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Jüdische Rundschau · 1924-12-02 · Heft 96 (2.12.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 96 (2.12.1924)
Date
1924-12-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 600 |tjl:mscm: RUNDSCHAU Nr 0« Zionistische Frsnenarbelt Von Margarete Tutnowsk y. Während des letzten Delcgiertcntagcs fand eine Frauentagung statt, in welcher der ״Hund zionistischer!־rauen in Dctilxchlaiid“ begründet wurde. Der Anlaß für die (iründüng des Hundes war ein doppelter: man brauchte für die deutschen Zioiiistiiiiieu eine äußere Vertretung bei allgemeinjüdischen Aussprachen, und man hoffte, durch die Schaffung eines Hundes die unter den Frauen so ganz vernachlässigte zionistische Erziehungsarbeit fördern zu können. Seltsamerweise gab das außenpolitische Motiv in der Gründungssit/ung den Ausschlag, während ei bei den die Aussprache auregenden Frauen zwar den Anstoß gegeben hatte, aber ganz hinter den Willen zurück trat, eine innere zionistische Arbeit zu leisten. Dieser Gegensatz brachte die Arbeit von Anfang rgi in Verwirrung. Fs bestand keine innerliche Beziehung zwischen den Frauen, die den Bund leiten sollten, und den andern, mit denen sic Zusammenarbeiten wollten. Statutengemäß gehört dem Bund jede organisierte Zionistin an; eine Bestimmung, die sich ausschließlich aus außenpolitischen Gründen erklärt, die dazu drängten, dc!1 Bund sofort zahlenmäßig groß zu machen. Die Folge dieser Festsetzung war, daß der Bund Mitglieder hatte, die von seiner Existenz nichts wußten, und *laß seine Leiterinnen mit Ortsgruppen rechneten, die in Wahrheit nicht bestanden. Dadurch verloren sie die klare Vorstellung, daß cs eben ihre Aufgabe war, überall Ortsgruppen zu schaffen. Endlich trieb die Einstellung auf die äußeren Erfolge dazu, das Hauptgewicht auf nach außen sichtharc Arbeit zu legen; man versuchte z, B. als erstes, alles Material über soziale Arbeiten zionistischer Frauen zu sammeln, weil man liier den Nichtzionistinucn imponieren konnte. Diese Arbeit des Bundes, die von keiner Seite unterstützt und dazu von Frauen geleistet wurde, die beruflich oder häuslich gebunden waren, mußte matt und wirkungslos sein. Daß sie nicht ganz erlahmte, und — wenn auch nur für , wenige sichtbar — den Glauben an sich selbst behielt, lag nur daran, daß die Entwicklung des zionistischen Lebens die Mitarbeit der Frauen immer deutlicher forderte, und daß man sich allmählich wieder über den wirklichen Inhalt einer Frauenarbeit und damit über den Weg zu ihrer Förderung klar wurde. Hier bildet die alte Definition den Ausgangspunkt, daß derjenige Zionist ist, bei dem der Gedanke au den Aufbau Palästinas im Mittelpunkt seines Denkens steht, so daß sein gesamtes Mandeln und seine Stellungnahme zu jeder einzelnen Erscheinung hierdurch beeinflußt wird. Die Definition gilt für den zionistischen Manu wie für die zionistische Frau. Es ist ebenso schwer aber auch ebenso möglich, daß eine Frau Ziouistui wird, wie daß eia Mann es wird; nur werden sich die Wege zu der Entwicklung eines vollkommenen Zionismus zwischen Männern und Frauen ebenso trennen, wie sich ikr Wesen und ihre Arbeitsgebiete trennen. Darum eben ist eine besondere Zusammenfassung, der zionistischen Frauen nötig, und darum