Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 99 (12.12.1924)
- Date
- 1924-12-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr m Der W.rtsclullskamp( geßcn die Jaden Warschau (J.T. A.) In der letzten Sitzung der Sejm- Kommission für öffentliche Kontrolle teilte der Monopuldircktor Herr O low ackl mit, daß im Ministerium ein neues Gesetzprojekt clngebracht worden ist, welches den Staatspräsidenten!bevollmächtigt, im Verlauf zweier Jahre, vom 1. Januar 1923 i an gerechnet, sämtliche bisherigen Kon res sdonen für den Handel mit Tn buk, Spirituosen, Salz und auderen Monopolarlikcl» zu revidieren, bzw. sic d c n bisherigen Inhabern zu entziehen und sie dann Krlcgsiiivalidcn, gewesenen O ffizicrcn, Veteranen, sowie Witwe» und Wair.cn nach Staats- und Kommunalbcamtcii 11ן übergeben. Nur in Ausnahinel.illen (insofern sic auf hesondere öffentliche Verdienste liinwriscn kfiiiin*»', dürfen bisbcrlge Konzessionäre berücksichtigt werden, Im ganzen siml bis jetzt 38-1(0 Konzessionen für Tabakhamlol, 35 I0S Konzessionen für Spiriluoscn-Uandel und mehrere tausend Konzessionen für die anderen Monopolarlikcl I vorhanden, deren Inhaber zum weitaus größten Teil Juden sind. 7950 Konzessionen sind schon bisher früheren jüdischen Besitzern entzogen und Kricgsinvalidcn übergeben worden. Pet Durchführung des neuen t lesctzprojcktcs würden wieder- \ um Zehntansende Juden brotlos werden, i Die jüdischen Sejm-Deputierten Trau Pomeranz- [Metzer, L c w 111 s o h 11 und W i s c h t i c k i traten während j der Sitzung der Sejm-Kommission in wohlbegründctcn Ausi fii.Hiiugcn gegen dieses Gesetzprojekt auf und wiesen ins-; besondere darauf hin, daß das Gesetz auf die Brotlosigkeit zehntausender Juden hinzielt. Da die Juden hei Besetzung; von Beamlcnstellen und in anderen Berufen, wie in der Land- I Wirtschaft nicht berücksichtigt werden, würde die Durch-! fiilming des Gesetzes eine Katastrophe für die;gesamte jüdische Gemeinschaft Polens 11 cdeuten. Die verelendeten Massen der ehemaligen Konzessionäre würden in keinen anderen Berufen untergcbracht »erden können. Die jüdischen Abgeordneten brachten eine Resolution ein, in welcher die Regierung aufgefordert wird, die Inhaber der Konzessionen mit einer Steuer zugunsten der Invalide» m belegen, aber ihnen die Konzessionen zu belassen. Diese Resolution wurde von der Mehrheit der [Kommission abgekhnt. Der jüdische Parlamcntsklub hat am 8. Dezember eine [ besondere Sitzung abgchalten, die der Auseinandersetzung [ über die neue Gefatir gewidmet war. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit sofort \or den Sejm nt bringen. Abordnungen ■dreier jüdischer Invalidcnverbände wandten [sich an den jüdischen Parlamcntsklub mit der Beschwerde,!daß die jüdischen Invaliden bei der vor kurzem i vorgenommenen Verteilung der Konzessionen an Invaliden [nicht berücksichtigt worden sind. Der Vorsitzende des l Parlamcntskhibs versprach ihnen, ihre Wünsche bei der Regierung zu unterstützen. 