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Jüdische Rundschau · 1924-12-05 · Heft 97 (5.12.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 97 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHERUND SCHAU Seife m j Kr. 07. tun:■r'■ ^'c ־ז•‘‘'* auf ungefähr noch einmal so viel, zirka £ jou.OOO bol,•Hifen, cingcgangen. 1;1!1 wichtiges und rum grußen Teil neuen Kapifel in jcf K. K •Ailteit stellt die Ajiielinrnlion Oer landivirlsrh.tll• ן cln’tu Böden Our, So wurden seit Beginn der Tätigkeit des e K. i« Ercz-Isr.tcl Ws linde 1920 insgesamt etwa •C 7.M») ״'s,ergeben und int Jahre 1921 allein bereits £ FLOH 1922 .1: 17.000, 5683 etwa £ 11.700 und 5631 etwa .C 8.700. |n den letzten vier Jahren also bat Oer K. K. für Amcliorationcn tl;1f Summe von iiber 52,(VÜ verausgabt. Pie Amclinratimisnrbcit stellt einen integralen Teil der r״df«crwcrbs»;itigkeit Oes K. K, dar. Die Böden in Ercz-!,jjcl können in dem von den Arabern erworbenen Zustand {;c״ Sictllrrtt nicht übergehen werden. Sie müssen vor allem einen Zustand gebracht werden, der die Gesundheit der Siedler ״lebt gefährdet und die Möglichkeit gibt, den Boden ,mlcr Kultur zu nehmen. Die Ansiedler auf den K. K••!Isxli'n vertilgen nicht über die Mittel, um die kostspieligen An1Hiora(ioin־i1 aus Eigenem bestreiten zu können. Diese Arbeiten müssen daher von einer öffentlichen zionistischen Institution übernommen werden. Es ist eine viel umstrittene Frage, in welchem Maße dir Aimiioi.itioiicn seitens des K. K. ausgcliitirt werden tolien. Die Meinungen gehen darüber auseinander. Einerseits wird ,Irr Standpunkt vertreten, <l,1ß der K. K. nur die allerersten mul die absolut unentbehrlichen Amcliorationcn, wie die Ent• srnnpfimg des Beden«, durchführen soll. Andere wiederum fordern vom K. K. einen viel größeren Umfang an Arbeiten auf diesem Gchiet und schlichen in die Amcliorationcn außer der Entsumpfung auch den Bau von Wegen, Entsteinung, j] sogar das erste tiefe Pilügen ein usw. Eine spezielle Frage stellt die Wasserversorgung dar. Der K.K. hat bisher an allen neu erworbenen Böden die InlMimpfung in vollem Umfange ausgeführt und Wasser• i1.!,״]laiinm11־ eingerichtet, an manchem Stellen auch Wegehauten und andere kleinere Ainoliorntionsarbeiten gemacht. Es herrscht aber gegenwärtig die Tendenz vor, die Amcliorntioii lediglich auf die Entsumpfung des Bodens und .Wasser• brsc’nafhmg zu besvluaiikeu. Der K. K. lut in den letzten drei Jahren die sehr umfang• reichen Amclinrati ־ms.irbeiicn auf den Bndenkomple.sen Ntuis und Nahalal tlurchgcfülirt, die atisgczei :liiicte Resultate gezei• ligt haben. So wurden dort insgesamt 31 100 m Drainrohrc ״(•legt (16 780 tu in Nahalal und M 310 m in Nuris) sowie tiii-gcsanit 18(105 m Eiscurohre ־ auch für die Wasser• Iritung — (davon 7200 m in Nahalal und 10 800 nt in Nuris). fliese Arbeiten haben einigen hundert Ansiedlern um! 