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Jüdische Rundschau · 1926-01-05 · Heft 1 (5.1.1926) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 1 (5.1.1926)
Date
1926-01-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1 Zur Gesdtfdtfe von Sauls Tod Auf dem Trfimmerbtigel zu Beth Schon Von Dr. Hugo Herr mann. Vor kurzem ging eine Meldung durch unsere Presse, wonach irt Beisan durch Ausgrabungen Teile der alten Stadt freigelegt wurden, insbesondere jener Tempel, der mit einiger Sicherheit als derselbe bezeichnet werden könne, in dem die Philister nach der Schlacht auf Gilboa die Rüstung König Sauls niederlegten. Die Londoner ״Times“ veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über diese Ausgrabungen von Alan Rowe» dem Leiter der Arbeiten. Wenn ich diesen. Bericht hier unserem Publikum zugänglich mache, so kann ich mich nicht enthalten, ein paar Bemerkungen voranzuschicken, die sich auf meine eigenen Eindrücke in Beisan beziehen. Welche Bedeutung das alte Beth Schau in jenen Zeiten hatte, als um jeden Schrittbreit Boden in Palästina Jahrhunderte um Jahrhunderte unaufhörlich gekämpft wurde, wird auch dem naiven Beschauer leicht klar, wenn er an einem Spätnachmittag auf dem Hofe von Beth Alfa stellt. Dieser Hof, auf dem untersten, schon sehr sanft abschüssigen Teile des Gilboa-Hanges angelegt, ist ein prächtiger Aussichtspunkt Hinter dir steigt der Berghang steil an, kahles Felsgetrümmer, kaum am untersten Rande von unseren drei Siedlungen, die hier einander die Hände reichen, urbar gemacht: Beth Alfa, Tel Josef, En Cliarod. Weithin nach links, nach Nordwesten, setzt sich Gilboa in die dünne blaue Kette des Karmel fort. Gerade vor dir liegt die Talbreitc von Nuris, heute schon dicht und sorgsam bebaut, vom Goliathbache durchflossen. Am jenseitigen Hang, wo sich sanfte Hügel als erste Stufen zum galiläischen Bergland auftreppen, liegen, nur etwas schräg links, die kleine Kwuzah Givvah und der große Moschaw Kfar Jechcskiel. Dann schiebt sich die schön geformte Pyramide von Giwatli Hamoreh vor, an deren diesseitigem Fuß das Dörfchen Suncm, an deren jenseitigem Hang Endor liegt. Giwatli Hamoreh versperrt dem Blick gerade die nördliche Hälfte des westlichen Emek Jesreel, mit all unseren älteren, neueren und funke!- nagelneuen Siedlungen, von Merchawiah bis Naclilath Jaakob. Dieses lang hingestreckte, gesegnete Tat ist nördlich und südlich von Bergketten begleitet, im Westen grenzt es an das Meer, im Osten aber hat es ein breites, offenes Tor; und wenn dein Blick dahin geht, siehst du das Tal sich öffnen in eine breite, tiefe White, das Jordantal. Und gerade mitten in diesem Tor, mitten vor dem Ausgang des Emek in die Jordansenke, leuchtet in der tiefen Sonne ein gelblicher Hügel: der Stadthügel von Beth Schan. Der Berg und seine Feste war der natürliche Wächter und Riegel für das Tal von Jesreel und Megiddo, das seinerseits wieder der Boden war, auf w׳elehem immer wieder die Entscheidungskämpfe um den Besitz dieses Landes ausgefochten wurden. Die heutige Stadt Beisan kann sich solch bedeutungsvoller Lage nicht rühmen. Sie ist ein oder zwei Kilometer 5 toi» alten Bprghügel erbaut, ein typisches arabisches Fenaehenbevölkerung. In und dicht bei Beisan wird der wasserreiche Goliathbach künstlich in eine ganze