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Jüdische Rundschau · 1924-12-05 · Heft 97 (5.12.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 97 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 97 IU E DI S C H E RUNDSCHAU Seile 605 1 | Misraehi uad ArbclterorflanlsaUon jt/o n unserem palästinensischen Korrespon• 1 ei c n t c n. 11, b, J c rusa I e m 26. November 1021, Die lef/tr Woche brachte rin Ereignis, welches für die;nnerc *I mlslipchc Politik; für das Kräfteverhältnis der Par*;eie« und vielleicht auch für deren innere Entwicklung von ziemlicher Bedeutung werden kann. Die Otgmrisalirm der וזו i s r a c h i s t i s c h e n Arbeiter ״Hnpoe.l Ha misraehi“ hat h1c*d!I0ssen, sich der allgemeinen Arbeiter arg.5 nisition (Histadruih H.iklalith) anzuscblicßen. Inner-;!!«alb der. palästinensischen Misraehi gab es bis jetzt drei Uniipiriehtungcn. Neben der allgemein bürgerlichen Gruppe; existiert der ״Misraehi Haz.iir“, eine Organisation, welche;;um großen Teile ans geborenen l’.iläslincnM-tn, tiaupi.s.khlirli Jcrnralcnierri, bestellt, und der ״Hapoel I famisiachi", 1 ine Organisation von orthodoxe.1 Arbeitern, die in den I letzte״ Jahren hauptsächlich aus Polen cingevvandcrt waren, pic Beziehung zwischen der allgemeinen Arbeiter-Organisation und den niisrachistischcn Arbeitern war oinc Zeit lang sehr ״*«l'.mni. Im Sommer |02i führte der Kampf um die Arbeit ווי tinein I inndgemenge ,'wischen den Angehörigen der beiden Parteien in Tcl-Aviv, in welches auch die irische Polizei (ingriff und «in/cliic Arbeiter wurden ,11׳ einer Woche Arrest verurteilt. Hie Ereignisse fanden damals ein lebhaftes Echo auf dem Zionistenkongreß. Pie separate Organisation der imsrachistisclieii Arbeiter halte zur f olge, daß auch die rein wohlfuhrtsgctnäßcn Einrichtungen der Arbeiterschaft, Krankenkasse usw., getrennt und doppelt arbeiteten. Nunmehr hat die Konferenz der misrachistischcn Arbeiter, die in Pctach Tikwali stattfund, ihren Anschluß an die nllgcmeine Arbci;crorga11isntie»n beschlossen. Aus dem Verreich- Inis der Teilnehmer der Konferenz, wie cs die Presse veröffenthrht, gellt hervor, daß der Organisation eine nicht geringe Anzahl von Gruppen angehört. Außer den städtischen Ar• fnitern aus Jerusalem, Tel-Aviv, Haifa usw. waren Vertreter der landwirtschaftlichen Gruppen ״Schmuel" ,,Reines'', ״Jetiuds H.alrvi", ״Chat.am hapher“, ,,Maklnei“, ,.Na/iw" ,,Zwi“, ״Tikvvah“, ,,Chawazeleth I lascliaron" und Vertreter der Arbeitersiedlungen ״Chitin1' und ״Kfar Uria“ anwesend. ׳ Manche dieser Gruppen haben den Ruf vorzüglicher Arbeiter. Die Konferenz beschloß, daß «3er Hapocl Hamisrnclii als Fraktion in die allgemeine Arbeiterorganisation cintritt. Per Beschluß lautet: ,,Die Konferenz sicht in der Einigung aller jüdischen .arbeitenden Kräfte die Grundlage für den Aulbau des Landes und für das Bestehen und die Sicherung der Arbeiter und beschließt di-sh.alb die Vereinigung. Die Konferenz beschließt ihre Teilnahme an allen Institutionen der allgemeinen Arbeilcrorganisaiion." Die Resolution wendet sich gleichzeitig an «iic allgemeine Arbeiterorganisation mit dem Ersuchen, die Entweihung des Sabbat in den Institutionen und Versammlungen hintanzuhaltcn und