Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 92 (18.11.1924)
- Date
- 1924-11-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Seite CSS IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92 zwei so verschiedenen Generationen der jüdischen Arbeit führen wird. Schon der Krieg mit seinen gemeinsamen Leiden hat manche vorkrjegerischc Schärfe ausgeglichen und die Entwicklung könnte vielleicht zu einem größeren gegenseifigen Verständnis führen, besonders wenn die Kolonisten sich von ihrer Abneigung■ der jüdischen Arbeit gegenüber immer mehr befreien, ihre menschliche und nationale Pflicht in dieser Frage cinsehcri und die Arbeiter mehr Ehrfurcht für die Tradition und mehr Verständnis für die besondere Schwere des ersten Pioniertums zeigen würden. Bas llcir.aras&iij c!2r ärztir Dem Memorandum, das die arabische Exekutive der Mn•ulats-Komtnissioi» des Völkerbundes überreicht bat, entnclmion wir folgendes: Das Memorandum ist aufgebaut auf der These, daß die Errichtung eines jüdisch-nationalen Heimes in Palästina, das die Heimat der palästinensischen Araber ist, eine Ungerechtigkeit bedeutet. Der Hauptzweck des Mamlatssysteins überhaupt sei die Erziehung der Bewohner der Maridatsterrijoricri zur Selbstverwaltung und ihre Vorbereitung zur Unabhängigkeit; dieses Ziel kann aber in Palästina nicht erreicht werden, solange die Politik des jüdischen nationalen Heimes fortgeführt wird. Die Palästina-Administration, an deren Spitze ein begeisterter Zionist stelle, habe bei ihrer Degfmstigung der zionistischen Politik ihre Hauptpflicht, für den ökonomischen Wiederaufbau des Landes zu arbeiten, vernachlässigt. Das Memorandum bespricht die verschiedenen Versuche der Regierung, gesetzgebende Körperschaften zu schaffen und erklärt, daß in dem vorgcschlagcncn ge-ei׳/- gebenden Rat die zwei jüdischen Abgeordneten zusammen mit den Regicrungsbcamten die Majorität gebildet hätten. Die Verwaltung der Wakuf durch den Obersten Moslemischen Rat habe den Beweis erbracht, daß die Araber zur Selbstver- Wallung fähig sind. Die Regierung wird beschuldigt, durch ihre Wirtschnftsgesetzgebung die arabischen Grundbesitzer zum Verkauf des Bodens gezwungen und die Bodenprobe gedrückt zu haben. Bezüglich der jüdischen Immigration wird die Klage erhoben, daß die Regierung, um für die Arbeiter künstlich Arbeit zu schaffen, Juden bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt und dadurch Arbeitslosigkeit unter den Arabern hervorruft. Palästina geht dem Bankrott entgegen. Die Kosten des Lehens sind i!1 Palästina höher als in irgendeinem anderen f and, und Handel und Industrie stagnieren. Die Öffentliche Sicherheit nimmt immer mehr ah. Die Zahl der Verbrechen ist von 11 00׳) im Jahre 1921 auf 16 700 im Jahre 1023 gestiegen. Dies sei zurückzuführen auf die durch die jüdische Einwanderung erzeugte arabische Arbeitslosigkeit und durch den Haß und die Verachtung, den die Bevölkerung gegenüber der Regierung empfindet. Die Regierung habe unter den jüdischen Kolonien Waffen und Munition verteilt und die Zionistische Exekutive, ermutigt durch diese Haltung der Regierung, habe eine geheime bewaffnete Macht geschaffen, die unter dem Namen ״Hagnnali" bekannt ist. Das Memorandum erklärt, die Gehälter der Regierungsbeamten betragen 50—700/0 der gesamten Einnahmen des Landes und über 300 dieser Beamten seien Auslancier. Der Gebrauch des Hebräischen als offF ziehe Sprache erfordert eine große Anzahl von Uebersetzem und Dolmetschern imd verursacht also unvcrhältnismäßige Ausgaben, die die Steuerlast der Bevölkerung vergrößern. Die Ru t b c n b c r g K o n z cs s i 0 n sei ein ungerechtfertigtes Monopol und cs wird erklärt, daß der Kon/cssionär kein einziges der Erfordernisse der Konzesrion erfüllt hat. Zum Schlüsse sagt das arabische Memorandum, daß die täglichen