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Jüdische Rundschau · 1924-10-24 · Heft 84-85 (24.10.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 84-85 (24.10.1924)
Date
1924-10-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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י BJacmisjer 22 -!» ׳ ■׳״», \> i.t» M. ו11ו י 1 H:׳ J5« »rj י« u וו 1! O .4. £( Berlin, 24. X. 1924 1 ן üSly Ule Zollrdorni. E. D, Vor aller Kritik au — oft recht wichtigen ~ Einzelheiten sei gesagt, daß der neue Tarif der Einfuhrzölle, den wir in der vorigen Nummer des Wirlschaftsblattcs ver* öfu ntlichten, ein Ausdruck unten Willens der Regierung und ein Zeichen für die Anerkennung des richtigen Prinzips ist. Man darf der Genugtuung Ausdruck geben, daß es nach sehr langen und sehr schwierigen Verhandlungen :iistina zur Entwicklung seiner wirtschaftliche״ fräfte ein System spezifischer S c h u t z zulle braucht und nicht iiit dem rein fiskalischen 12pro/cnii״cn WerUull aus- (jeUunrr war. gelungen ist, die kegierung davon zu überzeugen,_ dal! _em Land wie Kr m kommen konnte, der bis dahin in Zölle sind nie etwas Ideales und vor ihrer Einführung wird man sich zwei- und dreimal überlegen müssen, ob sic wirklieh unvermeidbar sind und cs tatsächlich gar nicht anders geht. In den meisten Kuiturstaateii mit einer entwickelten Volkswirtschaft geht cs am 11 anders. Die scimtzzölliicrischcn Tendenzen, die sic gerade jetzt /.eigen, dienen mehr eia *einen I n 10 r c s 5 e » t c n g r tt p p e n als der G c s a m 111 c i t. Selbst Länder, die ihre wirtschaftlichen Kräfte erst zur Entfaitung bringen wollen, können *ohne Zölle auskommen, wenn ihnen wenigstens genügend grolle Kreditkapitnlicn zur Verfügung stellen. Wo aber beides fehlt, wie in Palästina, sowohl eine aut festgefügten• Grundlagen beruhende Volkswirtschaft wie der nötige Kredit zu ihrem Aufbau bleibt nichts anderes übrig, als die Methode des Protektionismus anzuwemkn. Es besteht sonst die dauernde Gefahr, dal! die ausländische Konkurrenz das Aufkommen jedes neuen Wirtschaftszweiges unterdrücken wird, selbst wenn sie eine Zmtlnng mit Verlust arbeiten mul!. Man darf nicht vergessen,_ daß der Markt Palästinas, so klein er ist, doch von beinahe aücn in Betracht ko m ni enden Firmen aller m ü gl i c!1 c n Länder mit allen Mitteln ״bearbeitet“ wird, und. daß diese Firmen, selbst wenn ihre Umsätze im einzelnen;;׳ ringfügig sind, auf sie, wie cs schon in der kaufmännischen Psychologie liegt, keinesfalls verzichten wollen. Ls gibt leider Beispiel dafür, dal! diese Behauptung keine sondern sehe kosispieüge Praxis ist: Eine apitalsschwnelve Jaffacr > abrik ist auf diese Weise zugrunde gelichtet worden. Sie hatte mit «lern Absatz ihrer Produktion sehr gute Anfangserfolge erzielt, als eine hekannte europäische 1־ i r m a, die mit ihren Fahrtkaten bis dahin das Feld beherrscht hatte, um die neue Konknrrcnz von vornherein zu vernichten, ihre Waren ohne Rücksicht auf Verluste immer um einen bestimmten Prozentsatz billiger auf den Markt warf als die Tcl-Awiwer Fabrik. Natürlich konnte diese mit dem alten und festfundierten europäischen Unternehmen, in dieser Weise konkurrieren und mußte daher verkauft werden. Da Palästina nicht genügend Kredit zur Verfügung um solche Kämpfe dtirchlialtcn zu können, bleibt schon ein Theorie, nicht einmal nicht steht, nichts anderes übrig, als zu dem Verteidigungsmittd des Zolls zu greifen. Es "wird aber Aufgabe der Reg;. 