steht die rein männlich geführte zionistische Organisation dem Fraucnproblcm ratlos gegenüber und finde1, sich damit ab, daß es nur ganz vereinzelte Ziorüstinnen und in der Masse nur Frauen zionistischer Männer gibt. Ein ״Bund zionistischer Frauen" wird im Idealzustaud alle weiblichen Zionisten umfassen. Die meisten zionistischen Mädehe» sind aber schon in den Jugendorganisationen zusammen• geschlossen. Sie werden sich einem zionistischen Frauenbund nur lose verbinden. Das eigentliche Wesen des Bundes wird in der Erfassung der verheirateten Zionistinnen bestehen. Hier liegt die Schwierigkeit und beinahe der Widerspruch; Zioni.stiu sein heilig den Zionismus in den Mittelpunkt seines Lebens stellen; Frau sein heißt, den Gedanken an Mann und Kinder in den Mittelpunkt seines Lebens stellen. Hier ist aber zugleich auch der Weg angezeigt, Frauen zu Zionistinnen zu machen. Die größte Vertiefung ihres Zionismus wird sic zu den besten Frauen und Müttern, die größte Vertiefung ihres Wesens als Frau und Mutter wird sic zu den besten Zionistinnen machen. Es folgt aber daraus, daß jede wesentlich auf politische Erfolge gerichtete Frauenarbeit nie etwas erreichen wird. Es ist seihst äußerst fraglich, ob der Aufruf zur sozialcn Arbeit für die Masse der Frauen von Wert ist. Der Zionismus verlangt die Fähigkeit, seinen Bcquemlichkeitsegoismus zu überwinden; er verlangt die Unterwerfung unter eine Idee und die Bereitschaft des einen für die anderen. Dies alles verwirklicht sich auch in der sozialen Hilfsarbeit. Aber gerade darum kann diese nur die Frucht einer Erziehung sein, sich als seelische Notwendigkeit ergeben. Es gibt Menschen, die durch die praktische Arbeit reif zur Idee werden. Aber für die meisten Frauen wird die soziale Arbeit — schon deshalb weil ihr Haus ihnen nicht genügend Zeit und innere Freiheit läßt — eine Seheinarbeit werden, die sic nicht befriedigt und kaum etwas nützt ־— wenn eben diese Arbeit die Erfüllung einer direkten ersten Forderung und nicht die notwendige Folge einer ganzen V/cltciiistclIung ist. Ebenso gilt dies von allen zionistischen Hilfsarbeiten. Frauen können und müssen für die Wizo, den Kuhurverband, den Hechaluz, für den Nationalfonds und den Keren Hajessod arbeiten; aber das Ziel ist nicht, eine Einz.elleistung zu erreichen, sondern dm Gedankenkreis der Frau so zu bestimmen, daß sie notwendig an dem Ganzen hilft, wo sic irgendwie helfen kann. Die Grundlage ist immer die eine: Erfüllung der Frau mit dem Willen zu Palästina. Jede Entschließung und besondere Haltung tu einem ftemden Umkreis wird aber bei nicht J׳a11z starken Naturen nur durch Freunde möglich. Das wesentliche Leiden der ziolustischen Frau ist ihre Isolierung. Durch einen meist entgegengesetzt eingestellten Kreis gebunden, durch das Wesen ihrer Ehe und ihrer Mutterschaft in sich abgeschlossen, finden die Frauen viel scltwcrer den Weg zu anderen Frauen, als die Mädchen zu Kameradinnen und als die Männer zu anderen Männern. Darum ergibt sich für einen zionistischen Frauenbund, der den Frauen wirklich helfen will, eine sehr einfache und sehr unsichtbare Arbeit. Er muß überall, wo es mogli/h Ist, kleine zionistische Frauciigrnppcn bilden, in denen ’ die Frauen sich gegenseitig wciterhclfen. Die Möglichkeit dazu