Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 101 (19.12.1924)
- Date
- 1924-12-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Se׳te 728 |U ED1SCHE RUNDSCH AU Nr 101 realisieren, da sie keine Majorität halte, auf die (•ic sich unbedingt stützen konnte und durch ihre hete• rogette Zusniiiniensdzung au einer klaren und einheitliehen Wiilcusbil.l»״״ oft gehindert war. Von welchem Gesichtspunkte aus inan auch die Zustände analysiert, man gelangt immer wieder zum gleichen Resultat: zur F-kcniifiiis. d:־ß cs der Zionistischen Organisation in ihr m licit g n Z st; n l unmög'ich i־t s ch zu einer gesciiiossencn Hartei zu organisieren, den Kreis ihrer Mitglicdcr eindeutig zu begrenzen, in sich selbst zu enicr klaren WillenshiUmig zu kommen uml damit erst zu einer durchgreifenden Wirkung innerhalb des jüdischen Lebens und innerhalb der größten Palästina-Bewegung des jüdischen Volkes fähig zu sein. Aus dieser Erkenntnis ergib: sich meines Erachtens eine unvermeidliche Konsequenz: wir müssen mit der Fiktion der G I c i eh sc 4 zu n g von Volksbewegiing und Zionistischer Organisat i o n brechen. Wir hatten ein Recht und damit auch die Pflicht zu dieser Fiktion,, so lauge wir allein den Anspruch auf das jüdische Palästina proklamierten und verteidigten. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Wir befinden uns in dem Stadium, in dem eine große Majorität des jüdischen Volkes diese politische Forderung akzeptiert, und cs handelt sich dämm, dies״ Majorität zu organisieren. Ich will liier nicht die Streitfrage von der Wcltkongrcßbcwegung und der Jewish Agency aufwerfen, Prinzipiell stehen wir vor der Notwendigkeit der Organisierung aller palästina-freundlichen Kreise des Judentums, und wenn die Umstände dazu geführt haben, diese Organisation statt von unten nach oben in der Form der Kongreßbewegung durchzuführen, sic von oben her zu bilden durch die Bildung der Agency, — was ich persönlich bedaure —- so wird es unsere zionistischc Aufgabe sein, dafür zu sorgen, daß aus dieser Agency die große umfassende jüdische Pa!ästi!1a־Bewegung. auch organisatorisch, herauswächst. Damit aber entfällt das letzte Bedenken gegen die Preisgabe der Fiktion der Volksbewegung, und wir können unbelastet durch diese Fiktion den Weg, den die wirklich aktiven und bestimmenden Elemente des Zionismus seit Jahren schon bewußt oder unbewußt gegangen sind, zu Ende gehen, um die Umbildung des Zionismus zur Partei der wirklichen Zionisten — derjenigen, denen Palästina Lebensinhalt geworden ist — vorztmelmicn. In dieser Umbildung liegt der entscheidende Gedanke der Reorganisation. Aus ihm ergeben sich zwei große Konsequenzen, deren Durchführung die Beseitigung der beiden großen Mängel des gegemvärtigen Zustandes, von denen ich gesprochen habe, bewirken soll. Einmal folgt daraus, daß der Kreis derjenigen, die Zionisten sind im Sinne der Zugehörigkeit zur Organisation beschränkt und viel strenger präzisiert werden muß. Es müssen Kriterien dafür gefunden werden, die im Sinne der organisatorischen Leistung den Zionisten von dem palästinafreundlichen Nichtzionisten unterscliciden. Die Tendenz zur Maximaiisierung der Forderungen an den Zionisten muß statutarisch in der Festsetzung der Kriterien dessen, der Zionist ist, zuin Ausdruck kommen. Die mit Palästina sympathisierenden Juden haben bereits heute organisatorische Formen, in denen sie zusammengefaßt werden könneu und ausreichende Möglichkeiten ihrer Sctätipung, zum Beispiel im Keren Hajessod. Sie werden hoffentlich sehr bald noch viel klarere und