Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 84-85 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 84 85 fUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 605 1‘Mfjc kommen, wenn wir!Bellt auf der Wacht stehen 11ml imsiiv Fonleriingen erlichen werden? Noch ein Umstand: wahrend der vier Jahre ihres HestdiCns hat die Palästina- |{i'nie1'1m!f schon eine große Reihe von öffenlli lieii Arheiten tJmvbgehihrt, für wel.hcit Zweck sic einen Teil der Summen verwendet hat, die ihr voll den Kroungeiiteii vorgrscliussen wurden. Hiese Arbeiten Windei» mit Hilfe der Clmhi/iiii durch;efiiln׳:, Die Regierung hat allen Anlaß, diese 1 ,nUacheii!;Ul/1:hei(Uri, denn die Arbeiten sind ausgezeichnet rlurili-!׳efiilifl worden, Wir haben somit das volle moralische Rocht, e<1u «ler Regiert*!:׳; ru verlanden, dall mich dir n1laiulli;:en Arbeiten oder zumindest ein Oroßiejl dieser Arbeiten wieder di» unsere Arbeiter mul Unternehmer ülx’rirngt'11 weiden, die bereit» über genügend Kenntnisse und Erfahrung auf diesen! Ciebiet »׳erlügen. Der dritte Teil des Rcgirriingsprvgrnmmcs umfaßt die Errichtung von Regierung»* und Schulgebäuden. Wir dürfen nicht vergessen, d!1ß auch wir Mangel an eigenen Pa ul ich- )reiten für unsere jüdischen Schulen leiden und daß ein großer Teil unseres Untcrrklilsbuilgds jährlich für Miete verwendet wird. En Ist klar, daß wir mit gutem Recht die I'ordertmך auf,;teilen können, auch uns Gebäude zur Vertilgung zu slelleii. Denn Unter Rclitilj!eb.'ltiJen verstand man bis jetzt GeWinde für arabische Schulen. In dieser llinshht müssen wir beizeiten unsere l'otderuiigcu aumeldeu, deitu sonst wird man unsere Bedürfnisse vergessen. Cs k511 nlcn nun manche Leute eliiweiulen, daß es voreilig tri,• Forderungen ntifzustellen, bevor noch die Anleihe durchgeführt Ist. Aber gerade deswegen, weil cs noch lange Weile hat, müssen wir uns diese Fragen gründlich überlegen. Wenn wir in der letzten Minute erscheinen werden, wird inan uns rntgegei•,!:alten, daß es iiiniiöglleh sei, Aeiideriiiigen vor/uni’limai. Wir müssen «»mit rechtzeitig mit einem niti.iülidldien!,Iran vor die Regierung treten und Forderungen ei liehen. Die Sache fi;t von größter Bedeutung und wir dürfen diesmal nicht zu spät kommen. Die Ans!)2leB der PalSsItaa-Ixefcullve Im Anpit E i 11 p ii n g e: London . 1 , .', £E früherer Budget» , , 1. Keren llajessod, 2. Eingänge a conto £E A 11 n p n heu: 1. Schulwesen . , * , 2. Kolonisation , , ״ , , plus Tiibrikbiidgcl .... 3. Immigration 4. (iesimdlieilswesctt (Undansnh) . , « 5. I.andwirisdiaftlichc Versuchsstation 6. Arbcits«!« parlcinent 7. Spezielle Ausgaben . , , , 8. 0. 10. II. J* * 1924 30471.77 JJIR3 'S) ai H'JiJIT 1 203.00 '250.43 £E 5000.00 £C ■111,3« Handel und Industrie . zu/ügl. I’.iliislina-Pavillüii a. d, Ü1 ilr.chen Ueielisuusteiluilg . 331.00 ״ i'faiKlbriefe und Aktien (Solei Boneli) . . Universität .... Universitätsbibliothek Technikum .... 