Anzahl von Annen geteilt, die ein weites Gebiet bewässern: den berühmten Djiftlik, der in den zionistischen Diskussionen der letzten Jahre solch große Rolle gespielt hat. Juden gibt es in Beisan nur ganz wenige und zwar Sfardim, die nahezu ganz arabisiert sind; und mitten in der Stadt ein Hadassah- Spital, als dessen Leiter ich einen kaukasischen Bergjuden fand, der irgendwann irgendwo Medizin studiert hatte; seine Patienten sind fast ausschließlich Araber. Es war schon recht spät am Nachmittag, als wir nach Beisan kamen, und die Sonne stand recht tief, als wir von der Stadt nach dem Burghügel aufbrachen. Es geht zunächst recht steil bergab ins Tal, dann auf der Talsohle zwischen reichen Feigenpflanzungen bis an den Fuß des Hügels. Unten im Tal fanden wir eine mächtige Reihe antiker Säulen- Stümpfe, die an mehreren Stellen zwar unterbrochen war, aber im ganzen deutlich erkennbar die Vorstellung einer gewaltigen Kolonnade hervorrief. Hier unten sind bisher keine Ausgrabungen vorgenommen worden; wer weiß, was der Boden noch hütet. Dann geht es steil die Flanke des Hügels hinan, der die Form eines abgeplatteten Kegels hat. Wo der schmale Wad die Fläche erreicht, ist ein altes Stadttor ausgegraben, das in anschaulichster Weise den Charakter einer Festung der palästinensischen Urzeit demonstriert. Mächtige Türme aus zyklopischen Steinblöcken flaukieren das Tor, das selbst eine sehr respektable Tiefe hat. Rechts und links im Tor sind noch die alten SteinMnkc vorhanden, auf denen einst wohl die Aeltesten der Stadt saßen, wenn sie ״im Tore Recht sprachen“. Man begreift auch, warum in der ganzen Stadt gerade dieser Ort für derartige Verhandlungen bestimmt war: nirgends sonst mag es 90 angenehm kühl gewesen sein, wie in dein langen, breiten Torweg der mächtigen Stadtmauer mit ihren Türmen. Im Tor empfing uns der Wächter der Ausgrabungsstätte, ein alter, etwas abenteuerlicher Araber, stolz auf seine Armbinde mit der Inschrift ״Palestine Antiquities Departement“. Er führte uns die steile, gepflasterte Torstraße aufwärts ins Innere der Stadt und rings um das mehr oder weniger tief aufgegrabene Trümmerfeld, hie und da in sehr primitivem Englisch ebenso primitive Erläuterungen gebend. Die Fläche ist von sehr respektabler Größe; sie stellt etwa eine Ellipse mit einem größten Durchmesser von schätzungsweise einem Kilometer dar. Alles war dicht bebaut bis au den steilen Abfall des Hügelrandes, und an manchen Stellen ist ganz deutlich zu sehen, wie die Städte der verschiedenen historisehen Epochen übereinander gelagert sind. Alle Gegenstände von irgendwelchau Interesse sind nach dem Museum in Jerusalem gebracht worden; an Ort und Stelle ist nichts zu sehen als Trümmer und hiC und da eine umgeworfene Säule. Wer historischen Sinn hat, •wird sich hier dem starken Eindruck nicht entziehen können, den eine Oertlichkeit macht, deren Geschichte nicht nach Jahrhunderten, sondern nach Jahrtausenden zählt. Und doch wirkt zuletzt stärker als das Ausgrabungsfeld der Blick auf das Land ringsum. Im Süden, jenseits der Talbreite, die Stadt Beisan, im Norden der Goliathbach, tief unten in schmalem, schluchtartigcm Tal, gebildet von dem Stadthügel und dem jenseitigen Hang des galiläischen Gebirges, im Osten das breite, braune Jordantal, und darüber, schon in