Reibungen zwischen Arabern und Juden, deren Anschauungen, Grundsätze, Sitten und Gebrauche diametral^ entgegengesetzt sind, den Haß zwischen den beiden Gemeinschaften fördern und verstärken, und es muß die Zeit kommen, wo dieser Haß einen solchen Grad erreicht hat, daß er sich über alle moralischen und politischen Hemmungen hinwegsetzen wird. Das Memorandum gipfelt daher in der Forderung nach Errichtung einer nationalen k on s t i f 111 i 1< י e 11 e » Regierung ,in Pnlästina, in welcher die beiden Gemeinschaften, die arabische und die jüdische, vertreten sein werden im Verhältnis zu ihrer Zahl, die sic vor der Anwendung der zionistischen Politik erreicht batten. Die psISstlitensIscIt - Jüdische Griaelntkordcaag Das Büro der Agudas-Jisrocl teilte der J. T. A. am 11. November mit, daß die A gud a h - De leg a t i 0 n in Genf aus Gesprächen mit dem Öberkommksar Herbert Samuel und anderen repräsentativen Persönlichkeiten erfahren hat, daß nicht beabsichtigt wird, die vom Waad Leuml vorgeschlagene palästinensische Gcmcindeordnung ln der gegenwärtigen Form zu ratifizieren. Dies stünde in Widerspruch mit früheren dezidierten Erklärungen des Obcrkommissars, der selbst die Bestätigung des Entwurfes vorgeschlagcn und sich warm dafür eingesetzt hat. Es scheint sich also um eine Propaganda-Meldung der Agtuia zu handeln, bei der der Wunsch Vater des Gedankens ist. Der Scheich Cer Senussi is Jerusslea Schcrif Sidc Ahmed, der Oroße Scheich der Senussi des Sudan, ist am 12. November aus Damaskus in Jerusalem eingetroffen. In einem Interview mit der Pah Teh-Agentur teilte der Scherjf mit, er sei auf dem Wege nach Mekka. Wenn die Umstande cs gestatten, so wolle er zwischen König Aii vom Hcdschas und dem Sultan I b n Saud vermitteln. Er dementierte die Gerüchte, daß fcr sich zum Kalifen proklamieren lassen wolle. Musianha Kenia!, sagte er, habe 111m das Kalifat an ge boten, aber er verweigerte die Annähme. Er sagte, Ibn Saud sei ein fähiger Herrscher und wohl imstande, eine Vereinigung der arabischen Lander herbei- Zufuhren. Spende für die Jüdische Natlonaibibllotliek!n Jerusalem. Herr Dr. Viktor Jacobson, zurzeit London, hat seine gesamte, in Konstantinopel zurückgelasscnc Privathibüojhck, Bestehend aus föf» Bänden, der Jerusalemer Bibliothek zum Gerche.uk gemacht. Die Bibliothek umfaßt zum großen Teil natioiialökonomischc Literatur in russischer Sprache, ferner neue Schriften zur Geschichte des Orients und der Türkei. Die Bücher sind bereits in Jerusalem cingctroffen. £10 Cr-:3:::c:״b2 der pl!״süiicl:c*h±c2 I\t.cc3 Vor einem halben Jahr berichteten wir an dieacr Steife, daß sich die verschiedenen Fraueuvcrcinc, die in» Laufe der drei letzten Jahre in Palästina unter dem Namen ״Hlstadrirth naschim ibrioth“ entstanden sind, zu einer Lnmlcnorganisation, der iistadruth naschim ibrioth b' Ercz Israel“ zusammengeschlossen haben. Nach sechsmonatiger Tätigkeit hat diese junge Organ!- «ation die Vertreterinnen ihrer Ortsgruppen nunmehr zu einer Tagung in Haifa vereinigt. Vertreten waren die Gruppen Jerusalem, Haifa, Tiberias, Safed, Rechoboth, Pctliach Tikwah und Jahiiieh Tcl-Awiw, das für alle Bestrebungen organisierter sozialer Arbeit besonders unzugänglich erscheint, hatte noch keine Vertreterin schicken können. Den Vorsitz führte Frau Ncliic Mechenson. Diese Versammlung bot zum ersten Male eine Möglichkeit, räch von dem derzeitigen Stand und den weiteren Aussichten organisierter Frauenarbeit in Palästina ein Bild zu machen. Bei'der konstituierenden Versammlung zu Purim waren die einzelnen Persönlichkeiten und Tendenzen etwas überdeckt worden durch die ungemein starke Persönlichkeit der damaligen Präsidentin Miß Szold und deren Wunsch, der noch ganz unbeholfenen, eben erst entstehenden Organisation den Weg zu weisen. Auf dieser zweiten Tagung