'Arbeitern Evistenzmöglichkciti'n gegeben, und zwar in einer für die gesamte Zionistische Orgamsatifm besonders schweren Zeit, wo die notwendigen Budgets öfters .umhlichcn. Die Aii1rli״rali<>i1s.1rbeiten des K.K. halten in bedeutendem Maße die Besiedlung de« Emck ermöglicht. In dm Jahre 1021,1022 wurden für die Amcliorationsarbeiten in N'uris und Nahalal etwa C 23000 aiisgegcbeu, wozu im Jahre 5083 noch etwa £ 0700 und im Jaitrc 5081 etwa C 10 703 liiuzukouiimcn. Hiermit werdet! die großen Amcliorationsarbeiten auf diesen beiden Bodcnkomplexcn, die insgesamt also etwa £ 42.000 gekostet haben, fast ganz beendet sein.. Außerdem wurden in der . Berichtsperiode noch andere Arbeiten kleineren Umfanges zu Ende geführt, so 111 Hulda, Kirjath-Anawim usw., ferner die Vorbcrcitimgsarbciten für die Sanierung des Jadjur-CiclariJe« in Angriff genommen, wofür bereits über £ 1.100 ausgegehen wurden. Die erste Bedingung für eine gedeihliche Entwicklung ist die Beschaffung von Wasser. In das Gebiet der Anicliorationsarbcitcn, die der K. K. übernommen, hat er auelr die Wasserversorgung cingeschlossen. In allen neuen Siedlungen, die in den letzten Jahren auf seinem Hoden entstanden sind, wurden Wasscrit1staH.itioneu eingerichtet. In der Berichtsperiode wurde über £26.000 für diesen Zweck ausgcgeberi, etwa £ 13.000 pro Jahr, wofür folgende Anlagen ari.sgefiilirt wurden: iti Kfar Jccheskiel (zirka £ 5.700), Nahalal (zirka £ 5.300), Betli-Alplia (C 3800), Tiewa (£ 1.600), Ein-Cliarod (£ 1.300), Hulda (C 1.100), Tel-Josef (C (170) usw. Außerdem wurden noch kleinere Arbeiten in Kirjatli-Aiiawim, Naclilath-Jdiuda, Dagania usw. ausgeführt. Wie sehr sieh dieser Arbeitszweig ausgedehnt hat, beweist folgender Vergleich; vom Beginn der Tätigkeit des K.K. am Ende 1922 wurden insgesamt etwa £ 6 850 ausgegehcn und in den zwei Jahren 5l)S3,'5681 allein C 26-003. btt Jaitrc 3681 wurden noch die zwei großen Arbeiten in Tel-Adas tutd Chitliu in Angriff genommen. Für die Arbeit in Tel- Adas wurden bereits £ 3.200 verausgabt und für Cliittin, "0 die Wasscrinstallation besonders große technische Sclnvic• rigkeiten darstellt, etwa C 2.300. Mit der Anlage der Wasserleitungcn setzt sich der K.K. den Zweck, Trinkwasscr für die Menschen, Trinkwasser für das Vielt und an mehreren Orten auch das fiir die Bewässerung von kleinen Gemüsegärten notwendige Wasser zu beschaffen. Hiermit ermöglicht erden Siedlern, ihren nllernotwetidigstc» Bedarf an Produkten aus eigener Arbeit zu decken! Für die Errichtung von Gebäuden sind in den beiden Jahren etwa £ 1.200 — zirka £ 2.000 pro Jahr — ausgegeben worden. Dies sind, wie bereits erwähnt, die Rest• betrage aus dem ״Arbcitcrlieimstüttcnfoiids“, sowie kleine zufällige Spenden, für spezielle Zwecke, so für die Errichtmig einer Synagoge in der jemenitischen Siedlung ״Schiwath-Zioii“ hei Risehon-k-Zioti. Etwa £ 1.850 wurden ver• wendet für die Vollendung der kleinen und hübschen Haus• eben für Jemeniten derselben Siedlung. Neben der großen Bodenerwerbstätigkeit führt der K. K. noch in bescheidenem Umfang Pilan/iuigsarbeitcn aus den Mitteln des speziellen ״Baunispendcnfonds“ aus. Ent• sprechend der allgemeinen Tendenz, andere Arbeitsgebiete zu beschränken, hat der K. K. auch die Ausgaben für die Pflanzung«,arbeiten verkleinert. Von etwa £ 10.703 im Jahre 1922 wurden sie auf £ 6.200 im Jahre 5683 und auf £ 4.750 im Jahre 5681 reduziert. Auch in der Zukunft ist eine weitere Reduzierung zu erwarten, der K. K. wird weiterhin fcicb nur auf die Pflege der bereits gcpflanrfrn Waldbäumc beschränken. Auch die bereits erwähnte Uebergabe der Frucht-!)»Umpflanzungen an die Sied'cr bedeutet ebenfalls eine ent• sprechende