alle Angelegenheiten der Kaschmtl) dort wo sich religiöse Arbeiter befinden, der I Leitung derselben zu übergeben oder für sic besondere lnstiüdioncn cinziiricbtcn. Die Stellung der neuoricntierleii Fraktion zum Misraehi wird .aus den Beschlüssen nicht klar. Jedenfalls scheint innerhalb des Hapocl llatnisraclii der Wunsch vorzuherrsclicii, auch weiterhin in Verbindung mit «fein Misraehi zu bleiben. Insbesondere beschloß die Konferenz auch weiterhin den Schekel des Alisrachi zu nehmen und sich an den Konferenzen des Misraehi zu beteiligen. Innerhalb der jetzigen Organis.ition der Arbeiterschaft ist hierzu allerdings die formelle Möglichkeit gegeben. Doch bestehen - Innerhalb der Arbeiterre'mft starke Strömungen, welche auf die Schaffung eines ctgrnen ״Schekel H.iawfdah“ hinarbeiten, der <*4 der Uistad'Uth ermöglichen wurde, auf dem Kongreß als besondere Organisation zu erscheinen. Falls sich diese Tendenz innerhalb der Histadmlh durchsetzen sollte, wird die Misraehi- Fraktion ihre Beschlüsse revidieren müssen. Andererseits scheint der Misraehi den Hapocl Himisrachi vor ein Entweder Oder stellen zu wollen. Umnittclhar nach dem Beschluß in Pctacli-Tikvvah verließen einige Dissidenten die Beratungen und gründeten eine neue Organisation misraehi- Mischer Arbeiter. Der ״Haior״, das offizielle Organ des Misraehi, erklärt in einem ,,Reinigung des Ingers‘‘ überschriehcncn Artikel, daß der Misraehi nur diese ncugegnmdetc Organisation als niisrnciüstisch anerkenne und daß cs einem Mitglieds dieser Organisation verboten sei, der allgemeinen Arbeiterorganisation anztigehorcn. Welchen Einfluß die neue Fraktion innerhalb der allgemeinen Arbeiterorganisation haben wird, ist noch nicht ab- Zusehen. Ein Publizist, wie Rabbi Benjamin, der mit seinem Herzen dem traditionellen Judentum so nahe steht «de der Arbeiterschaft, glaubt sagen zu können, der Beschluß des Eia hebräischer Bibel-Alias Keine programmatische und ideologische Formel kann uns über die Tatsache hinwogt,וuscheit, daß die Assimilation immer weiter fort.schreitei, heute besonders in den Ländern Osteuropas, da sie durch innere Ursachen, geistige Kräfte, ן durch die Wirklichkeit des Lebens gefördert wird. Zwar Ikanu die Assimilation niemals eine Lösung der Judenfrage Min, dazu sind die Hindernisse zu groß, aber sie genügt gerade, um die Juden frage noch mehr zu komplizieren, indem sic den jüdischen Massen den Saft der jüdischen Lebenskraft aussaugt und jede Sammlung, Konzentrierung lebendigen Judentums zu schöpferischer Leistung erschwert. Denn die 'schöpferische Leistung der Wiedergeburt des Volkers kann ourch keine formale Organisation״ durch keine politischen Akte, ja nicht einmal (obwohl dies ein starkes Moment ist) | durch die Berührung mit Erez Israel allein vollbracht werden. Ix tut dazu not. eine Erlösung des jüdischen Geistes aus der f Erstarrung, eine Verknüpfung mit den Schöpfungen, in denen I er gewissermaßen objektiviert ist, ein Wiederfinden des Zu-!1 »nunienh.mges und «Irr Rchtuii״, Dies kann nur geschehen Cuirh «len r'ro/cß des Versenkrns in «Ke Urkräfte, «len j Huber in seiner Rede ״Chcruth“ der Jugend gewiesen hat. Aber bevor wir soweit kommen, heißt cs überhaupt erst die Brücke