Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 81 (10.10.1924)
- Date
- 1924-10-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 582 ז U E D IS C H E RUNDSCHAU Nr. 8! Die fi11r13.'£״rlidl Ein August Bericht des Keren Haje s s o d - D i r e k t 0 r i u m s. , Allgemeine Lage und Einw.inderunß. Die vergrößerte E!nw.111.״i:ru11״ nadi Palästina bildete im Monat August das erfreulichste Mcikmil des zionistischen Lebens. Hatte schon in den vorangehenden zwei Monaten die Immigration «teil vordem noch niemals erzielten Durchschnitt von monatlich liftX) erreicht, so brachte der August nicht weniger als 2074 Juden ins Land — die höchste Eiinvaiulent 1!gs/.al1l, die wahrend der letzten fünf fahre in einem Monat erzielt worden ist, darunter 900 Seplnnl'tm. In den letzten Monaten ist die Einwanderung ans Mesopotamien, Kurdistan, Anataficn, Persien, Armenien usw. wiederum hctrachdich gestiegen, und zwar bis auf zirha 200 monatlich. Außer diesen Seph.mlün aus Asien sind zahlreiche Juden aus Saloniki eingetroffen. Die meisten Aschkenasim, und zwar 9!X), stammen ans Polen, 31־() Einwanderer komraeu aus Rußlaml, davon sind 131) direkt aus Odessa auf den» Dampfer ״Kcrtsch“ ohne jedes Visum eiugetroffe;!, denen die palästinensische Regiertiiig׳ die Landung in Palästina kon/cdicrle, da sie nirgendwo anders hätten landen dürfen. Von 14b rumii-a!■selten Imnugrauten ke,nuten 12 tralissylvanischc B.niernf.iniilien auf tlcr aut IC. K. L.-Boden angelegten neuen Siedlung Tel Adas angcsiedelt werden. Diese größere Einwanderung, die auch wahrscheinlich noch in den kommenden Monaten nnhaltcu wird, stellt auch an den K. II. gesteigerte Anforderungen. Im August betrugen die Ausgaben des K. 11. für Immigration £ $30. Zu gleicher Zeit ist auch die Lage ries pilästiuensisciien Arbeitsmarktes etwas schwieliger geworden. In der Tabakiit.hwirie, die jetzt S.iisoiisehhilf hat, konnten dt.: neuen Immigranten nielit mehr iintergcbrncht werden, so «laß der K. II. gezwungen sein wird, einen grölieren Teil seiner Einnahmen für die Beschaffung von «lauen■,«ler Arbeit zu verwenden, damit diese mit mir ungenügenden Mitteln herübergekuimuenen Einwanderer sieh aut einer gesunden Grundlage in Palästina ansässig madieji können. Landwirtschaftlich:: Kolonisation. Durch die großen Landküufe des K. K. L. im Emck Jesrcel ist die lamiwirtsdiaftliehe Kolonisation Palästinas in line neue Piiasc getreten. Der Gedanke einer dichten jüdischen Besiedlung der hochgelegenen, von Haifa zum Tiberiassee führenden Straße ist seiner Vor-' wirklidiimg bedeutend näher gebracht worden. Aber nur wenn der Keren Hajessod die nötigen Gelder zur Verfügung stellen kann, ist eine Kolonisierung «lieses Landstriches möglich. Um nun die ersten Schritte dieses großzügigen iColomsierungs* planes sogleich cinlcitcn zu können, müssen vor allen Dingen, die nächstmonatigen Einnahmen des Keren I lajcssod weit höher sein, als sie in dein auf der letzten A. O.