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Jüdische Rundschau · 1926-01-08 · Heft 2 (8.1.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 12 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 ) I] i’ , ־:4; 3 Die englische Regierung Iller die zionistischen Postalate Sorben erschien das P rotokoll der letzten Sitzung ler Permanente u M a n d atskommission des Völkerblindes, in welcher der Bericht der britischen Mandatarmacht ■ über die Verwaltung I'aliistinas behandelt wurde. Unsere Leser kennen bereits den Bericht, der von der Mandatskommission an den Völkerbundsrat erstattet und von diesem genehmigt wurde. Dar; Protokoll umfaßt über 200 Seiten, fm Anhang befinden sich eine Reihe interessanter Schriftstücke. Dort ist das Memorandum der Zionistischen Organis.ation nebst dem Begleitbrief Dr. Wcizmanns abgedruckt, in welchem bekanntlich eine Reihe von Punkten zur Diskusston gestellt werden, in denen die Zionistische Organisattem berechtigte Ansprüche zu haben glaubt. Diese Punkte sind vor allem eine stärkere Berücksichtigung der jüdischen Schulen bei Verteilung des staatlichen Erziehungsbudgets, sowie die Durchführung von Artikel 6 des Mandates betreffend Staats Bindereien. Zu dieser Eingabe der Zionistischen Orga- *Kation als Jewish Agency äußert sich die englische Rcgierurig in einer an den Völkerbund gerichteten Zuschrift des Ministeriums des Aeußern. Dieses Schriftstück, das bisher nicht bekannt war, wirft ein äußerst interessantes Licht auf die Stellung der englischen Regierung zu den berechtigten zionistischen Ansprüchen. Wir haben die einzelnen in Frage stehenden Probleme bereits wiederholt ausführlich behandelt und können uns daher diesmal mit der Bemerkung begnügen, «laß die Aeußerungen der englischen Regierung zu diesen Fragen uns nicht stichhaltig erscheinen. Im übrigen bringen wir im folgenden eine Uebcrsetzung dieses Briefes zur Kenntnis unserer Leser: Schreiben der britischen Regierung an den Generalsekretär des Völkerbundes, enthaltend den Brief der Zionistischen Organisation (nebst Anlagen) mit ihren Aeußerungen. London, 19. Oktober 1925. 1. Ich bin von Herrn Staatssekretär Chatnbcrlain beauftragt, Ihnen hierdurch vierzehn Abschriften eines Briefes, den die Zionistische Organisation an Sr. Majestät High Commissioner für Palästina gerichtet hat, mit dem Ersuchen zu überreichen, sie sobald als möglich der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes zu übermitteln. 2. Die Regierung Sr. Majestät wünscht zu den in dem Briefe zur Sprache gebrachten Punkten folgendes zu bemerken. 3. Was zunächst die Frage der Höhe der von der palästinensischen Regierung für jüdische Erziehun״sz\vccke verwendeten Beträge anlangt, muß sie feststelien, daß sie die Behauptung nicht anerkennen kann, die Regierung habe irgendeine Verpflichtung, Sorge zu tragen, daß bei einem Ausgabenposten des Palästinabudgets die Höhe der für die notwendigen Bedürfnisse eines bestimmten Teiles der palästi- «ensischen Bevölkerung gewidmeten Gelder der Größe dieses Bevölkerungsteiles entsprechen müsse. 