Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 81 (10.10.1924)
- Date
- 1924-10-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr Si fUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 581 Weizmmms Unedle &7 גeH~Awiw richten von den Partcispaltungcn der Araber zu kommen• deren pflcgl, so kann jedenfalls fcstgcstcllt werden, daß die arabische 1־rnjTC nicht mclir wie ein Alpdruck auf uns liegt Das arabische Volk hat im gegenwärtigen Augenblicke keine politische Adresse — konstatiert ״llaarcz“ mit Recht. Dem• entsprechend hat sich auch die I l.iltung der Regierung uns gegenüber geändert. Sic hat dem Anschwellen der Ein- Wanderung in den letzten Monaten nicht jenen Widerstand entgegengesetzt wie In den vergangenen Jahren, mul wenn mich eine Reihe elementarer boaleningen des Jluluib noch immer nicht erfüllt Ist (noch immer ist die Organisation der Gemeinden und die Stellung des Waad Irumi nicht gesetzlieh verbrieft, noch immer beteiligt sich die Regierung so gut wie gar nicht an unseren Ausgaben für Erziehung»• wesen und fiir sanitäre Angelegenheiten), so ist die Situation doch leichter geworden, als sic bis vor kurzem war. Vor allen! aber: Wtizmann findet die Tatsache der neuen starken Einwanderung vor, die in den Sommermonaten ganz unerwartet eingesetzt hat. Sie ist unerwartet und un* organisiert: das ist ihr Vorteil und ihre Schattenseite. Ihr Vorteil: denn sic zeigt die elementare — wie man in Paliistina sagt ״slyctüschc" — Notwendigkeit, die unmittelbare Ver« bindting greller Massen mit Palästina, die ökonomi:.chc Be* dcutung der Immigration für die Lage der Juden in der Golah. Aber die Schattenseiten dieser Einwanderung sind and! da und sic sind anläßlich der Ankunft Weizmanns von Glück« solin im ״Haarcz“ nochmals dargclcgt worden. Es ist kein® Einwanderung von Chnluzim, Unser Aufnahmeapparat ist aber bis heute ganz auf die Aufnahme von Chahiziin, von Arbeitern eingestellt, und der ciiuvandemdc Mittel •fand findet siel! ohne Hilfe, ohne Anleitung und Rat. Es besteht die große Gefahr, daß diese Einwanderung uns zum Anstoß* wird, wenn sie, wie bis jetzt, sich selbst überlassen bleibt, Sie kann uns große ökonomische und nationale Schäden bringen. Ein großer Teil dieser Immigranten bleibt in Tel« Awiw, dessen natürliche Einnahmequellen ohnehin beschränkt sind, vermehrt die Zahl der kleinen Laden und Sodawasser« Verkaufsstände, treibt die Wohnutigspreisc zu uncrschwing« lieber Hohe hinauf, erschwert dadurch die Lebensbedingurt* gen der bisherigen Bewohner der Stadt (deren ökonomische Lage auch nicht natürlich war) und schafft die Bedingungen einer neuen — Auswanderung. Dafür sind in Haifa, dem künftigen Hafenort, unter Hunderten von Häusern, die gebaut wurden, nur ganz wenige jüdische. Der Gedanke an Ans Siedlung im Dorfe ist einem großen Teile der Einwanderef ganz fern, und selbst, wo er bestellt, verflüchtigt er siel! bald gegenüber der ersten Schwierigkeit. Erst im Vergleich mit dieser neuen Einwanderung merkt man, wie große Vorn teile die Einwanderung der chaluzischcn Elemente mit ihre! leichteren Organisierbarkeit, ihrer Zusammenfassung in Kwtii zoth, ihrer inneren Disziplin geboten hat. Sic war leichten zu erfassen, leichter zu beeinflussen, als die