1 * Eine Abordnung des jüdischen Parlamcntskhibs, bestehend aus den Herren Dr. Reich, Dr. T h 0 n , Wi s c h 1 i t z k i, Dr. Schipper und Schreiber erschien bei dem Vize- Premier Thugutt und machte ihn auf die schwere vvfrtschaftfichc I. «1 g e der jüdischen Bevölkerung aufmerksam, die 11» Falle der Verwirklichung des vorgeschlagenen Monopolgesetzes, wodurch zehnlausende jü<li<chcr Familien brotlos würden, eine katastrophale werden könnte. Die, Delegation erschien auch bei «lern Handefsmimster. Beide Minister versprachen, auf die vorgebrachten Beschwerden Rücksicht zu nehmen. Wie der Krakauer ,,N o w y D z I c n ה i k“ erfahren haben will, hat der polnische •Ministerrat, der rieh in seiner Sitzung vom 6. Dezember mit der Frage der Konzessionen befassen nalltc, die Beratung über diesen Gegenstand auf einen unbestimmten Termin verschoben. Damit erscheint diese Angclcgcnhcit vorläufig von der Tagesordnung abgesetzt zu sein. Die Joden — ״IVinde des polnischen Stalles“ Minister Mlltiaschevv.ski-Krlse Warschau (J, T. A.). Wie erinnerlich, hat der polnische i Unicrrichtsniinister M i k I a s c h c w s k i während seiner letzten; Anwesenheit in Wilna dem jüdischen Deputierten und Vor-; sitzenden der jüdischen Gemeinde Wilnas, Dr. Wi god sk i,; gesagt, er wolle nicht die jüdischen Schulen besuchen, da :die Juden Feinde des polnischen Staates sind. Als nun am 5. Dezember das Budget des Unterrichtsministcriunis in Sejm beraten wurde, brachte Dcp. Wigodskl den Vorfall In Wilna zur Sprache und beantragte, als Zeichen : der Mißbilligung für den Untcrrichtsminister, von dem Rudget 100 Zloty zu streichen. Der Antrag wurde mit H5 g ege n 132 Stimme n a 11 ge n o in men. Wie cs heißt, wird der Ministerpräsident Grabski Prof. Miklaschcwski auffordern, seinen Miiiislcrposlcn zu verlassen. JUEDISCHE RUNDSCHAU Seife 713 -■; ך—, ) '1 Si«J Vj j w- •«ן *fj «W •יין!7 , «י,,' J ul״■^ *y *ajt kd M Iw ־ r>^r■ li—' *Mt W ij &.. Vx ta td z-ve״» 1nU»*1J 11§ litf Tagesordnung: Sonnabend, den 27. Dezember 1024, abends 8*/j Uhr Zentralkomitee-Sitzung, Sonntag, den 28• Dezember 1024, vormittags 10 Uhr Eröffnungs-Sitzung 1. Änspr.־c!;e c'c• Vorsitzenden. 2. Begrüßungen. 3. Wahl des Büros. < ״ 4. Ansprache des Präsidenten der Zionistischen Or• gamsation Dr. Weizmann. Sonntag Nachmittag. 1. Gcncralbcricltl des Vorsitzenden über die Arbeit des vergangenen Jahres, 2. Aussprache. ׳ Sonntag Abend Aussprache über die Waiden ziwt Preußischen Landesverband; Referenten: Dr, Sandler, Dr. Foerder. (Nur für Delegierte.) Montag, de» 20. Dezember 1024 1. Notwendige Reformen der zionistischen Weltorgnnls-ation. Referent: Dr, Nahum Goldmann. 2. Aussprache. Montag Nachmittag 1. Voraussetzungen und Erfordernisse der zionistischen Arbeit in Deutschland. Referent: Kurt Blumenfcld. 2. Aussprache, die in der Abendsitzimg fortgesetzt wird. Dienstag, den .30. Dezember 1924, vormittag« II Uhr Konferenz der Verirauenskute des Keren Hajessod in Anwesenheit der Herren Dr. Weizmann und Dr. Fciwcl. (Geschlossene Sitzung. Tclinahmcbcrcchtigi: Delegierte, Keren Hajcssod-Vertrauenslente, Mitglieder des Landesvorstandes und Zentralkomitees und alle Funktionäre der Z. V. f. D.) Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Die Keren Hnicssod-Arbcit in Deutschland. 3. Die Keren Hajessod-Arbeit in Palästina. 