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Jüdische Rundschau · 1924-12-19 · Heft 101 (19.12.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 101 (19.12.1924)
Date
1924-12-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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$e;fe 70י JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 101 I statischen Arbeiterräten von allen diesen Oe* slrhtspiuiktcn aus behandelt Ein Vorschlag, der ilpRbeziiglieh gemacht wurde, ist symptomatisch, und für jeden, der die Geschichte Palästinas kennt, sofort verständlich: Die; Lohnerhöhung nur in den untersten Lolinstaffcln und auf Kosten der höchsten vorzuncliineii, so daß für alle ein Existrn/.miiiitmnn garantiert und doch die Entwicklung der verschiedenen Industrien und öffentlichen Arbeiten nicht hehindert wird. Ein Beschluß der Arbeiterräte in diesem Fragenkoirjilcx steht noch aus. IPic Erschließung der Einek Jesreel geht weiter. Die zirka 10)000 Dtinain des Nationalfonds werden er* gänrt von zirka 50000 Dun am im Besitze verschiedener jüdischer Privatgesellschaften. Von Jadjur, über F.jn-Charod und Beth-Altah sicht man die Siedlungen sich entwickeln bis nach Dagan'ah, jenseits der Jordanbrücke. Die Besetzung j des neuen Badens vollzieht sich nicht ohne Schwierigkeiten. [Die letzte Woche brachte eine« Zusammenstoß zwischen den Juden, die zum ersten Male ein Stück Boden der ״Kchill.1t Zion“ (״American Zion Commonwealth“) bei (\fulo zu pflügen auszogen und Arabern Afnles. Es gab | Wunden durch Steinwürfc und auch einen Toten. Die Polizei griff ein und cs blieb bei dieser einen kleinen Plänkelei Di« Arbeit bei Afulc wird fortgesetzt. Der Zwischenfall von Afule ist vereinzelt und wird I voraussichtlich vereinzelt bleiben. Er bedeutet keine greifbare Gefahr für die weitere Entwicklung der Arbeit im Eniclc. Er hat jedoch wie jeder Inzident dieser Art bedenkliche psychologische Folgen, er erregt die Geister auf beiden Seiten und ist nicht dazu angetan, die Atmosphäre der Verständigung und Ruhe zu schaffe« und zu erhalten, die uns für die Aufbauarbeit im Lande ein düngendes Bedürfnis I ist. Ein solcher Zwischenfall zeigt uns, daß wir noch nicht genug Vorsicht anwenden, daß wir immer wieder etwas zuzul’rnen Inben. Insbesondere bei unserem Verhalten gegenüber den Fellachen ist äußerste Vorsicht, Korrektheit j und Delikatesse von nöten. Es Ist dafür nicht immer ge*!rügend Verständnis vorhanden. Bedauerlich aber ist cs, daß ein kleines Häuflein Im 1 Lande wieder einmal die Gelegenheit wahrna'im, nun ihre 1 Wühlarbeit unter Arabern und Juden zu betreiben, I I!n Zusammenhang mit dem Zusamenstoß von Afule er- I schienen Proklama'ionc'i der P. K. P. (״Mospslm‘׳), die gegen I die Zionistische Organisation und den ״Kapitalismus" ge* | richtet waren. In einer solchen Stunde wirken derartige | Aktionen wie echter Verrat und Volksverglflurtg. Wem! I man auch sonst der kleinen Anzahl dieser Fanatiker wenig 1 Bedeutung beimißt, so trug diese letzte Tat ihnen in Tel- 1 Awiw von seiten der anderen Arbaiter eine gehörige Tracht 1 Prügel «in. Leider führte dieser Zwischenfall auch zum