Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 88 (4.11.1924)
- Date
- 1924-11-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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ז Seite 620 IUEDISCHE 'RUNDSCHAU Nr. m Keine PflicM, sondern SelftnlsncM Von Dr. J. K r o ns t ei ת.“) Der theoretisch •und vor allem praktisch wichtigste Be• standteil jeder Bewc.Tim;: ist die Triebkraft. Je besser man sie kennt, desto leichter ist es, die Voraussetzungen der lldchsllcistr.mj zu bestimmen. Als Triebkraft des organisierten Zionismus gilt das Pili eh!bewußt.sein des einzelnen Juden re ׳eniiber seinem Volke, Diese Ansicht hat \״or cini(s;e־rr ׳Torten (in der Nr. 70) Herr Wöllstein nochmals niisgcdriiekt und sieli iilicr das Versagen des Pllichtbewnßlscins entrir.trt, <10 ja hu Paule \״ou sechs Jahren noch nicht 30(XX) Lin* wunderer nach Palästina kamen. Daß dieses Ergebnis \־ollst.:1ndi;r ungenügend ist, daß die Kolonisation ein ganz anderes Schriilmaß cinschlagcn muß, Wenn die lU'iuisbiHc gesichert werden soll, «niviliegt keinem Zweitel. Aller daß dieser Mißerfolg mir deshalb verschuldet ist. weil ״die zionistische Organisation und ihre Mensch«« sich auf iiire TMliflilen noch nicht besonnen haben“ — diese Auffassung ist ein weitverbreiteter und überaus gefährlicher Irrtum׳ Denn sie stammt aus derselben Quelle wie der Mifierfol״ Die ״Pflicht“•Theorie, die Wöllstein vertritt, ist die Schwester «der gar die Mutter des Mißerfolges, den er beklagt. Glücklicherweise wird die zionistische Bewegung nicht von dem Pllichtbcwußtscin, nicht vom ״Opfermut und Idealismus“ an״ et rieben, sonder» von dem ganz {gewöhnlichen Egoisums, von derselben Sehnsucht nach ungehinderten« üidividueilen« Sichauslebcn, die die Menschheit von dem Naturzustand zur Gegenwart emporgehobeu hat. Die Kraft, die die zioni:,tischen Kassen füllt, •die die Juden aus ihren Ciclnirtsländern nach fernem und kiilturarmcm asiatischen .La wichen wandern laßt, die die jüdischen Akademiker zu Steinklopfcrn macht, — diese Kraft ist nichts anderes als das Streben nach einer der nationalen Eigenart also auch dem persönliehen Charakter entsprechenden Lcbcnsgcstaltimg. Die Leistun״ jedes Zionisten, das Verhältnis zwischen« dem, was er hesitzt, und was er dem Zionismus gibt, ist int allgemeinen desto größer, je stärker der Zionismus mit dem leiblichen Dasein’des Gebenden verbunden ist. Der zionistische I Vamte, der nach Palästina auswnmleriidc Kaufmann oder Chain/ ״:eheu dem Zionismus ihr Ich, und mir aus dem Grunde, weil die Existenz dieses Ich auf den Zionismus gegründet wird. (Id es ״idil imigekehrt? -- Aiunerk. d. R.) Und der Steinklopfer ist unsere wahre Hoffnung, der diese Tätigkeit nicht als Opfer für das jüdische Volk, sondern als Vorstufe seines persönlichen Wohlstandes als selbständiger Bauer eines jüdischen Landes betrachtet. Diese Aeußerungcn empfinde ich' als Binsenwahrheiten. Aber •offenbar muß man sic aussprechci«. Wem« erst ״die öffentliche Meinung dahin umgefdrmt werden“ muß, daß ״sie das Kommen der Menschen mit PrivatmiUcln und Privatinitiative verlangt“; wenn ״cs scheint“, daß man versuchen muß, die.se Demente in den Aufbau hineinzuzichen; wenn es notwendig ist, gegen die Ansicht zu polemisieren, daß ״die Aennficlikcit der