Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 87 (31.10.1924)
- Date
- 1924-10-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ft 8ד Seite 61ד atroli che heu ecu >V «L!S ■Jn ,■ 01■- llf 11 in den hon kek Ileii heil Ullj; die her cits bei den Oe- 11 cn ,die!11." t nen den Exlirs zu »an Ud, dee des «lic *iert idli* mit so 'in hart rvvireni medm- /er- י1ו! nlä* nen le s »«ff •ra reu De- Audie »ral.an sei! a‘“ <n, :frum na! [cn en, ber die inc die hm olg >ie tdc erich «ly )er icr lc!!m .״« Mc Er »uf 0נ- Je־ ״,< 1״.!kt l«S in frs e - ne irc :h- 11s III, hc hi )0• EritlGclje GrkiilproWcme Von Dr. Jacques Adler, Leipzig. Die Politik der BnUour-Dcklaration und des Palästina- Mandate ist im Wechsel der englischen Kabinette — erst die liberal-konservative Koalition Lloyd George, dann die kouscrvativen Hrgicriinjjcn Bonar Law nmi Stanley BaMwin, schließlidi das Labour-Govermnent Rainsny Macdonald — in den Oründ/ügcn immer die gleiche geblieben. Insofern gibt uns die Parlanicnisncuwalil in England, deren Resultat zur Zeit der Abfassung dieses Artikels noch nicht bekannt ist, kaum ein Rätsel auf. Die jüdische Heimstätte in Palästina wird fur England weiter ein zwar kleiner, aber beständiger Posten in seiner politischen Oricnlrcclunmg bleiben, besonders <1.11111, wem wir Juden selbst jene Idee mit dem Aufgebot der erfordeilichcn seelischen und materiellen Kräfte zu verwirkliehen trachten. Die Engländer haben - - die Begründung dieser Stellungnahme im einzelnen seitens dieses oder jenes Politikers, dieser oder jener Partei ist ihre eigene Angelegenheit — ״gctod will"; die Hauptsache ist, daß sie scheu, daß die Heimstatte auch für uns selbst ein Axiom ist. Die jetzige inncrpoütische Krise Englands braucht uns also in Bezug auf die Pal.'istinnpolitik keine Sorge zu machen. Aber da ist nun etwas anderes. Palästina schwebt nicht im luftleeren Raum, Palästina ist kein Eünnd im Pacific, ciijsam, ringsum vom Weltmeer umschlossen. Palästina steckt mittendrin im Ländcrkouiplcx des Nahen Ostens, eine Landbritckc zwischen Aden und Afrika, dem gewaltigen Arabien vorgelagert, östlicher Nachbar des Suez-Kanals, Ausgangspunkt des Land- und Luftweges nach Bagdad. Wenn in diesem weitpolitisch hochbcdcutsamcn Umkreis des Landes unserer Hoffnm1g wichtige Ereignisse vor sich gehen zur gleichen Zeit, da die Oberleitung des britischen Reiches des Beistandes einer Parlamcntsmcltrheit entbehren muß und das immer ungewisse Ergebnis einer Neuwahl abwartet, so wollen wir jenen Vorgängen tim ko genauere Beachtung schenken. Zwar; Jüdische Palästinapolitik ist sowohl ln Zweck und Ziel als auch in den Mitteln eine vollkommen selbständige Erscheinung und int Wesen durchaus unabhängig: von der britischen Orient- Politik. Die Praxis aber, die sieh aus der Tatsache der R.aHour-Deklaration und des Palästina-Mandats ergibt, schafft eine grundsätzliche Ucbereinstirmnuiig in dem Interesse, den Orient vor neuen Erschütterungen bewahrt und auf der Balm friedlicher Entwicklung fortschreiten zu sehen. Das Problem, worauf es da vor allem nukommt, ist die Umbiltlung des britischen Weltreiches und der ihm durch irgendwelche Bindung angcsch'osscncn Länder zu einer föderalistisclicn Staaten- und Völkergemeinschaft. Man weiß, daß beim Scheitern dieses von weitblickenden englischen Politikern angestrebten Versuchs kaum etwas anderes cintrctcn würde als die Kristallisierung eines rein angelsächsischen Staaten- Hundes (Mutterland und