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Jüdische Rundschau · 1924-10-17 · Heft 82-83 (17.10.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 82-83 (17.10.1924)
Date
1924-10-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 5SH JUED1SCHE RUNDSCHAU Kr, 82 83 von der Notwendigkeit einer zionistischen Palästina- Politik immer stärker durchsetzt. Es ist ein!,1;Utes Zns.'imiuciitreffcn, daß gerat le während des Wahlkampfes vor dem Völkerbund Rechenschaft abgelegt weiden wird über die Fortschritte des Aufbaus in Palästina, Es wird daraus klar werden, daß Palästina heute eine Stätte der 1'iihiRen positiven Arbeit ist, vielleicht die ein/ip;e positive Leistung, die von der gesamten Kriepspolitik Englands im vorderen Orient geblieben ist. Selbst diejctiigen englischen Politiker, die ans antisemitischen Molivcn Gegner des Zionismus sind, werden sich dieser Einsicht nicht mehr verschließen können. Wenn England ein Interesse an wirklicher Kulturarbeit im Orient, an einer Zivilisrcriing der auf dein Wege nach Indien licgcmlcn wichtigen Gebiete hat, dann!miß es die Errichtung des jüdischen Heimes in Palästina fördern. Wir sind überzeugt, daß jede englische Regierung diese« Zwingenden objektiven Tatbestand anerkennen wird. * Der Ccntrnlvcrein hat bisher den Wortlaut seiner ,Wahlparole in seiner eigenen Zeitung «och nicht ver* offentlicht, während andere Blät'.cr die auch von «ns wiedergegebene Resolution, die schärfste Kampfansage gegen den Zionismus bedeutet, bereits eifrig diskutieren. Zuerst wurde unter Hinweis auf die Feiertage erklärt, man dürfe nicht in diesen Tagen der Weihe mul Freude den Streit eröffnen, und begnüge sich daher mit vorsichtigen Andeutungen. Ist diese feiertägliche Friedfertigkeit, nachdem die famose Resolution gewissermaßen noch warm ist, nicht mehr Schcinliciligkcit? Audi in den nächsten zwei Nummern hüllt sieh die C, V.-Zeitun״ in unschuldiges Schweigen. Es Dt nicht unsere Sache, Vermutungen über die Gründe dieser nierkvviirdigen Zurückhaltung .־inzustellen. Unsere Freunde sind durch »niserii Artikel in Nr. 70 informiert und wissen, wessen sic sich vom Ccntralvercin zu versehen haben. Inzwischen beginnt der Wahlkampf seine Schalten vornuszmverfcn. Die Parteien des deutschen Judentums werden Gelegenheit haben, ihre Programme aneinander zu messen, sie werden zu zeigen haben, wie sie für die Würde und für die Erfüllung der Aufgaben des Judentums 11t unserer Zeit cintreten. Der Landesverband kann ein wichtiges Instrument jüdischer Repräsentation und kultureller Arbeit Bein. Aber er wiril das sein, was er selbst aus sich macht. Er wird etwas Großes für die deutsche Judenheit bedeuten, wenn die Führung Männer haben werden, die von tiefem Gefühl für die Zusammenhänge des Judentum», für unsere besonderen Aufgaben und Vcrptlichfimgen gegenüber der jüdischen Geschichte und von Weitblick in Bezug auf die gegenwärtige Lage des Judentums erfüllt sind. Der Verband kann aber auch zu einer kleinen Provinzangelegenheit herabsinken, er kann der Schild für erbärmliche Selbstcntäußcrung werden, wenn Acngstüchkcit mul Schwäche ihm den Charakter geben, 111 der Hand der Wähler liegt es, über seine Zukunft zu entscheiden. Zunächst