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Jüdische Rundschau · 1926-01-08 · Heft 2 (8.1.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Konflikt in Tel-Awiw JMe Demission DUengoffs — Schulgeld oder Schul- «teuer - Neuwahlen? (Vor! unserem Korrespondenten.) A.G. Jerusalem, den 30. Dezember 1925. Als vor einigen Tagen durch die jüdische Presse die Nachricht ging, daß der Bürgermeister von Tef-Awiw von ־einem Amt zurückgetreten sei, und das ausführliche Protokoll der kritischen Session der Stadtverwaltung noch nicht erschienen war, suchte man in den nächsten Blättern instinfctiv nach einem Dementi oder nach einer Zurückziehung der Demissionserklärung. Es schien schwer verständlich, daß in einer Zeit, die man unübertrieben als kritisch bezeichnen kann, die Konflikte durch eine Kabinettskrise an einem unserer wichtigsten und gefährdeten Punkte auf die Spitze getrieben werden sollten. Viel einleuchtender war es, alles zu vermeiden, was zu den gegebenen Schwierigkeiten noch neue 711 häufen angetan war. Auch waren die Mcimingsvcrschicdeithriten in der Frage des Erziehungsbudgets, das der Grund der Demission wurde, nicht so tiefgehend, daß sie zum Rücktritt des Stadtoberhauptes hätten führen müssen. - So weit die Logik bei Betrachtung der letzten Ereignisse innerhalb des Tel-Awivver Stadtrats. Wir sagen, der letzten, weil sich ein anderes Bild ergibt, wenn man die Entwicklung in der Leitung der städtischen Geschäfte seit den Wahlen übersieht. Der Konflikt, der zur Krise führte, ist in kurzem folgender: Die Stadtverwaltung beschäftigte sich in den letzten Wochen in mehreren Sessionen mit der Lesung eines sehr bedeutenden --- Budgets für die laufende Amtsperiode. Dieses Budget brachte unter anderem den wichtigen Vorschlag, die Volksschulen und Kindergärten de!׳Stadt Tel- A w i w v o m S c h 111 g e l d z u b e f r e i e n u n d d a f ü r e i!1 e progressive Schulsteuer ei 117.11 fiihre 11; der Anfrag sollte von Oktober 1925 rückwirkende Kraft haben. Im Prinzip hat sich keine der Fraktionen gegen die Einfülmtng solcher Steuern ausgesprochen, dagegen bestanden Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Mo־ ment für eine solche Neuerung geeignet sei. Im Verlauf der Kämpfe um diesen Punkt, der tfon einer Mehrheit des Stadtrats (19 gegen 10) akzeptiert wurde, trat der Bürgermeister von seinem Amte zurück. Diskussionen im Stadtrat und in der Presse haben in den letzten Wochen die Frage ״Schulgeld oder Schulsteuer“ von allen Seiten ventiliert. Und es kam nicht selten vor, daß mit den gleichen .Argumenten Verschiedenes bewiesen werden sollte. Daß wir darauf hinarbeiten müssen, den Schulbesuch unentgeltlich zu machen, und die Ausgaben für Erziehung, soweit sie auf den Jischuw fallen, durch Steuern hereinzubringen, wird kaum mehr bestritten. Unter diesem Gesichtspunkt versuchen wir ja seit langem, von der Regierung das Gemeindegesetz zu erlangen, das uns für kulturelle Zwecke das Besteuerungsrecht geben soll. Der fortschrittliche oder, wenn man will, radikale Teil des Tel-Awitver Stadtrats will ^«n wenigstens an einer, und zwar der wichtigsten Stelle, Wt d« Forderung ernst machen, weil hier eia von jüdischen Steuerzahlern aufgebrachtes, von der Regierung bestätigtes, Budget die Möglichkeit dazu bietet. Und während die ״Rechte“ sich gegen diese Forderung im gegenwärtigen Moment als gegen eine neue Steuer sträubt und sich bemüht, die Gefahr der Neuerung unter den gegenwärtigen Umständen mit allen möglichen wirtschaftlichen, taktischen -und politischen Argumenten aufzuzeigen, besteht die Mehrheit des Stadtrats auf Einführung der Schulsteuer. Gerade die ernste wirtschaftliche Lage, die vom rechten Block als eines der starken Hindernisse gegen die Vorlage interpretiert wird, gibt der Linken besonderen Anlaß zur Aufrechterhaltung des Antrags, weil Befreiung vom Schulgeld und