finden, den Anschluß licrdcl'.en, und dies ist für die heutige cnfjudetc Generation kein Leichtes mehr. Unserer Generation ist das jü«lischc Schrifttum entrückt. Gegen diese Tatsache helfen keine M.thnredcu und keine Anklagen. (Dies der Irrtum mancher religiöser Gruppen.) f Bas Interesse muß durch andere Mittel geweckt werden. ׳ Eür heutige Religionsunterricht vermag cs meist nicht. Er teigt ת teilt das Judentum als einen lebendigen Prozeß, dessen Glieder und Ausläufer wir sind; dessen unmittelbare Vorgeschichte sich gestern im Lande der Bibel ereignet haben fnag, dessen geistige Kämpfe und innere Gegensätzlichkeit i 'n uns Heutigen so wirkt wie in unseren uns so nahen Almen von vor 2000 Jahren. Der jüdische Unterricht ist aber in einer Welt, die an jüdischem Leben so arm Ist, das wich- %stc Instrument unseres nationalen Zurfickfindcns. Der Unterricht muß vor allem dk Bibel wieder zum Zentrum Hapocl ILiniisrachi bedeute, die Aufjdlnuzung der Fahne des traditionellen Judentums auf einer 1 cstuiig, die für verloren gehalten wurtfe. Für die Arbeiterschaft als Klasse bedeutet der Beschluß jedenfalls eine sehr beträchtliche Stärkung. Gtnfra!vm3mnt1unfl der i’lBC. Am 12. November «I. J, fand im Bür.) der PLDC (Palcstine Land Development Co.) die neunte Jahresversammlung der GesritechnH statt. S. van Vricslnud und S. Kaplnnsky nahmen als Vertreter der Zionistischen Organisation und des Keren Hajessod an der Versammlung teil. Dr. A. Gra• ח o v k k 5׳ vertrat den Ke ren Ka|emc(h, der die Mehrheit der Giünder-Aktien der PLDC besitzt. Dr, Arthur Ruppin, Governor der Gesellschaft, wurde zum Vfirsitzemlcii der Ver• Sammlung gewählt, ln seinem Bericht gab Dr, Thon, leiten- «!er Dlrcklor der Gesellschaft, Auskünfte zur Ergänzung des Jahresberichtes und der Bilanz, für «las Jahr 1023. Die angenommenen Beschlüsse enthalten einen Vorschlag des Herrn Bczalel Jaffe, die Aufmerksamkeit der zionistl.schcn. Palästina-Exekutive auf die mit der Boden- Spekulation in Palästina verbundenen Geiah re n hinzulenken, D־e Exekutive wird ersucht, Schritte zu utitcmchnicn, um diese Spekulation zu verhindern. Die Frage der Verteilung einer Dividende für «1,18 Jahr 1023 wurde auf Antrag Dr. Thons auf die nächste General- Versammlung, «Iic km Frühjahr 1025 stattfinden soll, verschoben. Auf Vorschlag des Herrn Kaplansky wurde die f.eiftmg der Gesellschaft ermächtigt, mch Beratung uml Zu- Stimmung der Inhaber der Gründeraktien, Keren Kajcmelh und Keren Hajessod, das Aktienkapital auf 100000 £ zu erhöben. In das Direktorium der Gesellschaft wurden gewühlt: J. L. Goldbcrg-Tel Awlw; Prof. O. Wa rbu rg• Berlin- Tel Awiw; Dr. Jacob Thon• Jerusalem•, Bczalel Jaffc• Tel Awiw; Charles P .־!* s tn a n ת - Jerusalem und Dr. A. Ruppin• Jerusalem. Jüdisch *arabfsdifr /iisamraca.iloß Jerusalem (J.T. A.) Am 28. November fand ein Zu• summenv.toß zwischen Juden und Arabern in Afufc statt. Ein Araber wurde durch einen Sc h ti ß getötet, zwei Araber und einige Juden trugen Verletzungen davon. Der Kampf entstand als Folge einer Auseinandersetzung zwisehen Juden und Arabern über das Eigentumsrecht auf ein Stück Land, das von Juden bearbeilct worden ist. Die Araber versuchten mit Gewalt, die