besteht fast überall. Es ist gleichgültig, ob eine Gruppe von Frauen zusammenkommt, um gemeinsam Hebräisch zu lernen, einen jüdischen oder hebräischen Kindergarten zu gründen, Erziclnmgsproblcmc zu besprechen, über Palästina, jüdische Geschichte oder jüdische Volkskunde zu lesen oder gemeinsam Vorträge zu hören und unter sich zu vertiefen — das Entscheidende ist, daß die Vereinzelung der Frauen und damit ihre Kraftlosigkeit im Zionismus überwunden wird. Diese Gruppen müssen klein sein, damit sie der einzelnen Frau das wirkliche Gefühl der Verbindung gehen, sie müssen bei ihrer Zusammenarbeit mit den äußeren und inneren Hemmungen verheirateter Frauen rechnen, und sie müssen einen sachlichen Gegenstand in das Zentrum der Zusammenarbeit stellen, weil sich nur hierdurch eine Verbindung fremder Menschen erreichen läßt. Je einfacher und anspruchsloser solche Gruppen zusamnicutretcn, desto fruchtbarer werden sic sein. Der Bund zionistischer Frauen behält seine außenpolitische Funktion als Neben,uifg.ibe; es werden von der Jugend und der Gcjamtorganisaliou au? auch dauernd Aufgaben an ihn herantreien, die er zu erfüllen hat — wenn er cs kann, und vielleicht wird er einmal ein großes Arbcitsprogranim auf. stillen. Heute, wo er kaum beginnt, muß seine primäre Aufgäbe sein, eine grolle Zahl von Frauen dadurch zu besseren Zionistinnen zu machen, daß er sie nicht scheinbar, sondern im Verstehen ihrer besonderen Schwierigkeit und Bedürf. nissc aus ihrer Isolierung herausniinmt. Diese Arbeit wird wenig nach außen hervortreten. Erna zentrale Orga״i:,atiou ist aber notwendig, um die Hemmungen oder die Schlaffheit der einzelnen Frauen zu überwinden und um, durch *lauernd neue Anregungen, ein schnelles Erlahmen der Gruppen zu verhindern. Aus BealscMani Wir entnehmen der heutigen ״Welt am Montag" nachstehende interessante Bemerkungen; ״Die ,Zciumg des Zcntralvcricns deutscher Staatsbürger jüdische״ Glaubens‘ macht darauf aufmerksam, daß aus eiern H-ut.se Schert eine im wüstesten Antisemitismus machende Wahlkorrespomlenz herausgellt. Den Zentralvcrcin scheint das z.u wundern. Uns nicht, wissen wir doch, daß im Verlage Scherl der einflußreichste. Redakteur der ״national• deutsche Jude“ Dr. Siegfried Breslauer ist, der mit Genugtuung sieht, wie seine Zeitung alles daran setzt, um auch ihre —!ekler noch vorhandenen — jüdischen Leser für die antisemitischen Deutschnationalcn cinzufangcn. Unter den zahllosen völkischen Grüppchen vegetiert auch eines unter dem Namen: ״Parteilose Vereinigung zur Vorbereitung eines verfassungsgemäßen völkischen Volksentschcides über die Losung der juilenfrage (V. 7. v, V.)“. Diese Vereinigung hausiert mit Listen, aut denen 8i*2 Unter• Schriften sammelt, die Unterzeichner animierend, sich unter einer Anzahl ״Anträgen‘‘ den zusagenden auszustichcn. Die ״Anträge“ seilen so aus: Antrag A: ״Sämtliche seit י). November 1018 cingewanderten Ostjuden sind ansztiwciscti.“ Schärferer Antrag B; ״Sämtliche seit 1. August 1014 ein• gewanderten Juden sind auszuweisen.