Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 84-85 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 84/85 IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 603 1? $f׳; I 1 '4 jt zH t I % I 1 ¥ # I 1 % % i 4 1 י ן V | •r? 0' I £ 4(. nC Cu 11(» lls en tHi '•* IC- Id (fr!?סי Irt. ici ler 111! *11 cn bl »ir >ecn •ktu Int ett rie iid nd tili in, im tt. fn Mlf eh ift, en :en!!1. in, ist les 11s. en ni- :en )11• int en ie• ml,;11t ms las las (en ton fid, Stit iv 11 (allcl cs af- IISdie ich njr, las ies ii r!iv* die eil. Dr• fcs ich n * zu fle len für cm r». in». r> die 111• > rer» (.״ ar• lla* ■uit PT**• ar* ■on nif? ew jer zu auf!cn ina C1״ 5!i* »ft* 1•• M? ׳« ו ו r i* Ein neuer Aufang (Dr. Soskins Kolonisationspiojekt.) Vuii Abraham P 0 d 1 i s c 11 c w 8 k i (Tcl-Awiw). Unser bekannter Op., Herr P od 11 s c h e w 8 k 1, der sich gegenwärtig in Berlin aulhiilt, übergab 1ms diese Zeilen, denen wir gern Raum geben. Reel. Noch als ich im Oaluth war, hatte ich immer einen harten Straus mit meinen Kollegen aus/ufcchten, die sich im allgemeinen Jedem koloiiisaloiisrhcn Experimente, ganz gleich in welcher Form, wklorsctztcn. Sic behaupteten, der größte Teil der Eingänge des KKL. und des K.-H. würde für Experimente verwendet; rur Bekräftigung ihrer Behauptung führten sic hauptsächlich «Ins Beispiel des Einck und d;1. an. Sie glaubten, kluger als alle Welt zu sein, ließen aber außer Acht, dal» die ganze Weltwirtschaft jetzt eine Periode der verschiedensten Experimente durchmaclit, umsomehr Palästina, wo wir alles 1011 Grund auf beginnen müssen, ohne Tradition und fixierte Form, die uns als Vorbild diemen könnten. Jel/t, da ieli seit nriin Monaten In Palästina wohne, und alles, was im Lande vor sich geht, beobachten kann, Ist es mir auf Grund meiner Erfahrungen zur Gewißheit ge wo! den. daß alles, was bisher ■”auf dem Gebiete der Landwirtschaft geleistet worden ist, — es sei nach dem System des Barons Rollischild oder in Form der Mosciinwoth oder der K'wu/otb und Moscliwc Owdim — von großem Nutzen war. Man kann heiitznlagc zwar nicht mehr modern sein, ohne zu sagen, daß alles fehlerhaft ist und besonders eine maßgebende Personliclikeit muß alles negativ beurteilen. Aber wenn ich auch daraus keinen Hehl mache, daß an unserem Kokmisationswerk viele Fehler haften, so kann ich trotzdem seinen großen Wert nicht verkennen. Denn es ist mir klar, daß sämtliche Systeme etwas großes geleistet haben: sie verbanden den jüdischen Menschen mit dem Boden, machten ihm die Land- Wirtschaft und die körperliche Arbeit lieh. Sogar der armseligste unter den jüdischen Landwirten Palästinas, (wenn er nur kein Neuling auf seinem Besitz ist) führt ein schönes und jedenfalls nicht schlechteres, vielleicht sogar ein besseres Leben als die Bauern anderer Länder. Die Gegner der Experi• mente müßten einmal dieses Werk schätzen lernen, Schiieß'i:!r müssen sic doch cinsehen, daß die Rückkehr eines bodenlosen Volkes zu ländlichem Leben nicht zu den alltäglichen Erschcimingen, die ohne Schwlerigkeilcn vor sich gehen, gehört, sondern etwas Revolutionäres, großartig Experimeuthaftes darstellt. Und man muß sagen, das Experiment ist gelungen. Wollen wir aber die Frage vom Gesichtspunkt der Kosten (und in dieser Beziehung ist sic jetzt aktuell und bestimmend für die, zukünftige Tätigkeit) betrachten, so müssen wir gestehen, daß sowohl das System des Barons Rothschild a!s auch der Arbeitersiedlungen (Moschwe Owdim) wie Nahalal tt. dg!, sich nicht