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Jüdische Rundschau · 1924-11-07 · Heft 89 (7.11.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 89 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 614 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89 ßcr.iojtrsfie Das zionis;i״chc Zcnlralorgan in englischer Sprache ״The New Juda ca“ veröffentlicht in seiner dieswöchentlichen Nummer folgenden Artikel, dessen Tenden/ von ihn deutschen Zionisten warm begrünt werden dürfte. f's ist erfreulich, fesl/u.Uclicit. daß das alte Ideal der Demokratie, die Forderung an die jüdischen Massen und das Vertrauen auf sie in den zionistischen' Kreisen noch immer unbeugsam aufrcchtcrhalten und mit Eifer verteidigt wird. Ohne dieses Ideal würden wir uns in einem Strudel von Parteien und 1׳ rnktbnrn verlieren, ohne diese Kraft, die uns das Gleichgewicht sichert, würden wir keinen Anker und keine Richtung in unserem Fluge besitzen. Demokratie gab dem Zionismus die Universalität seiner Forderung und gibt ihm noch immer das Recht, um den Besitz einer jeden jüdischen Seele zu ringen. Zionismus heißt nicht Parteigeist in Israel. Zionismus ist das kämpfende Israel, berufen zum Dienste für die jüdische Sache zu werben, die. umfassend und weitreichend ist, wie das jüdische Leben seihst. Dem Zionismus fehlt Verfeinerung, denn er spricht fitr eine werdende Judenheit, die über alte Formen und soziale Konventionen hinnusgclit und neue schafft. Er spiegelt die einfache jüdische Seele wieder, wie sic leidet und hoi ft, kämpft, erliegt und sich wieder erlicht. Er ergreift den Parvenü m seiner Villa und den Hausierer auf der Straße, hält ihre Aufmerksamkeit fest und zwingt sic, eine innere Be- Ziehung •zu Dingen cinzunchmcn, die zwar nicht mit dem seelischen Auge des Individuums gescheit werden können, die aber die Gesamtheit Israels intuitiv seelisch empfindet und würdigt und für die sic bereit ist, sich zu opfern. Es ist diese Demokratie, welche dem Zionismus seine treibende Kraft gibt. Sic reicht tief hinein in die Wurzeln jüdischen Daseins und sie kann nicht zu wirken aufhören, solange das jüdische Volk lebt. Sic entdeckt immer wieder neue Lcbcnsqiicllcn, neue Kräfte, neue Ausblicke, Sie ist ruhelos und immer darauf bedacht, die Berührung mit der Ewigkeit zu finden. In Momenten der Schwäche macht sic vielleicht Kompromisse, die sie dann wieder während'der darauffolgenden Genesung abschiPScU, ,Sie ist nicht an Formen gebunden, noch kann sic für die Dauer an einer einzigen Form fcstli,alten. Der Quell des jüdischen Lebens erzwingt das Entwerfen neuer Pläne, 11m neueren Ausblicken und neueren Möglichkeiten gerecht zu werden. Von unserem weltlichen Standpunkte aus mag dies merkwürdig erscheinen, aber man kann die Geschichte nicht mit dem Maßstabe irgendeiner Generation messen. Man muß in die Ferne schep können und die Vergangenheit mit der Zukunft verknöpfe״. Nach zwei Richtungen erstreckt sich die Wirkung der Demokratie: während sie einerseits Rechte erteilt, legt sie andererseits Verantwortung auf. Die Rechte, die. den Juden in der Zionistischen Organisation eingeräumt werde״, sind unbegrenzt; sie wurden mit großmütiger Hand verteilt. Aber wir waren nicht so