Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 92 (18.11.1924)
- Date
- 1924-11-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 055 JUEDJSCHE RUNDSCHAU Nr 02 envälmi, mn die Gruße der in Palästina 2״־ bewältigenden j Aiifftibe?11 reifen. Die KotuinissiOi! konstatiert diese ן Tatsache, ohne‘de״ notwendigen Nachsatz liinzttädzen, : daß auch diese unerhörte Sdiwierigkc.t im Prozesse des Aufbau* gelöst wurde. In! übrigen jedoch begnügt ,sieh die Kommission damit, ihre Ti1c.se von der Kollision durch eine Anzahl Deispieic zu beirren. Den immensen ökonomischen Aufschwung des Landes durch die jüdische Arbeit und die damit zusammenhängende Bereicherung der arabischen Bevölkern״״ die Wohlstand, Stcucrkraft und Knltuniivcau des Landes hebt, wird völlig außer •,clit gelassen. Das arabische Memorandum, das gleich• falls der Kommission vorlag, beschwert sich darüber, daß die Araber durch die Wirtschaftslage und die Bodengesefze gezwungen sind, ihren Boden zu niedigen Preisen an die Juden zu verkaufen. In Wirklichkeit Jiegt die Sache so, daß die Araber sich nur dank dein Zionismus durch Verkauf ihres überschüssigen Bodens airileronlcntlieh bereichern und überdies durch das Eindringen moderner Wirtschafismcthodeu immer mehr Boden dem einzelnen Bauer entbehrlich wird. Alle diese Tatsachen ,scheint die Kommission nicht hinreichend gewürdigt zu; haben. Das arabische Memorandum kann nicht als ehrlich anerkannt werden. Die Darstellung, als ob die Wirtschalt des Landes durch die jüdische Einwanderung bciiachtciligt würde, ist eine groteske Entstellung der Tat- Sachen. Wenn der Völkerbund die Sachlage objektiv i betrachten will, so muß er die Lage in den anderen arabischen Gebieten, wo es zum Teil volle Autonomie und nationale Regierung, jedenfalls keine jüdische Ein- Wanderung gibt, zum Vergleiche heranziehen. Die politischen Wirren, die administrative Mißwirtschaft, die ökonomische Riickstiindigkeit von Ländern wie Mcdschas und Transjordanien ist eine Illustration dazu. Dem gegenüber steht die koilossale Investition von Kapital und Arbeit in Palästina, die Kultivierung von Oedtand, Ent- Bumpfung und Sanierung von ficberverpesteten Landstrecken, der Bau von modernen Städten und Kulturinstitutionell aller Art in Palästina. Die Frage, ab die jüdische Einwanderung dem Lande zum Vorteil oder Nachteil gereicht, beantwortet sidi von selbst. Daran durfte die Mandatskommission nicht vorübergehen, zumal das Memorandum der Jewisli Agency in sachlicher und objektiver Weise alle Tatsachen zusammenstdltc. 111 politischer Beziehung spricht die Kommission die Meinung aus, daß durch die Annahme des Weißbuches vom Juni 1022 die zionistische Organisation einen Weg gegangen ist, der den inneren Frieden im Lande hätte herbeiführen sollen. Dabei hatte die Kommission auch auf jenen Teil des zionistischen Memorandums Beim״ nehmen können, der unter Zitierung der Kongrcßbeschlüsse den VerstiindigungswiHcn der zioliistisclien Organisation zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig aber wird der Wunsch ausgedrückt, es möge in kurzer Zeit gelingen, die Mitarbeit der arabischen Majorität in der zentralen Verwaltung zu sichern. Es wird übersehen, i; daß die Voraussetzung einer solchen Mitwirkung die zumindest stillschweigende Anerkennung der jüdischen i Heimstätte sein müßte. Daran ist bisher die Einbeziehung 1 der Araber gescheitert Gerade in der letzten Zeit ist in Palästina die Strömung unter den Arabern erstarkt, die das Prinzip der ״Non-cooperation", das den Arabern nur Nachteile gebracht hat, aufgeben will. Der Wunsch , der Mandatskommission kann nur so aufgefaßt werden, daß diese Strömungen zu bestärken sind, nicht aber in der Richtung der von der arabischen Exekutive geforderten nationalen Regierung. 