mußte cs siel! zeigen, ob die Frauen auch ofinc eine so über- Icgene Führung imstande sind, zusammen zu arbeiten. Um das Resultat vorweg zu nehmen; Es sind in verschiedeneu Orlen schöne Leistungen oder doch mindestens hoffnungsvolle Ansätze zu Leistungen aufzuweisen. Die Arbeit beginnt sich zu einem System zu verdichten. Eine ganze Anzahl von Frauen, die bisher keine Möglichkeit sahen, am öffentlichen!.eben aktiven Anteil zu nehmen, haben durch die Histadruth Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Kräfte erhalten. Bei einer einigermaßen festen Leitung — und die von Frau Mochcnson war ebenso fest wie objektiv und umsichtig —■ gelingt cs, die Diskussion auf einer sachlichen! iöhe zu erhalten und 8ic zü einem fruchtbaren Anstoß für weitere Arbeit zu machen. Andererseits: Die palästinensischen Frauen müssen noch viel an sicli arbeiten, um einander zu verstellen und die durch verschiedene Herkunft und Erziehung bedingten Unterschiede der Eigenart in den einzelnen Bcvölkcrimgskrciscn zu überwinden. Sie müssen sich sehr zu disziplinieren suchen, uin nicht von Anfang on einer unfruchtbaren Parteibikiung zu verfallen, ln ihrem Programm müssen sic sich davor hüten, nach jeder vom Augenblick gebotenen Arbeit zu greifen (es gibt in Palästina kaum eine Arbeit, die nicht in irgendeinen» Augenblick als die wichtigste erscheint), sondern sic müssen sich ein bestimmtes Arbeitsgebiet wählen, das nicht zu eng zu sein braucht, aber auch keinesfalls zu weit sein darf. Und endlich — ein wesentlicher Punkt: sic sollen zuerst aus eigener Kraft etwas werden und schaffen, ehe sic mit den Frauen des Auslandes in Verbindung treten und sich auf deren Hilfe verlassen. Besonders von dieser letzten Forderung hangt die moralische Kraft der jungen Organisation ab, Unter den in Haifa vertretenen lokalen, Organisationen gewährte vor allem die Jerusalemer Gruppe, als die älteste und stärkste, ein erfreuliches Bild von Energie und Zielbewußtheit. Hier sind, neben der Schwangeren- und Säug» iiiigsfiir,sorge eine Reihe weiterer wichtiger Unternehmungen geschaffen worden: Nachdem die Histadruth schon seit geraumer Zeit elternlose oder von ihren Eltern verlassene Säugfinge in Pflege gegeben hatte, wird sie h diesen Tagen eine fachmännisch geleitete Kinderkrippe eröffnen. Ein Arbeitsvermitüungsbüro bemüht sicli vor allem um die Unterbringung von ein gewanderten Mädchen fr» Arbeitsstellen. Außerdem aber nimmt die Erziehungsarbeit durch hebräische Kurse, Vorträge über hygienische und andere Themen usw. Immer größeren Umfang an. Die kleineren Gruppen bemühen sich — vorläufig tirch nicht allerorten mit dem gleichen Erfolg — diesem Vorbild zu folgen. In der Diskussion tauchten zwei Punkte von besonderen» Interesse auf: die Vertreterin von Jabniel richtete im Namen der gniiiüiY.chen Frauen an die Versammlung die Frage, in welcher Weise dieser Frauenkreis mit den Frauen der Städte ur.d älteren Kolonien an einem gemeinsamen Progr.imm Zusammenarbeiten könne. Das bisherige Programm der Histadruth enthalte in erster Linie die Fürsorge für die Frauen und Kinder der sozialen Unterschicht, die in den gnliläischcn Kolonien so ziemlich fehle. Diese Frage war eine deutliche Mahnung an die Tatsache, daß in Palästina jegliche Organisation, die zwischen Helfenden und I lllfccmpfangcnden scheidet, es schwer finden wird, mit dem Kreise der Arbeiter und Arbeiterinnen in Verbindung zu kommen, der danach strebt, sich ganz auf sich selbst zu stellen und der eine Berührung mit den unproduktiven Elementen im Lande scheut oder geradezu zuriiekweist. Der Trägerin konnte aber erwidert werden, daß die Histadruth nur Ihr hebräisches Kulturprogramm zu erweitern brauche, um die Scheidewand zwischen Gebenden und Empfangenden niederzureißen. Zu einer weiteren prinzipiellen Auseinandersetzung kam es infolge eines Vorschlags von Frl. Dr. Kagan; diese trat dafür ein, daß die Histadruth es zu ihrer nächsten Aufgabe machen solle, Mittel für die Erhaltung einiger Kindergärten zu schaffen, die andernfalls vielleicht durch den Waad Hnchl* mich geschlossen werden müssen. Diese Mittel sollen durch Propaganda im Ausland beschafft werden. Dieser mit viel Wärme vorgebrachte Vorschlag fand den Beifall der meisten Delegierten. Bei einer Minorität, der allerding.