Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 102-103 (24.12.1924)
- Date
- 1924-12-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 742 Rundschau!*־;seiומן1ז1! Nr, 1021׳(X1 Bic Ur n-f m f ״ ׳) * ■i'»-y* Ja i־eNaid18fj unserer Von M. lieber, Chemnitz. Die Sorge um die Erhaltung und Fertigung der zionhilsehen Organisation, die ח׳ dem Made wächst, in dem die Neugestaltung der Jewish /»״ency Wirklichkeit zu werden hcginnt, darf nicht bei äußerlichen Reformen, bei, der Acnderung der äußeren Org.1:1::;a!io!i:;form (Schekel, Kongreß, Exr* kutive) Halt macken. Die Oe.uuuhm־; des OrganlsatioiiftkiVpCiS kann mir von innen heraus, nur durch Netibricbung der Ein«»- zellen bewerkstelligt werden. Mehr als alle anderen Fragen müßte uns heute folgende beschäftigen: Die Ueberwlmlui!;: der Interesselosigkeit, mit der das Gr•« unserer Mitglied« rschaft den;׳iomsUschen Aufgaben gegeniibersteht, das Hcrsusreifk'ij der Organisation aus der Lethargie, Alle noch so zwcckdienlichcn .Reformen, die nicht auf dieses eine Ziel gerichtet sind, die nicht diesem Ha!!pif!bcl an den Leib zu rücken heabs,rilligen, werden uns nicht eine einzige der Kricsen c:sparen, die uns bereits seit Jahr und Tag in Atem!:alten uml die in ihrer schnellen Aufeinanderfolge die eine permanente große Krise des Zionismus bedeuten. Msn Imt trotzdem bis I1c1!*c nie ernstlich nach dem Mittel gesucht, das die zionistische Armee lebendig und schlagkräftig erhalt, das eine große Zahl von Mitgliedern aktiviert: kein Mensch denkt heute daran, diesen traurigen Zustand, der als ein von Gott, gewollter hingenommen wird, zu ändern. Ein Verzicht auf der ganzen Linie kennzeichnet das Trostlose der Situation. Als Symptom dafür, wie dieser Verricht bereits von den Kreisen der aktivsten deutsch in Zionisten akzeptiert wird, w ie man auch dort schon aufgehört hat in den Massen die Träger der zionistischen Arbeit zu sehen und sie nur noch (hm zionistischen Beamten überläßt, ist der Vorschlag Blu 11cnfeltis zur Errichtung einer Propagandistenscliule kenn- Kicnnend. V/as nachstehend vorßcschingen wird, will sich nicht als das Zaubermitte! ausgeben, das mit einem Schlage die Pulse der Bewegung (liegen machen wird, ist vielmehr nur ein kleiner Beitrag zur Behandlung dieser Krankheit, die auch nocli von anderen Seiten an die Wurzel gefaßt werden muß. Sieber aber stellt cs einen Versuch dar, das Problem der Pro* paga ndazent ralc zu erfassen. Obwohl das Alter der zionistischen Propaganda mit dem dci Zionismus überhaupt zusammenfällt, haben wir bis nun nicht gelernt, uns die Erfahrung aus dieser Propaganda zu eigen zu machen, Wir treiben unsere Propaganda so recht und schlecht, wie seit dem ersten Tage der Schöpfung, ohne jede Systematik und Ordnung, dafür aber unter Verschwendung unserer wenigen kostbaren Kräfte. Die erste Aufgabe der Propaganda ist die Werbung und Gewinnung immer neuer (Menschen für den Zionismus. Außer den an der äußeren Peripherie des Judentums stehenden, sind cs vornehmlich zvrei Kategorien, die sich bisher hart• nüeki ׳ der zionistischen Propaganda widersetzten. I. Die Kategorie der mit Vorurteilen Behafteten. Nicht allein die Erkenntnis von der Unhaltbarkeit einer primitiven Verteilung in Asslmilantcn und Nationale, in schwarz und weiß