muß jeder Wähler sich selbst zur Eintragung in die Wählerlisten annieldcn, nur dadurch wird das Wahlrecht erworb e n. Wir verweisen auf die Ankündigung in unserem Blatte und machen alle unsere Freunde mit Nachdruck darauf aufmerksam, daß sie ihr Wahlrecht verlieren, Wenn sic nicht rechtzeitig sich zur Wählerliste anmelden, * Die Geschmacklosigkeit der Tageszeitung ״Doar Hnjoin“ in Jerusalem, die sich einen schlechten Witz über den Stifter der christlichen Religion erlaubt hat, verdiente kaum auch mir ein Wort der Erwähnung, Inatolc France Nun haben sich seine Augen endgültig geschlossen. Sic weiden nie mehr auf das Lehen der Mensclieiicrcle blicken, wie sie ein Patriarchenaltcr lang taten: heiter aus Wissen, trauervoü aus Güte, zuversichtlich aus Kämpfermut und so gcduidig wie mir e׳n lernendes und gestaltendes neuirren. Im.'!1^cs ^an^cs erreicht ihn mehr — bedrückendes Gcfühl fiir eine Menschheit, der wohl zu tun Anatote France mit seinem Verscheiden ja nicht nufliört. . danken versuchten wir hier, als er seinen acht- Zigstcn Geburtstag feierte. Er hat allem, was auf der Erde von eigener Anlage 11er zur Minderheit verurteilt ist, das Lehen Imch(״• gemacht. Durch Lachen. Durch den Zauber seiner Erfindungen. Durch die innige Ironie seiner Weitbetraditimr» und Werkgcstallung. Durch die hinreißenden Rhythmen und den Glanz, seiner Sprache. Vor allem: durch die Vergeistigung, 01c d<19 Leben, <!ic Massen, die Völker, der Älcuscb als Einzel* fall, in seinem Werk erfuhr. Wenn er von ihnen erzählte, warden sie transparent; sie offenbarten den Stoff aus dem sie bestanden, die Grenzen in die gebannt sie kreisten, das Wese«, das ihnen eignete und, vor allem, die Bestimmung die ihnen gc- Worden war, die eine hohe Auszeichnung war und der sie bcständig untreu wurden. Damit war er Lichtspcnder, vor allem für diejenigen, die am sehnsüchtigsten nach Licht verlangten, die in der menschlichen Finsternis nur vegetieren, nicht leben, und die von ihm Erquickung und Mcrzcnstrost empfangen werden so lauge als Thais, Insel der Pinguine, Aufruhr der Engel und andere Ausstrahlungen seines Geistes von geistigen Menschen verstanden und eingelrunkcu werden wie Musik. An seiner Bahre steht ernst und unverzagt alles, was, in der Minderheit, dennoch nicht ermüdet, sondern mit inensdi* lichcm Lachen den Kampf aufnimint, um die Ordnung und Erhtliuiig dieses' Sterns. Alles, was an die Möglichkeiten des Menschen glaubt. Alles, was in der Reinigung und Anwcndüng der großen Vernunft und des guten Willens Hilfe fiir tkts Leben hicutcdcn und Erfüllung־ unserer besten Aufgaben sieht. An seiner Üaltre stellen auch wir. Nicht, weil es heißt, daß in seinen Adern, von seiner Mutier, unser Blut floß. Sondern weil wir, nach unseren Kräften und auf dem wns durch Bestimmung gewordenen Felde, in derselben Riehtung zu wirken versuchen wie er. % wenn nicht die übereifrigen Wiklitcr der katholischen Kirche diese Seifenblase zu unverdienter Grüße aufgc- ן :!stet Iiatk'fi. Der Vertreter des Vatikans, Monsignore Barinssina, hat sich nicht damit iH'giitigt, die KUgc gegen die Xeii'iuij;■ an/.uslrengen, sondern er hat durch unterirdische Kanäle die ganze katholische Presse der Welt auf den Plan