erfolgreich, als wir den Rechten entsprechende Verpflichtungen schaffen wollten. Wir hohen die jüdische Seele erweckt, wir gaben ihr alle Vorteile einer parlamentarischen Verfassung und eines allgemeinen Stimmrechtes; aber das Gefühl adacquatcr Ver• antwortlichkcit muß erst erweckt werden. Wir besitzen in gewissem Sinne eine ungeheuer große Zionistische Organisation: wenn man die Zahl aller Juden, die zu verschiedenen Zeiträumen die zionistischen Verdammlitngslokalc füllten und deren Namen noch jetzt in unseren Registern verzeichnet stellen, /usammenzäblte, das Ergebnis würde vielleicht die Hälfte der jüdischen Rasse umfassen. So oft es einen Kongreß gab, der eine lebhaft diskutierte Streitfrage zu entscheiden hatte, erreichten wir eine Million Schekel/,1111er, während viele weitere .Millionen mit Intensit.1t den dramatischen Verlauf unserer Beratungen verfolgten. Diese Sehckclzahlcr, deren Interesse durch gewisse Streittrugen wacligeruicn wurde, sind zu den ־Wahlen gekommen und haben ihre Vertreter gewählt, sic waren erregt oder niedergedrückt, je nach den Berichten über den Kongreß und — als dies vorüber war — sanken sie ins Nichts zurück mit dem Gefühl, alles was man von ihnen ver• langen konnte, geleistet zu haben. Nach der Beendigung' des Kongresses zieht sieh die große Wählerschaft vom Schauplätze zurück und zieht es vor, die Rolle eines Zu- Schauers zu spielen und zuzusclicn, wie die zionistische Leitung (ihrer Ortsgruppe, ihres Landesverbandes, oder gar der Weltorganisation) die zionistischen Geschäfte weiterführt. Sie haben kein Gefühl persönlicher Veran I wortung. Und in vielen Ländern ziehen cs unsere׳ Zionisten vor, diese Verhältnisse weiter bestellen zu lassen. Sic haben den Rahmen einer Organisation: ein Komitee an der Spitze und lokale Komitees, die aus einigen Leuten bestehen, in jeder Gemeinde; und jedesmal, wenn irgend etwas für den Zionismus getan werden soll, bemühen sich diese spärlichen Kräfte nach bestem Können, eine hastige, fieberhafte Tätigkeit und Bewegung zu improvisieren und Resultate zu erzielen. Dies ist kein auf die Dauer erträglicher Zustand. Es ist ein Trugbild von Organisation. Es täuscht. Daher die Tatsache, daß in vielen Ländern durch die forcierte Entwicklung des Keren Hajessod Komitees ad 110c gegründet werden uiuPitcn und daß alle Bemühungen, die breiten Massen für eine Unterstützung unserer Tätigkeit in Palästina zu gewinnen, nicht den gewünschten Erfolg hatten. Eine Fortsetzung dieses Zustandes bedeutet, daß die zionistische Bewegung früher oder später aus dem Arbeitsgebiete, das sie sich gesetzt hat, in ein engeres Feld vertrieben werden wird. Sic wird das Ideal der Gewinnung von ״Menschen" dem Ideal der Gewinnung von ״Geld‘“ zur Erhaltung der Organisation zuliebe preisgeben müssen. Wir sollten beizeiten gewarnt sein. Wenn wir das hohe Niveau des Zionismus früherer Zeiten beibehalten wollen, da Rechte großmütig ohne Rücksicht auf Pflichten eingeräumt wurden, so müssen wir anfangen, diejenigen, die noch immer diese Rechte ausüben, zur Erkenntnis ihrer Verantwortung gegenüber der Organisation zu erziehen. Die Zionisten müssen mit der Organisation nicht, wie in vielen Ländern, nur durch den einmal im Jahre entrichteten