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Jüdische Rundschau · 1924-12-12 · Heft 99 (12.12.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 99 (12.12.1924)
Date
1924-12-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 712 KJ E DIS CH• E RUNDSCHAU Nr §9 CiisssU'lKi liefcIJisca sicli am Mbaa PsIHsilass Vonunscrcm Korrespondenten. 11. b. Jerusalem, 3. Dezember 1924. Die c!!a־si11isc!1e Jinlenheit scheint ihre Einstellung zu Palästina mul damit zur Orgasüsaüon des Palästina-Au[bau:; — zur Zionistischen Organisation und deren Fonds und Organen — zu ändern. Außerhalb des Streites der Par• 11 an und über ihn hinweg setzt sicli jenes natürliche Ver■ lüiltiiis »ies frommen Juden zu Palästina durch, aus dem im letzten Grunde der Zionismus selbst seine Kraft schöpft; die uimiitielbnre Lache und Verbundenheit mit dem Linde. Zwei große und angesehen« Führer der Cimsidim haben sich in diesem Herbste in Palästina zu gemeinsamem Werke gefunden: der Rabbi von Jablona und der Nachkomme des. Maggid von Kosr.it/. In Polen sind in׳ diesem Jahre, wahr• scheinlicli unabhängig voneinander, zwei Vereine der Clussidir,! für <k» Aufbau Pasläslinas organisiert worden. Der eine nennt sich ״Awndath jisracl“, nach dem ebenso betitelten Buche <h־s iMaggid Rabbi Israel von Kosnit/.. (Nebenbei: in Kösnitz gibt es heute noch eine Ma״״id:.traße und hundert• reim Jahre nach dem Tode des Maggid ist noch seine Stube erhalten, und cs hat sich die Sitte festgesetzt, an jedem Samstag liincin.'Ugei.eii und ״Gut Schabhis“ zu sagen.) Der zweite Verein nennt sielt ״Nachalath Jnakow“, nach dem Namen des Vaters des Rabbis von Jablona. Der Rabbi von Jablona, der dieser Tage Jerusalem verlassen hat, um noch vor Pcßach wiederum hierher zurück/.ukehren, ist eine bedeutende Per. sönlichkcit: auch europäisch gebildet, verständig und verantworUmgf.bcwußi, weiß er genau, was er will. Er steht dem neuen Geschehen in Palästina mit dem Herzen nahe, freut sich der Auferstehung der hebräischen Sprache und will selbst hebräisch zu sprechen beginnen. Mit Politik wollen beide Minner nichts zu tun Inbcn. Sie lassen sich in keinen politischen Jargon ein, sutidcni haben eine natürliche Be- Ziehung zu Palästina. Pie .Absicht der beiden Organisationen ist, im Lande Boden zu kauten. Die Gruppen bestehen aus etwa IST Fainiiicn, die zusammen um die Hauser der beiden geistigen Führer leben■ wollen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind relativ vermögend, besitzen ungefähr 1000 Pfund pro Familie uno etwa eis» Drittel haben 300 bis 4M Pfund im Besitze. Hier werden unsere beiden Fonds, der Keren-Kajc,mcth und der Keren I laic,s.sod nnchhelfen müssen und es besteht seitens der zionistischen Exekutive sowohl wie seitens des Keren Kajcineth der ernste Wille, die Ansprüche dieser Menschern zu befriedigen. Puter ihnen sind etwa 43״'a Ackerbauern oder Menschen, welche in Gewerben, die mit der Landwirtschaff verbunden sind, gearbeitet haben. Die übrigen sind Kauflcutc und Handwerker, die aber .