Dominions) unter Ausscheidung der exotischen Rcichstciic, Unsere Politik zielt darauf hin, in; Palästina eine jüdische nationale lAisitiou aufzubmicn, die; stark genug sein soll, in jeder Situation sieh zu halten, i einerlei, wie die Entwicklung vor sich gehen mag. Um das I Fundament dieses Aufbaues zu legen, dazu bedarf es aber; mindestens einer gewissen Reihe ruhiger, stabiler Arbcitsjalirc. : Das ist also unser Interesse an den britischen Orient- Problemen, deren derzeitiger Stand nunmehr kurz geschildert und erörtert sei. In der ägyptischen Frage tiat der Besuch des ägyptischen Ministerpräsidenten Said Zaghlul Pascha in London und seine Unterredung mit Ramsay Macdonald keine Lösung gebracht. Der Vorschlag Aegyptens, daß England seine Okkupationsarmee zurückzichcn solle, wofür der Suez-Kanal unter Völkerbundsschutz gestellt werden würde, fand keine Annahme. Auch das Projekt, die Schwierigkeiten einfach durch einen englisch-ägyptischen Bündnisvertrag zu beseitigen, gedieh nicht weiter. Bis zu einer Besprechung der Sudaiiangelcgcnhcit, die Aegypten heute am meisten erregt, scheint mau nach dem Mißerfolg in der Vorfrage garnicht gekommen zu sein. Zaghlul ist bei seiner Rückkehr in Kairo stark gefeiert worden. Was wird nun werden? Eine militärische Auseinandersetzung ist für Aegypten 1mdenkbar, weil aussichtslos, da Alexandrien vom Meere ber ס c n a : Und Kairo von der Zitadelle im FcuerherricI» britischer Oe- י .scluifze liegt, da Aegypten kein wirklich leistungsfähiges Heer bc.sii/t, da «las schmale, von unwirtlichen Wüsten hegrenzte Niltal kein Gelände zur Auswelchstrategic für ein schwaches Heer -- etwa mich dem Beispiel der Türken im uiniolischen Feldzug - dardeüt, da schließlich das dicht- Bevölkerte, einseitig nuf Bammvulik'iltiir eingestellte Aegypten durch eine Block,•ule eher rein wii t!:ch u'tlicl» zum Erliegen gebracht werden laim, Andererseits ha( aber mich England allen Grund, cinea neuen «;:yp*i.;cUrn Aufstand m schonen, der Blutverluste wegen und auch im i iinblick auf di״ Rückwlrlumg in seiner gesamten orientalischen Interessensphäre. Ein vernünftiger Ausgleich ist mich heute noch durchaus möglich, wem* man in der Okkupatvunsfragc ,die berechtigten nationalen Wünsche der Aegypter erfüllt und 111 Bezug nuf den Sudan die Lxpaiisionxiiotwcndigkciten der .ägyptischen Volkswirtschaft hcnick.dehtigt, woiiir man einen zuverlässigen Bündnis- und I־rc11ml>ch,1(i11vcrtrng cintaiischcn könnte, da die Aegypter die enge Verbundenheit ihrer Wirtsclmftdnlcrcsscn mit der er׳,־- ILscheii Industrie - Baumxvollvcrarhcitimg — und dem englischen Finanzkapital selbst am genauesten kennen. Das Mossul-Problein, die Streitfrage zwischen Groß- Britannien und der Türkei betreffs der Nordostgrenzc des Irak, dürfte, trotz aller Alanniinchrichtcn am jenen ewig unruhigen Grenzbezirken, voraussichtlich doch durch die hevorstehende Entscheidung des Völkerbuwlrates friedlich gelöst werden. Lallt Mnssul an die Türkei, so werden die Türken, wenn sie klug sind, in der Erngc der Erdölnutzurig vernünftige Zugeständnisse machen. Wirtl Mossul mesopotamiscli, so müßte England den Türke״ durch Entgegenkommen auf ihre Anicilicgcsiichc die Enttäuschung erleichtern. Weder England noch die Türkei sind heute zu einem Krieg von unabsehbaren Folgen gestimmt und bereit. Starke Worte sollen uns nicht darüber täuschen. ■Wichtig ist die Haltung Frankreichs, das heule nach der Laus.amicr Entfremdung sich den Türken wieder zu