umfassendere Formen ihrer Organisierung haben, wenn die Agency gebildet und der Prozeß ihrer Erweiterung z,u einer großen Palästina-Bewegung in Angriff genommen sein Wird. Die Zionistische Organisation aber wird dann wirklich die Zusammenfassung der Menschen sein, die über die bloßen Sympathien für Palästina und die Bereit- Schaft zu gewissen Leistungen hinaus wirklich bereit sind, sich ganz in den Dienst des zionistischen Ideals zu stellen, die entschlossen sind, innerhalb der großen Palästina-Bewegung die spezifisch zionistischen Vor- Stellungen vom jüdischen Palästina zu vertreten, sich persönlich seihst mit Palästina zu verbinden, und sich der Disziplinierung einer geschlossenen politischen Partei zu unterwerfen. Damit wird die Wirkungsmögliciikeit und Schlagkraft der Bewegung in einem ungeahnten Maße gesteigert werden. Man wird wieder wissen, wer Zionist ist und wer es nicht ist, und der Zionismus wird, 01s eindeutiger, von allen anderen Gruppen sich klar unterscheidender Faktor im jüdischen Leben auswirken können, wie es in jenen Jahren, in denen er noch die radikale Kampfgruppe des Judentums war, gekonnt hat. Die zweite Konsequenz aus diesem Grundgedanken betrifft eine Umgestaltung des Aufbaues der Organisation. Es muß dafür gesorgt werden, daß die Organisation zu einer klaren Willensbildung gelangen kann Und eine Leitung hat, die auf ein bestimmtes Programm hin von einer bestimmten Majorität gewählt, durch ihre homogene Zusammensetzung zur wirklichen Arbeit bcfuhigt ist. Aus dem Wirrwar der Fraktionen und Fraktionellen, aus dem Chaos der Meinungen und Stimmungen soll sich unter dem Gesichtspunkte der entscheidenden Probleme der jeweiligen Situation eine geschlossen« Majorität und ihr gegenüber eine ebenso geschlossenc Opposition herauskristalltsicren können. Beide müssen bereit sein, Verantwortung zu übernehmen; d. h. die Majorität muß bereit sein, aus sich die Leitung zu wählen und sie zu tragen, die Minorität muß bereit sein, um den Sieg ihrer Meinungen zu kämpfen und im Falle ihres Sieges ihrerseits die Verantwortung für die Leitung und die Politik der Bewegung zu übernchmen. Von ganz besnderer Bedeutung ist diese Forderung unter dem Gesichtspunkt der zionistischen Vertretung in der Jewish Agency. Nichts wäre gefahrvoller sowohl für den Zionismus wie für die Agency, als wenn das System dos schrankenlosch Proporzes bei der Zusam* inenseizung der Repräsentierung der Agency maßgebend sein sollte. Unser Einfluß dort wäre zu nickte und die Agency selbst damit in ihrer Aktionskraft erheblich geschwächt, wenn die Gegensätze innerhalb der Bcwe* gung auch in der Repräsentanz in der Agency zum Ausdruck käme und durch das Gegenspiel der Mcinungeii unsere Schlagkraft dort gelähmt wärm Alle Mittel müssen ergriffen werden, um eine einheitliche Haltung der zionistischen Repräsentanz in der Ae׳cncy zu ermöglichen, da hier ja die wichtigste Funktion unserer nnßerzionistiscticn Wirksamkeit gegeben sein wird. Natürlich — ist cs notwendig cs zu betonen? — soll durch diesen Zwang zur klaren Willensbi'dung, zur homogenen Exekutive und zur einhc't'iclicn Vertretung in der Agency nicht die Minorität irgendwie unterdrückt werden. Gerade daß eine wirkliche Opposition unmöglieh ist, ist ein großer Uebclstand der gegenwärtigen Situntion. Die Opposition ist heute ebenso zufällig wie es die Majorität ist und wechselt ebenso wie diese von Fall r• F-.11. Erst durch eine Reform in dem hier geforderten Sinne wirf de Piding einer k'ar״n Opoos'tion emrög• licht werden, die dann sehr fruchtbar und