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Jüdische Rundschau · 1924-12-05 · Heft 97 (5.12.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 97 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite BÖS JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 07 *u. t׳. ו» מי ד״י׳יו ׳ן» g :•. j-■״. .. j ך<• yj» •» *•/?f# «*״ י| רי־׳י 8? j#4t:u»ls<1U4»'^rו»4#4£%«*4ו Pr. Ehrlich zum Präsidenten acivatilt Rfcklritl Strichers W!r brachten bereits einen kurzen Bericht über den Delcpierlcntag der österreichischen Zionisten, der .1־m 2'». und 30. November in Wie n Gaitfami, und geben nachfolgend einen gedrängten Vci-liandiiiiigsbcrieht: Nach dem Genernfrcfcrat des Herrn Dr. N. M. Oelber über alle Tätigkeitsgebiete der Zionistischen Organisation bcrichtete Herr Dr. .Martin R o s c 11 h ] ü 111 ergänzend über die Arbeit des Keren 11 נ j e s ■s 0 d. Die Keren Ilajessod- Arbeit wurde unter der Führung des Obcrrabbmers Dr. Chajes und der ge-chä!tsführenden Präsidenten Direktor Eplcr, Dr. L ü w culicrc und Ludwig Bat o geleitet. Seit März 1<)2t stellt das Büro unter Lc.itu״g des Delegierten des Londoner Keren Hajcssod-Dircktoriums Dr. Martin R ose 11 hl 11111. Au großen Aktionen sind hervor/uheben: Line Anzahl von Zirkclvcrsammlimgen, die za Beginn der Benehtspenode unter Mitwiikung des Direktors der Deut• scheu Hank, Oskar Wassermann, ferner von Dr. N’ahum Gold mann und Felix Salten crlolgrcich durchgeführt wurden, ferner die jüngste Aktion unter Mitwirkung von Albert Einste i n uml Kurt B! 11 m e 11 f c 1 d. Fis gelang diesmal, Kreise für den Palasti nngedankai zu interessieren und zu gewinnen, welche nicht nur sehr bedeutende materielle Leistungen für das Aufbauwerk zu vollbringen in der Lage und gewillt sind, sondern auch als Persönlichkeiten von Sachkenntnis und Verantwortungsgefühl für das Aufbauwerk von großer Bedeutung sind. Den ergänzenden Bericht über den Keren K a j c m c 111 erstattet Herr Dr, Tartalowcr, Referent erläutert das in Oesterreich auf gestellte Prinzip der Sclbstkcmtingonücniug, welches jetzt auch in anderen Ländern Schule macht, weil es sich zur Hebung der Nntionalfondscinjgängc außerordentlich bewährt. In der Somifagvormittagsitzung erstattete Herr Dr. Nahum Blauer ein Referat über Palästinafragen. Hieran} wurde die Generaldebatte dnrcligefülirt. Delegierter W e i!1 r c h übt .ווו der ״Wiener Morgtmzxittntg“ Kritik. Sie diene zu wenig der Zionistischen Partei. Insbesondere bemängelt er die gelegentliche Stellungnahme dieses Organs gegen die österreichische Sozialdemokratie.Stricker führte aus: Grundsätzlich ist fcstrulialtcn, daß die Zionisten Gegner des Kbisscnkamplcs sind und iin Sinne des zionistlscheu Programms sein müsse«. Die zionistische Bewegung ist kein Sclmt/voreiii für wc.