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Jüdische Rundschau · 1924-12-12 · Heft 99 (12.12.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 99 (12.12.1924)
Date
1924-12-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ו 1 Nr m Von A b r a 11 a m Oo Id b c r g (New York, derzeit Berlin). Möge cs nuch Banal klingen, so ist cs doch wahr, daß unsere Zivilisation im großen und ganzen ein Produkt der menschlichen Not ist. Alle Reformen, Lindeuiugen lind Erneuerungen sind von der Not getragen, durch sie beschwingt und ins Lehen gerufen. Auf dem Grunde aller wichtigen sozialen und politischen Bewegungen, die eine Wirkung auf den Gang Cer Geschichte gehabt haben, sind die menschliche Not und das menschliche Bedürfnis gelegen. Audi unsere zionistische Bewegung ist, als •sie ilue politische Form attnnhut, von der jüdischen Not getragen worden. Denn was war denn der Unterschied zwischen der existierenden Uhihatii ZiomBewcgiiiig, welche durch kleine Sammlungen sieh kolonisatorisch in Palästina he* tätigt und dem iler/rsdien Zionismus, welcher sich rur Weltbewegung entwickelt hat? In letzter Instanz, abgesehen von allen kleineren Unterschieden, war der Gnimhuitcrsdiied, daß wälirend jene Cliibath-Zion-Bewegung rein ideal war und ihre Begeisterung aus roinantisdien Quellen, ans der alten Liebe mm alten Vatcrlamle schöpfte, die Herzl’sclic Bewegung die hren* ticndc jüdische Not, das Problem des jüdischen Elends, die politische Unterdrückung und die schlechte okonomische Lage in den Mittelpunkt stellte. Die neu: Be• wegung hat das romantische Gefühl nicht verneint, sie hat er. zu schätzen gewußt. Aber sic hat dieses Moment als sekundär betrachtet und sich in erster Reihe mit dem tragischen jüdischen Problem beschäftigt. Dank dem Drange, das reale Problem zu lösen, hat immer, so lange Jtcrzl lebte, eine unairdöschlichc Leidenschaft in der Bewegung gelebt. Sie ist immer von den Wellen des brausenden jüdischen Lebens getragen worden, von der Sehnsucht, der jüdischen Tragik ein Ende zu machen, das Volksleben zu normalisieren und die jüdische Nation als gleichgeste'Itcs Mitglied anziiglicdern. Es gab Ablenkungen, geschehen, auch zu 1 ier/ls Zeiten, immer der richtige Gradmesser für eint, von Zukunftsziclcn erfüllte Bewegung. Die Not treibt viele Male zum Opportunismus. Man muß jedodi der Wahrheit die!ihre geben, man muß gestehen, daß der große Führer Flerzl cs immer verstanden hat, die TUEPfSCHE RUNDSCHAU zugcscliricben. Solche Erklärungen sind doch nicht gcnügend. Persönliches spielt gewiß eine Rolle, aber die Gründe des Niederganges, sind irgendwo anders zu suchen. Es ist meine tiefste Ucberzcugung, daß die 1 fauptursaclie darin lieg(, daß wir unsere Bewegung bloß mit dem Blick auf die Zukunft verquickten und sie nicht Wurzel schlagen ließen in dem Boden des jüdischen Elends, «laß wir weit weg von der Hcr/,1'- sehen Auffassung des Zionismus sind. Es scheint, daß alle unsere Ridiiungcn und Fraktionen von rechts und von links, vom Aeliad Haamisintis beseelt sind. Nicht um die Judennot, nur um die Judentumsnot sind wir alle bekümmert. Die Unken bei uns sind, in Ucbercin- Stimmung mit der Prophetie, mit der Schaffung des Musters einer sozial gerichteten Gesellschaft bcsdtäftigi. Die Rechten wollen ein Zentrum für die Thora schaffen, die ״allgemeinen״ Zionisten haben jetzt über- Iiaupt kein Programm, sic werden von links gezogen Konferenz der Vertrauensleute des Palästina-Grundfonds (Keren Hajessod) E, V. rPr Anwcrsnljfllt. von Trof. I>r. Chalui Woizinnnu und Pr. Borthold Foiirol am 30. Deiembcr, vormittags 11 Uhr, In Wiesbaden. Tagororfl 0 tt n ß: t. n״״rl1'1».