4. Der einzig richtige Maßstab für die Festsetzung der Ausgaben ist die Höhe der verfügbaren Mittel und die Notwendigkeit der vorgeschlagenen Verwendung. Unter dem Budget-Posten Erziehung bestreitet die Regierung Pallstinas aus den ihr zur Verfügung stehenden GeldeA die ganzen oder teilweisen Kosten jener Schulen, welche vollständig unter ihrer Aufsicht stellen. Sie zahlt auch Zuschüsse in verschiedener Höhe an eine Anzahl von Schuten, die nicht unter Ihrer Aufsicht stehen, aber 'bereit, stad, sich Ws ,1?g,:f|n.a1t;.j.fwisp1 Grade der lieberwachung und Aufsicht der Regierung zu unterwerfen. Bei der Gewährung dieser Unterstützung wird zwischen den verschiedenen Gemeinschaften kein Unterschied gemacht; z. B. werden unter genau den gleichen Bedingungen auch jüdischen und anderen Schulen, «Me keine Regierangsschulen sind, Zuschüsse gezahlt und mehr ab 60 °/0 davon an jüdische Schulen. Es ist jedoch Tatsache, daß die Schüler jener Schulen, die ganz oder beinahe ganz von der Regierung erhalten werden, mit wenigen Ausnahmen Araber sind. Das ist vor allem der Tatsache zuzuschreibcn, daß die jüdischen Gemeindeangehörigen bisher wenig Verlangen gezeigt haben, in die Regierungsschulen einzutreten, sondern es vorziehen, die unter privater Kontrolle stehenden Schulen zu benützen. 5. Bei dem gegenwärtigen Stand der Finanzen Palästinas ist wenig Aussicht, daß es der Regierung in absehbarer Zelt möglich sein wird, einen größeren Befrag für Erziehungszwecke zu verwenden. Wenn daher in der Aufteilung der aufgewendeten Summen zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der übrigen Bevölkerung eine Äender u n g eintreten soll, so kannte das nur geschehen, indem man bestehende Schulen schließen würde, um größere Summen für die jüdischen Schulen verwenden zu können. •6. Was die Frage der Erfüllung der Bestimmungen von Artikel ödes Mandates hinsichtlich geschlossener Siedhing der Juden aut dem Lande anlangt, möchte Sr. M. Regierung folgendes bemerken: Sie bedauert, daß — wie dies Sir Herbert Samuel aut Seite 32 seines Berichtes über die Verwaltung Palästinas von 1920—1923 ausführt — in dieser Frage ernste Schwierigkeiten sich ergeben haben. Die meisten Staatsländcreicn in Palästina sind bereits von Pächtern besetzt unter verschicdenen Bedingungen, die, wenn sie nicht aut das volle Eigentumsrecht oder wie in den meisten Fällen aut das Recht zu dauernder Pacht hinausiaufen, nichtsdestoweniger eine gewisse moralische und in vielen Fällen tatsächlich gesetzliche Kraft haben. Unter diesen Umständen können sie nicht zu dem Zwecke enteignet werden, um das Land für die jüdische Siedlung verfügbar zu machen, ohne daß damit jener Teil von Artikel 6 des Mandates verletzt würde, der bestimmt, daß die Position und die Rechte anderer Teile der Bevölkerung nicht angetastet werden sollen. 7. Uebcrdies ist dies eine Angelegenheit, in welcher die Regierung Palästinas mit Recht erwarten könnte, daß die Zionistische Organisation die Initiative ergreift. Bisher sind von der Organisation wenig konkrete Vorschläge ausgegangen, um diese Verfügung durchzuführen. Einer ist in dem oben genannten Abschnitt des Berichtes von Sir Herbert Samuel erwähnt. Erst in jüngster Zeit wieder trat die Organisation an die palästinensische Regierung mit der Forderung heran, daß eine große Landfläcne im südlichen Telle Palästinas, die Regierungsland sein soll, für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden möge, und die Angelegenhdf stellt jetzt beim Oberkommissar zur Erwägung. Sr. AL Regierung stellt daher fest, daß sie alles getan hat, was in ihrer Macht stand, um die Bestimmungen dieses Artikels des Mandates durchniführen. 