Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1926)
- Date
- 1926-01-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Hr.B Seite 20 im Diaspora-Judentum, insbesondere in Deutschland, breit. Die offizielle jüdische Ideologie, die konventio* nelle Lüge des Vorkriegsjudentmns wäre זו Assimilation und Liberalismus. Neben den 'verschiedenen Verlogenbäten des gesamten staatlichen und sozialen Lebens im Europa der Vorkriegszeit konnte auch diese liberale jüdische Assimilationslüge umnnscliränkte offiziehe Geltung erlangen. Jeder Versuch, die Dinge auf ihren wahren Tatbestand zu untersuchen, und das festzusteilen, was ist, fand seitens der jüdischen Offiziehen entschiedene Ablehnung. Nicht das aber ist Geschichte, ,was auf der Oberfläche schwimmt und offiziell vorhanden ist, sondern das, was als bewegende Kraft sich aus den Verknüpfungen des Lebens emporringt. Für die tatsächliche Bewertung der wirklichen Zustände innerhalb des Diaspora-Judentums war auch vor dem Kriege nicht der jüdische Offizialismus der eigentliche Malistab, sondern jenes neue Ghetto, das die Juden umschloß, das jedoch beraubt war des lebendigen jüdischen Inhaltes, der im mittelalterlichen Ghetto der Juden vorhanden war. Der Weltkrieg, sein Ausgang und die Nachkriegsjahre mit ihren politischen und wirtschaftlichen Krisen schienen zunächst neben so vielen politischen Lügen der Vorkriegszeit auch viele soziale und nationale Lügen fortschwemmen zu wollen. Der Zusammenbruch der alten Staatsordnung in Deutschland riß zunächst neben den veralteten, nichtjüdischen herrschenden Schichten auch den jüdischen Offizialismtis in den Abgruttd. Neue Ideen drängten aus Tageslicht und schienen die Herrschaft in Staat und Gesellschaft angetreten zu haben. Zu diesen Ideen hatte die jüdische Assimilations-Psychologie keine Beziehungen. Da wurde es offenkundig, daß sie ihrem ganzen Wesen nach reaktionär und defensiv ist. Sie hatte sich den herrsehenden Mächten angepaßt, und mit deren Sturz hatte auch sie an Bedeutung im Reiche der Gedanken und neuen Strömungen verloren, ihre Beschränkung auf die Landesgrenzen, das fehlende innere Verständnis für die bewegenden Kräfte des zu nationalem Bewußtsein erwachten jüdischen Lebens in der ganzen Welt machten sie in Zeitläuften der Umwälzung und Gärung völlig unfähig, für die auftretenden Probleme der jüdischen Gegenwart eine Deutung zu finden und an der Lösung dieser Probleme mitzuwirken. Resigniert überließ die Assimilation die Führung der jüdischen Geschäfte in der ganzen Welt und auch in Deutschland den bewußt jüdischen Menschen, den Zionisten. Diese stellten zwischen Juden der ganzen Welt und den neuen Tendenzen in Gesellschaft und Politik Verbindungen her. Soni ten und bewußte Juden aus Europa und Amerika Jffcgera.'.der politischen Neuord- Zionjsten, die mit den ans Rüder gelangten, dem wahren Wesen und nicht nur den Worten nach demokratischen Kräften Berührung hatten und bei ihnen Verständnis fanden. Die Assimilation stand abseits, sie ließ sich von den Ereignissen willig treiben. Die Zionisten erhielten vom Völkerbund das Palästinamandat und die Anerkennung der Jüdenfrage als weltpolitische Frage. Jüdische Arbeiterparteien wurden in die Internationale der Arbeiter aufgenommen. Das Komitee der jüdischen Delegationen erkämpfte für die Juden in den Ländern Europas die Anerkennung der Minoritätenrechte. Auch in