־׳;־\־Miigenc Zionisten. In diesem Sinne werde auch di!' ״Wiener Mnrgcnzeitung‘‘ geführt. Delegierter llorowitz. ubt scharfe Kritik an der Wirtschaftliehen Gebarung der Ponds. Die Spesen seien viel zu hoch und müßten unbedingt!erringert werden. L)r. Israel Waldn! a 11 ח bemerkt, daß man die Begriffe Sozialismus uml Sozialdemokratie, ferner Sozialdemokratie im allgemeinen und österreichische Sozialdemokratie im besonderen vorwechselt, die österreichische Sozialdemokratie verdiene den Namen nicht, dm sie trägt. Sie nimmt den Juden das Recht auf die eigene Nation 11ml werde von jüdischen Assiiinlautcn geführt. L's sprachen ferner die Delegierten Prof. Freud, wcl-• eher sirh gegen das Kompromiß der Zionisten mit der Maioiitäi anlalllich der jüngsten Wahlen in die KubasgeiiH'iiKle wendete und die beschlossene Erweiterung der Jcwi-h Agency begrüßte; Rath, der in längeren Ausfülirnngen die zu große 11 S p e sciteler zionistische n P o 11 d s kritisierte, worauf Ciemciiider.if Dr. Pia sc hk cs ausführtc: Was den Koren llajessod anbclangl, müsse begriffen werden, daß eine junge Steuer größere Ausgaben verursache und vci!machen müsse als eine bereits seit langen Jahren bcstellende Besteuerung. Dies sei in dem Verwaltungskörpcr der Gemeinden ganz ebenso. Es würde niemals zu einer lichli.gen Au breimug dcs_ wichtigsten Finaiizinstrumcntes des Aufbaues, des Keren Hajessrnl, kommen, wenn man in der ersten /eit wie ein Kleinkriitncr m Werke gehe und nicht großzügig investiere. In der Naclmiitingssitniiig wurden die Verhandlungen des Delegierten'..-!!*(!* für vertraulich erklärt. Oberbaurat Stricker hielt ein ausführliches politisches Referat, in welchem er sieh mit der präge der erweiterten J e w i s 11 Agency sowie mit dein ZuEaud der Zionistischen Weltorganisa<ion im allgemeinen und der Landesorgan Ration Oesterreichs im hvoinieren beschäftigte.!11 der Nnclitsi -mg erfolgten nach ergänzenden Mittellungen iilu-r Fra1 )״ der österreichischen Arheit für den Koren I f.'ijVsr.nd (!-!!׳c!) den Delegierten Dr. Abel cs die Schlußworte der Referenten. Die Wall! en in die neue Leitung hatten folgendes Ergebnis; Zum Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees wurde Herr Dr. Jakob Ehrlich gewühlt. Dein Zionistischen La nd eskomite e gehören die. folgenden Herren an: Direktor Siegmund Eplcr, Paul Földes, Dr. N. M. Gelber, Dr. Leo G o I d 11 a m m e r, Dr. Isidor Kl.aber, Dr. Josef Löwenltcrt, Frau Erna Patak. Gcmeimler.it Dr. Leopold Plaschkcs, Aaron Kchwcrtf ingcr, Dr. Michael St ei ab erg, Oberbaurat S Mcker, Dr, Cliaim Tartakower und Dr. Georg wem c r. Btlro; B^rlinar Zifmiiilincbn VorMnlcunK, Horün XV15 ׳» Tojophooi UUrrmrk 7HV> — 70 # PoitiNohPflikonto No, l20CXi B«rlin NW 7 KottBAGVCTWoUnnK <lvr H. Z V, Froitn;׳, «Ion '*.!)׳MüGinltfir •b«md* 4 Uhr SynivKOf’P im ZjonUU*ch«'n UMrrv TCIMn• Fr*nViart*r Straß• 1! GoUo1>U011at HontinbonH. Hnn fl. 10י cm^or 0 •מחיןז״נם Uhr Synagoge im ZtoaUiUcb׳'* HMm. Kl*’noFr«nkfart«r Stmtt• 11 Goii«1<U(u)1k Aus der Berliner Jüdischen Gemeinde Von unsere tu Berichterstatter. Die beiden Rieten Sitzungen der Rcpräscntantcm-cnain׳■! hing fanden am 0. und 30. November statt, ln der erste״ Sitzung, die nach der langen Pause infolge 11er Feicrta., eine reichhaltige Tagesordnung hatte, wurde /.11n1;-״st m,A einmal die Angelegenheit der Gcfallenenfetcr erörtert. rje Vorstand war itizwisrhi ה vom RcichspräM |<ntcu cmph׳;״tn worden, um Beschwerde zu fuhren, daß zu dieser Feier ־1ן) Rabbiner nicht hinzu'.ezogen wenden sei. Das Reprisenlamt.'