nähern sucht und durch General Mnnght beute ln Angora über die türkischen Interessen in den syrischen Grcit/bezirken Alexnmlrctte und Antiochia — im Frühjahr gab cs dort .nicht ganz unbedeutende Plänkeleien zwischen dem beidersritigeu Circn/srhutz. - * verhandeln laßt. Es ist nicht aus- .siehtdos, daß jetzt in dem Wctterwinkel an der Slidgrenze Anatoliens zwischen der Türkei, Frankreich und England eia gewisser Gleichgewichtszustand geschaffen wird, der wenigstens für eine Anzahl von Jahren die jenen Gebieten so not\vcml ge wirtrehaf Eiche Evolution von den Eifersüchte• leien und Reibereien entlastet. Das dritte Krisenzcntrmn ist heute »1er Hcdschas, wo die vom Osten her cingchrochcncn Wahabiten mit der Hussein- Dynastie eine in ihren Motiven und Zielen noch nicht ganz zu durchschauende Auseinandersetzung fuhren. Hinfällig geworden ist zunächst einmal «las mit durchaus unzulänglichen Kräften errichtete Kalifat Husseins. Der Anghvltedschas- Vertrag ist zunächst vertagt. Die weitere Entwicklung dürfte weniger militärisch als vielmehr durch die englische Diplomatic bestimmt werden, der cs nicht schwer fallen müßte, die cin/clncn Dynasten und Stcmmcsohcrhäuptcr gegeneinander aus/uspiclcn. Ist ja doch die Subvention in klingender Münze seit jeher ein gewichtiges Argument, «!essen sich europäische Mächte in jenen Eämlern zu bedienen pflegen. Andere Unruheherde von mehr lokaler Bedeutung sind heute in der näheren und weiteren orientalischen׳Umgebung Palästinas im Westen die streitige־ italienisch-ägyptische Grenzzone im Osten Tripolitaniens, der Kriegsschauplatz in Spanisch-Marokko, wo Abd cl Ketin* die Fahne erhoben hat, im Osten Georgien und Afghanistan. Die große Kunst der britischen Politik besteht wohl darin, all «die verschiedenen Bewegungen im Orient isoliert voneinander zu halten und nicht zu einem Brande aushrechcn zu lassen. Es mag die friedliche Entwicklung mir fördern, wenn baldigst ein neues britisches Parlament zustande kommt, das dem Kabinett — aus welcher Partei auch immer — den Rückhalt für eine kluge, gerechte, konsequente Orieiitpoütik gibt. Wir Juden aber, denen Palästina teuer ist, dürfen nichts versäumen, *81* unsere Stellung im Orient ans eigener Kraft zu stärken, ׳. t Brez-Xsrad Keren Hajesso!!-Arbeit Von Unserm Kotrc ^ponilii n 1 c n K.h. Jerusalem, 22. Oktober 1924, Die gleichzeitige Anwesenheit Dr. Weizmnnns und Dr Fe weis in Palästina hat der Keren Hajessod-Arbeit ia I nlastma einen neuen Schwung verliehen. Es ist der Mühe wert, bei «Im Schwierigkeiten zu verweilen, welche die K H- Arbeit in Palästina fyidct, weil sich in ihnen die Psychologie «les Jfschuw ״* mannigfacher Weise spiegelt. Die K. H- Aktion hat in Palästina bisher fast nur die zionistischen IHMiihc!! cr.asscn können und konnte in weitere Kreise nicht Vordringen, Dm Argumente, welche der Aktion entgegengehalten werden, sind mannigfacher Art. Man verweist darauf, daß der finanzielle Aufbau des neuen Palästina dia S.dicniM^ clor Einwanderung Sache der Diaspora sei, während I al.istiua für die Sicherung des Bestellenden, für seine eigenes» Institute aiif/ukommcn labe. In der Tat war das pa’lästk• ncnshchc Judentum bisher nicht imstande, seine eigenen Kehilloih auf eine gesunde Basis zu stellen und die politisch« Schwäche des Waad Lcunii liegt nicht zum gcrln״stcn in seiner finanziellen Schwache, die schließlich mit der Armut des Landes, mit dem Mangel an einem fundierten Erwerbsleben nisammenhängt. Sind doch auch diejenigen gerne«► in'itzigen Institute, welche mir für dm Landesbewohner bestimmt sind, zum großen Teil vom Ausland abhängig. Da״, kommt als ein weiteres Moment der Panikularismus der einzelne« Gruppen uml Institute. Hier am Orte, wo der Keren Hajessod seine Gelder ausgibt, möchte natürlich jede einzelne geldgebende Gruppe, daß die von ihr gesammelten Gelder gcrad« flir ihre Institute verwendet werden. Es ist der Fall vorgekommen, daß eine Gruppe Mi re Beteiligung an den K. H.