12. Misr.1c!1i-Orga!1i»ation ■ 13. Admiiiisiratioiisiinkosteu 14. UcherschUI! der Eingänge iiher gaben (wodurch frühere Defizite werden) ,>.,*« 13.07־2 E£ 125.00 ״ die Ausreduziert 44 44 44 44 4t 44 44 44 44 J4 44 44 1 <1011.51 3630.18 2528.69 246 80 1 233/12 350.85 773.24 2500.00 3A3.07 35.00 25 »0.00 1410.27 12038.51 T2009.W Bilanz der Artnicrliaal Ifir dal Ulfe B<3llt]ahr 1924 Laut der unlängst veröffentlichten Bilanz der paläsllncnplfchen Arbrltcrbank für das erste Halbjahr 1021 Ist «las Ortuidkapitaldef Bank, Welche! scIhmi in (ler vorhergehenden Periode um 50 Prozent hinauf gesetzt wurde, in dieser Periode um weitere 40 Prozent, bis auf 100000 Acg, Pfund, erhobt worden, Ikr Reservefoiuls wurde auf Onind de» diesbezüglichen IVcsdihtMcs «kr letzten General- Versammlung mit 2100 Acg, Phmd gegenüber 51t Aeg, Pfund im Vorjahre dotk-rl. Das Guthaben bei Banken an Valuten und an Bargeld ist um nicht weniger als 100 Prozent ge• wachsen, von zirka 0000 Aüg. IMmtd auf 120(Kl Arg. Pfund״ Die Einlagen, welche jetzt der Bank zur Verfügung *teilen, crliöhleii »ich kn letzten Halbjahr um volle 82 Prozent, vor» 11102 Aeg, Pfund auf 20 024 Acg, Plund, Der Wert der palästinensischer» Tabakernte soll m dictch» Jahre über eine Million Dollar ausmachen. Neu« Tabakverldlufe. Wie der Korrespondent des ״Doar H.ijom" mm Rosdi-Piiul! meldet, hat die Kolonie Jessod llamaalah ihre Tnbnfurnte an einen ägyptischen Händler zum Preise von 51 Piaslcr pro Roltcl (I Rottel ־-־> 2,88 kg) verkauft. Ferner habe die Kolonie Misch mar Hajardcn ihren Tabak an einen Halfaer Arabcü zum Preise von 54 Piastern pro Roltcl verkauft. j Die Lohne In der palästinensischen Zigarettenindustrie״ In der vorigen Nummer war leider in dem unter dieser Ucber« schritt wicdcrgegchcncn Bericht ein sinnstörender Druektehler entstanden: Statt Dollar muß es überall Piaster heißen, wie schon aus der Zusammenfassung der einzelnen Posten in £ 6.05 hervorging. Presscstinimcn in der bekannten New Yorker Wochenschrift ״The Nation" vom I. Oktober veröffentlicht Ludwig Lcwiso!» 11 einen Brief aus Warschau, worin er eine sehr lebendige und eindrucksvolle Schilderung der Abreise eines Trupps von '200 jüdischen I ׳ י I ä s t i n a f a I» r e r n gibt. Der Ar ikcl befaßt :i:!1 ausschließ ich mit der Lage d׳::. pa!• nisrheii Judentums und tic.l Ausblicken auf eine bessere Zeit in Ercz-Isracl. Lcwlsohn, der angesehene amerikanische Schriftsteller, befindet siel» gegenwärtig auf einer Reise durch Europa und Palästina. (Audi in Berlin hat er siel» auf* gehalten.) Fr bat vor einiger Zeit in seinem Buch ״U1> Stream“ (״Oegeu «len Strom"), das in Amerika großes Aul• sehen erregt hat, seine Rückkehr zum jüdischen Nationalgcfülil geschildert, ״N c w P a I e s t i n e", das offizielle Organ der zionis.fischen Organisation Amerikas, veröffentlicht in seiner Nummer vom 19. September den HaupStcil einer Botschaft, die l.ouis Lipskv anläßlich des Beginns des neuen Arbeitsjahre', an die Zionisten Amerikas gesandt hat. Lipsky beginnt mit einer kurzen Charakteristik «ler Lage in Palästina. Unsere Arbeit dort geht in einer knutituiicrilcit mifstrigcmlen Linie vor• värt» ütul das jüdische Leben gräbt sich imitier tiefer in den Boden Palästinas ein. ״Man ist immer wieder überrasdit von den Beweiset! Von Initiative, Zuversicht und Opfermut, die sie!» dort entfalten. Das jüdische Palästina beginnt mit mehr Sicherheit und Realismus die Situation anzttsehen. Entsprechend zeigt es immer mehr Verständnis für unsere Schwierigkeiten, und indem seine, eigene Vcrantwortung wächst, wird cs statt einer Quelle der Beunruhigung eine Quelle ticr Ermutigung und Führung in schweren Zeiten.