Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 80 (7.10.1924)
- Date
- 1924-10-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 54ל TUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80 Üie V4״.*ad)L'.,:j L«;״ä1aler!!;niteu Von Da wid Hem cs, Jerusalem, Vorlic 1111 r ku 1!g v! er R e d a k t i o n 1 •־ >.\s Prolilem der Vergebung von 15,111.011־ und öffentlichen Arlu-i'.cn seiiens huscht 11;ui:m;!U*11!iislilulionfii (/. B. Nationnl• fonds) wird in ict/tcu Zeit leidenschaftlich umsliiiten. Die Arboitercooporalive ״Solelboiich“ beansprucht diese Arbeiten für sich, wobei sie die Preisfestsetzung einer Expertenkommission ü!>crln׳;se1l wissen will. Diesen Standpunkt vertritt ■auch die Allgcm. Arbeiterorganisation. Der Ä.-lhingegen hat wiederholt Ariieiteu an Privat- Unternehmer vergeben, die ein biliic.eres Angebot niachteil als SuleUvonvh. Von dritter SUte wurde als Lösung vorgesclilagcn, einen Konkurs zwischen solchen Unternelnnern zii/nlnssen, die nur jüdische Arbeiter besviniftipw'ii mul den Kraiikenknsseiiln iirag zahlen. Der nachfolgende Aulsalz von Da wid Keines, dem verdienstvollen Or״anisator und Leiter des So'elbouch, erklärt die Stellung der Arbeiterorganisation in diesem Streite. Die Beratung der jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas, die in Tel-Awiw im Tebetli 5081 staiUnmi, hat folgenden 11c- Schluß gelallt: ,,Die Ikratuiig erklärt hiermit öffentlich, daß die Bauarbeitcrorganisation das moralische und nationale Recht hat, die fiauten der Nation in ihrem Lande ohne Vermittlung privater Unternehmer zu bauen. Sie drückt ihre Hoffnung aus, daß die nationalen Institutionen dieses Recht anerkeimen werden.“ Im folgenden sei eine Begründung dieses. Beschlusses versucht. Wir betrachten die nationalen Arbeiten im Laude als das Eigentum, der kooperativen Arbeiienvirisdinfi, und die Ent- Ziehung dieser Arbeiten dem Bereich der kooperativen Arbeiter- Wirtschaft und ihre Vergebung an einen privaten Unternehmer kraft emes geheim gehaltenen Wettbewerbs und im Namen von Ersparnissen aus dem Wettbewerb als eine 11:1• nationale Tat. י Es gibt Rechte, die man nicht durch ein Los gewinnt. Die nationalen Aufgaben, die die kooperative Arbeiterwirlscbaft erfüllt, sind in ihrem W esen begründet und sie erfüllt sie ganz von selbst, ohne alle Bedingungen und ohne Berechnungen, ob cs sich lohnt oder nicht lohnt und die Rechte, die die Erfüllung dieser Aufgaben gewährt, auch sic sind nicht Rechte unter Bedingungen, und selbst nicht unter der Bedingung von billig (über den eigentlichen Begriff von billig auf dem Wege eines geheimen Unternchmcrwettbewcrbs werden wir im weiteren noch sprechen), .Mit ungeheuren kooperativen Anstrengungen, derengleichen keine Lohnarbeitorbowegung kennt, eroberte der eingewanderte Arbeiter einen neuen Arbeilswog im Lande und er schuf ein neues nationales Gebot: jüdisches Bauen. Und jüd.ischcs Bauen hieß; jüdisches Graben, jüdisches Wcgchaliueu, jüdische Drainage, jüdischer Häuserbau vom Fundament bis zum Dachfirst, jüdische Lnstcnbeförderung durch Kamele oder Esel, jüdische Hafenlastträger, jüdisches Stcinbrcchcn, jüdisches