1.mg sein, durch geeignete Mahn,ahmen die schädlichen Wirkungen, die aus einer Erschwerung oder sogar Verhinderung der ausländischen Konkurrenz regelmäßig entstehen, möglichst abzuschwächcn. Leider ist die Einführung des neuen Tarifs scheinbar in so wenig glücklicher Weise erfolgt, daß ein Teil, dieser unerfreulichen Folgen sofort ein*rat: Wie in der’ palästinensischen Presse behauptet wir!!, haben einige Intercssenten, bevor die Publikation der neuen Zollord'nun״ erfolgte, von ihrem Inhalt Kenntnis erlangt, und durch Auf• kaufe die Teuerungswelle, die er ohnehin schon mit sich bringen mußte, noch vergrößert. Das sind Dinge, die man künftighin zu verhüten haben wird. Bei der Würdigung des Tarifs an sich fallen sie natürlich nicht ins Gewicht. Man muß zugeben, daß es für die Regierung unter den besonderen Verhältnissen, wie sie in Palästina herrschen, nicht leicht war, ■und auch jetzt noch nicht leicht ist, eine Reform durchzuführcn, die ausschließlich vom Gesichtspunkte volkswirtschaftlicher Notwendigkeiten ausgeht und die Finanzbedürfnissc der Lnndcsvcrwaltung außer acht läßt. Die Zölle sind die Hauptqucllc, aus der die Mittel zur Deckung ihres Budgets fließen. Bei jeder Aenderung des Tarifsystems, die vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus notwendig erscheint, entsteht das Problem, wie ein mögliches Minus an Zollcinnahmen anderweitig gedeckt werden kann. Diese Frage ■taucht nicht nur bei der Aufhebung einzelner Zollsätze auf, durch die man den Import für das Land wichtiger Waren erleichtern will, sondern ebenso bei der Festsetzung von Prohibitivzöllen, die durch ihre Höhe die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse aut ein Minimum 11 era b d r ü c k c p oder ganz, verhindern sollen. Beispiel: Der Tabak- und Zignrcttcnzoll, der die Einfuhr beider Artikel seit seiner Festsetzung auf A3 bzw. 00 Piaster so sehr verringerte, daß sich trotz oder gerade wegen seiner exorbitanten Llöhe für die Regierung ein erheblicher Ausfall ergab.. . Bei dieser engen Verknüpfung zwischen Handels- und Finanzpolitik ist eine wirklich den Bedürfnissen des Landes entsprechende Lösung der Zollfrafjc nicht durch ein isoliertes Dekret über eine neue Festsetzung der Tarifsätze (seihst wenn es für viele Warengruppen eine Maßnahme von der grundsätzlichen Bedeutung des Uehergangs vom Wertzum Gewichts zoll bringt) möglich, sondern nur in Verbindung 111U einer gleichzeitig durchgcführtcn Neuordnung der Finanzpolitik. Ein solches cinheülielies Reformwerk setzt natürlich, um voll wirksam zu werden, eine großzügig angelegte und logisch durchdachte Wirtschaftspolitik voraus', die genügen(! Mut und Klarheit hat, um schwierigen Ent- Scheidungen nicht niis/uweiclicu. Vielleicht wird die Regierung in langsamem Vorwärtsschreltcit, sozusagen cvohiiionlntlsclg über eine Reihe von Einzclrcformcn hinweg einmal zu einer solchen systematischen Neuordnung ihrer Wirtschaftspolitik gelingen. Vielleicht hält sie das für vorsichtig und glaubt, dadurch manche Gefahren zu vermeiden, die eine einm a I i g e groß angelegte Reform mit sich bringen könnte. Möglicherweise wird sic die keineswegs einhellige Begeisterung, mit der die neue Zollvcrordmtiig in Palästina aiifgenommen wurde, sogar in dieser Ansicht'bestärken, und sie zu der Meinung verleiten, daß selbst diese Teilreform selion zuviel auf einmal war. Die wenig glücklichen Foriiiulicriingcn mancher Kritiker, die sich darüber beklagen, daß das Land sozusagen über Nacht vor eine völlig veränderte Situation gestellt wurde, mögen mit dazu beitragen. In