1 Für uns ist der Bericht der Mandatskommission | ein Warnungszcichcn, wie viel uns noch zu tun übrig Iler Gott der Rsclie (Theater am Kurfürstendamm.) *Nicht das Schicksal Riwkcles, der gänzlich uninteressanten, farblosen ״jüdischen Jungfrau“, die trotz aller Wachsamkeit mul Strenge in den Bereich des lockenden Lasters gerät, auch nicht die teils matte, teils gelungene ״Milieu“-Darstdltmg' des jüdischen Freudenhauses ist das Wesentliche an diesem Drama, sondern die angcdcutcte, wenn auch nicht zureichend licrausgearbeitcte Problematik des verkommenen Juden Jankel. Nicht Jankel der Vater ist interessant, nur Jankel der Jude. Der Vater hat das begreifliche Streben, von seinen Nachkommen den Makel zu tilgen; seine Tochter Sol! in einer; anderen Welt als der des verrufenen Hauses leben, wünscht; er, natürlich. Der Wunsch ist ebenso banal wie seine schließliehe Nichterfüllung. ן Aber der Jude — cs scheint, daß der Dichter dieses Stuckes sagen wollte: Aus der Tiefe seines Schmutzes, aus , dem Phiiil seiner Sünden, sucht er einen Weg zu Gott. Er ist ein Sünder, aber doch ein Jude — so oder so ähnlich sagt in kleinbürgerlicher Bcsclnviclitigungssudit der Sprecher der offiziellen Verlogenheit, der Schadchen, Rd> Elje; aber (auch der Dichter meint cs, irgendwie, obgleich in anderem Smne. jankel will aus der Thora ein Wunder der Reinigung beschwören; etwas primitiv gedacht, mehr abergläubisch als gläubig; aber in seiner Seele ist ein starkes Siindcnbcwußtscin, er weiß, e r ist verflucht, aber eine Hoffnung behält er, deren Sinnbild die Tochter ist. Die fixe Idee, in seinem Hause autonome Provinzen zu errichten, das Parterre vom ersten; Stock streng zu unterscheiden wie Profanes von hfcili״cm, spiegelt auch in dieser Verzerrung noch etwas Wahres,'“aus : cer Gcspnltcnheit des Juden wieder, die verhängnisvolle; Neigung, auch die Seele zu teilen .... Aber dies“ gelingt : ebenso wenig wie die Scheidung der zwei Stockwerke in dem Stück gelingt. Etwas Paralleles ist in der Szene, wo Hindc, die verbrauchte Dirne, händeringend Gottes Segen herabfleht auf i!!r vermaltes Unterfange!), das Kind ihres Besitzers zur Begründung eines eigenen ״Geschäftes“ zu mißbrauchen. Sic glaubt, ein Anrecht auf Gottes Gehör zu haben. bleibt. Noch ist das Verständnis für das Y'/crc.n unserer Sache nicht in alle Kreise ffcdrungen tinil «tr־:re Gegner, die eine viel weniger komplizierte Sache vertreten, haben einen leichteren Stand. Wir selbst sind nicht frei von Schuld, denn wir haben viel zu wenig getan, um unseren Gedanken populär zu machen und die leitenden und gerecht denkenden Persönlichkeiten aller Völker mit den Tatsachen mul Tendenzen des Zionismus bekannt zu machen. Unsere politische Propaganda, deren Notwendigkeil gerade jetzt vor einem Jahre In der Sit™״״ des A.-C. in London mit aller Schärfe betont wurde, hat beinahe gänzlich aufgcliöit Von einer systematischen Arbeit, die damals in Aussicht genommen wurde, ist nicht.; zu spüren und nichts zu merken. Eine zionistische Vertretung beim Völkerbund existiert nicht und die Ge-!egenheiien m einer Fühlungnahme mit der politischen Welt, wie eie sich etwa bei der letzten Plenarsitzung• des Völkerbundes in Genf boten, werden nicht ausgentitzt. Wir wissen nicht, was geschieht, um das neue englische Parlament mit unserer Sache vertraut zu machen, Wir wissen nicht, ob das Memorandum der Jewird) Agency an den Völkerbund, das eine würdige Propaganda da8׳tc'lt, den führenden Politikern und Männern des öffentlichen Lebens aller Völker zugänglich gemacht wurde. Wir vermissen eine zielhcwußte und systematische Arbeit, die sich nicht damit begnügt, einzugreffen, wenn gerade ein besonderer günstiger oder ungünstiger Anlaß — meist