Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 97 (5.12.1924)
- Date
- 1924-12-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 694 JUEDISCHE RUNDSCHAU liclier, unantisont irischer Parteien in die Wagschale m werfen Damit werden wir das unsere dazu beitragen, Oeutsrliln 11ds durch den antisemitischen Spuk der letzten Jahre befleckte Ehre \viederhcr׳״ustellcn. •> Die Nachricht über den nuittnaßlichen Nachfolger Sir Herbert Samuels auf dem Posten de.•־, Oberkoinmissärs für Palästina, die wir auf Grund der englischen Pressemeldungen mit allem Vorbehalt wiedergegeben haben, wird uns nunmehr aus informierten׳ Kreisen in London als völlig unbegründet bezeichnet. Wir haben schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachrieht aus dem ״Donr Hajoin“ stammt, tatsächlich wurde sic nbv.r von der pro Heu Londoner Presse und im An- Schluß daran von den wichtigsten Zeitungen des Kontinents gebracht. Ls ist begreiflich, daß die Frage, der Nachfolgerschaft Herbert Samuels das größte Interesse licrvorruft, insbesondere in zionistischen Kreisen. Man sollte aber dieses Interesse jucht zur Lancienmg' von unbegründeten ,Sensationsnachrichten mißbrauchen. Es besteht die Gefahr, daß betriebsame Journalisten jetzt darin wetteifern werden, jede Woche eine neue Kombination zum besten zu geben, und einen neuen Kandidaten zu entdecken. Dies ist ein bedauerlicher Unfug, durch den die ()Öffentlichkeit nur irrcgefiihrt wird. Wir müssen daher unsere Leser ermahnen, sich in Geduld zu fassen, bis cs möglich sein wird, etwas wirklich Antenrisches zu erfahren. Es mag sein, daß auch im Londoner Colonial Office die eine oder andere Kandidatur schon heute erwogen wird, niemand aber kann vorh ersehen, wie die Entscheidung zur gegebenen Zeit ausfallcn wird. Die jüdische öffentliche Meinung hat sich in der letzten Zeit bekanntlich warm für ein Verbleiben Herbert Samuols eingesetzt. Ob dies aber möglich sein wird, ist nicht vorherzusehen, heute jedenfalls beharrt der Oberkomnrissiir auf seiner Demission. Es Hißt sich auch nicht vorausscheu, welchen Einfluß die Entwicklung in Aegypten auf diese Ernennung haben wird und welche Absichten die konservative Regierung hat. Die Regierung ist verpflichtet, einen Mann auf den Posten zu stellen, der die volle Garantie für eine loyale Durchführung der im Mandate festgclegtcn Politik bietet. Wenn dieser Mann kein Judenfeind ist, — und einen solchen zu ernennen wäre eine unverständliche Herausforderung , dann wird er durch die Macht der Tatsachen in Palästina gezwungen sein, eine Verwaltung zu führen, die die kulturscliöpfcrische Arbeit des jüdischen Aufbaus fordert. Jeden objektiven Obcrkommissiir werden wir durch unsere Taten überzeugen können. Warten wir also ruhig ab, und arbeiten wir inzwischen unvermindert an unserem Werke. Es scheint, daß dem jüdischen Volk auf seinem Weg zu neuem Leben wieder der dunkle Feind gegenüberzulreten sich rüstet, mit dem wir schon manchen Kampf in der Geschichte auszufeehten hatten. Wenn man die Flugschriften, die Verleumdungen und Beschul, digungen liest, die von katholischer Seite gegen den Zionismus geschleudert werden, so glaubt man sich in die Zeiten des Mittelalters und der Inquisition zurückversetzt. Wir sträuben ums dagegen, zu glauben, daß die offiziellen Instanzen der katholischen Kirche für diese Hetze verantwortlich sind. Aber es ist immerhin verdächtig, daß die dem Vatikan nahestehende Presse aller Länder, besonders aber Italiens, in der letzten Zeit in zunehmendem Maße offenbar inspirierte Artikel dieser Art bringt. Um dieser Agitation ein moralisches Mäntelchen umzuhängen, wird erklärt, daß die Juden nach