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Jüdische Rundschau · 1924-12-16 · Heft 100 (16.12.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 100 (16.12.1924)
Date
1924-12-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 100 fUEDISCiiE RUNDSCHAU Seite 723 Die Bonzlpr Koiilercnz und die Ztilarall der zionistischen Jugendbcvpuaß Von Erwin Vogl (Lemberg). Der Widerhall, de» die Daiuiger 1• W4tk0nf,׳rcnz '1er Verbände der 7ioni־;ti^chcn Jugendbewegung und die Grün- <1011,״ de:״ ,־Ilrith oluinith »eitel lianoar liahvri“ _ (Jüdi.iclier liigemlweltvcrband) in der zionistischen Oeffontliciikeit ge- }tinden hat, stellt in keinem Verhältnis zu der Wichtigkeit dieser Konferenz und ihrer Ergebnisse. Es erscheint _nlso um der Sache willen und nicht zum Zwecke einer an sich ganz üheiflüssigen Propaganda nötig, die wichtigsten Momente uns dem ganzen Fragenkomplex des ״Briih-hanoar1‘ heraus*?«!greifen und zur Darstellung?11 bringen. Handelt es sich j.1 hier niclit um eine inlerne Sache der Jugend, ihrer I uhrer lind Bünde, sondern um eine zionistische Angelegenheit von eminenter Bedeutung für die Krage de» Nachwuchses der?ionisUsclicn Bewegung im allgemeinen, und für den Aufbau Erez-Braels im besonderen. Die Dan/igrr Konferenz war der erste, sichtbare Ausdruck einer vollständigen Wandlung des Charakter* der jüdischen Jugendbewegung, einer Wandlung, die »ich In den einzelnen gröberen Jugomlverbaiiden schon vor mehr oder niimler langer Zeit vollzogen hat. — Die jüdische Jugendbewegung■ befindet sich in derselben anormalen Situation, wie das jüdische Volk überhaupt. Vorerst können wir von *einer ,.jüdischen Jugendbewegung“ im allgemeinen gar nicht siireelic», denn es gibt, besser gesagt es gab, bis zur Dau/iger Konferenz kein derartige* Gebilde mit einheitlicher geistiger Struktur und einer geschlossenen Wirklichkeit. Es gibt auch heute vorerst mir jüdische Jugendbewegungen, Jugcndbiindc lind Organisationen, zerstreut in allen Landern, mit den verrehiedensten Ideologien und Lebensformen, so da 11 man ver* gcblich das Gemeinsame in diesem Neben- und Gegeneinander von Ideen, Zielvorstcllungen, Entwicklungsstufen und E.r* rirlningsmcthnden suchen würde. So mannigfaltig und ge* spalten unser geistiges und physisches Lehen in der (i.ilutli ist, so ninningf.dtig «1ml bunt sind die verschiedenen Er* K'lieinuiigsfiirnien jenes Phänomens, <1.0*4 mau für gewöhnlich als ,,jüdische Jugendbewegung“ bezeichnet. Auscelil,a1:gc!1cml lind den besonderen Weg aus dieser Situation bestimmend, ist jedoch nicht nur die Tatsache dieser Zerrissenheit. Wir fprcchcn mit Recht von einer ״deutschen Jugoudhcweginig", trotzdem auch sic keineswegs ein einheitliches l’ild darbietet und alle Stufen und Gegensätze von Hakenkreuz bis Sowjetstern und ihnen entsprechende Formen vorhanden sind. Trotz aller Parteiungen, Gruppen und 01 ilppcheu. besteht eine deuUche Jugendbewegung, well es ein geschlossenes, normal lebendes 11:1.1 schauendes deutsche* Volk gibt,_ das die;divcrhiudemlc Basis für eine sekundäre Spaltung bildet. Diese Basis fehlt der jüdischen Jugend. Solange es kein ge* fcltlosscnes, organisch-normal lcbcnocs jüdisches Volk gibt, wird es auch keine geschlossene, einheitliche Bewegung der Jugend dieses Volkes geben können. Der Versuch, alle Bünde lim] Verbünde der indischen Jugend zu einem einzigen Körper, zu einer einzigen Bew egung zu vereinigen, konnte nur iititcrnominell werden im Hinblick auf ein geeintes jüdisches Volk, das die