־ Sammlungen an die Bedingung knüpf cm wollte, daß die vt» Mir gesammelten Gehler ihren Institutionen zugute kommen. * Natürlich kommt dann gleichzeitig jede Gruppe mit ihren Beschwerden, Die Kolonisten beschweren sich, daß die K. H.- Gelder zu sehr zu Gunsten der Arbeiter verwendet weiden «lic Städter, «laß die K.H.•Gelder zu sehr dem Lande zugute kommen usw. Gegen alle diese Widerstände und zugleich gegen die objektive Armut des Landes anzukämpfen, war für den K.H. nicht leicht. Wie anderswo hat aber auch gerade In Paläsiin« die K. H.-Arbeit ihre erzieherische Wirkung, indem sic pari{- kularistischc Tendenzen überwindet und gegen die Reste von Chalukkalipsychologic ankämpft. Es wird ein langer Prozeß notwendig sein, bis Palästina dies Erbe überwunden haben wird, ln «len letzten Monaten Ist es Dr. Hclfinann, der die Arbeit leitet, gelungen, eine lebhafte Dskussion des K.H.- Problems in der palästinensischen Presse anzuregen•, als deren Resultat erscheint in den nächsten Tagen eine Broschüre ״Erez Israel und der Keren Hajessod“, die etwa 60 Mcinungsäußerungen palästinensischer Persönlichkeiten bringen wird und sicherlich auch für das Ausland von Interesse sein wird. In Tcl-Awiw fand eine von 3000 Personen besuchte Ver- Sammlung statt, bei welcher Dr. Wetzmann referierte. Es wurde ein aus 110 Personen bestehender großer Rat gewählt, in welchem alle Persönlichkeiten und Strömungen vertreten sind und der aus sich eine Exekutive wählen wiid. Tcl-Awiw übernimmt ein Drittel des in Palästina aufzubringenden Betrags. Dr. Fciwel hat in einer Beratung, die 1« Jerusalem stattfand, die Eindrücke seiner Pal.istlnareise dahin zns.ammcngcfaßt: Er habe den Eindruck, daß gerade di« nächsten 1—2 Jahre für uns von entscheidender Bedeutung sein werden. In Stadt und Land ist alles in Entwicklung begriffen, eine große Anzahl von Institutionen hat zu arbeiten begonnen und überall fehlt es im Budget sozusagen an dem letzten "Drittel. Wenn dies nicht kommt, sind die Institute in Gefahr znsammenzubrechen, kommt cs, dann wird man weiter bauen können. <* 1 rischen zieht bei Kroclunal den Wert des Kritischen nach sich’. Historie und Kritik, System und Analyse bilden die Onind- Kategorien «les Krochm,־!Ischen Denkens. In diesem Kapitel haut S. Rawidowicz die Gcscliiclitswelt Krochm,als auf. Krochmal ist ein objektiver Historiker und ans dieser Einstellung heraus kritisiert er auch seine Vorgänger. Trotzdem finden wir auch manche historischen Werturteile. Seine Anteilnahme an den geschichtlichen Geschehnissen ist zum Teil sehr lebendig. Den Entwicklungsgcdankcn in der jüdischen Geschichte hat Krociimal »!vernommen von dem Italiener Vico, von Les sing und Herder. Einerseits hetont Krochmal den Fortschritt der geschichtlichen Entwicklung, andererseits behält er «lic ״göttliche Vorsehung“ als initbcdingcndcu Faktor in der Geschichte. Die Blbclkritik Kroclunals «lient nach S. Rawidowicz als Mittel zur Erfassung der geschichtlichen