Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 102-103 (24.12.1924)
- Date
- 1924-12-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sf’te 740 |U UPI SCHI? RUNDSCHAU Nr 102 103 Clic.riljckiniu Mailand, 16. Dezember 102-1. Die Stcllmignnhinc der Redaktion rtJ Ciiambcdainn H.iitun״ in der Völkerbund Sitzung (Nr. 90 der ״]. R.") ist von einem Optimhmns getragen, von dem gewiß zu wünschen wäre, daß ihn die Tatsachen rechtfertigen. Aber es ist!eitler zu befurchten, daß wir ziemlich weit davon entfernt sind. Es dürften vielmehr hinter den Kulissen Dinge vorgegangen sein, die ein wesentlich anderes Licht auf die Geschehnisse werfen. Der innere Eindruck allerdings verleitet leicht tu der Annahme, daß die Mandats-Diskussion sich in einigen kritischen Bemerkungen einerseits und einer Zurück״ Weisung derselben durch Chnmberlain andere!׳sei*.׳; er־ schöpft habe, wobei es einem freirteht, die Art dieser Zurückweisung als ״scharf" zu empfinden, wie cs die ״Rundschau‘‘ tut, oder als ,,nuffalleiul schwach" mul ledig• lieh ״für d׳c zi)»;■stisdie Galerie in Palistina berechnet", wie cs die ih!'e:1isd:e Tagespreise getan lvat. In Wirk* lichkeit aber liegt d'e Bedeutung der Debatte nicht in dem Wjrigcfccht, das stattgcfunucn hat, sondern umgekehrt — in der Auseinandersetzung, die verhindert wurde. Alle Welt wußte, daß der Vatikan beabsichtigte, einen Vorstoß gegen den Zionismus zu unternehmen. Die R:;ce seines Vertreters in Palästina, der soeben den Prozeß gegen den Doar Hajom durchgeführt bat, nach Rom, mit ihrer offiziellen Begründung, daß sic im Zusammenhang mit der Völkerbundtagung •stünde, war von gesamten Presse beachtet tmJ besprachen worden. Man wußte auch, daß der VMiuan, der keine eigene Vertretung im Völkerbund besitzt, seine Wünsche durch den Vertreter Spaniens vorzubringen beabsicldigte. Und plötzlich entstand ein großes Siüsehwci;cn. Der Vatikan unternahm nichts, der spanische Vertreter griff in die DDkussion nicht ein. Was war gesehenen? Dieselbe italienische Presse, welche vorher auf die zu erwartende Stellungnahme des Vatikans und Spaniens liimvies, außerdem aber noch ״das politische Interesse" betonte, das Italien an der P.alastinadebatte habe, gab der Situation folgende Interpretierung, die außer• ordentlich beachtenswert ist und viel für sich hat. In Chambcrlains erster Aussprache mit Mussolini dürfte von Palästina wenig gesprochen worden sein. (Offiziell hat das politische Italien bisher noch nie• mals ein Interesse an Palästina bekundet.) Aber ummttel• bar nach dieser Aussprache fand der Besuch beim Papst statt, welchem die Verhandlung mit dem Kardinal Gasparri folgte. Kaum war Chamberlain fo; t, fuhr der Vertreter Spaniens beim Kardinal vor, vermutlich um sich seine Instruktionen zu holen. Wenn diese nun da• hin gelautet lieben, daß er es nicht mehr notig habe, sich während der Debatte zu exponieren, so wird dies dahin gedeutet, daß die Verhandlungen zwischen Chamberlain und Gasparri zu einer weitgehenden Verständ:gung geführt haben müssen, und auf wessen Rücken diese erfolgt sei, müsse jeden! klar sein, der von Cham• berlMiis Erwiderungen den Eindruck bekam, daß sie sehr konziliant, schwach und nur für die zionistische Galerie bestimmt waren. In der Tat unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß Chambcrlains höchsicip־_ncr Besuch ein ausgesprochenes Liebzswerben um Italien bedeutet hat, in einer Weise, wie es schon lauge