werden Einzelhciteii über die am 12. Dezember v. J. in den alten und neuen jüdischen Siedlungen in Südrußland %־orgenommenen Verhaftungen mitgetcilt: Außer in den Kolonien Sede-Menucha und Nahar-tow wurden Verhaftungen auch in den Kolonien Dobrüje und Klein-Sede- Menucha, sowie in acht neuen landwi tschaftli hen Kollektiven vorgenommen. Da die Verhaftungen meist die aktivsten Mitglieder, Führer der Verwaltung usw. betrafen, hat sich die Lage der acht Kollektiven verzweifelt gestaltet, so daß sie vor dem Ruin stehen. Die Budgetkoni mission des Warschauer Stadtrates beschloß mit Stimmenmehrheit, die folgenden Posten in das Unterrichtsbudget einzustelien: 100 030 Zloty für die Schulen der Warschauer jüdischen Gemeinde und 15 000 Zloty für die technischen Schulen des ״ORT’A An Hu: war ein Au gleichzeitig er die 1־eaJ Schon wähl *) S. eines der H zitierten Fo Lesern nid Berater des deutsch( Original n! h e 1 in ui-• Leipzig 192 ist. Dieses noch zurüi und Zionist die Zustäni gärenden! Freund de

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