Wirklichkeit liegen die Mängel 'der Reform gerade in ihrer Halbheit, ihrem Mange! an Mut zur Kon-?,c 1 F c11 z un<^ ihrer isolierten Durchführung ohne Verbindung mit einer gleichzeitigen Finanzreform. Dadurch erhalt der Tarif einen zwiespältigen Charakter und wird zu einem Mittelding zwischen Schutz- und Finanz zoll Wenn ep trotzdem als Fortschritt zu bewerten ist, dann deswegen, weil er gegenüber dem bisherigen rein fiskalischen Zoll- Schema wenigstens teilweise volkswirtschaftliche Gesichtsmmkie hervortreten läßt und wohl überhaupt aus dem Wunsche heraus entstanden ist, ihnen stärker als bisher Geltung zu verschaffen. Viele der neuen Positionen, die bisher dem allgemeinen Wertzoll unterlagen, haben einen ausgesprochenen Schutz- Charakter, 50 die Tabelle 2 (Getreide und I lülscnfruchtc), ebenso die meisten in Tabelle 3 (Lebensmittel) aufgcfülirtcu Waren, soweit es sich nicht um Produkte handelt, die im Lande seihst licrgcstcllt werden. Auch den unverändert gebbebencn Sätzen für Tabak und Tombak, in Tabelle9׳!, kommt die /gleiche Bedeutung zu. Zum Teil, soweit es sich nicht um Agrarprodukte handelt, killt sich die Bedeutung der einzelnen Positionen nicht klar erkennen. Der Zoll auf Hohl- und Dachziegel ist vom Standpunkt der Silikatfabrik ans ein Schutzzoll, vom Standpunkt der Bauindustrie selbst, deren Materialien durch ihn verteuert werden, eher aus fiskalischen Gründen zu rechtfertigen. Neben diesen Warengruppen, deren Zölle man unter dem Gesichtspunkt des Schutzes und der Förderung der I n I n n d s n rod u k t i o n betrachten kann, sichen dann plötzlich eine Reihe von Tarifsätzen, die mit keiner protektionislisehen Tendenz zu erklären und nur aus' f i n a n z politischen Gründen zu rechtfertigen sind. Das gilt vor allem von all den Zöllen, die Erzeugnisse treffen, die für die Industrie des Landes wichtig, zum Teil sogar imentbehr• lieh sind, im Linde seihst aber nicht produziert werden, so von den Zöllen auf Brennmaterialien, wie Holz und S t c i 11 k 0 111 c , Masut, Spiritus, Benzinen, a. Ebenso von der Belastung des Imports von Holz für die Möbel- und O r a n g c n k i s t c n fabrikation. Diese Beispiele ließen sich noch beliebig vermehren. Man könnte auf die Sätze für Halbfabrikate ans Eisen und Stahl und manches andere hinweisen. Was aber der Reform vor allem neben ihrer protektionistischen Tendenz den Stempel einer fiskalischen Politik aufdrückt, ist die Ocmralklansel, nach der alle Güter, für die keine besonderen Zölle• festgesetzt wurden (und besondere Zölle wurden nur für eine verhältnismäßig kleine Zahl wenn auch teilweise sehr wicliligcr Waren festgesetzt), einem einheitlichen Wertzoll von 12 •/!> unterliegen. Diese schematische Reglementierung, die ganz heterogene und Volkswirtsch.1 Blich ganz verschieden wichtige Artikel, wie Photogranhien, Juwelier* und Silberwaren einerseits und Lastwaren, Vieh- und Handkarren andererseits in gleicher Weise trifft, hat mit Wirtschaftspolitik nichts zu tun. Man wird nach alledem nnnehinen können, daß die Re- ״ieriing das letzte Wort in ihrer Zollpolitik noch nicht gesprochen hat. In einem Lande wie Palästina, dcss1!'