“ Lipskv spricht die Ansicht aus, daß Palästina in hiirlrstnts reim Jahren so Vvclt sein wird, »eine Entwicklung selbst in die!Land zu nehmen, vorausgesetzt, daß wir im Galutli wällremi dieser Vorbereitungsjahre unsere Pflicht tun. Ucbrrgrhcml auf die Lage in Europa, stellt Lipsky fcst, daß die beherrschende Taisacltc de» jüdischen Lehens hier Emigration ist. ״Täglich hört man von Emigration, Visa, Unterstützung, Zusammenbruch von (lemrindeu, mau hört von verhafteten Juden und Zionisten in Rußland, ihrer Einkerkerung und Deportation. Man hört von Leuten, die heute wohlhabend und in den nächsten Tagen ganz arm sind. Die Situation fluktuiert mit «len Schwankungen «ler Börse. Soll cs Palästina sein oder Mexiko, öder die Krim? Diese Lichtpunkte sollen die Finsternis erhellen. Inzwischen aber unerträgliche wirtschaftliche Bedingungen, politischer Druck, uiiverliülltcr Antisemitismus, keine Aussicht auf Wiederkehr normaler Bedingungen. Die Welthilfskonfen 11 ׳, die Ende August in Karlsbad nbgehalten wurde, ergab den Beweis «ler völligen H ilflosigkcit der europäischen Jim den, mit ihren eigenen Problemen fertig zu werden, wenn nicht die Verstärkung durch die Mitarbeit der amerikanischen Juden /!!gesichert wird. Das eine alter kann gesagt werden: von allen luden in Europa sind die Zionisten die ein• zigen, die an die Lösung «ler Probleme des jüdischen Lebens mit einem Gefühl der Zuversicht und des Optimismus her,ווו,gehen. Sie sind «ler einzige normale Faktor in einer abnorm,•:len jüdischen Welt. Aber sie haben schwere Widerstände gegen sich. Sie haben doppelte Pflichten, gegen ihre Umprhimg lind gegen Palästina. Wir können niclil erwarten, «laß sie so wie wir Zionisten in Amerika mit einhfilliclmm Herzen!ms auf die Unterstützung der palästinensisrhen Dinge konzentrieren. Nächstes Jahr mögen sie mehr beitragen zu den zionistischen Ponds, aber was immer sic mehr geben als im vorigen Jahr, Palästina verlangt «loch noch mehr. Die größere Verpflichtung und Verantwortung bleibt noch uns, den amerikanischen Zionisten, die bereit sein müssen, für eine Anzahl kommender Jahre nach den größeren Teil «Fr Last zu tragen. Wir haben die Führung in •Irr!'verhängnisvollen Tagen des August 1914 übernommen und wir werden mehr als unsern prozentualen Anteil an der ln׳,t /1 ml» weilcr zu lrn״cn I1ah־׳n, bis die vom großen Kriege geschaffenmi Uobt'l beseitigt sind Und unsere Brüder in Europa wieder uuler normalen. Bedingungen leben.“ Nach kurzen Ausführungen über die Erweiterung der Jcwish Agency kommt Lipskv dann zu dem Programm, das er als di׳■ Aufgabe der amerikanischen Zlo• nisten bezeichnet. Es zerfällt in vier Punkte: 1. Keren flajrssod, von dein er b!indosten* 3 Millionen Dollar erwartet. 2. Jüdischer Nnlinnalfnmis, der 503909 Do'iar auf• bringen soll. 3, Sncziello Tä'igkcilen, wie P.odon’auf «l'irch Zlo!» Commonwealth und 1 ladsssah. 4. Organisation. Diese wt logisch der erste Faktor, d1!