gegenwärtig® Aiij.1, die aus vielen Einzelnen besteht. Dieser Mangel an Gestaltung und innerer Disziplin zeigt, sich mich in der Einstellung zur nationalen Verantwortlich« keit, deren äußerer Index sozusagen das Verhältnis zur® Hebräischen ist. Die ״Jüdische Rundschau“ hat vor einigen Wochen in einem Artikel, der in Palästina dankbaren Wieder« hall gefunden hat, die Einstellung der deutschen Einwanderer gerügt*). Leider geht das Ucbcl weiter. In Tel-Awiw fand kürzlich eine Versammlung amerikanischer Einwanderer statt, die englisch geführt wurde, und als ein paar junge Leute vom Bund der ״Schützer der hebräischen Sprache“ cingriff, kam cs zu ganz wüsten Prügeleien, deren Folge die Ver• haflung und Verurteilung der jungen Leute war. Die neue Einwanderung hat uns Zentren der einzelnen Landsmann* schäften gebracht, In denen keine Spur vom Hebräische® ist. In Tel-Awiw wurden Chadarim eröffnet, deren Unterrichts• spräche Jiddisch ist. Und polnische Einwanderer antwortete® auf eine hebräische Anrede mit der geschmackvollen Ant« wort: ״Reden Sic nicht türkisch zu mir“. Wir sprechen von diesen Erscheinungen nicht aus national« ideologischen Gründen. Es sind ganz praktische Erwägungen, welche erkennen lassen, daß wir cs hier mit einer gam gefährlichen Erscheinung zu tun haben. Die Sprache ist erste Vorbedingung zur Bildung einer Gemeinschaft. Wir werden bald kein Mittel haben, zu diesen arabisch, persisch, deutsch, englisch, polnisch, russisch sprechenden Massen vorzudringen. Von rechts und von links wird heute eine systematisch, ja man kann manchmal sagen, glänzend geführte Agitation gegen die zionistische Ideologie in Palästina ins Werk gesetzt. Kommunisten auf der einen, Agudisten auf der anderen Seite bedrängen die Einhcilsbildiing der jüdischen Gemeinschaft ln Palästina. In dieser Beziehung findet Weizmann eine viel verschlechterte Situation vor. Und es Ist eine große und ungemein wichtige Aufgabe der Zionistischen Organisation in der Diaspora, durch Vorarbeit unter den künftigen Inuni• granten die Gcmcinschaftsbildung in Palästina zu erleichtern. Per nmpfaiigsalicml für Dr. Weizmann in Tel-Awiw, über (!C11 wir bereits kurz berichtet haben, wurde von der Stadtvcnvailmig am 25. September veranstaltet. Außer den Ver- Irileui aller jüdischen Inslilulioiieti waren auch die Vertreter .|Cr Ri-piernufT anwesend. Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr I >i z e 11 g o f f, verwies in seiner Ikg1ülht!1׳;srede darauf, (],1(1 Weizmann diesmal nicht in einer Zeit der Krise ins Land kommt, sondern in einer Zeit des Fortschrittes und der hoffnungsvollen Stimmung, Der zweite Redner, Dr. Mossin• jolin, wies darauf hin, daß trotz der günstigeren Lage noch viele Probleme zu lösen übrig bleiben und forderte Weizmann;mf, sich eiiizusctzcn fiir eine Einheitsfront aller positiven jüdischen Kräfte im Lande. Die Vereinigung in der Arbeit für Palästina, die Wei/niaim außerhalb Palästinas angebahnt liat, möge er auch in Pnl.isliim selbst zustande bringen. Dr. Weizmann antwortete in einer kurzen Rede, in der er znnäehst darauf hiuwics, daß er noch nichts im Lande gesellen hat, uml daher kein Urteil abgehen könne. Er freue vielt jedoch, diesmal andere Töne im Lande zu hören, als bei seinem letzten