׳mell z.ur Landwirtschuft übergehen wollen. Charakteristisch für den starken Eindruck, den Palästina auf das Gefolge der beiden Robben gemacht bat, ist es, daß eine Anzahl von Kauflcutcn, die nur mitgekommen waren, um zu sehe״, und gar nicht die Absicht hatten, hier zu bleiben, den Rabbi ersucht haben, auf ihre Frauan einzuwirken, daß sic ihre Zustimmung zur Ueber- Siedlung nach Palästina gehen. Das Landstück, welches die beiden Gruppen kaufen wollen, liegt in der Nähe von Haifa und bat eine Ausdehnung von ,15 000 Dunam. Die erste Anzahlung ist bereite erlegt worden. Falls sich 'der Plan 'der beiden" QrUpptit verwirklichen sollte, kann dies wichtige Konsequenzen haben: Sowohl in der Richtung, daß die Chassidim fühlen werden, daß Keren Kajcnictb und Keren Hajessod auch ihre Fonds sind, als auch in der Weise, daß viele chassidischc Familien den Weg nach Palästina finden werden. ״Ein neuer Stamm“ — sagt Rabbi Binjamin in ״Haarcz“ —, ״der Stamm der Chassidim schließt sich unserm Lager an". Zwischenfall in den Blau - Weiß •WerhstäUea In Jerusalem ״ Von unserem Korrespondenten. a. g. Jerusalem, 1. Dezember. In den Blnuwciß-We.rkstättcn in Jerusalem, die jetzt auf dem Skopus mit liistnllaüonsarlidten an der Universität und in der Stadt Jerusalem an der St. George-KaIhedralc bwciiäf־ tigt sind, kam er, in der vorigen Woche zu Komplikationen, die in einem Streik ■zu enden drohten, der noch in letzter Minute, nachdem er bereits proklamiert war, beigeiegt werden* konnte. In Jerusalem sind nur emige ׳ Mitglieder der Werkstatten stationiert, während die Mehrheit in Tel Awiw ar• beitet, The Werkstätten in Jerusalem hatten fünf Arbeiter eingestellt, die, ihrer Ausbildung entsprechend, abgestufte Löhne erhielten. Ls war in Aussicht genommen, einige der!Arbeiter, wenn sic räch bewährten und der Richtung und »len Zielen der Werkstätten e1!fsprrcl1cn, später eventuell als Mitglieder der Kooperative aufr.uiwhiiien. bebon vor emiger Zeit machien sich Reibungen zwischen den Mitgliedern der Werkst;iiien und den Arbeiiern bemerkbar. Die Leiter vermißten bei den Angestellten das starke Verhältnis zum Werk, die Sorge und das Verantwortungsgefühl gegenüber dem Hctric.be, wahrer.:! di־;' Arbeiter wieder über eine durchaus uiiann'aiiesseiic ['dianniiiug klagten, th: naherecht!״t s,c.i und den Arbeitswillen beeiiitriichiige. Dennoch K'iifT die Arbeit einige Zeit gut vorwärts. Der Ikurieb leistete sogar im Interesse der Fertigste!'1111g der Installation an der Kathedrale mehr Arbeit als gewöhnlich, die Arbeiter leisteten aut Anforderung der Leitung unbezahlte Uebnstumlen. Die ersten Unstiinmijkciteu «nisiamlen, als die Leiht::״ am '• Vortage de* Jom Kippur einen vollem Arbeitstag forderte. Die Art eile r erklärten, sie würden, wie die gesamte Arbeiter• schait in. Palästina, nur bis zwölf Uhr. mittags arbeiten und blieben schnei’,hur dennoch bis ein• Uhr initia■••« 'im Betrieb. Der ־Leiter teilte mit, daß in diesem ׳Falle ein halber Arbeitstag vom' Lohne abgezo gen würde. So geschah cs' 'auch am Ende der Woche. Die -Arbeiter''bestbiosr.en darauf, von jetzt ab nur acht Stunden zu arbeiten. Nachdem sie Unbezahlt Wochen hindurch Ueberstunden סין• macht hatten, •'erschien ihnen dieser• Lohnabzug ' dürchs?us unberechtigt taul verschärfte ihre Gegnerschaft gegen die׳ Lcifiin״ und ihre Tendenzen. Die SÜminung wurde noch vcrscliiechrprt durch. die Mitteilung des Leiters, «5 ,wiiid: eventuell notwendig sein, am Schabbat zu arbeiten’, weil in der׳ Kathedrale am Sohn tag der Betrieb nicht aufrechten־ erhalten sei. Als zu •diesen Fehlgriffen die E׳R assumg c'uus Arbeite» kam, brach ein offener Konflikt aus. Die tut• lassimg wurde folgendermaßen begründet: 1. Der Arbeiter zeige inangdndes Vcrantvvortuiigsp.v.fülil gegen die Werkstatten; 2. er hätte den ArbeiLbedürfnnse.n nicht entsprochen; 3. er stände 'in Verhandlungen