״n auf sie müssen sie!» alle anderen Tätigkeiten stützen. ״Die Zionistische Organisation td die Stütze aller Unternehmungen. Sie Ist die vorauf- "׳örtliche Körperschaft. Unser Erfolg als Organisation hängt 8b nicht nur von epr Kraft unserer Argumente, Bondern von der menschlichen Macht, die Wir darstellch, von der Zahl unserer Zionisten. Aber nicht nur von der Zahl, sondern von der Qualität, Nicht «iie Größe entscheidet, sondern der Geist, ״cht rrgai'haVtri« im Föfnialiläten, sondern Disziplin, Hin• Jähe und Vmtiindiils." Zum Schluß fonlert lipskv die amerikanischen Zionisten äu"> «ine spezielle Sch e k cl ka inp agn e zu machen, um *tim nächsten Kongreß mit einer entsprechenden Vertretung kommen zu können. Debct'trclbungca des ״Eines“ א Moskau (J. T. A.), Der pnläsluiensisclio Kiäffespotidcnl «ler Zeitung ,.Eines״ berichtet »einem Blatte, «laß der Rom• inmiismiis in Palästina im Wachsen begriffen, aus «lern engen Rahmen «ier Organisierung von mir jüdischen Arbeitern her• ausgetreten und der» Weg zu den am bl sei! eil Massen gefunden hat. Die Gcgenpronngaudn der Allgemeinen Arhciter-Organi• sattem Palästinas (1 lisladniSl») lilitte nichts gefruchtet. Der Korrespondent schildert «len Verlaut des Pro/csJC» gegen die siehe!» linksradikalen Arbeiter in Haifa, die ZU je einem Monat Gefängnis timl Lancküvcrweimmg verurteilt wurden (die l.amlesvcrweismig witoie bekanntlich nneliträglicli zurück• gezogen, i). Red,), Wie «ler Korrespondent erzählt, haben sich «iie Aibciter mit einen» Telegramm an den britischem Kokwienmimstcr, J. M. Thomas, gewendet, und Hin auf• gefordert, den Repressionen gegen diu Arbeiter i!1 Palästina ein Lude zu machen. Eine Antwort »ei nicht eingetroffen, Die Liquldationskonfcrcrtz der fdgeskom. In Charkow begann am 11, Oktober die Liquidntionskonfercnz des Jüdischeu Gesellschaftlichen Komitees in Rußland (Idgcskom), weiches seit einiger Zeit «eine Tätigkeit tingcstcllt hat. Keren Ksjcmclh und Keren Uijessod Wir erhalten folgende Zuschrift! Warschau, den 12. X. 24. An die Redaktion der.».... ■ ״Jüdischen Rundschau“ « ' Berlin W 15 Sehr geehrte Redaktion! B1 Nr. 79 der ״Jüdischen Riunlschau״ bringen Sic eine Würdigung «ler ersten Nummer des neiten Zentralorgans der zionisllsclien Exekutive (,The New Jiidnca", Es erscheint auffallend, daß Sie bei der Wiedergabe des Inhaltes Korr« kirnen vornehmen, die bet den L«'»cr!t «ler ״Jüdischen RumF-eliau“ einen falschen Eindruck hcrvorrufcn müssen. Bei der Zitierung des Leitartikels stellen Sic cs tnrrk• wiirdipmvclse so dar, als oh die neue Zeitschrift lediglich in hypothetische!• Form Stellung zu der angeblichen Kot»• kurrviiz der Sammlungen für Keren llajessod und Keren Kaicincfh nehme. Sie üherseizen! ״Sollte es sich *eigen, daß mau mit den alten Methoden nicht genügend Uctd anfhiingcn kann, dann entsteht eine neue Situation, auf die «ler Kongreß eine Antwort gehen 11111(1.*« Diese Wieder• gäbe ist falsch. Der Artikel in ״New Judaca“ nimtnt klar und rimlcntig Stellung gegen die jetzt vom K. K. betriebene PropagaiulanuTliodc. Es heißt darin: ״Aber die letzt von Jerusalem aefülifle Pfonagnmla, um die zionistische Aufmerksamkeit aut den Keren Knjemcth zu konzentrieren, ist verfehlt in der Methode und ■wird, wenn sie nicht sofort korrigiert wird, alle unsere finanziellen Bemühungen desorganisieren.