׳ wirtschafiliche Kräfie erst entwickelt werden sollen, in dem in jedem Jahre neue Wirtschaftsgebiete erschlossen werden, kann das letzte Wort überhaupt n i c 111 gesprechen werden. Die Zollpolitik muß sich «len ständig wechselnden Verhältnissen elastisch anpassen. Dazu ist es aber nötig, daß sie ausschließlich von Volkswirts cl! a f 11 .c he n Gesichtspunkten geleitet und von fiskalischon Rücksichten befreit wird. Dar, ist nicht denkbar, wenn das Landesbudget zum giößlcn Teil auf Zo!!ei n griii ge angewiesen Ist; denn eine geordnete Fin.1n7wirtsch.1ft muß mit gleichmäßig fließenden Quellen rechnen, deren Erträgnis ungefähr absdiät/bar ist. Man wird daher hoffen müssen, daß die Regierung in Erkenntnis dieser Zusammenhänge diesen Problemen die dringend notwendige Beachtung schenken wird. Die Gcneralversanunlnnß der ffJdisdieo Koloaialbaiäk Die '26. ordentliche GeneralVersammlung der Jüdischen Kolonialbank fand am 18. Oktober ln London statt. Herr Joseph Co wen führte als Vorsitzender des Direktoriums das Präsidium. Aus dem Bericht geht hervor, daß sieh der Umsatz der Bank trotz der ungünstigen Verhältnisse vergrößert 11:1t. Eine crlrculichc Ausdehnung erfuhren die im Zusammenhang mit dem Export und Import von Waren gemachten Geschäfte; vor allein die Verbindung mit «len Territorien, die früher zum russischen Reich gehörten. Das Kapital der Depositen und des Kontokorrents wies eine weitere Vermehrung auf. Am 31. Dezember WJ3 betrug die Kapitalshöhc 1022000 Pfund In! Verkehr der Jüd:schen Koloninibnnk mit der Lnilzcr Deposüenhank Ist ein befriedigender Kapiinfumsatz fest/!!stellen Der Reingewinn für «las Jahr 1023 nach Abzug sämt-!;־׳her Ausgaben betrug 16 732.16.1 Pfund (gegen 18150 Pfund im Jahre 1022). In Verfolg des im vorigen Jahre ange nommenen Systems schlugen die!Direktoren vor, den ganzen Gewinn für die Abschrift der dubiosen Forderungen aus früheren Jahren zu verwenden. Das vollcingczahltc Kapital der Jüdischen Kolonialbank beläuft sich auf 300 SS7 Pfund, die Reserven betragen 4 528,6.0 Pfund. Interessant ist, daß •noch 37126.4.4 Pfund nicht angeforderte Dividenden vorhanden sind. Der Bericht wurde angenommen und die beiden abtreten den Direktoren, Herr Joseph Co wen und Herr Jean F i s c h c r, wurden wkdergcwählt, י• London. (J.T. A.) ln Verbindung mit der 20. ordent liehen Generalversammlung der Jüdischen Kolonlatbnnk hat der J. T. A.-Vertreter die folgenden Einzelheiten (Iber die I nge und die Entwicklung der Jüdischen Kolonialbank er׳ halten: Das Direktorium der Jüdischen Kolonialhank Ist ent schlossen, die Politik der Konsolidation forfzusetzen und hält cs daher für ratsam, eine Dividende für 1023 nicht aus/usrhiitten. Fs tut dies aus dem Gefühl heraus, daß den Interessen sowohl der Bank als midi «1er Aktionäre am besten durch die Abschreibung sämtlicher früherer dubioser Forderungen gedient ist. Die Aktionäre in der ganzen Welt haben «furch ihre lialiiipg bewiesen, daß sie <ll׳*se Politik des Direktoriums vollkommen billigen. Die fortwährend sich nusdehnende Gesehäftslätigkcit sowie die Vermehrung der Depositen beweisen «las ungeschmälerte Vertrauen, welches d Klienten in die Bank setzen. Die Engagements der Jüdischen Koloninibank in Palästina halicn sich in vorigem Jahr nicht vermehrt, da der ganze palästinensische Handel sich einige Zelt bei der Anglo Paladine Company konzentrierte. Die Indische Koloninibank beteiligte sich hauptsächlich an der Silikat-Fabrik. Nach der Durchführung zahlreicher Armierungen technischer und administrativer Natur arbeitet die Fabrik jetzt mit einem weit beträchtlicheren Erfolg als zuvor, ihre Produkte gelten jetzt als das allerbeste Baumaterial nicht allein in Jaffa und dessen Umgebung, sondern auch in einem sehr weiten Umkreis, der bis nadi Haifa reicht, Die Tci-Awiw-lustallation der Palästinensischen Elcktrl/1 täts-Gcsellschaft, an welcher die