ein ungünstiger — voriiegt, sondern die Politik auf weite Sicht macht, rechtzeitig vorbaut und vorarbe'tct. Wir vermissen auch bis heute die Anfänge einer apa* bischen Politik, einer Fühlungnahme mit der Islamischen Weit von Indien bis Angora, die wahrscheinlich in immer steigendem Maße für die Zukunft Palästinas von Bedeutung sein wird. Hier bietet sich ein unülaersehbares Feld für konstruktive Politik. Wenn der Bericht der Mandatskommission für uns unbefriedigend ist, dann sollen wir daraus die Lehre ziehen, daß unsere politische Arbeit systematischer gestaltet werden muß. Sie ist auch I)eute noch ein unentbehrlicher Bestandteil unscrer Aufbauarbeit R. W. Der ״Donr Bafont" doch angeklajt Jerusalem. (J. T. A.) Auf Grund des Berichtes des britischen Polizeirichters hat die Regierung beschlossen, den Redakteur der hebräischen Zci'itng ״Danr Hnjom“, wegen des ,1111 20. August verüffen'licliteii Artikels, in welchem in bezug auf Hans Hcrzls Taufe eine btasptiemkctie Bernerkung enthalten ist, vor Gericht zu laden. Die Gericht!• Verhandlung wird am 25, November stattfinden. Schon im Oktober haben bekanntlich der lateinische Pafrinreh von Palästina, Mgr. Bnrfassina, sowie die Paläsiim-nsiscli-Arabischc Ex ku ive d'c E nlc'stvng eines Gerichts. Verfahrens gegen ״Doar llpjam“ gefordert. Inzwischen hat die Zeitung ״I) ־.r Hnjom“ eine Erklärung veröffentlicht,'daß sic nicht die Absicht hatte, die Gefühle der Christen zu verletzen. Die Regierung erachtete diese Erklärung als genügend, umi cs wurde an ge kündigt, daß keine gerichtlichen Schritte gegen ״Donr i laj^m“ unternommen würden. Mgr. Barlassina hat dann in der katholischen Presse der ganzen Welt ein Schreiben veröffentlicht, In welchem er die Katholiken nuffordert, gegen ״Doar Hnjom“ zu protestieren und in alten Kirchen Gottesdienste nbzuhalten, um die ״Infame Herabsetzung des christlichen Heilands zu sühnen“. (Dr. Wcizmann nahm ain 10. Oktober In seiner Ansprache an die Vertreter der auswärtigen Presse In Jerusalem Gelegenheit, darauf hinzuwelRen, daß die, wenn auch scherzhaft gedachte Bemerkung des hebräischen Blattes, die Mißbilligung der Zionisten gefunden hat. Es war Jn der Tat bloß die Entgleisung eines unverantwortlichen Journalisten, die sowohl die palästinensische Judcnlicit, als auch die verantwortliche» Inhaber der Zeitung seihst bedauern. Auch das Londoner Zwitralorgan ״New jttdara“ schreibt In seiner letzten Nummer in diesem Sinne. A. d. R) Audi Jankel glaubt, h-offt, klammert stell verzweifelt an Gott. Und das Stück beginnt eigentlich erst dort, wo die i!andiimg bereits zu Ende Ist: als Gott den Mann zurückstoßt. Hier setzt das Drama Jankcts ein, der In all seiner unfaßbaren Gemeinheit, Dumpfheit, Rohheit noch einen verdünnten Tropfen Blutes von Israel und Hiob In sich hat; das Gotteskämpferlum des Juden, in einer beispiellosen, schmerzlichen Verzerrung tritt dieses große Erbe des Judentums hier zutage. Denn für Jankel — Im Gegensatz zur Sara —• Ist es nicht wichtig, den Schein zu wahren, die Tochter an einen lernenden Bachur zu verheiraten und auf diese Weise .aus der sozialen Niederungzu befreien; für ihn ist wichtig, daß Gott ihn im Stich gelassen hat. Jankel* Tat ist die Ablehnung der Vertuschung und der äußerlichen Verdeckung. Mit Recht wirds ihm gesagt: nur kein Aufsehen machen, es wird alles applaniert, die Sache Ist nicht so arg, kommt sogar in den besten Familien vor —, die Hauptsache ist, daß niemand was weiß. Diese Maxime der bürgerlichen Verlogenheit weist er zurück, denn er hat einen Handel mit Gott. Die Sache, um die es ihm geht, ist nicht zu verkleistern, der Bruch, den er empfindet, Ist nicht wieder ׳nifz.imiachen. Er kann nur Gott den Kampf nnsagen, den Fehdehandschuh aufnehmen. Und