Ein- 1 greifen der Polizei und anschließend zu einigen Ver- | haftungen.! n * 1 Diese Woche hat die Keren Hajessod •Kam- 1 p a g n e in Palästina mit einer Reihe von großen Versamm- I lungern eingesetzt. Sie wird geführt unter dem Leitgedanken, I daß das letzte Ziel des palästinensischen Jischuw die Un- I abhängigkeit von außen auch in finanzieller Hinsicht sein I müßte. Hatte Palästina bis jetzt Arbeit und Leben für den I Aufbau des Landes hergegeben,' so sei mit der Stärkung I der Position«« im Lande die Zeit gekommen, wo auch J zu den finanziellen Lasten Immer mehr vom. Lande selbst I beantragen sei. I Das Ziel der ״finanziellen Unabhängigkeit Palästinas“ Ist heute noch weit entfernt Denn gerade mit der steigenden Alijah steigen vorläufig die Ociibcdurfiiisse im Lande. Dennoch ist gerade diese Parole dem palästinensischen Juden { verständlich und daher g׳:eignet, dem Keren Hajessod Erfolg zu bringen Eine Reihe von führenden Persönlichkeiten hat sich in den Dienst der Kampagne gestellt, FalSslIna <!3s ivJclilIjHte Jüdische Iaunlgra’ioaslsnd New Vork (J, T. A.). ln der großen nichtjüdlsehen amerikanischen f*resse wird der vor kurzem er-; öffneten Jahreskonferenz des Landesrats des nmcrikani-chcn; Keren Hajessod viel Raum gewidmet. Besondere Beachtung findet die Ansprache Louis Mars ha 11s, des Vorsitzenden j des Amerikanisch-Jüdischen Komitees, welcher sagte, Palä- ׳ stina sei nun das vr! c h t i g s t e Imnti grat ionsland für die heimatlosen jüdischen Flüchtlinge. Viel Beächtung finden auch die Reden der Herren Samuel Unter- «nyer, des [*riisidenten des amerikanischen Keren Hajessod, Nathan Strauß, Morris Rothenberg Oberrabbiner Chajes aus Wien, Sdimarja Lewin David Y eil in, Mr. Co n heim (Schalzmcis.'cr des amerikanischen Keren Ha• jesMxl) und Emauuel Neu mann (Sekretär des amerikanisehen Keren Hajessod), Nachdem beschlossen ■worden war, in diesem Jahre die : Einkünfte des Keren Hajessod gegenüber denen im vorigen ’ Jahre zu verdoppeln, wurde zu den Wahlen geschritten. Mr. [ Untermyer wurde zum Präsidenten, Mr. Rothenberg zum Vorsitzenden des Diicktorcnrates, Rabbi Mcir Berlin zum Vize-Vorsitzenden, Mr. Co nh e i in zum Schatzmeister und Mr. Emanucl Neu- , mann zum Sekr etär vvicdcrgcwählt. Mr. Jacob Segal wurde zum Vorsitzenden des Finanzkomltccs er- \ nannt. Der Dircktorcnrat setzt sich aus 40 Personen zusammen. Me Baalülirltcll ia Tei-iUviw 1 T e 1 - A vv i w, 3. Dezember (P. C.). Die Hochkonjunktur im Baugewerbe in Tcl-Awiw dauert an; 70 bis 100 Häuser werden dort monatlich errichtet. Die beispiellose Nachfrage!nach Bausteinen zwang die Silikat-Fabrik, ihre Produktion zu verdoppeln urd zu diesem Zwecke mit Tag- und Nachtschicht zu arbeiten. 2er ProzeD Cc3 ״Donr!!4*מסיה Wir berichteten ln Nr. <53 der ״J. R.“ über den Beginn des Prozesses gegen ״Doar Hajom" wegen Beleidigung der christlichen Religion.