4. Aussprache. . . Dienstag Nachmittag Abstimmung der Anträge und Wahlen. Büro des Keren Knjometh. Beim Dclerdertontag wird ein Büro des Keren K.ilemcth errichtet. Sämtliche Delegierte und Vertrauensleute desK. K. L. werden gebeten, sich mit dem Büro zwecks Besprechung der N.-F.-Arbeit in Verbindung zu setzen. Die wichtigsten Wahlbcstlmmungcn. Vor der Vornahme der Wahlen müssen die Gruppen die L a n d c s b c i t r ii g c an die Z. V. f, D. (Postscheckkonto Berlin 8091) nbgeführt haben. * »■■■■aaaaDHaaaaaiBaiaaBaBRBaiHiiaiaaaiHiaiia■■■ ■ יי ־ ־־־־ #M Jüdische Studenten «ach Paiiislina ״verbanni“ Riga. (J. T, A.) An der Universität Rostow-Don . Bml kürzlich eine schalle Auseinandersetzung zwischen russi-; sehen Studenten und einer Gruppe jüdischer Studenten statt. Hie russischen Studenten zeigten ihre jüdischen Kollegen der; Ogpti (Sowjetistisehe politische Polizei) als Zionisten an. Die jüdischen Studenten wurden aus der Universität ausgcschlissen und zur ״V c r ba 1111 u 11 g nach Palästina" verurteilt. Oer ״Rnsswjet“ erscheint In Paris. Dierussisch-jüdische Wochenschrift ״Rosswjot“ die vor einiger Zeit in Berlin als kis Organ der russFche.11 Zionisten licransgcgcbcn wurde, beginnt am 15. Dezember in Paris unter der Leitung des Herrn Vladimir Jabotinsky zu erscheinen. (״Rnsswjet“ wurde m Jahre 1901 in Petrograd begründet und stanef dort uir Jer Leitung des verstorbene« A. IdcJsolin. Nach einer Unterbrechung, die durch die Entwicklung tu Rußland bedingt war, begann ״Rnsswjet“ ini Jahre 1922 in Berlin zu erscheinen. Er vertrat hier erneu extrem oppositionellen Standpunkt gegen■ “ber der Politik der zionistischen Exekutive.) Sir Edward Sassoon gestorben. Nach langer Krankheit kt in London am 3. Dezember Sir Edward Sassoon im Alter V>n 71 Jahren gestorben. Er war der Chef der Firma ״E. D. 5issoon und G1., Kauflcutc und Bankiers in Indien, London Ul'd China“, und ein Enkel jenes David Sassoon aus Bagdad, der die Firma begründete. Sein ältester Sohn Ellicc Victor, <jtr jetzt 43 Jahre’alt ist, cr!>t nun seinen Titel. Sir Philipp ״ssoon, der jetzige Unlerslaalssckrctär für Luftwesen; ist «'«ich dein neuen Baronct, ein Urenkel von David Sassoon. וי"»!;*«ו» Modell!erbosen der Sied■ liioj* SIcrchawjah.... 1,60k, lliMiscIi« Puppcnspiole von Atbtrt und Käthe■ Buer.. fl,— ״ Mündeln nun l*alÜ8lina mit einer litt« ah Ausschneidebogen (lieferbar ab IS, T)cxci11bcr} «•••••••!• 015OBT1 Keren Kaiemeth, Berlin, lielnekestr. 10 oder durch die ttrtllchon Vertrauensleut«. Affe Dclegfertcnwahfcn müssen spätestens bis zum 21. Dezember dein Büro der Z. V. f. [). gemeldet werden. Unterkunft und Verpflegung. Es kann damit gerechnet werden, daß Zimmer voraussichtlich schon von 2 M. an, inkl, ritueller Verpflegung für 8 M täglich zu haben sein werden. — Nähere Mitteilungen hierüber werden noch rechtzeitig veröffentlicht werden. Alle Wünsche bezüglich Wohnung, Verpflegung usw. sind an die Zionistische Ortsgnippc Wiesbaden z. H. von Herrn Rcielitsanwalt Dr. Harry, Wiesbaden, Kleine Burg, »trade 2, unter Beifügung einer Fteikirtc zu richten. Eintrittskarten. Es werden ElnüilLkarlcn für Zuhörer im;gegeben und zwar für die Eröffn11ng«.