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Jüdische Rundschau · 1924-11-07 · Heft 89 (7.11.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 89 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kr. 80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 033 Keren llajessod und Privatinitiative : yon Abraham Goldbcrg, (New York, derzeit Berlin), Man ititiß *!!geben, daß die ersten Verteidiger des PriviitiiiiativKcd.nikcns in!unserer Bewegung offene oder ge• : iicitnc Gegner des Keren llajessod gewesen sind. Einige v011 ihnen haben sogar die Idee des Nationalkapitals, weichest (Pis!'!!!idament des jüdischen Heims bilden sott, heiß bekämpft, per k'ccnvcrhindinig wegen ist der Ausdruck ״Privatinitiative“ : /t1 einer Art Kriegserklärung gegen den Keren llajessod ge- \ «au!!!. Set/t sich jemand für Privatinitiative niit Wärme | ein. so man in Kreisen des Keren llajessod aufm-; horchen ־uml uadmtspiircn, ob nicht in der ganzen Rede eine versteckte Absicht liegt, die Hoden',1111g des Keren Hajessod licrabzusctzcn und dadurch direkt oder indirekt seinen Erfolg ^1 hceiiiträelttigcn. Psychologisch ist das erklärlich. Es wäre aber für unsrre Bewegung geraden! gcfälirtiet! und im höchsten Maße kompromittierend für die Realpolitik, <lie wir betreihen sollen, «ein! man solche Fragen vom sentimentalen oder psychologischen Standpunkt aus behandeln wollte. Die Anhänger des Keren llajessod sollen doch nicht deswegen in Extreme veriaUcn, weil die ersten Anhänger der Privatinitiative eine Torheit begingen, indem sic ihre Idee, die sie auf Kosten des Keren llajessod auf eien ersten Platz setzen wollten, in ex!reiner Wci;c propagierten. Wem! wir wünschen, daß der Keren Hajessod — und icli* ״!;nibe, das wünschen wir Alle — gedeihen, seine Einnahmen vergrößern und einen Namen verdienen soll, so ist erfordcrlicli, daß wir in Zukunft der Privatinitiative gegenüber eine andere Stellung cinnchmcn als bisiier. Es wird nicht genügen, daß wir, wenn man *ups an die Wand drückt, erklären, wir seien keine Gegner der Privatinitiative und uns im Gegenteil sehr freuen würden, wenn unsere Industriellen, unsere Kapitalisten und unsere großen Techniker kommen und arbeiten werden. Es wird uns nichts helfen, wenn wir uns an die Brust schlugen und sagen, daß wir diejenigen sind, die durch den Keren Hajessod den Boden für eine breite Arbeit der Privatinitiative vorbereiten. Auch die Pose, die wir oft cinnchmcn und die schöne Wendung, die wir gebrauchen ״Sollen sie kommen, die Tore sind offen“, wird irns nichts helfen. Diese hissez-faire-Politik paßt nicht 31 unserer ganzen Auffassung vom Zionismus, widerspricht der Idee des Keren Hajessod seihst, zeigt einen Mangel an Verstiindnis uml Erfahrung, wie neu: Gebiete aufgehnut werden und ist in Wirklichkeit eine intellektuelle Unchrlichkeit. Wir verbergen unter all den Worten unsere wahre Ueberzeugtmg, daß wir nicht glauben, daß die Privatinitiative viel tun wird oder viel tun kann, daß wir uns in Wahrheit auf den Keren Hajessod verlassen und glauben, daß er und nur er allein das Land aufbaucn kann, daß wir in Wahrheit an den! jüdischen Individuum an sich zweifeln. Wir appellieren nicht mehr an das Individuum, daß es aufbaucn soll, sondern wir glauben an das Individuum auf diese Weise hcranztikommen, daß wir eine künstliche Einheit schaffen, welche den Platz