Juden daran zu hindern, das Land zu pflügen. Sie cröffncten ein Steinbombardc• ment gegen die jüdischen Pflüger, wodurch diese in eine gefahrvolle Lage gerieten und zur NVaffc greifen mußten. Die Regierung hat nach einer genauen Untersuchung bekannt gegeben, daß «las Land, welches die Juden pflügen wollten, jüdischer Besitz, ist und dem amerikanischen ZI an Commonwealth gehört. D׳ic Regierung hat Schritte unfern-ommen, um die Rechte der Jurten auf dieses Land zu schützen. Die durch den Zwischenfall mit den Arabern unferbrochcnc Pflugarbeit soll sofort wieder aufgenommen werden. Die Untersuehim״ über <31* Sehießiffärc wird fortgeführt. F.s steht fest, daß nur ein Schuß abgegeben wurde, doch konnte der Täter nicht fcstgestellt werden. Von den neun im Zusammenhang mit dieser Affäre verhafteten Juden wurden am 30. November acht wieder auf freien'Fuß gesetzt. Obfrrabblncr AWba Glarner bei Derbert Samuel Herbert Samuel empfing am 30. November fm Reriertiiigsgcbändc den Oberrabbiner von Klaiis'nlr.irg, Akiba Glas n e r. Oberrabbiner Olasncr berichtete Herbert Samuel über das Leben der transsylvanischcn Juden und überbrachic ihm deren Grüße. Ohcrrabblner Olasncr ist der Sohn des früheren Klausen• biirger Oberrabbiners Moses Olasncr. des vor einigen Worhen in Palästina verstorbenen Misraclil-Ffihrcrs. Rabbi Akiba Olasncr ist auf die Nachricht vom Ableben seines Vaters nach Palästina geeilt. des Interesse* machen. Es Ist eine Erkenntnis moderner Pädagogik, daß richtig lebendig nur die Anschauung wirkt, nicht «le.r erstarrte Buchstabe. 111 Erez Israel bat die unmittelbare Kenntnis des Landes und seiner hlstorischen Stätten viel be.igctragen zimi Verständnis der Bibel. Aber an eigentlichen guten Lehrmitteln sind wir grenzenlos arm. Damm müssen wir mit großer Freude ein Buch begrüßen, das uns jetzt vom Verlag Dwir-Mikra (Bmlin) auf den Chatrukka-Tisdr gelegt wird. Es ist ein von Dr. M. Solo* weiezik zusninmcngcstclltcr Dikicratlas zu den Heiligen Schriften.') Dieses Buch fit ein Hilfshuch zum Verständnis der Bibel, das vielen Lesern große Dienste leisten wird. Das Werk, das sehr schön ausgestattet und sorgfällig gedruckt ist, enthält 130 Bildcrlafcln mit 602 Abbildungen. Die Reproduktion ist anßcrordcntlk'li gut. Dis Material ist in neun Abteilungen gegliedert: 1. Die Lantfxchaff, 2. Fauna und Flora, 3. Die Völker typen, 4. Oeschiehtsdenkmäler, 5. Maße, Ocwichtc und Mfinzeu, 6. Gebrauchsgcgcnstämlc, 7. Kultgcgcnstämlc, 8. Kunstwerke, 0, Schriftwcscn, Zu jeder Abteilung hat der Herausgeber eine erklärende Abhandlung geschrieben, die «ile Ergebnisse der archäologischen Forschungen zusammen faßt; in dem Text wird stets durch Marginalien rechts auf die einzelnen BiWer, links auf die betreffenden Bibelsfcllen verwiesen. Viele Begriffe der Bibel, die für den Leser nur Namen ohne jede konkreic Vorstellung waren, bekommen plötzlich ein sachliches Interesse. Die Erzählungen und Ge• s eh ich t sda rs i e llung cn werden aus dein Halbdunkel zwischen Literatur und Legende plötzlich ins helle Lieht der Wirklich• kelt genickt. Utes ist «ier Ort, an dem Moses slantl; diese grinsende Mumie ist der noch!reute vorhandene Rest des Pharao; hier sind die Geräte, die Streitwagen