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Jüdische Rundschau · 1924-11-07 · Heft 89 (7.11.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 89 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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63: MJEDISCHE RUNDSCHAU Nr. m Eine ZenJralsIdlc IBr!:cörllisdic KuIJar (Von unserem palästinensischen Korrespondenten) 11, b, Jerusalem, 28. Oktober 1021. Vor einigen Wochen ist an dieser Stelle über die Schwierigkeiten berichtet worden, denen die Gemcinscliaftsbihlung der aus verschiedenen Ländern zusammonslrömenden, verschiedene Sprachen sprechenden Juden begegne■» und welche sich gerade in der letzten Zeit mit der Vermehrung «ler Einwanderung fühlbar machen. Diese Sorge beschäftigt besonders Clmim Nachman Bialik sehr stark mul er hat in einer Ansprache an Weidmann ihr Ausdruck gegeben. Auf Initiative von llialik ist jetzt in Tel-Aviv ein Ccntrinn für hebräische Kultur 1>״״ Sprache {׳gründet worden. An der Gründung beteiligten sielt die Organisationen «ler Lehrer, der Schriftsteller, der Waad ilnhschon (bekannt• lieh das Institut für die Fortbildung der Sprache) und die Kulturkommission «ler Arbeiterorganisation, Die neue Or- 7;a11isation will durch Zusammenfassung aller in Palästina auf «iem Gebiete der Kultur arbeitenden vereinzelten Kräfte größeren Schöpfungen die Möglichkeit bereiten. Die Zahl «ler in Palästina bestehenden kulturellen Institute ist nicht klein aber dadurch, daß jedes einzelne mit sehr beschrankten Mitteln isoliert arbeitet, sind die Möglichkeiten änderst bcschränkt. Die neue Organisation will besondere Aufmerksamkeit «1er Herausgabe von Schriften für die neuen Emigrauten widmen. Der Palästina-Immigrant — so führte Uialik bei der Gründung «ier neuen Organisation ans — fühlt sieh, wenn er ins Land kommt, isoliert und verlassen, seine Hoffnun״, liier eine herzliche Aufnahme zu finden, wird enttäuscht, besonders wenn er keiner der bestellenden Orgatti- Rationen und Parteien angehört, er fühlt sich ausgeschlossen von «Irin gcsi'Ilschaftlichcn Leben des Landes und gerade die palästinensischen Kulturgüter, vor allein die Sprache, die er sieh noch nicht anzueigiicn imstande war, schließen Dm aus um! bilden eine Mauer zwischen ihm und dem Jisclmv. Dies erzeugt ein Gefühl der Verbitten»!״, ja der Feindschaft gerade gegen die hebräische Kultur und Sprache, Man jtiull fiir diese Emigranten leicht verständliche Bücher und Zeitungen schaffen, muß in großem MaOsfabe Abendkurse cinriciiten, die Volksuniversität mit ihren Wandervorträgen ins leben rufen. Auch auf dem Gebiete der Fürsorge für «las junge Geschlecht hat Palästina nicht alles geleistet. Insbesondere fehlt es an Schulbüchern, trotzdem das 11cbritische Schulwesen nun schon seit vierzig Jahren besteht. Uialik «lenkt an die Schaffung eines ganzen Netzes von Stellen für «1 i e Verbreitung des 11 e 1) r ii ־ is ch cn Buches in allen Volksschichten, Umgekehrt soll aber auch die neue Organisation für eine Ucbcrset/nng der Schöpfungen «ler hebräischen Literatur in fremde Sprachen Sorge fragen und dadurch das Interesse der Welt für unsere kulturellen Schöpfungen gewinnen. Unwillkürlich erinnert der Versuch fiialiks an einen Vorschlag, welchen Paul Natorp zu Pcgiiiii der deutschen Rcvohi'.irm der Ocffcntlichkcit unterbreitet hat. Natorp schlug die Gründung eines Zcivtralrats der geistigen Arbeit vor, welcher unabhängig von