bewährt haben, denn beide Systeme stellen sich zu teuer. Ieli weift z. B. auf Grund zuverlässiger Mitteilungen, daß schließlich die Ansiedlung eines Kolonisten in Nahalal so kostspielig ist, daß wir kaum noch eine Mögliclikeit haben, auf diese Weise Tausende von Leuten zu kolonisicren. Demi das ist eine unabweisbare Tatsache, daß, solange wir nicht den Bed!1 und seine Erzeugnisse in unseren Fläiiden haben, das National Home nicht geschaffen werden kann. Mit Städten alkiu kann man Palästina nicht bauen. Ohne Hinterland kann die Stadt nicht bestellen, und sollte unsere ländliche Produktion den Städten nicht verfügbar sein, so würde unsere ganze Kolonisation in der Luft schweben. Deswegen freute ich mich ungemein, als das Projekt der sogenannten intensiven Kultur von Dr. Soskin vcröffeiitlieht wurde, welches ktargelcgt, daß mit einer Summe vou 500 Pfund eine P'amiiie von vier Personen angcsicdclt werden kann, das bedeutet eine Verringerung der bisherigen Ansiedlutigskosten auf ein Drittel und oft sogar auf ein Fünftel oder Sechstel. Ich glaube an das System Dr. Soskins und an ihn, der seinerzeit von einer der mächtigsten Regierungen der Welt auf einen verantwortungsvollen und bedeutsamen Posten berufen wurde. Ich habe die Behauptungen der Gegner gewürdigt, aber ich habe auch die Anhänger und den Initiator selbst gehört; und da ieli lange Jahre auf dem Lande zubradite und im Laufe meiner vieljährigen zionistischen Tätigkeit die Palästinakoionisation beobachtet und geprüft habe, und besonders jetzt, nach meinen eingehenden Studien im Lande selbst, bin icii zai der Ueberzeuguug gelangt, daß dieses Experiment sich bewähren tind uns sogar die Möglichkeit geben wird, unsere Koloni• sation zu verdoppeln und zu verdreifachen. Und jetzt, da wir in aller unserer materiellen Bedrängnis vor der Kardinalfragc unserer Existenz im Lande stehen, vor der Befestigung unserer ökonomischen Position, die eindeutig heißt: die Erweiterung der Kolonisation und Vermehrung der ländlichen Siedlungen, dürfen wir nicht den Kostenpunkt ver• nachlässigen, denn wir müssen den Weg finden, der uns ein• mal die Möglichkeit gib1, mit einem Minimum von Mitteln das Maximum von Kolonisation zu schaffen. Diesen Weg zeigt uns das von Dr. Soskin unterbreitete Projekt, Nachstehend sei der Prospekt der von Dr. Soskin und «einen Freunden gegründeten ״Kooperativen Gesellschaft m, b, ff. der Besitzer kleiner Wirtschaften in Palästina“ in großen Zügen skizziert: Ziel der Gesellschaft ist die Schaffung einer Siedlung mit intensiver Bodenkultur und die Instandsetzung der Kolo• nisten in kürzester Zeit auf dem ameliorierten Boden Ein• nahmen zu erzielen. Die Gesellschaft wird die Kolonisten nicht mit Geld, sondern durch Verbesserung des Bodens, Anlage von Wegen und Eisenbahner», Erschließung von Markten ihr den Absatz von Produkten unterstützen. Haupt, sächlich sollen hochwertige Produkte, wie Frühgemüse, Tomaten, Zwiebeln, Apfelsinen, Geflügel, Tabak und Seide, kultixiert werden. Jede Familie wird ungefähr 10 Duiiam *)halten. Die Hälfte für Produkte, die Irrigation nötig haben, und die andere Hälfte für Produkte ohne intensive Bewässerung. Die Siedlung soll aus ungefähr 400 Familien bestellen. Mit den Beamten der Gesellschaft sollen die Ungefähr 500 Familien auf einer Fläche von 5000 Dunam *״gesiedelt werden. Als Ausgaben für eine Familie sind '1/sgesamt 500 engl. Pfund vorgesehen. 150 Pfund sind für den ameliorierten Boden, 200 Pfund für das Wohn• gcbätidc, 50 Pfund für Nebengebäude, 50 Pfund für Arbeit?