-Sitzung festgesetzten Minimum-Budget vorausgesetzt wurden. Die laiiilwirlseluftlielien Vorbereitungen für das neue Jahr gehen inzwischen ihren Gang. Mit dem Solei Bonelt wurden im August Verträge abgeschlossen betreffend den Bau von 8 Ställen in Kfar Jechcskid, 5 in Nachlaß! Jehuda, 0 in Kalandin, 8 in Kfar Mal.11 und 10 in Mcrchawia, sämtliche auf Kosten des Keren Hajessod. Außerdem lfetcrte der Keren Hajessod für Anschaffung von Zugtieren für die Kolonien Tel Adas, Chittin und Klar Malal die nötigen Gelder. In Beer Tobia, einer alten Kolonie, kaufte die zionistisch«* Exekutive den alten Kolonisten 710 Dunam ab. Während und nach der Kriegszcit hatte Beer Tobia stark gelitten 11n«i war von seinen Bewohnern verlassen worden. Nunmehr bc- .־inr-iriitigt der Keren Hajessod, neue Einwanderer aus «1er Ukraine auf diesem den allen Kolonisten abgckaitften Stück Land anzusiedeln, «las diese in den vergangenen Jahren den in der Umgegen«! w« hnenden Arabern paehtweis: abgegeben hatten. Städtische Kolonisation und Arbeitsinge. Unter den neuen Palüstinneünvanderem gab es gegen 2f>0 Handwerker. Im großen ganzen ist die Lage der Handwerker gut, Arbcitsinangcl ist nicht vorhanden. Um die Gewährung von Darlehen an Handwerker zu ermöglichen, hat die Genossenschatt der Hatwiwerker vorgeschlagen, eine Hand* werkerbank zu gründen, die Darlehen gegen Sicherheit der von den Handwerkern hcrgcstellteu Gegenstände erteilt. Der Keren Hajessod wird Vorzugsaktien dieser Bank im Bctrage von £ 2(M>i) übernehmen. Außer dieser Investierung hat der Keren Hajcssoel noch seine Beteiligung an der Allgemeinen Hypothekenbank sowie am Solei Bon eh 1m Beriehtsmon.1t vergrößert. In die Hvpothekenbauk von Palästina investierte er C 1500 und in die große gen .:wenschädliche Ba1!nrbcäler-Oi!de des Solei Boneh £ 2003. An dem Ankauf eines Sleinbriidis bei Jerusalem, der in den Besitz dis Keren I iajesso«! übergehen, «!essen Bearbeitung jedoch der Solei Boneh auf sich nehmen wird, beteiligte sich der Keren Hajessod mit £ 500. Für Bau arbeiten wurde im Berichtsmonat der Keren Hajessod mehrmals in Anspruch genommen. So gewährte er Für den Straßenbau in der netten Jerusalemer Vorstadt Belli Hakcrem, an «lein 30 neue Immigranten beschäftigt wurden, £ 600, für Straßenbau in und bei Tcl-Awiw £ IS3. Dem Sold Boneh winden für die Anlegung verschiedener Straßen und Errichtung von In1n1!gra»tc!1l1:i11sern £ 755 als Darlehen gewährt. Das Arbcitererholungshcim in Mozzah erhielt für Straßenlind Bruniunbau £ 500, und «iie neue Vorstadt Kechawia bei Jerusalem, in der zurzeit 12 Häuser im Bau bcgriifcn sind, eine weitere Summe von £ 500. Ali «liesc neu unternommenen Arbeiten bieten den neuen Ankömmlingen Beschäftigung. Daneben werden noch 100 Arbeiter, die nach der Einbringung «ler Tabnkernic von «len Tabakfcklern entlasse״ werden, eine Zeitlang bei der Athiit- S.11z-(jcs«Il׳;d1,־.it Beschäftigung finden, während weitere 100 Arnciter bei «lern Bau einer Straß׳: zwischen Risclnti-lc-Zion und Rech’iboth arbeiten können, die mittels eines Dar'eheus von seiten des Jewish GoVmial Trust durch das Public Werk Department «ler palästinensischen Regierung angelegt wir«.. Die Ausführung wurde dem Solei Boneh übergehen. Lin weiterer Straßenbau, der ebenfalls eine größere Zahl Arbeiter beschäftigen wird und den «ler Keren Hajessod ebenfalls teilweise finanziert, soll demnächst zwischen Haifa und dem neuen ^Wohnviertel J)001״mcn werden, das die rumänische Athuzrli ״Sir Herbert Samuel“ auf «lein von ihr erworbenen Lamlstiick auf dem Karmel zu errichten