hat die Schärfe des Kampfes, die die erste Periode des Zionismus kennzeichnete, abgestumpft. Nicht allein das Wissen um eine Reihe von Zwischen• und Mischstufen bis zum assimilierten Zionisten, nicht das allein war die Ursache, daß dieser Kampf an Frische und Verve cingcbüßt 1131 ln gleichen Maße war hier auch die veränderte Kampfweist'!, eine neue Taktik der Gegner ausschlaggebend. Vom Augenblick an, in dem sie erkannt haben, daß sie im offenen Kampfs, in dem Meinung gegen Meinung aufsleht und die vitale Kraft der lebendigen Idee des Judentums sich durchbricht, erliegen müssen, haben unsere Gegner allmählich die offene Arena zu meiden begonnen und sich ln die Defensive zitrückge• zogen. Der Elan, der im Zionismus steckt, crscl1rc>kte sie und lieft sie den Zusammenbruch ihrer Fundamente fürchten. Sie fürchteten vom Zionismus überzeugt zu werden und vor den Konsequenzen, die daraus resultierlcn. Sic begannen also jede Gelegenheit der Gefahr des Uc'oerzcugtwerdcns, und so auch die zionistischen Versammlungen zu meiden. II. t>!e zweite Kategorie ist ungleich vorurteilsloser, aber dafür indifferenter, sie ist ein Opfer der modernen prefentiösen Deklame, mit der jedes Ding für sich als die einzige unumstößliche Wahrheit bombastisch plädiert. ״Herein in d'ic sozialistischen Kantpfrcinenl“ ״Kukirpl, Deine einzige Rettung!“ ״Hast Du schon Radio im Haus?״ "׳Wählet Deutschnational!“ ״Helfet dem Pogromwaisen 1“ ״Das einzige Mittel gegen Korpulenz“ usw. usw. . . . Alle diese Dinge erhahen uml^ lächerlich, nützlich und schädlich, wichtig und gleich• giiln״, setzen dm Revolver au die Brust und stellen, keinen widcrspnich duldende, kategorische Forderungen. Die Un* tnögliriikeit sich allen diesen Dingen hinztigcben trübt nicht nur die Urteilsfähigkeit der Wahl, sondern führt auch zum cn'gegengesefzicn Extrem, zur hoffnungsvollen dickhäutigen Indolenz. Diese Leute meiden ausnahmslos jede Vcreantinlmm, auch die zionistische. Was hat die zionistische Organisation getan, itnt diese Leute zu gewinnen? Entweder sie erklärte, dieser I cute entrafen zu können; es sei nur noch, die Jugend, auf dic .es ihr nnivoimnt, obwohl sie dann wieder gerade von diesen Leinen Keren. Hajesxod haben wollte, oder sie begann die tvr«•1‘., . ch c!.u” K'izel der Sensation Iicranzulockcn. ln; 11 uichKei. fa sic be.dr >. Umfasscmlc zlonististhc Sach Kenntniest', ein gewisses Maß von Beredsamkeit sind allmählich ruciii mehr ausschlaggebend. Unsere Propagandist müssen irgendwie noch von außen her legitimiert sein. Sie müssen nt! •erden! noch auf anderen Gebieten zur Berühmtheit gelan׳־׳tc 1 crsuriüclikeiten, Wunder- und Fabeltiere ׳ein. Am liebsten cs ein sechsjähriger Wunderrabbi sein, der die Bah ,;sehe Relativitätsdrüsc entdeckt hat. ,Würde heute der lei.aaflige Messias unter uns treten, wir würden 011m: Bedenken Miine Glorie J» v verzetteln . . sehen Macsen für den Zionismus und. 60I11C fours tu kleine Münze populärer Propaganda inen anderen Weg, die indifferenten jüdi• ■ «Inc Aufgaben, zt! gewinnen, hauen wir nicht cingcschlagcn. , Untersuchen wir die Formet! unserer Propaganda kömicn wir fcststcllcn, daß uns bisher eigentlich *nur *eine einzige bekannt ist: IDi0 Ucßerredungs-P ropa* g a n d a , eine Agitati, n, die sich vornehmlich an den Verstand richtet.