“ Noch schärferer Antrag C: Wie Antrag Ä mit Zusatz: ״Ihr Vermögen ist —• soweit unrechtmäßig erworben — zu beschlagnahmen. Damit sind die tim den Ertrag ihrer Arbeit betrogenen Kricgsanlciliezcidiner und Sparer, zu• erst die kleineren Sparer, zu entschädigen." Noch schärfere Fassung D: Wie Antrag B mit Zusatz: ״Ihr Vermögen ist —- soweit unrechtmäßig erworben — zu beschlagnahmen. Damit sind die um den Ertrag ihrer Arbeit betrogenen Kricgsanlciliezcidiner und Sparer, zuerst die kleineren Sparer, zu entschädigen." Noch schärfere Fassung E: Wie Antrag D mit Zusatz: Die unter uns lebenden Juden sind unter Fremden• recht zu stellen und wie jeder Angehörige eines fremden Staates zu behandeln. Eine besondere Judenordnung ist auszt1arbc'.*;.1 und zum Gesetz zu erheben.“ Des Herren Tiergarten ist bekanntlich groß, und die Oeffentlidikcit hraucht diesen blöden Unfug nicht weiter zu beachten. Aber was soll man dazu sagen, daß dieser Wisch Ilcamtcu-Oigant-u beigelegt wird. So wird uns mitgctcilt, daß er kürzlich der sich als politisch neutral ausgehenden Poiizcibeaintcn-Zcitung ״Der Gendarm" (Verlag Fiersbach, ficilin) hcigek'gcu und 80 seinen Weg in znhlrcicnc Beamten• familien gefunden habe. Wir möchten Herrn Severing etnpfeh• len, sich einmal für den Herd solcher Rassenhetze amtlich zu interessieren." Oinzfcüer Anllsetnlllsntnc Warschau. (J. T. A.) Als der polnische Unterrichtsminister Miktaschewsky zwecks Inspizierung der Schulen in Wilna weilte, hatte er ein Gespräch mit dem jüdischen Deputierten Wigodsky, der ihm mitteiite, cs habe auf die Juden Wilnas einen schlechten Eindruck gemacht, daß der Minister keine einzige jüdische Schule besticht hat. Darauf antwortete der Minister; ״Ich werde nicht die Schulen eines Volke? besuchen, das den; polnischen Staat feindlich Regen* übersieht.“ Während die. _ polnische Nationalisfonprcsse über diese Acufierung de? Ministers sehr erfreut ist, bemerkt dazu die Arbeiterzeitung ״Robotnik“: Die jüdischen Schulen existieren legal und dein Minister steht die höhere Aufsicht über die• selben zu. Es ist seine Pflicht, das Schulwesen aller Völker und Religionen in Polen aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Er darf nicht auf das jüdische' Schulwesen vom Standpunkt seiner Beziehungen zum jüdischen Parlamcntskluh sehen. Er solle sich vor verallgemeinernden Anschuldigungen hüten, die auf eine provokatorische Art und Weise die Beziehungen zu den Juden verschärfen. י Eia Bischof über die l.sge der unprlsclien Juden New Vor k. (J. T. A.) Dr. Depider Balthasar, Bischof der reformierten Kirche in Ungarn, weilt gegenwärtig in Amerika, um für *Ins Kollegium von Debreczln, dessen Präsident er ist, 200000 Dollar ztl sammeln. Er wendet sich liiit einem Aufruf an *Sie ״führenden Protestanten, Juden und au das liberal-gesinnte Volk". In einem Interview mit einem Vertreter des J. T. A. sagte Bischot B.ilihasnr: ״Die Lage der Juden in Ungarn ist eine sehr traurige und es besteht für die nächste Zukunft keine Hoffnung auf Besserung. Indem ich mich mit meinem Aufruf auch an die Juden wende, stütze ich mich auf die Tatsache, *laß das Kollegium von DcLzcc/.in das einzige Institut für höhere Bildung in Ungarn ist, das *len jüdischen Studenten keine Beschränkung auferlegt. Bei allen anderen Hochschulen in Ungarn gilt der Numerus clausus, welcher die Zahl der jüdischen Studenten auf 5״;״ beschränkt. In Wirklichkeit gibt es fast keine Juden an den ungarischen Hochschulen. Diejenigen, die aufgenommen sind, werden von den ungarischen Studenten in dem Maße verfolgt, *laß sie die Anstalt verlassen müssen. Das liberal-gesinnte Volk in Ungarn,“ schloß der Bischof, ״ist bereit, gegen die Reaktion der Regierung und der er•; wachenden Ungarn zu kämpfen.