Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 97 (5.12.1924)
- Date
- 1924-12-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 698 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 97 Zwei JaSsrc raI2s»!1a-Arbeit, des Heren Kalcmcfh 1 Von Dr. AI. Granovsky. ■ Im Oktober 1021 (Tiscliri 56S5) waren es zwei Jahre, «da5 das Hauptbüro des Keren Kajemeth!weit Ercz-Jisrael verlebt wurde, und somit gleichzeitig eine neue Arbeitsperiode des K. IC cinsvt/le. Mit der UelKTsicdlimg ist eine viel engere Verbindung der K. K.•Verwaltung mit der Aufbau-Arbeit, ein ständiger und lebendiger Kontakt zwischen der K. K.-Pro-!Uganda und seiner Kolonisationstiitigkeit ׳geschaffen worden. Nunmehr wollen wir eine« Rikkbliek auf die vergangene Periode werfen, was zur selben Zeit auch zur ' Klärung der Frage, welche Wirkung die Verlegung der Verwaltung auf .die K. K.-Tätigkeit ausgeübt hat, beitragen kann. Seit der llcbersiedlung hat der K. K■ in Erez-Jisracl eine umfangreiche Tätigkeit entwickelt, wie dies aus der nachfolgenden Tabelle der gesamten Investitionen des K. K. in Erez-jisrael für die J ah re 5633 und 5334 hervorgeht; 6633 5084 % ' Kategorie £ £ £ % 1, Landwirtschaftliche Böden . 2, Amdioration der 72.000 52,4 85.600 73,2 167,600 62 landwirtscli, Böden 13 700 f> 8.700 7.4 22.400 0 8. Städtische Böden 4. Wirtschaftsgebäude 26.000 10 2.400 2.1 28 400 11,2 ' L7 und Arheiterhäuser “200 2,6 2 000 1.7 4.200 5, Wasserinstallation . 13150 13.050 11.2 20.200 10,3 6. Pflanzungen .... 6.200 <׳.!!• 4.750 4 11.000 4,4 7. Darlehen. 4.200 3 400 0.4 4 600 1,4 Insgesamt 137.600 100 20 116 800 160% 25 i.400 100« Der K. K. hat a Iso in den 4 ׳,wei Jahren insgesamt die Summe von K 254.000 invc *stiert. Das ist etwa die Hälfte der gesamten Invesli linnen - des K. K. seit dem Beginn s einer Palästina-Arbeit (1905) bis Ende 5(182, für welche Zeit dieselben X 527.000 betrugen. Im Vergleich mit den Jahren 1021 und 1922 (erst ab 1. Oktober 1022 — Tischri 56S3 — wird die Buchhaltung des K. K. nach dein jüdischen Kalender geführt), in denen die Investitionen einen Betrag von £ 313.000 — £ 169.000 im Jahre 1921 und £ H9.000 im Jahre 1922 — clarstellcn, siebt in.'in, daß die beiden letzten Jahre nicht weit hinter den früheren Zurückbleiben. Die hohe Summe der Investitionen der Jahre 1921/22 ist aber nur dank der Geldreserve ermöglicht worden, die sich in den Kriegsjahren und in den ersten Nachkriegsjahren, zu welcher Zeit die Ausgaben für die K, K.-Arbeit in Ere/.-Jisracl verhältnismürig gering waren, seine Einnahmen aber sich in ununterbrochen ansteigender Tendenz befanden, naturgemäß ^gebildet hat. Diese Reserve war aber bereits im Jahre 1922 gänzlich erschöpft und somit der ICK. ausschließ'idi auf die laufenden Ncueingängc angewiesen. Nachstehend eine Gegenüberstellung der investierten Gelder mit den Eingängen in den letzten vier Jahren: Jahr Einnahmen Investitionen £ £ 1021.ICO 000 160.000; 1020) 3־ Monate). . 140.000 000 73 , .׳ : ■ ■ Insgesamt. 202 060 818.060 5683 . 114.000 137.000 5684 .. ■ . 