Abendnebeln verschmmmencf, das Gebirge Gilead, und im Westen eine breite, strahlende Bahn in die sinkende Sonne hinein, das Tal Jesreel. * Alan Rowe, der Leiter der vom University .Museum in Philadelphia ausgerüsteten archäologischen Expedition, berichtet das folgende über die neuen Ausgrabungen in Beth Schau (gekürzt): Die in den Jahren 1921 bis 1923 vom University Museum in Philadelphia in Beisan durchgeführten Ausgrabungen wurden am 1. September 1925 wieder aufgenommen. Vom archäologisehen Standpunkt aus hat die Arbeit dieses Jahres bereits sehr wichtige Ergebnisse gezeitigt, die neues Licht sowohl auf die Geschichte des Ortes ais auch auf die Religion seiner Bewohner und Palästinas im allgemeinen werfen. Beisan ist das biblische Beth Schan und liegt am Ostende des Tales Jesreel mit dem Blick über das Jordantal. ln griechischer und römischer Zeit war es als Scythopolis oder Nysa bekannt und bildete den Vorort der berühmten Decapolis, jenes ״Bundes der zehn Städte“, die mit Ausnahme von Scythopolis sämtlich östlich vom Jordan lagen (darunter Pclla und Damaskus). Scythopolis und Pella, die einander gerade gegenüber zu beiden Seiten des Jordan liegen, werden in einer interessanten Hicroglyphcninschrift erwähnt, die 1923 in Beth. Schau gefunden wurde. Sic befindet sich an einem Denkstein des Königs Seti I. von Aegypten und ist von dessen erstem Regieningsjahrc, 1313 v. Clir., datiert. Beth Schan wird auch in der übrigen ägyptischen Literatur häufig erwähnt. Der Ort kommt auch in einem der Briefe der berühmten Keilschrifttafeln von Tel el Amarna aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. vor, welche die amtliche Korrespondenz zwischen den Königen Amenhetep III. und Amenhetep IV. von Aegypten und den Königen und Statthaltern in Vorderasien enthalten. Der hohe Teil oder Trümmerhügel, den wir ausgraben, besteht aus einer Reihe übereinander gelagerter Städte. Die Ausgrabungen der früheren Jahre hatten bereits von seinem Gipfel die arabischen und byzantinischen Schichten beseitigt und darunter den Teil eines großen griechischen Tempels, wie auch die Ziegelmauern eines großen ägyptischen Forts freigelegt. Die Arbeit dieses Jahres hat den ganzen Tempel f r e i g e 1 e g t, der etwa 37(4 Meter lang und 22 Meter breit ist und der Plananlage nach dem römischen Bacchustempel im syrischen Baalbek entspricht. Er war von einer Reihe mächtiger Säulen mit attischen Basen und korinthischen Kapitalen umgeben; der Eingang lag auf der Ostseite. Die Grundmauern des Tempels waren quer durch die Mauern der alten ägyptischen Zitadelle gezogen und bei ihrem Bau muß eine Menge wertvollen ägyptischen Materials zerstört worden sein, dessen Bedeutung nach den wichtigen Gegenständen beurteilt werden kann, die der Zer- Störung entgangen sind. Die Zitadelle, die jetzt ausgegraben wird, wurde zweifellos von König Seti 1. errichtet. Sie wurde von den Pharaonen bis zur Zeit Ramses III. (20. Dynastie) gehalten, der von 1198 bis 1167 v. Chr. regierte. Kurz nach 1186, in welchem Jahre der letztgenannte Herrscher Beth Schan besuchte und dort eine Statue, die ihn selbst darstellt, errichtete (sie wurde im vorigen Jahre ausgegraben), eroberten ״ rite-׳ ,•fÄltste#*,;:-du •!VölkergeÄehj das von- ״Kreta ׳־,riai -rief Südküste Kleinasiens her kam, bei ihrem