jeder amtlichen Fe! infhtssung und vom Parlament die Vertreter aller Bildnitgs- und Erziehuiigsorgnnhaiioneu zusammenfassen sollte, damit das Pildungswcscn in der Einheit aller seiner noch so weit verzweigten Glieder zu Geltung und Bedeutung käme. Die Durchführung eines solchen Vorschlags. in Palästina ist natürlich viel schwieriger, weil wir nicht unter uns •selbst die geistigen und materiellen Kräfte haben, um die 1ms durch die Einwanderung gestellten Probleme zu bewältigen. Die Anwesenheit Bi.iliks in Palästina hat dem Jiscluiv eine geistige Kraft von nicht zu unterschätzender Bedeutung ntgefuhrt. Gegenüber allen zentrifugalen Tendenzen ist die Verehrung, welche Bialik von allen Seilen cntgegengcbracht wird, zu einer zentrierenden Kraft geworden. Sehr schön׳ hat ihn kürzlich M. Glücks ohu mit dem chassidisdten Rehhc ccrgliehcM. Er schreibt: ״Iln.tulcrtc von Burschen und Mädchen, :tie in den Straßen von Tel-Aviv an den Festtagen tanzen, ־)rechen auf einmal auf, wandeln in Massenprozession zum Hause von Dinli’c und verlangen von ihm ״Thora“ zu hören. Dder Bialik gellt gedankenversunken durch die Straßen und ־'löt/lieii sicht er sich von einem Haufen junger Leute um- Tbcn, «lie Fm auf die Schulter• nehmen und ihn zwingen, zu ihnen zu sprechen. Bialik hält keine Ansprache, er spricht in seiner einfachen Welse und off ist das, tvas er sagt, nicht im Geiste seiner Zuhörer. Er spricht über Sabbatnihc, über den Begriff «ler Thora und Thorafreude, über nationale Disziplin, über Lebensstiel, spricht, erklärt, klagt an, schreckt auch ״•cht davor zurück, scharfe Ausdrücke zu gehrnulien. Und das Publikum, das eben nndi i!1 übermütiger Freude «lurch die Stra(11*11 tanzte, steht gebannt und hört den Worten Bialiks zu. Bialik redet sich so von der Seele, was er sich sonst von d״r Seele geschrieben hätte und seine Ansprachen sind Schöpfungen fiir sich. Was wir in diesen Festtagen in den Straßen von Tel-Aviv gesehen haben, gleicht dem 'Cliassi- ,dismiis uiul «ler Zadikimvcrchruug aus jenen ersten Tagen, .wo der Chassidismus noch eine unmittelbare, elementare Bewegung war.“ Natioi her-omh liiert besnndi Püifistina als arabisches Zf nimm? Die Haifaer Zeitung El Ca r rn c I" schreibt: ״Die Juden der ganzen Welt helfen «len Zionisten, Palästina zun! jüdischen ■Viin zu machen. Wir müssen alle Mo!1 a m m e d a- 11 ,,V 1! r 1 s c 11 ^cs Auslands!uilfordern, uns zu 11, Pnlastiin als ninlininnicdaiiisehes und christliches' Land _!■haben Wir müssen unsere Feinde mit ihren eigenen W.if.en Mf,׳Impfe«. Dazu müssen wjr finanziell organisiert Wir hnmrhen: 1) Banken für Kredit an Handwerker, K,infinite und Arbeiter zu einem niedrigen Zinsfuß; b) einen »nds z״r Erwerbung von Land, welches par- ״ Bauer״ weiterverkauft werden soll; c) einen bitcrrichlsfomls. Das notwendige Kapital kann 11 1111׳as!ma und 1m Auslände aufgebracht werden. _ 1״Wir«Y/-"nüt’1" 1vic,c1. ״•Ändern Kapital sam- ת ei n Wir haben «he Sympathie bedeutender finanzieller ־und ו.חי!scher Kreise; Mohammedaner und Christen der ganzen Veit werden uns moralische und materielle Unterstützung' •utei werden lassen. In derselben Weise, wie die Juden' die irriclilimg eines jüdischen Nnüanalheims ״! Palästina unter- ^״ *en sol״״, die Mohnmmcdnncr und Christen der ganzen :׳י, *J׳c 1-nialümg Palästinas als mohammedanisch-christicncs Land fordern. Der mnlu1mmc<lnnisel1e Kalifats-Kongreß wird sich bald wrünnimeln, Die Ddegierlen des Heiligen Landes sollten are Kollegen von der Wich’.igkeit Palästinas zu überzeuge« ■ersuchen. Eine Million I'fmid ist j׳ur Gründung einer noUammcdamsehcn Bank und zur Bildung einer Landerwerbs• gcsellscliaft notwendig.