und führte Beschwerde bei der allgemeine!! Arbeite rorganisalmn (i fisfadrutb Ibmwdim), Die übnum Arbeiter erklären sich mit dem Betroffenen solid,•insch und brachten den Fall vor den Arbeiterrat Je.rusalonis. Die umfassenden Verhandlungen haben ein Bild von den Unterschieden in der Ideenwelt der beiden Beteiligten, der Werkstätten auf der eben und der Arbeiter auf der anderen Seite. Es sei nebenbei bemerkt, daß die Sitzungen durchweg deutsch geführt werden mußten. Der Arbeiterrat gab seine Meinung dahin ab, daß die plötzl'chc Entlassutig eines Arbeiters ohne vorherige Aufklärung des Falles mit den! Sekretariat des Arbcilcrrats unzulässig sei und forderte die Wiedcreinstvllun״. Sollte der Schi.d »spruch nicht ange» uniwncn werden, so würde der Streik proklamiert. Die Leitung der Werkstätten entsprach der Forderung nicht. Der Streik wurde niigesngt, die Leitung traf alle Anstalten, die Arbeit dennoch 01 *recht zu cihaltcn. Im Momente dar höchsten Erregung, als man bereits Zusammenstöße befürchtete, unterwart sich die Leitung in letzter Minute, am ersten Tage des Streiks, dem Urteil, Der Umschwung kam völlig unerwartet. Die Mitglieder der Werkstätten traten sämtlich aus der all• gemeinen ArbeHcrorganisaÜou aus, der sie bisher als einzelne angehört hatten. Wir!iahen uns bemüht, ganz objektiv lediglich die־ Tat• sachcn zu berichten. Eine Beleuchtung und Stellungnahme, die wohl diesen Vorfall nur als Ausgangspunkt einer tiefer- ,gehender. Dctraehuing nehmen darf, wird bei anderer Gelegenheit erfolgen. TsdiccUosIowaUiscücr Brief Von einem Korrespondenten. u, Prag, 7. Dezember, Die nalnnal bewußten Juden der Tschechoslowakei lmban im letzten Monat sei cns der tschechoslowakischen Regi.iung eine arge L'uta'.'.t-cliuug erlitten. Das hebräische v«v1nuns in 111 in M u n k a c z , die Kr״ne des hebräischen Sc!׳ ulwerks in K'nrpathsnißlaiul, n״f welches die Juden der Tscheche- Slowakei mit besonderem Stolz bückten, ist von der Re.;lc:t»:1g verboten worden: und zwar mit Berufung auf ein ol.es ungarische!. Gesotz, weFhes die Ucs'.ltmnni.t dar Unterriehtsspr.iclic *Jen fdudgrümlcrn nur bei konfessionellen Sek,ulen überlaß!. Wie der Präsident des Jüdischen Nationalrau, Dr. Singer, in einer Protestversammiung au;,führte, ist diese V»ufiigung mit dieser Be״r.h1.dun,<j juristisch nicht haltbar. Denn »las tschechische Schulgesetz v»m Jahte!020 bestimmt ausJiiidtlitii, daß in Schulangclegciiheitcn in Karpathorußlam), solange cs dort keinen eigenen Landtag gibt, d is tsdieelirslרwakiscl!c Schulgesetz zu gaben habe und ha:11 diesem Gesetz erfolgt der Unterricht in allen Sehnten der nationalen Minoritäten i'1 deren Sprache. Daß die Juden als nationale Minderheit gelten, bestimmt ausdrücklich der Motivenlu'.richt zu den tschtc.hrslowakischen Vcrfassi'ngagesctzcn; und daß sic das Recht haben, das Hebräische, als ihre na’mnnle Sprache in ihren Mindcrlicitsschiilen — wobei es sich hier, nebenher gesagt, noch um Privatschulen handelt — cinzüführen, ist_ Loci der internationalen Stellung des Hebräischen kein Zweifel, umsomehr als man von seiten der Regierung oft genug erklärt hat, daß es gesetzlich zweifelhaft sei, <?b es i:"!<ii;chc Mindcrhcitsschnlcn mit deutscher oder tsrh :chi!eher Sprache geben könne, etwas anderes aber wäre eine hebräische Schule. Der Grund für das Verbot ist teils auf mangelndes Verständnis sei cns gewissen Regierungsorganc, teils aut Umtriebe von jüdischer Seite, und zwar vor allen! von Seite der tschechischen Assimilante.n tn(d der slowakischen Trennuugs1׳r!hcn10xic, zurück/ufiihrcn. Diese beiden ungleichen Brüder haben sieh in der Feindschaft gegen den Zionismus und alle jüdivh-natianale Kulturarbeit gefunden und so ge-!:!!