Besuch, wo alles durch die Krise niedergedrückt war. Weizmann berichtete darauf in großen Zügen über seine Arbeit in der Diaspora seit seinem letzten Besuche In Palästina. Er hat zweimal die westliche Halbkugel der Erde von New York nach San Frauzisko durchquert, kam aus San Frauzisko nach Jerusalem und mm wird sein Weg wieder nach San Frauzisko zurückfi'ihren. ״Mit Recht sagte der Vorsitzende, daO die Lage sich gebessert hat. Das Verhältnis der amerikanischen Juden zu Palästina ist jetzt ein viel positiveres, wie wahrscheinlich auch Sie an den Touristen beobachten konnten. Ich bin Optimist, und dies ist das ganze Geheimnis meiner Arbeit. Ich glaube, daß in Amerika •die Bedingungen fiir die Arbeit des Palästina-Aufbau* günstig sind, und wenn sich die Zeiten nicht 711m schlechten ändern, dann glaube ich fest, daß wir die Mittel für den Aufbau Palästinas bekommen werden, uml zwar nicht nur für unser Budget, sondern wir werden das Budget und unsere Arbeit verdoppeln und verdreifachen. Auf diese Hoffnung baue ich meine Anschauung über die Zukunft auf. Die Gründe für dieses Verhallen sind mehrfache. Der Hauptgrund ist der, daß die Amerikaner Palästina entdeckt liaben. Männer wie Sch mar ja Levin und die ersten Pioniere wie Dr. Mossinsohn haben die Botschaft von Ercz-Isracl nach Amerika gebracht, aber erst jetzt begannen die Amerikancr an die Sache zu glauben und sich selbst mit den Ar• beitenden L'rez-Israels zu verbinden. Ein zweiter Grund ist die Tatsache, daß die Amerikaner in vier Jahren 70 Millionen Dollar für 1 lilfsarbeiien misgcgcbcn liaben, und nun cinschcn, d.1ß der Erfolg dieser Anstrengung keinerlei Veränderung in der Lage der Juden in Osteuropa herbeigeführt hat und cs könnte sogar, Gott behüte, geschehen, daß dieselbe Anstrengung nochmals nolwcndig wird. Andererseits sehen sic in dein kleinen Palästina, für das sic keine derartigen Summen aufgewendet liaben, jüdische Arbeiter und jüdische Schulen und ein jüdisches Lehen. Dann gibt cs noch einen Grund, und das ist der zunehmende Judenhaß in Amerika, ln Amerika bestellt zwischen Juden und Nichtjuden eine Scheidewand, wie in keinem anderen Land der Welt. Und schließlich kommt dazu die Einschränkung oder besser gesagt, die Schließung der Einwanderung nach Amerika, All dies hat zu einer Armierung der Denkungsart unter den amerikanischen Juden geführt. Aber cs ist notwendig, daß die Arbeit, das Band zwischen den amerikanischen Juden und Palästina enger zu knüpfen, mit aller Energie fortgesetzt wird.“ Sodann kam Weizmann auf die politische Lage zu sprechen und betonte, daß die wichtigste Voraussetzung für unsere Arbeit die Ruhe im Lande ist. ״Ich glaube nicht, daß politische Sensationen kommen können, die die Lage für uns günstiger machen, wir brauchen jetzt nur Ruhe und die elementaren Voraussetzungen für unsere Arbeit. Und ich sage Ihnen offen, was icii der englischen Regierung gesagt luhc, als ich aus Amerika zurückkchrtc. Ich sagte, daß die Stunde gekommen ist, wo wir aus dem Stadium des Experimentierens, in dem wir bis jetzt waren, herauspehen; die amerikanischen Juden wollen, wenn sic Geld geben, nicht man das Buch mit einem Geräusch zuschlägt, das einer Ohrfege ähnelt. Was cs aber bemerkenswert und auch an