des!invollkommenen einzelnen Juden ckmchincn soll. Mit anderen Worten: wir flüchten vor der Feindseligkeit und dem Zweifel an dem Juden zu der — Judculicit. Das ist nicht bloß an sich ein falscher Standpunkt, denn durch alle psychologischen Erklärungen und Unterschiede, die wir zwischen den! Einzelnen und der Gesamtheit gemacht haben, die aus Einzelnen besteht, ist doch das Fundament jeder Gesamtheit das Individuum. Sollte der einzelne Jude wirklich so schlecht und so unverbesserlich sein, dann kann man in letzter Linie auch von der Gesamtheit nur sehr wenig erwarten. Aber es verhält sich damit noch viel sclilimmer, denn die Wahrheit ist, daß der Keren Hajessod nicht nur nicht wachsen kann, wenn wir nicht unsere Meinung über den einzelnen Juden ändern, sondern die Keren Hajessod- Sammlungen können auch nicht viel leisten, wenn sic nicht von der Privatinitiative parallel unterstützt werden. Wenn cs richtig ist, was wir behaupten, daß die Privatinitiative ohne den Keren Hajessod nicht viel ausrichten kann, der bahnbrechend und wegweisend ist, so ist cs nicht weniger richtig, daß auch der starke Keren Hajessod viel ausrichten kann, wenn er nicht direkt gestützt wird von einer Reihe von Arbeiten, die wir mit dem Ausdruck ״Privatinitiative“ bezeichnen. ' 1 i Gegenwärtig snmmrlt der Keren Hajessod gewisse Summen, nicht sehr große aber auch nicht sehr kleine, und verteilt sie auf verschiedene Posten. Der größte von ihnen ist die Kolonisation. Die übrigen sind größtenteils echt unproduktiv, so wichtig sic auch sind. Sic sind vielleicht sogar wichtiger als alles, was wir tun, z, 13. die hebräische Erziehung, aber unproduktiv sind sie doch. Das Geld, das wir für den Kolonisatiorisplan bewilligen, verschafft 11118 im besten Falle eine kleine Zahl von Kolonisten. Vielleicht wird das mit der Zeit besser werden. Radikale Eroberungen können jedoch auf diesem Gebiete nicht gemacht werden. Fünfzig Kolonisten mehr fünfzig Kolonisten weniger im Jahr — das kann das jüdlsche Heim nicht schaffen. Es ist daher verständlich, wenn es wahr ist, was unsere Zeloten der Landarbeit glauben, daß nur in ihr lind in ihr allein die einzige Hilfe liegt und daß nur sie die anfbaticndc Kraft in der Errichtung des jüdischen Heims ist — daß etwas unternommen werden muß, damit wrr aus der Enge in die Freiheit!unausgeführt weiden. Was soll das sein? Die Antwort ist klar: Wenn wir neben der Kolonisalioin, Industrien, basierend auf der Agrikultur, schaffen und Kon- *ervenfabriken, Oelraffinerien, Zuckerfabriken, Textilfabriken, Scidcnfabrlkcn und Laboratorien, die alle Möglichkeiten ausnutzen, die die Flora Palästinas bietet, errichten, dann kann unsere Kolonisation leicht verzehnfach! werden auch bei den Möglichkeiten des Keren Hajessod, Fh'e weitere Antwort ist rbenfalU klar: Wenn wir z. B. auf dem Gebiete der Touristik Erfolge haben, werden wir eine weitere Klasse von Landarbeiten! ernähren können, die nicht alle direkt Getreide hauen, aber, die mit dem Lande dadurch verbunden sind, das sie Gemüse ziehen, Geflügelzucht treiben, Honig erzeugen ׳"»״. für die Touristen, die das Land jährlich besuchen. Auch das bietet große Koloiiisationstnöglichkciten. Dazu kommt noch ein Umstand, den inan vom Stand- P״״kt des Keren Hajessod betrachten muß: Palästina ist in den Flächenmaßen kein großes!.and. "^deutende Teile des Landes befinden sich in den Händen ,kr Fellachen, die wir schwerlich erwerben werden. Nur einen gewissen Prozentsatz in den Händen der Großgrund- I hesitzer werden wir kaufen können, der aber für eine große I ßezölkcrung bei extensiver Kolonisation nicht ausreicht. 