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Jüdische Rundschau · 1924-11-18 · Heft 95 (18.11.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 95 (18.11.1924)
Date
1924-11-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sc:fe 05י)י Nr. 0s JUEDISCHE RUNDSCHAU die 1 iisiadnith genügen, wenn die Grundlinien ihrer Tätigkeit einen' b'c.üimnitcren und ziclbcw-iilUcrcii Charakter bekommen, einen Chrirnlder, der liier nur an,gedeutet werden bann. Das grollte Vor.mhvorauigvgefüh! gegenüber der über* inmum'iie» Aufgaben und die weitestgehende freie Kritik der bis honte geleisteten Arbeit; die Wahrung — mit voller Entwicklung der inneren ParteiteadeiiA'n — einer gesdilojscncii Arbcitseinkeiisfrcmt nach a 1t flc 11 mit Zurück- Setzung aller parteiiiitcresscti; die Erweiterung des Interessenkicise;? der Arbeiterschaft, der heute fast ausschlicßlieh auf wirtschaftliches und kulturelles Gebiet sich be-!schränkt, auf das politische Pjvblem der nationalen Bewegmif׳; die Vereint,״1ווו1!י ו und ׳;leiclizciti״ die Verschärfung des Endzieles dieser Bewegung, das etwa als ״Bildung einer freien1 und unabhängigen jüdischen Arbeitsgemeinschaft in Rala.aiina zur Lösung der jüdischen Frage“ formuliert ,wer• den kam; — im Gegensätze zu allen Versuchen, die pal.lstirtensi.-dic Bewegung nur zu einem Teile der allgemeinen nationalen Bewegung und die Palästina:,iedlunsg zu einem ,.geistigen Zentrum“ des zerstreuten jüdischen Volker, zu reduzieren; der enge Kontakt der palästinensischen Arbciierrckaft mit «1er judenheit im Galuili, speziell mit der Jugend, mit dem Ziele, ihr den Schatz ihrer Erfahrungen und Erlebnisse zu übermitteln und sie mit für den Arbeitsged.uiken, mit seinem Opferwillen und heroischen Geiste, zu gewinnen; die Gewißheit, für das eigene Recht kämpfen zu können, ohne das fremde Recht verletzen zu müssen und das weitestgehende Verständnis für die natürlichen Nachbarn und für die Notwendigkeit des von der Geschichte gegebenen Zusammenlebens mit ihnen; der lebendige Zu• sammenliang mit dem i1ben1a;iou,1te״ Werden der arbeitenden Menschheit Jm Bewußtsein, diesem Werden durch nationnlcn Aufhau und nationale Vervollkommnung, die mit nationaler Exklusivität 11 :ul Chauvinismus nichts Gemeinsames haben, am besten zn dienen; das Bewußtsein, der echte Erbe der tausendjährigen Tradition pnd Geschichte zu sein Und dementsprechendes Verhältnis, voll vom lebcryligcn Zusammenhänge und tiefer Ehrfurcht zu dieser Tradition lind zu dieser Geschichte — dies sollen die ,Gruiu&inicn der palästinensischen Arbeiterbewegung sein, und sic kben in iiir Beute als bewußte oder halbhcwußte Tendenzen und brauchen nur gekräftigt und wcitercntwickelt zu werden, damit diese Arbeiterbewegung der echte Träger des jüdi- *dien nationalen Wüleus werde. 1 Ein An’cilicplait Etwa 20 Vertreter der Kolonie» Judäas und Samaras und Herr Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Awiw, kamen am 12. November im Büro der American Zion Commonwealth in Jcru-alem zusammen, um den Vorschlag des Judge Bernard A. Rosen bla tt zu diskutieren, der eine Union der mit IMimizipalrechten ausgestatteten jüdischen Kolonien erstrebt zum Zwecke der Ausgabe von Obligationen für Entwicklung und Verbesserung gemeinnütziger Einrichtungen. Verschiedene öffentliche Arbeiten wurden besprochen, z. B. die Chaussee von Chcdcra zur Ei-enbahnstation, die Chaussee von Rechoboth nach Rischon-Lc-Zion, die Chaussee von Tel- Avviw nach Rctnch-Tikwa, außerdem auch die Ausarbeitung eines Planes fiir die Errichtung einer Kleinbahnlinic, um Rechoboth, Rischon-Lc-Zion, Tcl-Awiw -und Petacb-Tikwft'•mit 1 der H.