״( ihren vereinten Kräften manchmal ein Coup gegen jüdisch kulturelle Bestrebungen. Zu erklären ist dies damit, daß — oherfläfiilic.h betrachtet — sowohl die Juden, die sieh als Tschechen bekennen, als auch die Juden, die das Judentum ausschließlich als Konfession auffa-acn, und politisch und naticnal snns*. gar keine Wünsche haben, sondern im Gegenteil, zu allem bereit sind, evtl, auch dazu, jetzt ebenso tschechiscli-uaiirual zu sein, wie sic noch vor kurrent ungarisch- 1uti<־t1al waren, »Laß solche Juden einer kurzsichtigen Bi'irokratie erwünschter sind, als die nationalen Juden, die ihre eigenen kulturellen und politischen Ansprüche haben. Daß cs, gründlicher gesehen, im wahre! Interesse der Ischcchoslownkisehen Republik liegt, loyale Nationaljiidcn zu haben, Juden also, die für ihr eigenes Volkstum kulturell auf dem Boden der tschechoslowakischen Republik arbeiten dürfen, —־ das sehen wohl die hervorragenden Führer der Tschechen ein, — aber eben »loch ׳nicht alle, und manchmal!»äugt eben eins Eiilsrhciilung von einem Referenten ab, der zu den Kurzsichtigen gehört. Es ist gegen diese Verfügung eine große Anzahl von Protesttelcgrämmen an die Regierung ahgesandt wor»len. (Uvber die Studenten verrammln«(' und ihre Protestresolution haben wir schon berichtet. Red.) Es ist zu hoffen, daß die Regierung noch nicht ihr letztes Wort gesprochen hat. Die Frage des hebräischen Gymnasiums wird ein Hauptprogr.iniiupunkt in der Tagung des jüdischen Nalion a 1 k o 11 g r c s s c s sein, der bald stattfiudcii wird. Der N,1!i1)11alr,1־t hat eine reichhaltige Tagesordnung zusammen- ״esiellf. Dr. Singer wird ein ausführliches politisches Referat bähen. Der bekannte Dichter Max Brou wird über ״das Verhältnis des ji'nlischeii .Naiiuiialrats /um Zionismus“ sprechen; Dr. Emil Margulies über die ״jüdische Völkerbund!!!.!.־! in der Tsc!.echrmlowakei*. Außerdeu! wird ein Sclmlrcicraf, ein Finanzreiemt, ein Wirtsc.haftsrcfcrat geli.1IU.il werden. Seitens eines Naticmalraismitglicds aus den Kreisen der Orthodoxie (Prof. Eugen Lieben) wird ein Referat über: ״Das Verhältnis des jüdischen Nationalrats zur religiösen Judeuschait“ ahgehnltcn werden. Dieser jüdische Nationalkungrel) sollte ursprünglich am 7. und S. Januar staüfinden. Wegen des für diese Zeit erwar- (den Be.suciis Weizinaim? wurde er auf den ). und 2, Februar verlegt. D er Be s!1 eh W c i z;11 a n 11 s 111 <U!r Tsrheehordowakel ist das große Ereignis der nächsten Wochen, Vciztnnnn war noch nie offiziell in Pra״ gewesen — außer seiner Anwesen• heit .inläßiie.li der Karlsbader Kongresse und der Prager A.-C.-Sitzun״. Es werden große'׳ Vorbereitungen gemacht. «1u den Empfang Weizntamts zu einer imposante« Kundgctuuig der Prager Jurlcnscluft zu gestalten. ׳ Es ist auch zu noficii, daß der Besuch Weizmaiins «Jic ge wünschte Belebung der Keren Hn’essod-Avbeit in der TsenccIrosloryaJici zur Folge haben wird. Vielleicht wird der Besuch Weizmaiins audi dazu beitragen, die verschiedenen jüdischen 0!uppen in Prag einander n-llicrzubringen. Vorläufig i-t man gerade jetzt davon ferner denn je. Dean in jener Korpora'ion, wo die versclticdcucn ooUtischen Riclilunge« .der Präger Juden