Lernfreiheit gerade heute \rirtschaftlich und kulturell an Bedeutung gewonnen hätten. Man könnte in ähnlicher Weise darstellen, wie — je nach dem Standpunkt des Betrachters — die verschiedenen Umstände als Argumente für und wider ausgewertet werden. Und wenn die Frage Schulgeld oder Schulsteuer von Wichtigkeif ist, so erscheint sie heute so gut wie entschieden. Darüber hinaus jedoch macht man sich kaum noch Ulusionen darüber, daß diese Spezialfrage nicht der eigentliche Grund des Konfliktes ist. Ganz richtig war sie in der Presse nur als der ״Tropfen“ bezeichnet, ״der den ohnedies vollen Kelch zum Ueberlaufen brachte“. Und unter diesem Gesichtspunkt erhält die ״Kabinettskrise“ einen ernsten Charakter. Die letzten Wahlen, zur Stadtverwaltung machten die Arbeiterparteien zur stärksten Fraktion im Rate. Man wird sich erinnern, daß die Einsetzung der Kommissionen, der städtischen Leitung lind des Bürgermeisters, große Schwierigkeiten mit sich brachte, weil Disengoff, der seit langen Jahren die Geschäfte der Stadt Tel-Awiw geleitet hatte, der Minorität angehörte. Seit den Wahlen hat es innerhalb des Stadtrats verschiedentlich Reibungen gegeben, die ernst genug waren, wenn sie auch nicht zu akuten Konflikten führten. Die Stellung Disengoffs in den Wahlen zur ״Assefat Haniwcharim“, die sich gegen die Organisierung der Arbeiterschaft wandte, Ist ein Merkmal der Entwicklung der Gegensätze. Immerhin hätte man vielleicht glauben können, daß sich der letzte Konflikt auf die Schul frage beschränke, wenn nicht ein Brief Disengoffs an den ״Doar Hajom“ die Lage anders beleuchtet hätte. Dieses Schreiben, eine Begründung der Demission, erklärt die Forderung der Schul- Steuer nur als eines der Momente, die seinen Rücktritt bestimmen und, wie er betont, endgültig machen. Wesentlich ist für ihn die Oeaamthaitung der Majorität, die Ausweitung des Budgets, große Bodenkäufe und Straßeribaupläne, die er nicht mitmachen und nicht decken kann. Noch vor Erscheinen des Briefes hatte der linksbürgerliehe ״Haare?“ sich zum Rücktritt Disengoffs in einem Sinne geäußert, der Ihn als das Mitglied einer Kette ansah, und nicht verhehlte, daß die ״Rechte“, vor allem die um den ״Doar Hajom“ gruppierten Kreise, alles getan hätte, um den Bruch herbeizufühsen. In einem Leitartikel nimmt der ״Doar Hajom“ hierzu Stiftung und versucht mit allen Mitteln, Disengoff in seiner Hathing z 11 stärken. Das -Organ der Arbeiterschalt ״Dawar״ betrachtet die Demission als eine Kriegserklärung, und wenn das nicht die Absicht Disengoffs war, so bemüht sieh die Rechte, diese Annahme zu bestätigen. Zur Stunde ist der Stadtrat In Tel-Awiw versammelt. Es ist heute flbch nicht möglich, in dem entbrennenden Parteikampfe Stellung zu nehmen. Der Konflikt als solcher kommt so sehr ar Unzeit und so plötzlich, daß sich vor allem die Notwendigkeit aufdrängt, seine schweren Rotgen zu verhüten. Die Lage im Lande mit ihrer Fülle schwerer wirtschaftlicher Probleme läßt uns keine Zeit und Kraft zur Lösung innerer Konflikte. Nicht umsonst spricht der ״Haarez“ davon, daß wir uns heute den ״Luxus einer Kabinettskrise“ nicht leisten können; Disengoff habe heute zu viel und zu wichtiges zu tun, um demissionieren zu können. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß nur gemeinsame euergische Anspannung uns über die nächsten Monate weghelfen wird. Der Konflikt mit der Stadtverwaltung kann uns lähmen und unsere Kräfte in Reibungen aufbrauchen, die im Augenblick sinnlos sind. Tel-Awiw ist heute für Palästina nicht einfach eine Stadt. Es ist ein wichtiges Zentrum geworden mit wirtschaftlicher Bedeutung, weitreichender Selbst- Verwaltung, bedeutsam für die Einwanderung und seit einigen Monaten der Ort, wo Arbeitslosigkeit am deutlichsten fühlbar wird. Also sind seine leitenden Institutionen ganz besonders zur Vorsicht und energischen Aktion