■ Sie v/ill eine logische Begründung des Zionismus geben, eine Beweiskette, die zwangsläufig Zionismus zur Folge bat. Da aber das Nationale, als Grundpfeiler des Zionismus irgendwie irralioncll fundiert und infolgedessen gar nicht verstandsgemaß beweisbar ist, so entstellt hier eine Lücke, aus der die Propaganda sich hilft, indem sie sirit dar;! w!־:!cr an drr; Ocuütil vzenJct. Dinner Appell *a eine anderr!;:.;tanz hat aber zur Vorau-.r.elr.iiig, daß diese ln:;!..nz■ rc.׳.־:icrt, die!;cgcbnien Bilder au!n|1nmt uml zu bc* st;!;.uta» Vor.uclh!!1giii verarbeitet. Dfae Umr.tdlmig aufs Gcfuhlsmänigc erfordert s'ur eine enfvprerhrndc Vorbereitung und Sammlung der. Zuhörers, «IL? wiederum den logischen Satzbau gefährde«; der Ausflug insO;:fii!111;mä״igp kann daher mir knapp, stichwortartig <:׳• wagt werden, co dafl nur wenige, mit jüdischen Inhalten und Sentiments erfüllte Zuhörer gc* parkt werden. Die große kompakte Ma׳;׳;e bleibt davon un* berührt; ihr Mribt der Zionismus nach wie vor Hckuba. Und' (loch haben wir auch schon im Zionismus eine neue Art der Propaganda, trnd mit gutem Erfolg sogar, versucht, ohne uns über die Anwendbarkeit und Verbrcltungsmögllchkcit dernejlwn Rcclieuschaft abzuhgen, Es Kt dies eine. Propag.indaj durch — Ucber m ittlung künstlerischer Er* lebnissc. Wir bedienen uns schon seit längerer Zeit der Palästina-Filme, ohne «len Anforderungen, die nn gute Filme;;esteilt werden können, auch nur im geringsten zu entsprechen. Was bisher am Palästinafilm dem Zuschauer gefesselt, ist die Schlichtheit des gigantisch™ Werke.׳«, ist die lieroiodt« Größe der jede ftese verschmähendem Arbeit, Ist die *clbstvcrständliehe Einfachheit der Leistung, die nie verfehlen wird den tiefsten Eindruck zu erwecken. Diesen Eindruck. vermochte bcispiclspcise auch nicht der lächerlich dilettantisch« Aufbau der Handlung des letzt«! Films, eine Inszenierung har •jeder Steigerung und dramatischer Spannung, ohne Schwung und Einfälle — zu verwischen. Letztes ist hier noch lange nicht geboten worden. Gute wirksame spannende Filme mit scharf hera!;;geaibeitcicn Gegensätzen, die einen Querschnitt• durchs jüdische [.eben, das vergangene und gegenwärtige gehen, werden eine vorzügliche Waffe zion'stischcr Propaganda bilden, Aber nicht allein im Film soll die Kunst als Werbemittel dem Zionismus dienen, Fs muß der Typus eine.־. Propaganda- Abends geschaffen werden, der geeignet Ist an Stelle d:r öden, überleb!™, großen Versammlungen zu treten. Diese Abende sollen eine Synthesis zwischen kiks'.lcrischcn Dar* bictungen und der diese ergänzenden Ucbcrrcdungsptopa* garnia darstellen, wobei zu brachten ist, dafl letztere nicht durch nlL’Ugroßc Aufdringlichkeit liervorfritt, •Diese Abende dürfen nicht als Prop;ji;am!a*Abcn<1e aufireten, müssen vielmehr de:1 Charakter von Knust- und Kulturveranstaltungen tragen, die auch dem auserlesene!! und verwöhnten Geschmack ge* niigen und durch höchstes Niveau gekennzeichnet sind, Soldtc Abende werden geeignet sein auch diejenigen hcrauzuzichcn, die bisher allen zionistischen Prooagfind« versuchen wider■ :!landen haben. Die künstlerischen Darbietungen werden Ihre Wachsamkeit, ihr Aufderhutsein vor dem Zionismus clnsehlä- *rrn.. sie langsam mit Argumenten