“ Eine Jcdetitlcbalfc io litauischen Sem In der letzten Sitzung des litauischen Sejm beschwerte sich der jüdische Deputierte F In Leiste ln darüber, dsli djc Emissionsbank *len jüdischen Bankinstituten keine Kredite gewährt. Die Redner <10r christlich-demokratischen Partei die für die letzten antijüdischen Beschlüsse, wie Verweist! rung der Legalisierung des National«;», Annahme des Zwangssonntagsruhegesetzes verantwortlich ist, ergingen sich!![ Schmähungen gegen die Juden Litauens, die ״ihre Waren ausverkaufen und nach Palästina ziehen", RnmSnless lantld mit PalSsSla* Das rumänische Handelsministerium hat an alle Firmen ein Zirkular versandt, in welchem aut den Bericht eines in Palästina lebenden rumänischen Kaufmanns!!!!!gewiesen wird wonach Palästina als ein Absatzmarkt für die rumänische’ Produktion sehr in Betracht kommt. Aus Rumänien können nach Palästina exportiert werden: Holz, Zement, Möbel Pflaumen, 1 liilsenlrüchte und Naphthaprodukte. ’ llanfke über de« K. 0. 10 Oslgallzlen Dr. Arthur Hautke äußerte sich im Krakauer ״Nowy Dziennik“ über die Aussichten der Keren Hajessod-Kampagne in Ostgalizicn, die er während seines dreiwöchigen Aulen tP haltes in Lemberg vorbereiten half. Die Stimmung unter den Juden Ostgaliziens ist außerordentlich palästinophil. Trotz der wirtschaftlichen Krise kann man erwarten, daß Ostgaiizien das übernommene Kontingent aufbringen wird, welches im Einklang mit der Zahl und der Leistungsfähigkeit der Juden Ostgaliziens festgesetzt wurde. Auch in der Bukowina, wo Dr. Hantke eine Woche verbrachte, ist die Keren Hajessod. Aktion in vollem Gange. Aus der jüdischen Welf Palästinas Außenhandel mit Aegypten — Fallende Einfuhr, steigende Ausfuhr von Textilwaren. In den ersten sichen Monaten (Januar -Juli) des laufenden Jahres betrug der Import Palästinas aus Aegypten £ 172.733, in der gleichen Zelt erreichte der Export nach dorthin einen Wert vw» £ 327.277. Im Vergleich mit demselben Zeitabschnitt de! Vorjahres bedeutet *las eine Abnahme um £ 80.000 bei der Eintuhr und eine Zunahme von £ 16.000 bei der Ausfuhr Besonders bemerkenswert an dieser Verbesserung der Handelsbilanz ist, *laß sie erzielt wurde, obwohl der Orangenexport Palästinas nach Aegypten in diesem Jahre um CE ■10.000 hinter dem des Vorjahres znrückblicb — wohl im Zusammenhang mit der günstigen Marktlage in England, Der Hauptanteil der Ausfuhrsfeigerung entfällt inter• essantcrwcisc auf Textilwaren. Die Verminderung des Imports kommt vor allem auf das Konto von Zucker, Tabak und ebenfalls Textilwaren. Eine Kampfmnßnalime der Beyruther Hafengcsellschaft, Wie Mis’char Wethaassijah meldet, hat die Beyruther Hafen• gescllschaft beschlossen. Schiffen, die für Palästina bestimmte Güter über Syrien befördern, einen großen Rabatt zu gewähren. Durch diese Maßnahme kann, wie das Blatt schreibt, der palästinensischen Wirtschaft ein erheblicher Schaden ent• stellen, d.y es nach ihrer Durchführung rationeller sein würde, die Importwaren über Beyruth gehen pi lassen, anstatt sie