gerufen, um das ungeheure Attentat der Juden gegen die katholische Kirche abzuwcUren. Die Kampagne macht geradezu den Eindruck eines mittelalicrlk'lien Kreiiz/.nges und cs bestellt die Gefahr, daß bald der kleine Anlall vergessen sein wird und im Ilewtißtsem der katholischen Welt wirklich der Eindruck ziiiüekbieibt, dal) die Juden und Zionisten zum Zwecke der Rdigionsscliüiuhing nach Palästina gekommen sind, 'Darum muß dieser Legende rechtzeitig ein Ende gemacht werden, Es ist richtig, daß ein jonmalistisdicr Schmock cs nicht über siel» gebracht hat, einen Witz zu unterdrücken, der in seinem sonst nicht #!chf fmxluktivcn Gehirn auigetauclit war. Der Witz ist weder gut, noch ist er neu. Er hat ähnlich wahrscheinlich schon in vielen Witzblättern der ganzen Welt gestanden. Aber dieser Schmock, für den das jüdische Volk oder die zionistische Bewegung ebenso wenig Verantwortung trägt, wie irgend ein anderes Volk für jede Dummheit, die in einer Zeitung stellt, hätte allerdings wissen müssen, daß man in Jcnisalem nicht so sprechen darf, wie in einem internationalen Witzblatt. Jerusalem ist ein besonderer Boden. Viele tausend Jahre Geschichte haben hier eine unvcrgleichbare, eigentümliche Atmosphäre geschaffen, die heiligsten Gefühle vieler Millionen Mensche» sind mit dieser Stadt verbunden. Wenn an diesen Ort ein neugewordencs, zum Leben und zur Selbstachtung wieder erwachtes jüdisches Volk zurückkelirt, so muß cs in jeder Kleitiigkeit die Haltung bewahren, die der Sache und dem 01 te angemessen ist. Wir, die so viel gelitten haben, durch Rolieit, Taktlosigkeit, Holm der Völker, wir müssen, wie Sch in ar ja Lev in immer sagt, in Palästina vollenviele gentlemen sein. Wir müssen sogar auf kleine Dinge, selbst wenn sie noch so sehr unser Menschenrecht zu sein scheinen, verzichten, wenn wir dadurch andere verletzen. Es ist an sich völlig lächerlich, daß man die Oper ״Die Jüdin“, deren Ocburtsstätlc die Grande Opera in Paris ist und die über alle Opefnbühncn der Welt gcgangen ist, in Jerusalem verbietet, weil darin ein Karcli* ual auffritt. Im Grunde hätten die Juden, die in der Handlung viel schlechter wegkommen, mehr Anlaß gchabt, gegen die Aufführung dieser Oper zu protestieren. Aber —• so sagte mit Recht Levin in seinem Berliner Vortrag — wenn es so ist, wenn der Kardinal sich verletzt fühlt, so wollen wir mich daraus keine Staatsaffairc machen. 111 solchen kleinen Dingen können wir entgegenkommen, da nicht sie das Wesen unseres Strebens in Palästina treffen. Wir sollen die Klügeren Sein, und auch nicht jede Kleinigkeit, sei sic auch noch so ab- «onüerlich, auibauschcii, wie es.unsere Presse in Pali!- stina zu tun liebt Was den Witz des ״Doar Hajom“ anlangt, so ist der Aufruf an die christlichen Nationen zur Wahrung ihrer heiligsten Güter, wie ihn etwa die Christliciisoziaie Wiener ״Reichspost“ am 2. Oktober ver. offentlicht, völlig unnötig und nicht am Platze. Eis handelt sich hier keineswegs um den ״Schutz bedrohter religiöser Rechte, tun eine Frage von internationaler Wichtigkeit, eine Gewissensfrage für alle christlichen Nationen“, sondern um die Entgleisung eines Journalisten, die schon aus Gründen des Geschmacks von allen feiner fühlenden Juden