Voraussetzung und die Mündung jeder jüdischen Jugendbewegung bildet. Die Einigung der zeriissenon und isolierten Teile der jüdischen Jugend konnte! nur gesell dien in engster Anlehnung an das nciiwerdcnde, normalisierte jüdische Volk in Erez-Israel. Im Zeichen Erez-Israel* als werdender Realität stand die D a 11 7 i g e r Konferenz, in *einem Zeichen *tc 111 die Arbeit des dort geschaffenen ״Br i 111 11 a 11 o a r". In Erez-Israel erfüllt sich Traum und Streben der 7.ionir.tischai Jugend. Fine wirkliche Vereinigung und Verlr sdinicl/imf» ist nur dort möglich, weil die rinzrliK'n Teile der Jugend nicht mehr getrennt sind durch Lande: grcii/cn und Milleuutilcrschiedi׳, sondern in völlig gemeinsamer Arbeit an einem gemeinsamer! Werke ineinander aufpclicn können. 1ר i c Einigung der Jugend erfolgte 1 in e i c 11 c 11 lircz-lsracis. Der Beginn der Vereinigung muß in Erez.* Israel erfolgen. Der Zusammenschluß aller Chalu/im und Gruppen aus der Jugendbewegung in Erez-Israel ist die Voraussetzung einer Einigung ihrer AusgangsverbämJc in der Galutli. Systematische Hachseharah und Alij.ih, zentrale An- Setzung der zersplitterten Kräfte isolierter Gruppen, engste Verbindung mit der Jugend in der Galutli, die in dein gemcinsamen Werk in Erez-Israel ihr Ziel sieht, auf da* sie ihr ganzes Leben cinslellt, das ist 11er ״Briti! hakkibhnzim“ das Pa!ä:,'inn\verk der jüdischen Jugendbewegung, des Drillih.ninnr. Der Ruf Danzigs wurde in Ere/.-lsracI gehört und am 15. November dieses Jahres findet eine Konferenz aller Gruppen statt, die sich mit der Verwirklichung dieses Planes und mit der durch die Danzigcr Konferenz geschaffenen Situation beschäftigen wird*),!»folge ihrer besonderen nationalen Situation muß die!(kliselic Jugendbewegung ganz, andere Wege gehen, als die lugend normal lebender Völker. Auf der jüdischen lugend!aalet die Verantwortung für die gesamte Zukunft ihre*. Volker.. Von ihrer Fr/iehim׳», von ihrer Bereitschaft, von dem Vor- ■hamlensein eines *Findigen chahizbchcn Nachwuchses hängt in wyiteni Maße die Verwirklichung des Zionismus dureti den Aufbau Erez-Israols ab. Nicht Negation, Ahseiilieflung. Sekten- Bildung, Jiigcudhurg und Jugendkultur sine! der Weg der ־ jüdischen Jugend, sondern einzig und allein die Erfordernisse• des Volkes, das ncugescli,affen werden muß. Das Ziel ist der Aufbau Ere/-Israels, der Weg dn/u Erzi e 111111 g zur C11 al 11 z. i u 1 h. Dies klar 11ml deutlich erkannt und nusgesprocliefi zu haben, ist das '/weite Ergebnis der Drui/iger Konferenz. Der ״Brilli-haiio.ir1‘ erkennt das Wesen der jüdischen Jugend- Bewegung als E r 1. i c 111111 g s 11 e w e g 11 n g. Erziehung lind nicht Freiheit charakterisiert die jüdische Jugendbewegung, fliese Erziehung ist nicht nur eine methodische Frage der Jugend für die Gestaltung ihres Bumleslehcns, sondern eine Frage des ganzen Volkes. In der Jugendbewegung ist der einzige Ort, wo die Jugend wirklich genial! den Bedürfnissen des Volkes national timi für den Aufbau des Volkes erzogen wird. Im Westen bildet sic die einzige Insel autonomen, Inner jüdische 11 Lebens, im Osten, wo die Assimilation denselben Fortgang nimmt wie friiher im Westen, muß die Erziehung und Erfassung der jungen Generation durch die Jugciidbimde, in entsprechenden Institutionen (Arbeitsschulen) an die Steile de* verfallenden Beth-hamidrasch treten. Nur durch eine planmäßige Erziehungsarbeit wird ein ständiger Strom chaluziselier Kräfte geschaffen, die den nationalen Notwendigkeifen und den