Wahrheit. Cianz anders ist es mit der Kritik der Halacha und Agada. Besonders greift Krochmal einige Autoren der Agada an und versucht nachzuwciscn, wie unhistorisch diese dachten. Aber es fällt Krochmal sehr schwer, ein abfälliges Urteil über die Agada im allgemeinen zu fällen. In der Halacha sucht Krochtnal die Rationalisicrungstätigkeit und die Verallgemeinerung der H.ilachislcn berauszuarheiten. Was das philosophische System Kroclunals anhetrifft, die Linflüsse der philosophischen Systeme!.einer Zeit, hat S. Rawidowicz diesem Komplex von Fragen ein besonderes, iiißcrst wichtiges Kapitel gewidmet: Hegelianismus. Er brkämpft die allgemein verbreitete Ansicht, nach der Krochmal ein frommer Hegelianer gewesen sein soll, S. Rawidowicz faßt den ganzen darauf bezüglichen Stoff zusammen, untersucht die einzelnen Elemente der Kroclimalschcn Ideenwelt, stellt *wischen ihnen und den der deutschen Philosophen von Kant bis Hegel Vergleiche an. Und kommt zu dem Schluß, daß in den vier Element«‘11, auf denen die Geschieht »philosophk; hißt, und zwar die Geselligkeit, die Entwicklung, der Geist und der absolute Geist, kein Hegelianismus zu finden sei. Hier, wie auch in manchem anderen stünde Kroclunal unter dem Einflüsse des «deutschen Idealismus, der historischen Schule im allgemeinen, mit einer besonderen Anlehnung an Kant, Herder und andere. Auch den Begriff des ״Volksgcistcs“ hatte Krochmal nicht von Hegel, sondern von Fichte überfioinracn. Ebenso in der Geschichte im allgemeinen : ei Krochmal kein Di a 1 c k t i k c r, .kein iogisierender Absolutist, sondern ein Entwicklungsthcorctiker und Evolutionfst durch und durch. S. Rawidowicz verweist insbesondere auf die Irrtumlieh verbreitete Ansicht, als oh die geschichtlich« Pcrkxlisierung Krochmalin Blüte, Aufstieg und Verfall — der Megelsclien Ingisicrciiileu Dreiteilung, (These, Antithese und Synthese) 'analog wäre! Eine Ansicht, die viel zum angebliehen ,.Hegelianismus“ Kroclunals beigetragen hat. Nur in einem Punkte hat S. Rawidowicz den Hegelianismus bei Krochmal feststcllcu können und zwar in Kroclunals Zuneigung zur I Icgclschcu Logik, wobei er auf die Gründe dieser Zuneigung ausführlich cingeht. Abgesehen von dem oben Erwähnten finden wir In der Einleitung noch mehrere Wertungen und Ideengänge, die wir liier nicht im Einzelnen besprechen können. Jeder, dem die Entwicklung der jüdischen Wissenschaft am Herzen liegt, wird Herrn S. Rawidowicz. für seine Veröffentlichung der Kroclimalschcn Werke Dank wissen. Dank gebührt auch dem Verlag ״Ajanoth“, der dieses Buch in so schöner AusstaUung herausgebracht hat. Psychoanalyse der lirztehnnjj Ini Rahmen der Veranstaltungen der psychoanalytischen Vereinigung sprach Dr. Siegfried Bern re fd (Wien) vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über das Thema: Psydioana-!y10> .״r Erziehung. Der Gegenstand seiner Betrachtung war also «lic Seel«• «le*; Erziehers, 11 teilt die «los zu Erzichemten, die gewöhnlich der Gegenstand «ier Beirachtungcn «les I'ädagogen 11,!