verpflichtet, besonders großen Aufgaben gegenübergestellt. Eine Zusammenfassung aller Kräfte, die durch den Konflikt gefährdet wird, bedeutet noch keinen Burgfrieden. Was uns not tut, ist auch nicht das Vertuschen der Gegensätze• um jeden Preis, das dauernde Kompromisse schließen, das uns so oft als Allheilmittel gegen das Ucberwuchcrn der Par- (eien angepriesen wird. Was uns fehlt ist ein Zusammenarbeiten der verschiedenen Strömungen, ein verständnisvolles Annehmen der Beschlüsse der .Mehrheit und die richtige Abschätzung der .Majorität, was sie im gegebenen Moment durchsetzen soll und kann. Es hat keinen Sinti zu leugnen, daß es heute in Palästina Interessengegensätze gibt. Aber es hat Sinn, sie auszunützen und damit produktiv zu machen. Dazu fehlt uns anscheinend bis jetzt die nötige Tradition und die nötige politische Schulung. Wenn cs nicht gelingt, den Konflikt aus/.ugleichen. muß es zu Neuwahlen führen. Das bedeutet Geld- und Zeit- Verschwendung, Störunge« im regelmäßigen Gange der Verwaltuugsmaschinc, Aufpeitschen der gegnerischen Instinkte, womöglich Neubesetzung verantwortlicher Ressorts. Und es scheint, als ob es Kreise gibt, die trotz allem an Neuwahlen interessiert sind. Die Wahlen würden vor sielt gehen unter ökonomischem Druck, in einer unsachlichen Atmosphäre und alles das heute, wo wir wirklich anderes zu tun haben. Neuwahlen wären ein schlechtes Zeugnis - nicht für Herrn Disengoff, nicht für die Arbeiterfraktion - sondern für Tel- Avviw. Streik der arabischen Presse in Palästina Jerusalem, 30. Dezember. (J. T. A.) Sämtliche arabisehen Zeitungen in Palästina haben beschlossen, ihr Erscheinen für 14 Tage cinzustellen als Protest gegen die Erhöhung der Postgebühr für Zeitungen. Die Herausgeber sandten ein Memorandum an P111 m e r , an das Kolonialamt und an den Völkerbund, in welchem dargelegt wird, die Erhöhung der Postgebühr sei geeignet, die arabische Presse im Lande zu vernichten. Die arabische Presse ist mehr als die hebräische vom Postbezug abhängig, da die hebräischen Zeitungen in den Städten und in den Verkehrszentren zirkulieren, während die arabischen von ihren Abonnenten in den entlegenen Dörfern abhängig sind. ln Palästina existieren zwölf arabische Zeitungen und Zeitschriften, von denen drei in Jerusalem, vier in Jaffa, vier in Haifa und eine in Bethlehem erscheinen. Es gibt keine einzige arabische Tageszeitung. Alle Versuche, eine solche zu begründen, verliefen bisher resultatlos. Das offizielle Organ der arabischen Exekutive ist clic Zeitung ״F e 1 e s t i n“. Ferner erscheinen ״El Jezira“ in Jaffa, ״El Carmcl“ in Haifa, ״Rakib Sion“' (das Organ des lateinischen Patriarchen) in Jerusalem, ״Meraat e I Sh e r k“, ״Lissan el Arab“, ״Annaphir“ und ״EI Akhiar“. Fast alle Herausgeber sind Christen. Die hebräische Presse in Palästina zählt drei Tageszeitungen (״Doar Hajom“. ״Haarez“ und .,Dawar“), sowie eine Anzahl Zeitschriften. Endlich erscheint in englischer Sprache die Tageszeitung ״Palcstine Bulletin“. Eine polüiseh-palästinensische Handelskammer Warschau, 30. Dezember. (J. T. A.) Der polnische Konsul für Jerusalem Hubycki, dessen Ernennung zum Generalkonsul für Palästina bevorsteht, hatte dieser Tage in den Räumen des Jüdischen Klubs eine Zusammenkunft mit den jüdischen Sejmdeputierten, mit denen er sich über die Lage in Palästina eingehend unterhielt. Gegenstand des Gespräches war insbesondere die geplante Errichtung einer polnisch-palästinensischen H a 11 d c 1 s - kifflüicr zwecks Förderung der Handelsbeziehungen zwischei! Polen und Palästina. Im Saale der Zionistischen Organisation hielt Konsul Hubycki vor einer großen Versammlung geladener /ioiririischer Funktionäre und Vertreter der jüdischen Kaufmannschaft ein Referat über ״Die Aufgaben der polnisch-palästinensischen Handelskammer“. Eine Abteilung dieser Kammer soll auf Initiative des Konsuls in