׳ilr11,:g , , M, 2,־ für die folgenden Tage . , . M, 1,״ ן בית ספר ללעזוו העברית בברלין J AVir machen dnrniif mifmerhsam, daß wir znnKchst eins ״ n Anfiinir‘rlilnsHe (ilr Scliillor 111111 viehlllniInnen Im Aller S S vnn 12 bis 13 .Tiihren In der VII. Oemolndose.lnile. | * .Toftchlmslhalnr Stra«so fl2 (Pnhehnf Zoo), eröffnet haben, יי * Unterrldiiszcit 1 Montn״ —*/,ß, Ponnerstaor V,i--,/4ß. ■ | Anmelilnneen ilnnt nimmt vor den Unterrichtszeiten noch £ m enteegen N. Borgerün. ■ w n , Bi H Eltern! Ermßglicht die Einriehtnng weiterer hehrltm 2!»eher S1-,htllerk11rse in nllm Stiultgegemlcn durch schriftliche J 5 טf»11'׳nng an den T,elt.er der Schule N. llerigtDn. g b Charlotteiihnrg 2. Lelhnlzairmse 25. S n Die neun AnfSnaarklasmo für Erwachaan« lernt S “ Dienstag und Donnerstag (1M—8' iUlir abends Im ITauee 11er 5 m Horhsclmlo fürdioWlnsenschnftdesJudentums,Artillerie»tri4. ■ n Der ficlmlle'ter: N, Berggrün. ■ b m aBHiBaaaaaaaBaaaaaDBBaB■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■»■ Bestellungen unter gleichzeitiger Einsendung des Betragei und eines Frcicouverts werden schnellstens an die Z.V, f. D. erbeten. Die Zusendung der Karten wird rechtzeitig nach Fertigstellung erfolgen. Delegierten tags •Mandate. Zur Ui bern.Vmic von Mandaten von Gruppen, die nicht in «ler Lage sind, eigene Vertreter nach Wiesbaden ru entm-nden, haben ׳!ich bereit erklü-t: Adolf PoHak-Bcrlin, David Hamburgcr.Franl;ftizf a. M, Frau Berta Epstein-Duisburg. Anträge. Antrag des L.andesvorstandcs auf Statutenänderung, (Zur Beschlußfassung Zwcidrittclmajoiitüt erforderlich): Ergän• zung von § 8 des Staude«,: Das passive Wahlrecht zum Delcgicricntag, Zentral• konntet־, l amlesvnrstamt oder zu ronstigen Acmtcru Innerhalb der Z, V. f. D., steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu. die ihre Maas icrpflleht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Antrag der Zionistischen Vereinigung Duisburg aut Statutenänderung. (Zur Beschlußfassung Zwcidrittelmajorttit erforderlich.) Forlfall von § 13 des Statuts: Die Einrichtung des Zentralkomitees ist als über• flüssig ahzurchaficn. Cassel! Simon Strauß, Dr. Walter Katz, Cassel, Dcle• gierte; Sally Kaufmann, Slcrnbcrg, Cassel, Ersatzdcle« gierte. Duisburg! Dr. Harry F.psl ein, Duisburg, Delegierter; Frau Bertha Epstein,’ Duisburg, Ersatzdcleglcrtc. Mannheim! Dr. Karl llilb, Bernhard Born freund, Flijahu Beiles. Mannheim, Delegierte: Ersatzdeleglerto: für Dr. Karl Hilb: Dr, Fritz Kauffmann, Dr. Ak K a.t t£ n,s 1 c i.n; für Bornfreund: M. Jawetz,. 'Aä 'Dr im in er; für Beiles: Else Li c h t c n »t e i 11, M. Drimmer. Fulda! Moritz Nu Oha um, Fulda, Delegierter; Frl. Hann« Göttlich, Fulda, Ersntzddcglerte. Worms! Dr. Tryfus, Worms, Delegierter; Richard Auer» bach, Worms, Ersatzdclegicrter. , י Osljudtiiiflic in London Im'Zusammenhang mit der Uebernahme des Amtes eines Staatssekretärs des Innern durch Sir William Joynson Hicks, der auct! schon verschärfte Bestimmungen gegen die Fremdend»Wanderung in England erlassen bat, führt in deu fetzten Tagen die englische Presse eine scharfe Kampagne gegen die Einwanderung von Fremden