1 Durch die Not müssen wir also zur intensiven Bearbeitung r-uauBc..r.::uBacr:r.:«r.!:::־. f’Hinr'fpp'N *!־זיי׳־ירז■ iiüylttiüiliu XIII. Semester. Iil SÄ J Din Vorbesprechung zwecks endgültiger Festsetzung des [1 fj Ftundcnplnns in der Anfängerklasse für Erwachsene findet | Sonnabend, «Jen 8. November, 7 Uhr abends, im Plätze• jjj 3 'ctmictungslnu'o der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger g Li Straße 22, »mit. fl n N, BerggrUn! Charlottenburg 2, Lelbntzitr. 26. 3 HtlüaQlliMBnriaif OQBBBEQO&HQ&BBOQB&BHQCCGQBBBonHBBS■ kommen: wir müssen!ms auf einige Spczinlartikcl bcschränken und müssen viel für eien Export arbeiten. Mug!ms das gefallen oder nicht, die Geographie des Landes sind wir nicht imstande zu ändern. Mögen wir es wollen oder nicht, von den Fellachen wird vielleicht ein Teil emigrieren, vielleicht wird cs uns gelingen, Teile des Landes von ihnen abziikaufcn. Und sogar die Möglichkeit, Land von ihnen zu kaufen, ist durch unser Beispiel der intensiven Kolonisation prajudiziert. Damit meine ich, wenn wir die Möglichkeit der intensiven Kolonisation beweisen, dann werden unsere Nachbam vielleicht unser Beispiel nachahnicn und werden Teile ihres Bodens, die jetzt extensiv bearbeitet werden, uns zu guten Preisen abgeben. Von jedem Standpunkt aus müssen wir uns auf intensive Kolonisation vorberciten und für den Export arbeiten. Das erfordert Fabriken, Kühlhäuser, Transportmittel, Techniker, technisches Wissen und Reklame. Kurz, gesagt: alle Kenntnissc und Erfahrungen, die die Großindustrie hat und die wir nicht haben. Unser Erfolg in der Kolonisation, den der Keren Hajessod auf seinen Schultern trägt, ist daher eng mit dem Erfolg verbunden, den wir in der I icranzichung von Männern der Privatinitiative aufweisen werden, den- Kapitänen der Industrie, wie man sie im Englischen nennt. Mit unseren geringen Geldern können wir das nicht erreichen. Da9 verlangt große Kapitalien und nicht nur Kapitalien, sondern Erfahrung mul Kenntnis im höchsten Grade, von der wir bei unserer jetzigen Zusammenstellung verschwindend wenig besitzen. Was tun aber jetzt die Anhänger der Keren-Hajessod- Idee? Sie sind bereit, zuz.ugcbcii, daß man mit den Geldern des Keren llajessod für ag »kulturell-industrielle Unternehmungen nichts ausrichten kann, da man das wenige Geld, das vorhanden ist, nicht zersplittern will. Diesem Gedanken applaudieren sie gern, denn er erlaubt ihnen, das Geld für das bißchen Kolonisation zu behalten. Aber sic verstehen nicht die Konscqticnz aus dieser Erkenntnis zu ziehen. Die Konsequenz ist ganz einfach: wenn der Keren Hajessod das nicht machen kann, gibt cs nur ein Entweder-Oder. Entweder wir suclien diejenigen, die es machen können, setzen all unsere Energie dafür eh! und begnügen uns nicht, mit gefalteten Händen dazusitzen und zu warten, bis sic kommen, oder wir bleiben bei dem, was wir jetzt tun, das heißt, daß wir schließlich von der hervorragenden Rolle, die wir jetzt spielen, zu der Position eines unbedeutenden Vereins herabgedrückt werdet!, der ein paar׳ hundert׳ ״ Julien jährlich