Entlastung des jährlichen Budgets. Den letzten Posten in den Investitionen des K.K. stellen die Darlehen dar. Diese haben in den früheren Jahren ln den Bilanzen des K.K. chic bedeutende Rolle gespielt. So betrug im Jahre 1918 die Gesamtsumme der Darlehen etwa £ 40.000. Diese Summe setzte sich zusammen aus vcrschi:• denen Krediten (für I In ״«erbau, für die Errichtung von Ställen, Agrarkredite usw.). ln den letzten Jahren Dt diesem Zustand entschieden ein Ende bereitet worden. Es ist nicht Sache des K.K״ Darlehen zu geben. Die Summe, die in den Jahren 5083/81 verliehen wurden, sind meistens auf Grund der noch vor dem Klinge getroffenen Vereinbarungen gege• bcii worden. Außerdem hat der K. K, auch mich einzelne Darlehen an städtische Siedlungen auf seinen Böden gegeben, wo die Amclioricrmtg des Bo.lens ־ Nivclicrun״, Straßenbau, Wasseri11sta!l,1׳Ü111׳ - nicht vom K. K., sondern von den Siedlern selber durchgeführt wird. Der K.K. trug dam nur mit einer bestimmten Summe bei, die ah kurzfristiges und verzinsliches Darlehen gegeben wird. In der Berichts• Periode winden solche l"),trieben dem Stadtviertel ״Nordija“ in Tel-Atviw, in Höhe von etwa 2950, der Sclicliunath-Bo• reehfiw in Höhe mit zirka £ 690 und der Siedlung ,,Makor Caliim*1 in Jerusalem zirka £ 100 (als erste Anzahlung) gc• währt. Dies sind jedoch nur zufällige• Darlehen, und cs ist bezeichnend, daß im Jahre 5681 au Darlehen £ 1,200 invesfiert wurden, und im Jahre 3681 nur £ 400, d. 11. nur 0,D'ä der gesamten Jahrc:invcsti(inncn. Dieser Posten muß aus der K. K.•Bilanz voll ständig verschwinden. Seit lieber- Siedlung des Hauptbüros nach Jerusalem ist in dieser Hinsieht schon viel erreicht worden. Viele der alten Außen• stände wurden bereits liejui licet; so haben sic sich im Jahre 56SJ um rin Drittel vermindert. Der K. K. kamt in den vergangen ci! zwei Jahren auf eine rege Tätigkeit zuriiekblickcn, die von einem Prinzip durch* drungeit zu einem Ziel führte: systematische Losl3׳.a:t * van alicit System und entschiedene Verminderung aller Arbeit״• zweige außer Bcdencrwcrh, zielbcwufttc Konzentrierung auf einen bestimmten Anignhciikrcis; Bodcncrwcrh und erste Amelioratiou und als Fo'ge fast eine Verdoppelung des Boden• besitze« des K.K. innerhalb vrai zwei Jahren; Umgestaltung der Verwaltung des K.K.,zwecks einer stabilen, einheitlichen und geschäftsmäßigen Führung der gesamten K. K'.-Tätigkeit. Dies a'h'Ä, von dein großen Gedanken ausgehend, dal! der K.K. das Instrument der jüdischen 11 ulenpoliiik in Erez Israel wie dies im Jahre 1920 proklamiert wurde, auch l1׳ Wirklichkeit werden muß und daß er nkhls anderes sein darf als der Erwerber und Verwalter des unti analen Bodenbesitzes. Pfesseslitumen. ln ״New Pa lest!11 c" veröffentlichte vor einiger Zeit Etnaimel New man, ein Mitglied der Exekutive des nnterikultisch-zionistischen l.andcsvcrb,indes, einen Interessanten Artikel über die ״eist ige Lag c int amerikanischen Zionistim«. Der Verfasser beklagt nußrrordeiitlich den Mangel einer 1 oithildung der zionistischen Ideologie während der letzten dreißig Jaitre, insbesondere tlas Fehlen einer zionistischen. Literatur. Fr kündigt au, daß eine ()eselDcbalt gegründet würde zu dem Zwecke, Werke von zionistischem Jntcrcssc zu piihli/iereii tutd zu verbreiten. Die kulturelle tutd Frzifltnngsarbi it im ameiikaniscltcn Zionismus müsse außer■ ordentlich intensiviert werden, damit die Bewegung wieder eine Anziehungskraft für geistig interessierte Menschen bckommt. Das Jerusalemer Misradti-Zeittr.alorgan ״II a t o r" brgrüßt in seinem Leitartikel d.