Erfordernissen Ercz-Isracls gerecht werden. Es ist notig, schon beim Kind zu beginnen, weil nur dann wirkliche Erziehungsarbeit möglich ist, die den für den Aufhau inieiitlielirlidien Tvrms des intelligenten Arbeiters, als Träger der nationalen Wirtschaft mul Kultur schafft, Sulche Menschen fehlen 11ml ohne *ic muß das Einwamlcrn proletarisierter Elemente (die cs mehr als genug Im Heclialuz gibt) einerseits, von Kleinbürgern andererseits in absehbarer Zeit* zu unhaltbaren ökonomischen, sozialen uml kulturellen Zuständen in Erez-Israel führen. Diese Aliiah ist dennoch imvcr- «!eidlich und notwendig und rle Ist auch gut, wenn ihr durch eine entsprechende Ali ja 11 wirklich cbaluzischer Elemente das Gleichgewicht gehalten *) Der Artikel erscheint wegen Raummangel verspätet, Inzwischen dürfte die Konferenz schon stattgciundcn haben. Red. wird. Die Erneuerung der verflachten Und s r h w acht 11 C. 11 a 111 z b c w f g 11 n g i 11 e B e n f a 11 eine Aufgabe des Brith -liriuonr und seiner Erziehungsarbeit. Diese Erneuerung Dt eine gewaltige und verantwortliche Aufgabe, die gelöst werden muß. Erez* Israel, (’. h a I n z i 11111 und F r / i c 111111 g sind die drei 1 l.iiipl.uifgahrn des Brith-Iunoar. Sie sind eng verbunden uml vollständig vernein,inder abhängig. Die Frage der Er- Ziehung kann man natürlich nicht lor.löscn von der Präge des Erziehungsziels, von dem Weg der Jugend in Erez• Israel. Gerade diese!•'rage stand bekanntlich ln Danzig im Mittelpunkt der Diskussion. Fine fruehtlmrc Zusammenarbeit in praktischen Erziclumgsfnigon Ist mir daun möglich, wenn man in den Zielen völlig üncrcinstiinnit, denn auf keinem anderen Gebiete menschlicher Kultur id diese Praxis, die Wiiklichkeit, s!> sehr von der Idee alililiiigig, wie gerade auf dem der Erziehung. Dieses Erziehungsziel Ist für den Brith-haiioar nicht als Dogma, sondern nls Ausdruck lebendiger Wirklichkeit der Jugend in der Gallith lind in Erez-Urael In zwei Richtungen gegeben: gesellschaftlich in der Che w« r a th-11 a o w d i in, als eigentliches Erziehungsziel in engerem .Sinne in der Form der K w 11 z. a 11. Erziehung zu einem Erben in Arbeit und Gemeinschaft muß Aufgabe der Jugend sein. Der Brith-Iianoar kennt nur ein Erziehungsziel und kein politisches Ziel. Er ist also keine Partei der Ju;׳cml, sondern eine lärzieluiiigsheweguiig der Jugend, mit einem notwendigen Ziele dieser Erziehung, Entscheidend für die lugoml sind nicht Programm und Bekenntnis, Anhänger uml Expansion, Kampf und Konkurrenz, — sondern einzig uml allein Leben und Erziehung. Au» dem Leben der Jugend quellen zwar ideologische Konsequenzen, diese führen aller nicht zur Parteihlklung, Romlcrn zur Seil! st verwirklichung Im Leben. Der gesellschaftliche Wille (nicht parteipolitische) des Ihilli-hanoar drückt sich einzig und allein ans In zwei Richtungen; Zionistische ür- ״anisatlon und 111 s t ו d r «1111 •ha o w d 1111. Das Bekemitnia zum arbeitenden Erez-Israel als Erziehungsziel ist kein Politikum, Wenn dein so wäre, müßte der Heclialuz elien falls eine Partei, sozusagen eine Partei der Chahuim sein. Die Anerkennung der Ilistadrutli und das Bekenntnis zum arbeitenden Erez-Israel durch die chahizisclie Tat, bedeuten keine parteipolitische Einstellung, weil niemals in Danzig und im Brith-Iianoar behauptet wurde, cs könne kein andere» Erez-Israel geben, als das arbeitende, sondern nur fcstgcstellt wurde, daß Eivicinmg und Leben der von der ״Jugendhcwegütig" erfaßten Jugend einniündcn In die