Steinbehauen. Keine erfahrenen Unternehmer voll Klugheit und Können standen der jungen Alij.ih zur Seite, als sic kam, um innerhalb der Grenzen unserer Kolonisation Full zu fassen, in ihrer Sehnsucht nach physischer Tat, welche cs auch sei, sondern Gemüsegärtner und Ackerbauer, die von ihren Arbeitsplätzen von ״hinter ihren Herden‘ genommen wurden. Die Zi> nistisclie Organisation empfing die Wagemutigen nicht mit. mächtigen nationalen Mitteln oder mit einem breiten nationalen Kolonisationsplan. Die kooperative Unternehmung der ־Arbeiterschaft voll• führte im Laufe der letzten vier Jahre der neuen Alijah (bis zum Beginn der Tätigkeit von Solelhoueh) Bruwihciteu im Lfctrage von 3/! Million CE, davon für mehr als 1/1 Million £E Arbeiten.der Regierung, zu deren Ausführung — auch nur durch teilweise jüdische Arbeit — sieh bis heute noch kein jüdischer Unternehmer gefunden hat. Die kooperative Unteriielimung der Arbeiterschaft hat in ihren Arbeiten viertausend Arbeiter «!«gebildet, v-011 denen ungefähr die Hälfte in ihren Arbeiten beschäftigt sind, und die andere Hälfte das Element der neuen landwirtschaftlichen Ansicdlung bildet. Der seihstständige verantwortliche Arbeiter war es. der in die ״Haubewegtmg“ den Segen der jüdischen Arbeit brachte, in die Facharbeit und die einfache, und er war es, der die Ehre und das nationale Gewicht dieser allgemeinen kolonisatorischen Tat rettete, die den leeren Raum der letzten vier Jahre (außer der landwirtschaftlichen Ansicdlung) ausfülite, die Ehre und das Gewicht der. ßaiibcwegimg. Liegt doch die Schönheit der neuen Stadtviertel in der jüdischen Hand, die sie erbaute 1 I. .. —-—...-. -. --- - Das Not 4115»Jan Eine Jomkippur-Erinncrung. Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen podolischen Dorfe, dessen jüdische Bevölkerung ans dem Aremlar (Dorf- Schankwirt), einem Obstgartcnpächter, einem S'allschaffer beim christlichen Gutsbesitzer und einem jüdischen Pachter bestand. Insgesamt zählte die jüdische Bevölkerung des Dorfes sieben über 13 Jahre alte Erwachsene, sodaß mau nicht imstande war wie cs Gesetz, und Brauch heischen, einen ordentlichen Gottesdienst mit Minjan nbzulialten. Jahriibcr wurde dieser Mangel nicht besonders empfunden; die Bcnifsscliichhwig der im Dorfe ansässigen Juden deutet schon darauf hin, daß cs sich wm keine gelehrten Männer handelte, sondern um einfache schwcrarbcifcndc Menschen, die in demütiger Gottesfurcht ihrem Tagwerk oblagen, und jeder für sich recht und schlecht die vorgcscliriehcitcu Gebete zu verrichten pflegten. Kamen «her die Mich Fderiuge —!;׳> zo ׳ca die Erwachsenen mit ilireii Frauen in die nächste Kleinstadt 11ml verbrachten dort Rcschhascluuwh und jomkipjmr, während die Kinder unter Obhut der christ’i.iien Dienstniiid lieii im Dorfe verblichen. Der älteste der Dnrfjiulcnscliaft war der Aremlar, nllgcinein der alte llzig genannt. Er mochte vielleicht achtzig Jahre zählen mul die Leute im Dorfe behaupteten, daß er schon hundert ah sei Der. alte Itzig war weit und breit berühmt Er war ein frommer Jude, trug jedoch ein Bauernhemd, Bauernbösen und Daucrnstiefel. ln seiner äußeren