Palästina Zuchtlosigkeit und Unmoral bringen, daß sie das Heilige Land schänden, die heiligen Stätten der Christenheit bedrohen und die christliche Religion verspotten. Verleumdungen können erfahrungsgemäß nicht unsinnig genug sein, um nicht in den bigotten Massen, aber scheinbar auch höher hinauf gläubige Ohren zu finden. Daß clie Juden tatsächlich durch ihre ehrliche Arbeit, durch echten Idealismus und Liebe zum Lande das menschliche Niveau in dem verwahrlosten Lande gehoben haben, daß in Palästina bisher gottlob noch sehr wenig von dem Lcvantinisruus zu merken ist, den die christlichen Nationen Europas in die anderen Länder des Orients cingcschlcppt haben, daß Palästina bisher frei ist von dem scheußlichen Lasterpfuhl der Europäer-Vierte! der ägyptischen oder türkischen Hauptstiidte, dies alles wird ebensowenig anerkannt, als die Tatsache, daß die Juden sich noch niemals um die heiligen Stätten der Chrsitcnhcit gekümmert haben, sondern es den rivalisierenden christlichen Sekten überlassen, an diesen Stätten das traurige Schauspiel kleinlieber Streitsucht zu bieten. Der Lessingsche Patriarch, dessen Ceterum ccnsco in der Devise besteht ״Der Jude wird verbrannt“, ist bekanntlich■ den Argumenten der Tatsachen nicht zugänglich. Man fabriziert schon die nötigen Unterlagen. Der offene Brief, den ein Haifaer christliches Blatt an den Papst gerichtet hat, und der offenbar ebenso wie der Prozeß gegen den ״Doar Hajom“ dazu mithelfen soll, die katholische Stimmung gegen Judentum und Zionismus gerade vor der Sitzung des Völkerbundsrates aufzupeitschen, Ist der Gipfel der Heuchelei. Ls heißt darin, der Islam habe durch Jahrhunderte seine Aufgabe darin gesehen, die heiligen Stätten als Treuhänder der Christenheit zu bewachen. Will man durch solche, lächerliche Gcschichtsfäiseluing die Einheit zwischen christlichen und moslemischen Arabern zustande bringen? Wir sind überzeugt, daß anständige Araber von solcher Kampfcswcisc ׳ ebenso ab rücken werden wie anständige Christen, Wir leben nicht mehr in der Zeit der Krcuzziig« und der Autodahfs, obwohl gewisse Mächte manchmal jene Zeiten znrücknifeu möchten. Es gibt eine öffentliche Meinung des aufgeklärten zivilisierten Europa, und an diese inl'tsscn wir appellieren. Der Zionismus ist nicht nur für das Judentum die Rettung, sondern auch für die Christenheit der einzige Weg, die Schmach• der Jahrhunderte, die sic durch Judenmord und Judcnbcdrückung auf sich geladen hat, wieder gutzumaclicn. Daß erleuchtete Christliehe Staatsmänner dies jn unserer Zeit erkannt haben, gibt uns die Hoffnung, daß die feindliche Agitation im 20. Jahrhundert Ins Leere schlagen wird. Der Anschluß der mlsrachlstischen Arbeiter an die allgemeine Arbeiterorganisation, über die unser palästinensischer Korrespondent heute berichtet, entspricht dein Wunsche, den wir an dieser Stelle vor eineinhalb Jahren anläßlich des bedauerlichen Zusammenstoßes in Tel-Awiw ausgesprochen habet!*). Wir sagten damals, daß die religiöse Ueberzeugung kein Kriterium bildet, eins eine Trennung eines rein wirtschaftlichen Verbandes in zwei einander feindliche, auf dem Arbeitsmarkte konkurrierende Gruppen rechtfertigen würde. Die Nachteile einer solchen Spaltung mußten sich bald für beide Teile ergeben. Der Kon- Slikt, der immer wieder entstand, hatte nicht das gcringste mit Religion zu tun, sondern betraf Fragen der Arbeit und der Wirtschaft, wie sic sich immer ergeben müssen, wenn ein Teil der Arbeiter sich abseits von der Gewerkschaft, unabhängig von deren Grundsätzen, organisiert. Es wäre äußerst bedauerlich, wenn der Misrachl diese ganz unpolitische Tatsache nicht einsähe, denn cs müßte