־t! Beschluß des Waad Leiiml, die De.legiertcnversammlung (Asaefnth Haulwcharini) für März ein/ulienifen. Das Blatt erklärt, daß die Organisierung des Jischuw eine!)reimende Notwendigkeit sei und daß alles daran gesetzt werden müsse, von der neuen englischen Regierung eine ßcstä'igimg der Gcntcindcordmtng zu erlangen, die von der früheren Regierung schon im Prinzip genehmigt war. Die größte Schwierigkeit bereitet die Frage des 1' r .1 u c 11 w a 111 r e c h t s, «Ire sowohl von rechts als auch von links zum Anlaß ultimativer Stellungnahme getrommen wird. Trotzdem müsse ein Ausweg gefunden werden. Dasselbe Blatt bespricht den Brelilul! der Vertrauens- 1״;iiii1cr-Versaimnluitg des Keren Kajcmctl! ln Jcrusnlem, <101־ sich energisch gegen die vom Hauptbüro des Keren Knjemetli propagierte 1 a n d s nt a n n s c 11 a 1111 c 11 e Kolonisation ausgesprochen hat. Das Blatt sicht aber einen Widerspruch darin, daß dieselbe Versammlung eine größere Berücksichtigung der orientalischen Juden hei der Ansicdiung fordert. Zwischen Aschkenaslm und Senlinrdim müsse der Unterschied ebenso verschwinden, wie zwischen den Juden einzelner Staaten. Die Grundidee des Zionismus von der Einheit des jüdischen Volkes müsse wenigstens in der palästinensischen Praxis verwirklicht werden. Int ״Hamburger Israelitischen Familienbtatl“ veröffentlicht Ober-Regierungsrat Hans Goslar eine über/nigende Erwiderung auf die von uns schon kritisierte Bemerkung des Blattes beir. angeblicher Forderung von nationalen Minderlicitsrcchfcn für die Juden in Deutschland durch das Programm der Jüdischen Volkspartcl. Das Blatt hält cs leider fiir angebracht, ei lige Ironische Bemerkungen au/ufiigen und wendet sielt auch gegen unsere Auffassung, der Preußische Landesverband müsse als große jüdische LmtdesorganrafIon auch am Aufbau Palästinas als einer der wichtigsten Aufgaben des heutigen Judentums Icllnchmm. Es erklärt, dies würde bedeuten, ״für .innerdeutsche Zwecke Mittel zu bewilligen“. W'iil der Verfasser dieser Notiz auch behaupte״, daß die Frage der Emigration und Immigration, kurz, dar, große jüdische Wamierungsproblctn, das heute wieder ,•ikuf gctvordeii ist, den Preußischen Landesverband gleichfalls nichts angelten wird? Wenn er nid all diese Betätigung*• gebiete verzichtet, was bleibt ihm dann noch von allgemeiner Bedeutung? Die Wanderung.«frage aber steht heute h! direkter Beziehung■ zum Palästina-Problem. Dr. Josua Buclintlll wurde vom DlrcMotium des Keren H.ijessed nach Acgvptcn delegiert, unt dort fiir den Keren Hajcssod zu arbeiten. Er ist Jetzt in Palästina. ״Biblische Puppcnspielc“ Vrti* Mb, J.~ PrcsseMtimmeai ״Dies Biieliklu dürfto durch die LeiehttgkcU seiner Vcrsmclodik und durch den Reiz «eine« jugendlichen Einfall tone*!dodlicbo Gemüter überzeugend in die Sagenweit der heiligen Schrift *intühren," ״Berliner Tageblatt,“ ן Verlas ,.Aufbau", Berlin W15, Meinekestr. 