heilsam sich wird aitswirkcn können. Ich bin mir darüber klar, daß die hier aufgcstellten Forderungen eine lebhafte Gegnerschaft und bei maneben Gnippen, besonders außerhalb Deutschlands«, sogar eine gewisse Entrüstung Hervorrufen werden. Alle Nutznießer der gegenwärtigen Situation und Insbesondere alle bequemen Elemente im Zionismus, die vor einer so radikalen Um״cst״lt1<ng ztirückschreclcen, werden lebhaft opponieren. Ihre Opposition ist verständlich, aber ebenso notwendig ist die Uebcnvindung dieser Opposition, Es ist hier wie bei allen Refnrmprozes-sen: Nicht nur die Resultate der Reform wirken verjüngend, sondern der Pro/eß des Kampfes, in dem diese Reform durclvrcsetzt wird, übt schon eine reinigende und reformierende Wir• kung aus. Der Kampf um die Reorganisierung des Zionisimis wird schon als solcher ein Kampf 11m eine Roinnigiimr und Gesundung der Bewcgim״ sein. Wer an das Ucbereewicht der «chöpferiselren E'emerte im 7ioni«m11s glaubt, der wird auch an die MöeÜchkwt eines Sieges in diesem Kampfe glauben. Ohne Reform der 01ו0סה»!חי־״־׳ ist diese zu unaufhaltsamen Verfall vcnirtci't und wir stch״n vielleicht schon vor der Hztcn Stunde, in der dieses Reformwerk noch in Angriff ge• nommen werden kann. Wer trotz aller Verfaflserschei• nungen der lcM״n fahre, trotz der Unhaltharkelt des ge״cnwär(i׳,rvn Zustandes, trotz des vorläufig vielRHif noch vorhandenen numerischen Ueber״ewichtes der t־ägen und reformf״indlicb׳*n F!״m<*nte im Zionismus an die historische Aufgabe des Zionismus gla״ht der wird auch den Glauben haben müssen an die Möedi׳-hkeit der Durchfüh runer einer Reform. Er wird afierdin<rs in dieser Paform die Voraussetzung f!\r seinen Glauben an die Zukunft des Zionismus finden. Chamberlafas A״dieat heim Papst Rom 0. T. A.). Urber die Audienz des b riffsehen Min'stcrs des Aettßcm, Mr. Aus'en Chamborlaln beim Panst ist noch mitz1!t״ii״n: D!e Unterredung dauerte etwa eine halbe Stunde, Mr. ChamberUm erklärt nachher den Presse- Vertretern. daß mir über a'l״em1*lnc Fragen ״csnrwhen worden sei. Unbeachtet dieser Frklä'img steht die römische Presse fest, d״ß die Palästinafrape die Untcrhal'ung bcherrschte und daß der Paost seine oonosftlonelle Stellung dem Zionismus p׳cgcnübcr zum Ausdruck brachte. Die Italienische Presse berichtet weiter, daß der Papst den briffsrheu Minister des Acußern. Mr. Austen Chunbcrlain, zu der Haftung, die die brißschc Regierung gegen Sowjetmßland, das der!י.inst als den größten Feind des Christen• tu ms bezeichnet{•, bc׳riilckwönscht Hat. Der Panst ersuchte Mr. Chamberbin, die katholischen Interessen In Palästina gegen die Zionisten zu beschützen und versprach als Entgegenkommen, daß die K.aßiolikcn dem britischen Reiche ihre Loyalität bewahren würden. Nach der Audienz hafte Mr, Chnrnbcdafn efne Konferenz mit Kardinal G a s p a r r I, dem General-Staatssekretär des Vatikans. Sir Fric Dnimmond, der Generalsekretär des Völkerbundes, wurde am glelcben Tage vom Papst und dann vom Kardinal Gasparrl empfangen. Cer römische ״Popofo", das Organ der Italienischen katholischen Volkspartci (Popobri), schreibt: ״England hat alles zu gewinnen, wenn es sich in den Stand setzt, im Bereiche religiösen Einflusses an Btxlen zu gewinnen, und zwar durch den politischen Reflex, den der Vatikan im Orient ausübt. Der Patriarch von Jerusalem, Barlassina, befindet sich jetzt ln Rom; er kommt aus Pa-!