!. daß etwa* versäumt Wo becinnl die Ehrlosigkeit? Das ״Be r Huer Tageblatt“ veröffentlicht in seiner i.uminer vom 4. d. M. einen Leitartikel über den Antisc!!י', לs f11 ״ R 'ה ^€r Deutschen Volkspartei und schließt mit den Worten; ״Wir empfehlen das Studium der hier veröffentlichten Iatsarhcn auch all denjenigen, die Ihrer eigenen ((:.',ißion W1'’•׳' oder im (icfulil für AnAaiuligkut den Antiseinilismu.. w1d('r.,v,1rtjg finden, uml die doch, in einer Unkenntnis der A critältnisse, bisher bereit waren, am 7. Dezember für die Deutsch•• Volksnartei zu stimmen. Und was die erste der beiden erwähnten Gruppen von frregcfiihrlen betrifft, können wir nur wiederholen, was hier schon gesagt wurde: e s g i b t eine Grenze, wo die Dickfelligkeit a 11 f 11 ö r t und die Ehrlosigkeit beginnt.‘‘ Es ist nicht oft, daf, wir mit dem ״B. T." so übereinstimmen wie mit derem Schlußsatz. Allerdings Ist es verlockend, an die ״erste der beiden Gruppen״ (- die mit der hebgion -) die Frage zu richten, wo nach ihrer Aul- Fassung eigentlich die Ehrlosigkeit beginnt. »band« 9 Ubr 11״! «die!&adwirl*o!1*UUcl1• Kwaitlt «in• C*UxU«lrU«)1ftU 7M IWcrcnt: Mitglio!! «lor Un Swir!*phnltHeh*n ftftntrAl• d«r p»1&at A^b#it«r* nr£nni*mti<״*f* T,. Bpblio’miW T?r׳>!n Anffspraesho, 0 /»»tA willU^mwnn 7z'0ni«li*«>irMt H«ln3, Kl. Frnnktnrf*r Htr }I CPIU1. Ai«T%f1d1trp,Ä41X Fechtdab Dar-Clor« Sk)astsg, d«n 7. זייי1^ו«^תח ▼orm. 0 Uhr TrAffpniikf Hahnhoi Zoo; K»rio a«ob Erko«r Sotu1sb«nd, dun Hk 111'iMobAr 8 Uhr hpi Hb־׳. Knlin, Lfti^nir«tr. 80: D*ln1«%«1i4 MUEwop'h, den 17. זאי|1ווי)2ר><ז •b«nd• 8 tJhr HfArnmfi««'lt im Cftf^ XjAGn, Nollftnflöffplot■ Donnrr»tnjr, tlrn HAzr'tnbfr OviiakuUtcitc Mstc^athfreriot•• im OU4 Uogo Montag, den B* 1)0^«יי> יח1י■ pönldl. 8 Ubr Gmppo der ZlonUifn »tu» dom Oiifta Dr. Alfred Apf«0; tmd J1n»«l«a1M JHMo rÜnUiliplirr ru »r»»<*hrtin#n üittwoch, den 10 זי׳ויורזי׳־יסס •Hnnd« 8 Uhr Grupp« Ost aod Gropp• Nord« in d׳»r Aul» »irr Mil Kf»{״*rttr 80 Lilorarlach - k&tisiinriachfr Abtad i, I.. r.־r־״/ P1־<rf'*s »U Volk* 1 iייht<יr. rin!Aitctjויחי׳ I?pf»rf1t von Dr. Nnrhom Gnldmiinfl.■«■ Kftisit Atinn Än«dpnWrrk»n תיורר Pr reiz von rr׳m Hlnrnnnth»! n. Horn 0100־ w»rt - P ntriit»k»ttnn חח▼ ר*:ייזי1 וויחד Mir. 1.- inol. Ht״nnr Im *rblUi-!1fV» hoi!!זח B. Z. V M׳'in^Voיויr. 10. Di»*n!\ro't Tי*V»/7rt,1י«רI ff»»c׳n Wn’fmminn PronRUnor Str- *2324׳. KOni?c»tf»d* 22-'«־. bol PU. GH\nb»tmv Inr»Htien*lr. Mi Nordח״ IW JUti.*o«i« Friaeameinlfran{; — Baad Tloalil, Fr•«•«* Mittwoch, don 10 Dcaombor, in «l״r Kn «bontohnl«. Josohim»lho!«r»H8 .׳?» Zimtnor 10 nbend* von ß—7 Uhr• 2 *«Dl• K&mpf« «an d«• wordoodo Vnüdilain (Frl. 11’nnkt»n*fofn> nhondr von 7—8 Thr-. *1 תי׳יו\. .