Schekel verbunden sein, sondern durch ständige. Mitglieder- Beiträge, durch Zahlung ihrer Steuer an den Keren Hajessod und durch eine fortdauernde Mitarbeit auf allen Gebieten zionistischer Tätigkeit, indem sie auf diese Weise nicht nur an den Rechten, die ihnen zustclicn, sondern auch an den Lasten der Verantwortung Anteil nehmen. Me DaaOKiäf la Tcl-Av/m Von Ben Israel, Tel-Awiw Dir mumierbrochciie Immigration, die immer wieder neue Wellen von Ansiedlern nach Tel-Awiw bringt, verursaciit eine fortwährende Naelt frage nach neuen Wohn 1111 gen, und deshalb hört das Baufieber, das alle Schichten T.l-Awiws ergriffen hat, nicht auf, trotzdem .lUDUtlich Hunderte von Häusern auf dem Boden Tel- Awiws errichtet werden. Daß die Bautätigkeit zur Hauptc r w e r h s 1111 e 11 c für die Bewohner von Tel-Awiw geworden ist, bewrist das statistische Material, das zu Beginn des Jahres 1024 gesammelt worden ist. Danach sind über 000 Handwerker bei den Bauten beschäftigt, gegen Mi)0 einfache Arbeiter, etwa KM) Lnstfuhrlciitc und Kameltreiber und etwa 100 Personen, die den freien Berufen angeboren, wie Ingenieure, Architekten, Vermesser, Elektrotecliiiikcr usw. Somit haben wir eine Anzahl von 2500 Personeit, die durch die BantätigkeT Beschäftigung linden, was 37 י1י׳ aller in Tel-Awiw registrierten B c r n f s a u s 11 bc n d c 11 ausmacht. Wenn wir nun noch die Schwerarbeiter in Betracht ziehen, so haben wir einen Prozentsatz der am Bau Beteiligten von 57 pro Hundert. Dadurch, daß die Bautätigkeit unter den Arbeitszweigen in Tel-Awiw an erster Reihe sieh(, ist es infolge der damit in Verbindung stehenden Produktion von Bau* materialicii auch in industrieller Hinsicht ein Zentrum geworden. Laut der Registrierung von Unternchinungeii seit Beginn dieses Sommers gibt cs in Tel- Awiw <!') Betriebe, die im ganzen <>•15 Personen beschäl• ti״cn. An erster Stelle steht die Fabrikation von Ziegeln, Fliesen, Stufen, K ה n 1 ה is a t io ״ s r ö 11 r <! ״ usw., die 22b Personen beschäftigen, d. h. 2h ",'0 aller Fabrikarbeiter, Im ganzen zählt Tel-Awiw 13 Betriebe für die Herstellung von Baumaterialien aus Zemenj. Unter ihnen nimmt die Ziegelfabrik ״Silikat" mit einer Produktion von 10 Millionen Ziegeln jährlich, die erste Stelle ein. Zusammen mit dem T c r 11 0 l i t, das auch von derselben Fabrik hergcstellt wird, beläuft sich die ganze Produktion auf 30(XX) £ jährlich. Fine andere Fabrik produziert 1 Million Ziegel, V» Million Bloeksteine, 100030 Fliesen jährlich. Die Zahl der Arbeiter ist unter die Fabriken folgendermaßen verteilt: (Die Ziffern beziehen sich aui Juni 1021,') Betriebe \rbcitcrzahl Zusammen 4 20—SO 152 0_5-15_74 13 Betriebe 226 Arbeiter In bezug auf die Verwendung von Rohmaterialien nimmt wiederum die ׳,Silikat"-rabrik eine Sonderstellung ein. Sic verbraucht jährlich 3500 Tonnen inländischen Kalk um] 1500 Tonnen Masut aus dem Auslände. Die anderen Fabriken für Baumaterialien gebrauchen außerdem Scckics (.־ivsiv), der vom Strande geholt wird, ausländischen Zement, Farben und Eisen. Die nachstehenden Ziffern zeigen den Verbrauch ausländischen Zements durch diese Unternehmungen: Tonnen Zement Zusammen 3 Betriebe verbrauchen jährlich 300—500 1200 Tonnen 7 ״ 1120 250—150 ,, ,, ״ 2 __80 ״-ICO 180 12 Betriebe verbrauchen jährlich zusammen 2300 Tonnen Von diesen Betrieben wird pro Jahr eine Summe von £ 11.200 für Zement verausgabt. An Sivsiv wird ■ver• braucht; In 4 Betrieben für je 400—1000 £ jährlich, zusammen 2350.