8. Was die Frage anlangt, in welcher Weise die Z10nistische Organisation dem Völkerbund ihre Mitteilungen zugehen lassen soll, so scheinen ihr bei der geltenden Geschäftsordnung zwei Methoden offeuzustehen: erstens die bei dieser Gelegenheit;«!gewendete Methode, sie durch den High Commissioner zu leiten, in welchem Falle sie notwendigerweise vom Völkerbundrat beobachtet werden. Die zweite .Methode ist die, sie direkt dem Sekretariat des Völkerbundes zu unterbreiten, in welchem Falle dasselbe Verfahren anwendbar scheint, wie bei Gesuchen, welche das Sekretariat aus anderen Quellen als von den Einwohnern der Mandatsfinder erhält; und es ist dann nach der Entscheidung des Rates vom 29. Januar 1923 Sache des Vorsitzenden der permanenten Mandatskommission, zu entscheiden, ob die Mitteilung als der Behandlung wert betrachtet werden soll. Wenn die Ent- Scheidung bejahend ausfällt, wäre die Zuschrift an die Regieruttg Sr. Majestät zur Äeußerung weiterzugeben. Was den jetzt von der Zionistischen Organisation gemachten Vorschlag anlangt, daß nämlich der geeignetere Weg für die Ueberrclchung von Memoranden der über die Regierung der Mandatarmacht, «i. i. Sr. Britischen Majestät Regierung in London ist, möchte ich!darauf hinweisen, daß die Frage, ob solche Memoranden zuerst an die Regierung Sr. Majestät gerichtet werden sollen (in welchem Falle sie dann klarerweise nach Palästina zur Äeußerung mitgeteilt werden müssen, bevor sie dem Völkerbund vorgelegt werden) oder wie in dem vorliegenden Falle zuerst an den Vertreter der Mandatarmacht in Palästina, eher eine Frage der Zweckmäßigkeit als eine solche des Prinzips zu sein scheint Sr. Majestät Regierung würde vorziehen, das in dem vorliegenden Falle angewendete Verfahren beizubehalten, da cs sowohl leichter als auch rascher ist. gez. Lancelot Oliphant. Der Fall Stephen Wise New York, 5. Januar. (J, T. A.) Wie schon mitgeteilt, habet! die Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas mit 71 gegen eine Stimme und das Vereinigte Komitee für den Palästina-Drive mit 59 gegen 9 Stimmen beschlossen, Dr, Stephen Wise aufzufordern, die Würde eines Präsidenten des Nationalkomitees für die Palästina-Kampagne zu b e - halten. Für das Verbleiben von Dr. Wise sprachen mehrere Redner, gegen ihn sprachen der Führer des Misrachi, Rabbi Meyer Berlin, und der Herausgeber des konservativen ״Togblatt“, Gedaljah B u b 1 i k. Die angenommene Resolution lautet: ״Das Exekutir-Komitee der vereinigten pro-palästinensischen Aktion bedauert die unglückliche Kontroverse im jüdischen Leben, die durch unrichtige Berichterstattung über eine Predigt des Rabbi Dr. Wise hervorgerufen worden war. Wir Mitglieder der Im Komitee für den Palästina-Drive vereinigten Organisationen, die seit Bestehen der zionistischen Bewegung mit Dr. Wise zusammenarbeiteten und seine positive Stellungnahme zum Judaismus genau kennen, geben hierdurch unserer Ueberzeugung Ausdruck, daß Dr. Wise nicht Ansichten äußern konnte, die zu der traditionellen jüdischen Haltung in Widersprach stehen, indem sie andere Religionsbekenntnisse und ihre Gründer begünstigen. Diese unsere Ueberzeugung wurde bestätigt durch die von Dr. Wise auf die Anfrage der Rabbinerversammlung (200 Rabbiner) im jüdisch-theologischen Seminar gegebene Antwort, durch wiche er die ihm fälschlicherweise zugeschriebenen Aeußerungen kategorisch demontiert Das Leben des Dr. Wise, seine hingebungsvolle Arbeit für das Judentum, seine historisch gewordene Rolle innnerhalb der zionistischen Bewegung Amerikas, sein mannhafter Kampf gegen den Antisemitismus in allen seinen Erscheinungen, sein stets mutiges Auftreten gegen jedes religiöse Renegatentum, gegen Mischehe und alle Formen der Illoyalität gegenüber dem jüdischen Volke und seinem Glauben, — all dies hat das unbegrenzte Vertrauen weitester jüdischer Kreise in Amerika, Europa und Palästina in die Person des Dr. Wise befestigt Wir lehnen es deshalb al%״ seine Resignation als Vorsitzender des vereinigten Ausschusses JOr den Palästina-Drive zur Kenntnis zu nehmen und bitten ihn, uns seine Arbeitskraft weiter zu widmen.