י ,,Uyqlo«• In B&b«| and Tnlmud** H'rtPr. Wolfubnrp^ nhorvl» von •י—'' Uhr t * \h־nl l'n'h•Un*«hnnd״ 5״Dl• Enlwichloa^ d«r JGd. Koloni*ttUoo״ fIIr!rr Homert *5«ornrviU Donn««׳»tftf;, «l״n 1*. D״r, mh״r »H«od• 6^ Uhr Gropp• Süd, <(0rt no h ■ *יז*»*ח״״י־#ייח) H«rr Dr. Kllnscr A״cH*r־. «*D•■ McnocH«0fn»t*rl«l Dir d•» Ptü&aUo«• AttlbdV* 8וית«יו«״?חח, l'i D »H»nd« Üh» קי1«חין«1ז<יזי0יז10£י« We»i*CU»rloHn11bwrj*״ im Dnbl»*ad, 8%vi^njrpb 5 Vonr0fr*rcU1r»: ״!'.!«aiinU d•• ZirmUmo•** 4. AHr*n'; n»rr Dr ^nh״nr«1 ,,P*lSlila»'* Jrdnn Di#n«t»|?f»»8 ' י••־׳ Ubr Oiifiid• Scbulv«rela4 FrictlrichR^r. US em'tuf f<ir אגודת בתי* ספר לישראי ,Ithltgciier F'ehulrereln E. V״ Barlln a««*hkfti(ttbren<l*• Vor»lnrvI.roU#lle<11 »Ui'lneraf Kart HkuBtirltitB. O rnn״wftl!\, Fri»dricb»rnb»r«lr, ftj, ז• ביח ספר ייליטיי ילי״יבריה כברלייי IlabräUcb• Spracbacbulo ta Dorlla (X111. S««*at«r) An*bnnft ■l»r hl huH«it»r, lf״rf N n״r.1tjriin •b^niV^DU‘ r und Ooon«r*t•׳» *Hond H Uhr in der Hoch^cHnl^ für di• Win«0icb«it d*r Ja׳i«ntoימו, ArMll»rf»»lr»ß« 14, t. 2imtn«r 4, זז* ביח ס5י '*"יייר בר.״%1ב- של ברדיו aadiscu« Schul« w••!. Aa*hanft erteilt Hi» Sri uUcitrrin, Fruu'»m Ot)»rl»HT«Hn D»liy lz%.n^atn Moütfig, Dirnsfaa: nnd Donn«r«t»fj 13—i Uhr in dor Selm!•, Fft«%r\*&«tr. 79/^0 1זז• ביוז כפי ייילדיב ברדייד־ יבל ברדיו JüdUcb« Scbul• 0«t, Anwknnft orteilt di• Schu loltor n״ Fr&oUin Ru«nno• LlobtaoiUiln, Frait«K - 4 Uhr. Pankow 87». Die Autentiia'lscrlaubais Kir Auäläßdcr Rechtsstehende Provinzlilättcr meldeten vor kurzem, der preußische Minister Severin g hätte die nllgcmcinc Nachpriifung der Aufenthaltserlaubnis für Ausländer i»n preußischen Staatsgebiet .angeordnet. l>ia Blätter stellten die Sache *3 dar, als ob Severin״ diese Anordnu tg unter dem Druck des Feldzuges gegen die Ostjuden getroffen lnt. Der amtliche preußische Pressedienst stellt jetzt dazu fest, daß eine solche Nachprüfung nicht statt findet. kolkjjaiiu hatte trotz allein den PLrJniclc worden sei, un׳J der Vorstand konnte nur formal' flinwärß« machen. In! übrigen wurde die wesentliche Wutrrbrratui!׳! in die geheime Silzung verlegt. — Vrm weiteren Punkg| sc! envahnt: ein Erlaß des Provinzialschuikollegiums, in (ltn1 die weitere Beförderung!üdisdicr Lehrer zu Knnrckt.ircn ,ן!! öffc.ntkchai Schulen untersagt wird. Der lleieheld de.v V,j. nisters steht niKli aus, — In einer Kraiikcnhausdchaltc werdr!! zahtrcichc Millstätidc aufgcJcckt Dr. Klee findet das Haust, übel darin, daß das Krankenhaus für die in den lctz.'tB Jahren kolossal angcwachsenc Gemeinde bei weitem nicht menr ausrckttic. — Für die llibehibe.rsctzun•11> ,״e gcschatfrn werden soll, werden '20 f,0 3 M. bewilligt: eine hierfür’gewählt« Kommission besteht aus den Herren H irsc lifcld’, M. oeb, Prof. 1.0c w e. — Schließlich wird noch di; Uchcrl ״ahme der Synagoge, Münchner Straße, und ihres Rabbiners Dr. Arthur Lcvy 111 die Große Gemeinde beschlossen. Die Sitzung am 30, November beschäftigte sich in der Hauptsache mit der Frage der Mischehen. Moritz A Locb (konservativ) referierte. In den letzten Jahren seien die Mischehen in Groß.Berlin in unerträglichem Maße sngewachsen, jede dritte