kolonisiert. Es genügt nicht, zu sagen, ja wir werden das Unsrige tun, sollen sic kommen und das Ihrige tun. Das ist gewissermaßen auf eine intellektuell unehrliche Weise zugegeben, daß die Andern besser als wir sind. Denn während wir unsere Arbeit durch Agitation betreiben, sic durch eine angepaßte Propaganda beschleunigen, erwarten wir von den Andern, daß sie besser als wir sind und von selbst kommen. In Wirklichkeit ist cs doch nicht so. In Wirklichkeit glauben wir doch, daß die andern Elemente nicht nur nicht besser, sondern schlechter als wir sind. In Wirklichkeit geben wir doch, wenn wir unter uns sind, zu, daß die Großindustriellen, die Kapitalisteii und sogar der Mittelstand, wenn er etwas wohlhabender ist, doch sehr wenig Interesse an Palästina haben, daß sie größtenteils assimiliert sind und daß von ihnen nicht sehr viel zu erwarten ist. Und plötzlich der Großmut, daß sic von selbst kommen werden! Ich glaube nicht, daß die anderen Kreise viel schlechter sind, ich glaube, daß wir alle Kreise zur Hilfe und zur Anteilnahme bekommen körmen, aber ich glaube auch nicht, daß sie besser sind und von selbst kommen werden. Wir brauchen sic für größere Unternehmungen und was wir von ihnen verlangen, ist Plmiierlum und da in Wirklichkeit der Mensel! leider schneller sein Leben als sein Geld gibt, miir.scn wir eine beständige, mit. Leidenschaft durchgeführte Agitation in diesen Kreisen führen. Das ist unsere Aufgabe, das heißt, die Aufgabe des Keren llajessod. Wenn er allein die Industrien nicht begründen kann, denn dazu fehlen llun die Kapitalien und die Fachkciiutnisse, kam! er und soll er die Agitation dafür führen. Er soll die Institute begründen, welche die Daten sammeln, welche den Kontakt schaffen zwischen unserem Land und jenen Männer!! des Schaffens. Dazu hat er die Mittel und das kam! er machen und das ist eine Vorbedingung und ein organischer Teil der Kolonisation, nicht etwas Uebriges, wie ein Geschenk, das mar! einem Bettler zuwirft. Es muß ein Posten, ein wichtiger Posten, wie alle änderet! Posten in der Kolonisation sein. Dementsprechend müssen auch unsere Losungen andere werden. Sogar in der Agitation für den Keren llajessod müssen wir von der Verteidigung zum Angriff übergehen. Denn gewöhnlich, weilt! wir für den Keren Hajessod sprechen, erzählen wir in gebrochenem Ton, daß der Keren Hajessod mit der Zeit die Basis für die Privatinitiative schaffen wird und damit basta! Anstatt daß wir zu allen unseren Zuhörern sagen, daß der Keren Hajessod die Judculicit auffordert; Geld zu geben für die nationalen Arbeiten und unsere Kapitalisten, Techniker, Groß- und Klcinimlustriellcn nuifordert -• in erster Reibe die unter den Zionisten —, daß sic kommen sollen Gruppe V/est-Charlottcnburs der B.Z.V. Mittwoch, ilon 12.November, nhonils pünktl. 8*/« Uhr, im Garten anal der Logo, Klolstitraßo 10. Herr £>r. ßiesrcdi Apfel! '״ßiriöilkiiiCfibisc nüGii und In Palästina:1 *Sämtliche Mitglieder u.Freumlo der 13. Z.V. alnil bestens e;ngoladon. Eiofaluuug von nichtzlonlstirclen Gälten erwünicht. mit ihrem Geld, ihrer Erfahrung, ihrer Technik und jhrem Wissen, um auf der Basis des Geschaffenen den weiteren Aufbau zu beschleunigen. Denn mit ihrem Schaffen stärken sic auch die Basis. Zu gleicher Zeit muß auch unser Apparat iimgestcllt werden, unser technischer Apparat, unsere Handelskammer, unser touristischer Apparat. Ls muß in bestimmten Kreiset! eine andere Agitation betrieben werden. Nach jeder großen Keren-Hajessod.Versammlung müssen kleine Versammlungen zwischen den Gruppen der Männer des Schaffens staUfindeu nicht mehr zu dem Zweck, ihnen noch ein bißchen Geld abzunchmcn für den Keren Hajessod (das auch!