• präte, Samen und Pflanzungen und 50 Pfund als UnterhMtungskosten für die ersten sechs Monate bestimmt. Jeder Kolonist ist Mitglied der Gesellschaft. Sein Anteil betrag[ 500 Pfund. Die Gesamtkosten für Ansiedlung von 10,1 Ko'.o- •)Kien sollen nicht mehr als 200000 Pfund betragen. Die Gesellschaft wird sich bemühen, für diejenigen Familien, welche nicht 500 Pfund investieren können, Kredit in Form einer Anleihe zu erlangen, Beim Ab׳ atz der Produkte kommt der innere Markt ko wie das Ausland, England und De! eh* lami, in Frage. Es wird erstrebt, Industrien 111» l.cbus zu rufen, die auf der La11(iwirl־.(haft basieren. Gründer der Gesellschaft sind außer Dr. Soskin die Herren Diesen• go f f, G o rd o 11, Kastei, Pod li s c 11 c w *k y , R o• soff, S e i d n e r, T o 1 k « w נ k y, van V r i e s I a n d und Dr. Zlociatl. Adi esse; Dr, Soskin, Tcl-Awlw, P. O. B. 174. Wiener Brie! Das Kultusgemclnde• Wahfkompromls«. — Zioninten mit Agudah kontra Mlsrnclil? — Vor dein zionbtlchan Deleglertentag (Von unserem Korrespondenten.) Wien, den 17. Oktober. Das Kompromiß der Zionisten mit den ״offiziellen“ Kahal-Judcn zu gemeinsamer Kandidatur bei den am 9. No vember stattfindcudeu Kullnsgcuichidcwahlcn (siehe ״Jüd, Rundschau“ v. 22. Septbr.) ist nunmehr abgeschlossen worden, Das Wiener zionistische Tagesorgan, die ״Wiener Morgen- Zeitung“, hat den Wahlaufruf an die Kultusgcmciiidewäliler• srliaft veröffentlicht, welcher namens der ״vereinigten jüdisehen Parteien“ für die Erhaltung der Gemeinde elnlritt, welche an allen Aktionen der O e s a m t j ud c n 11 e 11, daher mich an dem Wiederaufbau Palästinas, mitzuwirken halte. Weiler wollen die vereinigten Gruppen für die Reform des Religionsunterrichts, Errichtung jüdischer Kindergärten, Talmud-Thora-Sclitilcn, Lehrerbild ungs-;111 s t a 11 e n cintretrn. Hingegen hat das Wochenblatt der A g u <1 a berichtet, die Führer der drei Parteien, aus denen sich der jetzige Kultusvorstand zusamnicnsctzc, batten nach langen Beratungen ein Kompromiß geschlossen. Mau cikcnnt das Wiener Agudablatt nicht wieder, wenn cs schreibt: ״Der Umstand, daß die drei hn gegenwärtigen Vorstände sie!» befindenden Gruppen durch gemeinsame erfolgreiche Arbeit und durch gegenseitige Rücksichtnahme einander näher• getreten sind, sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage, durch weiche die Judcnschaft besonders hart getroffen ist, iiefien in allen Lagern den Gedanken aufkommen, sich be• züglich der Waiden zu einigen, um so den häßlichen Kampf, der sich vor vier Jahren zum Entsetzen der besser denkenden Judcnschaft und zum Gaudium der Judenfeinde abspielte, zu vermeiden, Man würde es heute auch kaum verstehen, wenn die Riesciisnmmen, die ein solcher Kampf aller gegen alle kosten müßte, vergeudet werden würden." Ein Zusammenschluß der drei traJLbnellcn Oruppen — Agudah, Misrachi und Achduth — zu einem Block ist gescheitert, hingegen treten die beiden letzten sowie eine sozialdemokratische ״Wirtschaftspartri“ gesondert auf. Wenn für den Wahlpakt der Zionisten mit den sögenannten Assimiianten eingeireten werden konnte, so war dies nur unter den folgenden Gesichtspunkten möglich: Zusammen- Schluß der für die Erhaltung der einheitlichen Gemeinde tätigen Gruppen, deren krisenhafter Zustand noch nicht überwunden ist unter der Voraussetzung der Auf• Stellung eines den praktischen und programmatischen Postu• Pinten der Zionisten Rechnung tragenden gemeinsamen Pro• grnmms. Diese