10 Noch einmal Naumaati ln einer Auseinandersetzung mit Herrn Nautnanu In Nr. ßl der ״Jüdischen RuiKlsdtau“ spricht K ro j S11 k e r zuerst über Naumanns Heiter, den angeblichen Sozialdemokraten Frlch K ö h r c r und /war in einer so vornehmen Welse, wie Herr Köhrcr cs zweifellos nicht verdient. Es scheint uns aber notwendig, dem etwas liimumlügen. Das ״Ilamberger Israelitische Famiücnblatt“ brachte in seiner Nummer vom 13. November d. J. die Nachricht, daß Erich. Köhrcr getauft sei und daß er früher einmal Herz geltet Ben* habe. 111 Nr, 47 des Fainilk’nblattes bestreitet Herr Köhref getautt zu sein. Er sei lediglich au« der jüdischen Religion«• jC<׳,mdnscltaft ausgetreten, nehme sieh aber trotzdem d.1* Recht, in jüdischen Dingc.n inltzurcden. Ob er trüber einmal Herz hieß, darüber schweigt Herr Köhrcr schamhaft. Herr Naumanu ernennt Köhrcr zum ״bekannten sozialdemokratischen Publizisten“, Offenbar hat er seine Erlebnisse mit Major Anker schon vergessen, der sich, nachdem Naumann ihm mif den Leim gegangen war, dann einen S|»ort daraus marJite zu erzählen, in welch hervorragender Weise er Juden aufeinander gehetzt habe. Wir fürchten, Herr Naumann wird bei Köhrcr ähnliche Enttäuschungen erleben, wenn auch anderer Art. Interessant ist aber, daß dieser angebliche Sozialdemokrat cs für zulässig hält, int NaumamtVhen Blättchen gegen seine eigenen Parteigenossen Front zu machen. Wobei 111 rt* doch von früher her bekannt sein muß, daß die Naumann'• scheu Pul1lik.1־tkme11 ausschließlich in der Rcchtspicssc verwertet werden, und daß seihst sein Artikel heute von den Dcutschnalronaieu, die auf der Suche nach Agitati an *arg 11• menten sind, gegen seine Partei und seine Parteigenossen nusge«chlachtct wird. Seine Ausführungen boten willkommenen Anlaß nt einer neuen Judenhetzc für die Dentschu.Hionalcu und ihren völkischen Anhang, Ob die sozialdemokratische Partei sich die«, wenn Köhrcr tatsächlich ihr Mitglied ist, ohne weiteres gefallen lassen wird, darauf kann matt wohl ״c.spatmt sein. ' Was hat mm Herr Köhrcr zur 0<tjudc!1frage zti sagen? F.r ist erbost über die Ausführungen des s.iziaUlemokTa'.isch'en Abgeordneten Landrat Schubert, der im Hauptau.««d1uß de• Priuß. Landtage.« in seiner Polemik ntil Herrn Negctib/rn, der sein Material gegen Ostjuden zweiteltos v.m Naumann I1ezogen hat, mit dem Naumatni-Vctbattde ziemlich scharf abgerechnet hat. Herr Köhrcr will mpi wissen, woher der Nichtjude Schubert sei« Material zur Ostjurlrntrage bezogen hat und woher ihm Vorgänge aus der bekannten Versammlung, in der Georg Bernhard gegen die notionnldcuL'chcn Juden gesprochen hat, bekannt mien, AI« r.rklänfiig fällt ihm nicht* anderes ein als darauf hinzuweisen, daO de,־ Landrat Schubert •nur von seinem Parteigenossen, «lein Ministerialrat f>r. Badt iitfonnk’rt wurde. In dksem /.1t«am1ncnh;u1g erzählt Herr Kölner aurlt, daß 11.1 It i« der Georg Bernhard Versniiuiilutt״ besonders liercorgetreten sei. Nun, wer de» Landrat Schubert keimt, oer weiß, daß er zu jenen spzialdcmcikraiischen Polltikcrit gehört, die fiir □ntlüstcrtmgeii irgend welcher Art nicht zu haben sind. Int übrigen 11,1t er selbst erklärt, sein Material lediglich aus der gelegentlichen Lektüre der Naumann'sclicn Nachrichten, die ihm ungebeten in« Hau« geschickt werden, entnommen zu habe«. Herr Badt aber'und uic anderen Teilnehmer der Bernhard-Versammlung worden erstaunt