“ ... D23 •j..־;״־.T.Eie r:;L.\.:.;c־..c :;vcrsltSt Unter dem Vorsitz Dr. Weizmanns wurde kürzlich in Jerusalem eine Versammlung der in Palästina anwesenden Mitglieder des provisorischen 1 )ircktorimim für die Hebräische Universität abgehalteu. Man wählte ein provisorisches Kuratorium für Jerusalem, bestehend aus den Herren: Dr. J. L. Mag« es, Prof, Po clor (Direktor des biochemischen Departements), Dr. Hugo Bergmann (Direktor der Nationalbibliotliek), Dr. Freud und Herrn Selig Wcizmann. Der Direktor des mikrobiologischen Laboratoriums, dessen Erneuniing unmittelbar bevorstcht, wird später kooplcrt werden. Dr. Magncs wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Dieses soll monatlich zusammentrctcn, um die Berichte dys Vorsitzenden cntgegenzunclimcn und zu erörtern. Arbei:».־r«T.!lr..r;,der iVa Jerusalem. (J.T. A.) Die von Baron Edmond de Rothschild gegründete ״P.ilesfinc Jcwisli Colon isatbn Association“ (Pica)’ hat 100 jüdische Arbeiter, die an den Siunpfcntwässeriuigsarbciten in «ler Kabara beschäftigt waren, entlassen, obwohl 110׳ arabische Arbeiter weiter bcschädigt werden. Unter den Arbeitern, auch den noch Beschäfiigten, herrscht darüber große Erregung; cs wurde ein Proteststreik proklamiert. Die Streikenden erzwangen die Schließung des technischen Büros der Pica in Sieb ro n Jakob. Die Führer der Arbeiter- Organisation haben sich nach Haifa begeben, vvm mit der Pica zu verhandeln. (Genauere Fktails zu dieser Ita-Meldung bleiben abzuwarten. Red. ״J. R“) dfi* ',;מדו.־:!;!«״ In Wialal Am 23. Oktober fand anläßlich der Grundsteinlegung für das Gebäude der Mädclieufarm eine kleine Feier in Naltalal statt. Die Schule liegt im Herzen der Siedlung. Außer , den Mitgliedern der Schulleitung wohnten der Feier die palästinensischen Vertreter «ler Internationalen Zionistischen Franc ״Organisation (W. J. Z. O.) bei, die für die Errichtung und Erhaltung «ler Schule zu sorgen hat. Vor seiner Abreise ans Palästina richtete Dr. Wein* in ה n 11 an «Ile Fcsilcilnclmtcr ein .Schreiben, das verlesen wurde. Wcizmann!)«׳dauert, daß bisher so wenig für die Erziehung «!er jüdischen Bäuerin, «lie Palästina so nötig!)rauche, getan worden sei. 111״ Würdigung der aussdilag* gehemien Wichtigkeit dieser Tatsache und in richtiger Schlußfolgern!!״ «laraiis, hat Ihre Organisation ein sehr verdienstvolles Werk getan,“ schreibt Dr. Wcizmann weiter. ״Selen Sie überzeugt, daß Sic hei Grundifeiuleqiing Ihrer Schule die Glückwünsche «ler zicmisiisclien Welt begleiten. Hoffentlich haben Ihre Bemühungen Erfolg.“ Dr. Ru pp in scnrich namens der Pafcstinc Zirmist Exckutive, daß thosc über die Entwicklung der Schule wachen und sehr dankbar sein wird, wenn cs gelingt, endlich, den Typus der jüdischen Bauernfrau zu schaffen, ohne die der jüdische Bauer auf keinen Erfolg zählen kann.“ 111 dem Briefe der Lady Samuel .111 die W.JZ.O. heißt es: ״Es drängt mich, dem Komitee einige Worte des Glückwunsches zu übersenden, daß Ihre Bemühungen zum Kiele führen. Mit großem Interesse habe Ich die Bauplane fiir die Schule cingcselicn und sie mir vom Architekten erklären lassen. Die Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule für Frauen in Palästina hat überall, im Lande «md auswärts, starkes Interesse ausgelüst. Ich wünsche dem Unternehmen dar besten Erfolg,“ . -P!s?,tJbrldy׳?r!