Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 80 (7.10.1924)
- Date
- 1924-10-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 575 "mf I Kr. 80 \h. crs!nt! Ille Ich her lll(«• C111 tri« tot :ke brr!111, eilt IHN ÜI1S IIHf in in inn >cn ob if!e 11tmit ertcr •זן incl dz. llf- I! e nid len en, •c“!11 zr eit? Jer!cu nt. iri- «it m׳!111 ntml zu eg lut err- Icr“ 110 nil »in 11c rlg סן IC -ז!!11- Sr- IBS an rtirr;er cli ׳re ICür iCt Ile m h. Ile TZ lt. Id c* 11• n, I“ es :11 ts te 11׳ er r• fe!11 מ׳ 10 in A lt 1. n. n le r* ו! n n n »t t tr 1r ft p jemiuid dns Bedürfnis nach Irgendeiner Kooperative in Ercz- 1 L.,c| — er möge kommen und sic errichten und sic ver- Wirklichen. Wir Arbeiter von Ercz-fsracl haben heute aus• ,thljrMicI* das Bedi'ufnis mich jüdischen Arheitern in I re/- Israel, nach jüdischer Arbeit, jüdischem Handwerk und jihli* (jis'tbcr Industrie. Wenn uns alle diese das private Kapital und der Lohnarbeiter bringen — sie mögen gesegnet sein. ^I,cr bis heute haben wir dies nicht gesehen. Heute öffnet tj1s private Kapital nicht nur keine neuen Wege für jü- (lische Arbeit, sondern bewahrt nicht einmal das l.r* (,horte. Das private Kapital hört nicht auf, unter jeglichem Verwand hinter der fremden Arbeit herzulaufen. An jenem Tage, an dein das private Kapital ins Land kommen wird und die Arbeitskräfte des jüdischen Volkes sammeln und sie im Lande konzentrieren, sic atisbikicn, sic organisieren und sic kristallisieren wird — an jenem Tage wird das private Kapital für sich die groben nationalen Rechte in Anspruch ״chmen — und sic werden ihm auch gewährt werden — mul mit Recht. Auch heute werden sie ihm ja in vollem Ausmaße gewährt — durch nationale Investitionen und nicht nach der Bedeutung seiner nationalen Tat. Durch seine freie Arbeit in seiner verantwortlichen Wirtjehaft übernahm der jüdische Arbeiter in Ercz-Isracl nicht (ine Macht, sondern eine Versklavung. Er fesselte sich selbst mit den Fesseln einer übergroßen Verantwortung. Und wir jcugtien nicht: Wir glauben daran, daß diese Fesseln die fesseln der Erlösung sind, die Ketten, mit denen der Erjöscr der Arbeiter und der Erlöser des Volkes gefangen Ist. Diese große Verantwortung, die Verantwortung für den Aufbau der sclhstnrbcitcndcn Wirtschaften des jüdischen Volkes in seinem Lande — ist es, die der Arbeit der kooperativen Wirtschaft die Seele ciiiflöBt und die die Schultern des Arbeiters dem Joche des Leidens beugt, dem zionistischeu Leiden, und sic ist es, die die köoperathe Arhcitcrgcsellschaft zu einer nationalen Institution in höherem Sinne macht, zu einem arbeitenden und erobernden nationalen Institut. Und für diese Wirtschaft haben wir zu sorgen. Die nationalcn Institutionen müssen sich ihren treuen Helfer bei der Vcrwirk'ichung ihrer Arbeiten wühlen. Sic muß wählen?.wischen der Wirtschaft der Arbeiter״rttppe und der des Unternehmers, zwischen dem System der Konkurrenz und dem der Verantwortung, zwischen dem scheinbaren Billig und dem Weg der wirklichen Verbilligung. Und hier grbt es keinen Weg der Kompromisse, auch nicht das Konipromiß der beschrankten Konkurrenz. Und so wie unser nationaler Boden nicht an den Mcistbictcnden verkauft