mitei«• ander arbeiten sollen, nämlich in der Prager Kultusgcmcinde, haben *ich die Fcrioiiungen sehr versculcrJitert. An eine positive jüdische Arbeit hit na'.ion.iLku'.turd'cn Sinne ist bei der geringen Zahl der Zionisten (5 Repräsentanten von 24) nicht zu «lenken; und die 'rein oppositionelle Kritik, zu der die zionistischen Repräsentanten gezwungen sind, hat in der letzten Zeit mehr zur Verbitterung als zu positiven trwlgcn geführt. Nun droht noch ein hctücr Kampf ums Wahlrecht zu entbrennen, fnr Wahlstatut — die Wahl ist erst vor einigen Jahren demokratisiert worden — ist uännich dn* ,BriVfvalilref.lil" einpclührt, eine merkwürdige Spezia!tat dar Prager Kultusgemeiiidu. Man hatte seinerzeit »Uran gezweilelt, daß die Juden sich in entsprechender Zahl selbst zur Wahl bemühen werden und hatte daher die Bestimmung getroffen, daß der Walilzcttel — natürlich samt der Le1״- timation — auch, brieflich gesandt werden könne. Da nun im Wahlkafastcr, der in den fiüiscren Jahren sehr vcrnachlässigt worden war, ein Vie.facccs von der Zahl ucr wirkliehet! Wahlbcrechtlglcn cingeiragen ist, - man hat die längste Zeit die Toten u,kI Abgcrcistc« nicht gestrichen — so Lit natürlich durcli »he ßriefwahl die MöMichkcii zu manchcrici Unklarheit gegeben. Mau sollte glauben, daß alle Böhmen ein Interesse daran haben, durch Einführung eines unbedingt persönlichen Wahltcrhls, wie es ja bei al en d :mckratischen Wahlen üblich ist, die Möglichkeit reiner Wahlen wesentlich 7n erhöh,en. Merkwirdigaweire haben sich alter bisher bloß die Zionisten mit aller Energie für die Ab-cliafiung der Briefwahl eingesetzt, während die anderen Parteien lucht den Mut haben, die Criciwahl ,lulztifrcbcn. Der Kampf ist noch nicht ausgetragen. Aber er muß •bald entschieden *ein, da die Wahlperiode in einigen Monaten zu Ende geht. Brie! aas Rumänien Von unserem Korrespondenten Dr. M. R. Czcruautl, 2. Dezember. Nach der Ermordung des Jassycr Präfekten durch die faszlstisclicn Sludenten griff die Kenterung energisch ein und es hatte den Anschein, da« der antisemitischen Bewegung lu Rumänien ein Riegel vorgeschoben werde. Zu gleicher Zeit demonstrierten jedoch in Cluj die Studenten für die Mörder des Präfekten, ohne daß die Regierung die iclzte Konscnichz aus dieser Demonstration gezogen hatte, in der Umgebung von Jassy wurden tausende antisemitische Flugschriften unter die bäuerliche Bevölkerung verteilt. Offiziell demonstrierte der Senat der Jassycr Universität gegen ihren ׳Kollegen Cu za als d«1 p.clslige.n Urheber der p-o’l itehen Morde und richtete ein Memorandum an den Untrrrichtsininister. Es wurde viel Staub aiiigewirbrlt. Der Unterrichtsminister setzte eine Disziplinarkommission ein, um den Antisemitenfithrer Cu za abzuurtcilen. Zum Erstaunen der freiheitliehen Professoren wurden zu Mitgliedern dieser Kommission berüchtigte AnU.cmiten ernannt und Cuza konnte ungcstört seine Arbeit fortsetzen. Zu gleicher Zeit verkündet das offizielle Organ der Regierung, daß alle Juden, welche ihre Staatsbürgerschaft auf Grund der Friedensverträge erlaimt haben, der Fremdenkontiolle unterliegen und um eine Aufcntl a'tsbcw illigung in Rumänien anr,liehen müssen. Die Zahl dieser Staatenlosen beläuft sich auf viele Tausende und ihre Lage ist sehr trist. Dje rumänische Regierung bat seinerzeit von ihnen de pob ntjxhen■ Heiniafsschejne abverlangtj diese der polnischen Re giet1־m!1 Turüd-gtüdlt und 'ihr.zmitgretci.it. daß׳ die