Einfall in Palästina die Zitadelle, die sie bis zur Vertreibung durch König David (um das Jahr 1000 v. Chr.) hielten. Etwa zwanzig Jahre vor dem letzteren Zeitpunkt hatten die Philister König Saul von Israel auf dem benachbarten Gebirge Gilboa geschlagen, seinen Leichnam an der Stadtmauer von Beth Schan aufgehängt und seine Rüstung in das Haus der Göttin Aschtaroth gebracht. Eben dieses Haus der Aschtaroth wurde, wie ich glaube, In diesem Jahre aufgefunden. Zunächst wurde in diesem Jahre eine erhebliche Zahl wichtiger ägyptischer Funde ans Licht gebracht, vor allem ein Denkstein einer Amts- oder Privatperson aus der Zeit der 19. Dynastie, deren Namen Amen-Em-Apt zu sein scheint, und die auf dem Denkmal knieend mit anbetend erhobenen Händen dargestellt ist. Der begleitende Text erwähnt eine Reihe ägyptischer Götter. Nahe diesem Denkmal, aber in einem anderen Raum der Zitadelle, fand sich das fehlende Stück des Denksteins Seti I., der im vorigen Jahre in Beisan entdeckt wurde; dieses Fragment erwähnt Chahu (Palästina), ein Wort, das auf der berühmten Israel-Stele des Königs Mcremptali, jetzt im Museum in Kairo, begegnet: ״Israel ist verödet, und sein Same ist nicht mehr. Und Chain! ist um Aegypten zur Witwe geworden.“ Eiii paar Fuß von diesem Bruchstück entfernt entdeckten wir kürzlich den Mittelteil der Statue eines Königs oder Prinzen aus der 19. Dynastie, im Stile sehr übereinstimmend mit der Statue des Prinzen Cha-Em-Wast, Sohnes Ramses II, im Britischen Museum und mit einer Statue des Königs Meremptah im Museum zu Kairo. Die Statue stellt einen aufrecht stehenden Mann dar, dessen Arme an den Seiten abwärts gehalten werden und der in jeder Hand einen langen Stab trägt. Aus demselben Raum, unterhalb des Fußbodens, der aus hartem Lehm bestand, kam ein sehr wichtiges Basaltmoiiument, gestiftet von einem unter der 19. Dynastie lebenden Aegypter namens Hesi Necht. Dieses Denkmal zeigt eine Figur der Göttin Aschtaroth, die mit langem Kleid und der üblichen kegelförmigen Krone aller syrischen Göttinnen, mit zwei Federn als Schmuck, dargestellt ist. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, daß die Göttin zwar als Aschtaroth dargestellt, aber Antit (Auaitis) genannt ist, eine Gottheit, die sonst immer auf einem Thron sitzend, mit einer Kriegsaxt in der linken, Schild und Speer in der rechten Hand, dargestellt wird. Dicht an der Stele fanden wir eine Anzahl von Gegenständen aus gebranntem Ton, die offenbar zum Kultus der Göttin Aschtaroth gehörten, und die ein sehr intercssantes und neues Licht auf die frühe Religion Palästinas zu werfen scheinen. Diese Kultobjekte haben verschiedene Formen, und einzelne davon wurden bisher noch nicht im Lande gefunden. Einige davon haben die Form rechteckiger Kistchen in zwei Stockwerken, darüber ein rundes Dach mit den Figuren von Vögeln, wahrscheinlich Tauben und Enten. Int oberen Teil sind zwei Fenster und zwei Türen mit einer nackten weiblichen Figur, offenbar Aschtaroth, die auf beiden Seiten aus dem Tor herausblickt. Sic hält Vögel in beiden Händen. Die untere Abteilung hat auf jeder Seite ein Fenster, und eine Schlange wändet sich von ganz unten hinauf nach der Göttin. Andere Kult- Objekte haben die Form runder Ständer mit zwei Handgriffen nahe den? oberen Ende und mit glockenförmigen