werden soll, so wird die nationale Arbeit nicht an den Wenigstfordernden vergeben werden. Weiznunn In Tel Awlw Dr. W e i z m a 11 n verbrachte Roschhaschanali in Tel■, Awiw. Viele Kolonisten und Chaiuzim hatten sicli aus diesem Anlässe in Tel-Awiw cingcfundcn und bereiteten Dr. W c i z 111 a 11 n und Cli. N. B i a 1 i k stürmische Ovationen. Die Chaiuzim veranstalteten Fcsttünze. Nach einer Meldung aus Tel-Awiw sollen diese Kundgebungen die größten seit dem Bestände von Tel-Awiw gewesen sein. Die Zioiilslenvcrliallungfn in der Ukraine Ueber die Vorgänge, die zu den letzten Masscnverliaftivngen von linken Zionisten in Rußland geführt haben, liegen jetzt der J. T. A. folgende Meldungen vor: Nachdem die zionistisch-sozialistischc Ze'ire-Zion ihre Proklamalioiien in zahlreichen Städten der Ukraine verbreitet hatte, berief die kommunistischc Partei in allen jüdischen Städten Ver- Sammlungen ein, i11׳ welcher über das Thema: ״Die ökonomische Lage der jüdischen Arbeiter und die zionistische Konterrevolution“ gesprochen wurde. Mitglieder des Zentralkomitees der ukrainistischcn kommunistischen Partei hielten die Referate; die jüdischen Sektionen wurden von dieser Aktion ausgeschlossen. In der Nacht vom 1. auf den 2. September hat die O. P. U. (früher Tscheka) in der Ukraine etwa 3000 Verhaitungen vorgenommen, Wo man den Betreffenden nicht zu Hause antraf, nahm man einen seiner Verwandten als Geisel mit. Die meisten Arretierungen kamen in Odessa, Jclisnwcthgrad und Krementschug vor. Am 20. September wurde der größte Teil der Verhafteten wieder freigelassen, ln Haft biieben mehr als 500 Personen, denen die Deportation in die Konzentrationslager droht. Bauern des Dorfes völlig nilgeglichen. Der alte Itzig wußte »her ganz genau, daß Oslap jüdischer Herkunft sei. Reb Dovid fragte, ob man nicht mit Ostap reden könne. Ein Jude höre nicht auf, Jude zu sein, auch wenn er sich zehnmal getauft habe. Von Juden müsse er immer als Jude betrachtet werden. Ein Beispiel hierfür sei die Tatsache, daß rin Mcschummed, wofern er mit Juden Handel treiben will, jeden Pcßach den Chomcz verkaufen muß. Es gäbe in dieser heiklen Situation nur den Ausweg, daß man Oslap bestimme, er möge während des ganzen Jomkippur am Minjan tcilnchmcn, damit die volle Zahl zehn erreicht sei. Man ging zu Ostap. Es gab lange Verhandlungen und Ucberlcgtiiigcn. Denn gesetzt den Fall, daß Ostap gegen Geld und einige Flaschen Schnaps sich bereit erklären würde, dem Juden-Minjan bciztiwohncn, so blieb «och die Frage, ob Ostap verpflichtet sei, zu fasten und ob er sich bereit erklären würde, dies zu tun. Ostap erklärte sich dazu bereit. Allerdings verlangte er die Erlaubnis, trinken zu dürfen. So wurde bei uns im Dorfe das eigentümlichste Jomkippur-Minjan abgclialten, das jemals vorgckomnicn ist. Reb Hovid legte beim Vorträge der Gebete seine ganze Ver- *weißung, sein Herzweh und seine Gewissensnot in seine Stimme. in das Leichcnhcmd (gehüllt schluchzte und weinte Reb Itzig. Ostap saß im Winkel mit der schweren Pelzmütze auf dein Kopfe, beaufsichtigte die großen brennenden 'Vachskerzen, die die Judenfrauen vor Joinkippur unter zahlreichen Sprüchen bereitet hatten und verließ nur