׳! -. Pio Arboit «los Koron Hajr**od in Tioutwhland. S. Pi« Arb״it «los Koron IUjessod In r«U»tlnn. •t. Ausspraolio. Kintritt, nur ftlrPcl«'£:lor10 11ml Vertrauensleute des pnlKMinn• (iruod'ond* (Koron lhjMsodl E. V, gegen besonder« Eintritt.*- karten. Seite 711 dem . Völkerreicltc es sind Irrtümer die Not isf nicht Wir Und in unserer Auf• aristokratisch, wir sind Immer in Feiertags• Elends hincinsdiaiicn ladt, f.tssung klcidcrn «!!gezogen. Von den Abscheulichkeiten und dem Schweiße der. jüdischen Lebens sind wir fern. Es ist Tatsache, daß unsere ganze Palästinaarbeit mit Malen Dingen noch nicht verbunden ist. Es ist nur damit zt» erklären, warum trotz unserer politischcu Siege, trotzdem wir in der jüdischen Gasse fast keine Gegner haben, trotz der Sympathien, welche »ns von allen Winkeln ciitgcgcnblidcen, doch in unserer Organisation der Lcbcnspuls, die rote Farbe der Leiden- Mliaft fehlt, unsere Sitzungen, Versammlungen lebensfern sind. Wer das leugnen will, will der Wahrheit Geht ins Gesicht blicken. Auf alle« Seiten werden Erklärungen gesucht, die Schuld wird geworfen auf die oder jene Persönlichkeit, wird dem oder jenem Zufall Bewegung von der jüdischen Not nbzulöscit. Sie wurde immer geläutert in einem Tiegel von glühenden jüdischen Trauen und höllischen Leiden. Dis Volk war in jener!feit noch gegen die Bewegung der Erlösung und lnt seinen großen Führer nicht ganz verstanden. Trotzdem haben alle mit Sehnsucht an jedem seiner WM׳: gehangen. Und der Zionistenkongrcß war das grüß e Ereignis im Lehen des jüdischen Volkes. Der Kongreß hat gepackt, hat fasziniert, hat dem elenden Lehen Glanz vcFliehen, hat die trüben Wolken der jüdischen Wirk», lichkcit mit *der Rosenfarbe der Hoffnung umwoben. Als wir Hcrzl verloren hatten, hat unsere Bewegung einen Rückgang erlitten. Satte Ruhe und kleinh )ärgerliche Befriedigung füllten sic aus. Wir find mit einer kleinen Kolonisation in Palästina zufrieden gcwesen, ■weiche als Bild, als Muster der Zukunft dienen sollte, aber welche mit der realen Gegenwart wenig zu -tun hat. Es war schön,?,aber es hat die Hitze, die Leidenschaft des Alltags gefehlt. Es waren die bleichen iMondstrahlcn der fernen Zukunft, aber garnicht die lebenden broizcugendeti Strahlen der Sonne. Da kam der Krieg. Unsere ganze politische Arbeit während des Krieges ist in ihrer Weise eine Bestätigung# Hcr/I'scher Ideen gewesen, seine Gegner haben sielt vtolens voleits Herzlisch orientieren müssen und weithin haben wir den Pu’s des Lebens gespürt. Es sind die politischen Siege gekommen, schließlich das größte Gcschehnis in der ganzen Gaiuthgeschichte, die jüdischen Massen sind aufgcriittclt worden, sind auch heute aufgerüttelt bis zuni Tiefsten, trotzdem haben wir cs nicht verstanden, diese ganze Situation richtig zu beherrschen. Luser Wort hat im jüdischen Leben gesiegt. Das Volk hat die Möglichkeit seiner Erlösung erblickt. Es ist aber nicht die Schuld des Volkes, wenn wir noch nicht vorstanden haben, seine Kräfte