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Jüdische Rundschau · 1924-11-07 · Heft 89 (7.11.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 89 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fUEDISCME RUNDSCHAU Seite 031 Kr SO [:cei Wdzszmmaß Absdiieclcrcdis v©2a jicrr Qiiolitat und Quantität — Der neue Imrnigrciions&irom Die Jcv/isüi Agency Wir haben bereits einen kurreu Auszug aus der Rede gebracht, die Dr. Wci/maiin in der grollen Versammlung jn Jerusalem ain 11. Oktober vor seiner Abreise geh,alten l!at. Wegen der großen Bedeutung der Rede, in welcher der Präsident der Organisation die Eindrücke seines letzten Aufenthalte« in Ercz Israel zusammenfaßte, geben wir sie liier (in Wortlaut gemäß der Veröffentlichung des zionistischen Zentralorganes ״Haolam“ wieder. ״Meine Herren, cs find zwei Jahre verstrichen seit dem Tage, als ich zum lctzleiini.11 die!ihre hatte, von dieser Tribüne zu der Oeffenilirhke'.t Jerii.alcms zu sprechen, und liciite habe ich wieder das Vergnügen und auch die Vernutworlung, vor Ihnen eine kurze Ucbcrslcht darüber zu geben, welchen Eindruck das, was ich in den wenigen Tagen, die jeh im Lande geweilt habe, gesehen habe, auf mich gemacht hat. Ich hatte schon In Haifa Gelegenheit, kurz über diesen Einclnick zu sprechen und ich will das dort Gesagte hier nicht wiederholen. Die ganze palästinensische Judenheit stimmt heute darin überein, daß ein Fortschritt in unserer Arbeit zu verzeichnen i;t, vielleicht nicht so sehr in ihrer Quantität, aber nach meiner Meinung groß und tief in ihrer Qualität. Alles, was wir jetzt im Lande scheu, sowohl die moralische Lage der Arbeitenden als auch die materielle Lage der In* stilutionen sagt uns, dal! ein tieferes, inneres Vcrhällnis zur Arbeit besteht als vor zwei Jahren. Heule ist es die Be- Ziehung von Menschen, die sagen: wir sind über Hindernisse liinwcggekoimncn, wir haben die au Rückschlägen reiche Epoche überwunden 11ml wir stellen vor einer Epoche der Arbeit auf Grund der Erfahrung, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, wir sind bereit, nochmals unsere ganzen Kräfte in erhöhtem Maße herzugeben für einen größeren Aufbaiipian. Diese innere Zuversicht und diese unnrtHbirc Beziehung auf allen Gebieten der Arbeit, bei de:1 verschiedenen Formen der Kolonien, hei den Eorrncu der Okkupation des Bodens und in der Stimmung der Arbeitenden, sic erzeugen den Eindruck, daß unsere Arbeit jetzt auf dem rechten Wege Ist. Früher war jeder Arbeiter im Lande ein Arbeiter für das Ziel des Aufbaues unserer nationalen Heimstätte, und weil dieses große Ziel ihm dauernd vorschwebte, vergaß er manchmal die Dinge des Alltags, auf denen die Elemente der Arbeit beruhen. Jetzt habe ich zu meiner Freude gesehen, daß dies nicht mehr der Fall ist. Das große Ziel der nationalen Heimstätte wurde nicht vergessen und nicht aus dem Herzen ausgemerzt, wold aber ausgemerzt aus der alltäglichen Arbeit. Und wenn so die Alltagsarbeit geheiligt wird, wird der Aufbau der nationalen Heimstätte von selbst kommen. Daraus folgen die Form, der Chaiakter und die Qualität der jüdischen Arbeit, welche im Laufe der letzten zwei Jahre vorwärts geschritten ist. Und ich hoffe, «laß bald der Tag kommen wird, an welchem die jüdische Arbeit im Lande ein Vorbild sein wird für alle Völker, nicht nur in unserem lande, sondern auch in anderen Ländern, und nicht nur in den sozialen Formen, die hier geschaffen wurden, sondern auch in der Form der Arbeit selbst, die auch eine große Bedeutung hat. Jtdocli, um zu unserem Ziele zu gelangen, brauchen wir noch die zweite Seite: außer der Qualität brauchen wir auch die Quantität. Unsere