■ Bei Fortsetzung 41 •t Verhandlung hob der Verteidiger Be» Awis, Herr Horace B. Samuel, hervor, daß Bc 11 - A wI zurzeit der Veröffentlichung des Artikeln nicht in Palästina war. Das in Frage kommende Feuilleton wurde von einem Juden für Juden geschrieben. F.s konnte aber keineswegs das Ziel gewesen sein, Zwietracht zwischen de.i verschiedenen Gemeinschaften zu erregen ״Donr Hajom<‘ und die ״Hasso!Iel“*Prcrse im allgemeinen •Ina sets darauf bedacht gewesen, ein gutes Einvernehmen zwischen Juden und Nichljudcn zu fördern Als Zeugen werden zuerst vernommen Kanonikus Dr, D 3 n 11 y von der St. Gcorge’s-Ka'hedrale Jder Jeruniemer Korrespondent der ,,Times“) und Dr. Albright, Direktor der amerikanischen Schule für Archäologie, beides Christen. Dr. Da n by erklärte, er habe die betreffende Stelle im Feuilleton als «Ine Anekdote aufgefntSt und sie nicht ernst genommen. Er wäre ein Abonnent *ler Zeitung ״fioir Hajnm“ seit ihrem Bestehen und könne erklären, daß diese Zeitung niemals etwas, was Christen beleidigen könnte, ver- ״ffci.tiiciit habe. Der Zeuge hezcichnetc die inkriminierte Stelle als eine alte atheistische Anekdote, Dr Albright drückte ebenfalls die Ansicht aus. daß die Angelegenheit nicht ernst gcnnmmrn werden könnte. Er berichtete, daß Bischof Ke an, der Gehilfe des Latein!- sehen Patriarchen in Jerusalem, seine Aufmerksamkeit auf das in Frage kommende Feuilleton gelenkt habe. Er lese niemals die geschmacklose« Feuii etons, die unter dem Pseudonym ״Azmnvvcth“ erscheinen. Die S'cllc sei ein Verstoß ״egen den Takt. Ob man daran Anstoß nimmt, hangt von der Slimmuug des betreffenden Lesers Mi, S'xhmi wurden vernomm.en: Herr Sacharow, der Geschäftsführer «Ins ״Dnar Hajom“, Herr Cornfeld, der Direktor der Gesellschaft .,Masnoi'el", die ״Doir Hajom" herausgibt, und Herr Raphael, d״r arabische Uebersetzer im Büro der palästinensischen zionistischen Exekutive. Herr Sacharow gab an, daß ״Doar Haioin“ nur drei christliche Abonnenten hätte: Dr. Danby, Dr. Albright und Dr Arnv Johnson. Herr Korn fcid sagte, es sei immer die Politik der ״Hassol!ei"-Presse gewesen, den Frieden zwischen den verschiedenen 01״ncinsc1!aften ln Pnläf.'ina 7.11 fördern. Einige Tage nach Erscheinen des Feuilletons hitto Herr Nurock im Aufträge d*r Regierung dis Büro der ״H.isvollcl" besucht und mitgeteilt, der Lateinische Patriarch h*i‘tc hei der Regierung Protest ״egen dis Feuilleton erhoben. Die Regierung wolle aber gegen ״Dur ffo'om“ nicht vorgehen und würde die Angelegenheit als erledigt b״tra׳*h‘en, wenn ״D-ar Haj^m“ eine Entschuldigung veröffentlichen wollte. H-rr Nurock sandte hierauf eine Notiz an ״Doar Haj-m“, d:e auch am 2. September erschienen \var. Herr Raphael sagt aus, daß die erste Polemik gegen das im ״Doar H.ijom“ am 14, Aumist erschienene Feuille'on erst am 30. Au׳n1st ׳■rs־׳t1kn, und zwar im Organ de* Patriarchen. ״Rreih c! Zion“. Nach Schluß der Zeugenvernehmung' begann der Verteidiger. Herr Horace Samuel, 8׳,In Fäd^ver. Er bemühte sich, n'chzmveisen, diß Artikel 51 des Strafgesetzes, der sich auf Gotteslns'ening beziehe, im Falle ״Doar Ha 10m" nicht .