“ Die Zionistische Exekutive hat ein besonderes Komitee eingesetzt, das die Aufgabe hat, einen Ausgleich der Gegensätze zwischen Dr. Wise und der Union orthodoxer Rabbiner (Agudaih Harabonim) in die Wege zu leiten. Pressestimmen. Berlin. Die ,,Jüdisch-liberale Zeitung“ nimmt zu dem konservativen Proteststurm gegen Dr. Stephen S. Wise, New York, der die Person und die Lehre Jesu, von der Kanzel seiner Synagoge herab erörterte, in der folgenden Weise Stellung: ״Auf die jüdische Kanzel gehören alle Fragen des Lebens, und besonders notwendig ist eine Auseinandersetzung mit den ethischen Anschauungen unserer Umwelt. Diese werden aber sehr stark von den im Neuen Testament niedergelegten Grund* sätzen Christi bestimmt. Gerade in einer Zeit, in der die verschiedenen christlichen Kirchen besonders aut den Fang jüdischer Seelen ausgehen, ist die Belehrung der Synagogenbcsuriier über das Wesen des Christentums erforderlich geworden. Mit ihr bleibt der Rabbiner, der ja vorwiegend Lehrer der Gemeinde sein soll, durchaus Im Rahmen der jüdischen Tradition, die im allgemeinen eine Verketzerung der arideren Religionen nicht gekannt hat. Und immer wieder müssen wir darauf hinweiicn, daß die uon unseren Mitbürgern so oft im Munde geführte Ethik des geborenen Juden Jesus sich mit der Ausgesfa'hing ihres Lebens nicht vereiiharen läßt. Damit erreicht eirt liberaler Rabbiner wie Stephen S. Wise im Kampfe gegen den Judenhaß mehr, als die orthodoxen Juden mit ihrer’ständigen Schünmg des Kampfes der jüdischen Gruppen. Die ״Jüdisch-liberale Zeitung“ hat im übrigen schon wiederholt darauf hingewiesen, daß der Geist des Judentums so umfassend ist, daß alle Fragen ohne Schaden für seine Bekenner vor sein Forum und damit auch in die Synagoge gebracht werden können.“ Die Wahlen in die Asselalh Baniwcharfm Jerusalem, 26. Dezember. (J. T. A.) Das Endresultat der Abstimmung bei den Wahlen zur Nationalversammlung der palästinensischen Juden (Assefatti Haniwchari n) ist noch immer nicht bekannt, da aus einigen obergaliläi eben Kolonien die Ziffern noch nicht vorliegen. Diese Ziffern werden aber kaum noch ins Gewicht fallen. — Gezählt wurden 32 535 abgegebene Stimmen. Diese verteilen sieh auf die einzelnen Parteien wie folgt: Achduth Haawodah (Poale Zion) 8863, Hapoel Hazair (Hitachduth) 5320, Zentrum 2983, Scpharaim 2762, Revisionisten 2528, Frauengruppe 2039, Bauernblock 1530, Demokraten 1333, Arbeiterklasse (Kommunisten) 989, Misrachi 939, Thorah FAwodah 7S2, Vereinigung der Kolonistensöhne 704, Gruppe der Einwanderer aus Polen 610, Gruppe der Emekbewohner 544, I u n g- Misrachi 199, Handwerker 180. - Das Wahlgericht ist mit der Verteilung der Mandate auf die einzelnen Parteien noch nicht fertig geworden. General Sir Wyndham Deedes, der ehemalige Erste Zivilsekretär der Palästina-Regierung, hat sich bereit erklärt, in Prag, Wien und in anderen großen Städten als Redner in Keren Hajessod-Versammlungen autzutreten und für den Palästina-Altbau zu werben. Die ״aene Bele11£t1tugM Ein Freund unseres Blattes stellt uns ein Exemplar des internen Informations-Dienstes des C.-V. zur Verfügung, das das Berliner Hauptbüro an die Vertrauensleute des Vereins versendet. Darin findet sich iolgende ״Information“ über den Keren Hajessod: ״Die Jüdische Rundschau‘ Nr. 48 veröffentlicht unter der ueberschrift ,Vier Jahre Keren Hajessod‘ einen Verteilungsplan der Gelder, die der Keren Hajessod in den vier Jahren seines Bestehens, nämlich vom 1. April 1921 bis 31. März 1925 ausgegeben hat. Neben dem eigentlichen Gebiete des Palästinaaufbaufonds finden wir folgende Buchungen: ,Besondere Ausgaben und nationale Organisafionen 63 938 Ptund; für Misrachi - Organisation 46 778 Pfund; für jüdischen Nationalfonds 26 577 Pfund.