dann den Anschein gewinnen, als ob der Misrachl seine Arbeitergruppe als politisches Instrument gebrauchen wollte. Wir halten cs für durchaus möglich und wünschenswert, daß die Einheit Innerhalb des Misrachl in allen religiösen Fragen bestehen bleibt, aber wir würden nicht begreifen, wenn der Misrachi der selbstverständlichen Forderung einer gcwerkscliaftlichcn Organisation der Arbeiter Schwierigkeiten machte. Was die religiösen Forderungen betrifft, so ist ihnen wohl durch *len jetzt beschriitencn Weg weit besser gedient als durch gegenseitige Herabsetzung. •Denn die Arbeiterorganisation, die in einer Resolution die neuen Genossen bereits freudig begrüßt hat, wird sicherlich alles tun, um auf diesem Bestandteil Rücksicht zu nehmen. Nicht nur wird Autonomie in kulturellen fragen ihnen zugesichert, auch die übrige Arbeiterschaft wird durch die freundschaftliche Verbindung mit den religiösen Arbeitern bewogen werden, mehr Takt und Verständnis in religiösen Dingen zu zeigen. Mit diesem Resultat sollte auch der Misrachi zufrieden sein. ♦ . In einer Sitzung, die in Jerusalem, anläßlich der Anwesenheit von Lauts Eipsky stattfand und sich vor allem mit der Frage der Anteilnahme des Waad Lcumi an den Arbeiten der Exekutive in Palästina befaßte, wurde unter den Abgelegenheiten, die beide Körperschäften beschäftigen sollten, auch auf eine Erscheinung hingewiesen, die in Palästina um sich greift und weite Kreise mit Besorgnis erfüllt. Es handelt sich um die Bodenspekulation, die seit den größeren Bodenkaufen gewisser Privatgesellschaften immer mehr einreißt und geradezu zu einem Propagandamittel geworden ist. Der Mann, der am schärfsten gegen diese Gefahr auftrat, war nicht etwa ein sozialistischer Schwärmer, sondern der Bürgermeister von Tel-Awlw, Herr Djzengoff, dessen Wort wohl in bürgerlichen Kreisen ein aufmerksames Ohr finden wird. Er ist nicht der erste, der diese Klage ausspriclit, und es wird an der Zeit, die Aufmerksamkeit der großen zionistischen Oeffentlichkeit darauf zu lenken. Es ist richtig׳■, daß leider der Nationalfondr, heute nicht über genügende Mittel verfügt, um allen käuflichen Boden im Lande zu erwerben. Alle Kräfte müssen eingesetzt werden, um dem Nationalfonds dazu zu verhelfen, und wir registrieren mit Befriedigung die Tatsache seiner in letzter Zeit wachsenden Einnahmen. Aber heute ist der Nationalfonds nicht mehr die führende Macht der jüdischen Bodenpolitik. In der letzten Zeit haben private BodcnkaufsgcselLschaftcn eine groß angelegte Tätigkeit entfaltet und es ist ihnen gelungen, auch innerhalb des sonst geschlossenen Nationalfonds-Gcbiclcs Bcnlonstückc zu erwerben. Im Auslände wird eine Propaganda geführt, die durch weit übertriebene geschäftliche Versprechungen Käufer anloekt Die wilde Spekulation erstreckt sielt auf alle Teile des Landes und beginnt eine ernste Gefahr nicht nur für den sozialen Charakter des Aufbaus, sondern für das Aufbauwerk selber zu werden. Wir teilen durchaus die Ansicht, daß die zuständigen zionistischen Instanzen cinschrciten müssen. Es soll keine Tätigkeit behindert werden, die!111 Interesse eines jüdischen Palästina liegt, aber die Zionistische Organisation kann moralisch die Verantwortung nicht tragen für private, keiner Kontrolle unterliegende Aktionen und sie muß mit Entschiedenheit fordern, daß ihr eine Kontrolle über die gesamte Bodenkaufspolitik, soweit sie von Zionisten organisiert wird, zustellt. Wir sind überzeugt, daß bei entsprechend energischem Auftreten die moralische Macht der Organisation ausreicht, um diese Forderung durchzusetzen. . AsqnUli 11» lallenrli In Begleitung der Herren Kal wariaki und Judge