וזו gewendet werden könne. Er hgte b'smi 1ercn Nachdruck auf die Tatsache, daß die Re״i»unng vorher die Angelegenheit als geordnet bctracht-t hätte und daß das nadPrä'T’idie Zustand״kommcn einer Gerichtsvcrbaed'ung nur durch eine Acriderung im RepDrungspcrsmal erklärt ■werden könnte, l.mi* Artikel 33 des Pressegesetzes kann eine Verf״W111!g für Press'arlikch die d-n Frieden störten, nur inn״rhalb dreier Monate, von dem Datum des Erscheinens der Artikel jgererhriet. stattfinden; es find aber mehr a's drei Monate s״!t dein Erscheinen des Feuilletons Im ״Doar Hajoen" vergangen. Verteidiger Samuel ging sodann ausführlich auf die Frage ein, was unter einer Bhsohemis zu verstehen sei und zitiert eine Reihe von Entscheidungen des House of Lords. In Palästina sind von anderer Seite öffentlich B*sch!mpf1u1״cn der Jüdischen R״'WP« gedruckt worden, die viel s litimme ז waren, als der d״n Gegenstand dieses Prozesses bi'dende Aufsatz. Die italienische ,.Katholische IHvon für die Erhalturig der Heiligen S'ä'ten“ sagt in einem Mani'est. daß ״die Zerstreuung der luden durch zweitausend Jahre der Beweis ist für göttliche Heimsuchung an einer gottmördcrIs׳T1cn R'S'e, die bis heute in furchtbarer kollektiver Verantwortung stdit" Der Privntklägcr, Monsignore Bwlissina stellt dieser Oman!• sation ebenso nahe, wie der Zeitschrift ״Racib el Z'on“, die gleichfalls blutig gegen die Juden lictzt. Der Vertckliger übergibt dem Vorsitzenden des Gerichtshofs sodann eine Liste von Werken nichtjüdlsciicr Autoren, in denen in einer vH freieren Weise über dieselben Ccgeustände, um derentwillen der ״Paar Hajom" angcklagt ist, gesprochen wird. In der Liste wird erwähnt Bernhard Siiaw’s Vorrede zu ״Androklcs und rief Löwe", sowie ״Der weiße Stein" von Anatole France. Diese Werke befinden sieh in allen angesehenen Bibliotheken Europas und wahrscheinlich auch Palästinas. Als im Verlauf seiner weiteren sehr fangen Rede Mr, Samuel darauf zu sprechen kam, daß eigentlich alle Christliehen Sekten sielt beleidigt fühlen müßten, bemerkte der Vorsitzende Richter Biker, wenn inan mit den chris'lHien Sekten nnfinuc, so würde man etwa 400 berücksichtigen müssen. Mr. Samuel betonte, daß nur der Lateinische Patriarch sich filier die Siehe hekhgt hat. Wäre es wirklich eine Belcidiming gewesen, so hätte z. B. der Oberkommissär selbst als Verteidiger der Rdigion der englischen Kirche eingreifen müssen. In Wahrheit handle es sich eben nicht um eine religiöse, sondern um eine politische Angelegenheit. Und mir der Lateinische Patriarch hat den Strafantrag gestellt, weil er nicht nur ein religiöser Repräsentant, sondern der Exponent einer politischen Gruppe Ist. ln Europa würde es •niemandem cinfaßen, wegen eines solchen Artikels eine Strafverfolgung einzulclten. So'lte vielleicht geltend gemacht weiden, daß Palästina ein besonderes Land ist, das von Anhängern verschiedener Rassen und Reilgionen bewohnt wird, so müßte man daraus gerade den entgegengesetzten Schluß ziehen. Dm« gerade angesichts dieser Tatsache muß man etwas •nachsichtiger und entgegenkominender bei harmlosen Bemerkungen über die Religion des anderen sein. ״Ich glaube, daß ich aus dem nuserwiililtcn Volke stamme; mein Freund Mocklcr {der Anwalt des Lateinisdien Patriarchen — A. d. Red.) glaubt, daß Ich aus einem gottmörderischen Volke stamme; tut nichts, wir sind doch die besten Freunde." Die religiösen Gemeinden Palästina* sollten gelehrt