gedenkt. Von den vom Keren Hajessod für verschiedene infl u s t r i e 11 c Unternehmungen gewährten Darlehen ist u. a. ein Betrag von £ 201') zu erwähnen, der an zwei Werkstatten zur Verarbeitung von Oiivenholz geliehen wurde zwecks Herstellung neuer Gegenstände für den Palästina-Pavillon auf der britischen Rcichsausstelluiijr in Wcmblcv, da die Vorräte d.cscr Finnen vollständig aut. der Ausstellung ausverkauft wurden. Ferner wurde an eine vor zirka zehn Monate« in Athiit an,gesiedelte Fischcrgrf'pc ein Darlehen von £ 150 gewährt, nachdem sic bereits bi. ihrer Ansiedlung £ 130 erhalten hatte. Die Fischer haben in dieser Zeit bewiesen, daß sic imstande sind, ihr Auskommen als Fischer zu finden. Es sind dies nur einige wenige Beispiele für die im Monat August mit Hilfe der Keren Hajessöd-Ürkler gemachten Fortschritte der Aufbauarbeit in Palästina. Der Keren Fla- Jesscd hat außerdem noch, wie stets, mit seinen Fonds di: verschiedenen anderen Zweige der dortigen Aufbauarbeit erhalten, wie Erziehung*- und Gesundheitswesen, Versuchs- Station usw. zu in Prc'iiilisclicn Land Pflicht jedes Zionisten ist es, sich ttnd seine wahlberechtigten Familienmitglieder sofort zur Wählerliste auznmelden. 'WnLUieroeLtigt niml all« volljlibricen, einer Verbund»- gemeinde tuigehiiriiren Juden limderlel düBe.hlechtB, die mindesieiiB ein Jahr vor Ailfilcstiuig der Wählerlisten innerhalb einer Verbaiulrgctneinde ihren Wohnsitz, haben. Sein Siimmrocht nusiihen darf nur, wer »loh zur Wiihltrlisto aiigemeldet 11:1t. L’.'i'mnliirkiinen für dio Anmeldung 7.11m Wühler* ver/eiehnia »iml in DorSln im (louielndeliUro, Ornnlen* ImrgerHtraßel’il, bei den Kastellanen »!ImtlielierOnmeiiule• Synagogen «ml In den Büros dorB.Z.V., Melnekcstr. 10, :1. Ktago, und der Z.V. (. 1)., bochptr,, erlittlUieh. ,0: Die Vernichtung des jüdischen Schnlwcrkes iu Ruuiänicn (Von unserem M. R.-Korrcspondcntcn.) Czcrnowitz, Anfang Oktober 1921. Weder die polnische noch «iie ökonomische Bevölkerung «ler jüdischen Bevölkcrunig I■1 Rumänien hat eine s0׳^ liefe Verstimmung »!«1 starke Verzweiflung licrvorgerufcn, wie die tot.ve Veriikhtimg des unter großen Opfern errichteten natioualen SeliuUverkes. Die Verhältnisse lagen in «len neuen Gebieten( Bcßarabicn, Bukowina und Siebenbürgen) bei «ler Vereinigung mit dem Altrciche so: Im Regale (Altrumänicn) existierte iu den Staatsschule״ ein riieksichtsicscr ״Numerus clausus“, der nur cinigen f’rivi'cgicrten den Besuch von öffentlichen Schulen ertnöglichte. Diese S.-hulgescl/e der rumänischen Regierung bewirkteu, «!aß die |11.1en’ überall eigene Schulen errichteten. Die Mittel stellte zum Tu! die Ica, zu■״ Teil Privatleute zur Verfiiguug. Alle «liesc Schu’en hatten keinen nationalen, sondern einen konfesdomlieu Charakter. Als Rumänien nach dem Weltkriege gemäß den Bcstimmutigen der FricdetmviTiräfje «Iie Slantssclmlen auch den jii- «lisclien Kindern öffnete, da verloren die früheren Privatschulcn ihre Bedeutung und gerieten auch zum Teile iu große finanzieiie Schwierigkeiten. Es soll nicht imerwähnt bleiben, daß alle diese Privatschulcn unter staatlicher Kontrolle standen, wobei der Lehrplan dem der Staatsschuld! vollkommen angepaßt wurde. Ilchräkseh wurde in wenigen Woehenstunden imd nach einer