genau 80 verurteilt wird, wie von den ״bedrohten“ Christen, Jacques Anatolc Thibaut, genannt France. Er war der französische Genius in seiner reinsten und adligsten Prägung. Keine menschliche Dumpfheit, die er nicht mit Wort und Widerstand bekämpft hätte, Seine letzten Worte richtete er an seine greise Gattin und Kameradin. Alle Trauer eines Sterbenden liegen darin: ״Ich werde diel! nicht mehr sehen“. Und dann, tn der Agonie: ״Mutter, kh sterbe 1" So geht ein Mensch von der Erde, Arnold Zweig. ׳ Max Hand (Zur Ausstellung in der Kunsthandlung Alf. Heller.) Die Malerei, di; bildende Kunst ist für uns Juden junges Gebiet, unverbrauchtes Land. 111 der Philosophie, im Denken sind wir uralt und ertindungsreieh; Neuerbauer zu gleicher Zeit. Das neue Mt»■ terial scheint aber audi einen neuen jüdischen Menschen herauf;;!.■ bracht zu haben. Jetzt wenigstens! Denn die jungen iini.sehen Maler sind als Maler der Farbe von einer neuen Pnn1i1ivi1.it, die mit dem jnhrtniiscmlticfcn Denken seltsam ken* trastierend die Gestaltung schafft, .Gestalten, nicht erdgeboren, sondern in der explosiven Schicht physikalischer Kräfte entstanden, die milwirkend sind bei der Zeugung zwischen Mineral und Pflanze; Gestalten, die es uns crklarlich maciicn, daß Ktibin Jude ist. Aus si Ich1 ■r Welt stammt auch der junge Litauer Max Band, dass.״ Bekanntschaft die Galerie Altred Heller, KurfursU'mlnmm -15, vermittelt. Es ist nicht letzte Konzentration wie Kubin; der Kopf seines Ghettoknaben — auch technisch zeitlos zwischen den anderen Arbeiten des gleichen Jahres, die sich leicht aneinander reihen lassen —, verrät aber die gleiche .Spannweite zwischen Intellekt, Gefühl und dem Erfassen neuen Bodens im neuen Material. Die Primitivität ist üeschctik, Dichtung. Seine beiden Landschaften 7. 0. sind Gedichte über Landschaft, ganz zart bewußt fläch!״, glasgctränmt. Und . beim Gesicht des Mannes mit der Kappe liegt ganz lose über den Zügen oder vielmehr unter ihnen wogwisclihar, der Hauch der Gedanken. Ein Kopf, der Dichter, Pastell — erinnert nn Barlach, Stimmung mi Annen Vetter. Grün, bin 11 grau sind die Farben. Die Synthese von Inhalt und Form gelang. Schon vordem im Kopf seines Malerfreitmles Orlgorieff hatte das leklensclinftliche Einbohrrn in die Welt des Gedankens aufwülilcndsle Gestaltung geschaffen, Gestaltung, die mühelos herrschte über das Material und dio teclwiscllcfi Probleme. Unser« Bodenpolitik Von unserem paläbtineiisisclicii Korrespondenten. h. k Palästina, 7, Oktober. Unsere Bodenpolitik ist an einem Punkte angekoinmen, Wir ans über eine!־rage von ebenso großer politischer wie wirtschaftlicher Bedeutung Rechenschaft geben müsse״. Wir müssen uns klire Linien vor/ciclmcn inbezug auf unser Verhalten Zu den Fellaclicr», deren Baden wir käuflich «r. werben, Bckanntiiih gehören die grollen Grumlilächen ™ die einzigen fast, weiche für unsere Kolonisatiau in Betracht kommen — juristisch gesprochen nicht den I cllnchcn, so״- dern reichen Grundbesitzern, welche meist außerhalb P״. lästinas wohnen und iiir Land von ihren ״Pächtern bewirtschäften lassen. Ich setze ״Pächter“ in Anführungszeichen, denn es iinndclt sich in Wahrheit meist '"יי die crhgcscsscncn Bauern, welche