umgarnen, bis sie fast unbewußt, der zionistischen Idee erliegen. Die Zusammen* sivlUir.p und Ausführung dieser Wanst.alhinp1'60 ׳ einem Oremisim ersteh jüdischer Künstler 11bcrlasr.cn werden, die sich dieser Aufgabe mit besonderer Sorgfalt widmen. Das soll unsere Marsser-Forderung an sie sein, War es doch der Zionismus, der dem jüdischen Küns'kr c׳st d'e AbsatzmöMich* keif geschaffen hat; es ist an der Zeit, dafl der '׳{kitsche Künstler — Schriftsteller, Maler, Musiker, Schau*׳vieler —* srinen Dank dem Zionismus nbstattet. Solche Abende müssen überall, wo sie veranstaltet werden, sich ורות Ereignis ersten Rang» gestalten. Wie die Pa1äs‘[11a־Filmc sollen diese Abende mit sorgfäldg rtKammcngestclItcm g'eichcm Programm an'alle Ortsgruppen vergebet» werden, damit auch ”die unwürdigen, geschmacklosen und oft unjüdisrhen Feste und Bälle, derer sich die meisten zionistischen Ortsgruppen schuldig ms-chqn, endlich von der Dildfhidic verschwinden. Mit der Vcranstaliim״ solcher Abende allein kann C8 fcdoch nicht sein Bewenden haben. Hier erst tritt die Orts« gruppe, der bisher fast alle Arbeit abgenonnnen war, auf den Plan. Sie überwacht genau diese Abende und wird außer der Verbreitung geeigneter Druckschriften genaue Evi denz über die [k•:,weher führen. Es gilt, die durch diese Vor ansfalhmg erzeugte Wärme in Energie umzusefzen. Die neuen Interessenten müssen dann in Zirkel Versammlungen bearbeitet und zw Aussprachen eingcladen werden. Durch diese Abende vorbereite!, werdet! so allmählich eine Reihe neuer Men* sehen dem Zionismus —י milujesiens aber für den Keren Hajcssod gewonnen werden, ׳ Soweit die externe Propaganda. Aber auch die Arbeit unter den Zionisten selbst muß auf eine neue Grundlage gestellt werden. Soll der Zustand der Lethargie, mit der die Organisa'ion, wie eingangs erwähnt, zu kämpfen hat, über* wunden werilen, 60 muß der einzelne Zionist wiederum zur Verantwortlichkeit heratifjezogcri und als lebendes Glied der Organisation cingrreiht werden. Das Schicksal der Organ!• ,sa'ion.di« widrigsten Fsuschlüsae werden der Exekutive, einem kleinen Kreis aktiver Zionisten und einzelnen Notcbcln über* lassen, die durch demokratische Einrichtungen scheinbar auf <1( •nokratischeu Wege zustande kam. ln Wirklichkeit Ist die Exekutive längst nicht mehr ,der Exekutor des In der Orgamsatiot! lebenden Willens; sie Ist vielmehr gezwungen der Organisation diktatorisch ihren Willen aufzttdringen, was aber von ihrer Mitgüedcrschaft mit lauer Gleichgültigkeit, ja mit Ignoranz hingenommep wird. Diesem Zustande muß schien* iiigsf ein Ende bereitet werden I Die einzelnen Ortsgruppen müssen gezwungen werden, zu den Fragen, die gerade die Organisation' beschäftigen, Stellung zu nehmen. Wie kann dies bewerkstelligt Werden? Durch die Schaffung einer P r 0 j> a g a n d a - Z c r: t r a I c. Der aufmerksame Leser wird längst gemerkt haben, daß hier der Zentralisierung der Propaganda das,Wort geredet wird. Dadurch sollen nicht nur eine rationelle Verteilung der Kräfte, sondern auch große Ersparnisse an Zelt und Geld erzielt werden. Erst diese Propaganda-Zentrale wird die relbuug.riose Durchfülmm״ .der mannigfaltigen Aufgaben, die der rionislhriicri Organisation obliegen, ermöglichen. Gleichzeitig, m|t der Zentrale raüisen in