י, aber noch viel wichtiger ist c<!, sie hinzuwcisci! auf ihre Pflichten auf den verschiedenen Gebieten des Schaffens und von ihnen zu fordern, daß sic siet! für diese große Aufgabe vorberciten. Nicht alle geben für den Keren Hajessod, wieviel sie können, nicht alle werden liingchcn, 11m auf dem Wege der Privatinitiative in Palästina zu arbeiten. Einige geben für den Keren Hajessod und einige werden liingchcn, um mit ihren Kapitalien auf dem Wege der Privatinitiative zu arbeiten, das heißt, anstatt daß sic uns M,,nasser geben, werden sic uns die ganzen hundert Prozent gehen und gleichzeitig werdet» sic uns ihre Erfahrung und ihr technisches Wissen geben, so daß die hundert Prozent wahrscheinlich mit Erfolg arbeiten, mit Erfolg «in Lebentang, und neue Werte in dem Lande schaffen werden. Auch auf diesem Gebiet müssen die Anhänger des Keren Hajessod arbeiten, wenn sie wollen, daß der Keren Hajessod ein Erfolg sein soll, sei cs in der Sammlung von Geldern, sei cs in den erzielten Resultaten der in das Land gebrachten Gelder. Pressest! annen Das katholische ״Echo der Gegenwart“, Aachen, veröffentlichte am 20. Oktober einen Bericht ihres römischen Korrespondenten ״Das Mandat über Palästina und die heiligen Orte“, dem wir nachstehende Abschnitte entnehmen: ״Anfangs nächster Woche wird sich beim Völkerbund die Mandatskommission cinfindcn, nut deren Tagesordnung sich auch das Mandat über Palästina befindet. Die Hauptpunkte, um die cs sich handelt, sind bekannt. England, das übrigens den Zionismus begünstigt, machte als Mandatiinnncht im Rat des Völkerbundes den Vorschlag, eine Ueberwnehungskom* mission, die als Vorsitzenden einen Protestanten haben sollte, über die heiligen Stätten einzusetzen. Der Iil. Stuhl bcaulragtc die Bildung einer Kommission von Vertretern aller Religionen, deren Präsident der Konsul einer katholischen Macht sein solle, aber die von der spanischen Regierung cingebraclite Opposition veranlage den Vatikan, den Wechselweisen Vorsitz aller katholischen Konsuln zu verlangen. Der päpstliche Vorschlag wurde dem Präsidenten des Völkerbundes durch den gestern beim Papst in Privataiidienz empfangenen Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Msgr. Magiioni, vorgelegt. Aus mannigfachen, hier nicht näher zu erörternden Gründen sind die Anträge Englands und des Hl. Stuhles nach nicht zur Diskussion gestellt worden. Ob dies nun heilte der f all sein wird? Manche günstige Anzeichen sprechen für ein engeres Zusammengehen des Hi, Stuhles mit Großbritannien in der Palästinafrage. Symptomatisch hierfür ist die jüngst erfolgte Ernennung des Weihbischofs des lateinischen Patiiardien von Jerusalem in der Person des englischen Prälaten Msgr. Kcan. . . . Die Wahl eines Briten wird England gewiß nicht mißfallen haben. Beweis dafür ist die für beide Teile nutzbringende Annäherung zwischen dem britischen Oberkommissar und dem Patriarchen Msgr. Bnrlnssina. . . . Gerade in diesen Tagen hat auch die Kongregation de Propagnndn Fide an Stelle des bisherigen Kustos des heiligen Landes, P. Diotavelli, einen KtistodialpräsiJcntcn, den P. Marccca, O. F. M., ernannt, wodurch man die zwischen Kustodie tmd Patriarchat bestehenden kleinen Meinungsver• s c I! i e d c 111! e i t c n aus dem Wege zu räumen hofft. . . .