sieh bei dem Erifndi verschuldet haben, und nun aus Bauern Pachter geworden sind, d. h. sie liefern einen gewissen Prozents.: tz des Ertrage» ab• Es hat sich durch solche Uebcrfraguitg de» Bcsilzrechtes ihr tatsächliches Verhältnis zum Bode״' nicht geändert. Freilich; Wir können juristisch den Boden nur von den formellen Besitzern, den Effcndis, kaufen. Wir bezahlen den Boden wahrhaftig sehr teuer — wir zahlen Liebhaberpreise. — Dennoch aber besteht die Gefahr, daß wir — wenn wir nicht sehr vorsichtig zu Werke gehen — uns gegenüber den faktischen Bearbeitern des Bottens ins Unrecht setzen. Der letzte Kauf des KKL. im Emek hat den arabischen» Extremisten — deren Stellung innerhalb des arabischen Volke* sehr erschüttert ist und die alles versuchen müssen, um skh wieder in den Satte) zu liehen — Stoff zur Agitation gegeben. Offenbar von ihnen inspiriert, haben einige Dörfer gegen den Kauf Protest erhoben mul dieser Protest ist vom arabischen Exekutivkomitee in einem offenen Briefe an Sir Herbert Samuel unterstützt worden. Sir Herbert hat darauf die Antwort gegeben, daß er die Verkaufsverhand- 1 ungen zeitweilig sistiert hat, bis die Regierung die Rechte der arabischen Fellachen auf den Boden geprüft haben wird. Diese Antwort muß um niefit beunruhigen. Es ist — soweit die jüdische Oeffentiichkeit informiert ist — nicht Absicht der Regierung, den Kauf unmöglich zu machen, Es war ein Akt der Gerechtigkeit und — gegenüber der bcvorstehenden Tagung der Kommission des Völkerbundes, welche sich mit Palästina beschäftigen wird — audi ein Akt politischer Klugheit, daß Herbert Samuel so antwortete und dadurch den arabischen Extremisten die Möglichkeit zur Agitation nahm. Die Rechte der Fellachen, von denen der Brief Herbert Samuels spricht, sind festgesetzt durch ein Gesetz vom 1. EX״ zember 1021 (Transfer of Land amendment ordinancc, Nr. 2), in welchem bestimmt wirrt, daß bei dem Verkaufe von bearbeitetem Boden der Pächter (tenant in occupation) genügend Land in dem betreffenden Distrikt oder anderswo zurückbchaltcn muß, damit seine und seiner Familie Erhaltung verbürgt bleibe. Das Gesetz nimmt also ausdrücklich die Möglichkcit einer Entschädigung des Fellachen durch ein in a nderen Distrikten gelegenes Land in Aussicht, eine Bestimmung, die für uns von Wichtigkeit werden kann, besonders wenn wir bedenken, daß cs im Ostjordantalc jüdischen Boden gibt, der der lea gehört uml jetzt von den Fellachen . extensiv bewirtschaftet wird. ־. < In den letzten Tagen veröffentlicht die arabische Presse• wiederum den Protest von Arabern aus den Dörfern Alcharam und Aglil in der Umgebung ^■von Jaffa. Der Protest stützt sich darauf, daß die Besitzer ihres Bodens, die Efiendifamilic El Amri, Verhandlungen mit den Zionisten wegen des Verkaufes cingcleitct habe. ״Wir sind,“ schreiben die Fellachen oder schreiben für sie andere, die hinter ihnen stehen, ״keine Handwerker. Wir haben uns zeitlebens nur mit Ackerbau beschäftigt und haben keinen Besitz.