bisherigen privaten kaufmännischen und industriellen Tätigkeit“ eine feststehende und keineswegs allzu tragische Tatsache ist; wenn ״cs scheint“, — mir scheint — daß ״mit unseren Mitteln eine sozialistische Organisatkm des Handels und der Industrie nicht möglich ist“; wenn in diesem Sinne ein Ziemist wie Wöllstein 27 Jahre nach dein ersten Kongreß schreibt — dann braucht man sich allerdings nicht darüber zu wundern, daß mir 30000 Menschen in sechs Jahren gekommen sind. Diese Zahl Ist vielmehr riesengroß, da so wenig geschehen kt, «an den Zustrom des Privatkapitals und des Unternehmertums nach Erez-lsrael m lenken, dn man im Gegenteil von dort Briefe schreibt, in denen die Unternehmer glattweg als Schädlinge des Aufbaus dargestellt werden. Es wäre sehr interessant, die letzten Urheber dieser Briefe und dieser Stimmung fcstzusteilen. Beruht die Ab« neigung gegen die Privatwirtschaft nicht auf der Furcht vor ihrem Zwang zur Ertragsfähigkeit? Hat man vielleicht Angst, daß im Lichte dieser ״Profite“ der Schatten der gemeinwirtschaftlichen Fehlbeträge noch düsterer, ihre Verteidigung «och schwieriger wird? Daß man ohne Kapital nicht kolonisieren kann, und daß mau dieses Kapital durch Pflichtermahnungcn schwer, durch begründete Profitaussichten leicht bekommt, mag sehr bedauerlich sein. Aber es ist so. Wer sich nicht danach richtet, der soll über den langsamen Vorgang des Werkes nicht klagen. Nicht soll man dem Zionisten sagen: ״Es ist deine Volkspllicht, uns 10 Prozent deines Einkommens und deines Vermögens zu geben, damit die Fehlbeträge gedeckt wurden können.“ Sondern nun soll sagen: ״Nimm 100 Prozent deines Vermögens «lud vor allem deine Persönlichkeit und gehe nach Palästina, um dort Geld zu verdienen und als Jude ungestört leben zn können. Uns brauchst du nur soviel zu geben, wie du es für angemessen hältst. Du kannst aber sicher sein, da Pi alles, was du uns gibst, nur dam verwendet wird, um dir und deinesgleichen den Broterwerb und das Privatleben in Ercz-Isracl möglichst zu erleichtern“ Der erste Schritt zu einem schnelleren Aufbau ist der unbedingte und vollständige Bruch mit dem Sozialismus. Unter Sozialismus verstehe ich uicht die Befreiungsbewegung des Proletariats an sich, sondern die Ansicht, daß diese’Befreimig mir durch Ausschaltung oder Begrenzung dev Wirtschaftsfreilieit möglich ist. Der Sozialismus in diesem Sinne ist die Auffassung, «laß die Freiheit der Arbeiterschaft nur in der Form zu verwirklichen Ist, daß sowohl der Arbeiter wie der Kapitalist dem mit öffentlicher Macht ausgcst.ittetea Politiker unterjocht werden. Kurz gesagt; unter Sozialismus verstelle ich die Verwaliungswirtschaft. Aus der Verneinung der Verwa 11ungswirtschaft folgt die Bejahung der. Privatwirtschaft. Möglichst viele und mög- ]:elist ertragreiche jüdische Unternehmungen -י das soll das einzige Ziel der zionistischen Organisation sein. Eine jüdschc Unternehmung ist natürlich eine solche, deren Arbeiter lind deren Leiter Juden sind. ״Ein solches Verlangen“ wird inan mir vielleicht sagen! ״ist ein innerer Widerspruch. Wenn eine jüdische Unternchmung ertragreich sein soll, muß sie arabische Arbeiter verwenden.