Sicdlungspunkle im Lande werden nur dann existieren können, wenn sic nicht allein bleiben. Und der Fortschritt in der Quantität ist zu unserem Bedauern nicht so sehr groß. Mir scheint, daß dieses Gefühl nicht nur die Menschen haben, welche ins Land kommen, um sich hier nicderzulassen, sondern besonders die, die das Land durch* reisen. Ich sage dies mit aller Bescheidenheit. Mit Recht hat unser Freund Retnez darauf hingewiesen, daß die schwerste Seile unserer Unternehmung darin liegt, daß wir nur bc* grenzte Zeit haben. Das Tempo, in dem wir jetzt vor* wärts gellen, entspricht nicht dieser beschränkten Zeit, die vor 'ms liegt. Und daher ist cs die wichtigste Aufgabe der Männer, die die Verantwortung für die zionistische Bewegung tragen, dieses Tempo unserer Arbeit zu heschleunigen. Wir haben Wege gesucht, wir haben Mittel gesucht, wir hatten Debatten, ganze Meere von Tinte sind verschrieben worden. Das Kapitel Jewtsh Agency wurde aus einem Kapitel ein ganzer Traktat. Ganze Berge von Halachoth wurden aufgcliäuft. Aber aus der ganzen großen Polemik, aus all den schönen Artikeln, von denen icli nur einen Teil — meist auf meinen Eiscnbahnfnbrten — gelesen habe, habe ich nicht ersehen, daß die Gegner der Jcwlsh Agency imstande sind, eine befriedigende Antwort br geben auf die elementare Frage: ob die Möglichkeit bc* steht, Bedingungen zu schaffen, welche den Aufbau der nationalen Heimstätte beschleunigen werden, außer der Jewish Agency. Ich habe gelesen und gehört, daß dieser Weg Gefahren ״nd Hindernisse birgt. Aber darauf gibt cs nur eine Ant* wort: in jeder unserer Arbeiten gibt es Gefahren. Wenn es 1,icht Gefahren gäbe, dann würden nicht Sie jetzt hier in feem Saale sitzen, sondern andere. Nur weil wir bereit sl_nd, zu einer Arbeit, in der cs auch Hindernisse gibt, darum können ich und meine Freunde in diesem Saale sitzen. Die Agency ist voll der Steine des Anstoßes; aber wenn Ihr auf die eine Wagschnlc das armselige Tempo unserer |eg(:nwärtlgc11 Aufbauarbeit legt, und auf die andere die Erweiterung unserer Arbeit und den Entschluß, unsere Kraft *w verzehnfachen, dann wird die zweite sinken, mit all den Gefahren und Hindernissen, die daran hängen. Denn mit feen werden wir das Land aufbaucn. Die Erweiterung des Jiscliuw hängt ab von der Ervveitc* ™ng unserer Organisation und solange ich nicht einen andern weg sehe, werde ich, als Sohn des hartnäckigen Volkes, zu- ^|nnu:11 mit meinen Freunden mit aller Hartnäckigkeit ar* ®C|h:n, bis wir den Gedanken der Agency verwirklichen. Aber ich bin überzeugt, um an diese Sache heranzugehen, aussen wir alles, was wir bis jetzt getan haben, verbessern und konsolidieren. Und mir schcinl, daß die letzte״ Sitzungen des Aktion«* komitccs und unserer ,indem Organe mit allem Ernst die Fragen dieser Konsolidierung behandelt haben. Meine Herren, ich gehe Ihnen ein Beispiel für diese meine wenigen Worte. Betrachten wir einmal einen Augenblick nicht den Einek, nicht die Kolonien und Dörfer, sondern die Gassen von Tc I- A w i w oder auch von Je* 11 ז s a I e 111. Wir freuen uns, einen großen Strom der Immi* grntiou zu selten, die Schiffe, die uns Menschen nach Huriderlei! mul Tausenden bringen. Ich bin der letzte, Gott!!!'hüte, der Elite «lerer nabe zu treten, die zur palästinensischen Küste kommen. Ich verstehe sehr gut die Atmosphäre, ans der sic kommen, die Motive, dieser Emigration. Unsere Brüder von «len Straßen Dzika und N.alcwki*) — sie sind Fleisch von unserem Fleische und Blut von unserem Blute. Wir freuen 1ms über ihre Einwanderung, aber an uns ist cs, noch bevor wir in die Jewish Agency c'mtreten, die Berlin* gangen zu