dieser Stelle erwälmcnswiirdig macht, ist das immer wieder auflauchende Wort ״Jude“: aus keiner Quelle kann inan wie ans dieser den Anteil des jüdischen Elements an all den Strömungen fcsistellen, die die Insel bürgerlicher Gcscl'schaft uinwirbclii: Anarchisten und Liter,׳teil, Bettler und Bordellwirte, geistige Führer aller Arbeiterparteien und Kokotten jed'n Formats — überall treffen wir auf Splitter unseres Volkes, die von ihm losgerissen in anderen Zusammenhängen sichtbar und wirkend werden; und cs ist gewiß nicht ganz elmc Reiz, auch den Zionismus und manche seiner Führer (N'ordau) einmal in solchen Zusammenhängen aufgezählt und geschildert zu sehen. Das Buch hat stets einen bitteren Nachgeschmack, auch wenn cs mit Achtung und Wärme von Landauer, der Lasker - Schüler oder Karl Kraus redet, und darum wird cs mir von Lesern zu Ende gelesen werden, deren soziologisches Interesse sie hieb- und stichfest uml a1|ch noch ekel- und giftfest macht; aber cs beschreibt das Leben, dieses Buch; und es ist schließlich besser, Wirklichkeit *rlbst noch durch die Quelle des Klatsches an sich zu ziehen, ah |n einer Befangenheit wcitcrzuschlendcrn, die da glaubt, die ganze Welt sei ausschließlich bürgerlich, und schamlose Mitteilung sei nur shocking und nichts sonst. Und nun ist der Bote schon wieder weg, und das Manns• *dpt bleibt fiir die nächste Nummer. Nun, cs wird ihm ״'Rute kommen; und cs wäre dein Scharfsinn des Lesers ®!»erlassen, zu fühlen, wo, wenn nicht der Ehrgeiz des Autors darauf dränge, einheitliche Politur zu geben und dem Hebens• würdigen Interesse des Lesers ein Paroli zu bieten — denn zu •chen, wo es der Autor eilig hatte und wo nicht, das ist Eindringen ln sein Persönliches und also auch — Klatsch. A. Z. Die Nratrscheiitunge» des EschkoHerlaces ., Im Verlag ״Eschkol“, der cs sich zur Aufgabe gemacht hat,?IC klassische hebräische Literatur in modernen Editionen wjuszugeben. sind soeben drei neue Bücher erschienen, die •m cm weitgehendes Interesse des hebräisch interessierten Pu- ®ukumt rechnen dürfenmir rin kleines Zc 111 mm sehen, sondern jüdisches Leben, das sich in breiterem Maßstab entwickelt. An diese Entwicklung treten wir jetzt heran. Mir schein!, wenn auch di: wirtschaftliche und politische Lag׳■ uns noch nicht ganz entspricht, — allen unseren Ocffililon vvinl sie 11»-. mahl entsprechen — so ist doch ein gewaltiger Fortseiiiitt zu verzeichnen.“ Zum Schluß sprach Dr. Weizmann über die große Entwicklung Tel-Awiws und betonte, daß auch die Wirtschaftliehen Bedingungen geschaffen werden müssen, um die neuen Elemente, die jetzt cimvandcrn, entsprechend zu absorbieren, ,,Wir müssen uns hüten, so aufzuhaiicn, daß die Grundlage ilcs Gebäudes von Fäulnis angefressen wird. Ich freue mich mit Ihnen über die großen Erfolge von Tel-Awiw, aber wir müssen auch dafür sorgen, daß der Klang der hebrälsehen Sprache in Tel-Awiw wieder so ertöne, wie in eiern Jahre nach elcm Kriege. Die neue Einwanderung darf nicht zu kultureller Verwilderung führen. Ich danke Ihnen herzlich in meinem Namen und im Namen meiner Mutter für den schönen Empfang, den Sic mir bereitet haben. Möge das Neue Jahr ein Jahr des Er• starkens unserer Arbeit und vor allem auch unserer Ein• Wanderung sein.