bc'.reffeזן•;', »len Personen . gemäß den Friedensverträgen, rumänische Staatsbürger sind: Da$ neue Gesetz über Erlangung und Verlust der S'iaatsburgcrsehaft bcrüchsächtijgt jedoch, die Friedens vertrage nicht, und erklärt alle diejenigen, welche seinerzeit für Rumänien optiert haben, als Fremde. Man merkt überall ein System, das alle Regungen des jüdischen Lebens lalunlcgcn soll. Gegenwärtig bereitet das Arbcifsiiiinisterjuin ein neues Somitagsruhgcsetz vor, welches den jüdischen Gewerbet/eibendCTi und deren Hilfsarbeitern verbietet, am Sonntag zu arbeiten. Durch diese Verordrnrng werden die jüdischen Arbeiter gezwungen sein, zxvd Tage in der Woche zu ruhen, was eine Untergrabung ihrer wirtschaftlichen Lage bedeutet. Man kann sagen, d:!ß kein Monqt vergeht, ohne daß Irgendwelche Ecstiinunm״ zu Ungunsten der Juden erlassen wird, ln der letzten Zeit setzte ein rasendes Romanisierungstempo ein, um auf diese Weise den Juden die Schulen zu nehmen, ln Bessarabien und in der Bukowina wurde der größte Teil der jüdischen Lehrer und Professoren entlassen und durch rumänische Lehrkräfte ersetzt. Sowohl in den Staatsschuld! wie auch in den Privatschulen ist cs den jüdischen Lehrern und Professoren verboten, Vatcrlandskumk und die nimäni'clic Sprache zu unterrichten. Diese zwei Fächer sind lediglich Rumänen von Geburt Vorbehalten. Hand in Hand mit der RomanDierung der Schulen werde« auch die Namen der jüdischen Schüler romani&icrt und auf diese Weise geradezu eine legale Dokumentenfälschung durchgeführt. Es kommen dabei Namen heraus, die in gar keinen Einklang mit den ursprünglichen Namen gebrach! werden können. Um nun dem gaiizcn Werke die Krone aufzusetzen, wurde den jüdischen Gemeinden in der Bukowina die Aut<*- 110 m i c 1111U das Bcsteucruugsrccht g c 0 ״ tn ni 6• umi ihnen ganz wie im Alt reiche der Charakter von Vereine« verliehen. Es ist offenbar eine Tendenz der liberale# Partei, welche gegenwärtig am Ruder ist, die Juden au# allen Positionen zu verdrängen und ihre Lage im Land# unerträglich zu gestalten. Wenn nicht in der nächsten Zelt diese Partei einer demokratischen weicht, dann stellen de# Juden nach eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen b•• vor, welche ihren wirtschaftlichen, nationalen und kulturelle• Ruin herbeifühfeu werden. Straßenbau ln Galiläa. Der Keren Hajessod hat de* Föderation jüdischer Bauern" in Un.ergaliiäa ein Darlehe* von 2000 £ für eine CLausree von Üeth-Oa« vl# J a w u i c I nach W a»i i - M cd a in gewährt. An den Kaste# dieser Cha11't5cc, die .'ich auf 31UQ £ stellen, beichtet sie« die zionistische. Exekulivc mit dem Darlehen von .2000 t, die interessierten Kolonien mit 700 £ und die lea mit 300 £• Luc Anleihe, fi)r die die Föderation der jüdischen Bauer» die Bürgschaft übernommen bat,. ist mit Zinsen binnen zeh» Jahren zurückzuzahlcii. Die.;« Chaussee entspricht ei‘1*"! dringenden Bedürfnis der uiiterqa'i'äirciieii K loutcn und wt™ 150 Arbeitern Beschäftigung geben, Pi» je•“ w3׳ren Beth-Gau und Jaw icl währe:»« ״es Wihlcrf buC»׳ stäblich von dor übiigcn Welt abgescimitten- K! H Pf be an o re h K1 W ru?c Ft bi re v< si B- B* ui M d» fu b» u v< w ffl (? d Ol V R di In la K b< ül di si! di vc ni Pi Ri -H D י? st dl! ä *4 vi wj vc «Q be K* zu Ui Ai sit R« dl mi de de ge I ft wl Ja! fat sei Di. Of Dti sj vci Ja! bei VI! ׳in ici Un w׳a Er üb« Ist '01 kat um dci de! 5a! glc I

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