ästina ■nach dem Feldzug gegen die Invasion des Zionismus, der ln der ersten Zelt zuviel Kraft aus der Zustimmung und der Gunst der englischen Behörden geschöpft hatte. Die unzweideutigen Proteste des Patriarchen haben eine gewisse Spannung in den Beziehungen der beiden Behörden bewirkt. Diese Beziehungen sind, nachdem die unvcrmeld'lchcn Mißverstandnissc und die wechselseitigen Stellungnahmen eine Klärung erfahren haben, und die Spannung zum großen Teil fortgefallen ist, wie man fetzt wohl sagen kann, Vertrauensvoll und herzlich. Zum Beweis dafür ist cs nicht überflüssig, an die Ernennung des Mons. Kenn, der englischer Nationalität ist, zum Weihbischof des Patriarchen zu er- Innern. Außetdcm hat England ein besonderes Interesse daran, auch aus Gründen seiner inneren Palitik mit dem Katliolizismus ln gutem Einvern-hmcn zu khen, haben doch bereits die Konservativen in der WNiIfcltde einen Programmpunkt angenomrnen, der für die Katholiken besonders günstig lautet: Anerkennung des Rechtes je nach dem religiösen Rckrnirinb der Eltern, ihren Kindern ln den Schulen RcltgUnsunterricfit erteilen zu lassen. Auch die Arbci'srcgicrting legte bereits dem Unterhaus einen G-setzentwurf vor, der auf die Ab- Schaffung der verschiedenen Ausnahmegesetz״ gegen die Katholiken hinzH'e. Ferner sei daran eriniurt, daß der neue Lordmayor von London, Sir Alfred Bower. ein Katholik ist und i:l 11 daß er wenige Tage nach seiner Ernennung ln feierlichem Aufzug, begleitet von zwei Scherifcn und von der berittenen Wache', dem Erzbischof von Westminslcr, Kardinal Boa me, einen offiziellen Besuch abgestattet hat Es Ist also jetzt sicher ein günstiger Augenblick für die katholische Kirche וזו England und die?c Tatsache wird bekräftigt durch das gegenxel ige herzliehe Entgegenkommen des Kardinal-Slafitssckre'ärs und des Ministers Chambr.rlain, sowie durch das aufrich ige Wohlwollen, mit dem dieser vom Heiligen Vater empfangen worden ist.“ Lord Oalloor Ober den Palüsilnt-Bcrldit London (J. T, A.). Lord Balfour hatte am 12, Derember ein längeres Oespräch mit dem jetzt in London wi llen• een Journalisten Hermann Bernstein aus New York. Lord Balfour sprach über die Fortschritte der jüdischen Arbeit in Palästina seit der Balkmr-ErkUirung vor sieben Jahren. Die Juden, sagte Lord Balfour, haben in dieser kurzen Zeit Unglaubliches geleistet. Vor einigen Jahren noch war Palästina unfruchtbar und sehr vernachlässigt; in landwirtschaftlicher wie industrieller Hinsidit ganz unbedeutend. Jetzt entwickeln sich immer neue Industrien und die Land- Wirtschaft macht sehr bemerkenswerte Fortschritte. Juden aus Zentren wie Lodz haben die Textilindustrie ins Leben gerufen. Herr Bernstein brachte die Frage auf die Annahme des Palästina-Berichtes der Mandatskommission tu ch den Völkerbundsrat in Rom, und wies darauf bin, d.ß in dem Berieht ungünstige Feststellungen über das jüdische Einwandererelement enthalten seien, Lord Balfour antwortete: Ich wundere mich, daß die Herren des Rates nicht daran gedacht haben, was aus den unglücklichen Juden werden soll, die durch den wirtschaftllriicri Boykott und andere Verfolgungen in Osteuropa so schrecklich zu leiden haben. ו Die Mandats-Kommission des Völkerbundes Angesichts der großen Bedeutung, die die Tätigkeit des Mandatskommission des Völkerbundes für die Palästina-Arbeit hat, ist es vielleicht von Interesse, die Zusammensetzung dieser Kommission keimen zu lernen. Die Arbeit dem Kommission beruht auf Absatz 9 des Ar• CikcLs 22 des Völkerbundpaktes, wo es heißt: ״Eine ständige Kommission erhält die Aufgabe, die Jahresberichte der Mandatsmächte entgegenzunchmen und zu prüfen, sowie dem Rate in allen bei der Ausführung seines Auftrages auftauchenden Fragen