“ Dr. Weizmann war Gegenstand herzlicher Ovationen, Während seines Aufenthaltes in Tel-Awiw wohnte Weh• mann im Hanse seiner Mutter. Die Stadt Tel-Awiw hat vor das I laus einen Ehrenposten der Tcl-Awiwcr Stadtpolizei gestellt. ★ Nach zweilagigem Aufenthalt in Tel-Awiw fuhr Dr, Wehmann im Auto nach Jerusalem. Bei der Vorstadt Beth Hak crem (Bonch Bajith), die er, von Jaffa kommend, als ersten Punkt passieren mußte, wurde ihm ein festlicher Empfang bereitet, über den wir schon berichtet haben. Am Eingang der ״Chaluzstraße“ war ein Triumphbogen errichtet, wo Weizmann von den Vertretern Jerusalems erwartet wurde. Während seines Atifenihalles In Jerusalem warWefzmann Gast des Obrrkommissiirs Sir Herbert Samuel und wohnte lin Rcgicntngsgcbäiidc auf dem Oelberg. Am Freitag, den 25. September, besuchte Weizmann den Bauplatz der Universität auf dem Scopus in Begleiümg von Prof. Fodor und besichtigte länger als zwei Stunden die Einrichtungen der Universität, sowie das Fortschreiten der Bauarbeitern Sonntag, den 28. September, besuchte er das Hauptbüro des Ji'r dischcn Nationalfonds, wo er von Van Vliesland und Oettinger begrüßt wurde. Weizmann erklärte, er glaube, daß die Möglichkeiten der Beschaffung von größeren Summen für den Boderikauf in Amerika und anderwärts vorhanden sind, doch müssen, um entsprechend fortschreiten zu können, jährlich etwa l'/3 Millionen £ für die Ccsatnlcrfordcrnissc der Kolonisation aufgebracht werden. Von Jerusalem begab sich Dr. Weizmann auf eine Tour durch die Kolonien. Za Weizmanns Antcanlt Von unserem palästinensischen Korrespondenten. h. b. Jerusalem, Zorn Oedalja. Die Ankunft Dr. Weizmanns in Palästina bildet das Ereignis der Rosch-Haschanah-Woche. F.r ist in Tel-Awiw und in Jerusalem überaus herzlich begrüßt worden. Die Presse hebt einstimmig hervor, daß Weizmann diesmal eine ganz andere Situation vorfindet als bei seiner letzten Anwesenheit vor zwei Jahren, Unsere Beziehungen zu den Arabern haben sich sehr geändert. Das arabische Exekutivkomitee mit Musa Kar.irn Pascha au der Spitze, das vor zwei Jahren der einzige Repräsentant der arabischen öffentlichen Meinung zu sein .schien, dem auch die englische Regierung sich beugte, hat unter den Arabern einen großen Teil seiner Anhänger verloren. Und wenn auch kein Grund zu dem großen Optimismns bestellt, mit dem ein Teil unserer Presse die Nach- Ais erstes Buch einer Serie, die eine Auswahl der klassischcn Werke der Kabbnlah bringen wird, ist eine Auswahl der kabbalistischen Werke des Rabbi Mosche Cordovero erschienen, der einer der klassischen Repräsentanten der Kabh.ilah war. Die Auswahl hat der bekannte Schriftsteiler und Gelehrte Dr. S, A. Ilorodctzki besorgt, der in einer umfassenden Einleitung eine eingehende Einführung in das kabbalistische System Cordoveros gibt (Preis broschiert 1,80 Dollar). Ferner ist der zweite Band des ״Sefer hadmaoth" von Dr. Simon Bern Feld erschienen, Der erste Band dieses Werkes, das eine Zusammenfassung der wichtigsten Dokumente der jüdischen Martyriologic in allen Jahrhunderten gibt, hat hei seinem Erscheinen vor einem Jahr lebhaftes Aufsehen erregt. Das ganze Werk, dessen abschließender dritter Band im Veriaul des Winters erscheinen wird, stellt in Dokumentenform eine Art von