nicht der Fall war. Wollte Chamberlain seinen Wählern zeigen, daß nur die ParteipoKtk eines Mac Donald zu jener Entfremdung zwischen Rom und London geführt hat, die manchen englischen Politiker mit Sorge zu erfüllen beginnt? Aber dazu hätte er 14 Tage später auch nach Zeit gehabt und hätte nicht einen Zeitpunkt wählen müssen, von dem er selbst bctonte, daß er seine Anwesenheit in London eigentlich dringend erforderlich gemacht hätte. In Wirklichkeit waren cs wohl diese beginnenden Sorgen selbst, die ihm die Reise nach Rom so eilig und dringend erscheinen ließen, die Sorgen vor der kommenden Umgruppierung in! Mitfelnieer, welche durch die Geschehnisse in Aegyplen einerseits, durch den spanischen Rückzug aus Marokko andererseits unliebsam beschleunigt werden könnte. Die Wiederannäherung Italiens, das immer deutlicher gerade im Mittelmeer eigene Wege zu gehen beginnt, müß für den englische« Außenminister nicht nur eint beträchtliche, sondern die allergrößte Be• leutung besitzen. Und da heißt cs wohl; Kon-!essior.cn machen. Der ״Daily rfcrald“ schrieb; ״Was wollte Cham- )crlain in Rom? WahrscheinlUh die Unterstützung taücns mit Konz.e$sk>ncn des biifechcn Imperialismus :!־kaufen. Wir haben schon das Giubafand gegeben, aberlas wird nicht genügen. Wenn Mussolini in die Er- »berung des spanischen Marokko durch Frankreich einrilligen soll, wird er Kompensationen in der Form von Konzessionen für die italienische Bevölkerung in Tunis und Gebietsabtretungen auf Kosten Aegyptens verlangen. Gb Italien nun wirklich Kompensationen östlich von ' Vipolis verlangen oder statt dessen sich lieber dem Vor- י ringen Frankreichs in Afrika cntgcgcnstcüen wird, ob;nglarid ein größeres Interesse hat, Italien ostwärts zu ycisen oder westwärts, also daran, Frankreich den Weg;111 bahnen oder zu erschweren, mag die Zukunft zeigen. Fas aber die Gegenwart zeigt, ist, daß vorläufig Eng* 11 nd der gebende und Italien der nehmende Teil ist. Und laß zu den Konzessionen und Versprechungen, mit denen :Ich CI1amb;rlain die italienische Freundschaft erkaufen will, auch das hinzug«rechnet werden muß, was im;jjimmer des Herrn Kardinals unter vier Augen be• 1 V יי. T idet! 1t::i 1113 Revision der!C0n:*e3;׳־!on1!״ ln Pclen Warschau. (J. T. A.) Der polnische Minister nt beschloß in seiner letzte.» Sitzung, alle K01uessk>n5ertctl*׳«r,cn für du! Verkauf von Munopolarlikclii (Spirituosen, Tabak iw.) zu icvidicren. Im Verlauf von zwei Jahren, angefangen vom 13. Dezember dieses Jahres, sollen die Kotucssi• oncii den bisherigen Konzesseonären ohne jede I: n t s c h ii d i g 11 »1 g entzogen und den Invaliden, Kriegs wilwcu- und Waisen! sowie ehe malige 11 Kricgstcilneh• rnrrn, die irr) Weltkriege für Polens Befreiung gekämpft haben, ferner Komimmalbeamtcn, Bcrufsgenosscnschaftcn und gesellschaftlichen Institutionen übergehen werden. Die Vcrordmrng wird nicht vor den Sejm kommen, die Rcgieniiijz wird sie auf Grund der ihr erteilten außerordentlichen Vollmachten durchführen. Eine Protesterklärung des Jüdischen Parlament»klub In der letzten Sitzung des polnischen Sejms ergriff der Präsident des jüdischen Padamcntddu'is Dr. Lean Reich das Wort zur Verlesung einer Erklärung des Parlamcntklubs, in welcher fcstgcstcllt wird, daß die Regierung mit den elc* meniarsien Bedürfnissen der jüdischen ׳ Bevölkerung nicht rechnen will. Das den Juden fortwährend angetane Unrecht erreicht seinen Gipfel in! Beschluß des Mims!crra‘s, den bishörigen Konzessionären die Konzessionen für den Verkauf von Monofxjiarliktin zu entziehen. Dieser Beschluß, dein jede Gesetzmäßigkeit fehlt, entzieht 32000 j iD dis eben Familien mit weit über 100 OCO Seel cn die einzige L'rn 3 11 ruiigsq iicllr. So etwas •darf in einem zivüb.ici So!1 Staate nicht geschehen. (Zurufe aus den Bänken der jüdischen Deputierten: ״Nieder mit Orabski!" ״Nieder mit der Regierung der Not und Verzweiflung!