Jüdische Kolonlalhank zu einem großen Teil interessiert ist, arbeitet mit gutem Erfolg Der Bau der Station in Haifa geht seinem F.ttde entgegen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß sowohl Zionisten’als auch andere jüdische Kreise viele!.ihre hindurch die Ansicht vertreten hatten, daß die Jüdische Koloninibank ihre Tätigkeit auf alle von jüdischen Massen bewohnten Länder austlchiien solle. Die Baiikdirckforcn gaben diesem Wunsche ׳ nach; aber statt der Errichtung eigener Filialen beteiligten sic sich an den verschiedenen bereits bestehenden Bank• institiilioneii der bctrelfemlen Länder. Das Banknetz, welches auf diese Weise mit der Jüdischen Koloninibank in Verbindung trat, hat sieb während des letzten Jahres beträchtlich eo weitert. Selbstverständlich sind die notwendigen Vorsichtsmaßregeln nicht vernachlässigt worden. Die Verbindung bcsteht mit 20 Banken imd Institutionen in den Vereinigten Staaten, Polen, Litauen, Lettland, Danzig, Jugoslawien, R״. niäuicn, Bulgarien usw. Abgesehen von dieser Verbindung bestehen direkte Beziehungen mit individuellen Klienten im östlichen Europa, insbesondere in den sogenannten Rand- Staaten, in einer bemerkenswerten Ausdehnung. Line sich ständig vermehrende Anzahl Banken betreibt im Wege der Jüdischen Kolonialbank Geschäfte mit England. Soweit sind also die Ergebnisse des Jahres 1024 hefriedigend. Nur daß die Jüdische Koionialbank infolge de* Beschlusses der Atiglo-Pakstiuc Company, für das Jahr 4023 keine Dividende zu bezahlen, um ihre Reserven zu stärken, während des Jahres 1024 ans ihren Aktien hei der Anjlo- Pnlestinc Company keinen Gewinn erzielen kann. Die Ge* sciliiftscntwickluiig der Anglo-Pnleslitic Company ist befried!• gern!, Die gekräftigte ökonomische Lage in Palästina erfährt eine erfreuliche Illustration dadurch, daß sich die Depositen in der AngloPalcstinc Company ständig in fortschreitendem Maße vermehrten. Die PalSstiQü•Anleihe Von Seil. Seil war z, Jerusalem. lös ist mehr als wahrscliettilich, daß die Palästina-Staatsanleihe, von der mau schon solange spricht, binnen kurzem Tatsiehe werden wird. Die Frage Ist spruchreif, die Vorbercitungc» für die Durchführung sind sowohl in Jerusalem wie In London getroffen und wenn das Unterhaus, daß am 30. September zusanimcngctrctcn ist, die Anleihe formell gelulimigt haben wird, so steht dann nichts im Wege für die Durchführung der seit lange gehegten Absicht der palästincrisLehen Regierung. Der normale Jahresetat genügt kaum, um die lauf ernten Ausgaben zu decken. Um jedoch größere Pläne durchzuführcn, benötigt die Regierung besondere Einnahmen, seit dem Augen-' blicke «ler Installierung der Palästina-Regierung halte man die Aufnahme einer Anleihe im Auge. Der Plan Ist immer zuiiickgestellt worden; luupBäcIilich hat die m.gcklärle politische Lage die Durchführung verhindert. Dieser Grund ist jetzt fortgcfailcn; das Mandat ist schon seit vielen Jahren bcslniigt, das Land ist ruhig und entwickelt sich ungestört, die Verknüpfung zwischen England und Palästina ist gegenwärlig inniger als vor einigen Jahren — der Entschluß, die Palästina-Anleihe zu garantieren, wird der englischen Regierung leichter fallen können. Mittlerweile sind die Schulden der Palästina-Regierung bcreite auf die Summe von 1!