‘ Der unparteiische Charakter des Keren Hajessod erfährt durch diese Zahlen eine neue Beleuchtung.“ Es ist interessant, daß der C.-V. durch interne Informationen, von denen er offenbar annimmt, daß die Oeffentfichkeit sie nicht kontrollieren kann, bei seinen völlig ahnungslosen Mitgliedern Stimmung gegen den Keren Hajessod zu machen versucht. Das Wort ״national“ genügt schon, wahrscheinlich durch irgendwelche Assoziationen aus der Ideo Io gischen Sphäre, um eine Sache verdächtig zu machen in der ״wirtschaftlichen Sphäre bedeutet jedoch das Wort ״national“ keineswegs einen Hinweis aut Rassen- ©der Blutszusammenfiänge, sondern lediglich den Gegensatz zu privatwirtschaftlich. So ist der Jüdische Nationaltonds der Fonds, der Boden in Palästina als Eigentum der Gesamtheit erwirbt, im Gegensatz zu andern Gesellschaften, die den Boden zur Weiterveräußerung an Privatpersonen erwerben. Es ist unverständlich, inwiefern der ״unparteiische Charakter“ durch die vom C.-V, aus gegrabenen Zahlen ״eine neue Beleuchtung“ erfährt. Diese Ziffern wurden jedoch von der gesamten zionistischen Presse offiziell veröffentlicht, bedeuten also keine Geheimnisse. Aus den etwas ausführlicheren ßcrichten, die zu lesen der Gewährsmann des C.-V. sich offenbar nicht mehr die Mühe nahm, hätte er mit Leichtigkeit feststellen können, daß es sich bei den Unterstützungen an ״nationale Organisationen“ und an den Misrachi um Gelder handelt, die diesen Körperschaften für Ihre spezifisch kolonisatorischen Aufgaben zugewiesen wurden. Wenn etwa der Misrachi oder irgendeine Kooperative es für zweckmäßiger erachtet, ihre Aufbauarbeit selbst zu feiten, so darf das für den unparteiischen Keren Hajessod kein Grund sein, ihnen für diese Aufbauarbeit die Mittel zu entziehen. D?r vom C.-V.-Dienst offenbar ironisch gerfiefnte Satz über den uriparteiischen Charakter des Keren Hajessod erfährt nun tatsächlich durch diese Angaben ״eine neue Beleuchtung“. Für die Öffentlichkeit aber wird es von Interesse sein, einen Einblick in die Werkstätte des C.-V. zu gewinnen. Nr. 2 Die Enttlusehnng der rnigirlsehen Asslaiilantei machte _ schungund Entrüstung bemerkbar, 80 daß das Landes■ komitee sich gedrängt sah, für den 5. Januar 1925 nach Budapest eine neue Vertreterkonferenz der Gemeinden elnzuberufen, um über die nunmehr einzuleitenden Schritte zu beraten. Das Programm dieser Konferenz lautet: ״DerKampf gegen den Numerus clausus.“ Der Morarescnskandal Paris, 1. Januar (J.T. A.) Das Hauptkomitee der Infernationalen Liga für Menschenrechte nahm bei seiner letzten Tagung in Paris eine Resolution an, in welcher gegen das gegenwärtig in Rumänien herrschende Regime der Unterdrückung mit Entrüstung protestiert wird. Es wird darauf hingewiesen, daß Methoden wie die des Massenmörders Morarescu den Gipfelpunkt der Verwilderung anzeigen. ״Manchester Guardian“ veröffentlicht einen Artikel des Bukarester Korrespondenten, in welchem es u. a. heißt: Die Affäre Morarescu zeigt, daß Beßarabien unter allen unzufriedenen Gebieten in Europa am schlimmsten verwaltet ist. Daß der Massenmörder und seine Untergebenen freigesprochen wurden, beweist die Gefährlichkeit der ganzen Richtung. Die Verteidiger des Massenmörders hatten den Mut, diesen traurigen Heiden als