«ul tlcr patäsliöensisciKh Byp!olkKe8baoli«.C Die palästinensische Allgemeine Hypothekenbank (Qefte• ral Mortgage Bank of Palestinc) ist nunmehr in der Lage, die von ihr ansgegebencn Pfandbriefe zum •Verkauf nnzubieten. Das offizielle Organ der Zionistischen Organisation ״New Juda ca“ schreibt dazu: ״Die Tatsache, daß die Allgemeine Hypothekenbank für Palästina endlich, nach mon,•Belangen Verhandlungen und Beratungen und nach Uebcrwimlunig Rehr beträchtlicher Schwierigkeiten technisch-,gcscl/lirlicr Nnhir, in der Lage ist, Pfandbriefe zum Verkauf an/itbjclcn, die eine feste Vorziiisinig garantieren und durch alle denkbaren Vorbehalte gesichert siml, dürfte von allen Zionisten mit Befriediginig begrüßt werden. Palästina bat nun eine Form von OMigahoiieii, welche «lie Juden der ganzen Welt erwerben tmd so mit einem Gefühl absoluter Sicherheit ihr P r i v a t v e r in ö g c!1 in «! c n Dienst <i c r Jüdische n nationalen Heimstätte stellen können. Die Bank ist ohne weitere Knpitaivcrmchrung berechtigt, Obligationen bis za C 500 000 nuszugebcii. Pflicht ■der zionistischen Vcr* bände ist es, bei dem Verkauf «Icrsclbcn mit/mvirkeii, der, wie man hofft, nunmehr unverzüglich beginnen. wird. Es!!<•;.:t kein Gruml vor, warum Vermögen besitzende jüdische 1 n s t i t u t i o n c וו ihr Kapital nicht in diesen Obligationen anlcgeit sollten. Jedes Pfumd, das fiir eine Oblig.iiiou gezahlt wird, wird dazu verwendet werden, K r «g <f i t e für Bautätigkeit ln Palästina zu gehen und auf diese Weise zur Lösung der Wohnungsfrage beizutragpn, wie auch «lauernde Beschäftigung für 1 hinderte von gelernten und ungelernten Handwerkern zu schaffen. Die Hypolliekcitbank wird zweifelsohne zur Entwicklung städtischer Siedlungen, deren Wichtigkeit von Tag zu Tag wächst, erlieblich beitragen. Sie wird ferner Hypotheken, die auf bereits^ bestehen«!!•!! Gebäuden ruhen, übernehmen n״d so totes Kapital befreien und es fiir die Förderung v-011 Handel und Industrie verfügbar machen.“ Der ״lewstkiia“!ordert ein Verbot des Zloalsmn* Der Führer der ״Je w seiet In״ Tsch inertnsky, foidort in einem Im ״Lines“ veröffentlichten Artikel dn scharfes Vorgehen gegen die Zionisten und Zionlstcn-Sozialisten die eine immer größere Aktivität entwickeln. Er schreibt: ״Wahren«! «lie rus9|selHdsrnlni<schc Kmiterrcvointimi .. "!ווי fortgefegt, worden ist, blieb «lie jüdische ■rrcvohition in ihrem zionistischen Flügel ionistisclic Partei Ist in der Sowjet-Union holen. Es sind zwar in «1er letzten 2cit »״berühr dti/icU Zionisten verhaftet wortlen, aber das Einschreiten gegen sic \v a r noch i m m c r milde ge 1111 g.“ Der Verfasser zweifelt ״,!c, ril״• “n*! ^״s Knd «1er letzten zionistischen Aktionen «bc iachaffung eines Kontakts, mit «ler misländlschen Konterrevo,ution \var. Die ״Jewscktia" müsse einen scharfen Kampf RCfiC«1 den Zionisnius cnilejten, die Zionistische Organisation imib omztcll als illegal erklärt werden, damit utan gegen sic wie gegen alle konterrevolutionäre״ Organisationen gesetzlich Vorgehen kann. Die sogenannte tmparieiisclic AHwiterkonfcrcnz, die ln Kiew :!«)׳»״halten wurde, forderte das Verbat׳ des 11! Rußland erscheinende« Journals ״llcch aiuz'' VcrlTr.dkr.