— ״ S 3310 ״ ״ £ 250 --75 ״ ״ ״— 11! 12 Betrieben wird für Sivsiv verausgabt, jahrl. £E. 5690,— Was den Verbrauch von Farben und Eisen be• trifft, so lauteten die Angaben der Fabrikanten durchaus verschieden. Wir begnügen uns daher mit einer Schätzung der Produktion, die laut den Angaben der Fabrikbesitzer etwa £ 32.000 beträgt. Der Wert der Produktion betrug £ jährlich Zusammen £ bei 1 Betrieben 3503-3620 10.700 _״ S _800- 3000 12.300 Zusammen 12 Betriebe 32.ÜOO Außer diesen 12 Betrieben gibt cs noch 2 kleinere, die zwar wirtschaftlich auch zu Tel-Awiw׳ gehören, sich jedoch nicht auf seinem Territorium befinden (in N w e Zedck und Nwc-Schalorn). Ferner gibt cs nach eine Werkstätte, die ans Beton und Gips verschiedene Oma• m cn I c und sonstige zum Bauen notwendige Gegenstände!)erstellt. Sie verausgabt für Gips, Zement und andere Materialien £ 1000 jährlich. In der letzten Zeit sind drei weitere Unternehmungen für die Produktion von Baumaterialien aus Zement gegründet worden, die 15 Arheiler beschäftigen und zirka 400 Tonnen Zement jährlieh verarbeiten. Aus allen diesen Angaben geht hervor, daß die Produktion von Baumaterialien aus Zement im Laufe des letzten Jahres zirka 3700 Tonnen Zement henötigte, dessen Wert sich auf mehr als £ 15.000 jährlich beläuft. Außer diesen Betrieben gibt cs noch Bauunternehmer, die auf dem Bauplatze selbst Zcmcntzicgel und Blocksteine fabrizieren. Auch werden in Tel-Awiw die Fundameiite der Häuser aus Beton gegossen, ebenso mitunter auch die Zimmerdecke. Nach den Ziffern, die wir vom ״S 0 i c i - B 0 ח e 11“ erhalten haben, sind von diesen Unternehmen! vom Juli 1023 bis Juli 1921 11000 qm an Bauarbeiten ausgefülirt und bei diesen Bauten 1420 Tonnen Zement verwendet worden. Während ״S 0 I e 1 R o 11 c h“ größtenteils Silikatzicgcl benutzt, gebrauchen die privaten Bauunternehmer viel mehr Zement, da sie in vielen Fällen selbst die Anfertigung von Ziegeln und Blockslciuen übernehmen. Wir weiden daher nicht übertreiben, wenn wir annehmen, daß in Tel-Awiw im Laufe des letzten Jahres mehr als 6000 Tonnen Zement bei den Bauten verbraucht worden sind. Wenn wir dazu noch 1550 Tonnen hinzurcchncn, die für den Chaussee• bau verwendet werden, und weitere 3700 Tonnen, die in der Produktion verschiedener Betriebe Verwendung finden, so erhallen u׳ir ein Quantum von 11 250 Tonnen Zement, dessen Wert £ 15 (XX) beträgt. Ziehen wir nun in Erwägimg, daß für ganz Palästina jährlich 30000 Tonnen Zement eingefühvt werden, und daß Tel-Awiw allein 11 250 Tonnen davon verbraucht, so ergibt sich, daß von dem ganzen Zementverbrauch 37,5 «0 auf Tel-Awiw fallen. Nachdem wir so ,über die Produktion von Baumaterialien und den Verbrauch von Zement eine klare Uebcrsicht gewonnen haben, seien zum Schluß unserer Ausführungen noch einige Angaben über den Wert der im letzten Jahre in Tel-Awiw errichteten Bauten und Chausseen liinzugefiigi. Wenn wir vorsichtshalber den niedrigen Preis von £ 4,— pro Quadratmeter annehmen (in Wirklichkeit wird noch viel mehr bezahlt), so ergibt dies eine Gesamtsumme von £ 170.000, die de״ Wert der im letzten Jahre errichteten Bauten Jßc1ls<i£t2at EicaBdsCsbaia präsentiert. Rechnen wir die Kosten der Chaussee. ח ante 11 hinzu, die sich auf 60 Pi am er pro Qu,Kjr;1tn1,\f*r belaufen und im ganzen .