in jeder Pause den Gebetraum, um sich durch einen Trtink zu stärken. Ostap stärkte sich ausgiebig, so ausgiebig, daß er betrunken w»r. in seiner Trunkenheit schob er die Mütze auf den Hinterkopf und begleitete den Gesang Reb Davids mit tiefem Brummen. Ostap erlag der Stimmung des Gebetes. Und *u Neihh flössen über sein Gesiebt große, dicke Tränen . . . Ich weiß nicht, ob dieses Minjan nach den strengen Vorschriften des Schulchan Aruch vollkommen rechtmäßig War. Sicher aber ist, daß niemals Juden mit größerer Inbrunst Rebetet und geweint haben, wie die neun Juden an jenem Tage in dem kleinen podolischcn Dorfe. Und es ist kein Zweifel, daß von allen Gebeten, die an jenem Tage zum Himmel emporstiegen, das Gebet dieser Dorljudcn am weitesten drang und Gott am gefälligsten war. Moses Waldmann. Tschecltoslovalilschcr Briet Vom jüdischen Nationalrat — Unterrichtsminister und jüdische Studenten — Gastspiel der ״Hablniah" Vr n unserem Korrespondenten —lieh. Prag, 2. Oktober 1021. Am 23. September fand die erste Sitzung des jüdischen Natkmalrates nach längerer Pause wieder statt. Der Präsident Dr. Ludwig Singer hielt ein ausführliches Referat über die Ereignisse, welche den k'ationalrat in der letzten Zeit bescliäfligt haben. Der jüdische Nationalrat hat einigemal beim Nationlvcrtcidigiingsmiiuslcriutn (dem tschechoslowakischen Kriegsmimiistcrium) zu Gunsten der jüdischen Soldaten interveniert (wegen Ermöglichung ritueller Verköstigung, wegen Diensthetretung und •späterer Einrückung wegen der jüdischen Feierlag« ustv.) und hat stets eine günstige Erledigung erzielt. Wegen der jüdischen Schulen wurde unziihligcinale im Unterrichtsministerium sowie bei den leitenden Staatsmännern interveniert und ebenfalls befriedigende Resultate erzielt.!11 der letzten Zeit beschäftigten den Nationalrat die Ereignisse an der deutschen Universität (siehe unten). Bei der Tagung war auch das Mitglied des jüdischen Nationnlratcs Dr. Emil M a r g 111 i c s ans Lcitineritz, General- Sekretär der Jüdischen Völkerhiiiidliga in der Tschechoslowakei anwesend 11ml referierte über die bisherigen Vorarbeiten zur Konstituierung der Jüdischen Völkcrhtmdlign, die erfreuliche Fortschritte machen, über die Karlsbader WcUliills-Konfercnz und über die Sitzung des Comitcc des dölegations Juives, — Schließlich interpellierte ein orthodoxes (agudistischcs) Mitglied des jüdischen Nalioualrates das Präsidium wegen Zeitungsberichten, die von einer antireligiösen Richtung des neuen hebräischen Gymnasiums zu berichten wissen. (Das Gymnasium ist vorläufig nicht einmal im Bau, geschweige denn im Betrieb! Amn. d. Korresp.) Präsident Dr. Singer konnte dem lntcrpcllunicit eine beruhigende Auskunft geben, — Die Sitzung, welche von einem herzlichen Einvernehmen der Mitglieder zeugte, war ein verheißungsvoller Anfang der neuen Arbeitsperiode. — Beifall und auch bei der nichtjüdlschen Presse Lob und Amerkennung. Man lernte ein Ensemble kennen, dessen führende Mitglieder zwei Eigenschaften auszeichncn: Einleuchtend« schauspielerische Begabung und höchster künstlnischer Ernst. Und mit diesen zwei Eigenschaften gelingt es ihnen, die größten Schwierigkeiten zu überwinden und ergreifende