־u1ptci:־cnb,1־hn!iuic nach Haifa zu verbinden. - ■ ׳■ | . Es wurde beschlossen, den Kolonien zu empfehlen, einen ן Teil der jährlichen Steuereinnahmen für die Union 'zu reservieren, um eine feste Grundlage für die vorgcscblagencn Arbeiten zu erzielen. Weiter wurde eia dreigliedriges Komitee gebildet, das zusammen mit Judge Rascnblatt einen Plan aus,arbeiten soll, der auch die legale Seite einer solclien Union umfaßt, um diesen Plan den Kolonien und der Regierung Vorzulegen, ן R!!Mlsc:It-paiSs!in?r.sisc!1er Ilssdclsvcrkelr | Der Leiter der rur,si?ch-cnglischcn Handelsgesellschaft, Herr Holzmann, tcilrc mit, daß seine Gesellschaft die 1 Absicht habe, in Aegypten und Palästina Lager russischer 1 Importartikel zu errichten, Rußland ist schon heute Abnehmer | von Palästina-Orangen und Zitronen, die zollfrei jiacii Rußland i cingeführt werden dürfen. Dieser Anfang des Handelsverkehrs i zwischen beiden L,ändern verspricht rege Beziehungen ein- I zuleiten. Tatsächlich bat schon jetzt der Post verkehr | zwischen Rußland und Palästina einen großen Umfang erlangt. I DeI*:i;*rati0mlei«T In Elp | ' Ans Ardaß der Siehcujahrfcier der Balfour-Dcldaratfori ן tanden in Riga zwei große!•'eiern statt. Zunächst ein Massen• I meeliiig unter dem Vorsitz des Mitgliedes des A.-C., Almef ordneten Rabbiner M. Nu rock, und unter Teilnahme 2er I Herren: Abg. Prof. Lasersoll 11, Pajcnsohn, Wein- I he r ״ P i 1 e r, D 1! r.1 a umt Dr. 11 e 11 m a n n. Der Vor- 1 sitzende verlas eien Text einer Vertrauens- und Dnukcskiimi- | gcluing rm die Exekutive sowie eines Begrüßungstele- ן gr.antns an Lord Balfo 1r, die einstimmig angenommen f wurden. Von Lord I'.alfour lief auf den Namen‘des Abg. ן Nurock in Irrzli heu Worten ein telegraphischer Dank ein. ן Ferner fand in der überfüllten großen Synagoge eine erhebende Leier statt, .aut der der Abg. Rahbiner Nu rock eine I von zionistischem Geiste getragene Rede Welt. L.G. I Der palästinensische Eisenbalinerverband. Das Zentral-־ 1• komitec de,; palästinensischen Eisenbahnerverbandes, in vvcl- |i ehern jüdi.-chc und arabische Arbeiter organisiert sind, hat | eiim Resolution cingebracht, in welcher die ,,Allgemeine 1 jüdinebe Arbeiter-Organisation Palästinas" aufgefordert wird, , das . Wort ״Jüdisch“ aus seinem Titel zu streichen. Gleich- zeitig wird in der Resolution gefordert, daß ernste An- . stn'»1״mgen gemacht werden sollen, um arabische Arbeiter in großer Zahl in die Organisation |1i11elnz!1bri11,gc». Dafür aber sott die jüdische kooperative Arbeit in Landwirtschaft und Industrie, durch eine getrennte rein jüdische Örgamr.ation geleitet werden. 1 ־ I ■Dia Juden Im französischen■ M3ndatr.״cbJct,: Dar Ober׳־ rahbincr von Syrien besuchte den׳ französischen Ober*’ komniissar für Syrien, General Weygand, und trug ihm die Beschwerde vor, daß i 1 Syrien keine Juden im Regierung.1?