von Aschur; dort die falschen Heiligtümer, die Israels Könige zum Ab• fall verführten. Dies alles wirkt selbst auf den nicht Unbe• wanderlen geradezu mit überraschender Frische. Es regt die Phantasie an, bringt das Geschehen der Vorzeit uns selbst zum Greifen nahe. Dis Lesen der Bibel wird mit diesem Hilfsbuch für viele eine fesselnde Freude sein, und wenn •)שכיות ה ט גן ד א. אוצר חטוגוח לכתבי פודש ולסרטוניותיהם• Der kßnfüfle Obcrlommissir für Palästina London (J. T. A.). Die Mitteilung des ״Do a r 11avom“ über die bevorstehende Ernennung des Generalmajors Sir George Mac Munn zum Obcrkominlssar von Palästina wird von unterrichteten Kreisen als verfrüht bezeichnet. Es wird darauf hiiigcwlcscn, daß cs noch nicht einmal feststeht, ob nicht der Nachfolger Herbert Samuels wieder ein Jude sein wird. Ah eventueller Kandidat für den Posten des Obcrkomniirsars wird 11, a. Sir Philipp Sassoon genannt. Sir Philipp Sassoon ist konservativer Abgeordneter und augenblicklich als Unterstaalssekretär Mitglied des englischen Kabinetts. Seine Familie stammt aus dem Orient, die Familie Sassoon ist von Bagdad über Bombay nach England gekommen, Sir Philipp ist ein naher Ver* wandfer des Hauses Rothschild und man erinnert daran, daß die Balfmir-Deklaration seinerzeit an Lord Rothschild gerichtet worden ist. Im übrigen ist auch die Kandidatur Sir Philipp Sassoon* vorläufig über das Stadium der Ibiskussion nicht hlnausgckommen. (Wir verzeichnen diese von der Jta verbreitete Mehlung, ohne uns zu verhehlen, daß es sich lediglich um wenig begründete Kombinationen handelt. Red. ״J, R“) Die Bud(]ctdcbaUe Im Sejm Da« Uerlditlgrrag van Dr. Reich Wir erhalten folgende Zuschrift: Warszawa, am 24. November 1924. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nummer 91 Ihrer werten Zeitschrift vom 14. 11. d, J, wird im Berichte über meine letzte Sejmrede mit Nachdruck betont, daß ebenso die Regierungsparteien, als auch Minister- Präsident Grabski zu Beginn meiner Rede den Sejm ver* lassen haben. Die Darstellung ist durch weg s falsch. Die Sache verhält sich vielmehr so, daß mein unmittclbarer Vorrctlncr, der anderthalb Stunden sprach, die Zuhörer ermüdete, weshalb tatsächlich viele Abgeordnete zu An taug meiner Rede den Saal verließen, wobei jedoch andere! angrschene Parteiführer, um nur den Präsidenten des Klubs «kr ChristliehnationflU׳n Prof. l>n!\1״«>wic/, oder den gewesenen Finanzministcr Mlchalski zu nennen, auf ihren Plätzen verblieben und auch die anderen größtenteils im Laufe meiner Rede zurikkknrnen und m!fmerksam meinen Ausführungen bis zu Ende folgten!, Ebenso ging auch der Premier Orabskl zw.tr für eine kurze Weile hinaus, kehrte jedoch nach wenigen Minuten zurück und verblieb die ganze Zeit auf der Regicrungsbank neben dem Minister des Aeußern Skrzynski, Kutfisministcr Mikiaszewski und anderen Regierungsmitglietlern. Die Tatsache׳, daß der eine «xler andere Abgeordnete oder Minister bei der Rette eines Kiubrepräscntautcn persönlich anwesend ist 0«!cr sich mit eieren Inhalt erst an Hand des stenographischen Protokolls bekannt «nacht, ist für die IVliik je«l\ve«lcr Partei eigentlich belanglos. Da jedoch Uneiitgcwe htc aus der Tatsache der besonderen Hervorstreichung obigen — irrig angeführten — Umstandes in Ihrem Berichte zu irrigen Schlußfolgerungen gefangen könnten, erachte ich es für angemessen, den Tatbestand wahrheitsgemäß zu berichtigen. —, Empfangen Sie, sehr geehrter Herr Redakteur, die Ver- Sicherung meiner vorzüglichen Hochachtung nebst Zionsgrüßen, Ihr ergebener Dr. Leon Reich (Unsere Informationell waren der JTA eiiluommen, die! Quellenangabe ist versehentlich weggeblicbcn. Red. ״J, R.