ßca zwlscltca Lonls Lipsky und Agotlah Dm ״Lemlxtgcr Tageblatt“, dem wir die Verantwortung für diese Mitteilung überlassen, meldet aus London: (ierter Rabbi Mvir Schapira aus Polen ist während seines Lotuhmer Aufenthalte*« im Aufträge der Agudas Jisroel mit Louis Lipsky /nsammengekommen, um über die Möglich. Reit einer Versündigung zwischen Agudah und der Zionistisflicn Organisation zu verhandeln.“ Das ״I.embergcr Tegchlatt“ kommentiert diese Nachricht telncridermaßen: ״Hoffentlich werden die Veriiandhingen zwischen Mr. Lipsky, dem Präsidenten der amerikanisch-zionistischen Or. ganisation, timt dem Rabbi Scbapira, dem Vorstandsmitglied der Agmias lisrocl Resultate zeitigen, die von den breiten Massen erhofft werden, welche den Frieden zwischen ,1c!t kämpfenden Richtungen herbeisehnen. Es wäre zu begtüilcn, wenn die Agudah cinselicn würde, «lall die Reibung«■!! mit den Zionisten dem Judentum Schaden bringen. Das zio. iiistisciie Experiment hat eine historische Bedeutung und auch diejenigen, die nicht siciter sind, daß es sofort geiiiiRcn wird, siml de!' U< bcr/eiigung, daß es jiidischc Pflicht ist, alle diejenigen zu ermutigen, die.sich anslrcngen, «las zionistisclic Ideal zu verwirklichen. Es bc ■teilt nicht der geringste Zweifel darüber, daß die indische öffentliche Meinung gegen die Kämpfe zwischen Zionisten und Anti, zionisten ist. Die meisten Gegner, sowohl im radikalen Lager, wie auch im Lager des Reformjudentums haben!tue gegnerische Stellungnahme gegen den Zionismus gemildert. Die einzigen aktiven oder verbissenen Gegner des Zionismus befinden sich nach «ler Meinung des einfachen Mannes im Lager der Agudah. Eine Verständigung, die eine fruchtbare Mitwirkung beim Aufbau Crez-Isracls ermöglichen würde, wäre im Interesse Palästinas, der Agudah und der gesamten Judenlieit zu begrüßen und wird von den breiten jüdischen Massen freudig aufgenommen werden." Sdtetakla in Chic!30 tödlich veruajjlückt New York. (J.T. A.) Am 3. November ist M. Sch ei n• kin bet einem Straßenbahnzusammenstoß in Chicago ums Leben gekommen. Der Zusammenstoß erforderte 10 Todesopfer; 31 Fahrgäste erlitten Verletzungen. Scheinkins Leichnaiit wird nach Palästina zur Bestattung überführt werden, M. Scheiiiktn, der etwa 60 Jahre alt geworden ist, war seit Jahrzehnten in der zionistischen Bewegung hervorragend tätig. Er war auf den Zlotiisten-Kongrcsscii eine bekannte Figur. Er war früher im Dienst des Odessa«• Komitees und bis 1021 Leiter des Immlgra'ionsamtcs der palästinensischen Zionistischen Exekutive. Der Zweck seines jetzigen Aufenthaltcs in Amerika war, für den Landkauf in Palästina Propaganda zu machen. P!.« tragische Schicksal dieses alten zionistischen Pioniers wird in weiten zionistischen Kreisen lebhaftes Mitgefühl wecken. Naclirkbten aas Polen Eine Deklaration des jüdischen Sejmklubs Vor der Abstimmung über das Expostf des Ministermäst• denten Grnbski verlas der Präsident des jüdischen Klubs, Dr. Leon Reich, folgende Deklaration׳, Der jüdische Klub anerkennt die Wich'igkeit der Friedens- Politik, die in Genf cingcleitct wurde und drückt die Uebcr- Zeugung ווה», daß Polen nur im Wege des Friedens die ihm zukommende Bedeutung in «ler internationalen Welt erlangen wird. . Jedoch. stimmt «lie Berufung des polnischen Annen• niinistrrs.411 •Cifnt.,auf die friedliche .luitjahvc der Regierung in der Na11.0na 1 i tä t enp p! i t iJe nicht mit den wirklichen Tatsachen überein. Die Sprachcnge- , setze, die auf Initiative «ler Regierung angenommen