er trotzt, aber sein Trotz, ist nicht von der Art des Prometheus, sondern Hegt wn Problcmkrets des Hiob; ein Schuld- und Fluchbeladener geht, Gott fluchend, unter. Der Dichter hat das Thema nicht n* voller Größe entwickelt. Ls ist im Ansatz stecken geblieben, und die unreale und oft brutale TheatfaUk überwuchert. Das Drama befriedigt künstlerisch um 60 weniger, als auch die Charaktere im Schablonenhaften bleiben und die Handlung nicht zu fesseln vermag. Trotzdem hat das Stück, besonders Im?weite!) mul dritten Akt, starke Momente von poetische? und dramatischer Wirkung. Pie Aufführung kn Theater am Kurfürstendamm litt vor allem au dem Zwiespalt zwischen Inhalt und Sprache, der bei keiner IJcbersetz.ung so peinlich fühlbar wird wie bei einer Uebcrsctzmig aus dem Jiddischen. (Unverständlich übrigens, warum der Tiu-aicrzctid nichts davon weiß, daß cs sich um chic Ucbcrsctzung 'handelt.) Der Vcrsucli einzelner Darsteiler (Licho und Stahl-Nachbaur), durch gelegentliches Jüdeln Brief aas PaÜLsiiaa h.b. Jerusalem, 5. November 1021. Der 2. November, der Tag der Balfour-Dcklantion, Ist rubig vorül1ergegnr!gc«1. Dje Araber haben wohl auch diesmal, wie ’in früheren Jahren, aufgefordert, die Geschäfte n:m Zeichen des Protestes zu schließen, aber die Aufforderung ist nur In Jerusalem, in Jaffa dagegen nicht, befolgt worden, ln der alten Stadt in Jerusalem, wo vor drei Jahren die Unruhen st,•ittge(linden hatten, herrschte etwas Panikstimmung, die »her bald vorüberging. Zu Chantikkah wird die Fakultät für Juda lat lache Forschung, deren Begründung bei der Universitätskcnfcrenz in London im Sommer beschlossen wurde, eröffnet werden. Von den auf der Londoner Konferenz als erste Professoren dieser Fakuiliit eingeladcncn Gelehrten — L. Marpolis Louis Ghisberg, V. Aptowitzcr, Michael Outtmann, Klein. Eugen Mittwoch, Gottho' I Weil, Immanuel Löw, Ach,ad liaam.’Ch. N. Biaiik, Cltaim Heiter — werden bei der Eröffnung zunächst nur die Herren Outtmann, Klein und Margolis anwesend sein. Andere haben ihre Ankunft dir einen späteren Zeitpunkt des Studienjahres a!!gesagt. Professor Outtmann wir« Lsrn ״Einleitung in die Halacha“, ״Die religiösen und rechtlichen Beziehungen zwischen Juden und Nichtjudeti In der Zeit der Tanaim“ und Traktat ״Nesckin“. Dr. Klein liest ״Topographie des Rtch'crbuchcs“, ״Grenzen des Landes in der Zeit der Richter“ und ״Wie Untcrgaliläa und das Osljordanlnnd nach dem Falle Bctlias besiedelt wurden“. Professor Mrirgolis liest über ״Hebräische Punktatlon", über die ״Sq>tunginta-Uel!cr*ctzung“ und übei , Uebcrsctzungcn der Bibel“, Obcrrabbincr J. Löw, dessen Ankunft noch für die Wintermonatc erwartet wird, hat ein Kolleg über ״Sachkunde in unserer alten Literatur4‘ ange• kündigt. Die Frage, wer die Schüler sein werden, welche die Kollegs hören werden, wird sich erst in der Praxis bcant• Worten lassen. Es wird daran gedacht, daß sich um jeden Pro• tessor eine Arbeitsgemeinschaft bildet, welche aus jüngeren Gelehrten bestehen wird, die bereits anderweitig studiert haben, Außer diesen seminaristischen Hebungen sollen Vor• lestingen stattfinden und der Professor über die Zulassung der Hörer zu entscheiden haben. Die Vorlesungen werden auf dem Skopusbcrgc, vermutlieh zunächst in dem Gebäude des Mikrobiologischen Inslltutcs, stattfinden. In diesem Zusammenhang ist eine Nachricht Interessant, welche die arabische Presse über den Ausbau der alibcrühmtcn religiösen Universität der Araber, der Azhar- Universität in Kairo, veröffentlicht und welche ein Streiflicht auf die Strömungen und Bestrebungen unter den Arabern wirft. Die Notiz sei hier im Wortlaut der Zeitschrift ״Lissan ei Arab“ wiedergegeben: ״Die edle Azhar-Schule hat sich bisher damit begnügt, eine religiöse