Wirkungen zu erzielen. Es gibt der Schwierigkeiten genug: das Personal ist zu klein und das Repcrtolr zu groß. Sic spielen literarische Dramen, naive Volksstücke, Operetten. Immer dieselben paar Menschen. Mit immer gleichem Eifer. Mit immer gleicher Spielfrcinle. Und stets mit guter Wirkung. Sic spielen int Jargon vor neuem Publikum, welches als Vorkenntnissc in der Regel nur ein paar alte Mauschclrcste mi!bringt. So müsset» denn die Schauspieler in den Zeitungen mittcilcn lassen, daß sic ein ״mildes“ (!) Jidisch sprechen werden und im Reden übersetzen sie, wiederholen, valiieren oft eine Phrase mit einen» schwereren Ausdruck durch eine leichtere Umschreibung. Der naive Hörer merkt nichts, sic machen’s geschickt, aber für den Schauspieler muß cs eine Qual sein. Sic spielten eine Reibe von Stücken von Gordin, die freilich! dem Prager Publikum nicht sehr zusagten, jidische Operetten, die ganz gut gefielen; die Höhepunkte waren aber: ״Höre Israel“ von Ossip Dyinow, die eindrucksvollste Leistung des Ensembles, Sch,dom Asclm ״Gott der Rache“ lind einen Akt von An-skys ״Dybuk". 1 Den größten Eindruck machte Frau S t r a m e r, die mit Lcltf und Seele spelle. Neben Frau Stramer, deren innige» und reines Spiel auch schlechte Stücke veredelt und interessant macht, ragt ihre Schwester, Frau Rabinowicz, hervor, mit etwas gröberen Wirkungen als Frau Stramer, aber ebenso» zwingend und intensiv. Das Rückgrat des Ensembles bildet Herr Stramer, ein Schauspieler von hoher Begabung und großer Gestaltungskraft. Man kann cs oft kaum glauben, den Darsteller tragischer Rollen im lustigen Kouplctsängcr und Tänzer wieder/nfmden. Was er spiel!, ist wie r.» einem Gufl und vollgcsogcn von Leben. Neben diesen drei Hauptdarstcl« lern wirkt eine Reihe von Charakterdarstellern mit, die bei« nahe alle ausgezeichnet sind. Das Prager Publikum erwärmte sich zusehends. Es war ein unbestrittener großer Erfolg׳. Der antisemitische Angriff des Rektors dser deutschen Universität gegen die Jüdisch-Nationalen, über die wir letzthin berichtet haben, ist ins Stocken geraten. Die tschcchoslowakischc Regierung ist dem Rektor in den Arm gefallen. Das Rektorat teilte ein paar Tage nach dem ominösen Erlaß mit, daß ״infolge geeigneter Bedenken der Regierung die Wahl in den Studentenausschuß vorläufig eingestellt wird“. Ein weiterer Eingriff der Regierung konnte, wie wir erfahren, noch nicht erfolgen, da die Regierung nur aus den Zeitungen Kenntnis von den Vorgängen hat und eine offizielle Mitteihing noch nicht erhalten hat. Die Stellung der Regierung gellt aber ganz klar aus den Mitteilungen hervor, die der Unierricbtsmiiiister Dr. Markovic dem Präsidenten des jüdischen Nationalrats Dr. Ludwig Singer gegenüber gemacht hat. Am 21, September hatte nämlich Dr. Singer in einer Audienz beim Untcrrichlnmnister wegen der letzten Vorkommnisse an der deutschen Universität Beschwerde geführt. Dr. Singer verwies auf die eklatante Verletzung der verfassungsmäßig gewährleisteten Gleichberechtigung aller Bür• gcr, somit auch der Studenten, die in diesem Beschlüsse zutage tritt. Dr. Singer beschwerte sich ferner darüber, daß den jüdischen Hochschülern an den ■deutschen