Forderung ist wohl zum Teil erfüllt, nichts• destoweniger aber läßt der Abschluß eines Kompromisses mit Einschluß der die Zcrrrllking der einheitlichen 'Gemeinde ansirebenden Agudah, welche von der Kahal-Partci in das Kompromiß ei:111״zogcn wurde, dieses selbst in einem etwas eigenartigen Liebte erscheinen. Es Ist jedenfalls eine merkwürdige Siiuation, daß Zionisten und Agutlislen vereint marschieren, während z. B. Misrachi als selbständiger Wahlwcrbcr in den Wahlkampf eint ritt. Es wäre unter solchen Umständen von den Zionisten wohl richtiger gewesen, sich trotz der Ungunst der Wirtschaftslage, welche eine allgemeine Kampfesmüdigkeit zur Folge hat, auf eigene Füße zu stellen und selbst einen eventuellen Verlust an Mandaten einer solchen taktischen Schwenkung vorzuzichcn. Es ist nur zu hoffen, dal) os noch gelingen wird, eine allgemeine Einigung aller walilwcrheiidcu Oruppen zu erzielen, was angesichts der gegenwärtigen Situation noch das beste wäre. ln den in Betracht kommenden zionistischen Kreisen Wiens war man von vornherein einem Kompromiß mit der bisherigen Mehrheit aus der sogenannten ״Jcwlsh Agency- Psychologie“ heraus günstig gestimmt. Diese Anschauung basiert auf dem Irrtum, daß ein Wahlkampf sowie überhaupt alles vermieden werden müßte, was die Beziehungen zu den Nichtzionisten trüben könnte. Es bedarf nicht vieler Worte, um die Irrigkeit einer Auffassung zu widerlegen, welche, konsequent wcitcrgrbildet, zu einer allmählichen Aufgabe aller zionistischen Grundsätze führen müßte. Man täuscht sich, indem!11,in meint, durch eine Verwässerung zionistischer Prinzipien den Weg zu den anderen leichter zu finden und verkennt völlig den Sinn der neuen Jewish Agency-Politlk, die nur dann zu einem Erfolge werden kann, wenn sic von einem innerlich gekräftigten, in den Prinzipien völlig sicheren Zionismus betrieben wird. Daß derartig irrige Anschauungen um sich greifen können, ist das Ergebnis einer organlsatorisehen Schwäche, die von einer mangelnden politischen Durchbi klung der zionistischen Reihen begleitet Ist. Der Zahl der österreichischen Zionisten, an sich sehr beträchtlich, hält iiir organisatorisches Gefüge keineswegs die Wage. Man hat in Oesterreich Im allgemeinen sehr wenig organisatorisciics Geschick, und von diesem ״österreichischen“ Leiden sind auch die hiesigen Zionisten angekränkelt. Mau hat hier noch nicht den Wert einer richtig funktionierenden Organisation begriffen. Es wurde bisher sehr viel zionistische Außenpolitik mit Kundgebungen, Massenversammlungen und einer Tätigkeit in der großen Ocffentlielikclt betrieben, nun ist es hoch an der Zelt, mit anderen Methoden zu beginnen. Es gilt, eine schlagkräftige zionistische Organisation zu schaffen mit einem wirklich festen inneren Odiige. Diese allein wird erst die Vorbedingung für eine erfolgreiche Tätigkeit für Palästina bilden können, ln erster Reihe für den Keren Flajcssod. Es gibt in Wien eine Unzahl 7.10nistischer Intellektueller fn den verschiedensten Positionen; sic wären in erster Reih!; durch systematische Erziehung und Bearbeitung int engen Kreise mit der Bewegung und der Arbeit wirklich zu verknüpfen, wie überhaupt zionistische Arbeit unter den Zionisten begonnen werden und Intimeren Charakter aniichmcn muß. Zionistische Erziehungsarbeit ist zunächst unter Zionisten zu leisten, eine wirklich Innere Verknüpfung mit Palästina und den Fragen des Aufbaus anzubahnen: das alles kann durch Propagandareden nicht getan werden, ebenso wie