“ Wäre dem wirklich so, so könnte der Zionismus einpacken. Denn da militärische Macht den Juden nicht zur Verfügung steht, können sic Erez-lsrael nur durch produktive Abgedruckt auf Grund des Prinzipes freier Diskussion. *•״ Die Red. iiia uio. ZEOia'itstaccbacs Ui*״cej; Wir fordern hierdurch •Ha Ortcgnippor» dringend dazu auf, «ns alle ihr® Vcraustaltungca (öffentliche und interne, Vortragszyklen, Kurse usw.) in der Zelt nach dem letzten Deloglcrtentng, soweit sie uns noch nicht mitgeteilt worden sind, unverzüglich bekannt zu geben. Wir brauchen diese Angaben schnellstes«■ für den Generalbericht der Z.V.f.D. auf den» Dolcgicrtcntag. Arbeit erobern. Entweder ist die jüdische Arbeit Volkswirtscliaftlid! produktiver; dann muß sie im allgemeinen auch privatwiruchafilich vorteilhafter sein. Oder die arabische Arbeit ist produktiver als die jüdische. Dann sind die jüdischen Aussichten so lauge hoflnuugslos, bis das Gegenteil nicht ein,getreten ist. Um! als gläubiger Zionist bezweifle teh nicht, daß die höhere Produktivität der jüdischen Arbeit erzielt werden kann; sei cs durch die Verbilligung der den jüdisdien Kulturbcdürfnissen entsprechenden Lebensart, sei cs durch Steigerung der jüdisdien Leistungsfähigkeit. Durch die vereinigten Anstrcngimgen der jüdischen Arbeiter, Unternehmer und der Organisation muß dieses Problem gelöst werden; oder man mache einen Strich über ein jüdisches Ercz-Isracl. Und ich glaube noch mehr: die Gleichberechtigung der Arbeit mit dem Kapital wird in einem jüdischen Ercz-Isracl erzielt werden. Allerdings nicht durch Zwangswirtschaft, 6011• dem im Rahmen einer Wirtschaftsfreiheit, die die manchcstcrliehen Begriffe vielleicht noch übertrifft. Bevor man aber soziale Ideale in einem jüdischen Erez-lsrael verwirklicht, muß erst dieses jüdische Ercz-Isracl selbst verwirklicht werden und produktiv sein. Und das ist nur durch das Privatunter- ״elnnerhmi möglich, das tan Verein mit der Arbeiterschaft die wirtschaftliche Grundlage der Kultur sciiaft und erhält. Die Umstellung unserer Kolonisation auf rein privatwirtschaftliche Basis ist wichtiger als die Jewish Agency. Von dieser wird eine Verdoppelung, im besten Falle eine Verdreifachung des Kolonisationskapitals und keine Vcrdoppelun׳״ der Kolonisatioiiscncrgic erwartet. Anstatt 30030 Menscheu werden in den nächsten sechs Jahren vielleicht 60000 einwamli-rn. Wir brauchen aber 300000 und mehr, um unseres Zieles sicher zu sein. Das Kapital muß verzclinfaht, die Energie verzwanzigfacht werden. Die Giitcrcrzcugung Ens!- Israels soll doch später für einige Millionen Juden ausreichen. Die Güter werden aber nicht durch öffentliches, son- «lern durch privates Kapital, nicht durch Beamtenpflicht, auch nicht durch Opferbcreitschaft, sondern durch Unternehmerwagenuit erzeug!. Eine zionistische Organisation ist nur ein Energiczcntrnni, desto schwerfälliger, je größer es kt; tausend für ihr Dasein kämpfende Unternehmer sind tausend flinke, vollgcladene Energiezentrcn. Ich betone dabei, daß Unternehmer und Kapitalist zwei verschiedene Begriffe sind. Auch eine vermögenslose Arbeitergenossenschaft kann unter gewissen Voraussetzungen als Unternehmer gelten, bankmäßige Kredite verlangen und mit ihnen die wirtschaftliche Selbstäiidigkeit begründen. Und ob diese Genossenschaft Ihre innere Lcbcnsordming kommunistisch oder individualistisch ciurichtct, ist vollständig gleichgültig, solange sie die Zinsen pünktlich bezahlt. Spar- und Untcrnelimergcldcr anstatt Spenden; Unter- «chmer anstatt Beamte; Selbstsucht anstat Pflicht — das ist das Ik-schleunigungsrczcpt. Dieser Weg Ist alles andere als so/.irilislisdi; aber er Ist aussichtsreich. Und nicht die «inwandelbare Treue an die stantssozlallstisclicn Leitsätze, sondern fa.sc!