Universitäten die wahrheitsgemäße Bekenntnis zur jüdischen Nationalität verwehrt werde, indem bloß die Muttersprache im Nationale festgestellt wird, eine Praxis, welche zur Verwirrung der Begriffe und zu falschen stafistischen Daten führt. Dort, wo cs den politisierenden akademischen Behörden paßt, dienen Himdcrte von nationaljikiischcu Studenten zur zahlenmäßigen Stärkung des deutschen Charakters, c!11 Vorgehen, dem eine unwürdige Behandlung derselben Hörer in inneren Univcrsiliitsfragen gegeniiberstclit, Minister Dr, Markovic crkläitc, daß c r, insoweit er informiert ist, die Beschlüsse des aka• dcmischcn Senates für gesetzwidrig halte und ließ über seine Stellungnahme keinen Zweifel entkommen. In der Frage des gehinderten Bekenntnisses zur jüdischen Nationalität wurde vom Minister eine Ueberprüfung der angcfochtonen Praxis tu Aussicht gestellt Auch die• der Regierung nahestehenden und andere tschcduschen Zeitungen greifen den Rektor heftig an. So schreibt das offizielle ״Präger Abendblatt“: ״Das Vorgehen des akademischen Senates bildet einen geradezu unerhörten Eingriff in die akademische Freiheit und in die Rechte •des ordentlichen Hörers, des akademischen Bürgers. Die jüdische Studentenschaft kündigt an, sic werde ihr Recht bei den kompetenten Behörden geltend machen. Tatsächlich köniile auch der Staat einer Unterdrückung der verfassungsmäßgen Rechte kaum stillschweigend Zusehen. Es wäre traurig, wenn Staatsbehörden gegen die autonomen und freien Univcrsilätsdignitäre die akademische Freiheit verteidigen müßten, wie dies im Casus Steinherz der Fall war.“ Interessant ist, daß die deutschen liberalen (meist von Juden redigierten) Zei ungen die Sprache verloren haben und über die Angelegenheit nur referieren, ohne Stellung zu nchmen. Dagegen hat cs sich der deutsch-liberale Studcntcnvcrcln, die sogenannte (meist aus assimilatorischen Juden bestehende) ״deutsch-freisinnige SiwJcntcnschaft" nicht nehmen lassen, feierlieh zu erklären, daß der Rektor ganz recht habe. Das ist ein trauriger Fall von Assimi’nntcn-Psycho'ogie. Die Prager ״Selbstwchr“ schreibt hierzu: ״Es ist eben die altbekannte assimilatorische Einstellung: die Ucherkompcnsation. Ein Parvenii trägt fingerdicke Uhrketten tim den Bauch, ein Buckliger grell-farbige Krawatten und die deutsch-nationalen Juden erklären cs für richtig, wenn man ihre Stammesbrüder, die nichts anderes getan haben, als daß sie ihr jüdisches Volksttpn ehrlich bekennen, beleidigt lind zu akademischen Bürgern 2. Klasse erklärt. Wenn cs eines Beweises bedürfe, daß der Zionismus und das Bekenntnis zur jüdischen Nationalität moralisch für die Juden notwendig Ist, so hat ihn die deutsch-freisinnige Sludcnteiiscliaft mit diesem Hcldcnstrcich erbracht,“ Dieser Tage gasti •rtc im Prager Deutschen Theater ein jüdisches Ensemble, Fs ist eine Truppe, die längere Zeit In der Slowakei gespielt hatte, und nun auch versuchte, vor dem westindischen Publikum Prags zu debütieren. Der Versuch gelang vollkommen. Es war ein ausgezeichneter Erfolg, der nur geschmälert war durch die nicht immer entsprechende Auswahl des Repertoires. Die Schauspieler selbst fanden reichen Die Verwendung der Keren - Rafessod •Gelder vom April 1921 bis Juni 1924 £ 1. Landwirtschaftliche Kolonisation (inkl. Versuchsstation) .... 