- dienst beschädigt sind u!nl daß sich kein jüdisches Mitglied in dem Rcpräscntanlive.i Rat Syriens befindet. General Wc'yg.'iml erwiderte, Beamte werden lediglich aut Grund ihrer Fähigkeit ernannt, Ueligionsuiiterschicae bestehen nicht, lin Rcpräfcntantivcn Rat Syriens seien auch keine der anderen Minderheiten vertreten. .... Von R 01.) c r t Sterna tp). . ■ Mit energischer Nachdrücklichkeit wird heute einmal wieder, wie schon Vor Jahren, von dm vcrmhiccfcnstcn Seiten betont, <1.1 ß -- unbei.elifatet der in ihrer Wichtigkeit' meist nicht -ber.trit'.eneiz Aufgabe der r!atl-0n:11־c! 1 Fonds —־ die Förderung der Ihivaliuiii.itivc dnrdi unser« Kolmiis.iikiimiiif.tanzert In ganz anderem Maße als blslicr erfolgen müsse. Fraglos wird solche Förderin!;; nicht zu Unrecht erhoben. Für das private Kapital aller Vor.ithr,leist nach vorhandene Möglichkeiten scheinen zum erheblichen Teil gerade deshalb nicht mr-genutzt, well Reitens der ziiibimligen .Stellen dem privaten Uji'.crnchntuii kaum Rat und Unterstützung gegeben wird. Man verbucht kaum, prlvafrs Kapital zu interessieren, mau stellt kaum Forschungen über das dem PrivntkapU.il erreichbare Tätigkeitsgebiet an ». a. 111. Sri bleibt eine Chance der Kolnnl.saliou fast ganz 1!:!<1!1:׳):׳l/t — was 1111 tragbar erscheint für jeden, dem die großen Schwleri;keilen unserer Aufbaiiaufgabo vertraut sind und ein rascheres Tempo der KolonL.nlion als dringendo■ Not- Wendigkeit erkannt 11 nt. Unter diesem Gesichtspunkt muß also die Forderung rach stärkerem zionistischen Interesse für das Privatkapital von jedem tinlersrhrlebe.n werden. Die Angelegenheit fangt aber dort an probleiiialisrli «1 ■werden, wo die Vertreter des Gedankens der Privatinitiative mit der erstaunlichen Prätention Auftreten, mit ihrer ״Idee" die Lösung des Problems der schnellen M n 8 s c 11 k 010 n I $ n t i o n geiiimbn zu haßen. Kann die Tätigkeit privaten Kapitals in Palästina wirklich mehr bedeuten als eilte zwar wichtige, aber in ihren Möglichkeiten begrenzte Unterstützt!!)״ der Kolanisnfionsa rbeit? Jedem, der nicht dogmatisch auf den Kapitalismus eingeschworen ist, zeigt eine einfache liebe rlegttng, daß die ivesentliehe Kapdlalunterlage unserer Kolonisation niemals eine privatc im »Sinne der kapitalistisch-individualistischen Wirtschaft?;• Ordnung zu;..:in vermag. In jeden; Gebiete menschlicher Wirtschaft verlangt eine starke Bevölkerungsdichte als Voraus* Setzung eine entsprechende Kapit.ilanhäufung, eine entsprechende Stufe der ״Kapitalisierung“, dia den Abemiillioncn Bewohnen! erst die Existenz gestattet. In alten Ländern u!1scres Erdballs ist diese Kapitalsaiiiinlimg in Generationen ״eschaffen worden und hat das allmähliche Wachstum der Bevöikenmg bis zum heutigen Stande ermöglieht. In einem kapiiatarmen Kolonlallnrid ist schnelle Besiedlung und breite rentable Wirtschaft nur dann erreichbar, wenn alle jene Kapitaiisierungsarbeit von Jahrhunderten auf eine kurze Spanne Zeit zusanimcrigedrängt wird — eine Aufgabe, die viel zu groß ist, als daß sie von einzelnen Kapitalisten erfüllt werden konnte. So verlangt die koloniale Wirtschaft aus ihrer inneren Eigenart heraus den großzügigen konzentrierten Kapltalcinsatz seitens der kolonisierenden Gemeinschaft als Grundbedingung einer schnellen Massenkoloni a'don. Dabei kann nur planvolle Einsetzung der wirtschaftlichen Kräfte, die im Gegensatz zum kapitalistischen Wirtschaf Isanarchismus steht, der Eigenart der KolonisationsarbcU• sich gewachsen zeigen. Dis ״freie Spiel der Kräfte“ muß, liier notwendig versagen, weil wir cs nicht mit einem organisch, wachsenden Wirtschaltskörper, solidem mit dem künstlich forderten, schnellen Aufbau einer neuen Wirtschaft zu tun haben, den in seiner Schwierigkeit nur planvolles menschliches Zusammen• wirken durchführen kann rwie ja besonders׳ komplizierte Aufgaben׳, stets Kooperation''erfordern.;Vom' Gesichtspunkt einer raschen Besiedlung aus kann somit die' Privatinitiative, weil sic 'nur begrenzte Möglichkeiten besitzt, lediglich