palästinensische Arbeiterschaft, und daß ihre Notwendigkeiten deswegen Aufgaben einer Jugend sind, die sich dieser Tatsache bewußt i*t. Aufgabe der Jugend ist diese Erziehung zu diesem Ziel, Aufgäbe andcicr Menschen kann etwas anderes sein. Die ״Politik“ der Brith-Iianoar kann bestenfalls nur eine Erzlchuug$po|itlk, aber keineswegs Parteien- und Idcenfxilltik sein. Sonst gibt es mir eine ״Politik der Jugend": Leistung, völlige Hingabe des persönlichen Lehens au die Idee und ihre Verwirklichung durch die eigene Tat. Die Leniberflör IMkche Gemeinde Bei den letzten Wahlen in die Lembcrgcr jiidiwhc Oc* metncle, die noch auf Grundlage des alten Kurien Wahlsystems vorpcnonimrn wurden, erhielten die jüdisch-natGiiakit Paraden 80 Prozent der abgegebenen Stimmen, »0 daß kein einziger Assimilant gewählt wurde. Trotz der erdrückend•11׳ Melididt der Jüdisch-nationale!! konnten diese jedoch nicht die Ver• Wallung der Gemeinde libernehtiu 11, da d׳״r Lembcrger Mi• gistrat nls Vorgesetzte politische Behörde auf Grund eines Einspnidies der Assimil;uiten die Wali'en annullierte. Bis zur Ausschreibung und Durchführung der nächsten Wahlen wurde in der Per* 01t des jüdischen Ünivcrsitäts-Profesioii?\llcr* h n n d ein Rcgicrungskoiitinissar zur Verwaltung der Gemeinde bestellt, dem ein Beirat au« 36 Mitgliedern be!# (•gehen wurde. Unter dieser 3(1 Beiräten sind 0 Zionisten, <) MisrscJiistcn, ein Mitglied tief Hitichduth mul außerdem Vertreter der übrig 1■* jüdischen Parteien, Vor einigen Tugen fand die konstituio rcndc Sitzung des Beirates der Jüdischen Gemeinde statt, an der sich jedoch Misrarhistcn 1u1d das Hitachdutli-Mitglied nicht beteiligten, Namens der Zionisten gab Dr. Alexander Hausmann eine Erklärung ab, in der er feststellte, daß die Zlonisten eine demokratische Reform der Wahlordnung erstreben, rascheste Ausschreibung neuer Wahlen verlangen, und den Beirat als eine prov|sori»chc kurzfristige Einrichtung befrachten, Die vorgcumiimciicu Waiden der Stellvertreter 1k» RrgicimijpikoiiiinHanrs hatten da* Resultat, daß Dr. Alexander 11 aus mann neben Viktor Clinjcs und Moritz Rappaport als Stellvertreter gewählt wurden. Audi In den engeren Vorstand wurden drei Jüdischnalioualc gewählt. Konlerenx der jiolahebcn 7״.clrc Mlsracfcl“ Am Sonntag, den 7. Dezember, begann in Warschau die 3• Landeskonferenz der ״Zeire Misraclii“, zu der 110 Ddc* gierte aus Polen und Galizien gekommen waren. Die Sitzung eröffnet Herr A. Neu (cidt, der auf drei Einsen liiiuveist, deren Behandlung der Konferenz obliegt: Die Verstärkung der ..Zcire Misraehi“ bn Galutli, dift Untersiut/ung de*!,clbcn in Palästina und der Ausbau de« ״Heclialuz hatniürachi“. Der Vertreter dr» Pa 1 ii * t i 11 n A m t <■ s bcriclilft filier die Alijah. Da* Pali'mlina Amt sei aunerUaiide, den Wüiisehen aller Auswandcrungflustigen entgegenzukommen. Die Konferenz müsse einen Druck auf die ZjonUlischc Organigation ousiibcn, damit diese die freie Einwanderung verlange. Nach Verlesung eine» Berichte* des ״Keren Hajeisod“ und de* Nationnlfoml* hielt Dr. FedcrUtisch ein politische» Referat über die Lage in Palästina. Die Politik des fSdiscliea Sefmldubs Von unserem Berichterstatter. Am S. d. M. fand in Lemberg die Jahrcskonferenz der zioiiistisdien Organi־.ali11<־׳ für Ostgalizien statt, an der 121 Delegierte aus 66 Ortschaften tcilnahmeii. Nach den BegrüliuiigsaFpraclicn wurde der O r R« nI• * a t i <ח י s b e r i c 111 verlesen. Aus ilcmselbcu ist 7u ersehen, daß im abgelmifeneii Jahre 15003 