schaffen, kraft deren wir auf diesen Strom c i 11 w i r k c 11 können, damit nicht, Gott b e 11 ü t e, dieser Strom auf uns c I n w i r k t. Es ist nötig, daß diese Einwanderer verstehen, daß wir unsere nationale Heimstätte nicht nach dem Ebenbild vtin Dzika und Nalewkl erbauen wollen. Das Leben dieses Stromes trägt an sich den Stempel eines vorübergehenden Ereignisses, und was wir mit unsern besten Kräften im Lande schaffen, ist für die Ewigkeit. Der Unterschied zwischen den beiden wird kleiner vcrilcn, sobald die Absorptionsmöglichkeit des Landes großer wird. Ich hatte Gelegenheit, mit Sachverständigen auf dem Gebiete der Volkswirtschaft zu reden. Einige von ihnen sagen: ׳Vielleicht treffen alle die Theorien der Volkswirtschaftsichrc nicht auf uns zu, denn das jüdische Volk hat seine eigenen Gesetze, die auf der eigenartigen jüdischen Psychik beruhen. Ich fürchte, daß diese Ansicht etwas Gekünsteltes an sich hat. Audi wir unterliegen gewissen wirtschaftlichen Gesetzen, und diese fordern von uns die Erweiterung der Jewish Agency. Die Presse, und besondera die palästinensische Presse, pflegt die Dinge, einige Tage bevor sic geschaffen sind, zu kennen .., und sic sicht vielleicht andere Gründe für die Agency, Ich glaube, daß diese Stunde für den Aufbau der Agency geeignet Ist. Wie ich iin Anfang schon sagte, wir treten jetzt — dank der Leistungen der Arbeiter im Lande — in eine neue Epoche ein, und diese Epoche macht den Eintritt von neuen Menschen, die bisher außerhalb unseres Lagers standen, notwendig. Wir, die zionistische Leitung, meinen, daß unsere Rolle beendet sein wird, wenn die Jewish Agency niitihrer alltäglichen Arbeit begonnen h aben wird. Alle Fragen des Jiscliuw, der Immigration, des Boden* Laufes )längen ab von der Frage der Mittel. Und bis zu der Zeit, wo die für den Aufbau des Landes notwendigen Mittel auf normale Welse hereinkommen, werden wir Immer unter einer Verschwendung von Kräften und Energie leiden, worin wir bis heute gesündigt haben. Wir haben Kräfte verschleudert, die bei andern Völkern Großes geschaffen hätten. Viel von unsern Kräften hat nicht nur gegen Felsen gekämpft, um der Schöpfung willen, sondern hat gekämpft gegen unsere Armut und gegen den Mangel an Mitteln. Ihr, die Ihr hier sitzet, wisset die Wahrheit. Keine Lita* neien werden diese einfache Tatsache verdunkeln. Und ln künftigen Tagen wird man sagen, daß wir, die zionistische Leitung, meine Freunde und ich, uns alle mit der Schwarzarheit beschäftigt haben, die Waffen für die in der Front stehenden Kämpfer nt beschaffen. Die Leute, die gesagt haben, daß wir ״mit der Zdakah* Büchse klappern“, haben einen historischen Irrtum begangen**). Sic haben vergessen, «laß das jüdische Volk keinen Groschen geben würde, wenn cs nicht verstünde, welche Anstrengung liier im Luide vollbracht wurde, Nicht mit Klageliedern und nicht mit Phrasen werden wir «1,1s Land aufbaucn. In Amerika begeistert man sich nicht über Fragen. Nur wenn es uns gelingt, Ercz Israel nach Amerika zu bringen, dann werden wir auch Amerika nach Ercz Israel bringen, nämlich die Mittel Amerikas für den Aufbau von Ercz Israel. Eine Frage habe ich bisher nicht berührt, und zwar die politische Frage. Und ich tat dies nicht ans Vergeßlichkeit, sondern mit Ab* sicht, lei: weiß, «laß man über diese Frage ohnedies sehr viel spricht, und darum brauche ich nicht darüber zu sprechen. Nur eines erlauben Sie mir zu sagen: Unsere politische Sache ist in London schon zu einer Art Routine* arheit geworden. Es gibt unter uns Nervöse und Besorgte, ob am Ende «iiese oder jene Regierung kommen wird. Ueberlinnpl lieben wir, uns in