offenen Basen. Das obere Ende gleicht dem Mundstück eines Kruges. Auf jedem Handgriff sind Vögel, und an den Seiten des Ständers sind vier, manchmal auch acht Oeffnungen, in denen andere Vögel sitzen, nach denen die Köpfe der rund um den Ständer gewundenen Schlange zielen. Andere Ständer ähnlicher Gestalt haben keine Schlange und Vögel, wohl aber zwei Handgriffe und Oeffnungen. Es ist wohl bekannt, daß Schlangen und Tauben der Aschtaroth geheiligt waren. Bald nach der Ankunft der Israeliten in Kanaan und nach dem Tod Josuas scheinen sic Baal und Aschtaroth verehrt zu haben, worauf sich die Stelle Richter 2, 13 bezieht. Auch von Salomo wurde Aschtaroth, die Göttin der Sidonier, verehrt. Der Raum, in welchem die Stele der Aschtaroth- Anaitis gefunden wurde, hatte vier massive Steintrommeln unter den! Fußboden aus festem Lehm; sie bildeten die Basen für Holzsäulen. Eines der wichtigsten Objekte unserer Ausgrabungen In Beisan ist der große Tempel, der in der ägyptischen Schicht im äußersten Süden der Hügelspitze liegt. Er mißt 24 Meter in der Länge und 19 Meter in der Breite, seine Achse verläuft von Westen nach Osten. Er stellt ein rechteckiges Gebäude dar, das eine lange Mittclhalle mit drei runden Stcinbasen auf jeder Seite enthält, die ihrerseits in Zicgelmaueru eingebaut sind. Auf den Basen müssen Holzsäulen gestanden haben. Südlich von der HaUe liegen drei Vorratsräume, in deren einem wir auf dem Fußboden ein eigentümliches, zylindrisch geformtes keramisches Objekt fanden, mit dem Vorderteil eines Stieres am einen Ende und dem Vorderteil eines Löwen am anderen. Das Ostende des Tempels wurde zerstört, um für zwei große Reservoirs Platz zu machen, von denen das eine byzantinisch, das andere , griechisch ist, und die mehr oder weniger übereinander liegen. Auf dem Boden des Tempels fand sich eine Anzahl der bereits beschriebenen Kultobjekte mit Göttin, Schlange und Vogel. Neben der mittleren Säulenbasis an der Südseite der Halle wurde ein offenbar bei der Grundsteinlegung vergrabener Topf voll von Barren, Ringen und Ohrringen aus Goldbronze entdeckt, deren Sachwert, abgesehen von der archäologischen Bedeutung, erheblich sein muß. Ein ähnliches Depot, bestehend aus golden*« Gegenständen, befand sich an der Säule an der entgegengesetzten Seite der Halle. Alle Merkmale deuten darauf hin, daß der Tempel von den Aegyptem der Göttin Aschtaroth errichtet wurde, und da er, soweit wir wissen, der einzige Tempel in Beth Schan war, der aufrecht stand, als die Philister den Ort eroberten und sich hier festsetzen, ist es mehr als wahrscheinlich, daß es kein anderer Ist als das im ersten Buch Samuel 31,10 erwähnte ״Haus der Aschtaroth“, in welches die Rüstung König Sauls nach dessen Tode gebracht wurde. Die Erzählung im ersten Buch der Chronik 10, 10 ist nicht so genau wie die bei Samuel, denn sie sagt bloß, daß die Rüstung in das ״Haus der Götter“ gebracht wurde. Wir können mit Sicherheit den Tempel der Aschtaroth nach der 19. Dynastie datieren, denn das Niveau seines Bodens ist genau auf der gleichen Höhe wie das der Räume, die dfe Denkmäler Setis I. und Ramses II. enthielten, die im vorigen Jahre gefunden wurden. Außerdem entdeckten wir eben a#i-,d!1p»► led*»4;׳es; T«j1p#lf.;,,e||K.