\e Errichtung einer jüdisdien Heimstätte tut dem jüdisdien Volke not. Die Arbeitersiedlungen mögen trotz ihrer fortwährenden Fehlbeträge scgensvolle Unternehmungen sein. Heute kt am dringendsten eine Bank als Stützpunkt für private industrieile und landwirtschaftliche Unternehmungen der Juden in Erez-lsrael und angrenzenden Ländern. Diese Gründung ist nicht nur die wichtigste, sondern auch die billigste. Denn da es sich nicht um einen Spendenfonds, sondern um chic zins'/ahlcnde und ziiisemplangcnde Bank handelt, so muß ihr Kapital ausschließlich von Privatpersonen aufgebracht werden. Die einzige Einlage der Organisation ist die Injtiative. Und vielleicht noch in höherem Maße als bei dem Geld gilt bei der Iniliative der Spruch; Doppelt gibt, wer schnell gibt. ' / Der Ms!!!pl der JcwseMta gegen den XI011is111a5 Wir haben In der! vorigen Nummern Auszüge ans eincm Aufrufe der Zcire Zion in der Ukraine veröffentlicht, <|n den letzten Anlaß zu den Massenverhaftungen von Zionktc״ in der Sowjetunion bildete. Die Wirkung des zionistischen Aufrufes auf die jüdische Bevölkerung scheint jedoch nach, haltig gewesen zu sein, denn die um die ״Jewscktia“ gru^ pierten jüdischen Kommunisten sehen sich veranlaßt, jn ihren Zeitungen und Konferenzen sich mit den in dem zionistischen Aufruf aufgeworfenen Problemen zu beschäftigen. Nach, stehend seien einige Meldungen wiedergegeben, aus denen hervorgclit, in welchem Maße verblendeter Haß gegen Zio. nismns und jüdische Tradition die Haltung der ״Jcwsektia" beeinflußt. Andererseits versuchen jetzt die jüdischen Koramu. nisten durch Aktionen, die sie bisher unterlassen haben und zu denen sie erst durch die Propaganda der Zionisten ge. drängt wurden, den Bedürfnissen der jüdischen Bevölkerung cntgcgcimikommcn. Das hebräische Schulwesen In Bolgarlcn ... Entsprechend der allgemeinen ungeklärten Rechtslage der Minoritäten in Bulgarien ist auch die Situation des Minderheiis- Schulwesens in diesem Lande bis heute ziemlich unsicher. Die im Versailler Friixieusvcrtrag auch von Bulgarien cuigeg.mgcnc Verpflichtung einer nationalkulturdlen Autonomie hat dort bislang keine verfassungsmäßige und gesetzgeberische Aus- Wirkung gefunden. Die zahlreichen jüdischen Schulen des Landes sind Privatanstalten ohne öffentliche Rechte geblieben. Die Absolventen der ehemaligen Alliancc-Sehulen, die heute den! zionistischen Zenlnilkonsi.sborium in Sofia unterstehen müssen sich einer rigorose« staatlichen Prüfung unterziehen’ um die üblichen Berechtigungen zu erlangen. Das nationalgerichtete zionistische Zcntralkonsixtorium in Sofia strebt mmmehr die Öfientlich-rcchtliclic Sicherung des jüdischen Schulwesens in Bulgarien auf Grundlage des AUiioritätcnrccht« mit aller Kraft an. Auch in der Richtung einer durchgehenden Hebnnxierung der Schulen und der damit eng verbundenen Ausgestaltung des jüdisdien LehrcrbiTdungswcscns (Gründung eines jüdischen pädagogischen Instituts) ist letztens eine encrgische Aktion «״!geleitet worden, deren Erfolg gesichert ist Mit der allgemeinen Reorganisierung des jüdischen Schulwesens ist Dr. Leo Rosen borg aus Berlin, zuletzt Direktor des hebräischen Gymnasiums in Riga, betraut worden, an den zu diesem Bebufe seitens des Konsistoriums die Beruf» n״ nach Sofia ergangen ist. Herr Dr. Rosenberg wird auch die Leitung der ersten jüdischen Mittelschule in Sofia übernehmen, deren völlige Hebraisicnmg unmittelbar bcvorstclit.! dS* 1■i ctserlwf »יו0וג!רןי:וב׳׳י*!״ tün Donnerstag, den 6. November, 8'/» Uhr abend«, spricht im Heim, UcUigngci8tst.ra«80 52 Herr Dr. S. Gomebky über Am Thema: ״Der Sinn des Lebens In der hebräischen Literatur.״ Gltsto willkommen. Ein Führer der jüdischen Sektion der kommunistischen Partei, Herr Tschemcrinsky, veröffentlichte im jüdisch• kommunistischen ״Eni es“ zwei längere Artikel gegen die ״konterrevolutionäre Zcire Zion“. Er führt aus: ״Die jüdischen konterrevolutionären Parteien sind wieder zum Leben erwacht und streben danach, den Mittelpunkt der Konterrevolution in Rußland zu werden. An erster Stelle sind die ,Zcire Zion* oder die sogenannten ,Zionisten-Sozialisten‘ zu nennen. Die Partei Zeirc-Zion habe gerade den Augenblick für ihre Aktivität gewählt, da die ganze Welt sich zu einer Konterrevolution gegen die Sowjetrepubliken vereinigt hat. Ihr Ziel ist, die armen jüdischen Handwerker, sowie die anderen verarmten jüdischen Elemente in die Antisowjetfront cinzureihun. Die konterrevolutionäre Zeire Zion verlangt, daß das Privatknpital Gelegenheit' zur Teilnahme an dem industriellen Wiederaufbau des Landes haben solle. Sie verlangt Kon- Zessionen für die großen jüdischen Kapitalisten im Auslande. Die Zeire Zion öetätigt sich als direkter Agent der großen anglo-jüdischcn Bankiers und Kapitalistcn (!), sowie der amerikanischen und deutschen Finanzmänncr. Sic wagt nicht, die kommunistische Partei als solche anzugreifen, sie beschränkt sich darauf, die jüdischen Sek• tioncn der kommunistischen Partei anzugreifen. Sie haßt die jüdische Sektion, weil diese den Glieder (Religionr,schule) nhgeschafft, den zionistischen Schwindel mifgcdcckt, den iiidischcn Klcrikalisinus zerstört hat weil sic ferner den religiösen Aberglauben bekämpft und die Massen vom Joch des ,Gereri, des ,Zinkowcr1 und anderer Wunderrabbis hefreite. Weil die jüdische Sektion die Sprache der jüdischen Massen, das ,Jiddisch‘, zu einer politischen Kraft, zu einer anerkannten Staatssprache gemacht hat. Weil die jüdische Sektion den Bankerott der zionistisch-palästinensischen Phantasmagoric bioßgcstcüt und die jüdische Bourgeoisie gelähmt hat. Sic haßt die jüdischen Sektionen, weil diese ein Netzwerk der jiddischen Schulen errichtet, die jüdischen Bc- Völkernnjp:»lassen zu Landarbeitern erzieht, wodurch dem Jüdischen Nntionalfonds eine ernstliche und erfolgreiche Kon• kurrenz entsteht.