“ Es wird dann in dem Memorandum weiter erzählt, daß die Familie El Amri die Fellachen betrogen habe. Erst habe sie ver* sprechen, die Rechte der Iksicdler zu wahren, jetzt habe die Familie den Fellachen auf dem Wege des Gerichts unter* sagt, in diesem Jahre zu säen und zu pflügen. Wie groß Nächst den Oedanken ist es die plastische Gestalt, um die er sich bemüht — die Gcdankencrlüsung im Stofflichen. Aber die Primitivität wird nicht Naturalschrift und schwer. Auf dem Wege zur Realität wird sic verwandelt ins Unwirklich- Wirkliche. Die Frau, die den Brief hält, z. B., ist gemalt bei vollem Aufnehmen der mächtigen irdisch-körperlichen Formen, aber zugleich ist ihnen die ,Schwerkraft genommen. Diese Gestalt Ist aiifnnderc Weise unwirklich wiedie Gestalten Rubins. Auch seine Stillcbcn haben diese eigentümliche Lebendigkeit. Man spürt es, wie er sich an die Wirklichkeit hcranpürscht. Ein Glas erscheint öfter, fabelhaft gemalt. Nur einmal nennt er das ganze Slilleben danach. Ucbtmgsproblcnic, um 1 lerr zu sein über alle Lagcveränderungen und Statikmoincnte, sind bald Jongleurp_roben große 11 Könnens. Er sucht nur nach der einfachsten Formel für alle diese tcdimselien Probleme. Z. B. die Probleme zur Uebcrwiiwlimg des Flächigen (der Nagel in der Wand usw.), die die Anfänge der neuen jungen Kunst beherrschen, gibt cs und gab es für ihn mir innerhalb der großen Zusammenhängc des Weltbildes. Diesem unbeschwert ohne Schule Aufgewachscnen sind sie nicht mehr als leicht überwundene Technik. Er malt vom Zentrum seines Wesens aus, als heutiger Mensch — das ist alles — und er verläßt sich darauf. Er kann auch die Landschaft urrussisch cinpfinden. Wie ein Russe, obwohl er Jude ist und ohne daß ihm das als Künstler gefährlich wird. Mit dem Atatcrinl wuchs er in die l.nndscliaft, ins Allgemeine. Als malende Hand mit eigener Welt. Lehrer hat er nicht gehabt, nur der Maler Grigoricff ist sein Freund, mit dem er arbeitet. Seit dem vierten Lebensjdire zeichnet er. Bis zum 20. in der kleinen litntiischrn Stadt Wladislawo sah er kein Bild, Er seihst war als 1 Själiti״er der Zeichenlehrer der Schule, Dann «ahm ihn der jüdische Philologe Dr. Max Mayer, Direktor der Mittelschule, mit nach Berlin. Das erste, was ihm liier an großer Kunst begegnete, war das Kaiser-Friedrich• Museum: Giotto, Fra Angelico, Domcnico Vcnetiano, diese großen Italiener waren das, was ihm künstlerisch am meisten gab. Dann sah er die Neuen. Sein Berliner Unterricht beschränkte sich in der Hauptsachc auf den Besuch einiger Ateliers, in denen Gelegenheit war, Akt zu malen und in die hin und wieder ein Lehrer geriet. Aber Grigoricff fand er hier. 111 Paris, Woher er mit dieser Ausstellung kam, hat tt die im letzten Jahr entstandene Fülle großer Arbeiten geschaffen, Henry Rousseau* wirklich unwirkliche Olasbilder־ märchcn?fanden ihm nahe, schon che er von ihnen wußte. E* sah sie daun in Paris. Max Band, der als Maler eine Zukunft hat, ist heute 25 Jahre alt, Ruth Morold. Nr , die c 1 11״ s ( d:n F i ei halt 1 lieh " ca«:0 keit 0 A ' auf P Weg allem rität 7. icT tuinn Rieht bisch körn Verb niögl diese .sich« habe D jutU* wun den des punl Krie so!c Wai wen nur jüdl und Pro sacl unt! cs der folg bcs nat Mil we: bcs Ein die nie Bel Sei Ita Ar' un. un> un־ Pa de M- M: In Pa La Fr ba Sc Ai ur la U te ui in v« at d! v< w k w d b C C b n d z d f e d f r \ £ J 1 e i I I ( I

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