1709-00 117 00Q Insgesamt 284 000 254 000 Daraus ist ersichtlich, daß in der Periode 1921/22 den Br u 11 o Einnahmen von zirka C 200.000 — wovon die Spesen des Gcldaufbringungsapparatcs in Abzug gebracht werden müssen - Investitionen in Höhe von £ 31S.OOO gegenüberstehen, d. h. daß die Investitionen um etwa 1ÖQ °/0 höher waren als die Ndto-Einnahmen. In der Periode 56S3 5CS4 stehen den Brulto-Einnahmcn von £ 230.000 die Investitionen von £ 250.000 gegenüber, d.h. daß auch während dieser Zeit die Investitionen höher waren als die Netto- Einnahmen. Es bestand bis jetzt eine Diskrepanz zwischen den beiden Summen — den notwendigen Investitionen und den unzureichenden Einnahmen. Falls die Einnahmen des K. K. nicht in einem rascheren Tempo steigen werden, wird der K. K. den Erfordernissen keinesfalls gerecht werden können. Bei der Analyse der einzelnen Posten unserer Tabelle ergibt sieh, daß im Jahre 5633 aus der Gesamtsumme von .C 13S.000 für Bodenerwerb — (die drei ersten Posten der Tabelle — landwirtschaftliche und städtische Böden sowie Aniclior.'itian der landwirtschaftlichen Böden —) £ 111-000 oder SO,״׳,״!׳ und im Jahre 5684 bei einer Gesamtsumme von .C 117.000 für die gleichen Zwecke £ 96.500 (Hier S2,7 0״ ausgegeben wurden. Dies ist der Ausdruck einer immer stärker werdenden Tendenz, die gesamte Tätigkeit des K. K. möglichst mif Bodenerwerb zu konzentrieren, Denn noch per Ende 1919 entfallen aus den 6 Millionen Francs Gesamtinvestitionen des K. K. nur etwa 1 Million Francs oder 16 gVi auf Bodenerwerb, im Jahre 1920 37 «/o. Während vier Jahren ist demnach der Prozentsatz von 16 »;0 auf 82 0/0 Diese Zahlen zeigen den großen Umschwung in der Tätig• keit des ICK. Früher — vor und noch während des Kricges — oblag dem K. K. fast die gesamte kolonisatorische Arbeit der Zionistischen Organisation in ErezTsracl; er sorgte für die Gründung und Erhaltung von Farmen, Ausbildung von Arbeitern, unternahm landwirtschaftliche Versuche usw. Erst nach Schaffung des Keren Ifnjessod ist die rein koloni• satorischc Arbeit von dem letzteren übernommen worden und der K. K. beschränkte sich auf das Gebiet, für das er auch seinerseits eigentlich ins Leben gerufen wurde: auf den Bodenerwerb. Der K. K. hat sich letztens allmählich und systematisch von allem befreit, was nicht mit *km Bodenerwerb zusanunenhängt. So hat er vor allem die Bauarbeiten aus dem Bereich seiner Tätigkeit ausgcschaltct, indem die Simmlungen für den dem K. K. ungegliederten ״Arbeiterheim• släticnfouds“ abgeschlossen wurden und Bauten lediglich nur noch im Rahmen des vorhandenen Restes dieses Fonds errichtet wurden. Ferner hat der IC IC, um seine Verwaltung zu entlasten nach der Uebcrsicdhmg beschlossen, das Vermögen, das noch in seinen früheren Farmen steckt — wie Wohn־ und Wirtschaftsgebäude, lebendes und totes Inventar — den Siedlern in Eigentum zu übergeben. Desgleichen hat er auch die Fruciübnuinpflanzungcn, die er vor längerer Zeit an verschiedenen Orten nnlcgtc, den Siedlern zu eigen gegeben. Diese Uebergabe, die nach bestimmten Grundsätzen erfolgt, stellt