“> Im Warschauer Sejm fand die konstituierende Silzuni; «Ier zionistischen Fraktion statt, «Ile rieh im Rahmen des jü- «lisch«•!! Pnrlanientsklub laut Beschluß des Zcntralrats der polnischen zionistischen Organisation gebildet hat. Den Vor• sitz führte Deputierter Wygodski. An der Diskussion beteiligten sich Insbesondere die Senatoren Körner und B r a 11 d c , sowie die Deputierten Dr. Schipper und Hart• glas. Zunr Präsidenten der zionistischen Fraktion wurde Senator Rotcstrcicli, zum Vizepräsidenten Senator Körn e r gewählt. ׳!■ ׳.«■«•!. —...■«-• —... ״■«■!■<..ui—■■.״ן— ... "“!!!» einmal die Brücke geschlagen Ist, dann wird auch der Geist immer tiefer versinken in diesem ungeheuren, bodenlosen Brunnen der geistigen Verjüngung Israel*. Es wäre vielleicht zu wünschen gewesen, «laß der V«rlasser sich nicht darauf beschränkt hätte, das archäologische Material, das sorgf.illig aus einer Reihe wissenschaftlicher Werke (genaues Quelletiverzcichnis ist angefügt) »!!*gewählt Ist, nr-ammcnziistcilcn, sondern stärker auch das hcu'.ige Erez Israel berücksichtigt hätte. Z!m Teil l*t cs geschehen, es sind auch moderne ümdseliaftsphotographien, selbst Flirgeraufnahmen wlcdergegebrn. Aber es fehlt die unmittelbare Verbhuhrag der einander so nahen Vergangenheit und Gegenwart, «fas Ueberspringm «les Abgrundes. Das heutige jüdische Schaffen auf historischem Boden zu zeigen, würde auch die biblische Landschaft!!;»berbringen; das hcu'.lge Leben «les Fellachen in seiner malerischen Würde würde uns eine lebcnsvolle Anschauung unserer Ahnen geben, bis zurück zu den Erzvätern. Das Gefühl «les Uebergehens vom Gestern zun! Heute, das ohnehin schon durch ein Studium dieses Buche» erzeugt wird, wäre dadurch noch stärker, noch lebendiger geworden, Al!er vielleicht hat der Verfasser recht, wenn er meint, daß dtes nicht inehr zu schier Aufgabe gcjiöri hat. Dieser Bilderatlas ist eine verdienstvolle Tat. Fr ist nicht mir ein Lehrbuch für die Jugend und für «Iic Schulen, sondern auch ein Buch der Freude und der Bereicherung für Erwachsene. Unsere Schulen sollten da* Buch als Lehrbuch ciuführcn, ״trotzdem‘' der Text hebräisch ist. Es würde die Kenntnis de* Hebräischen fördern und dem Lehrer, dem wirklich sein OcgciisUnd am Herzen liegt, ein nützliches Hilfsmittel sein. In Erez Israel uml in den hebräischen Schulen des Galuth wird e» wohl ohnedies wann begrüßt werden. Aber nicht mir für die Schule, auch für das Haus ist e* bestimmt. Für die jungen und alten Menschen In Deutschland, die hebräisch lernen, die sich um jüdisches Schrifttum bemühen, die ihrem Volk näherkommen wollen. In der Tat, Ich kann mir kein besseres Channkka-Geschenk denken in diesem Jahre. Robert Welt»Ch.

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