hierzu ein Organ für ״inneren" Zionismus und die ernste Erörterung seiner Probleme nötig Ist, als welche* die ״Wiener Morgen-Zeitung" at» jüdische» I agebl.att mit vorwiegend anderen Zielen erst in zweiter Linie in Betracht kommen kann. Wir müssen loskommen vom Phantom der Zahl und endlich erkennen, daß die Schlagkraft und Leistungsfähigkeit einer zionistischen Organisation in erster Reihe von Ihrer inneren Potenz und Geschlossenheit abli.ingt. Die Schaffung einer starken zio« nistlschcn Organisation, kein Werk von heute auf morgen, kann aber nur gelingen bei Vorhandensein eines entsprechenden Beamten,ipparntcs, der den ehrenamtlichen Funktionären zur Seite stellt, eine Frage, für welche man in Wien bisher zu wenig Verständnis aufgebracht hat. Es gälte nunmehr, im engsten Kreis mit der Arbeit zu beginnen, sich auf das bisher vernachlässigte organisatorische Moment entsprechend cinzustcllcn und die Zionisten diesen ״organlsatorischeu“ Gedankengängen zugänglich zu machen. Erziehung zur Organisation — wäre die Devise des bevorstehen• den Dclegicrlentages. Nur auf diesem Wege wird man die reichen Möglichkeiten nllmäh'i.ii erschöpfen können, die in Wien gegeben sind, wo cs noch wirkliche jüdische Masse, noch viel volkhajtcs Judentum mit lebendig gebliebenen Traditionen und ein weites Feld auf dem Gebiete der Jugend- und Kulturarbeit gibt. Wenn sicli der künftige zionistische Delegierten(,ag, dessen Abhaltung für Mitte Novemher geplant Ist, diese fJcdnnkcngnngc zu eigen machen wird, welche neue Methoden zionistischer Arbeit postulieren, dann wird er einen Wendepunkt im österreichischen Zionismus bedeuten können. Der Wdtvfrbaiul der |Ut1Hchen Simlenlensehall Der Verband falbe in der Plenarsitzung seiner Exekutive» die in Wien vom 30. September bis •1. Oktober 1921 tagt«» mehrere Resolutionen, von denen sich einige aut die Tätigkeit in und ftir Palästina beziehen. So beschloß die Exekutive, die Landesverbände (L. V.) aufzufordern, an allen Aktionen für die Universität in c r u s a I c in, insbesondere an den Büchersammlungen ür die Universitätsbibliothek, aktiv tcilzunchmcn. In den• jenigen Ländern, wo keine permanenten Büchersamnilungen existieren, ist cs Pflicht des Landesverbandes, diese ins Leben zu rufen, um mit «lern Sammeln der Bücher so bald als möglich zu beginnen. Alle jüdischen Studenten aufzufordern, die Abschriften der Dissertationen und anderer Wissenschaft• liehen Arbeiien der Universität in Jerusalem durch die Ver• mitthing des W. j. S. zur Verfügung zu stellen. Die iikli• sehen Studenten sollen sich schon jetzt als geistige Hörer der Universität betrachten. Die Exekutive beschloß ferner einstimmig, an die Grün• düng des ״Hauses des jüdischen Studenten" aut dem Oelberg In Jerusalem zu schreiten. Das Haus soll seinen Platz neben den anderen Universitätsgebäuden finden und ihrem allgemeinen Plaue cingcglicdert werden. Es soll vom Weltvcrbamlc der jüdischen Studentenschaft erbaut, dessen Eigentum bleiben und von ihm verwaltet werden. Das Haus soll zum gesell:־.