veralteten Methode unterrichtet. Dieser Status blieb, abgesehen davon, daß einige Schulen aufgelöst wurden bis auf den heutigen Tag. ln Siebenbürgen waren äße Schulen bis zur Vereinigung «lieses Kran'andcs mit Rumänien für die jüdischen Schüler gcö:iinet. Dieser Zustand hörte nun auf. Die Siebenbürger Juden standen ver der Alternative: Ungarisch durften sic nicht lehren, rumänisch konnten sie nicht, weshalb sic sich auf einer gemeinsanien Plattform einigten und an di: Errichtung eines eigeneu 1:a irualou Schulwcrkcs schlitten. Dank der Siebenbiirgcr ״Tarhu 11“ wurde ein ganzes Schulnetz von Kindergärten bis zum Gymnasium errichtet. Das war die schönste Leistung der Siebcr.bürgcr Juden. In «ler Bukowina waren die Verhältnisse ähnlich denen in Siebenbürgen. Wehl gab cs hier einen hebräischen Landessehtilvcrhainl, allein der größte Teil der jüdischen Kinder frequentiorte di: S'.ailssclmlcn. Bei der Vereinigung der Bukovvina mit Rumänieu proklamierte «ler jüdische Nationalrat das jüdische Sehulwerk, und die damalige Regierung machte ernste Miene, das jüdische Sduihverk auszubaucn und zu fördern. Alle Volksschulen erhielten jüdische Abteilungen und in Czcrnovvitz wurde ein jüdisches Staatsgyinuasium kreiert. In Bcß.rabVn bcslainl noch aus d:r Zarenzeit analog wie ui Ahnmiiiiik« du jüdisches privates Sehulwerk, das nach «ler rumänischen Ohlum im erweitert und ausgebaut wurde. Di: beßrirablsche ״Tarbuth“ hatte ein weit ausgedehntes hebräisches Schul werk, welches durch das königliche Dekret von! 11, August 1918 gesichert war. Das Ministerium hat sogar auf eigene Rechnung VorbercÜiiiigskursc für jüdische LUirer eingerichtet und auf diese Weise die Bestrebungen der jüdischen Bevölkerung gefördert. Das Bivlgct für alle Institutionen wurde von den gesetzgebenden Körperschaften in den Jahren 1919—1921 approbiert. Dieser Zustand sollte nicht lange dauern. Mit der ״libc ralcn“ Aera begann die systematische Verfolgung des gesiumcii ](Wischen SclinKverkes. Es wurde auf eine totale VernichUuig abgesehen, Das Schuljahr 1921 brachte eine ganze Reihe von Erlassen und Verordnungen, die das Fundament des mit soviel Mühe errichteten Schul Werkes untergruben. Nicht nur, «laß in a'len Provinzen eine gewaltsame Romanisiertrug einsetzte, cs wurden sogar vt;ie Schulen geschlossen, die jü- «lischen Schulkommission aufgelöst und «iie Vorbereitung׳*• latr.se fiir die jüdischen Lehrer sisiiert. Mit Erlaß <les Unterfielt׳sininistcri'.Hiis Nr. 46 010/23 wurde «ler Unterricht in allen jüdischen Schulen Beßarabiens an! Sonntag verboten. Mit Erlaß Nr. 120 500 23 wurden alle jüdischen Volks- und Mittelschulen in Beßarabicit geschlossen. Aber auch in Siebenbürgen und in der Bukowina erging cs dem jüdischen Scluihvcrkc nicht besser. Die jüdischen Lehrer wurden aus den Staats- »cnulen entlassen und durch Rumänen von Gehurt ersetzt. Diese Maßnnahinen riefen eine tiefgehende Gärung bei der jüdischen Bevölkerung hervor, die ihren Ausdruck in nachstehender auf der hcflarabtsehen ״Tarbuth“-Kot1fcrcnz am 1, und 2. September d. J. gefaßten Resolution fand. | Berliner | Gruppe der Dicnnfft«׳, tlr-n H Oktober, fthfn 1* 8 Uhf. in (tan MubiltorloUsiltan, Kain^r Wilhelm• *Hfftie öl. Hctrj Abr,»!u«m ״oldbe«■!!, New Yoih, »prichi