den letzten Schritt in der Loslösung des K. K. vom alten System dar. Der größle Teil der Mittel des IC IC. wird für den Erwerb landwirtschaftlicher Boden verwendet; so waren es im Jahre 56S3 £ 72.003 oder 52,4"/», 5681־ bereits £ 85.630 oder 73,2 ״/» der Jahrcsinvcslitionen. Auch hierbei kommt die gegenwärtige Tendenz der K. IC-Verwaltung rum Ausdruck: das Schwergewicht der Tätigkeit des K. IC auf den Erwerb ländlicher Böden zu legen. Angesichts der Knappheit der Geldmittel wird die ganze Aufmerksamkeit der Vergrößerung des landwirtschaftlichen Bodenbesitzes zugewandt. Dieser ist die Grundlage der nationalen Kolonisation und erste Be• dingung für die Schaffung eines jüdischen Bauernstandes. In den eben erwähnten Summen sind die Jahresraten von je etwa £ 36.000 — Zahlungen für den im Jahre 1921 ge• tätigten großen Emekkauf — enthalten, während die Rest* summen von etwa £ 36-003 im Jahre 5683 und etwa £ 42.500 im Jahre 56S4 für neue Käufe verwendet worden sind. Die neuen Käufe konzentrieren sich hauptsächlich im Emck Jesrcel, wo der K. IC bereits größerre Fliehen be• sitzt. Von den im Jahre 5683 neu gekauften 20033 Dunam entfallen 17 000 auf den Emck, und von den im Jahre 5681 erworbenen 50 000 Dunam etwa 44 000 Dunam. Die K. K.-Verwaltung Ist bestrebt, den nationalen Bodenbesitz möglichst in den! geographisch und wirtschaftlich so bedeutenden Teil des Landes wie der Emek Jcatreel, dessen Böden zu den fruchtbarsten des Landes gehören, zu konzentrieren. Auch der am Eude der Berichtsperiode durchgeführte zweite große Bodenkauf hat im Emde Jcsrecl stattgefunden, so daß der K. IC. dort nunmehr eine Gesamtfläche im Ausmaß von 114 722 Dunam besitzt. Daneben wurde aber auch der Vergrößerung der bestehen• den alteren Kolonien, obgleich deren Bodenareal nicht dem K. IC gehört, Aufmcrknmkrit gesschcnkt. Insbesondere durch den Zukauf von Böden bei den kleineren Kolonien wird die Möglichkeit geschaffen, die Kolonistensöhne, die zum Boden streben, sowie andere Elemente ansässig zu machen, was für die kleineren Kolonien geradezu eine Existenzfrage darstcllt. Infolge ihres geringen Bodenbesitzes und der kleinen S.icdlerzahl können die Kolonien oft zu keiner gedeihlichen Entwicklung kommen. Dies ist der Fall bei Ness-Zmnah, Gcdcraii, Be er-Jakob. Bei alledem wurde auch die Vergrößerung der bestehendem Siedlungen auf K. K.-ßoden in anderen Teilen des Lauchs nicht außer acht gelassen, so in Ein-Chaj, Hulda, KirJ.itli. Annwim, Nachlath-Jehnda, Rechobotli. Erwähnt sei auch <j:c Vergrößerung von Chiitin, wo eine• misrachistischc Siedlung begründet wurde. Dort besaß der K. K. schon von früher her zerstreute Parzellen Im Ausmaß von etwa 2003 Dunam und durch Zukauf von weiteren 2033 Dunam sowie miitck Tausch ist eine einheitliche Fläche von etwa 4003 Dunam erzielt worden, . Schließlich hat der K. K. in der Berichtsperiode auch an zwei neuen Punkten Fuß gefaßt, die durch ihre Nähe bei den beiden wichtigsten Städten von großer Bedeutung sind: Titch bei Haifa und Ataroth (Kalcndia) bei Jerusalem. Auf städtische Bodenkäufe entfallen zirka £ 234)19; davon ist eine Zahlung von zirka £ 23.030 für den bereits früher durchgefiihrtcn Bodenkauf in Haifa für das Stadtviertel ״Jcchicl". Ferner wurde die bei Jerusalem sich befindende Siedlung orthodoxer Juden ״Makor Chajiin“ bedeutend vorgrößert, außerdem sind noch 50 Dunam für die Vergrößerung der Bodenfläche der landwirtschaftlichen Mädchenschule in Schelmnath-Borockow gekauft worden. Die Vergrößerung des K. K.