Deutschland war es die treibende Idee des bewußten Judentums, die die Neuorganisierung und Zusammenfassung der Juden in gemeinsame große Verbände betrieb und durchsetzte. Der Palästina-Aufbau trat aus dem Stadium des Wunsches in das der Verwirklichung. Angesichts derartiger eklatanter Erfolge der wirklich* keitsbewußten jüdischen Strömungen ward sich die Assimilation ihrer Unzeitgemäßheit bewußt JUEDISCHE RUNDSCHAU Nach den Erschütterungen der Nachkriegsjahre und den wirtschaftlichen Wehen der Inflationszeit ist seit wenigen Monaten in Mitteleuropa ein Zustand der Ent- Spannung und Stabilisierung eingetreten. Es stellt sich immer deutlicher heraus, daß die Umwälzungen des Krieges mehr die äußere Form als die innere Zusammen- Setzung der Gesellschaft betrafen. Dunkle Kräfte, die im ersten Schreck nach allen Richtungen zerstoben und sich verkrochen, wagen sich wieder ans Tageslicht In vielen Ländern Europas erhebt die totgeglaubte Reaktion wieder ihr Haupt Das Leben normalisiert sich wieder; man beginnt sich wieder einzurichten und den Verhältnissen anzupassen. Und siehe da, gemeinsam mit den abgetakelten Vertretern der alten Gewalten erscheint wieder die jüdische Assimilation auf der Oberfläche und tut so, als ob sich seit zwölf Jahren in der Welt nichts verändert hätte. Man erinnert sicli an die Restaurationsversuche des französisehen Königtums und seines Anhangs nach der napokonischen Zeit, wenn man das Treiben der so lange im Ve borgenen gebliebenen, ehema’igen Wortführer einstiger Herrlichkeit beobachtet. Nichts gelernt und nichts vergessen — diese Charakteristik der wieder* gekehrten Reaktion in Frankreich gilt auch in bezug auf diese jüdischen Kreise, die den Faden ihrer Vorkriegspolitik jetzt fortzuspinnen versuchen. Solange draußen in der Welt Stürme brausten und der Judenhaß in Deutschland ex2essive Formen trag, da trauten sich die Assimilanten nicht, mit ihren alten Traktätchen und konventionellen Wahrheiten hervor* zutreten. Jetzt scheint das Schlimmste fiberstanden zu sein; die Welt hat sich beruhigt, die Geschäfte haben sich stabilisiert. Man ist wieder drauf und dran, sich abzufinden, den Kopf in den Sand zu stecken, die Existenz einer Judenfrage zu leugnen, die Zusammenhänge des Weltjndcmtums, die man sich während der Inflationszeit nutzbar machte, abzuschwören und, so als ob nichts geschehen wäre, wiederum in dein Phrasentneer der Assimilation liertinrntpiätschern. Die alten Mittel und Mitteichen der Veiernndun״, Verdächtigung und Bekämpfung der zionistischen Ideen werden aus dem verstaubten Arsenal hervorgenoll; man schließt Bündnisse unnatürlicher Art mit den rötesten Radikalen und schwärzesten Orthodoxen gegen den Zionismus, denn man wünscht nicht, in d״r neuen Normalisierung gestört zu werden. Man hat sich wieder mit dolus und Diaspora, mit Phrase und Lebensverbgenheit abgefunden, man hat nur eine Sehnsucht: Geschäfte zu machen und ungestört dahinztulämmern. und will nicht von dem Zionismus, der seinem innersten Wesen nach dauernd revolutionär ist, gestört werden. ■ . ׳... Pese Re^tauraüonsverfuche der Assimilation .