“ ״Bei den englischen Juden bettelt ihr um eine Anleihe und die einheimischen rottet ihr aus!“ Der Deputierte Farbstein wird zur Ordnung gerufen.) Dr. Reich schloß: ״Wir erheizen unsere Stimmen gegen diese un״ehencrl!rl1c H.-imlliing, wir wollen, daß uns der Sejm, daß uns die Judenheit der ganzen Welt hört.“ Nach Schluß der Rede Dr. Reichs verließen alle jüdischen Deputierten zum Zeichen des Protestes den Saal. In Abwesenheit der jüdischen Delegierten wurde dann der Antrag Dr. Schreiber, eine Subvention von 1 500 000 Zloty für die jüdischen ScimVt! mit jüdischer und hebräisolier Unter;idiGspradie in das l'u lget ciimia'cllcn, behandelt. Keine einzige Hand erhob sich für «len Vor• schlag, so daß der Vorsitzende d ns.Iben a'a abgekhnt erklärte. Eine jüdische Erklärung im Senat In der letzten Sitzung des polnischen Senats verlas Dr. Wurzel eine Erklärung des jüdischen Klubs, in der cs heißt: Die jüdische Bevölkerung steht auf dem Standpunkt, daß Polen ein demokratisch regierter Staat sei!!•ul sie deshalb das Recht hat גע fordern, daß die Prinzipien von ־Gleichheil und Gerechtigkeit zur Gcllmic; kommen. Die jüdische Bevölkerung kann deshalb zu einer Regierung, die diese Prinzip:« vergewaltigt, kein Vertrauen haben. Der jüdische Klub stellt fest, daß die Regierung nichts getan hat, uni das frühere Unrecht gegen die Juden giitzumachcn, sondern daß sie Unrecht auf Unrecht häuft. Des jüdische Schulwesen, sei es mit hebräischer, sei es mit jiddischer Unterrichtssprache, findet bei der Regierung nicht nur keine moralische und materielle Unterstützung, wie dies laut Verfassung und den internationalen AbmacSlumgen zu erwarten wäre, sondern es ist ungesetzlichen Verordnungen und Schikanen ausgesetzt. Das Recht der jüdischen Sprache wird mit Füßen getreten, sogar den Deputlcrleti wird verboten, vor ihren Wählern in jüdischer Sprache zu referieren. Die jüdische Bevölkerung wird durch das Steuersystem zermürbt. Nun will man Z c h n t a u senden Juden ihre Ernährungsqucllc, die Monopolkonzessionen, entziehen. Die jüdische Bevölkerung weiß, daß die Regierung gegen sfc System der Ausrottung a n w c n d c t umj daß sie «,ich über die den Juden verf3.«u1»gsn1.1P1!g gewährleisteten Rechte Iiinwegsetzt. Der Klub hat kein Vertrauen zu dieser Regierur.g und stimmt gegen das Budget, Ein gebrochenes Verpsrechen Die Nachricht, daß die Regierung beschlossen hat, die Konzessionen den bisherigen Inhabern zu entziehen, ha! unter der jüdischen Bevölkerung einer» nieder, schmetternden LGndruck gemacht. Aus den Kreisen der Jüdischen Deputierte:! wird mitgcteilt, einige Minister und Parteiführer hätten den jüdischen Deputierten versprochen, die Konzession *Verordnung nicht zu crl erlassen, wenn die jüdischen Deputierten nicht für die Auslieferung des Ministers Kucharsky stimmen werden. Die jüdischen Deputierten haben sich infolgedessen der Stimme enthaften, und nur dadurch wurde cs möglich, daß Kucharsky nicht ausgeliefcrt wurde. Dennoch wurde die Konzession! Verordnung be• schlossen. * Unter dem Titel ״Re vis km oder ökonomische Vernichhing?