־Bodcnbesitzes in der Berichtspcriode ist sehr bedeutend. Die Gesamtfläche ist von etwa 78 000 Dunam per Ende 56S2 auf etwa 93000 Dunam per Ende 56S3, d. i. um etwa 25 ״» angewachsen. Per Ende 5681 ist sie attf 118000 Dunam gekommen, d. i. eine weitere Steigerung um etwa 50 ״/o im Vergleich mit dem Jahre 563S und fast eine Verdoppelung im Vergleich mit dem Jahre 5682 (1922). , Im Jahre 5683 sind folgende Böden in den Besitz des K.K. übergegangen: Tel-Adas 5000 Dunam Djindjar ״ 4473 Kurts (• ״ 4000 Chitiin ״ 2000 Rub-cl-Nasra 1974 Merchavvja ״ 1250 Kfar-Mlal (Ein Chajj 1030 Ataroth (Kalcndia) ״ 374 Außerdem wurden städtische Ländereien in Xaifa Ausmaß von zirka 115 000 Quadrat-Pik und fm Jahre 5654 in Jerusalem der Baden Arnos im Ausmaß von zirka 74000 Quadrat-Pik erworben. Im Jahre 5634 ist eine ganz bedeutende Vergrößerung des ländlichen Bodenbesitzes von über 50000 Dunam zu ver* zeichnen. Es sei aber ausdrücklich betont, daß der größte Teil der In diesem Jahre erworbenen Böden infolge verschiedener juridischer Schwierigkeiten noch nicht auf den Namen des K. K. übertragen wurde. Dies wird erst im folgenden Jahr geschehen. Die größte Fläche stellt der neue Erwerb im Emek dar, und zwar: Böden, an Nahalal anschließend, In drei zusammenhängenden Komplexen 30 000 Dunam Böden bei D.indjar 4—4 500 ״ Ferner wurden erworben: Zwecks Vergrößerung des Nuris-Geländcs 6000 Dunam ' ״ ״ von Tel-Adas '3500 bei Ness-Zionah 2000 ״ ״ Gederah ״ 1400 ־ ״ Kfar-Mlal 940 ״ Jadjur-Zukauf S00 ״ bei Petach-Tilcwah 800 ״ in Tireh 500 ״ in Rechoboth 100 ״ und sonstige kleinere Zukäufe. Diese fast bis zur Verdoppelung reichende Vergrößerung des K. K.-Besitzes konnte nur mit Aufwand sehr großer Mittel durchgeführt werden. Da das vorhandene Geld nicht ausreichtc, mußten die Zahlungen für die gekauften Böden auf mehrere Jahre verteilt werden. Außer den zirka £ 185.030, die für Bodenerwerta (ohne Amdioration) in der Berichts« Periode in bar verausgabt wurden, ist der K.K. Verpflieh• *) Die Fläche, die bei Erwerb de? Bodens den Arabern überlassen wurde und die sie vereinbarungsgemäß später verließen. Erwerbungen fler Jüdischen Nalkmalbibliolhek in Jerusalem Das Manuskript von Bruchs ״K 01 Nid r c״., Mr. Boswc 11 aus London schenkte der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem das Original• mamiskrint des Klavterauszugs von Max Bruchs berühmtem Adagio für Violin-Ccllo ״Koi-Nidre“ (op. 47). Der Klavierauszug ist im ganzen von Max Bruchs eigener Hand geschrieben und trägt die Widmung ״Seiner lieben kleinen Freundin Alice Rensburg zum Geburtstag 1850". Alice Rensbürg war die Frau des