Schekel verkauft und 2־IOO Dollar für den OrgnnisatlimsfoiHl» gesammelt wurden. in der zweiten Sitzung hielt der Obmann des jüdischen Scjmkhibs״ Dr. Reich, ein politisches Referat. I!r ging von der Taktil; der nntUeinitlscheii Parteien au«, die im »Sejm das S c 11 c c h i t ,1 v 0 r bot und den Numerus c l a 11 8 u * vorgesehlageii haben. Dennoch m(l8*cu *le *ich überzeugen, daß der jüdische Klub positive Arbeit leiste, wie cs die von ihm vorgesehlagcnc Umsatzsteuerno vc Ile beweise. Die Gegensätze Innerhalb de» jüdischen Klubs sind nicht prinzipieller Natur. Drei Streitpunkte sind vorhanden. 1. Das Verhältnis zwischen der Majorität des j(ldisdien Klubs (Zionisten) und der Minorität (Agiida usw.). 2. Die Stellung des jüdischen Klubs zu den Abrißen n a t i o 11 a 1 e 11 Mi 11 d e r 11 e i t c n int Sejm. :1. Wie sieh der jüdische Klub gegen die polnischen Parteien zu verhallen habe. Der Redner ging zu der vom jüdischen Klub geleisteten Arbeit über. Er besprach das G c in c I nd e g c *< t *, tim sclilidllicl! die• Frage der Revision der Staat *ko 11־ Zessionen zu behandeln. In der dritten Sitzung■ referierten? Dr, Münzer über da» SehulwcH'u 1iud Dr, Schmorak über die Palästina• nrbeii. Die vom Pcrmnncnzausscliun vorgeschlagencii Re*o!utioneu lauten: . In Anbelraclit der Notwendigkeit, die zionistische Arbeit und Politik in Polen z.u vereinheitlichen, beschließt die Konferenz, sich an der allgemeinen zionistischen Landeskonferenz in Polen zu beteiligen. Die Aufgaben der Konferenz sind: ׳ 1. Festlegung der Grundlinien der Pa! ä * 11 n a- A r b clt (Jewish Agency, Einigratlonshniilt usw.); '2. Festlegung der Grundlinien der Parlament»• politik, der Aufbau der Gemeinden, nationale Autonomie, Schulwesen. Die allgemeine zionistische Konferenz wählt einen Haupt rat, der die Arbeit der einzelnen Lokalorganisationcu kontrolliert. Die liliulsdie Außenpolitik und die Juden Kowno (I. T. A ) In der letzten Sitzung des litauischen Scjtn geißelte der jüdische Deputierte G .1 r f 11111: c 1 (llitach* dut) die sich gegen die Juden richtende Willkür der Behörden, wie ungesclzäche Ausweisungen usw. Hierauf wandten sich der Führer der litauisch?!! Volkspartei Schlesc witsch und der jüdische Deputierte Dr. Robinien gegen die antijüdisclie Politik der Regierung, die Litauen auf dem Gebiete der Außminolitilc sehr viel schadet. Einen starken Eindruck auch auf aic Kreise der Rechten machte die Rede Dr. Robiti- »011«, der ausführte, die Juden waren bis jetzt ein positiver Faktor für l.itnueii, jetzt sind!de passiv und sic weiden sieh möglicherweise in einen negativen Faktor verwandeln. Dr. Robinson wurde nach «einer Rede auch von mehreren PUitikern der Rechten beglückwünscht. Eine intirionlM'.sclic Resolution Moskau (J.T.A.) Die in AVinsk tagende Konferenz der jüdischen Bauern Weißrußland* hat!Ile folgende Rwnullon angenommen: ״Wir tadeln die Anstrengungen der Zionisten, die Aufmerksamkeit de* jüdischen Bauerntums und jener anderen Juden, die *ich in Sowjetrulilaucl der larulwirtschaftlichen Tätigkeit widmen wollen, von Sowictrullland abzuknken, indem dicreii Juden phantastische Ausrichter» in Palästina vorgespiegeit werden," Diese von der Jewscktia provozierte Resolution beweist, daß der Zionismus trotz behördlicher Verfolgung 1111 russ'i• sehen Judentum tiefe Wurzeln hat. Die Judea im Stadtrat von Kiew Riga (J.T. A). Tin Drittel der Mitglieder des n;u• gewählten Stadtrates von Kiew sind Juden. Eil» Amt*• ge rieht mit jiddischer Verhandlungssprache