einzuspannen, seine Energien zu lenken in der Richtung des Aufbaues des Landes Palästina, in der Richtung der Verwirklichung unseres Ideals. Es ist überflüssig, zu versuchen, die Schuld ra lokalisieren. Von einer Sache bin ich doch überzeugt, daß nicht das Volk allein schuldig ist, daß cs nicht zu unserer Arbeit heran,gezogen wurde, Tatsache ist «, daß wir in den letzten paar Jahren unserer Bewegung uns von der jüdischen Not abgetrennt haben. Wir sind von einem Geiste beherrscht, welcher uns die richtige Beziehung zum Problem der jüdischen Not verwehrt und uns nicht in den Abgrund des jüdischen oder von rechts, manche bejahen beide Programme,— aber keine von den Fraktionen im Zionismus ist mit dem Hauptproblem beschäftigt, nämlich durch die Arbeit in Palästina eine direkte Antwort auf die gegenwärtige Not der jüdischen Massen zu geben. Dabei kommen aus dem Jammertal, wo noch jetzt mehr als die Hälfte der ganzen Judcnhclt wohnt, lebt und leidet, erschütternde Berichte. Dabei schwillt jetzt durch die ganze Welt höllischer Antisemitismus. Dabei sind Tür und Tor in den Ländern, weiche bis jetzt die wandernden Juden aufgenommen und ’n denen sie Zuflucht gefunden haben, gesperrt und verriegelt. Es ist nicht eine bloße Phrase, wenn wir sagen, daß die Stimme des Blutes unserer Brüder zu uns schreit aus allen jenen Landen). Was wird aus diesen Juden werden? Noch vor dem Kriege, als Polen noch ein Teil des großen Rußland, Galizien noch ein Teil des großen Oesterreich war, als in Rußland kein BolscliW'sum war, schon damals haben Hundert tausende von Juden aus diesen Ländern auswandern müssen. •' Nach den jetzigen Aenderungcn, wo der große russische Markt gesperrt ist, wo in Rußland selbst der Bolschewismus die jüdische Bevölkerung vollständig pauperisiert, jetzt beim Aufschwünge des Nationalismus unfer kleineren Völkern, die eine nationale Handclsklassc zu schaffen bestrebt sind, müssen noch mehr als Hundcrttauscudc Juden aus jenen Ländern wandern, wenn sie aus Mangel an Luft und an Raum nicht ersticken wollen. Es ist schließlich nicht nur eine Frage zwischen Juden und Polen, zwischen Juden, Litnucm und Rumänen, wobei wir uns chircdcu könnten, daß der Jude im Konkurrenz* kämpf dank seiner Fälligkeit und seiner Zähigkeit siegen wird; cs ist ja jetzt auch ein Konkurrenzkampf zwischen Juden und Juden, wo das Resultat ein Abschlachten von Beiden zugunsten des Nichtjuden ist, welcher von seiner Regierung unlerstützt wird. Es ■war eine Zeit, wo wir Zionisten verstanden haben, daß das j üdi s c 11 c Prob!cm Im wcs e 111liehen ein Problem der Wanderung ist und wir haben stets gesprochen, daß wir ein Zentrum für die Wanderung finden müssen, wo die jüdischen Massen Lebcnsuiögliclikcit finden, sich als Juden auslcbo» können, durch Schaffung einer Majorität ein jüdisches Heim gründen und das Galtilli aus der Welt schaffen können. Nun scheint cs aber, daß gerade jclz.f, wo alle anderen Einwandcrungszeiitrcn geschlossen wurden und Palästina prädestiniert ist, der Zufluchtsort zu werden, wir Zionisten noch nicht verstehen können, Palästina zum Zid des Emigr.itionsslromcs zu machen und unser Ideal mit der großen Lebensnot zu verbinden. Unsere Redner reden rührend über die Lage des jüdischen Wanderers, tmd sagen, daß es nur eine Antv.ort auf die Frage ״Wohin“ gibt: ״Hinüber“. Aber das klingt doch wie ein trauriger Spall, wenn in der Zeit, wo Hundcrttauscudc an alle Tore klopfen müssen und keinen Einfaß finden, wenn in allen Häfen unsere Wanderer Hegen, unser Palästina nicht mehr als 8000 Menschen im Jahr aiifnimmt;!11111 unsere guten Leute sagen in derselben Zeit, daß wir noch vorsichtig sein müssen bei der Aufnahme von Juden, sonst s'mi wir Gott behüte der Gefahr ausgesetzt, in Palästina ein Lodz oder Berdiczcw־ zu errichten, die Hauptsache ist aber die Umschichtung unserer Bevölkerung und ihre Hcbraisicrung. Diese ganze Vorsicht und diese Idee der Umschiclitung kann nur von diesem Standpunkte erklärt, wenn auch nicht gerechtfertigt werden, daß wir unsere Arbeit bloß von einem Zuk111tftsgesid)(spunkte aus führen. In Wahrheit hat uns das Leben das Verkehrte gelehrt. Nur die Zukunft hat Aussicht Realität zu werden, die auf der Gegenwart basiert Es ist doch zu befürchten, daß alle unsere sdhöuen Inseln, welche wir in Palästina bauen, •von fremdem Einfluß Überschwemmt werden, wenn wir nicht in dieser Zeit mehr Juden hincinbringcn. Wcni) die Zukunft so schön sein soll, wie wir es wollen, muß sic schon in der Gegenwart von großen Massen in unser Land ein,gewanderter Juden gestützt werden, wenn diese selbst auch momentan alle Fehler des Gahitli* Rhens mit sich bringen. Von beiden Gesichtspunkten aus geurteilt, von der Gegenwart des Gnlufli, wie von der Zukunft Palästinas muß die Hauptsache sein, immer mehr Juden nach Paläsiina zu bringen, immer mehr Möglichkeiten für den jüdischen Wandermigsstrorat zu schaffen; denn auf den brausenden Wellen der jüdiseben Wanderung liegt der hohe Weg zu der jü» disehen Heimat. Leider haben wir für diese Wanderung bis jetzt sehr wenig getan. Das rächt sich an uns jetzt schon sehr stark. Mir ist cs klar. Wollen wir unserer Organisation neues Blut Zufuhren und ihr Temperament erhöhen, sie aktivieren, dann gibt cs nur eine Möglichkeit; daß sie ihre ganze Arbeit, weiche sie in Palästina tut und die Arbeit, welche sic im Gallith tun muß, verknüpft mit dem Hauptproblem des jetzigen jüdischen Lebens der Wanderung. Wir müssen vorausgchcri, Momontan haben noch Juden in Polen, Litaueu v*w. etwas Geld. Einige Jahre mehr und alle diese Leute werden bettelarm sein, werden das Rückgrat vcrFereu und unbrauchbare Elemente werden. Es soll unsere Aufgabe sein, die Welt darüber aufzuklärcn, die jüdische und die niditjüdischc. Wir sollen um unsere Organisation,' welche das Problem der Wanderung in den Mittelpunkt stellt, alles was lebt und aktiv ist in der jüdischen Gasse, für die Lösung dieses Problems konzentrieren. Wir sollen alle Elemente, die «m die Existenz des jüdischen Volkes l>csorgt sind, entspannen in unsere Arbeit, welche ihr Augenmerk auch auf die Zukunft richtet, dadurch, daß wir ihnen Palästina als den Zu* fluchtsort zeigen. ן Ich habe nicht die Absichi, hier einen Plan vor• zulcgcn, sogar nicht den Entwurf eines Planes. Das ist die Arbeit einer Kommission, meine Aufgabe ist nur, das Problem liinzustellen und darauf aufmerksam zti machen tmd Interesse dafür zu wecken. Ich stelle mir jedodi vor, daß, wenn wir nicht die Gelegenheit ganz verpassen wollen, wir auch ganz, ander» in Pa- Fistina arbeiten müssen. Wir müssen Mittel und Wege finden, wie unsere Kolonisation in sich Elemente