Spenders, Mr. Boswcll. Am Schluß des Manuskriptes stehen die Worte ״beendigt im September 1880, leider in Liverpool". Die Worte ״leider in“ hat Bruch ausgestrichen. Bruch war zur Zeit der Komposition Dirigent der philharmonischen Gesellschaft in Liverpool. Spende des Britischen Museums. ׳ Das Britische Museum übersandte der Jüdischen Natfonalbibüothck in Jerusalem das Verzeichnis der von 1016 bis 1920 rin Britischen ׳Museum eingcrcihten Bücher. Dieser Katalog enthält auch die i!m .Aufträge der Verwaltung des Britischen Museums angefertigte große Bibliographie der'Weltkricgsntcratur. Gleichzeitig übersandte das Britische Museum das Werk ״Facswnüia der Bibel“, herausgegeben von Sir Kenyon. Hebräische Scbriilsleller in Erez*Israel ln .einer jüngst in Jerusalem abgehaltenen Konferenz gab der Schriftsteller S. T s c 11 e r n o w i t z interessantes statistisc 11 es Material über die gegenwärtig im Lande lebenden hebräischen Schritistdlcr bekannt Laut der vor vier Jahren vom Verband der Ikrufsschriftstcllcr zusammen, gestellten Statistik befanden .sich damals in Palästina insgesamt 167 hebräische Schriftsteller, und zwar 67 in Jerusalem, 82 in Tel-Aviv, und 18 in den übrigen Ortschaften. etwa 20 befinden siel! gegenwärtig jm Ausland, einige sind re- Sterben. Im Laufe der letzten vier Jahre kam wieder eine Anzahl hebräischer Schriftsteller ins Land und die jüngste nicht vollkommene Statistik weist .100 hebräische Schriftsteller aus. Es sind 98 Publizisten, 40 Dichter und Belletristen, 20 Journalisten und 32 wissenschaftliche Schriftsteller. Von den Wissenschaftlern leben die meisten in Jerusalem und ein Kleiner Teil in Tel-Aviv, 27 von allen hebräischen Schriftstellern leben von der Feder, — die übrigen sind als Lehrer, Beamte usw. tätig. Tsclicrnowitz stellte am Sci11nr.se seines Referates fest, daß gegenwärtig in Erez Israel allein ungefähr so viele hebräische Schriftsteller leben, als in allen G a 1111 h 1 ä n d e r n z 11 s a 111 m e n g e n o in - m c 11, Die 1nitgclei!tc!1 Ziffern zeigen, daß die Entwicklung Erez-lsraels zum Zentrum des hebräischen Schrifttums in stetigem Aufstieg ist. Büdierscliaa Sdiir-liaschirim, nach dem handgcsc.hriehc.ncn und illustrierteil Original des Sch. 1/11 b i n reproduziert. Argonautenverlag G. m. b. H., Berlin W 57. 1921, Preis 7 M. (in Pcrgame.ntimitation), IO M. (in Reinleinen). Den vielen bibliophilen Ausgaben des Schir-hasrhirim gesellt sich diese von Sch. Rubin besorgte, in Sechsfarbcitdruck nusgcfiihrtc, mit Vignetten, Initialen und Mim'atuien versehene. Sicherlich eignet sich das Hohe Lied wie kein anderes Denkmal hebräischer Dichtung für Prachla-isgaben, um jedes jüdische 1 laus, in dem noch vor einer Generatiou eine hebräische Päbli >thck zu finden war, zu veranlassen, _ auch hebräische Bücher als unumgängliche Not- Wendigkeit und als Zierde zu empfinden. Die vorliegende Ausgabe sie ist die billigste von allen 1anderen in der letzten Zeit erschienenen Ausgaben des 1 lohen Liedes — scheint als I Inuptzvvcck, die Wirdereroherung des indischen Hauses für