in Jaffa öder II aifa ab/uladeii. Von den palästinensischest Interessentenkreisen wird verlangt, daß die Regierung ver• suchen soll, mit der Beyruther Hafengcsellschaft zu einer die palästinensischen Interessen wahrenden Regelung zu gelangen und für den Fall, daß sich das als unmöglich hcrausstellt, entsprechende Rabatte für die palästinensischen Häfen Igstzuseizeu. Die projektierte Konservenfabrik. Wie wir bereit• früher mitteilten, beabsichtigt die österreichische Konservenfabrik B. Wetzlar ft Co. in Verbindung mit der Koloniegründimg Dr. Soskins hei Tcl-Awiw eine Konservenfabrik an/ulcgcti. Wie jetzt weiter bekannt wird,sieht >üs Projekt nicht nur die gleichzeitige Fabrikation von Konscrvcnbüchscn vor, sondern auch die Herstellung von Kohlansäure und in Verbindung damit von Mineralwasser, Ebenso ist die Errichtung von Kühl hallen geplant, fn erster Linie ist die Konservierung von Tomaten, Spargel und Bohnen beabsichtigt. Nach den Plänen der Gründer soll der Fabrik eine Art von kleiner Versuchsstation ungegliedert werden, die die KtiKivicrungsmcthodcn verschiedener Obst- und Gemüse- Sorten, die für die Konservierung in Frage kommen, probieren soll. Das erforderliche Gcsamtkapital wird auf zirka £t 60.000 geschätzt. Dtutethlund Dr. Baeck Großprßsident der Bne Brith. Der Leiter des Deutschen Distrikts Bne Brith, Geheimer Justizrat Timen• dorfer, hat nach 26a/.,jähriger Tätigkeit sein Amt all Grottpräsideut nied :!gelegt, um cs jüngeren Kräften anzuvertrauen. Rabbiner Dr. Leo Baeck ist zu seinem Nachfolger einstimmig gewählt worden. In Anbetracht der Ver* dienste, die sich Geheimrat Timendorfer um den Orden erworben hat, wurde er tn derselben Sitzung zum Ehren• großpräsidenten ernannt. Ein kurzer Touristenführor für Palästina- Die Zentrale des K. H. für Deutschland gibt soeben einen kurzgefaßten Reiseführer für Palästinafahfcr heraus. Das anspruchslose, sehr geschickt zusammengestcllte Heftchen informiert 11t krapper Form über Reisewege, Visabeschaffung, Geschichte de» Landes und der jüdischen Kolonisation sowie über die wichtigsten allgemeinen Sehenswürdigkeiten un*l schließt mit einem Ucbcrblick über die bisherigen Leistungen des K. H• in Palästina. ' OffttmrtCch Dr. Chajes nach Amerika ahgcrelst. Oberrabbiner Dt. Chajes hat am 10. November abends Wien verlassen, um sich über Cherbourg nach Amerika zu begeben. Dr. Cliajc* folgte einer Einladung des Rabbiners Stephen S. Wisc in New York, an den! von Wise begründeten Amerikanischen Jüdischen Institut Vorträge über jüdische Wissenschaft zu halten. Prof. Chajes ist auch von der Hochschule für oricu* talischc Geschichte in Washington Ungeladen worden, an der Organisierung eines wissenschaftlichen Instituts zur Er• forschung der orientalischen Geschichte mitzuwirken. Prof• Chajes will sich in Amerika etwa zwei Monate aufhalion. Er will sich in Amerika auch der Propaganda für jüdische Hitfszwccke widmen. Das ״Neue Wiener Journal“ erlänft, daß die Hochschule für orientalische Geschichte in Washington Prot. Chajes für seine Mitwirkung ein Honorar von 10000 Dollar angchotcu hat. Prof. Chajes nahm die Berufung an, lehnte jedoch zugunsten der armen Juden ln Wien dfiü . ihm angebotenen ,Betrag afy?

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