jeder Ortsgruppe Propagar.da-Konmih.sariate, die u.1 Vorsianc vertdreien sind, eingerichtet werden, die der Zentrale gegenüber eine gewisse Varantwpr'ung übernehmen. Entsprechend - ihrem Aufgaben• kreise verteilt sie ihre Arbeit out zwei bDuptgehiete; A. Jnfertie Propaganda,' v Ihre Aufgaben sind: ■ 1. Die Jugend• und Erzi e h 1! ngs a rb cit. Hierüber soll Ausführliches in anderem Zusfunmcnhangc gesagt werden, ■ 2. Die zionistische Ideologie, D,1r Mangel einer ciuhcltlxhcn zionisliscben Ideologie ,ist wiederholt bcklagt worden. Durch die Propa•׳.mlÄ-Kommissarc soll, die׳׳ Zentrale eint Bck-bung de? Dkkussiou ülver die Grmul!a׳rCn 1c» Zionismus aii-.trebrii und Ikriclitc über den Fortschritt der Dk.l.U'islon caifo.dcrn. . 3. Aktuelle Fragen. Fra״«!, die Dcler׳!crtcnta,gcn Kongressen und dem Aktions-GomiU zur Beschlußfassung vor. liegen, müssen den Ortsgruppen, durch ihre Propaganda• Kommissariate in kurzen stichwortartigen Exposees, mit ob• jcktiver Anführung der Ivcrcits bekannten Gründe — für u:4־ wider — unterbreitet werden. Die Kommissare sorgen für ihre Durchberatung in den Ortsgruppen und teilen die gefaßten Beschlüsse der Zentrale mit. 4. 11 ebriloche Sprache. In den meisten Orts, gruppen mangelt es an geeigneten Lehrkräften. Viele ein. gerichtete Kurse, mit Impuls angef.mgcn, verlieren allmählich an Intensität und kommen Ober die enteil Lektionen nicht hinaus. Ein Fernunterricht soll von der Zentrale eia. gerichtet werden, und durch die Kommissariate ein großer Krcia Teilnehmer gewonnen werden, ist der briefliche Unterricht bis zur Korrespondenz fortgeschritten, so »t die offizielle Korrespondenz der Z. V. f. D. nur noch hebräisch. Zionistische Ehrenämter sollen späte!hin nur von Personen!־«kleidet werden, deren Kenntnisse der hebräischen Sprache nicht hinter dem l.dir/icl des Fernkunu» zurückstchcn. 5, Späterhin sollen die Errichtung ähnlicher Kurse für Palästinakunde und jüdische Geschieht• erwogen werden. B. Externe Propaganda, 1. Zirkclvcrsammlungen. Da die übliche Bcricliicrstaftung der zionistischen Funktionäre an die Orts* gruppen sich nunmehr erübrigt, werden diese Kräfte für die Zirkctversammhingen freigemacht. Hier erwächst das Propagamia-Kommi'sR.ircn in den Ortsgruppen eine besondere verantwortungsvolle Aufgabe. Es gehört ein bestimmter Blick dazu, uni die richtigen Leute aus den großen Kunst* abenden licranszufiiidcn, die nunmehr für die besondere Bearbeitung durch die Zirkclversammhmgen reif geworden sind und viel Takt, um diese Zirkel richtig zusammenzustdlcn. Für diese Zirkelvcrsatmnltingen stellt die Zentrale (oder der Keren 1 lajcrsocl) die Redner. Schickt dir OrtsgrUpjve ihre eigenen Leute vor, so sorgt die Zentrale für ihre genügende ideelle Fundierung. 2, Filme. Das Wesentlichste Ist bereits oben gesagt worden, ־ . . 3, Große künstlerisch Abende. Auch hier ist vorläufig alles gesagt. 