das hebräische Buch, zu verfolgen. Die Erreic-huncr dieses Zieles sei ihr hiermit gewünscht, um so mehr, als das Buch äußerst gefällig ist und sich für Geselienkzwec.ke zu Chanukkah und zu anderen Gelegenheiten sehr gut eignet. Max ßccr,Das England dar Gegenwart. Verlag für Sozial- Wissenschaft, Berlin SW68, 1021. ■Preis 1.59 M. ■ Für jeden, der sich über die Probleme Nochkriegs-Eng- Lands informieren will, bietet das Büchlein des bekannten sozialistischen Publizisten eine ausgezeichnete Einführung. Mit großer Scharfe werden hier die tragen formuliert, von deren 1 öisuiig die Zukunft des Imperiums nlshängt. leckr an zioiii'41 ־eher Pohlik. die 50 enge mit England y.-rbnedtn ist, lntcrr ssierte, sollt״ das Buch lesen, .d,1s .durch *eine konkrete und populäre Darstcllungswcisc leicht verständlich' ist. Felix Plnncr. (Frank Faßland.) Deutsche Wirtschaftsführer. Verlag der Welthütine, Charlottcnburg 1924. Diese Reihe von Charakterköpfen der deutschen Wirt• schaft, scharf gesehen und fesselnd dargesfellt, gibt ein lebendigeres Bild der deutschen Geschichte des letzten halben Jahrhunderts als manche Geschichtsschreibung vermöchte. Pinner ist nicht mir ein erstaunlich genauer Kenner der Materie, er hat auch Geist und soziales Gefühl und steht daher den meisten seiner Helden, bei aller Schätzung ihres Werkes, kritisch und mit menschlicher Distanz gegenüber. Unter den Persönlichkeiten, die Pinner vorfülirt, sind ■ eine Reihe interessanter Juden, vor allem Walter Rathcna i, Belli!’, Max Warbt!rg, Oscar Tictz, Castiglioni, Her/feld, Petschck, Eugen Landau, Felix Deutsch usw. Aber auch zur Charak• tcristik mancher Antisemiten und zur Erkenntnis der (de׳' Juden zugcschobcncn) wahren Nutznießer der Inflation bietet das Buch eine Fülle sachlichen Materials. Schade, daß es nullt besser gedruckt ist. Ein Pendant zu Pinner« deutschen Wirtscliaftsfiihrcrn bildet eine Broschüre ״Weltdiktntor Morgan“ von Versatus (Hoffmann ft Campe, Verlag, Hamburg), die einen Einblick in die Entstehung unermeßlichen amerikanischen Finanzkapitals gibt, das heute die Erde beherrscht. •t. Wilhelm Jerusalem, Gedanken und Denker. Neue Folge der gesammelten Aufsätze. Wien 1925, Verlag Wilhelm Brau• miillcr. Die Söhne des vor mehr als einem Jahre verstorbenen Wiener Philosophen gehen hier, außer einer Reihe schon früher in Zeitschriften' gedruckter Aufsätze philosophischen Inhalts,. zwei Snpdrrgaben: Eine Selbs’bbgranirif Jrrura'cms imd eine vollständige, 205 Nummern umfassende ßibir graphn*• trusalem stammte aus einem kleinen böhmischen Darf und ernte frühzeitig Bihei und Hebräisch. Sein Va .er wünschte, er solle ״;*ehfiftgelehrter“ werden. Wie Schicksal und geistige Veranlagung 'ihn an-dcsc Wege führten, berichtet Wilhelm hier selbst. Er ist ab״r doch bis zu seinem Tode ein treuer Jude gchlicbcn, der den grollen Knlturwert des }ndeiitunis pries und auf seine Erneuerung vertraute. Jerusalemer Oper, Dieser Tage wurde in der Jerusalemer Oper zum, ersten Male ״Aida“ mit hebräischem Text autje* führt. Die Vorstellung war ein großer Erfolg.