Institution zu sein und ihre Schüler haben sic nach zehnjährigem oder noch längerem Aufenthalt verlassen und außer der Grammatik kein anderes weltliches Wissen besessen. Nunmehr erlahm! wir aus einer Bekanntmachung der Leitung der Schule, daß diese Leitung den Nutzen der zeitgenössischen Wissenschaft clngesehcn hat und die weltlichen Kenntnisse nicht mehr verbannen wird. Die Ankündigung spricht aus, daß den bestehenden Bedürfnissen entsprechend Lehrer gesucht werden für Geologie, Geschichte, Pädagogik, Chemie, Naturwissenschaften, Natur• geschichte, für die humanitären Wissenschaften wie Rechnen, Algebra, Geometrie, Zeichnen und Biologie. Die Ankündigung verlangt, daß die Kandidaten für dieses Lehramt ägyptische Staatsbürger sein müssen, welche im Besitz eines Diploms der Lehrerbildungsanstalt oder der Gewerbeschule sind. Dies ist ein edler Vorsatz der Azhar-Universität, möge Gott ihn gelingen lassen.“ Diese Neuerung an einer der einflußreichsten arabischen Schulen, an welcher Studenten aus allen Ländern des Islam lernen. Wird sicher auch für das arabische Schulwesen in Palästina von Einfluß sein. Daß einige der arabischen Schulen in Palästina schon heute sehr gut geleitet sind, ging unter andern! aus einem ausführlichen Bericht hervor, welchen ״Hanrcz“ kürzlich über die Rashklije-Schule in Jerusalem veröffentlichte. Abreise Professor Wnrbtirgs nach Erez-Israol. In der letzten Woche ist Prof. Otto Warbufg nach längerem Aufcnthalt In Europa nach Palästina ahgcrcist, um die Leitung der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Zionistischen Organlsation wieder zu übernehmen. die harten fremden Worte glaubhafter ru machen, mußte ergebnislos bleiben und peinlich wirken. Herr Geyer, dessen Regie im übrigen alles Lob verdient, sollte das abstcllen. Die Bühnenbilder und die Episoden wie die Bcttlerscenc des ersten Aufzuges sind recht milieugetreu geraten. Von Einzel- Iclstimgcn ist vor allem AlexanderG ranach zu nennen, der in der! ersten Akten trotz Stitnmcnaufwand etwas farblos blieb und erst im dritten Akt zu ergreifen vermochte. Man vermißte bei ihm die seelischen Kämpfe, seiner väterlichen Für• sorge fehlte die überzeugende Wärme des zutiefst bebenden Vaterherzens. Er spielt gutes Theater, aber er vermochte die Rolle nicht zu vertiefen und zu verinnerlichen, und das war eine gewisse Enttäuschung, Weit erfolgreicher war die Charakterlsicrungskunst von llka Grüning, die die naturhafte Gemeinheit der Sara unnachahmlich oft durch bloßes Augenspicl und Stimverzichcn zum Ausdruck bringt. Herr Stahl-Nachbaur, Frau Unda, Herr Licho, Herr Zllztr geben ausgezeichnete Typen, die Damen Aschenbacli, Haak und Anncnkoff recht anmutige Dirnen. Die Darsteller fanden bei der Premiere wohlverdienten, lange währenden Beifall, R. W. Joel Engel Der bekannte jüdische Komponist Joel Engel begibt sich demnächst nach Tcl-Awiw, um dort die Leitung des jüdischen Konservatoriums und der Musikschule ״Sulamith“ zu übernehmen. Anm. d. Red. Vor etwa zwanzig Jahren begann der schon damals berühmte Moskauer Musikkritiker und Komponist Julius (Joel) Engel sich mit jüdischen Volksmdodieu zu beschäftigen. Er bearbeitete diese Melodien, zog ihnen sozusagen ein modernes, europäisch-musikalisches Gewand an, und in dieser neuen Form führte er diese Melodien einem Kreise von Musikern, Künstlern und Gelehrten vor. Die Ucbcrrasehung war grenzenlos. Man lernte unverjjiutet das damals völlig mißachtete jüdische Volkslied kennen und entdeckte ln ihm einen ungehobelten Schatz von Schön• heit, ein Meer künstlerischer Möglichkeiten uiid ein breite* Feld für nationale künstlerisch? Betätigung. Das seit Jahren verwaiste Volkslied der Juden fand in Engel einen zärtlichen Pflegevater und als solcher ge-