erganz.ende Funktionen haben. Die Kolonisierung der Westgebiete der Vereinigten Staaten, besonders aber die Siedlungspoliiik in Australien und Neuseeland mit ihrem starken kal’ck* tivistisch-sfaa'.skailai'stischcn Einschlag zeigt so offensichtlich die. Schranken für die Privatinitiative in Gebieten moderner Siedimigskolonisation, daß nur der volkswirtschaftliche Naivus für Palästina das Heil vorn privaten Kapital erwarten kann. Selbst die als Typ individualistischer Wirtsclinfisgestaltmyg geltende angelsächsische Rasse hat sicli den besonderen Notwendigkdien ökonomischer Gestaltung |n Kolonialländern nicht m entziehen vermocht. Die Frage liegt nahe, woher die jüdische Kolonisation sich in kurzer Frist jenes große Kapital zu beschaffen vermag, daß die private Initiative nicht bieten kann und dalj unsere nationnlcn Fonds bereitzustdlcij nicht in der Lage waren, und der Erfahrung nach wohl mich nicht sind. L)cr Versuch einer 11cautworfinig dieses Problems geht über den Rahmen dieser Zeilen. Aber es darf nicht verabsäumt werden, auch hier wieder daran! hiiizmvciscn, daß die an fachmännischen Werken so arme zionistische Kolonisaiidnslitcratur im vorigen Jahre durch ein Buch bereichert worden ist, das das ganze 'Kapitalpro!.lern wissenschaftlich analysiert und auf Grund umfassender Kenntnis kolonialer Besonderheiten einen neuen bis ins Ein- /chic durch,gearbeiteten Kapi',albcsc!1a(f11!1gsp|an aufitcllt, in dessen Mitte die Nation a lau leihe steht. Es ist ersinmlich und betrüblich, daß das Buch von Chajiiti Arlosoroff über ״Die Kolonisntionsfinanzen der Jcwisb Agency“ in der zionistücbeu OeffentUchkcit so wenig Bcayhhing erfahren hat. Nur vereinzelt hat man zustimmende, nur selten kritische Urteile gehört. Gerade dieses Buch wirft aber auf viele der hier angeschnittenen Probleme ein, klares Licht. Ebenso wie die hohen Erwartungen, die auf die.Privatinitiative gesetzt werden, auf das richtige Maß zunirkgcfülirt werden müssen, ist cs nötig, auch die großen •JJoffmingeii,.die man neuerdings an die Industrie knüpft, wieder einmal genauer zu beleuchten. Dabei muß einmal darauf liingewiesen werden, daß es keineswegs zur Klärung unserer S!-׳;lhm(gsaufgaben beiträgt, wenn immer wieder private Initiative mit in dies tri eil er Kolonisation identifiziert wird. Wir kennen in Palästina sowohl Privatinitiaitve in der Landwirtschaft als auch kollektivistische WirtscHaftsfofmfcri in der Industrie. Nibcn den zahlrcielicn individuell organisierten Kolonien steh׳,' der kollektivistisch nufgebautc Betrieb des Solel-Boiiclt,' der, als der weitaus größte industrielle Betrieb des Landes, die Bedenhing der kooperativen Wirtschaftsform '{׳crad<5 itt där Industrie dariut. . י׳.',' י. Diese begriffliche Verwirrung ist symptomatisch־ für die' Unklarheit,'mit def man neuerdings imfricr wieder an die l'ragc nach der geeigneten Prodiikiioitsgrumüagc der Kolonira'ian — Landwirtschaft oder Industrie — iicrangcht» Man wird tuir dann zu einer Klärung des Problems kommen, wenn inan die Abhängigkeit der WirischnfUbeiriebo von audändiscljcr Kauk»rrenz hct Landwirtschaft und Industrie richtig zu würdigen versteht. Dann nicht nur ist das erfolgreiche Hcrvörgeljen *) Beitrag zur Diskussion.