jüdischer Geschichte dar, gesehen unter dem Gesichtspunkt des jüdischen Martyriums. Jedes Kapitel ist durch eine zusammenfassende Darstellung des I Icrnusgebcrs cingclcitct (Preis broschiert 1,60 Dollar). Als dritte Neuerscheinung kündigt der Verlag eine Monographic über den klassischen hebräischen Dichter der Italicnischen Dichtersclmlc Emanuel Haroral ans der Feder Sani Tschcrnichowskys an. Emanuel Haromi zählt zu den interessantesten Gestalten der hebräischen Literatur; er gehörte dem Kreise Dantes und Petrarcas an und Ist in der weltlichen Form seiner Dichtungen, die an manchen Stellen an Boccaccio erinnern, eine einzigartige Erscheinung in der hebräischen Literaturgeschichte. In der Monographie gibt Tsclicrnichowsky ein Bild von der gesamten hebräischen Dichtcrschulc in Italien und von dem Leben des italienischen Judentums zu Beginn der neueren Zeit. 111 dem, dem Eschkol-Vcrlag .™gegliederten Verlag für Jugendliteratur ״ S c h a eh r u t h Berlin sind jetzt crschicneu: von Dr. A. Robinsohn eine Auswahl der klassischen Fabeln der Weltliteratur in hebräischer Uebersetzmig, in einer künstlerisch ausgestatteten, illustrierten Ausgäbe (Preis 0,65 Dollar), außerdem von Dr. I. L. Bart» eh: Rosche p r n k i m b c t a I m u d, eine Anthologie des Talmuds, bestimmt als Einführung für Schulen und Anfänger ii.; Tahmidsüidium. Die ausgewiihltcn Stücke sowohl der Hagadah wie der Halachah sind mit ausführlichen Bernerkungen des Herausgebers versehen (Preis broschiert 0,65 Dollar). Spanische Regierung kontra FranziskanerortJen Jerusalem. (J.T. A.) Ein seit mehreren Jahren *Ich hinzichender Rechtsstreit zwischen der spanischen Regierung und dein katholischen ״Hüter des Heiligen Landes“ betreff* 26 Häuser in Jaffa, für deren Erwerbung die spanische Regle• rung vor dem Kriegsausbruch Geld hergegeben hatte, ist am 2. Oktober von dem Appcllntsonsgcrichtshof unter dem Vor• sitz. Sir Thomas Haycrafts, des Oberrichters von Pa• läslina, endgültig zugunsten der spanischen Regierung ent« schieden worden. Das Appellationsgcrlcht hat die Entschel* düng des Landgerichts sowie des Jaffacr Distriktsgerichts, durch welche der Kustos zur Ucbergabc der Häuser an di« spanische Regierung verpflichtet wurde, bestätigt. In den finit und cinhalb Jahrhunderten, in denen das lateinische Patriarchat ohne Oberhaupt war (bis 1817־), befanden sich die lateinischen Heiligen Stätten in Palästina unter der Obhuf! des Franziskaner-Ordens, dessen Prior sich ״Vater Hüter de» Heiligen Landes״ nennt. Heute Ist der Prior der Verfügung*• berechtigte über alle franziskanischen Gründungen In Palästina, Syrien, Aegypten und Gypern. Er Ist stets italienischer Na• tionalitiit und wird assistiert von einem französische« Vikar, einem spanischen Prokurator und einem Vierer-Rat. Einbeziehung Palästinas ln den Handelsvertrag zwischen England und Lettland. Wie am 4. Oktober in Jerusalem offiziell mitgctcilt wurde, ist der brftlsch-l ei tische Handelsvertrag in der Weise erweitert worden, daß nunmehr auch Palästina in denselben eingcsclilosscn Ist. Laut dem Vertrag werden palästinensische Staatsangehörige und palästinensische Waren Meistbegünstigung genießen. •) Offenbar Ist der Artikel von Dr. Löwenstein in Nr. 69 gemeint. A. d. R.