werden, weniger «niplindlich zu sein als andere. Der Anklagevertreter Mr. Hatschwell betonte, daß die vernommenen christlichen Zeugen große Gelehrte *־־len, daß aber der durchschnittliche Laie sich von der Bemerkung des ״Doar Iiajoin“ verletzt fühlen müsse. Wenn behauptet wird, daß der Artikel des Strafgesetzes dir Voraussetzung einer rewisf.cn öffentlichen Erregung aulstdlt, so könne _ darauf 11 ingewiesen werden, daß die Artikel der arabischen Zeitungen ein Beweis für das Vorhandensein einer solchen Erregung sind. Es sei nicht notwendig, daß eine Beleidigung oder Gotteslästerung beabsichtigt war, vie'mehr genüge der objektive Tatbestand. Die Anklage sei auch rechtzeitig Innerhalb dreier Monate erhoben worden. Das Urteil, das, wie bereit* ,gemeldet, am 4. Dezember gefällt wurde und die Angeklagten verurteilte, setzt sich in der Begründung mit den Argumenten der Verteidiger auscinander. Unter anderem Heißt cs dort: ״Wir sind der Meinung, daß nichts so geeignet Ist, Zwietracht und Haß zu verbreiten, und z.u einem Bruch des öffentlichen Frieden* m führen, als Beleidigungen gegen die Religion eines Teiles der Bevölkerung, besonders in Palästina, der Wiege 60 vieler Religionen, deren Anhänger naturgemäß mit gegenseifiger Eifersucht und Empfindlichkeit einander gegenüber* stehen. Abgesehen davon, sind die religiösen Anschauungen irgendeines Teiles der Bevölkerung mindesiens ebenso gegen Beleidigungen zu schützen, wie die Ehre der zahlreichen unbekannten Individuen, für die das Gesetz so peln'ich sorgt " Bezüglich der Beurteilung der Zeugenaussagen Pt das Gericht auch der Ansicht, diß ein weniger gelehrter Durchschnitts- Christ leichter verletzt werden konnte. Der Artikel hat ejncij heiligen Gegenstand mit beleidigender Leichtfertigkeit bchandelt, beschimpft eine anerkannte Re'igionsgem־inrehaft und ist daher geeignet, Zwietracht und Haß zu verbreiten und zu einem Bruche des Friedens tu fahren. Der Gerichtshof findet daher die zwei Angeidigte« schuldig gemäß Artikel 11 und 16 des Ottomanlschcn Preßgesetze*. Ben Awi wird seine Abwesenheit als mildernder Umstand abgerechnet und er wird daher nur zu 5 £ Geldstrafe oder 25 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Autor des Artikels, Karnicl, dagegen verdient keinerlei Milderung. Sein Artikel waf In dem denkbar schlech'csten Geschmack geschrieben und obwohl ihm ln eurooälschtn Ländern vielleicht keine besondere Brd-utung zug ־schrieben worden wäre, ist der Gerichtshof der Meinung, diß er seiner Nahm nach in einem Lande wie Palästina sehr leicht zu einem Friedensbruch hätte führet! können. Der Verfasser wird daher zu 25 £ Geldstrafe oder 125 Tagen Gefängnis verurteilt Beide Angeklagte« tragen die Kosten des Verfahrens. Das Urteil Ist gezeichnet vom Vorsitzenden des OcrWitsliofcs, Francis Fl Baker. Nachwort: Wir wollen nicht sagen, daß die Verurtelhing der Angeklagten nicht verdient ist Auch wir sind der Meünmg,daßTakt!o:i־!kej‘cn di ser Art, dieser armscl ge Humor schlechtesten Ghetto-Erbteils, wie Herr ״Azmoweth“ ih« im Doar Hajom allwöchentlich verzapft, ein Unfug sind, für den der Schreiber eins über die Finger bekommen