“ Es erübrigt sich, die kindischen und verleumderischen Behauptungen des ״Eines“ über den Zionismus zu widerlegen. Sic beweisen nur, welcher Mittel sich die ״Jewscktia“ im Kample um die Erhaltung ihres Einflusses in der allgemeinen kommunistischen Partei in der Sowjetunion bedient. Eine zweite Meldung beweist, daß die Vorwürfe der ״Zcire Zion“ doch Früchte getragen haben, wiewohl ab zuwarten ist, ob cs nicht nur bei schönen Versprechungen und Beschlüssen bleibt. Die alluhrainische Konferenz der jüdischen Sektion der kommunistischen Partei ist am 27. Oktober beendet Wörden, ln fast sämtlichen Reden kam zum Ausdruck, daß die Tätigkeft der zionistischen Arbeiterparteien in Rußland weiter bekämpft werden müßte. Dies soll nicht allein durch Propaganda, sondern auch durch Maßnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen Not der jüdischen Bevölkerung bewerkstelligt werden, E« wurde beschlossen, Leih• und Sparkassen zu errichten, um an solche jüdische Handwerker, die die Arbeit anderer nicht explodieren, Kredite zu gewahren. Es sollen ferner Schritte unternommen werden, um die Bildung von Organisationen jüdischer Handwerker für gegenseitige Hilfe zu fördern. Endlich soll die Sowjetrcgicrung «!!!gefordert werden, die den jüdischen Handwerkern auferlegtcn schweren Steuern zu reduzieren. Welch fanatischer, unduldsamer Geist bei den kommunistisehen Orthodoxen herrscht, lehrt die dritte von uns hier wiedergegebene Meldung: Von einem jüdischen Kommunisten namens Lew, der in den vergangenen Passah-Tagen an einer anti-religiösen Kampagne tätigen Anteil genommen hat, wurde nachträglich in Erfahrung gebracht, daß er seine religiösen Verwandten mit Mazzoth versorgte und selber dem Scdcrabend bei■ wohnte._ Er wurde deswegen aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Sein Appell an die Exckutive der kommunistischen Partei der Provinz Hornel um die Wiederaufnahme in die Partei wurde abschlägig bcschieden. Der Kommunist Lew erklärte ln seinem Appell, daß er den Bitten seiner Frau nachgeben mußte, die ihm eine Verweigerung des Wunsches nicht verziehen hätte. Er habe nachgegeben, um den Ehefrieden zu erhalten. Das Provinz- Exekutivkomitee hat diese Gründe nicht gelten lassen tmd hat den Beschluß des Ortskomitees bestätigt. Eine jüdische Elnlpngskonlerenz in RnmSnien Bukarest. (J.T. A.) In kurzem wird eine Konferenz stattfinden, in der die Judenschaft aller Teile Rumäniens (des alten Königreichs, Transsylvaniens, Bcßarabicns und der Bukowina) vertreten sein wird, ln erster Reihe wird das wichtige Probien! des Zusammenschlusses der rumänischen judenheit zur Sprache kommen. Der Zusammenschluß soll auf föderativer Grundlage geschehen. Dis Bukarcster Zentralbiiro wild die rechtlichen Angelegenheiten der Judenschaft ganz Rumäniens führen. Die Föderation wird ein Wochenblatt u« rumänischer und französischer Sprache herausgeben. Kooperative Getellschali der Besitzer kleiner Wirtschaften in Palästina Zu dem von uns im Anschluß an den Aufsatz des Herrn Podfischcwsky ״Ein neuer Anfang“ verötfentlichten Auszug aus dem Prospekt der ״Kooperativen Gesellschaft“ ist nachzutragen, daß die Anteile von 500 £ (jedenfalls aber nicht weniger als 250 £) bei der Anglo Pakstine Company in Tel-Awiw aut den Namen von Herrn Disengoff, Podhschcwsky, Dr. Sosldn und van Vriesland einzuzalilen sind, Falls die Gesellschaft 17 Monate nach ihrer Eintragung die Arbeiten nicht aufgenommen haben wird, werden die eingezahlten Gelder den Antcilsnehmcm, zuzüglich einem Zinsbetrage, wie er von der A-P.G gezahlt wird, rückerstatt(# werden.