4. Späterhin sollen die Propaganda u n t r den Nichtjuden aufgenommen und 'entsprechende Kor* respondena-Büros errichtet werden. Es würde zu weit führen, wollte man die Notwendigkeit dieser Einrichtung be* gründen. Hier sei nur soviel gesagt, daß dadurch eine ganze Reihe ganz abseits stehender Juden gewonnen werden können. Außerdem muß die Propaganda-Zentrale ein Kontrollhüro einricJttcn, in der über jede Ortsgruppe und ihre Tätigkeit genau Buch geführt wird, das die ausstehenden Entschlie- Bungen und Rückäußcrungen einfordert und die Ortsgruppen zur Einhaltung ihres Arbeitsprogramnies anhält. D'e Zentrale soll das Recht haben, die Zuriickberufutij des Propaganda- Kommissars und seine Ersetzung - durch eine andere Per* söplichkeit zu fordern.;' D« Kosten zur Errichtung dieser Zentrale dürften keine Schwierigkeiten bereiten. Errechnet man die Summen, die durch das ständige Herumreisen d:r zton'st:s:hc!1 Beamten und Funktionäre bisher verausgabt wurden und die nunmehr auf ein kleines Minimum beschränkt sein werden, fügt dam: die unsinnigen Summen, die die Veranstaltung nnnvcckmäfilgcr Feste verschlingen und die meistens, in der Eile vorbereitet, nicht einmal den erhofften Zuspruch haben und setzt dagegen die Summe, welche diese neuen synthetischen Kunslabeiulc, von langer Hand vorbereitet, durch eine günstige Kritik und vornehme Reklame gut e'mgciiihrt, bringen müssen, so braucht uns um die Erhaltung dieser Zentrale nicht bange sein. Der deutsche Zionismus, dem die Erhaltung der Organi* sation eine der wichtigsten Lebensfragen bedeutet,' ist wie niemand anders dazu prädestiniert, diese Zentrale — man kann ihre Aufgaben erweitern und cbschränkcii, das wird di« Praxis ergeben — ins Leben zu rufen. Prolcssor David N'enmsrk neslorben' Der Professor für jüdische Philosophie an dem jüdischen College in C'mcinnati, Prof. Dr. David Neumark, ist am 16, Dezember In Cincinnati (Ohio) gestorben. Prof. Neumark, einer der bedeutendsten jüdischen Ge* lehrten der Gegenwart, war im Jahre 1866 in Galizien ge* boren Er gehörte jenem Kreise orthodoxer Autodidakten an, aus dem die ersten Vorkämpfer des zionist sehen Ge* dankens in Galizien hervorgingen. Der verstorben« Führer der galizisehen Zionisten Adolf Stand, Dr. Osiai Thon, Dr. Markus Brande, Rabbiner Dr. Ehrenpreis (Stock* holm), Dr. Michael Bcrkowicz (Biclitz) waren Ncuaiaiks Gefährten tu der Vo!herrischen Zeit des galizisclien Zio* 11:5.11111.' Ncumark studierte in ,Wien und dam! an der Berliner Universitäten, wo er ah D>k*or der Philo'oplilc promovierte. Er wer auch ein Schüler der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Seme bekanntesten Werke sind: ״Die jüd $ he Philosophie des Mittelalters“, erschienen 1Q03; ״Di« Philosophie der Bihci“ (lOiai u:1d ״Die Prinzipien de» Judaismus in historischem Umriß“ (1920). öl X D ül d! Kleine Madtricltien Wie verlautet, soll der gcjemvär.ige JDC-Vertrc er in Moskau, Agronom Dr. Rosen, im näcusten Frühjanr nach Palästina gelien, um ein üu.achten über die jiUocae landwirtschaftliche Ktlouisaiion ab/ugeben, ln der ersten Januarwoche VTA> unternehmen'das Mi Mied des Untcih i!ise» und frühere Wohh'ahrtsrninlstcr Sir Aifrea Mond und Lady M o!1 d eine mclmnonatlge Reise nach Palästina uiid de n Nahen Osten. Wie ״New Jtidaea“ meldet, begaben sich die Herren Dr. W c i z m a n u, C01. Kisch und Dr, F «i iv c I nach Paiis, wo unter der Führunq v>!! Leon Blum eine Voranstaltuug des Keren Hajcsiod geplant Ist. Dias sah der fttglmi einer energischen Aktion un er den franzödsciiett Jiidcn sein, ■Col. Kisch hegiht sich vtm dort tia!;h Amerika,' Dr, Wcizmaim und Dr, Fciwä nach Wiesbaden, » f; I i 1 I f i