worden I sind, begegneten dem einstimmigen Protest aller nationalen Minderheiten und auch «ler Juden. Nichts wurde unternommen, 1 tun «len Willen zu bekumfen, «ler jüdischen Minderheit jene! Rechte zu sichern, die ihr auf Grund der Verfassung und j der internationalen Verträge zukommen. Deswegen schlägt 1 der jüdische Klub vor: Der hohe Sejm wolle beschließen: In Billigung der in Genf cingclcitcten friedlichen Politik stellt ' der Sejm fest, daß der Außenminister aut der Genfer Völker-; hundskonferenz die inneren Verhältnisse in P«den, besonders in bezug auf die nationalen Minderheiten, nicht im wahren Lichte dargestcllt hat. Einen ähnlichen Antrag brachte der ukrainische Klub ein. Beklo Anträge wurden n hg eich nt. Bei «ler allgemeinen Abstimmung über die Regierungserklärung stimmten die jiidisehen Abgeordnete« mit der Opposition. Die Rcgieruttgscrklärting wurde mit 210 gegen!70 Stimmen angenommen. Antisemitische W i r t s c h a f t s ווו a ß n a h r» c 11 Eine Delegation, bestehend ntis «len Deputierten Färbstein und Rabbiner Brodt, erschien heim Innenminister Unebner und hc«c!1wertc sich darüber, daß der Warschauer Wojwodc die Resolutionen g ewisser Körperschaften über Jie Verlegung der Markttage in den von Juden bewohnten Städten von «len Wochentagen auf den Sonnabend genehmigt hat. Die Deputierten wiesen den Minister auf die Gefahr hin, die den Juden in religiöser wie in wirtschaftlicher Hinsicht «!rollt, u!!«t erklärten, «He Resolutionen würden von jenen Gesellschaften beeinflußt, «lie sich «lie Ausrottung der Juden zum Zk'l gesetzt haben. Der Minister versprach, die An•' gelcgenhclt zu untersurhen und die gerechten Forderungen der luden zu berücksichtigen. Die jüdischen Abgeordneten übergaben «lern Minister zahlreiche Beschwerden Posencr Juden, die erklärten, daß sie von dem berüchtigten Sekret arszik vor den Augen der Polizei mißhandelt worden sind und daß die Polizei nicht nur jeden Beistand verweigert, sondern sogar die Abfassung eines Pr«> toknlls abgclehnt hat. F)cr Minister versprach, dem Justizminister die entsprechenden Informationen zu geben. Der Zentralrat der polnischen Zionisten Am 20. Oktober fanden in Warschau Beratungen «lei Zcptrnlratcs aller zionistischen Organisationen Polens über die Frage der zionistischen Oesanitorg;inisation Im polnischen Reiche statt. Einstimmig wurde beschlossen, die zentrale Organisation bald ins!.eben treten zu lassen. Ferner heschloß man innerhalb des jüdischen Sejmklubs eine ein* hoitlichc Fraktion der zionistische« Deputierten zu schaffen. Alle Beschlüsse der zionistischen Sejmfraktion müssen mit Stimmenmehrheit gefaßt werden. Im Falle der Stimmenglclchhclt entscheidet dyr Zcntrairat der Zionistischen Orpnhatlon, f« den, ersten Tagen des Januar!025 wird eine Konferenz der zionistischen Organisationen der gesamten polnischen Politik zusammentreton, um über die Stellung zur Frage der J e w i s 11 Agency und Fibor die Probleme der Jüdischen Politik in Pole״ zu beschließen. Die Kon• ferenz soll mich eine Rcichscxckutive wählen, und «las Orgniiisnüonsstatut genehmigen. In der Sitzung vom 2T Oktober wurde eine provisorische Exekutive für «lie vorbereitenden Arbeiten gewählt, die sich aus folgenden Herren zusammennetz«: Dr. D a v f d S q 11 n und Dr. Göttlich, Warschau; Dr. Schwarzbart, Krakau; Dr. Sehmorak, Lemberg, und Herr Bergcl, Wün3,

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