־, auch zwei von den drei Mitgliedern der Landesorganisationsieitung angchörten, stieß er dagegen auf heftigeu Widerspruch. Die Gegnerinnen des Vorschlages wiesen darauf hin, daß diese ganze Au (gäbe, die in das Tätigkeitsgebiet des Waad liachtuuch falle, nicht dem Programm der Fraueuorganisation entspreche und weit über die derzeitigen Kräfte der Organisation hinausgehe. Daß ferner die Hlsiidruth sich durchaus nur an Aufgaben wagen dürfe, die sie aus eigener Kraft, aus dar Kraft der palästinensischen Frauen, ohne Hilfe vom Auslände, lösen könne. Und endlich, daß es nicht angängig sei, daß gerade jetzt, da in Amerika die ״Hadassah“ den Frauen ein bestimmtes Programm aufgestellt hat und in den übrigen Ländern die ״Weltorganisation zionistischer Frauen“ die Frauen um ein Programm schart, eine neue Organisation auftaucht und die Arbeit dar anderen stört. Das Ergebnis dieser Diskussion war die auf beiden Seiten sich bildende Ueberzeugung, daß man durchaus zu einer Klarlegung des Verhältnisses zwischen den beiden Organisationen und auf jeden Fall zu einer freundschaftlichen Koopcration gelangen müsse. Gegenüber dem etwas fentiiegenden Vorschlag der lieber• nähme von Kindergärten wurden von einem Mitglied des Organisations-Präsidiums Vorschläge zur Ausdehnung der Ar• beit gemacht, welche die palästinensische Organisation aus eigener Kraft zu lösen imstande ist. Als nächste Aufgaben der Histadruth wurden vorgeschl.igcn: Zentralisierung der Arbeit für Mutter und Kind in Nachbarschaftsliäuscin ,(Volksheimen) in den einzelnen Stadtvierteln; Organisierung von Handarbeifsgruppen (für deren Produkte, dank dem An ge. bot eines ausländisch(« Handelshauses, unter gewissen ßedingimgcn der Absatz so gut wie gesichert ist); Unterstützung der’heimischen Produktion durch die Hausfrauen; Entwicklung der monatlichen Rundschreiben an die Ortsgruppen zu einer Frauenzeitschrift. Bei den an derartige Tagungen noch wenig gewöhnten Frauen fand die Diskussion über prinzipielle Fragen weit mehr Interesse als die über konkrete Arbeitsvorschläge, wodurch die letzteren daher zu kurz kamen. Dennoch zeigte sich so viel redlicher Arbeitswille und teilweise auch eine so kräftige Arbeitsfähigkeit, daß man auf eine starke Entwicklursg der Histadruth rechnen darf. In diesem Falle dürfte sie berufen sein, eines Tages eine wichtige Rolle im Aufhau Palästinas zu spielen. H. H. C, Das Ergebnis der Wiener Knlfuswahlea Die vxin uns in der vorigen Nummer veröffentlichte Meldung der J. T. A. über das Ergebnis der Wiener Kultuswahlcn war, wie wir bereits bemerkt haben, unvollständig. Das endgültige Ergebnis der Wahlen stellt sich vielmehr folgendermaßen dar: Wahlbeteiligung etwa 40 Prozent. Abgegebene gültige Stirnmen: 11865. Davon erhielten die Vereinigten jüdischen Partclcn 11 205, die Sozialisten 2265, der Religiöse Block 013 und die Vereinigung Achduth *151 Stimmen. Demnach stellt sich das Ergebnis: Vereinigte jüdische Parteien 28 Mandate, Sozialistische Vereinigung 5 Mandate, Religiöser Block 2 Mandate und Ach• duth 1 Mandat. Von den gewühlten Zionisten sind zu nennen: Ing. zehn auf die demokratischen Zionisten. Da auch die Mitglieder des Religiösen Blocks zionistisch gerichtet sind, werden die Zionisten zusammen zwölf Mandate besetzen. Auffallend ist der große Erfolg der Sozialistischen Verelnlgung, die sich