“ Es wird feiner ebenso klar und eindeutig behauptet, «laß «Br K. K. .,gezwungen zu sein scheint, vor allem ln du Fehl des K. II. eiii/ufallt'ii und seinen großen Bedflrf• ulssen nicht ,durch Ausbau seiner eigenen Formen, »andern durch Anwendung der Formen des K. II. zu begegnen“, Ich will nicht darauf cihgclicn, daß diese Behauptung des Artikels in New Judaca sich In Widerspruch mit allen Tatsachen befindet, und daß es jedem, der mit «ler Materie einigermaßen vertraut ist, bekannt sein muß, daß gerade die Propaganda des K. K., die jetzt von Jerusalem hetrieben wird, in einem bisher In der Zionistischen Or• gankition nicht bekannten Ausmaß, siel» für die Kon. Zentrierung aller Kräfte des K. K. auf seine alten eigenen Sanimclmitlci und für eine strenge Abgrenzung gegen die Methoden «lex K. 11. einset/.t. —•’Auf die Elgcnlümlldikrit dieser falschen Darstelhingswelsc habe Ich bereits In ״New Juilaen“ in einem (legenarlikcl hingewiesen, von dem Rh hoffe, daß er .1111:11 «icn Lesern der ״Jüdi:eben Rundschau“ zur Kenntnis kommen wird. Immerhin verdient es hervor, gehoben zu werden, daß Sie, sehr geehrte Redaktion, die, wie sich ergibt, ausgezeichnet englisch versteht, es bei der Wiedergabe jenes Artikels für nötig gefunden haben, ein wenig mit dem ״eorrige!• 1.1 fortimc“ zu spielen, um die Erweckung eines Eindrucks zu vermeiden, der Ihnen wahr• sciieinlicli ebenso peinlich war wie mir, den hervorzürtifcn aber das neue Organ nicht den geringsten Anstoß genommen hat. Sie haben wohl gefürchtet, daß!!!re Bewertung des I lefirs als ״eine* guten Anfanges“ von Ihren Lesern nicht geteilt werden würde, wfrnn Sie richilg ' ühefscizten, Ich gestatte mir, Ihnen zu sagen, daß Ich die Methode der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ als ebenso falsch empfinde, wie die der Redaktion von ״NfcW Judaca“. ־ Ergebenst ־ Juli!»* Berger, Leiter der PropagaudaabUilung des K. K. L., Jerusalem, Wir Bringen den vorstehende!» Biicf uhsfcrc* PrcümieS Berger, dessen Schärfen wir »einer uns bekannten Erreg• barkeit zugute halten, vtdUuhaltlicl» zum Abdruck, damit Herr Berger nicht wieder den falschen Schluß zlcfit, daß Wir irgendwelche Anschauungen unterdrücken. Wir können aber nicht unterlassen, hinzuzufügen, daß nach unserer Ansicht *eine VorWürfc volKtändi״ unbegründet »Iml. Wenn er sich über jenen Artikel in ״New Judaca“ nnfregt,• bo nifdlie er da» nicht an der Redaktion der ,,Jüdischen Rundschau“ auslasson. Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß wir keinesweg» einen Artikel über d.c Propagandatätigkeit des Nationalfand» gebracht habe״, sondern lediglich im Rahmen der Besprechung einer ZciNchrift einen darin enthaltenen Aut- «atz über dieses Problem erwähnt hoben, dessen Inhalt wir, ebenso wie den Inhalt anderer Aufsätze, ganz objiktiv und ohne Kommentar in zwei oder drei Sülze!» wiedciqcgfcbcn haben. Bel einer solchen Gelegenheit lag doch kein Anlaß vof. in die Sache seihst cin/iigHie 11, zumal das -•־ keinesfalls piiuzipklle, somlem rein technisch- Organisatorische — Problem in Deutschland momentan nicht aktuell ist. Es Ist auch selbstverständlich, daß wir nicht alle Einzelheiten der Ocdinkcnfülining eines zwei Spalten langen Aufsatzes zitieren kannten, sondern uns «Drauf beschfänkc» mußten, den Hauptinhalt wiederzugeben, und das ist »l. E. vor allem die positive Konsequenz des Artikels, der dafür cintHtt, die Konkurrenz der Sammelmittel zwischen Keren I lajcssod und Keren Kajcinctli zu vermeiden, und den Keren Kajemeth zu veranlassen, hei *einen alten Sammcl• tnethoden zu bleiben. Diese Essenz liabmt wir Wahrheit»• gemäß tu! seren Lesern mit geteilt und wir können getrost die Entscheidung der Frage, ob unsere Rcdntdion dabei eine illftvaütiit bedangen hat, dem nüchternen Urteil unserer L«ser überlassen. Redaktion ״J. R.