mustergültigen Bürger und großen Patrioten hinzusteüen, und sie’ hatten mit diesen Argumenten Erfolg. Generale und andere höhere Offiziere traten für Morarescu in die Schanzen, die halboffiziellen Zeitungen wetteiferten in dem Bestreben, diesen mehrmals des Diebstahls, der Dokumentenfälschung und des Raubes überwiesenen Offizier als einen Nationalholden hinzustellen. Folge! der SlefgersBire Warschau, 5. Januar (J.T. A.) Im Zusammenhang alt der Interpellation des Jüdischen Klubs, der Sozialdemo-;raten und der Thugutt-Partei über die unerhörten Mißtrluche der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der Unteruchungsbehörde im Prozeß Steiger hat der Justizminister »erschlossen, eine spezielle Untersuchungskoni• nission nach Lemberg zu entsenden. Die Massenverhaltrnige! vo! Zioaisten •Sozialist« Berlin, 4. Januar. (J. T. A.) Nachrichten, die dem Verbandsbüro der Vereinigten Zionisten-Sozhlisten Poale Zion aus Rußland zugegangen sind, besagen, daß die Verfolgung«* aktion gegen die Angehörigen der Zionistisch-sozialistirchen Partei und des Zionistisch-sozialistischen Jugendverbandes in Rußland immer größere Dimensionen annimmt und immer neue Teile Rußlands umfaßt. Die Zentrale der Zlonistisch-soziallsf!scheu Partei in Rußland teilt in einem 25. Dezember datierten Schreiben mit, daß in den Gouvernements Odessa, Rostow, Hornel, Reschize und in einigen Städtchen im Gouvernement Tschernigow neue Verhaftungen vorgenommen wurden. Das amerikanische Kongreßmitglied Muny (Ohio) brachte :ine Bill ein, daß 50000 Dollar für ein in Washington auf-!!!stellendes Denkmal für den aus Polen stammenden Vor- «Impfer der amerikanischen Unabhängigkeit Chajin Solonon bewilligt werden. pfe Demi»! Als vor Nachricht gi seinem Amt tokoll der k erschienen ו stinktiv nacl der Demissi! in einer Zei kann, die Kc wichtigsten werden soll meiden, was zu häufen ai [!eiten in di der Demiss Rücktritt de weit die I.׳ innerhalb d< weil sich eil in der Leit Übersicht. Der Koi Die Stadtve in mehrere! deutenden ־ Budget bra! V o 1 k s s c 1 A wiwvoi Budapest, 28. Dezember. (J.T.A.) Bekanntlich hat die Delegiertenkonferenz der ungarisch-jüdischen Gemeinden, die aus Anlaß des 125 jährigen Jubiläums der Pester fsraelitisehen Kultusgemeinde in Budapest zusammengetreten war, eine Resolution angenommen, ln der gegen die auslä ndisehe Einmischung in die Angelegenheit des Numerus clausus protestiert und erklärt wurde, der Kampf für die Aufheburrg des Numerus clausus-Gesetzes sei eine innere Angelegenheit der ungarischen Juden. Nachdem nun Graf Klebelsberg dfese Resolution als Mittel! benutzte, um ein« der Regierung günstige Entscheidung#י progress trag sollte Im Prinz führung so Meinung ment f ü r Im Verlauf heit des St Bürgermeist Diskuss den letzten von allen S mit den gh sollte. Daß uhentgeltlic soweit sie bringen, wi punkt versi Oemeindeg! das Besteu wenn man %ma wenig ׳leiMe*-F« Steuerzahle Budget die sich gegen gegen eine der NAren möglichen menten au Einführung Lage, die nisse gege besonderen Befreiung schaftlich י Man 1 nach dem Umstände Und wenn keit ist,! Darüber I slonen dai Grund des nur als d< Kelch zum punkt erhä Die 1 Arbeiterpa sich erinn städtischen keiten mi Jahren di der Mino! des Stadt! genug w! führten. I Haniwchai Schaft \va sätze. Im sich der 1 nicht ein die Lage Begründu! Steuer nu stimmen ist für ih des Budg nicht mit Noch liehe ״Ha geäußert, nicht ver ״Doar H; Bruch he Hajom“ 1 goff in s schaft ״I erklärung so bemül Zur Stur Es is Parteikatr kommt s allem die

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