LebensHihrming glich er einem Dorfbauer. Er erfreute sieh größter Hochachhing und war Ratgeber in allen ländlichen Angelegenheiten: bei Bestellung des Feldes, bei Erkrankung von Haustieren, bei Grenz- und Erbstreitigkeiten, kurz, bei allen Anlässen, die ein Dorf in Aufregung zu versetzen vermögen. Wie alle Aremlarc, war er nicht besonders gelehrt in jüdischen Dingen, ebenso wie Iscr, der Obsthändler und Schapsc, der Stall- Schaffer. Doch verschlug das wenig. Er lebte nach jüdischer Weise und wenn er anläßlich der hohen Feierlage ins Sliidtdien fuhr, pflegte er reichliche Vorräte von Feld und Wald milzunchmen, um sie an den Raw, den Schamin cs, den Chascti und an arme Leute zu verteilen. Nun begab cs sich aber einmal, daß der alte Itzig, der Roschhaschanah in der Stadt verbracht hatte, gerade vor Jom- II.U 111111 die lir.ibcnuig :'UtggU ־riV l!:t es iin'׳ ■lieh, mm den Er. , ei n de:; Haue, zu s,׳,!־>;!; ., i 111־ habt Lu: e .- .nt'di.g.i'lt getan, Ihr könnt :1111 ,׳“? Nein. Noch ist das Gebiet d:׳-׳, Bauens iuiii :11.:;!1 (!,.׳; j.i.lj. eben |iaei!11w nicht crob.1t, und ■ v,i(V nicht .'1111ierh:!ii1־ des jisclmw. Noch sind gewalti;e Aieslrcngiimcu v׳׳.r,'!«>:.־.!, Anstrengung der Verantwortlichkeit und »!1 s genosseuscliaiiiiclien Leidens, um dieseu Fach /»•einem festen Stützpunkt für den jüdischen Arbeiter zu machen. Ucb.eiall da, wo der kooperative Arbeiter 1111 (erliegt, und der private Unternehmer der überlegene Int, besteht das Gebot des jüdischen Igiuens nur zur Hälfte, zu einem Drittel, einem Zeiiuti 1. Slreifet umher i;1 den Straßen Jerusalems 11ml Sraget nach dem Prozentsatz der jüdischen Arbeiten in ״Ron1em:1l1“, dem reichen orthodoxen Viertel, in einem Teile der.Häuser von ״Talpiotli“, dein freien und vermögenden, und in einer Menge von kleinen anderen Stadtvierteln, fraget nach den Steinhrüclieii und Stciniiaiieru von ״Newe Jankow“ des Alisrnchi, fraget nach den Erbauern des Stadtviertels ״Rainbam“ in 'Liberias und nach den Stadtvierteln und den anderen Baute:! und Sir,aßen in ganz Ere/.-Isrnel (außer Tel-Awiw). י» Der Keren Kajemeth vollführt seine Arbeiten gegen bar und er fordert von dem Uua׳n1eltmer keine Investierung seiner Gelder. Der Keren Kajemeth hat einen beaufsichtigen־ den Ingenieur, hat einen Zeichner von Plauen und einen Aufseher über die Ausführung vier Arbeit. Auch bestellt der Keren Kajemeth die hauptsächlichsten Materialien für seine Arbeiten (Rohre, Brunnen usw.) auf eigene Verantwortung durch Vermittlung seines Ingenieurs. Der Unternehmer ist liier nichts anderes als ein Vermittler für die Einstellung der Arbeiter und ihre Arbeitsordnung. Solche Vermittler, Ingenieure oder Halbiugenieure, Unternehmer und 1 lalbunterneiimer gibt es in Tel-Awiw allein einige Dutzende. Und wenn imierhalb der Arbeiterorganisation nicht das Gebot bestände, daß die Arbcitergriippcu nicht miteinander in der Annahme von Arbeiten konkurrieren, so könnte jeder Vcrtreter einer Arbeitergruppe vor dem Keren Kajemeth als ein Unlernehmer erscheinen und nicht gerade als eilt schlechter. Und die ״beseliränlae Konkurrenz“ würde von selbst zu einer breiten, wilden