mit Gutachten zur Seite zu stehen." ln dem offiziellem Tätigkeitsbericht des Völkerbundes vom Januar 192-1 wird ausdrücklich hervorgehobem, daß die Mitglicdcr dieser Kommission als Sachverständige und nicht als Vertreter ihrer Regierungen ernannt werden. Mit- .glicdcr der Kommission sind: Herr Fre ire d'Andradc (Portugal), Herr Beau (Frankreich), Skr Fredcri k D. Lu• gard (Großbritannien), Herr Pierre Orts (1clgi:n), Herr H. van Rees (Holland), Marquis Theodafi (Italien), Frau A. Buggc-Wickscll (Schweden), Herr Kunio Ya nagh i t a (Japan), Graf von B a llob a r (Spanien). Anscheinend kt inzw ischen ein Wechsel ln der Person des spanischen Vertreters erfolgt, da bei der 4. Tagung der Stän?. v digen Mandatskommission,'die am 24, Juni in Genf begann, \ an Stelle des Grafen von Ballobar als Vertreter Spaniens ו der Delegierte Palazios zugegen war. Präsident der Kommission ist Marquis Theo doli (Italien), Vizepräsident Herr van Rees (Holland). Direktor der Mandatsabteilung kt Prof. Willi Rappard. General Lord Thomson Ober die Dallour-Deklar.Mion General Lord Thomson, der Staatssekretär für Luft• wesen in der Regierung Mac Donald, der soeben von einer Orlcntreise, während welcher er Palästina, Trartsjordanien und den Irak besuchte, zurückgekehrt ist, äußerte sielt in einem Interview mft dem J. T. A.-Vertreter dahin, daß er in Palästina nur zwei Tage weilt e und nicht genügend Zeit hatte, um zu beobachten, was alles in Palästina seit dem Kriege vollbracht worden ist. Er müsse erklären, daß die י britischen Staatsmänner an der feierlichst gegebenen Baifoti r-De k 1 a ra t io n fcsthalten müssen, tro'.zdcm י gewisse Strömungen vorhanden sind, um von derselben abzailcnkeii. General Lord Thomson sagte zum Schluß noch, daß Palästina für Großbritannien einen bestimmten militärischen Wert habe. 1 Dr. Wiicnsky beim rumänischen Außenminister Freitag, den 12, Dezember, wurde Herr Dr. Jchutla Wiicnsky vom Minister des Acußcrn in Audienz empfangen. Herr Duca interessierte sich für den Gang der Arbeit für den Keren Hajessod in Rumänien, sowie insbesondere für den Fortschritt des Wiederaufbaues in Palästina selbst, Men Dr. Wiicnsky dankte dem Minister für die liebenswürdige Unterstützung, die ihm seitens des Ministers im vorigen Jahr< zuteil wurde, dank deren ihm gelungen war, ganz bedeutend{ Resultate für die Keren Hajessod zu erzielen. Des weiteres berichtete Herr Dr. Wiicnsky über die wirtschaftlichen Fort• schritte, die in Palästina zu verzeichnen sind. Die Darlegungen Dr. Wiicnsky» wurden vom Minister mit lebhaftem Interesse verfolgt. Nachdem Herr Duca einige wichtige Bitten des Dr. Wi• lcnslys im gewünschten Sinne erledigt hatte, versicherte ei Dr. Wiicnsky, daß er auch weiterhin bereit ist, ihm seine Unter• Stützung zu gewähren. In außerordentlich wohlwollender Weise äußerte sich Herr Duca über die bevorstehende Ankunft von Herrn Nahum Sokolow. Ein Palüsliaspavlüon Im Vatikan נ Rom (J.T. A.). Im ״Heiligen Jahre“ 1925־ wird eine ן katholische Misslonsausstcllung, bestehend aus 20 verschie- . denen Pavillons, ln den Gärten und Höfen des Vatikans ein* gerichtet werden. Einer dieser Pavillons soll Palästina, . insbesondere den Heiligen Stätten, gewidmet sein. Wie die ״Tribun a“ unter Berufung auf eine an* , gesehene Persönlichkeit des Vatikans mitteilt, soll dieser Pavillon mit seinem Tatsachenmaterial eine ״deutliche Ant- ״ wort auf die Aussprüche Sir Herbert Samuels und gewisser Elemente der britischen Regierung sein, die Palästina, die Wiege des Christentums, zlonisieren 1 wollen1 ' ,״