überhaupt, ittsbe• sondere aber gegen die Einwanderung von osteuropäischen Juden. Diese Kampagne, an der sieh vornehmlich ״Times“ und ״M o r 11 i n g Po s t“ beteiligen, zielt offenbar dahin, für die Maßnahme» des neuen Innenministers י Stimmung zu machen. ״Times" veröffentlichen jetzt eine Artikelserie unter der Uebersehrift ״Das fremde London", in welcher gegen die ostjüdisclie Einwanderung zu Felde gezogen wird. Die Zeitung behauptet, daß z, B, in dem Stadtteil Aldgarc die eingeborene christliche Bevölkerung unter der jüdischen Mass« verschwindet. Es ist ein osteuropäisches Ghetto aus ״nichtnaturalisierten oder eben erst naturalisierten Juden“, C'innon Street sieht ״wie eine jüdische Straße in Odessa oder wie das Ghetto einer galizischcn Stadt “ aus. Von der 250009 Persoucn zählenden Bevölkerung von Stepney einschließlich Whito cliapds sind fast *,'5 jüdisch. In den Straßen hört man hochstens noch die Polizisten englisch sprechen. Die Distanz! zwischen den Osljiuleu und den englischen Juden ist eine sehr weite. Aus diesen Bezirken haben die Fremden nicht nur die eingeborenen Christen, sondern auch die authochtoncn Juden zur Abwanderung in andere Bezirke gezwungen. Die Ostjuden liabcn zwar viele Tugenden, sie sind nüchtern, sparsain, fleißig, mildtätig untereinander, trotzdem bilden si® kein wünschenswertes Element. Die früheren englischen Juden konnten sich national und sozial, wenn auch nicht religiös, assimilieren. Die neuen Juden, auch wem! sie schon 30 Jahre hier wohnen, bleiben was sie waren: ein Frcmdkörjicr. Dieser konzentrierte Körper unassimilierter Elemente bildet eine Gefahr. Die roten Äposlcl linden liier eine» fruchtbaren Boden für ihre Doktrinen. In normalen Zeiten sind die Ostjuden ordentlich und ruhig, aber man erinnert sich, daß sic während der Luftangriffe Im Kriege eine starke Hysterie gezeigt haben. Das kann sich in Zeiten innerpolitischer Störungen zum Schaden des Lnrlücs wiederholen. Eine Verschärfung der Frcmdcncinwandcningsbcstlmniungcn sei deshalb nötig. 111 ähnlichen Gedankengängen ergehen sich ״Moming• Pest“ und andere Blätter, Dagegen erschien am 30. November in der ״Sunday. Times“ ein Artikel über d.1s FrcmdcnprobJcin aus dyr Feder des berühmten Nationalökonomcn Harald Cox. Er schreibt u. a.: Viele Anschauungen über das Frcmdenproblcm seien ebenso populär wie falsch. Selbstverständlich wird jeder zu. stimmen, daß unerwünschte Elemente draußen bleiben, aber man darf nicht die allgemeine Frage der Frcmdcneiiuvande. rung mit der Frage der unerwünschten Fremden verquicken. England hat im Vergleich zu anderen Ländern die ge• ringstc Zahl Staatsfremder. Die Zahlen Sir William Joynson Flicks ergeben ein falsches Bild. Von den 272 863 Fremden In ganz England befinden sich allein In London 167976. Wer Whitechapel besucht, bekommt freilich den Eindruck einer Fremdeninvasion, aber Whitechapel Ist nicht London. Oberrabbiner Kuk nach Palästina abgerclst. Der Ob«f■ rabbincr von Palästina, Kuk, Ist am 2. Dezember von London nach Palästina abgereist. Infolge der Abwesenheit des König» aus London mußte die beabsichtigte Audiens de« Oberrabbiuers Kuk aus fallen. 1 r ‘«•pW1 1 . I