“ bringt das ״Lemberg er Tageblatt" aus der Feder des jCiüi'chon Sejrmbgeord •eten Moses Frostig etueu längeren instruktiven Artikel, der sich mit der von iws verhandelten Frage des En'zugcs der Konzessionen befaßt und aus dem hier ncctts'e!!enden wiedergegebei! sei: ״Die Regien mg will in al'crrrchstvr Zeit sämtliche in Polen erteilten Staatskonzessionen revidieren. Paktisch würde ei skh um die Entziehung dersdi.e.! bei Juden handeln, T;uscn!le Juden verdienten ihren Unterhalt durch Salzhandcl, heute findet man nur noch höchst selten einen jüdischen Salzhündlcr. Tausende Juden lebten von Zigarettenverkauf 11ml Urzeugung. Mit der Einführung Bes Tabakmonopols wurden fast sämtliche jüdischen Tabakhändlcr und -arbeiter verdrängt. In Wilna evbtierfcn 0 jikTdie Sacharin Dbriken. Die SacliarinmonopoJvtrwaliiing hat 7 von ihnen gcschV.sen und den Siichurmverkauf, der früher in jüdischen tl.ind:« lag, Nicht Juden übergeben. Laut dem Staatsbudget für PH5 rechnet die Regierung mit einem Sacharinmonopolcrtrag von 15 000 (!) ZI., wählend die jüdischen Fabrikanten für den Fall der Nlehtsdilcßung ihrer Fabriken der Regierung eine Stcuereinnahme von 1 Million ZI. garantiere:! wollten! Durch die bevorstehende Ravraon der Slaatsmonopalc sind die jüdisch«! Schnapsfabrika ntcu u :d ■pro• duzen ten 3m meisten bedroht. Bestimmt doch das lnvalldcngesctz (ebenso die betreffenden Sejmrcsolu- {tonen), daß die Regiemng sämtliche Konzessionen an in. valide, sowie an Witwe״ und Waisen vo« Kriegsge• fallencn zu übergeben hat. Und eben auf Orund a:e$es Gesetzes und dieser Resolutionen wurden die Juden duich das Tabaksmonopol verdrängt. Nun greift man zu weiteren Mitteln. Eine Ocsetzcsvorlage würde man in der Eile in der Legislative nicht durch• bringen, Schließlich sitzen dort 31 judh ht Abgeordnete und 12 benatoren. Du!«nutzte man ehe G :legeimcrt, daß rieh Orabski im?ommer weitgehende Vollmachten gib;0 Heß, um in dieselben auch die Bes'immun״ durcluuschmugge'.n, daß der Staatspräsident bis zum IX Dezember eine Vcroidntmjj bezüglich der Resrion sämtlicher erteilter Konzessionen erbsr.cn darf, trn sic ne eh einmal und zwar in erster Reihe an Invalide und pensionierte Beamte, an Witwen und Waisen zu vergeben. , , , Wir stehen also vor der Gefahr, daß demnächst auch der Rest der StaatsUonzersioiirn den Juden entzogen wird. Immer stärker wird der Vernichtungsprozeß gegen jüdische Händler und Arbeiter geführt Die Regierung wird sich zu re-h‘f*r“׳»-n suchen, daß sic für die Invaliden In erster R״'he «.<י ״•—<־‘* haben aber auch jüdische Invalide — in Oahzien allein 15 OCO. Auch sind bei der Regien:!!0000 ׳ ji .i.-b.־ Witwen rcgistifcrt, während die Zahl der jüdl eben Kr ic 5 ך'v a 1 sc n eine sehr große Ist. Wieviel von ihnen werden Konzess’oneu bekommen, die bei der Revision den jüd.sehen TabaK- und ScUnapshfmdlcm abgenommen werden?“ Chnmbcriain hat \ז0י seiner Abretsv eine ״Batvehaft" an das italienische Volk ״erichtcf, deren Uebersclnvcnglichkeit auffallend mit der sonstigen Nüchternheit englischer Staatemänner steht. Er läßt es sich recht nn• gelegen sein, den Italienern zu zeiron, daß die englischen Mittelmecrintercsscn mit den italienischen nicht kollidiesen. Da Palästina durch die klaren Alandatsbcstimniungen von der Möglichkeit zu offiziellen ״Kompensationen" aus,geschalt״? ble:i>t. muß C'tamb. 1 :in einen Weg finden oder gefunden halicn, Italien zu beweisen, daß diese Mand:1tsh־׳״F<»»mt!n״cnl auch wenn sie den englischen Zwecken nützen, deswegen den italienischen nicht zu schaden brauchen, wolx'i der Begaff italienisch sehr wcjtgef״ßt ist und nicht nur den Palazzo Chizi, sondern ' auch den Kuppelbau Mielselangelos umfaßt, der ihn immer noch fib'iT.!