Konkurrenz werden. Und atich heute Ist es unverständlich, welches das Geheimnis der Beschränkung ist und welches der Mnßstali kt, den die Iknmlcn des Keren Kajemeth nulrgeti, imi fcslzustcllen, welcher der würdige und welcher vier unwürdige Unternehmer ist. Zum Lohe aller Unternehmer in Israel ist zu sagen, daß alle gute Uiiternelmier sind. Alle brauchen Verdienst, jeder weif) an allen Tagen des Jahres zwischen ״billig und (euer“ zu unterscheiden*),!)er ״;mserwiihHe“ Unternehmer ist, wenn er vor dem Keren Kajemeth stellt, z.11 jedem Opfer bereit: fordert man von ihm jüdische׳ Arbeit, gut. Fordert man von ihm seinen Beitrag zur Krankenkasse (nebenbei: in dem Vertrag von N; 111:11:11 wurde diese Bedingung von seiten des Keren Kajemeth nicht gestellt) — auch gut. Wird mau von ihm die Annahme der Arbeiter nur durch das Arbeitsbüro der Organisation fordern was kann er Sun? Wenn er keine andere Wald hat, wird er mich damit einverstanden sein. Das ganze System ist auf völliger Gleichheit nufgebaut, d. h. der Misrad und eine Anzahl ausgewählter Unternehmer — alle sind sie vor dem Keren Kajemeth gleich. Und es gibt noch tiefer Denkende**), die sagen: es ist gut, für diese ganze verwohnte um! feige Arbeiten»,׳irlsehnft, deren ״seelischer Gehalt“ ihre volkswirtschaftlichen Begriffe iiberwlcgt, e* ist ,gut für sic, daß für sie die Bcqucmiiciikcit der M0110jx>Ic ein Ende hat. Möge sic um ihre Existenz kämpfen! Und trotzdem sind wir über dieses System anderer Ansicht. Wir leugnen die Gerechtigkeit dieser Gleichheit, die wirtschaftliche Kräfte untcrcinnudcrniischt, die nicht in einen Topf getan werden können und wir leugnen noch gründlicher die nationalen Ersparnisse, die eine geheime Konkurrenz mit sich bringen kann. Der wahre Weg der Verbilligung der nationalen Arbeiten in unserer Kolouisaiion ist der Weg der Arbeitenden. Die Konkurretiz .des Unternehmers, die sich auf seine geringen n.'itioiialcu Pflichten stützt, kann ebensowenig seitens unserer natiomalen Institutionen in Rechnung gezogen werden wie eine Konkurrenz des billigen Arbeiters, der seine Bedürfnisse herabsetzt. Das Abschütteln des Joches der natmnal-kolonisatorisehen Pflichten in ihrem ganzen Umfange, die Pilichten der Arbeit und der Kolonisation und die Pilichten der Arbcits- *) Derselbe Unternehmer, der in Nalialal den Wasserturm für den K. IC. L. baut, wußte sehr wohl sein eigenes Haus in 11,•lila durch den Misrad Laawodoili Ziburioiii bauen zu lassen — <־)me Wettbewerb. **) Siehe ״Jüdische Rundschau" Nr. 4(i, die Bemerkung enie.; der Redakteure, des Herrn E. D., zudem Rcchcnschaftsbericht von 11. Frumkin vor der 2. Bnuarbciterkonfereriz. k'ppnr krank wurde. Er mußte das Zimmer baten und konnte seine Dorfscbenke nicht verla sen. Au eure Reise in die Siaät war gnrnicht zu denken. Diese Schwierigkeit wurde Gcgens'aiid langer Erörterungen unter den Juden des Dorfes, denn cs war einerseits unmöglich, den alten Itzig allein im Dorfe zu lassen mul in die Stadt zu fahren, andererseits war es ausgeschlossen, dem allen Mann die beschwerliche Reise zuzmmitucn. isscr, der Obsthändler verfiel auf einen Gcdanken. ״Wie wäre