wurde in Kiew errichtet. E« hat bereits seine Tätigkeit aufgennuimcu. Der jidd|:ehc Gerichtshof in Bcrditschcw, der im November eröffnet worden Et, hat bisher 200 Prozesse bearbeitet, Verband der dettiseJisprachigcn liulltisjuaclndca in dtr Tsclirehoslowakel rra ff (J.T.A.) Dieser Tage fand in Tcplitz unter dem Vorsitz des Präsidenten der Teplitzer Kultusgemeinde Dr. Kantor die konstituierende Generalversammlung de« Verbandes der Kulltisgemeindcn mit deutscher Geschäfts- .spräche statt. Dr. Emil Margit lies erstattete ein ansfuhrliclics Referat über die Ziele und Aufgaben des GenicimlcliuiKlea, welcher durch Zusammenschluß mit den and?• reu Verbanden zur Bildung eines Rciehüvcibarules fuhren soll. Die Wahlen ergaben folgendes Ergebnis: Dr, Kantor, Präsident des Verbandes; Dr. Emil Margulies (Leitincritz), 1, Stellvertreter; Dr. Leo L .111 g s t c i 11 (Reichen!):1׳!•), 2. Stcllvcrlretcr; Dr. Birubnum (Teplitzl, Schriftführer: Dr. Josef Polacek (Tcplitz), Kassierer: Beisitzer: Dr. Hugo Löwy (San!׳), Dr. R. Neubauer (Karlibad), Allied Pächter (Bodenbaeit), Dr. Hugo Piek (Auüig), Dir. Oskar Rix (Trmitcnau), Die jüdisclia Bevölkerung In Weißrußland. Nach den letzten Statistiken leben gegenwärtig In Weißrufl- Liiul 37180,8 Juden. 1OT5IO sind Stadtbewohner, 20000 leben als Bauern auf dem l ande. Der Rest rekrutiert sich aus Bewohnern in kleinen Städten »nd Dörfern. Der Bdeolerlcnfafl des Jüdischen Frauenbundes Vom 18. bis 20. November fand in Erfurt der Delegierten- Ing de* Jüdischen l'ratieiibiiiides statt. Durch den Riicklritt der VorHitzcmlen, Frl. P!1 ין >ן c n 11 c i 111, die bisher allem ihren Stempel aufdrückte, f.uul der Frauenbund «ich in einer Kn;e. Ausdruck dieser Stimmung war das Referat der Frau Nassauer, Frankfurt a. M., das eine Untersuchung der geifüigei! Inhalte wur, die der Arbeit im Frauenbund zugrunde iiegen. Demgemäß nahm cs Stellung zu allen Fragen gegen- \v,artigen Lebens, die in die Sphäre der jüdischen Frau eingreifen. Mitarbeit am Wiederaufbau Deutschlands, an dein Aufbau Pa liis tin as, Mithilfe an dem Werk der Völker- Versöhnung und au der Uehcrbriickmig sozialer Gegensätze waren die Mauptllicmen, zu denen mau auch Korreferent innen aufgefordert hatte. Die Frage der Mitarbeit am Palästinawerk wurde — leider nicht sehr eingehend — erörtert an Hand eines Artikels von H. H. C, Eine positive Zusage /.. B. für Beschaffung von Ausbiklungsmögüchkcitcu für Clialuzoth, war leider nicht zu erreichen. Ebensowenig schloß sich die Versammlung Frau Nassauers Forderung an, als Ganzes de! » Friedensknrtd! bcizutrclcn: auch das Hebräische als Vcistiindigungsjpraelie zwischen allen Juden, als das Frau Nassauer es vorgeschlagen hatte, fand keine Freund:. Der Wert der Debatte, die da» Niveau de* Referate» nicht enu>»״t erreichte, bestand darin, daß über all diese Prägen überliaupt gesprochen wurde. Interessant war dann noch ein Berieht lilicr «len Stand der Fraiicnwahlrcchtsbcwcgimg zu Oemeiude• und Laudesvcrbandjwahlen, ferner ein Bericht i!l>cr den Oraz.cr Kongreß Regen Uusittlichkcit: der Bericht über die Wclthilfskonfcrenz. schilderte diese als rein negativ. Hei verschiedenen Beratungen tauchte immer wieder das Problem der Orftihrdcteutürsorgc in *einer ganzen Schwere auf; e» wurde beschlossen, e* in den Mittelpunkt der ti.ichstcu Tagung zu stellen. Zur Nachfolgerin Frl. Pappe 11 heims wurde einstimmig Frau Bettina Brenner, Leipzig, gewählt. E. B.

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