Roscnblatt bcMicljte A 8 q u 11 h die von amerikanischen Zionisten begründete Kolonie Dalfouria. Asqulth drückte nach Besichtigung der Kolonie seine Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. ’) S• ״J• R “ Nr. S3/S4 vorn 28. Scptembur 1023• Nr. 97 i3rI213sina in Rom Rom. (J.T. A.) Der lateinische Patriarch von Jcru*,1;em Monsignore Bar lassin a ist am 2<>. November In g5r1J eingetroffen, um im Vatikan Vorstellungen gegen die r i0. nis tische Arbeit ln Palästina, die er als Cjltj Gefahr für die kalhohsclie Kirlic im Heiligen Lande ansiilit zu erheben. Barlassina wurde noch am Tage seiner Ankunft Im Vatikan empfangen, Er hatte dort eine längere Unter, redung mit Kardinal Gaspari, dem er *inen au.slnliriicl!?״ Bericht über die Lage in Palästina erstattete. Sp.üer wurde er vom Papst In geheimer Audienz empfangen. Bekanntlich־ aleht die Ankunft des Patriarchen mit der Tagung des Volk״ bundsrats im Zusammenhang. In den Kreisen des Vatikans spricht man sich über die jetzige Rom-Reise Barlassinas wie überhaupt über seine P0|j. tik. mit einer gewissen Skepsis aus. Man ist in den kntho"!׳selten Sphären der Meinung, daß manche Schritte B,1rl,1siüm' und vielleicht auch seine Jetzige Reise, der katholischen Sache in Palästina eher schaden als n i, t, " kö n n e n. Mnn weist darauf hin, daß die Sorgen um Palästina statt zu schwinden, in der letzten Zeit immer dükkend״ wurden. Oegcnuber der im steten Wachsen begriffenen ,!״. mstischcn Organisation, die in Palästina eine privilegierte Stellung einnimmt, vermindere sich der Einfluß des Ka'iholi /ismus; andererseits wird der Katholizismus zur Aktion auf" gerufen angesichts der protestantisch-orthodoxen Brwcmin׳»' die eine gemeinsame Front ansirebt. Dadurch ge rät1 die Frage Palästinas cinigertnallcn in den Hintergrund Der Katholizismus durchlebt im Lande Christi eine schwere Periode Ls wäre darum zu wünschen, daß die katholische Autorität dieses Landes, das den Katholiken so teuer ist. dem Pontifikat mit klaren und exakten Worten die wirkliche La״e miscinandcrsctzt. * Der OSene Brief an den Papst Der von uns bereit» kürzlich erwähnte Offene Brief an den Papst, den die Haifaer christlich-arabische Zei• tung: ״El Karmel" veröffentlicht hat, beginnt mit der Beschwörung des Patriarchen Bartassina, den Wortlaut dem Papst zu übermitteln, und sagt dann: ״An Seine Heiligkeit, den Papst! Ohne Zweifel ist Eurer Heiligkeit der Rechenschaftsbericht, den der Ohcrkommissar der permanenten Mandatskommission im Völkerbund unterbreitet hat, bekannt. In diesem Bericht wird gesagt, daß die Zahl der zionistischen Einwanderer in’ Palastin.1 während der vier Jahre der bürgerlichen Rcgicung im Lande auf 40 000 gestiegen ist. Nimmt nun Eure Heiligkeit in Betracht, daß der größte Teil dieser Einwanderer, junge Männer und Frauen, im Alter der Reife und der vollen Kraft stehen, so werden Sie sie wie 120 000 oder den sechsten Teil der Bevölkerung Palästinas einschätzen. Diese Zahl der Einwanderer schließt nicht jene Juden ein, die schon voa früher her im Lande waren und deren überwiegende Mehrheit Zionisten geworden sind. Die Eimvamkrungsbewegung! Ist damit nicht zu Ende, sondern steigt von Monat zu ״Monat. Oklclii diese organisierte Bewegung nicht jener Henne, die nach den Worten Jesus ihre Küchlein unter ihren Flügeln sammelt? Tut das Christentum dasselbe? Nein. Und warum nicht? Ich muß noch hinzufügen, daß ln denselben verflossenen vier Jahren nicht weniger äs 10000 junge Menschen von den wahren Söhnen des Landes, zumeist Christen, aus P a 1 ä - stina ausgewandert sind. Dies beweist, wie leicht die Einwanderung nach Palästina ,gemacht wird, um es für :die