••1' •־: ••־‘e. Dies aber ist, wie dem Verfasser scheint, nicht so sehr eine politische Aufgäbe Englands, als unsere eigene Auf* gäbe. Vor den! Kriege befürchtete man in England vorn Zionismus eine Stärkung des deutschen E'nfiusscs in! Orient, in Deutet’!!and einen K׳nal;r.k־lst)ff für das Verhäifnr 7u Er!־־׳' ml, in der Türkei eine Einmischungsmöglichka't von seit״״ RtiT־•־׳!!!־־־״ TmVnus nmß sich heute davor hüten, zu glauben, daß derartige Konfliktsmö'dichkr itcsi geringer geworden wären. Von allen diesen MögUchkei'tn ab׳״• y.,,|'c er der cns׳l:seh־Ua'tcni• sch«! (,'e größte Ik-ilcutung be'-msst״! und das Seine dazu tun, It..k.. za ־/:eigen, was Chauibcrlain ihm zeigen will: daß ein jiulhches P.d'isjina den itaHcnlsciicn Zwecken nicht zu sei!.־:den braucht, wenn «;1 auch den englisch״־־' nützt. Den« nur wem der 7j־v<i •״nus dies von sich aus selbst zu 7״.‘gen n ״1׳•• Uve ist, wird er verhindern können, daß mau es Italien In einer Weise zeig?, die ihm wenig.d.cauct! seui wud. uau Weizmann jetzt nicht in Rom war, ist mehr als bedauerlich. Aber auch mit eine״! Besuch Rt די*״״!׳*י,״'״, ITer tut intensivstc und ausdauernde politische Arbeit not, eine Arbeit, an welcher gemessen alle Tagungen über Organisations- und Agcucy-Fragen ihre Bedeutung verlieren können. Mg. Herbert Samuel!n Haifa Die Frage des Hafenbaus. Herbert Samuel empfing am 17. Dezember In Half* eine Abordnung der Stnütbcvölkciung, welche ihm die Not- Wendigkeit der Enichlun![ eines modernen Hafens in Haifa auscinaiKlcrsctzte. Die Abardming erinnerte den Oberkommi&sar an des! Bericht des Ingenieurs Palm er an die Rcgl:- rung In s ondm, in welchem dl; Noiwen llgkcit ause n mdergesetzt wird, den Hafen 6 )bald wie müg'le'i ln Haifa zu errichten. Sir Herbert Samuel versicherte der Ah .rdnmg. daß in kurzer Zeit mit dem Baudes liatens begonnen werden wird. Anläßlich des Besuches von Herbert Samuel m der Halfaer Kraftstation, die gegenwärtig von der Ruthe uberg-Ocjcllschalt erncli.ct wird sehr .1.1 die Londoner ״Times“: ״F.s ist bezeichnend, daß beim Bau Jude״ und Araber in gleicher Weise bcs׳ .jf.igt sind uml zwar die erstcren mciste!!3 für qua'dhziertc und die letzteren für unqualifizlcrie Arbeit. Solche Fäile in Verbitidum; »nit mci!• reren Beispielen, wo Angehörige der beiden Völker sieh zu gemeinsamen Cieschäf sun1 ccnahmungen w.e Zigarelu-wiab■־!• k.i.i )11 oder Orangenpllan/iiug vereinig: liabiii. sind wu! gs:e:w eine ermutigende fl <fimu!g auf künflge ö k o n o 11 ״ * c 11 c Zusnninicnarbcl I und sichen in direktem Oegensau. zu der dauernden hartnäckigen Weigerung der poliaselicn Füll• ter, ein Kmupromiß in Erwägung zu •ziehen.“ Eine hesrnders ״nittoreske“ Epi.rxlc war, wie ,.Tlm;s“ sich ausdrückt, der Empfang des ü he r p ri cs t c rs der Samaritaner, Isaac bei! Amrum. Der Oberpiiester, der im Jahre 19H seinem verstorbenen Vetter Jacob ben Aaron im »Amte folgte, ersuchte den OberkommUsnr, ihm die Erlaubnis zu «tner Reise nach London zu verschaffen, wo er Urkunden zur Geschuhte der Samaritaner ttudieren will.