Ütior «In« Thora»' 21 ״Bas ¥GK1po der Muffeauär&säl“. | Ölimo vrillUmnmon« Zxu DooKung dor Unkosten wird oln Klnirlttugold von M.O.Werhabon״ ״In Anbetracht des Umstandes, daß 1. «Iie nationalen jüdischen Schulen der lebendigste Ausdruck der natiufial-k'ultnrclk'n Rechte der jüdischen Minorität sind, die mit königlichem Dekret vom Jahre 1918, Nr. 2t)92 und vom 29. Oktober 1920 (Ratifizierung des Friedens- Vertrages) anerkannt wurden, 2. das jüdische Schulwcrk sieh bis zur Re;;i:rut1gsitbernaht״e ' durch die Liberalen bervorragcml entwickelt und tiefe Wurzeln in den jüdi eben Massen gefaßt bat, 3. die itiiansgcsetzUn Verfolgungen des jüdischen Schul- Wesens durch die liberale Regierung, die eine chnuvinisliscli-aiitisciriitisclie Politik fuhrt, «len vollständigen Untergang nicht nur «1er jüdischen staatlichen, sondern auch der Privatschulcn, die in allen zivilisierten Staaten Existenzberechtigung haben, herbeigeführt hat, protestieren wir mit aller Energie gegen die Vergcwaltigütig und Beraubung unserer minimalsten national-knliurcllei! Rechte, Insbesondere protcaliercn wir gegen die warn Minister vor dem Parlamente abgegebene Erklärung, daß die Juden keine Nation sind. Diese Erklärung bedeutet, daß die illegalen Verfolgungen gegen unsere Nation formell einen legalen Charakter und daß die gc\\ a'tsamcn Verfolgungen des Unterrichtsministers gegen die jüdischen Seltulen 'gesetzliche Berechtigung erhalten werden. Entschlossen, unsere 'Mimmalreclitc zu verteidigen, fordern wir 1. das Recht, In unserer nationalen Sprache zu unterrichten, 2. Volks- und Mittelsclm'cn mit nationaler Unterrichtssprache proportioncll zur Zahl der jüdischen Bevölkerung zu errichten, 3. für jode Person!«!«! fiir jeden Verein das Recht, Privatsclttilen mit Ocffentlielikeitsrccht zu errichten, 4. sämtlichen jüdischen Privatschuk-n die Existcnzbcrcchtigttng zu geben, ebne daß die Autorisation hierzu in jedem Jahre erneuert wer«!«n muß, 5. die jüdische Sdtitlkommission neuerlich zu begründen, 6. die pädagogischen jüdischen Kurse zur Ausbildung von Volksschullehrern wieder zu eröffnen. Die Vernichtung des jüdischen Schulwcrkcs in Rumänien bedeutet den geistigen Verfall von einer Million Juden. Dagegen muß man soll mit allen gesetzlichen Mitteln widersetzen und den Kampf unablässig wetterführen. Die erwähnte Resolution wurde gleichzeitig von der Siebcnbiirgcr, Bukowiuacr und IkT.arahischcn ״Tarbnt’h“ dem Unterriclitsminister überreicht. Es ist abzuwaileu, wie sich der «Minister zu diesca Resolutionen stellen wird. Dr. «Manfred Reifer. l’ssischkin in Polen Warschau (J.T.A.). Am 2. Oktober begann im Saale des Warschauer Zcntral-Thcatcrs im Beisein von M. M, Ussischkin die Konferenz der Nationalfomls-Delegationcn Polens, zu welcher zahlreiche Delegierte aus ganz Polen erschienen sind. Der Vorsitzende des Nationalfonds in Polen, Herr Le win, begrüßte Ussischkin in hebräischer Sprache, wobei die ganze Versammlung dem Gast eine langandauerndo Ovation bereitete. Us;i׳,cl1ki11 wurde zun! Ehrenvorsitzenden, Dcp. Grün bau in zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. Grünb.ium erinnerte an die Forderung Usshchkins, daß die polnische Judcnhcit 50003 englische Pfund zwecks Ankauf von 100 000 Dunam Bojen in!