Zionisten geeignet zu machen, und Ist ein Beweis für die Unterdrückung der Araber, damit sie Palästina vcrlasscm und das alles sehr entsprechend dem 3 2 des Mandafs. Dazu kommen noch die Schwierigkeiten, die den Sühnen Palästinas ln Amerika, Brasilien und anderen fremden Ländern bereitet werden, und Eure Heiligkeit wird erkenne», wie sehr die zionistischen Führer darauf bedacht sind, das Judentum zu erhalten und zu stärken, und wie sehr die Führer des Christentums dessen Söhne in allen Ländern vernachlässigen. Palästina wird in aller Elle zum jüdischen La na umgcwandclt, nachdem Jesus und seine Schüler sowie deren Schüler es zu einem christlichen Lande gestaltet hatten. Auch die muselmännischen Araber wachten über das Land als über ein von Ihnen für die Christen verwahr• tes Gut von der Zeit Omars al Fantk bi* zur Zeit des Patriarchen Sapronius. Wo sind denn eigentlich die Führer des Christentums in der ganzen Welt? Werden sie denn gar nicht aufgerüttelt von dem Geschrei der Zionisten, die aüe Anstrengungen machen, die zerstreuten luden in Palästina zu sammeln und dieses zu einem indischen Staat um zu ecst,־dien? Erregt sie auch nicht die Zerstreuung der Christen oder fühlen sie in sich auch nur einen Teil der Kraft, die die Führer der Zionisten erfüllt? Die Zionisten vertrauen auf ihre Kraft, die Kraft von 15 Millionen Juden. Sie wollen 70 bis 80 Millionen Pfund zur Verwirklichung ihrer Träume zusammenbringen, und das Christentum hat nicht die Macht, eine Bank oder eine Gesellschaft mit einem Fonds von zwei Millionen Pfund, die von ‘)00 Millionen Christen aufgebracht werden sollen, Ins Leben zu rufen? Vielleicht ist mit dem Ein• tritt des 20. Jahrhunderts das Christentum altersschwach geworden, und da cs nicht mehr die Macht besitzt, das ihm überantwortete Gut zu behüten, stand das Judentum auf und verjüngte sich nacli viertausend Jahren, um dem ־Christentum sein Zentrum, das von den Muselmanncn bewacht wird, zu entreißen. Das christliche Palästina ist auf dem besten Wege, jüdisch zu werden. Kann Eure Heiligkeit so etwas dulden und ertrage״, daß in der Zeit, wo Sie die das Christentum vereinigende Kirche bewachen, dem Christentum entrissen werde, was der Isnon mehrere Zeitalter hindurch für das Christentum behütet hat? (! Red. ״J. R.״). Darf Eure Heiligkeit das christliche Heiligtum verloren gehen lasten, wahrend doch dem Ua. glück durch die Gründung einer Bank oder Ge• Seilschaft mit einem Kapital von bloß z״׳i Millionen Pfund vorgebeugt werden könnte? Was werden die kommenden Geschlechter von uns sagen? Up'1־ vermag es vorher zu sagen, welche Umwälzungen und Un• ruhen die Sache noch Im Gefolge haben wird? Die Residenz des Papstes ist ln Rom, •aber das Fundament und die Säulen des Christentums sind In Pari• stina. Wird dieses Fundament zerstört, stürzt der päpstliehe Thron zusammen, fallen auch die auf ihm Sitzenden und zerfällt auch die Kirche. Gerade jetzt sind wir Zeugen des großen Unglücks, das die orthodoxe Kirche in Rußland durch Zerstörung Ihre» kaiserlichen Papsfcs «rellt hat.“ Auf wessen Mist wohl dieser ״Offene Brief“ gewachsen sein mag?l Central Bellet für öle earopSlscheu JcscHwolh New-York {J.T. A.). Das Central Relief hat 52.12/ Dollar zur Deckung des Budgets der Jeschhvoth und Talmud• Toralt-Sclmlcn für den Monat November |n verschiedenen Län* dern Europa»,und in Palästina überwiesen. ז יז v 0: { lnn< teie zier m i bcs< nii hall Hai f xit | zun )er ein• letz Die und ״es 7U Pa( t in; ver auf mi« reit Kr! die me nis lief An bei de( hu( 7» ׳4י* det M « un <״» 04 du ka sei ge Ml סיס Ju ׳mS au AI dt 14 El er sa Cil B AI n« hc G At D D zc G יד׳ m in v< ci 8 I