«1 des Analytikers siiui, Im Laufe seiner fesseln- «Um Darstellungen kam Dr. Hemfeld zunächst zu negativen Ergebnissen, indem er fcststelitc, was die Erziehung nicht kann, und was tler denkende Pädagoge nicht von ihr erwarlen darf, wenn er nicht schwere Enttäuschungen erleben soll oder sich an leere Illusionen verlieren will. Sie kann nicht «las hcranwaehsende Geschlecht umwamlehi, denn die Pädngugik gehört mit zu dem idenkigkehe״ Ueherbaii filier «lern wirtsrhaftiiehe» Unterbau. Es können sich nur die gesellsehafllieh-wirtsehaftliehen Grumllagen ändern, «Ile dann auch eine Armierung des Ei'/icliuugswoxcns und damit des maisch• liehen Typus bewirken wird. Der Erzieher hat demnach die ihm von der herrschenden Klasse gestellte soziologische Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die hcranwaehsende Generation dereinst nicht gesdlschaftegelährdend, sondern gescllschaftsstützem! sein werde. Der Vortragende meint, es sei nicht die Aufgabe «les Erziehers, den jugendlichen Maischen irgendwie zu beeinflussen und zu einem bestimmten /fiele zu führen, was ihm auch ohnehin nicht geiingen würde. Die Anschauung, daß die Jugend die plastischste Zeit des Lebens sei, gehe 1 1 ■ -׳ — j-j!■* völlig fdd, denn die Entwicklung des Kindes, d. 1*. die Angleichung au seine kulturelle Umwelt vollzieht sich ganz gesctzmäfiig, ist geprägte Form, «iic lebend sich entwickelt. Die positive Leistung der Psychoanalyse «icr Erziehung ist, daß sic die Atmosphäre reinigt und die Ziele klarstem. Sie zeigt, daß 'Erziehung die Reaktion des Stärkeren auf den Schwächeren ist. Diese Reaktion kann aut zweierlei Art geschehen: 1. Indem sie den Schwächeren schützt und behütet, das typisch ״weibliche“ Verhalten, oder 2. indem sie den Schwächeren halb, ablclmt und ihn bis zur Vernichtung bekämpft, das typisch ״männliche“ Verhalten, das sich auch bei Tieren und Naturvölkern beobachten läßt, wo die Väter das Bestreben haben, ihre Kinder atifzufresscr, ein Motiv, da« auch im Mythos wicxlcrzufmden ist. Endlich zeigt die Psydioanalyse, daß die heutige Erziehung bedingt ist durch da« Schuldgefühl, welches die Gesellschaft empfindet, deren Verhalten dem Kinde gegenüber nach der ״männlichen" Seite hin tendiert. Kein Zufall, daß die Pädagogik heute In die Hände eines männlich gerichteten Fraucntvpus getallcn ist, deren eine der besten Vertreterinnen, Ellen Key, das 20. Jahrhundert als das Jahrhundert des Kindes bezeichnet hat. Hier führt die Psychoanalyse in die tiefsten und Unverstandensten Abgründe der gesellschaftlichen Psyche, L. Ne 11 ab. Der PalSMln.i-HIm des Keren Bajessotl Das Propaganda-Departement de* Keren Hajessod London kt nunniehr Im Besitz des Film«, den es von Herrn HcikIow In Palästina hat Herstellen lassen. Es ist gelungen, eine Folge von vorzüglichen Bildern des Lehen« und «Icr Arbeit in Palästina zusammrnzustcllcn. Die Her* Stellung des Films fand unter Kontrolle des früheren Vorsitzenden «1er Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herrn Felix Rosenhlüth, statt, und hat über acht Monate in Anspruch genommen. Der Film hat eine Länge von ülirr 1*00 m und «lic Vorführung «Lauert etwas über eine Stunde, Der hebräische Titel lautet .,Banctiu — Bomuiu“ (״Unsere Söhne —- unsere Bauleute“) uml der englische Titel ״The Promlsed Land“ (״Das Gelohte Land“). Er besteht aus vier Teilen. Der erste Teil schildert die Ein- Wanderung, in Tcl-Awiw oder in Haifa ciutrcffendc Chaluziin und ihre Quartlcrnahme in den Immigratlonslagern. Der zweite Teil führt uns in die Kolonien und Siedlungen. Im dritten Teil wird etil Vergnügungsaiisflug von Clialuzin» «larffestcllt, wobei Jerusalem sich in seiner ganzen hls*orischen Sch 0 uh eit enthüll«. Der vierte und letzte Teil bringt eine Vorführung der neuen, entstehenden jüdischen Städte. Den Schluß bildet die neue Hebräische Universität. Der Film #011 in zirka 14 Tagen der Qcffentlicfikeit übergeben werde«.