«nuten wie ein Gespenst aus ■. der: ׳ Vergangen heit 0 an. 'Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit. Und wer blind ist, weiß nicht, daß der Weg des Fort. Schrittes in Wellen verläuft, und meint, -ich im Wellental befindend, daß kein Wellenberg mehr kommen wird. Die Zeit läßt sich nicht zurückschrauben: die gegenwärtige Scheinkonjunktur für veraltete Phnren und für reaktionär-defensive Einstellungen wird nicht lange anhalten. Die Beziehungen zwischen Juden und Nicht, juden verlangen ehrliche Klärung und reinliche Sch eidüng. Die Erfüllung der zionistischen Bestrebungen wird immer stärker wirkende Tatsache, und diese übt ihre Wirkung auf die Gesamtjudenheit der Weit. Wer als Jude des Zusammenhanges mit den lebendigen Interessen der Weltjudenheit entraten zu können glaubt, der stellt sich außerhalb der Entwicklung und spricht über sich und sein Bemühen das Todesurteil. Nr 3 Steiger and die denlsch>Ifldlsche Presse Abgeordneter Dr. B a d t, der durch seine eifrige Tätigkeit in der Steiger-Affäre, insoweit sie nach Berlin hinüberspielte, in hohem Maße rum Freispruche Steigers betgetragen hat, be* handelte die Steiger-Affäre in zwei Aufsitzen, die in der von Stefan Großman geleiteten Wochenschrift ״Tage buch“ erschienen. Im ersten Aufsatz ״Steigers Freispruch“ macht Dr, Badt einem Teil der in Berlin erscheinenden deutschjüdischen Tresse Vorwürfe, weil sie während der ganzen Zeit des Prozesses von dieser die gesamte Judenheit betreffenden Angelegenheit keine Notiz nahm, und zwar anscheinend nur deshalb, weil Steiger Zionist ist. Dr. Badt schreibt darüber u. a.: ״Aber wir wollen hier in Berlin ganz bescheiden sein und uns an die eigene Brust schlagen. Es gibt natnhc״ nicht nur einen Skandal in Lemberg. Wenn man die Haitung weiter Kreise des deutschen Judentums diesem Prozeß gegenüber betrachtet, dann wird man beschämt das Haupt verhüllen. Hält man cs für möglich, daß, während die Presse aller Länder immer wieder auf das ungeheure Unrecht hinwies, ein Teil der jüdischen Presse nicht mit einem Worte den ganzen Prozeß zu erwähnen wagte? Würde man es für möglich halten, daß das wöchentlich einmal erscheinende Organ der der Zahl nach größten Vereinigung ״deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, daß eine führende ״jüdischliberale Zeitung“ in Berlin bei ihren Lesern keinerlei Interesse für diese Dinge voraussetzt, oder jedenfalls glaubte, keinerlei Interesse zeigen zu dürfen, um nicht Gott-behüte in den Verdacht des mangelnden deutschen Patriotismus zu geraten? — Der Prozeß war bereits wochenlang im Gange, ohne daß in diesen Blättern eine Berichterstattung erfolgte." Noch viel schärfer geht Dr. Badt im zweiten Aufsatz ״Die für Steiger schwiegen“ mit den im ersten Artikel gerügten deutsch-jüdischen Zeitungen ins Gert־׳:•;. Im zweiten Aufsatz von Dr. Badt heißt es u. a.: ״Selbst wenn diese jüdischen Zeitungen gegen Ende des Prozesses doch noch irgendeine Notiz gebracht haben sollten — was ich im Augenblick nicht nachprüfen kann — so wirkt dieses wochenlange Schweigen gerade eines Teils der dcutsehen jüdischen Presse, dieses Nichteintretenwollen für einen Unschuldigen, für den sich ein großer Teil der nichtjüdi bet! Presse in Europa und Amerika einsetzte, unsagbar beschäinend F.s scheint fast, als ob diesen deutschen jüdischen Kreisen Zionismus und Zionisten heute gerade so suspekt sind, wie etwa noch vor 12 Jahren weiten Kreisen 11״-) deutschen Bürgertums Sozialismus und Sozialdemokraten erschienen. Galten jene schon lediglich deshalb als ״vaterlandslose Ge-?eilen“, weil sie die Lösung gewisser Menschheitsaufgaben durch internationale Zusammenarbeit erstrebten, so erscheinen; heute