“. Zlonlslischc Tagung In Braunschwclg ■ Eine zionistische Ortsgruppentag.ing findet am 26. öktober 1924 ih Braunschwci״. Hotel liandcisliof, Lessing• platz 5, statt mit folgciKlcin Programm: 10 Uhr vormittags: Begrüßung, Wahl des Büros; 11 Uhr vormittags: Vortrag von Herrn Dr. Georg Landauer: ״Die Lage im Zionismus in Palästina“: Mittagspause; für «lic Gäste gemeinschaftliche Mittagstafel ncl Baron, Steinstraße 2; 3 Uhr nachmittags! Aussprach? über das Referat von Herrn Dr. Georg Landauer; 4!/» Uhr rmclunitlags: Aussprache über die kommende Winter* arbeif, eiiigelcitct von Herrn Werner llbcrg; Resolutionen; Ö Uhr abends: Simchat Thora Ball. Sprccbsaat (Olitte Verantwortung der Redaktion.) Aus Kreisen der Synagogcnchorsäuger der Jtt• dischen Gemeinde erhalten wir rnchstcliendc Zuschrift: Seit Jahren kämpfen die Angehörigen der Svnagogcnchöre itttl eine angemessene Entlohnung Itlr ihre Tätigkeit. Zun» allergrößten Teil handelt cs *ich tim Leute, die Musik studiert haben. Nach vieler Miilie gelang es uns, In die Beamten* gruppe VI cingcreiht zu Werden, mit 12״'o der Bezüge. Jede weitere Aufbesserung der Bezüge mußte erkämpft werden. Trotzdem haben die Borufssänger stets und freudig zur Ver• fflgung gestanden, immer in der Hoffnung, daß wir endlich eine gerechtere Bcliamllting erfahren würden. Im März diese» Jahres verlangten wir ganz, energisch Klarheit, und wir wurden zu einer grundlegenden Besprechung eiugdadcii. Als End* resuilat dieser Verhandlung wurden 1ms vom Vorstaml angeboten und von uns angenommen: für die berufsmäßigen! Sänger 27Van/1״ für die anderen Herren 230/״, für sämtliche Damen 20";'0 der Besoldung der Gruppe VI. , Daraufhin bekamen wir 40 bzw. 35 M. Monatsgehalt, und so Ist «8 geblieben, trotz, verschiedener Gehaltserhöhungen der Gruppe VI. Wir sind einer Beamtengruppe cingcreiht, aber an Aufbesserungen und wirtschaftlichen Beihilfen dieser Gruppe haben wir keinen Anteil. Eher vielmehr ist das Gegenteil «ler Fall. Für Vertretungen erkrankter Mitglieder er• halten die Betreffenden 10״'״ «les Monatsgehaltes gezahlt, das sind 4 fizW. 3,50 M. pro Dienst. In diesem Monat aber mit seinen 17 Diensten «hrf die gesamte Entlohnung iür Ver• tretungen, die ja nur vorübergehend »ind, ein Monatsgehalt nicht übersteigen. Jede Eingaben in unserer Sache wandern In den Panicreorb; cs bleibt uns also nur die Flucht in «lie Ocffcntlichkeit übrig, um eine abgemessene Bezahlung zu erhalten, und zwar das Fricdensgehalt. Für Beerdigung*• csänge haben wir eine Liste der In Frage kommenden SngCr überreicht, damit «ms nicht Herren, die keinem 06• meiiidcclior angeboren, dort das Brot wegnehmen. Diese Liste Ist nicht berücksichtigt worden. Nur ans Liebe zum alt• gewohnten Dienst versehen unsere Kollegen ihre Obliegen« heilen. Mögen diese Zellen endlich unsere Lage verbessern. # Wlfe Wir litis der Jüdischen Gcmdfmlc erfahren, steht eine Erhöhung der Bezüge der Synagogenchorsänger bevor, D. Red. Ein Vermächtnis zugunsten der Universität. Der vor kurzem verstorbene Herr Jacob Coltcß aus Söllthport hat ln seinem Testament bestimmt, daß ein Viertel seines 54.555 Pfund betragenden Vermögens für die Errichtung eines Stipendiums für jüdische Gelehrte und Studierende an der hcbt-älschen Universität zu Jerusalem vcfWendet werden toll.