•'> Millionen •C gestiegen. Die Pa'istiiiaregicruiig hat gute Lokomotiven und Waggons gekauft, das gesamte Eisenbahnwesen Instand gesetzt, Fellachen und jüdischen Ko'onist n Anleihen gewährt, Chatiseen eingerichtet, Brücken gebaut usw. Da”, für diese Arbeiten notwendige Geld wurde ifir 1011־ de.t Kronag! nten des brLischen Im;■eriiiins vorgeschossen. Sollte die Palästina-Regierung jetzt die Anleihe in der Höhe von 3•/״ Millionen £ bekommen, wird sie tatsächlich nur über 2 Millionen verfügen, weil der Vorschuß an die Kronagenten ziirückgczahlt wenL'ti muß. Wir Juden müssen uns beizeiten mit dieser Frage bcscliäfligen. ״Wir“, <1. h. die offizielle anerkannte jüdische Vertretung, die Jcuisli Agency. Es sind gute Gründe vorbanden, nnz.unchmeit, daß die Regierung die Absicht hat, den Ertrag der Anleihe für folgende drei Hauptzwecke zu verwenden; I. für die Schaffung einer agrarischen Kredit- Link, 2. fi'ir die Durchführung einer Reihe von öffentlichen Arbeiten und 3. für die Erbauung von Kegierungs- und Schulgebunden. Es ist unbedingt notwendig, daß die jüdischen Interessen bei der Verwirklichung all dieser Projekte gewahrt werden. Wir haben Lider eine große Erfahrung auf diesem Gebiete und wissen ganz gut, daß immer wieder irgend ein Störenfried zur Unrechten Zeit auftritt. Dann etwa in Geatalt eines subalternen Beamten, der alle schönen theoretisehen Anerkennungen unserer Gleichberechtigung zunichte macht. , Die Agrarbank, die palästinensischen!.andwirten langfristlgc Kreißte ge wahren soll, ist zweifellos von großer Bedeutung fiir das Land. Die Regierung hat selion bis jetzt landwirtschaftlichen Arbeitern Anleihen in der Hoho m» 562.000 .C gewährt, welche Summe sic bei der Anglo- Egyptian Bank bclkhen hat. Diese Schuld ist kurzfristig, weil die Amglo-Egyplian Bank als kommerzielle Bank der Regierung nur kurzfristigen Kredit gewähren konnte. Jetzt müssen die Fellachen und die jüdischen Koionisien ihr, letztes Hab und Gut veräußern, um ihre Schulden bei der Regierung decken zu können. Nur Anleihen für die Diner von 13—20 Jahren wären imstande, den Fellachen und den jüdischen Kolonisten zu beiitilgen, ihre Wirtschaft auf neue gesunde Grundlagen zu stellen. Und das soll die von der Regierung geplante Agrarbank ermöglichen. Wir müssen also darauf neiden, daß unsere Kolonien von der neuen Bank tu gleichem Maße und imicr den gleichen Bedingungen Kredit erhalten, wie die nkhtiüdlsclv' Bevölkerung. Ferner müssen wir verlangen, daß Agrarkredite auch unseren neuen Siedlungen, den Genossenschaften und den Kwuzoth, gewährt werden. Sollte uns das gelingen, dann würd'11 sich fi'ir unsere iandwirtschaftliehe Kolonisation neue Perspektiven eröffnen. Wir wären dann in der Lage, uns in finanzieller Hinsicht nur 2—3 Jahre mit unseren neuen Siedlungen zu befassen und deren weitere finanzielle Bedürfnisse im Wege langfristiger Kredite der Agrarbank zu befriedigen. Un. er eigenes Iandwirtschaftliebes Budget käme dann der Neugründung von Kolonien und der Hacltscharah zugute. Auch hinsichtlich des zweiten Programmpuuktes der Regieruiig haben wir schon interveniert. Die Beschaffung neuer Verkehrswege, die Aufforstung der kahlen Berge und die Entsuniphing verseuchter Gegenden sind Angelegenheiten, die uns lief b׳'r::b׳-on. Wir müssen leider fcslstcllcn, daß sich das landwiriscbn't'khc 1>ו1ו1י das sanitär-medizinische Departcm.ut <;vr Pal isiui.vke ,imung mir um die Bedürfnisse der arabischen Bevölkerung kümmert. Können wir denn sicher sein, daß die zukünftigen öffentlichen Arbeiten auch in Gebieten durchgeführt werden, die hauptsächlich für Juden In / I f c t l 4 k 4 v c r C t, s 1 h I* t - ׳*, d לי! d fl « \i H 2 ii a i« w d l| a t

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