■ Für Italien besteht außerdem die Frage des Rechtsanspruches auf das Coe nac 11111 m. Jeder weiß, daß dies zu den bcrülimtesten, die reichsten Schätze christlicher Erinnerung in sich vereinigenden Heiligtümern gehört. Dieses Heiligtum, das der Zerstörung während der Belagerung des Titus entging, diese nach dem Grab: des Erlösers am meisten von den ersten Christen verehrte Cmadenstättc, Ist seit 1333 durch rechtskräftigen Akt des Sultans von Aegynten dein Franzi::- knncrordcn *!!gesprochen worden, König Robert von Neapel und Sizilien erhielt vom Sultan die Abtretung der Stätte nicht ohne lange, mit großen Kosten verknüpfte Unterhandlungen, wie wir aus der Bulle Klemens VI. vom Jahre 1312 wissen, als er den Besitz den Franziskanern bestätigte.“ * Im ״Israelit“ macht der Einsender eines Artikels, Dr, C. in B., den die Redaktion einen agudistischeu Akademiker aus Norddeutsch!,and nennt, den eigenartigen Vorschlag, mit Rücksicht auf die bevorstehende Einführung der jüdischen Oemeindcordnuiig in Palästina eine orthodoxe Kolonie ״in der Nähe von Erez Jisroet, am besten in Mesopotamien“ zu gründen. In diesem neuen babylonischen Exil soll eine thoratreue Gemeinde das Kommen des Erlösers erwarten. Die Redaktion des ״Israelit“ wendet sich allerdings gegen diesen Vorschlag und meint, daß die Orthodoxen lieber die Energie, die für eine derartige mesopotamisehe Sied- Iung aufgebracht werden nnißic, fiir eine Kolonie in Erez-israd oder ein neues orthodoxes Stadtviertel atifwenden solle. Noch sei die Zeit zur Flucht und! Mesopotamien nicht gchommmcit, da «lic Orthodoxie cs bisher an jxrsitivcr KraftanstrcngiiMg Ideeller und materieller Natur in Palästina habe feilten lassen. Eine Aktion für ״Solei Boneh“ In Holland. Die Aktion fiir den Verkauf von Aktien der keoperativen palästinensischen Ballgesellschaft ״Solei Boneh“ hat in Holland durch «las Komitee 'für das arbeitende Erez-Israel unter Führung des Mitglieds des Direktoriums des ״Solei Boneh“, Fräulein (Hist» Strumpf, begonnen. A1!1 30. Oktober wurde'durch das holländische Komitee für das arbeitende Erez-Hrael die Ausstellung der Arbeiterorganisation P.1- I ii 9 t i ח a s in Amsterdam cruf net. Bei de n IcierVcli. n Akt der Eröffnung sprachen: Herr Beckmann, Mitglied des Amsterdamer Magistrats, sowie des Kuratoriums v־>m Keren Hajessod; Dr. Woß, der bekannte Zionist und Mit• gtied des Amsterdamer Magistrats; Herr K1 e e rc k oo p e r, einer der Führer der holländischen sozialistischen Bewegung und Fräulein Ousta Strumpf, £E 15.000 — das Kontingent Palästinas fßr den Keren Kajemeth. Die von den Vertretern des Jüdischen Nationalfonds aus ganz Palästina beschickte Jahreskonferenz, die kürzlich in rcl-Awiw «!!gehalten wurde, beschloß, sich für da» Jahr 5635 die Aufbringung von .LE 15.IKK) als das Kon-' tingent Palästinas zum Ziel zu setzen. Die Konferenz sprach zugleich aus, daß sic auf die Mithilfe aller Schichten der Iiidenschaft rechnet, um diese Summe aufztibringen, die den im letzten Jahre gesammelten Betrag um das Vierfach« übersteigt.

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