£ 22.000 betragen, um] außerdem noch die Reparaturen, die an den alten Hausern au.vgeführt worden sind, und die neuen Bürgersteige so h.-ilien wir die runde Summe von mehr i ’ £ 203.0013, die in Tel-Awiw für Bauten, Chausseen nucl verschiedene Reparaturen verausgabt wor. den sind. Es muß noch gesagt werden, daß diese Bewcgtin״ eine Umwälzung in der Bauweise hervorgerufcn hat Vor dem Krieg־.׳• wurden die meisten Häuser in Tel-Awiw aus F e 1 d s t c inen gebaut und die Arbeit größtenteils von Nichtjuden ausgefuhrt. Nur einige Häuser wurden versuchsweise aus Z e nt c n t z i e g e 1 n gebaut, und zuweilen fanden Ornamente und Treppenstufen aus Zement Verwendung. In den letzten Jahren werden behauene Steine fast gar nicht mehr gebraucht; an ihre Stelle sind jetzt Silikatzicgcl und Zement getreten. Dank dieser Tatsache schreiten jelzt die Bauarbeiten in sch n ellem T c tu p o fort, und was die Hauptsache ist, das Geld, das für die Arbeit und die Zustellung von Baumaterialien verausgabt wird, kommt den Einwohnern Tel-Awiws zugute. Die Produktion von Baumaterialien hat in Tel-Awiw eine solche Stufe der Vollkommenheit erreicht, daß sich sogar unter den arabischen Mitbürgern, die ja bekanntlich in allen Dingen sehr konservativ sind, in letzier Zeit schon Leute gefunden haben, die ihre Häuser aus Silikatz.icgcln und Blockstcinen gebaut haben, die von Juden produziert worden sind, ja, sie beschäftigen sogar oft jüdische Arbeiter. Auch die Regierung zieht es oft vor, jüdische Arbeiter und Vorarbeiter bei den Bauten zu beschäftigen, die in letzter Zeit errichtet werden, und kauft auch zuweilen Silikatzicgcl für ihre Bauzwecke. Kleine WirfscMlsnachrlcMen Beginn der Arbeiten an der Weberei ״Dclfincr“. Wie wir seinerzeit berichteten, beabsichtigte der Wiener Textilindustrielle Max Delfiner die Errichtung einer Seiden- Weberei in Palästina. Die Arbeiten für die Errichtung des Fabrikgebäudes haben nunmehr in Tel-Awiw begonnen. Wie ״Miss'char Wethaassiah" erfährt, sollen 24 Maschinen aufgcstellt werden. Auch eine eigene Färberei und Appreturanstalt seilen mit ■der Fabrik verbunden werden. Insgesamt dürfte sic etwa 13 Arbeitern ständig Beschäftigung geben, Delfiner brachte ans Europa Fachleute mit, um die Arbeiter während der ersten Zeit anzulernen. Das Rohmaterial wird in der ersten Zeit aus Europa beschafft werden müssen. Aber Delfiner beabsichtigt, es nach einiger Zeit im Lande selbst zu gewinnen. Die Gemeinde Tel-Awiw hat in Anbetracht der großen Bedeutung des Unternehmens Delfiners ein Terrain von IS Dunam am Ufer des Meeres von dem Boden, den sie von der Regierung auf W Jahre in Pacht erhalten hatte, das nahe der Gcrlxirci von Lewkowitz gelegen ist, zur Verfügung gestellt. Die Ausführung des Baues wurde dem Ingenieur Seidener übergeben. Vom Baumarkt. Die von afrikanischen Juden zur Förderung des Bauwesens in Palästina gegründete Gesellschaft hat