sein, mm plötzlich von Herrn Kölner zu erfahren, daß Badt In der Versammlung ״besonders henorgetreten‘* *ei. Den vielen hundert Teilnehmern dieser Versammlung ist von einem Hcrvortreten Rndts ulwrhaiipt niclu« bekannt, Nuit kann aber Herr Köhrcr es Dr. Badt nicht verzeihen, daß er trotz seines Bekenntnisses /um Zionismus prctiPi.s.'bcr Beamter Ist. Ohne in eine Erörtcrmig der Frage staalsbürgerlicher Rechte und Pflichten der deutschen Juden ein* treten zu wollen, glauben wir, <1,1(5 wohl kein vernünftig Denkender 1>rh,־|t1|1ten wollen wird, daß das Beketmtni;. Dr. B.idts zum Zionismus ihm als Beamten der preußischen Ver- Wallung besonders fördernd ist, Fs gehört auch heute 11.ach für einen preußischen Beamten ziemlicher Mut dazu, sieh ofleu und frei •zu schier jihlivdien Gesinnung zu bekennen. Herr Köhrcr ist aber nicht mir mit Herrn Badt unzufrieden, «ondcrti auch mit dem ihm ״persönlich sehr sympathischen und zweite’.- los hoch intelligenten'' Genossen Scvering, dem er Ratschläge gibt, sieh andere oder bessere Berater in der 0«t't1.!v1tfra״e zu stielten. Wir glauben zu wissen, daß Herr Minister Scverfng unartige Anbiederungsversuche entsprechend zu würdigen weiß, auch• glauben wir kaum, dal! er den Rat <Jf* Herrn K(ihrer, sich andere Berater zu streiten, befolgen wird. Die Herren Naiitiianu und Köhrcr können es offenbar nicht verschmerzen, daß nicht־ sie die Berater des Ministers in jüdischen Angelegenheiten «lud. Allerdings verraten aber oie Bemerkungen des Herrn Köhrcr. der seine Kenntnis doch' mir von Naumann hat, ein ziemliche* Maß von Uir.vUscnhclt in diesen Dingen, denn jeden! Kenner der Verhältnisse ist es bekannt, daß gerade Herr Bult im Ministerium mit j i'1 0 1 sc 11 cit Dl 11 ge!1 nichts zu tun hat, also auch nicht der Berater des Ministers in dieser Frage sein kann. Daß Herr Köhrcr in der bei ihm bestclHcu Arbeit auch nicht vor den niedrigsten Beschuldigungen, die man gegen ־ einen preußischen Beamte« erheizen kann, zurücksclirrckt, sei nur nebenbei bemerkt. Es war in der sozialdemokratischen Partei bis beute nicht Sitte, Parteigenossen in führender Stellung in gegnerischen Blättern schärfster Observanz «umgreifen. Zur Sache selbst aber, nämlich zur Entiachung einer Ostjudonhctz c ■durch Naumann, ist zu sagen, daß sic 111t gegenwärtigen Moment nichts andere״ als ein. Dolch* stoß gegen die Linksparteien Im Wahlkampf ist. Wer die Verhältnisse objektiv betrachtet, der weiß, daß van einer Ostjudenei 11 Wanderung nach Deutsch- (and seif Jahren nichts mehr zu merken ist. Im Gegenteil; der zweifellos nicht jntJcnfrcttndllchc und gerade jetzt so traurig bekamt( gewordene Leiter de« Berliner Freindenamtes, Rcgieiungsrat Bartels, erzählte bereits im Februar <1.J. einem Berichterstatter der Memtagspost, daß die Grenadier.«traßc geradezu entvölkert *ei. Die Herren um Naumann aber brauchen die Ostjuden dringendst, denn nur aus der Hetze gegen *ie können .«»» ihre Existenzberechtigung beweisen. Den Dcutsehnatlonalrn und (11 rem völkischen Anhang aber sind In den Herren Köhrcr und Naumann willkommene Heller Im Wahlkampf erstanden, Wir zweifeln nicht daran, daß sic nach getaner Arbeit auch von dort den wohlverdienten Fußtritt erhalten **׳erden. S. Rudel

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