( Imftlidimi und kulturellen Zentrum der an «ler Universität in Jerusalem studierenden jüdischen und nicht• jüdischen akademischen Jugend werden. Es soll einer größeren Zahl der vom Weltvcrbamlc zu bestimmenden Kategorien von jüdischen Studenten entgeltlich oder unentgeltlich Wohnungs- ,gclcgcnliciten bieten. Es soll die wissenschaftlichen und escllscliaftlichcn Vereine der jüdischen Studenten an der Jniversität in Jerusalem beherbergen und ihnen Säle und Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen zur Verfügung steilen. Es soll ferner zum Zentrum der Palästina und die Universität nur für kurze Zeit aufsudiendcn Studenten werden. Sic sollen dort entgeltliche oder unentgeltliche Be• herbergung finden, und an allen Einrichtungen des Hauses tcilnclinien. In das Haus des jüdischen Studenten wird der Sitz und die Büros des Wcltvefbandes jüdischer Studenten- Schaft (W. J. S.) verlegt werden. Es wird so zum geistigen und organisatorischen Zentrum der jüdischen Studenten werden. Die beiden Büros werden beauftragt, nach Sicherung einer entsprechenden Summe Verhandlungen bezüglich Er• Werbung des Platzes lmd der Konkurrenzausschreibung für die Pläne des Baues zu beginnen. Die jüdische Studentenschaft und die Freunde des jüdischen Studenten und der jüdischen Universität werden aufgefordert, ihr bestes zu opfern, um zur Verwirklichung dieses Beschlusses zu verhelfen. Die Exekutive stellt i!1 einer Resolution fest, daß das in Gründung begriffene Institut für Wissenschaft des Judentums in Jerusalem nicht in den Rahmen der Universität zu Jerusalern gehört. Sic ist daher nicht berufen, irgendeiner Stellungnähme zu diesem Institute Ausdruck zu geben. (Das ist ein Irrtum. Das Institut ist ausdrücklich als Bestandteil der UniverstSt geplant. — Red. ״J. R.“) Die Exekutive bescliloß, das Universitätskomitec In Lon• don um die Zulassung eines Vertreters des W. J.S. zu er* suchen. Schließlich wurde beschlossen, eine Exkursion im Rahmen des Wcltverbandes nach Palästina zu veranstalten. Die Exkurslon soll Pcßach 50S5 stattfinden. Das Wiener Büro hat binnen vier Wochen ein genau ausgearbeitetes Zirkular an die ihm angcschlosscncn Landesverbände und das Londoner Büro zu versenden. Außerdem wurde beschlossen, Im nächsten Sommer in England eine ״Sommcrscltulc“ jüdischer Studenten aus allen Ländern abzuhaltcn. Die Kadoorie*Gartenstadt New York. (J.T.A.) Die Laura Kadoorie« Gartenstadt, die Herr E. S. Kadoorie aus Shanghai als Mustergartenstadt in Palästina zu erbauen vorschlägt, wird gemäß einem zwischen der Kadooric-Benskm-Gruppc und dem Zion Commonwealth getroffenen Abkommen auf dem Ikxlcn des amerikanischen Zion Commonwealth errichtet wer• den.” 3000 Dunam Land, die der Commonwealth in der Nähe der Afulc-Station besitzt, sind für diesen Zweck bestimmt worden, wobei für eine Reserve im Falle einer Vergrößerung gesorgt worden ist. Die Stadt wird von einem Magistrat unter der Kontrolle eines Siebener-Komitees verwaltet weiden. Herr Kadoorie oder einer seiner Söhne wird der ständige Vorsitzende und Dr. De ns lon der fjcscl1äftsff1Iu־cndc Dirck• tor sein. Der amerikanische Zion Commonwealth wird in dem Komitee durch Richter ßernard A. Rosen bla tt und Herrn Harry Cut ler vcrtrclcn sein. Auch Herr David Ycllin wird Mitglied des Komitees sein. Die Durchführung v des Planes geschieht unter der Aufsicht des Keren Hajessod. Die Kadoorlc-Bension-Qruppe wird, uem Abkommen gemaß, in einem Zeitraum von tiinf Jahren ein Kapitalminimtim von 15000 Dollar jährlich beistcllcn müssen!. Man hofft, nicht später als hn März 1925 mit den Arbeiten beginnet» zu können. Herr Kadoorie wird für die Sladt 500 Pfund monatlich zuschloßcn. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat Dr. Bensimi, der Delegierte des Keren Hajessod. von einer Anzahl prominenter Juden in Shanghai 10.000 Pfund für den Bau von Häusern in der Gartenstadt aufgebracht. 1 \ \ - :!1 I I ־t־ < j I . I t ' I! l[ I 1 ( ך ' I! f { I