aus ganz ähnlichen Gründen die Zionisten diesen jiidisclu-n Kreisen verdächtig. Auch die Zionisten vertreten ttatn- 'ich die Auffassung, daß der Steiger-Prozeß ebensowenig nur eine Angelegenheit der polnischen Juden war und sein durfte, wie etwa der fast gleichzeitig in Bukarest verhandelte Moraresrti-Prozcß nur die rumänischen Juden, der Beilis- Prozeß nur die rassischen Juden, der Dreyfus-Prozeß nur die franb-sischen luden anging. Alle diese Prozesse sind für den Zionisten nur Symptome der VngeÜVtheit der'Jüdenfrage, zugleich aber dringende Mahnungen, diese Lösung, die wiederum nur durch Zusammenarbeit aller Länder der Erde, vornehrnlich aber der Juden aller Länder erfolgen kann, nach Möglichkeit zu beschleunigen. Freilich, erkennen, denn diese jüdischen Kreise inPcytecJj• ..... landyda$»,I3«#teh§n-..®WMD|Ju4enfr3^“ ,a!al@j|jj|e Jüdenfrage ist• polizeilich n icht gemeldet, w|s■ zu der Behauptung berechtigt, daß sie nicht besteht — so oder ähnlich möchten manche dieser deutschen Juden sich am liebsten mit diesen Urnen ach 50 unbequemem Dingen abfinden. Man sieht, zwischen der Methode des Lemberger Polirei■Kommis'-ars Kajdan, für den Olezanski als Täter nicht in Frage kam, weil er damals nicht polizeilich gemeldet war, der Methode dieser Herren, ist der Unterschied nicht allzu groß. Man spricht zwar auch in diesen jüdischen Kreisen viel und gern von Paneuropn, vom Locarnogeist, von der Notwendigkeit einer völligen Neuorientierung im Geiste eines wirklichen Völkerbundes. Aber wenn es gilt, diese Gedanken konsequent auch auf die Judenfrage anzuwenden, dann schreckt men ängstlich davor zurück." Dr. Hfeizmanes Palästina •Reise London, 6. Januar. Wie die J. T. A erfährt, kann Dr. W e i z nt a n n der Einladung des Waad Leumi, zur Er- Öffnung der Asefath Haniwcharim nach Jerusalem zu kommen, nicht Folge leisten. Er wird erst unmittelbar vor seiner Amerika-Reise Palästina besuchen. Das ■ene Drama von Tschernichowsky - Wer war Bar Kochba, der Held von Bethar, der den Aufstand gegen das mächtige Römische Reich wagte, und welches war sein Werdegang und Schicksal? 1<י unseren Schriften sind nur wenige Angaben über Bar Kochba als historische Person erhalten. Auch die späteren Forschungen sind. unzureichend. Seihst die Literatur, die moderne inbegriffen, hat dieses Kapitel unserer Geschichte nicht genügend künstlerisch verwertet. Bis vor kurzem hatten wir nur Goldfadens Halboperette ״Bar Kochba“, die keine künstleriscjie Bedeutung hat. Letztens soll von Hillel Ben Schachar (Rabbiner Landau aus Johannesburg) ein Drama ״Bar Kochba“ verfaßt ■ worden sein. Einen beachtenswerten Versuch stellt das Werk des großen tschechischen Dichters Jaroslav Vrchlicky dar, der das Thema ״Bar Kochba“ breit ausladend behandelte. Vrchlicky ist Nichtjude. Er hat sich die größte Mühe gegeben, in den Geist Jener interessanten jüdischen Epoche einzudringeu, er hat die verschiedensten Quellen studiert, er hat sogar jüdische Gelehrte als Mitarbeitet gehabt — aber nicht Vrchlickys Schuld ist es, wenn, sein ,,Bar Kochba“ doch nicht jüdisch wirkt. Bei der Lektüre dieses Werkes spürt man auf Schritt und Tritt die Wi.kung des chri Liehen Mystizismus: seine ganze Auffassung de״ jüdischen Helden ist Wunder, Ekstase —- es fehlt aas Schlichte, Natürliche, Alltägliche. . Gerade diese Vorzüge besitzt Sau! Tschernichowskys neues ״Bar Koci1ba“-Drama. Der Dichter