2. Erziehung (inkl. Universität und Universitätsbibliothek) .... 3. Immigration (inkl. Palästioaämter und Hnchschiirnh).. 4. Investierungen! £ *In 351 232 270 928 164 845 % 27,01 20,84 12,6a Elektrizitätswerk 50000 Hypothekenbank 49850 P.L.D.C. 10000 Schulgebäude 8905 3,84 3,83 0,77 0,68 118 755 9,12 \ 5, Oeffcntliche Arbeiten . . 110 755 8,52 6. Sanitätswerk ״Hadassah“ . 96098 7,39 7, Besondere Ausgaben und Landesorffdnisdtion ••••**•• 53 371 4,10 8. Administr&tioosausgaben . 52 983 4,07 9, Misrachi-Organisation . . 30185 2,79 10. Jüdischer Nationalfonds. . 19 762 1,52 j 11. Technikum. 12854 0,99 12. Handel und Industrie . . * 12 620 0,97 1300 388 10000 Einwanderung in September Im Monat September sind nach den bisherigen prt• vaten Feststellungen 2430 Juden nach Palästina ringe• wandert. Prof. Dr. Cliafes gellt nach Jerusalem Professor Dr. C11 a j e s dürfte, wie uns aus Wien berichtet wird, seine Stü.ung als Oberrabbincr in Wien in kürzester Zeit aufgeben und nach Palästina gehen. Professor Chajes hat ln seiner Rosch-Haschanah-Predigt im Haupttempel erklärt, die*, sei seine vorletzte Wiener Predigt. Er hatte sich seinerzeit vorgenommen, seine Rabincrwtirdc nicht länger als zwölf Jahre zu bcklcklcii, jetzt sind die zwölf Jahre um. Er habo beschlossen, sich vollständig der jüdisch-wissenschaftlichen Arbeit, Insbesondere der jüdischen Geschichte und Philosophie, zu widmen. Diese Tätigkeit wind er bald in Jerusalem auf• tjehmen. Palästina und die oltomanische Staatsschuld Der Schatzmeister der Palästina-Regierung, Herr Davis, begibt sich nach Kcnstaiitinopcl, um auf der dort stattlindenden Staatsschuld-Konferenz. Palästina zu vertreten. Die Konferenz soll die Höhe der AnUil/ahlungcn jener Länder festsetzen, din aut Grund des Lnusanner Vertrages von dem ottomanischet» Reich losgelöst und nunmehr an der ottomannischcn Vorkrieg•• schuld mitzutragen haben. Itallcrtsche antirionlstlschc Propaganda Rom (J.T.A.) Herr Triton!, der ehemalige Italicnische Konsul im Orient, hat soeben ein Buch unter den* Titel: ״Die politischen Schwierigkeiten des Zionismus ii» Palästina“ veröffentlicht, ln welchem er zu beweiset» sucht, daß weder die Araber noch die Juden in Palästina Irgendwelche Rechte haben. Rechte hätte einzig die katholische Kirch; und, a’s Ihr Sachverwalter, «1 >r Vatikan. Die zionistische Vereinigung Italiens hat sofort gegen Tritonis These eine Erklärung veröffentlicht, in weicher gc-agt wird, d:r Wille und die Arbeit der juchm in mul für Palästina widerlegen an* besten Herrn Tritonis Ansichten. Wie weit das Werk fritonl* auf praktisch-politische Propaganda berechnet ist, geht darau* hervor, daß eine englische Ausgabe für die nächste Zeit an* gekündigt ist. Rabindranatii Tapre in Jerusalem Wie wir erfuhren, wird Rabindranatii Tagore am 7. Oktober it» Jerusalem cintrcffen und als Hast des High Commissioners auf dem Oelberg wohnen. Die zionistische Exekutive bereitet einen feierlichen Empfang za Ehren * des Dichters vor. Der Dichter wird, wie verlautet, einen Vortrag in der Hebräischen Universität halten. S t 1 '1 •i!ך j