Tel-Awiw errichtet werde״. Konsul Hubycki berichtete ausführlich über die bisherigen Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina und über die Aussichten für die Zukunft. Der Präsident der Zionistische!! Organisation Polens Leon Le vite dankte Herrn Hubycki für seine aufschlußreichen Ausführungen. Eii jüdisches Ittel 11 Ataleh Jerusalem. (P. C.) Wie das Jüdische Informationsbüro erfährt, wird das Hotel, das der So Tel Bo 11 eh in Atu Teil für Herrn Schapiro baut, voraussichtlich am 20. Februar eröffnet werden. Das erste Stockwerk ist bereits fertig. Das Hotel wird zwölt Zimmer mit Wasseranschluß und zwei Badezimmer haben. Elektrisches Licht wird in kurzer Zeit durch eine eigene Kraftstation in Afulcft geliefert werden. Vom InMifraltoBsdeparlemen! Jerusalem. (P. C.J Seit Beginn des neuen Finanzjahres sind einige Aenderungen in der Verwaltung der tmmigrationsabteihing der zionistischen Palästina-Exekutive eingetreten. Herr Bete Ii, der frühere Sekretär der Abteilung, ist als Nachfolger des Herrn Schwueli. der einen Posten bei der American Zion Commonwealth angenommen hat, an das Immigrationsbüro in Haifa gegangen. Herr Joshua Gordon, der vier Jahre lang das Einwandcruugsanit in Jaffa leitete, ist als stellvertretender Direktor der Abtelfung nach Jerusalem versetzt worden. Herr Bar laß. der Leiter des zionistischen Paiästinaamtes in Warschau, hat Herrn Be teils Posten in Jerusalem übernommen. Professor Pick als Mitglied der Palästina-Exekutive bleibt weiter Leiter der ImtnigratioasaMeffung. Die ErSRimii der Asselath Hmiweharim Jerusalem, 5. Januar. (J. T, A.) Der Waat! Lcumi (Naiionalrat der palästinensischen Juden) hat den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chain! Weizntann gebeten, nach Palästina zu kommen, tun der Eröffnung der iicugewählfen jüdische» Natioualuex.immluiig (Assrfnth Hanhveharim), die am nächsten Montag stattfinden soll, heizuwohnen. Laideskonferenz der Bakowinaer Zioniste■ C /. e r n 0 w i t z , 1. Januar. (J. T. A.) Die zehnte zionistische Landeskonferenz wurde am 29. und 27. Dezember abgehnlten. Sie war von über 100 Delegierten beschickt. Nach einer Rede des Präsidenten Dr. Mayer Ebner über Zionismus und Landespolitik und einer sich daran knüpfenden Diskussion wurden Resolutionen betreffend die zionistische Arbeit im allgemeiner! und!1! der Bukowina angenommen. Es sei der Beschluß erwähnt, im l aute der nächsten Zeit ein Zioniste n!1 e i ni zu erwerben und die Ermächtigung der Konferenz;111 die Landesexekufive, im gegebenen Augenblick die Politik um der rein zionistischen Arbeit zu trennen und sich mit den jüdisch-nationalen bürgerlichen Parteien zwecks Diireliführuiig der Landespolitik zu einem Nationalverband zu vereinigen. Den Rechenschaftsbericht erstattete der Vizepräsident der Laiidcsorgauisatiou Dr, Th. W e i II e! - borg er. Dr. Markus K r a e m e r entwickelte das Programm der radikalen Zionisten und begründete deren ablehnende Haltung gegenüber dem Pkw einer e r w eiterten Je w i s 1! A g e!1 c v. Er forderte die Rückkehr zum Primate der Orgauisafion und zur lebendigen Bewegung, die allein große Volkslttassen dem Palästinagedarikcn gewinnen könne. Dr. Mayer Ebner präzisierte in einer längeren Rede seine Stellung zur Schul- und Sprachen frage. Die von der revisionistischen Gruppe efngebradiien Anträge wurden abgelchnt. in die Landesexekutive wurden gewählt: Zum Präsidenten der zionistischen Landesarganisation Dr. Mayer Ebner: zu Vize- Präsidenten: Dr. Theodor Weißerberger. Dr. Snfomon Kaßler, Dr, Markus K r a c nt e r , Josef Wiz. nitzer. Ferner wurde eine zwölfglicdrige Exekutive, sowie ein Parteirat eingesetzt BtSchlüsse der Wiener /!