Kredite in Höhe von £E 13 000 für Häuserbauten in Haifa gewährt. Mit Hilfe dieser Darlehen soll in Kürze mit dem Bau von 30 neuen Hausern begonnen werden. Das Fabrikgebäude der Weberei ״Lodziah״ in Tel• Awiw, das in der Nahe des Bahnhofs gelegen ist, wurde fcrtiggestellt. Ein Teil der Maschinen ist bereits eingetroffen, der Rest wird in Kürze anlangen. ״Bajltli Wegan“, Cooperative Sodsty. Die Gesellschaft hielt vor kurzem ihre Generalversammlung ab. Es wurde beschlossen, mit den Amcliorationsarbciten, der Wasserversor* gung usw. zu beginnen. Für diese Zwecke wurde eine Summe von £E 10003 bestimmt. Die Mitglieder, die noch nicht den vollen Grundslückspreis bezahlt haben, wurden verpflichtet, ihr Konto in einem Monat zu berichtigen. Eine Strclcliholzfabrlk in Haifa. Dr. Volkert und die Gelirüder W c i z m a 1111 aus Kowno errichteten Jn Haifa die erste Strdcliholzlabrik im nahen Osten. Für die Er• richtung und Ausgestaltung der Fabrik ist eine Summe von 25 OCO Pfund vorgesehen. Von der palästinensischen Tabakindustrie. In der Tabak-Industrie in Palästina ist infolge des dort in diesem Jahre herrschenden Exportüberschusses, für welchen kein Markt vorhanden ist, eine ernste Lage cingclrctcn. Die Palästinensisch-Zionistische Exekutive hat eine dringende Konferenz cinbenifen, die die Aufgabe haben wird, Mittel und Wege für die Verwerfung; der Tabakernte in den nächsten Jahren zu suchen, sodafl die Entwicklung der Tabak-Industrie in Palästina nicht gehemmt werden .solle. Cooks Paläsllnarclseu Die Touristenagentur Thomas Cook & Sohn macht darauf aufmerksam, daß sie in ihrem Reisebuch über Aegypten und Palästina für das Jahr 1921/25 die jüdischen Kolonien in Palästina besonders liervorhcbt. Die Agentur schreibt: ״Wir werden unsere Touristenführer instruieren, den Reisen• den, die ein Bild von dem Fortschritt des jüdischen National• heims in Palästina haben wollen, die jüdischen Kolonien zu zeigen; und zwar nicht ,allein die alten Kolonien, sondern auch die seit der britischen Regierung iro Jahre 1917 von der Zio• nistifclicu Exekutive errichteten Siedlungen. Auf Wunsch■ können jüdische Reisende einen Glaubensgenossen zum Führer und Dolmetscher erhalten.“ (Bekanntlich hat bisher Cooks Büro geflissentlich die Touristen an allem Jüdischen in Palüstlna achtlos Vorbeigehen lassen, was den lebhaften Un• willen aller jüdischen Kreise erregte und zu einer Propaganda gegen Cook führte. Es scheint, daß Cook jetzt seine Praxis zu ändern beabsichtigt, dxh ist noch die Durchführung de* Versprechens abzuwarten.) ScliillabrlsHsic New Yerk-Pilästina Eine neu begründet New Yorker Schiffahrtsgesellschaft richtet einen regelmäßigen Dienst zwischen New York u 11 d Haifa ein, D.c Schiffe sollen alle zwei Monate verkehren. Die Gesellschaft hat den ehemaligen deutschen Dampfer ״Prinzessin Alice", der jetzt ״Präsident Arthur" genannt wird, erworben und in Dienst genommen. Die erste Abreise soll am 12. März, erfolgen. Sechshundert iö• dische Touristen haben bereits Platze belegt. Das Schiff wird eine rituelle Küche ((ihren und neben der amert• kanisrlicn Flagge auch die zionistische blau*weiße Flagge mit dem Magen David bissen.

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