soll. Hätten wir in Palästina bereits eine ihrer Würde bewußte jüdische öffentliche Meinung, so müßte sic se'bst gegen solche kompromittierende Erscheinungen hörbar protestieren. Indem wir dies erklären, müssen wir uns aber glUehzeitig mit aller Schärfe gegen den Versuch wenden, aus dieser immerhin doch harmlose« Witzc'ei eines Journalisten vierten Ranges politisch,es Kapital gegen ״die Juden“ zu sdilaorn. Wenn mai). diesen Fall benutzt, u.u der ganzen christüchc'11 Welt weisnimac •cn, daß der christlichen Religion und den Heiligen Stätten Gefahr von den Juden droht, 50 Ist da» 'eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen. Das ist wirklich ,-eine Wiederholung jener Verleumdungen, auf Grund deren man im Mittelalter Juden zu Hunderten auf dcu Scheiterhaufen schleppte Man sucht einen an sich völlig bedeutungs!o־en Anlaß und bläst diese Seifenblase solange auf, bis wirkl'cl» ein Giftgns-werfendes Kampfluftsdiiff daraus wird. Bleibt n־ur die Hoffnung, daß die Seifenblase vorher zerplatzt. Und die Hoffnung, daß die Menschheit des Jahres V)2I sich mit diesen Schauermärchen nicht mehr schrecken läßt. Berichtigung. Der Rechtsvertreter des Lateinischen Patriarchats im Prozeß gegen ״Doar Hajom“, Advokat Moc kler, ist nicht, wie irrtümlich von der J.T. A. gemeldet (8. ״|. R.“ Nr. 95), scphardischcr Jude, sondern Irläpder und Katholik. Nene lMlsdie ®ntcrnelimongcn tn Palästina Das von der Regierung heratisgegehcne ״Commerciat Bulletin“ veröffentlicht die Gründung fünf neuer Untern•: himingcn, von denen vier jüdische sind Bei der fünften handelt cs sich um die Mincralwasserfabrik der britischen Finna Sninncy’s Ltd. in Akko. Die vier neu eingetragenen jüdischen Unternehmungen sind die folgenden; Palcstlne Mercantile Bank Ltd. Ein neue* Bankgeschäft winde unter obiger Firma mit einem Kapital von £ 25 000 In Haifa eröffnet. Elektrische Kraftstatfon zu Tiberias. Diese Anlage unter der Rutenberg-Konzession wurde in Angriff genommen. 60 Arbeiter sind mit der Errichtung der Gebäude beschäftigt, deren V׳il׳endung voranssichtlkh vier Monate in Anspruch nehmen wird, Parfümerie-Fabrik zu Be n jamina. Die palästincnsischc ICA wird eine Parfümerie-Fabrik in Bcnjimina errichten. Die Kosten der erforderlichen Gebäude, die in sechs Monaten vollendet werden sollen, betragen £ 6.(00, Die Errichtung derselben wurde dein ״Solei Bauch“ übertragen. Eine Bonbon• Fabr!k in Petach-Tikwah. fn Petach-Tikwah wurde eine B'nbon-Fabrik eröffnet, deren Besitzer Erfahrungen in dieser Branche in Rußland ge sammelt hat. Es bestellt bereits Nachfrage nach den Produkten dieser Fabrik hierzulande. Die Spcndenelnnnhmcn des Keren Kajenieth erreichten während der Monate Oktober und November den Betrag von £ 27.413, d. I. gegenüber den Einnahmen derselben Periode des Vorjahres eine Zunahme von 59 ״/»• ... f? I p.ח ns... *. U. -i Li דן fp y ''Vblik In die Jahressfaiisfik des Keren Hajessod können nur diejenigen Beiträge aufgenommen werden,' " : die bis spätestens ' 31. Dezember bei der Zentrale ' des Keren Hajessod eingegangen, sind. ..... *»Ui*«־» mm «sw..

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