«nisten Am 3. Januar fand in Wien eine Plenarsitzung des zionistischen Parieirates statt. Ueber die Reterate und Reden berichten wir im Inneren des Blattes. Es wurden einstimmig die folgenden Resolutionen beschlossen: Der Parteinit beauftragt die zionistischen Mandatare der Kultusgemeinde, die Forderungen des zionistischen Gemeindeprogrammes. insbesondere die Forderung nach der Mit* arbeit am Aufbau P a I ä s t i nas, nach der Ausgestaltung der j üd i s c h - k tt 1111 r e He n u ifd sozialen Einrichtungen und nach praktischer Durchsetzung der im F r 1 cd cns ve r f ra gc und somit auch staatsgrundsätzlich den Juden gewährleisteten M i 11 d e r 11 c i f s r e c 111 e mit allem Nachdruck zu vertreten. Die Mandatare werden ermächtigt, ihre Stellung zu den Parteien des Kultus Vorstandes nach deren Verhalten zu den oben entwickelten programmatischen Forderu iigen einzuridifen und danach das Ma 8 der Mit ver* a nt wortung der zionistischen Vertretung für die Führung der Gemeinde zu bestimmen. Die Tlilldgslistei Wien, 2. Januar. (J. T. A.) In einer Eingabe an den Wiener Magistrat als politische Behörde beschwerte sich der Ocsterreicliische Freidenkerbund dagegen, daß die Isr. Kultusgemeinde die Namen der aus der jüdischen Reügionsgemeinschaft Austretenden veröffentlicht und so private Angelegenbeiten preisgibt. Der Magistrat lehnte die Beschwerde ah und berief sici! auf das Gesetz von 1S68, wonach öffentliche Behörden berechtigt sind, alle Mitglieder der Gemeinde von dem Austritt eines Mitglieds zu verständigen. Vob der Jüdischen Nationalbibliothek Durch Vermittlung des Herrn Alexander Rehr aus Amwerpen erhielt die Bibliothek eine Sammlung wertvoller Büche! aus dem Gebiete der Orientalistik. Diese Bücher hatte der vor eineinhalb Jahren in Brüssel verstorbene Gelehrte J. Israelsohn aus Kiew mitgenommen, als er Rußland verließ und sie wurden nunmehr von seiner Familie der Bibliothek übergeben. Auf Ersuchen einiger ihrer Leser hat die Bibliothek eine besondere Abteilung für bfinde Leser eingerichtet. Ein Freund der Bibliothek hat die Mittel zum Abonnement von englischen Zeitschriften in Blindenschrift zur Verfügung gestellt. Die bekannte juristische Verlagsbuchhandlung Her man 11 Sack. Berlin w 35, Potsdamer Straße 112, hat aut Veranlassting eines Berliner Gesinnungsgenossen einen großen Teil ihrer Verlagswerke, darunter sehr wertvolle, wie z. B. das fiinfbäudige Werk von Strupp: Documents du droit des gens, für die Universitätsbibliothek in Jerusalem und zum Teil in Duplikaten für die Sfadtbihliothck in Tel- Awiw zur Verfügung gestellt. Plnrner im Haflaer Teclulk«« Jerusalem, 30. Dezember 1925 (P. C.). Ueber den Besuch Pf unters in! Technikum von Haifa, über den wir kurz berichtet haben, meldet man uns noch: Herr Hecker, der Direktor der Anstalt, legte Plumer die Aufgaben des Instituts und die verschiedenen Seifen seiner Tätig- Weit dar. Danach besichtigte der High Commissioner eingehend die Einrichtungen der Anstalt und äußerte besonderes Interesse für die Hilfsmittel der praktischen Seite der Ausbildung, die Werkstätten, Laboratorien und Sammlungen. Er besuchte ferner die dem Technikum vorgegliederte R c a f s c h!1 f c. Mit großem Nachdruck betonte er die Wichtigkeit der technischen Ausbildung für die Entwicklung Palästinas unter Berücksichtigung seiner besonderen Erfordernisse und b e g! ii c k w ü n s c h t c die Ausfallen zu dem erfolgreichen Wege, aut dem sie ihrem Ziele entgegeustreben. Abs nnserem Mittelalter Wien, 4, Januar. (J. T. A.) Wie das Pressebüro der A p u d a s J i s r o e 1 aus Kaschau (Slowakei) mitteilt, hat das Kaschauer Rabbiuat (Oberrabbiner Schmal Brach, Hanoch Fock und Samuel Jungrois) ״mit der Kraft einer religiösen Entscheidung einen Issur (B a 11 n v c r bo t) gegen den Zionismus erlassen“. Diesem Issur habe sich auch der i:1 Kaschau wohnhafte Gaon Samuel Engel aus Radomtsle angeschlosscn. Die Novenibereinuahmeii des Keren Kajemetli betragen 19022 £ gegenüber 17 734 £ im November 1924.

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