solche Fragen cinzumcngcn. Aber ich will gerade hierbei abseits stellen. Icli glaube, «faß keine Ae nde rungen sein werden. Und wenn ja, dann wird das Direktorium für die Angelegenheiten Palästinas auf seinem Posten bleiben. Der Herzog von Devonsliirc sprach seinerzeit so, wie jetzt Thomas zu 11ns gesprochen hat. Hören Sic auf meinen Rat und vergessen Sie zumindest für zwei Jahre die Politik. Nach zwei Jahren wollen wir wieder darüber reden. Unser politischer Fortschritt wird mir auf den Fehlern und in «len Obstgärten, in den Weinbergen und in den Farmen, in Nnl1al.1l, Nuris und Pcthach Tikwah gemacht. Die entscheidende Triebkraft und unsere grundlegendste Einwirkung auf die Politik liegt hier im Lande. Es obliegt uns noch die Rolle, in die große Weit hinauszugehen mul für unsere Sache zu kämpfen. Dieser Kampf wird um so leichter sein, je mehr wir uns auf unsere Schöp* fiingcn im Lande stützen können. ich bin so gut wie zu Ende, feit habe mich bemüht, in ganz ein fachen Worten eine Ucbcrsiclit über ganz komplizierte Dinge zu gehen. Wenn der Fortschritt dieser letzten zwei Jahre als ein Z:i:he;1 genommen werden kann, daun habe ich *) Bekannte, von Juden bewohnte Straßen in Warschau. — A. d. R. ••) Bezieht sich auf eine Aeußerunjj von Dr. Klausner im ״Haschiloach“. — A. d. R. mit dem großen Optimismus recht, ln dem ich lebe. Mein Glaube ist, daß das Volk die Mittel geben wird, die unsere Anstrengung erleichtern, und dann wird unser Fortschritt schneller sein, und dem Lande mehr entsprechen. Heute Rehen wir einzelne• Funken, aber das Volk hat die Kraft, diese Funken zu lohenden Flammen zu entfachen, zu der Fcucrs.iule, die uns «Im Weg weisen soll. Wenn es uns gelingt, die Stunde zu beschleunigen, in der wir eine Menge von Sicdlungspankten an allen Enden des Landes erblicken, aufgebaut auf produktivem Leben — ver* gesset nicht, daß die Luft Palästinas vielleicht klug, aber »icht satt macht —, wenn wir eine große Immigration sehen werden, ohne Bc«lcukcn und ohne Furch( vor einer Gefahr, wenn cs uns gelingt, die Basis zu schaffen, auf die sich eine organisierte und ausgehiUletc Alljah stützen kann — dann werilcu wir sagen können, daß wir die Tage der Kindheit hinter uns haben lind in die Zeit männlicher Verantwortlichkeit eingetreten sind. Mein Wunsch ist, daß dies zu erleben uns vergönnt sein möge. Zionistisches Meeting in London Eröffnung der Keren Hajes« od- Kampagne Am Abend des 3. November hat Dr, Welz mann die Keren Hajessod-Kampagne in England durch eine groß,angelegte Rede eröffnet. Herr Philip. Gucdalla, der Präsident der englischen zionistischen Föderation, führte den Vorsitz. Begrüßwigcn sandten Balfotir, Sir Alfred Mond, der Ober* rabbi'ner von England, Lord Robert Cccil, Sir Wyndhan» ׳ De cd es und Lord Parmoor. Dr. Wclzmnnn 'führte aus, die Kolonisation an sich sei schon ein schwieriges Problem; 6cl1\vcrcr sei die Kolon*- sation von Juden; doppelt schwer das Problem der Kolon»- sation der Juden in Palästina. Wären nicht der Mut und der Idealismus der Pioniere, die Lösung würde fast unmöglich sein. Das Land hat unter jahrhundertelangen VcrnachlässF gungen, unter der Verwüstung der Zeitalter, gelitten. Wo Malaria wurde heimisch. Und doch siedelten sich Leute an, die keine landwirtschaftliche Tradition batten. Dr. Weizmann schilderte, wie das Surnpfland entwässert, die Malaria ausgemerzt worden ist. Es kristallisierte sich ein menschliches Material, das der Durchführung der mühsamen Pionierarbeit selbst in einem so schwierigen Lande wie Pa* l.’istinn gewachsen war. I>ie Ansicdlungsk osten einer Familie in Palästina betragen heute, ob cs sicli nun um extensive