^a;.,pe!rt*alte, zylinderförmiges Serpentinsiegel mit dem Wappen Ramses II., da1292 ־ bis 1225 regierte. Das Siegel zeigt die Figur des Ramses, der den Kampfhelm trägt und einen Pfeil gegen seine semitischen Feinde abschießt. Gegenüber dem Herrscher ist die Figur des kanaanitischen Krtegsgottes Resdipti. Zwischen den zwei Figuren ist die Andeutung einer kanaanitisehen Festung, ein von drei Pfeilen durchbohrter Schild auf einem Pfahl; unter diesem Zeichen sind zwei bärtige kanaanitisehe Gefangene. Das Siegel ist ganz ungewöhnlich und die ganze Szene vorzüglich gearbeitet. An dem steinernen Türpfosten, den wir in den Tempeltrümmern fanden, lernten wir den Namen des Kommandanten der Festung Beth Schan, zweifellos zur Zeit Ramses II., kennen. Sein Name war Ramses Wesra Chepesch. Unter anderen Dingen war er ״Festungskommandant da Knechte des Königs, Schreiber und Haushofmeister des Pharao“. Viel-, leicht war sogar Ramses Wesra Chepesch derjenige, der den Tempel der Aschtaroth baute, zu dem der Stein gehört haben mag, da er ziemlich dicht beim Eingang im Bauschutt lag. Sollte er nicht der Erbauer gewesen sein, so hat er vielleicht den Tempel restauriert. Unterhalb des Tempels aus der 19. Dynastie ist ein anderer Tempel, der sich vielleicht als vom König Tholhtnes III. (18. Dynastie, 1501 bis 1447 v. Chr.) herrührend erweisen wird, dessen Skarabäus im Schutt etwas unter den! Niveau des oberen Tempels gefunden wurde, zusammen mit mehr ais tausend Perlen aus Karniol, Gold und Kristall. Die Achse des unteren Gebäudes verläuft im Gegensatz zu dem oberen von Süden nach Norden, und am Nordende (das bisher allein ausge£raben wurde) befindet sich ein Altar in einen! kleinen Raum, zu den! von dem Hauptraum des Tempels sechs Stufen hinaufführen. Der Altar besteht aus einer Ziegelbasis, die zwei große Steinplatten trägt, von denen die eine ein geweihtes Objekt aus einen! anderen Gebäude zu sein scheint, denn sie ist au der unteren Seite ausgehöhlt. Die Oberfläche des Altars ist flach und von der Rückseite nach vorn schräg geneigt. Auf dem Boden des Raumes, der hellblau gefärbt war, fanden wir einen lebensgroßen steinernen Falken, der die Doppelkrone von Ober- und Unterägypten trägt und auf einer Basis stand. Der Falke ist gut gearbeitet und war lebhaft bemalt. Unter einem Teil des Badens des Raumes lag ein goldener Skaraboid und auf dem Boden selbst vier bronzene gcradwandige Töpfe, eine steinerne Schüssel mit vier Handgriffen, ein Hyksos-Siegelzylinder und einige Streifen Blattgold. Es scheint sicher, daß der Teil des Hügels, auf welchem die beiden ägyptischen Tempel errichtet waren, einer über den Trümmern des anderen, der ״heilige“ Bezirk der Stadt war, und wir können unter dem unteren Tempel, den wir vorläufig nach der 18. Dynastie datiert haben, möglicherweise eine kanaanitische Kultstätte finden. Vielleicht gehörte der eigentümlich ausgehöhlte Stein, von dem oben die Rede war, ursprünglich zu diesem Kultplatz und wurde als Opferblock benützt. Die Tempel sind die einzigen bronzezeitliehen Gebäude ihrer Art, die bisher in Palästina bekannt sind, und waren ursprünglich überdacht. Die Ausgrabung des unteren ägyptischen Tempels ist jetzt iin Gange, aber es muß eine große Menge Schutt entfernt werden, bevor er völlig frei• gelegt werden kann.

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