auf• nehmen soff, welche etwas Oetd haben. Wir müssen überhaupt trachten, eine billigere Kolonisation zu schaffen. Wir müssen in politischer Hinsicht die Fragen des freien Bodens in Palästina anfrolien. Wir müssen ein genaues Studium der Möglichkeiten Palästinas nach allen Richtungen hin anfnehmen, vom industriellen Stand* punkt, Handel und Touristik. Wir müssen Emigrat-ons- Konferenzen in allen Lindern cinbcrufcn mit eine n Apoell an alle Elemente des jüdischen Volkes, welche die Gc• fahr einer ziellosen, wilden .Wanderung und die" Trag• weite der richtig gelenkten Wanderung für unsere Zukunft erkennen. Wir müssen Agiiation führen in allen Schichten des jüdischen Volkes und in jeder Schicht an besondere Gruppen mit Materialien und Daten heran• treten, welche den betreffenden Gruppen tmd Schichten zeigen sollen, was von ihnen speziell beim Auf• bau Palästinas erwartet wird, nicht mir int Namen der Zukunft, sondent auch der blutigen Forderung der tragischen jüdischen Gegenwart. Wir müssen Immigrations• banken schaffen, Liqiiidationsinstrumcnfc, mit dem Völkerbund in neue Beziehungen treten und das Ziel soll sein, nicht nur das Erworbene zt» schützen, sondern auch das ganze Problem der jüdischen Wänderung darztilcgen und von den Völkern der Welt zu fordern, uns die Möglichkeit zu geben, in jenen» Lande, wo wir schon politisch das Recht bekommen haben, um auch ökonomisch etablieren zu können. Das kann aufs neue die ganze Frage von Transjordanien auf rollen, nicht vom politischen Standpunkt, sondern nur vom tein ökonomischen und humanitären. Unsere Wanderung muß ein Ziel bekommen und die christliche Welt, welche für unser Volk alle Wege abgesperrt hat, muß un.» dazu verhelfen, Palästina als das Zentrum der Ein- Wanderung aufzubatten. Auch tnmscrc Gaiuthpolitik wird einen anderen Inhalt finden, alle* soll sich orientiere« unter dem Gesichtspunkte der brennendsten Frage unseres Lebens, der Frage der jüdischen Wanderung, welche kein anderes Ziel in der Welt hat außer Palästina. Darin sehe ich die Antwort auf viele unserer Organisntionsproblcmc, welche unsere Führer quälen. Darin sehe teil die Möglichkeit für eine Vereinigung der E'emente, welche jetzt im Streite begriffen sind; Die Llc* mente, welche das Moment ״Volk“ unterstreichen, ebenso wie jene , weiche das Moment ״Lind“ betonen, alle haben die Möglichkeit, für das Problem der Einwanderung zu arbeiten, jeder von seinem Standpunkte aus. Auch die Frage der Jewlslt Agency wird dann eine galt* andere Bedeutung bekommen. Wenn wir schon neue Elemente hcrclnziehen, sollen wir doch unsere Arbeit so att *gestalten, daß die neuen Kräfte Ihre Energie« und Fäliigkcilcn richtig benützen können. Unser Ideal bleibt klar. Die Abschaffung des Oaluth durch Gründung eines jüdischen freien Heimes in unserem Lande, aber der beste Weg zu einer schöne«! Zukunft führt über die Not der Gegenwart. Und die größte Not der jüdischen Gegenwart ist die Frage der jüdischen Wanderung. Niemals ist sie so akut gewesen, so brennend wie jetzt. Noch niemals hat sie In sich In dem Maße die Keime der Erlösung getragen wie jetzt. Lassen wir diese Kcinic nicht zerstört werden, sammeln wir diesen Strom ant richtigen Platj, ln unserem Lande — und unsere Zukunft Ist dort gesichert. 11

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