Ehe sei heute eine Mischehe. Pr legt die Ursachen dar und bedauert cs, daß die Instanzen, die sich um Beseitigung div-.es größten Uchcls, die Auflösung der deutschen Jiulcnheit lediglich zu einer Frage der Zeit inaclie, hätten angelegen sein lassen, vollständig versagt hätten. Auch die Zionisten, die immer ciklaren, «laß sie für den Bestand der Jinlenhcit sorge״, hätten versagt; vielleicht weil einige prominente Führer in Mischehe gelebt haben u :d PHc;:, Dr, Klee autwor.ct, man dürfe auch hri den Konsrrva'ivcn nicht iiachforsclu'11; aber der Takt verbiete es ihm, Namen zu nennen, wie dies Herr Loeb getan habe. Dr. Klee hält die ('rage für eine eminent soziale und macht Vorschläge, wie man prakti ch die Dmgc angreifen muß. Dr. Abraham loh weist darauf 11111, daß vor allen! die Erziehung der Jugenr, speziell der Mädchen, auf eine ganz andere Basis ge’stcl',- werden müsse, wenn man erreichen will, daß jüdische Hatiaebegründet w erden. — Weiterhin kam das F r a u e n w 111 נ. recht zur Bcra'un״ Es müssen dazu einige Armierungen des Gcmcinde-da'iit:, vorgenommen werden. Diese werden nach langer Debatte in der geeigneten Form angenommen, doch bedürfen sie erst der Bestätigung durch den Obcrpräsidenien. Das Frauenwahfrccht (aktiv und p3sriv1׳ wurde von den Konservativen abgefeimt, dagegen von der liberalen und Volks-parlci bcfiirv.or et. — AVci'erhin lag ein Antrag ihr Volkrpartei vor, den rjc;uci11Jevor׳,taml zu b'ttcn, Maßnahmen zur Pflrge der Go.chiclite der Ber'incr jüdischen Gemeinde zu treffen. Der Vors'aml sagte dies zu und erwähnte, daß bereits Arbei'en im Gange seien. — In der ״Jüdreh-Ubrra'c:1 Zciiung“ sind in einer der lelzfen Nummern heftige Angiiffe gegen die Vertreter der ״Volkspartei“ Im Reprärenfanlenkollcgium gerichtet worden. Solange Angriffe fachlich erfolgen, ist nichts dagegen cinzuvvcnden. Auf die völlig unsachltchc ״Kritik“ zu antworten, liegt kein Grund vor, um so weniger, als die liberale Fraktion die Anwürfe als durchaus ungcrcchtfcriigt empfindet. Die Jüdifchr Voikspartci sicht eine Bereicherung des Gemeindefebens dar, und man empfindet das von allen Seiten, such wenn sachliche Differenzen vorliegcn. *־a — PaläslIn.1־V0rIr3nc an der Volksftoclischoie Die Vorlesung von Dr. Hantke über ״Das werd e :1 <1 c Palästina“' hat am 1. Dezember im Hörsaal der Svnagvgc Fasanenstraße ihren Anfang genommen. Herr Dr. Hantke gab zunächst einen großen Üebcrhück über *Ile Natur des 1 audes, uamentiidl über die kiimatisrhen und Bodenverhältnisse, schilderte sodann, nachdem er die Schönheiten der Landschaft gewürdigt hatte, die liauptsächlHr-tett Tvpen der jüdischen und n!e!1tjü־Jisc!1en Einwohner Und ihre Stellung zueinander und betrachtete *odattn die Regierung und Verwaltung des Landes. Der /weite Vortrag im Rahmen der Palästina-Vorträge der Freien Jüdisrheit Volkshochschule findet am Montag, den $. d. M., statt: Dr. Arthur Hantke spricht über ,.Palästinensische Wf r t $ eh n f t s p r 0 bl e m c". Am dritten und fetzten Vortragsabend des Zyklus, Montag, den 15. <1. M.. referiert Dr. Hantke über ״KtiftureHc Prob lerne". Am 22. Dezember findet voraussichtlich eine Liebtbifdervorftihrumr statt. Die Vorträge finden jeweils am Montag von V;8 bis 0 Uhr abends hi der Synagoge Fasanenstr. 