׳ ,. ׳ ״ : 0 aus dem Konkurrenzkampf — wie überall im heutigen sdu'lssyslem — auch bei uns die entscheidende Frage, «; fiir unsere Kolonls.i!; m auch eine besonder׳? schwierige Aufgabe. Der Man,;11 an Rohstoffen, vor allem an Eisen wie oft Ist er nicht schon betont worden! —, die Schwier;-׳, kclt der I ierrmhildung des jüdischen Hänclicrtyps zu einem intensiven Arbeiter, zum:11 unter völ'ig neuirtigen klitnaiivchcn Verhältnissen, die erst allmähüche Eniwicklu» ׳ einer den Pm» <l!1;<(io11s1!otWendigkeiten entsprecliemlcn Kredit-, Handeluail VerkchiT.orgmiisaiion und ■eines günstigen Steueriimi Zoll. System׳? (unter Vornussctzuir׳ einer fördernden Rrgicrimgj. polltik) — all das erschwert der p,V.ä?!i;1cnsi -chcn Kotonisui.-m die Koiikiirren/fuliljkcit auf dem Markte und kompliziert die Rt'iitabilltätsrr/iclung. Dabei steht jedoch de Lamtwirtschdt relativ günstiger als die Industrie da. Während die spcziali. sierfo ImitHtiicllc Produktion völlig auf den Markt ar.gew.OÄtn ist, ermöglicht es passende Bctriebsfiihrung in der Landiviit. schuft, einen crhoblicheu Teil des eigenen Bedarfes Unruh:!!, bar aus der eigenen Wirtschaft zu decken, so daß die Be. frltdigung des wichtigsten Exlstciubediirfnis'cs, des Dcdirf. n iss cs nach Nahrung, zuin überwiegenden Teil sichergcstellt werden kann. So erfordert die Eigenart der kolonisabarpdten Wirtcdu'ts• bcdiiigimgcn mit besonderer Notwen-.ligkrit die ßetnnung der landwirlscliaftlicli cn Kotoiiisa'ion. Sic muß verlangt werotn, mich gerade dann, wenn man neben der landwirtschaftlichen Besiedlung des Lnmles die Unterbringung jüdischer Massen in der Industrie erhofft. Denn mit fortschreitender Eiituickluiig der Landwirtschaft ist die beste Garantie fiir einen inchistrietleu Aufschwung gegeben: Eine brei e tandv/rtschak« liehe Bevölkerung wird die wichtigste Grundlage darstcilen für den industriellen Absatz, nämlich einen inneren Markt von genügender Größe. Daß er heute noch fehlt, ist־ du größte Hemmnis industrieller Entwicklung. Man Irrt sich völlig, wenn man glaubt, gegenwärtig eine großzügige Kolonisation auf umfassendem Export in• dustricilcr Fabrikate aulbaucn zu können. Sind die obengenannten Schwierigkeiten schon im Konkurrenzkampf auf dein inneren palästinensischen Markt von nachteiliger Bo• den tim״, so fallea sie ganz besonders bei Beschickung aus- ' ländischer Märkte ms Gewicht, wo geographische Entfernung des' Absatzgebietes, Abhängigkeit von wirtschaftspalitischea Momenten (z. B. Einfuhrzölle) und allgemeinen politischen Verhältnissen, leichtere Konkurrcnzbtdrohung durch ausländische Industrien u. a.m. als ungünstige Faktoren sich geltend machen. Bei der heutigen Stärke des internationalen Keinkurrenzkampfes auf allen Absatzgebieten kann — falls es sich. nicht um Alonopolcrzeugnisse handelt —- ein großer industrieller Export nur dann erfolgreich sein, w׳cnn er sich auf einen Inlandskonsum von genügender Breite als sichere Unterlage zu stützen vermag. Die Produktionsgrundlage un• Sc rer Kolonisation vermag er jedenfalls nicht abzugeben, ebensowenig wie die Privatinitiative die wesentliche Kapitalgnmdlage einer schnellen und großzügigen Besiedlung des Landes sein־ kann. All das sind Wahrheiten, die man wahrscheinlich nicht oft genug wiederholen kann. Wie könnte sonst Vorkommen, daß Dr, J. Krönst ein ln Nr, 83 dieses Blattes uns eine ״Philosophie" auftischt, um nochzuweisen, daß Palästina nur bet einer Wirtschaftsfreiheit besiedelt werden wird, ״die die 1na1K;l1cstcrIid1en Begriffe vielleicht nocht übertrifft". Vau grwtkT,‘kolonisatorischer ׳ Einsicht zeugt-• jener Absatz nicht, , ebenso wenig wie er auf ein tieferes Verständnis der gegen* wärtigen Wirischaftsentwicklun״ hinweist, die immer mehr aus sich heraus zu einer allmählichen Minderung des , WirtschafIsatiarchismus gelangt. Aber auch Abraham Gojdberg, der gegenwärtig verdienstvoll und wirksam die Vernachiärsiguag des privaten Unternehmertums und der industriellen Möglichkeiten durch die zion'stischcn Kolomsationsinstan/ca kritisiert, überschätzt doch allzusehr die Bedeutung, die den Faktoren des Privatkapitals und der Industrie für eine schnell» Besiedlung zukomnien kann. Auch sicht er nicht, daß die besonderen Wirtschaftsaufgaben einer Kolonisation besondere Wege erfordern, die eben der unvergleichbaren Eigenart des Zieles wegen rieht die ״ausgetretenen Wege" sein können. Leichtsinnig aber muß cs genannt werden, wenn Ootdbcrg schlechtweg behauptet, daß genügende Begünstigung von Privatinitiative und Industrie innerhalb von zehn Jahren eine jüdische Majorität in Palästina, eine Einwanderung von mehr als einer halben Million Menschen garantieren könne. Auf welche Erkenntnis stützt sich diese Behauptung, stützt sich also die Kenntnis der Unrichtigkeit solcher wie der obigen Ausiiilmmgen über die begrenzten Möglichkeiten von ln• dustric und Privatinitiative? Abweichende Meinungen mit einer kurzen Mandbcwcginrg als ״Pscudowissenschaft" nbzuttm, ist?war sehr einfach, entbehrt aber des schlagkräftigen Beweises, Solche Behauptungen bergen aber eine große Gefahr, lim so größer, je stärker die propagandistische Wirkung ihrer Vertreter ist. Nur allzu leicht kann das an sich berechtigte Verlangen nach stärkerem Interesse für das private Unter• nelunertum der die leitenden Kolonlsatlons'nstanzen ernennen• dm zionistischen Oeficntlichkeit ein falsches Bild van den vo r n e 11 m 1 i c 11 s t c n Gcgcnwartsaufgabcn der Ko'onlsaiion geben, die noch itiuner sich darslcllcn als die Stärkung der iaiidwirtsch.-iitiichen Position und die Sorge um die Be• Schaffung eines großen konzentrierten Ka י pitnls, von dem das Schicksal unserer Kolonisation im Grunde völlig abhfingt. Nur allzu leicht kann auch mit dein Ruf :’ich dem Privatkapital eine animosc Stimmung gegen die noch auf lange Zelt hinaus entscheidenden Träger des Aufbaus, die Clialu/lm, wachgcrufcn werden. (Es sind schon Anzeichen dafür vorhanden.) Dies würde aber die große Gefahr eines unzureichenden Nachwuchses an Chatuzin) heraufbeschwören. ,Vergessen wir nicht, daß schlicfllkh nur zähes Idealistisches Wollen aus der im Auflösungsprozeß befindliehen Judenheit wieder einen wirtschaftlichen und kulturell lebenskräftigen nationalen Körper zu schaffen vermag. Privatkapitalistisches Untemchtnerstrcbcn kann zwar in den Dienst dieser Aufgabe gestellt werden, den Stempel vermag es ihr nicht aufzudrücken —- es set denn unter Verzicht auf dir* Durchführung 4><scr Aufgabe selber. Vermächtnis zugunsten das Koren, Kalemeth. Die Oktober-Einnahmen des Jüdischen Natianalfouds enthalten einen Betrag von ‘ 1S00 £ aus dem Nachlaß des verstorbenen Joel Levy aus Nottingham (England). Ein Vermächtnis für dan Keren Haicssod. Der vor kurzem in Kairo verstorben« Herr Leib Fr i cdm au« hat dem Keren Hajessoa den Betrag von 50&> Piund tesu• nientaiiscb hintcrja#sen. , N ן ו! rim Abt <!i־׳t .*׳eh Ver V״ lieh A11I ver C'ft Dr. 0 .־> wo die fall wo ahs a In ,leg Ds ,nie Da sh Au Ha $d sei der He nie ,.T sic wa Ne 711 ,Jm mi Pr< de׳ ms ein fre sp• er VC Bc Sh Ns zu ro sei es ka he se ä* a| fi\ ZU ve F'i a v! ו?1 a <« iil «11 111 D si e H V1 n: n vi tr ib 3' h C d R K , i: d \1 ,n b n v h V b v v 1 e S b ■/ d u e n u f r V f I * d r s X J

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