hat dieses Werk soeben abgeschlossen. Es ist noch nicht veröffentlicht und wird wahrscheinlich auch vor der Aufführung durch das ״Hahima“-Theater, das alle Rechte erworben haf, nicht; erscheinen. Es war mir vergönnt, das Werk im Manuskript zu lesen, und es hat auf mich einen sehr starken Eindruck gemacht. Vor allen Dingen die Sprache. Tschernichowsky läßt seine Helden die Sprache reden, derer sie sich einst io -Wirklichkeit bedient haben. Und so hören wir Rabbi Akiba in demselben Geiste und Stil sprechen, der uns aus dein Talmud bekannt ist. Tschernichowsky hat aus zahlreichen Fragmenten, jüdischen wie nichtjüdischen, ein geschtossenes Werk geschaffen. Das Hauptmerkmal des Dramas ist seine Realistik. Tscherniohowkys ״Bar Kochba“ ist ein einfacher jüdischer junger Mann, der sich zunächst um wenig von seinen Kameraden unterscheidet, aber allmählich innerlich wächst und durch die Welle der geschichtlichen Ereignisse emporgetragen wird. In meisterhafter Form werden die Meinungskämpfe jener Zeit geschildert, die verschicdenen Weltanschauungen, welche einerseits durch die Rabbiner, andererseits durch Rabbi Akiba und schließlich von Bar Kochba vertreten werden: der Glaube an eine besondere geistige Mission des Judentums, das kosinopolitische Humanität-ideal, die Liebe zur Freiheit und die Todesbereitschaft — Tendenzen, die noch bi5 heute im Judentum gegeneinander stehen. Das Werk setzt ein mit einer Szene lustiger Jugendtanze, munterer Plauderei, zeigt die uralte Sitte des Kleidertauschs — kurz, das bunte Bild eines palästinensischen Städtchens der Vorzeit. In diese Idylle stürzen rötnische Soldaten, die die jüdischen Mädchen belästigen. Ein römischer Soldat wird getötet, eine Panik entsteht unter der Jugend, alle fliehen, unter ihnen auch Bar Kochba. Noch amüsiert er sich wie alle, aber während des Durcheinanders ruft er, man soll auf der Flucht nicht vergessen, die Waffen mitzunehmen , . . Danach sammeln sich irgendwo in den Bergen immer neue Gruppen von Aufständischen, unter denen sich Bar Dromi und Bar Kochba auszeichnen. Rabbi Akiba ist mit ihnen noch nicht in Berührung gekommen, aber sein Herz ist schon bei den Revolutionären. Und mehr noch als er ist seine Frau Rahel begeistert, die großen Einfluß auf Akiba au :übt. Die Rabbiner kommen zu Räbbi Akiba, um sich zu erkundigen, ob die Gerüchte wahr seien, daß er cs mit den Aufständischen halte, und flehen ihn an, er solle sich nicht verführen lassen und selbst kein Verführer werden. Sie verhandeln zunächst taktvoll, scheuen dann aber auch nicht vor Drohungen zurück. Dabei ist wieder das Lokalkolorit gewahrt: die Rabbiner zitieren Talmudtraktate. Unerwartet begegnen sie einer undurch* dringlichen Wand: außer Akiba widersteht ihnen auch dessen Frau Rahel. Begeistert, voll eisernen Willens spricht sie vom Befreiungskampf. Und noch ein wirkungsvolles Bild: die Delegierten der Aufständischen bei Rabbi Akiba zu Hause: Bar Dromi der Haudegen und Bar Kochba der Führer. Bar Kochba wird durch das Heer zum Feidherm gewählt und Rabbi Akiba gibt seine Zustimmung zur Wahl. In diesem Augenblick ändert sich die ganze Beziehung Rabbi Akibas zu den Aufständischen. Akiba achtet das Schwert, das die Juden erlösen soll, hebt aber seinen Pokal und trinkt auf die Befreiung der ganzen Menschheit vom Joche Roms. Von Frauengestaiten führt Tschernichowsky außer Rahel eine Samariterin Chawiwa