zum ersten Maie am Wahlkampf beteiligte und insbesondere in der Lcopoldstadt (Judenvicrtel) eine große Stimmenanzahl erlangte. Von den gewählten Zionkten sind zu nennenn: Max Stricker, Dr. Friedmann, Dr. Piasch kes, Dr. Löwenherz, Dr. Ehrlich, Max Markus, Direktor Epler, Architekt Karplus, Dr. Klaber und Oskar O old sc Um idt. Die Mandatare des religiösen Blockes Jakob März und Jakob P i n k a s sind uns gleichfalls als alte Zionisten bekannt. Die TscheehosIow*kel verbietet . , .? Die ״Vors. Ztg." vom 16. d. M. veröffentlicht nachstehende Meldung aus Prag: ״Das tschechoslowakische Unterrichtsministerium hat da» Unterricht an dem von den Zionisten gegründeten hebrä• Ischen Oymnasium in Munkacs (Karpotho-Rußland) ver• bo t e 11." 111 dieser Form kann die Meldung nicht richtig sein* denn das Gymnasium ln Munkacs existiert noch gar nicht, cs soll erst errichtet werden. Die Grundsteinlegung fand vor kurzem unter Anteilnahme der Behörden statt. Sollte jetzt die Tschechoslowakei, deren führende Männer bisher viel Verständnis für die nationalen Bestrebungen der Juden zeigten, der Errichtung Schwierigkeiten machen? Bevor wir weitere Schlüsse ziehen, wollen wir genauere Nachrichten abwarten. Die Chaluz־Be1ve1׳e!ttj unter den Jaden 10 Buchara Samarkand. (J.T. A.) Vor kurzem fand in der großen Synagoge zu Samarkand eine Massenversammlung von Buchara-Juden statt, die der Gründung einer Chaluz-Organi- »atioii gewidmet war. 15 000 Juden ■nahmen an der Ver- Sammlung teil. Es wurden Reden in persischer, hebräischer und jiddischer Sprache gehalten. Folgende Resosu iou wurde einstimmig angenommen: ״Angesichts des physischen und wirtschaftlichen Unterganges der jüdischen Massen sehen die Juden Bucharas die einzige Lösung in der Rückkehr zu positiver Arbeit und der Schaffung landwirtschaftlicher Kollektiven in» Rahmen des Chaluz.“ Zweigorganisationen des Hechaluz wurden in Buchara. Kokand und Pergang gegründet. Alk diese Organisationen stehen mit dem Wcllvcrband ״Hecha• luz" in Verbindung. In Samarkand beginnt in diesen Tagen ein Wochenjournal in persischer Sprache unter dem Titel ״Duschna“ (Licht) zu erscheinen. Wabrsclielnlichc MUderunn des amerikanischen Qaolengcsftm New York. (J.T. A.) In wenigen Wochen werden die Sitzungen des amerikanischen Kongresses wieder beginnen. Man erwartet, daß der Kongreß eine Reihe Milderungen des Einwandcrtmgsgcsctzes zulassen wird, die die Verwandten in Amerika wohnender Personen betreffen. Es wird erwartet, daß Gattinnen, Kinder, Eltern und Geschwister von amerikanischen Bürrern oder von Personen, die im Besitze der ersten Einbürgerungsdoknmente sind, außer der Quote ins. Land werden kommen können. Dies betrifft zehn tausende Emi• granten. Die üdisclie Eismanderiiifi in 4mcr ki New York. (J.T. A.) Laut dem Bericht des staatlichen Einwanderungsbüros sind im Verlauf der Monatc_ Juli und August im ganzen 911 Personen, <Iic_ als Angehörige der jüdischen Rasse verzeichnet sind, cingcwamlcrt. In dein gleichen Zeitraum des Jahres 1923 sind 15 922 Angehörige der jüdischen Rasse in Amerika cingcwandcrt. Aus dem Bericht des Einwamieningsdepartements geht weiter hervor, daß auf Rechnung der Quote 1021/25 bis zum 30. September d. J. die folgende Zahl Visa herausgegeben worden sind: 1:1 Polen 533 Visa (Jalircsqtroic 5732); In Ru• mänien 119 Visa (Jahresquote 603); Rußland *160 Vis; (Jahresquote 2245). Vom neuert englischen Ministerium. Wie Reuter meldet, trat Major Ormsby-G 0 re den ihm angebotenen Posten des Unterstaatssekretärs für die Kolonien a n g c n 0 m ־ men. Das neue Ministerium enthält zwei Juden, Sir Philip Sassoon nis UntersUatssekretär für uiHschFfahrt und Mr. A. M. S a inu e| als parlamcn'arischon Sekretär des Departements für Ueberseehandel. Beide sind jedoc»■ vom jüdisch-politischen Standpunkt bedeutungslos.