70/SO statt. Karten sind im Sekretariat der Volkshochschule, Yorksir. SS (Lutzow 4721) und vor der Vorlesung erhältlich. Das ßaron Birsch*Schulwesen in Galizien Warschau (J.T. A.). Im polnischen Untrrrichtsministerium fand von kurzem eine Sitzung des Kura'oriums des Baron Hirsch •Sch ulfonds statt, ßckannt'ich Int Biron Hirsch di neu Fonds für Erhaltung jüdischer Schu'cn in Ga'.izi;» ur.d der Bukowina ge.\ti!,ct. Das Kuratorium hatte bis jetzt seinen Sitz in Wien. Nach einer Debatte, an der sich der Direktor de.'. Kulms,Departements Dr. Pickarsky und der gewesen Uentrrnchtsminister Dr. Cvviklinski hetei. ligfen, wurde beiciilosscn, die Tätigkeit des Fonds wieder aufzmiehmen, das Vermögen von Wien nach Warschau zu überführen, den früheren Beschluß über den Verkauf der Schulgebäude zu annullieren und die verwüsteten Gebäude wieder aiifzubaucn; ferner mit der rumänischen Regierung wegen ihres Anteils ,am Fond« (da die Bukowina jetzt zu Rumänien gehört! in IJti'erhamlhingen zu treten. Es wurde eine Samkrkommissioii eingesetzt, welcher die Herren Stanislaw Natansobn (Warschau!, Dr. Raphael Landau (Krakau', Dr. Emil P a r 11 c s (Lemberg) und Dr. Ascher (Wien), angeharen. Die polnPch-jüdisehe Presse bemängelt cs, daß sich das Kuratorium aus A s s i m 11 a n t e n zusar.imcnsetzt u«d daß die offizielle Vertretung der polnischen Judenheit, die Deputierten und Senatoren, nicht zu Rate gezogen worden sind. HerjUs Judenhaß. Es ist auffallend, daß das bisherige und wahrscheinlich auch zukiinf'igc Partei1׳ Hcrlia.ipl d;t Deiifsrhnalionalcn, Hergt, in seinem Wahlreden den Antisemi'ismiis Immer schärfer 11 c r v o r k c h r t. ln einer Wahlversammlung in Breslau zog Hcrgt in besonders demagcgischer Weise gegen di» Juden los. Der soriald-mo* kratlsche Diskussionsredner, Karl Mache, erinnerte Hcrgt daran, daß er sich gerade im Wahlkreis des deutschnati1>- nahm R i c 11 11ו o f e n so autisemi’isch gebärde, vs־o doch Rlchthofen selbst Enkel cm:r lulin und Schwager eines yctanften Juden von. der Bankicrfamilie Frombcrg ist. Er erinnerte Hergt auch an seinen eigenen Bettelbrief an *׳m dcütschnationaien J1;d״n Konsul Marx. Hergt wurde erregt und stellte fest, daß dieser ״freche Jude“ inzwi-chen auf seine, Ifergts, Veraukassung aus der Deutschnationalcn Partei ausgetreten sei. Die ״Weiten von Zion“ vor Gericht. Der Sekretär des Vereins zur Abwehr des Zionismus, Dr. Johannes Stanjck, hat in mehreren Zci'.imgsariikcln das von Müller von Hausen deutsch herausgegebene Pamphlet ״Dia Geheimnlsse der Wehen von Zion“ als Schwindel entlarvt. Dadurch fühlte sich Hauptmann a. D. Müller von Hausen beleidlgt und strengte gegen Dr. S'anjek die Klage an. Die Gerichtsverhandlung wird demnächst in Berlin statt finden. מ CI

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