ein, die Bar Kochba nahesteht — und seine Pläne den Römern verrät. Bar Kochba traut nicht den Samaritern und verlangt von ihnen Geiseln; ein alter Samariter stellt seine Tochter als Oehel; und zwischen ihr und Bar Kochba entepinnt sich ein Liebesverhältnis. Die Samariterin, deren Bruder von einen! Juden getötet wurde, schwankt, ob sie ihrem ״Messias“ treu bleiben oder Rache für den Bruder nehmen soll. Dem Gebot ihres Vaters folgend, verrät sie schließlich, auf wf'-V Weise Lebensmittel in das belagerte S ädtchen hereingeb a ht we den. Zum tragischen Konflikt kommt e;>, Bar Kochba den Olauben an sich selbst verliert. Rabbi Akiba, der bis zum Ende an ihn glaubt, ermutigt ihn, sieht aber zuletzt seinen Irrtum ein: Rabbi Jochanan hat gesiegt. Enttäuscht kehrt Rabbi Akiba wieder zur Thora, zum Lernen zurück. Nur Bar Kochba hält aus, er will für die Freiheit sterben und fällt im Kampfe. Tschernichowskys ״Bar Kochba“ kann das historische Drama werden, welches wir schon längst erwarten. Der Direktor des ״Habima“-Theaters, Herr Zemach, soll si:h geäußert haben, er sei überzeugt, daß dieses Werk zehn Jahre lang die jüdische Bühne beherrschen werde. J. K!in off. Familie Sciimock (Komödie in drei Akten von Anton Herrnfeld. — Herrnfeld im Intimen Theater, Berlin.) Ein jüdisches S ü k. So jiidi ch, das se b3t der Diener Fran* Hirschl (von Anton Herrnfeld amüsant und mit ungebrochenem Temperament, aber ohne jeden jüdischen Zug gespielt! als der uneheliche Sohn einer Jüdin und eines Prinzen nicht' aus dem Rahmen fällt. Alle anderen, von ganz nebensächlichen Personen abgesehen, sind Juden, und was für welchel Dabei hätte Hirschl, desen Liebesabenteuer im Schilf des Scharmützelsees die eigentliche Ursache der doppelten und dreifachen Verwechslung des plötzlich hereinschneienden unehelichen Säuglings ist, auch ohne Not ein rein christliches Kind sein können. Oder wurde nur ein Anlaß gesucht, damit die zentrale Figur der Komödie, der Börsenmakler Lesser Schmock (Ferdinand Grünecker), schon im Anfang des erste Aktes seiner Verwunderung über eine jüdische Mutter, die 5i D Solange denten und zu veransta Kaufleute נ zu stecken, die diese M niemand d: ehrenhaft s fanden über allenthalben und mit י׳ wenigen M; bclsberg sondern au konnte sog: und Ziviüsa vor dem V Stellung, mi bund attest genommen ״Erwachend gesehener ׳ von Pogroi Städten wi Untcrstützu Seit zv diese Hern sondern au Europa riit ״Shocking“, Teufel“ in Verkommen und Polizei! genommen, feierlich for und Freihci bringt, so noten fälsc man nicht. Der 1״ aber im G knüpfung ג folgenden i ״Wie ז diesem Lai Jetzt reifei greifen ko geist in Ve den Gegen! Mord und werfer wu Zustände 1 sprießen, di lebet« stra jlüttzerel‘ < dürfen wä Drachensaa Umstande hafteten I Führerpersi teidiger na Wir ha Die d ungarischer denen bish Juden nacl Antwort ai die Fürste ״Im Falle Genossen zu ersuche wonach all ihres Kinde dieser Sohr in Ungarn lustigen, m rufenden, v< ist belanglc Stellung be mützc'see i tauschten I ״aus der 2, gleichnamif Der Sohn 1 Iobung mit die Brüche, noch Hans Leben verf Schmocks 5 Gunhelstein angabe, wo ist. Alle R unverfälscht den vertrat; Raehmoncs gegen die Rechnung i Woche mit wird", Onk< heißt jetzt und sagt st tunkt die! ken". Her Sprache un tät, bezieht denen das ist man .ער Beleuchtim׳ al'e Lesser Akt ihre J• helfen und schelten, ei! aber das is Spiel, nicht jut gegeber