׳ Etnck Jesrcel au".bringen müßte. Die Konferenz muß diese Verpflichtung übernehmen. Nach der Begrüßung der Konferenz durch den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Warschau, Herrn Br cg mann, schilderte Ussischkin die 22 jährige Geschichte des Nationalfonds. Ussischkin skizzierte die folgenden drei Aufgaben des Na* tionalfonds: 1. Ankauf des gesamten Emck, der die Blume Palästinas werden kann; 2. das gesamte Uferland soll mit jüdischen Kräften besetzt werden; 3. Ausbau Jerusalems und der Wege, die zwischen Jaffa und Jerusalem führen. ״Wem! diese drei Aufgaben erfüllt sind,“ schloß Ussischkin, ״dann werde ich ruhig sterben können, da ich sicher sein werde, daß das Land unseren Kindern gehören wird.“ Es wurde eine Resolution angenommen, wonach sich die versammelten Delegierten verpflichten, im kommenden Jahr 1.200.000 Zloty zwecks Ankaufs von 100000 Dunam Boden aulzubringcti. Am 3. Oktober fand itr! Saale des Katninsky*Theaters ein feierlicher Empfnngsabcnd zu Ehren Ussischkins statt. Ussischkin wurde vom Siadtrat Dr. David so hn, den Depittierten Q r ü ת b a u m , F a r b s t e i 11, Lewinsohn 11. v. a. begrüßt. Am 4. Oktober war Ussischkin Gast des jüdischen Parlamcnlsklubs. Auf eine Begrüßung dos Präsidenten des Klubs, D,״. Leon Reich, erklärte Ussischkin: ״Wenn ich selbst auch ein 100 prozentiger Ercz-Israel-Jude bin, so wünsche ich dennoch dm polnischen Juden den besten Erfolg in ihrer Galuth-Arbcit.“ Ussisclildn ln JTamliBrjj Am 14. und 15. September hielt sich Herr Ussischkin in Hamburg auf und referierte in zwei Veranstaltungen über den Nationalfomls. Am 11. fand im Hause des Herrn L e i bo w i t s eh ein Zirkel statt, zu dem hauptsächlich Nichtzionisten aller Richtungen citigcladcn waren. In zwangloser Unterhaltung konnte Herr Ussischkin viele an ihn gerichtete Fragen beantworten, und der Verlauf des Abends zeigte, daß auch hei den Nichtzionistcn ein tieferes Verständnis für den K. K. L. vorhanden ist. Am 15. war eine «Massen- Versammlung im Curio-1 laus, und der 1200 Personen fassende Saal war völlig besetzt. In der Herrn Ussischkin eigetwu Weise schilderte er «Iie Notwendigkeit des Aufbaues Pa• lästiuas, und der starke Beifall während und nach dem Vorträge zeigte, welche große Wirkung «ier Vortragende auf die Zuhörer atisgeiibt hatte. Die Anwesenheit des Herrn Ussischkin hat wieder cinm.11 deutlich gezeigt, wie groß das Interesse an Palästina bei sämtlichen Juden ist. Die Vor* stände der Jüdischen Gemeinde, des Svnagogcn-Vcrhaniles, der Logen tmd großer jüdischer Vereine wäret! citigcladcn und erschienen. . Schiller aus d::n Galuth, die eine der jüdischen Er• zichungsansta ten Palästinas besuchen wolle״, haben bei Zn• iassiing ms'Land keine Schwierigkeiten zu befürchten. In diesen1 Sinne hat das EiviehungstRpartemcnt der PaUistincn• .!sehen Zionistischen ExckuUvc dis Tarbutii-Orgauisatlon in Warschau aufgeklärt Der EinwanderungskandiiTat muß sieh mir 1m Voraus eine der Schule, an ticr er studieren mochte, beschaffen, daß er /u^cl.issen ward1; und genug Mittel hat, sich wahrend der Schulzeit selbst zu erhalten: Eint besonders große Za.11 von Gesuchen um Zulassung erhielten * Cx C»a \CUl-c 1n 1;1 י *a *״wie die hebräischen uvmuaMCö m Tel Aw»w uwi Jerusalem. 1