oder intensive Farmbewirtschaftung handelt, durchschnittlich etwa 1000 Pfund. Dabei wird der Siedler so gestellt, daß er sein Leben selbst aufbaucn und sich ohne fremde Unterstützung fortcntwickcln kann, sod.aß er in einem entsprechenden Zeit* raum das ihm Vorgcschosscnc zurückziizahicn in der Lage ist. Das Verhältnis ist, mit den Ansiedhtngskosten in den iand* wirtschaftlichen Disfriklcu Canadas oder Californiens verglichen, ein günstiges. Dort befragen die Kosten 1200 bia 1 500 Pfund pro Familie. l>r, Weizmann wies auf die schnelle Entwicklung von Tcl-Awiw, Haifa, Tiberias und Jerusalem hin, sowie auf das ständige Steigen der Immigrationsziffer vom Oktober 1923 bis zum September 1924. 60 Prozent der Immigranten kamen aus Polen, Mitteleuropa und aus den Randländern, die früher zum russischen Reich gehörten. 30 Prozent kamen aus Salonicki, Marokko, Mesopotamien, Yernen und anderen Ländern des Orients, während 10 Prozent aus West* europa und Amerika kamen. Auf die Frage nach der Auf* nähmet,ählgkeit Palästinas ist jetzt noch zu früh, eine endgültige Antwort zu gehen. Der größte Teil der Immigranten der letzten Monate, die In den Städten blieben, besaßen je 400 bis 2000 Pfund; sic hatten ein Gewerbe, «fas sic in Palästina ausüben konnten. Die Immigration der letzten Zeit hatte eine starke industrielle Entwicklung in Palästina zur Folge. Die politische Lage in Palästina weist keine akuten Erscheinungen auf; die Beziehungen zwischen Juden und Nichljudcn nehmen allmählich normale Formen an. Dornige Probleme sind noch nicht gelöst, aber mit Sorgfalt, Vorsicht und Klugheit vermindern sicli allmählich die Schwierig?• keilen. Dr. Weizmann erzählte, er weilte fn den Tagen des Roschhaschanah und des Jom Kippur in Palästina; er habe die Einwohnerschaft ganzer Städte In die Synagoge wandern sehen; in den Straßen drängten sich Junge und Alte, die für den Fortschritt des neuen und des alten Palästinas bete« gingen. Nachdem Weizmann geendigt hatte, wurde eine von Frau Eder abgefaßte und von Dr. A. Goldstein unterstützte Resolution angenommen, die die gesamte englische Judenheit auffordert, sich für die Kampagne zugunsten des Keren Hajessod zu sammeln. Die Resolution wurde einstimmig an* genommen. Während der Versammlung selbst wurden 3400 Pfund aufgebracht, eine Zeichnung betrug 2000 Pfund, Die Araber und der 2. November Jerusalem. (J. T. A.) Die arabische Exekutive hat an die Araber des Landes eine Proklamation erlassen, In der sic für den 2. November, den siebenten Jahrestag der Balfour* Deklaration, den Generalstreik anordnet. Die paläsiincnsischen Araber wurden aufgefordert, steh in den Moscheen und Kirchen zu versammeln und eine Resolution anzunehmen, die die Zu rück r.ie hu ng de r Balfo ur* Deklarat Ion sowie der Zusage eines Jüdischen Nationalheims fordert. Die Resolution sollte dann der jetzt in Genf tagenden Mandatskommission des Völkerbundes telegraphisch übermittelt werden. Die Parole wurde im allgemeinen nicht befolgt. Die arabischen Läden waren an diesem Tage Im ganzen Laude geöffnet. Es kam nirgends zu Irgendwelchen Störungen. Nur in der Altstadt Jerusalems war eine größere Anzah* arabischer Läden geschlossen. Vertreter der Ajjutfa* Jlsroel ln Cent Genf. (J.T.A.) Anläßlich der Oenfer Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes weilten von de! I.ritun״ des Agtulas Jisroel die Herren Jacob Roscnhclra und Satly Guggcuhclm in Genf, um die Interessen der gesctzcstrcucn Judenheit zu vertreten. Die Herren hatten eingehende Aussprachen mit Herbert Samuel und de*» maßgebenden Stellen des Völkerbünde«.

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