es“, sagte er, ״wenn wir uns hier!111 Dorfe ein Minjan einrichten würden?! Ich weiß, daß die Selmeklerklans drei Sforim (Tborarollen) hat. Wenn wir den Schneidern einige Sack Kartoffeln mul Holz zur Beheizung ihrer Klause schenken, ist es wahrscheinlich, d:iß sie uns eine Thora leihen;allerdings sind wir nur sieben erwachsene Männer; aber wir müssen uns doch einen Vorbeter beschaffen. Dann sind vir seh >11 acht. Wenn wir in der Stadl zwei armen Juden Meid, Kartoffeln und Rühen versprechen, werden sie wegen der Mizwc gern zu uns kommen, und wir können nluelnntt hier beim allen llzig ein Minjan nhlmltcii und Jomkippur so begehen, wie alle judett in der ganzen Welt“. Dieser Vorschlagfand nl'gemeine Billigung, lsser, dem er eingefallen war, wurde ins Städeheii gesandt, tun ihn durch- Zufuhren. Spät :.beiuls kam er wieder mit der freudigen Nachricht heim, daß die Schneider bereit seien, ein Scfcr zu leihen, daß Reh David, ein alter zahnloser Cimscn, sich bereit erklär( halte, das Amt eines Vorbeters zu übcrnclumt und daß es ihm, lsser, durch seine Verbindungen, auch gelungen sei, im Bei 11 i lamklrnsch z.wei arme Bochurim zu finden, die versprochen hätten, pünktlich Ercw Jomkippur zu Kolukire zu erscheinen, lsser hatte sogar beiden Bochurim cirt Handgeld gegeben, desgleichen dem Chascn Rcb Dovid. Jsscrs Neuigkeiten erregten große Freude. Die Frauen traten zusammen und besprachen ausführlich, in welcher Weise sie die drei aus der Stadt kommenden Gäste, den Chascn und die IViclmrim gebührend aiifudimen sollten. Schleunigst taten sie sich sozusagen zu einem Komitee zusammen Und bcschlossen, der Familie des Clinsen Reh Dovid einige Hühner als ״Kapores“ zu schicken. Die lliutcrsiiibc der Schank* Wirtschaft des alten Itzig wurde eiligst hcrgerklltct. Der Estrich wurde frisch gestrichen, d ׳r Dar,׳Stellmacher gerufen, damit er in der Stube eine Barriere zur Abgrenzung der loslgkeit und di״׳. IViiluu eim.-r lv.Ionisation ׳־ das Al,. schütteln 4li1־1::׳r Piliehtcri unter Vermittlung des Unternehmers ■ wird uns nidit zum Ziele füllten. Solche Lrsp.arepsc, wem!; eie midi durch die Summe der Prozente bezaubern, sind k1lelt. nalioiialen Frsparni' s״, so11!׳״n! — u;111;nio!1atc. (Ls gibt einen י nationalen W!״; zur Vetbilügiieg der Faeh.irbeit und judi;«׳her '*■ physischer Arbeit und dieser Weg ist die Seßliaftniachmig des städtischen Arbeiters und seine Ansicdlung in Gartenj stndtsicdlmigcii, aber diesen Weg keimt der Keren Kajemeth 1 nicht.) }' lieber das Ausnützeii der Noibcdingimgc״ und des inneren t Zerwürfnisse(, in den Reiben der Arbeitenden zum Zwc.ke € der giößliruigüdieii 1 lernbsot/ting des Arbeitslohnes, darüber i hinaus reicht die Kraft des privaten Unternehmers nicht. | Und er kann lür die wirklich' Verbilligung des Bauens nicht 0 das tun, was die kooperative Wirtschaft tut. Was die koope-, [ rative Wirtschaft in den wenigen Jahren ihres Bestehens |! in der UntcrMiehung der verschiedenen Baumögiiehkeiten und | Bauweisen leistete, in der 1 lersteihmg passender Pliine, in f der Ausbeulung von im Land befindlichen Baustoffen, in I der Einführung technischer Vervollkommnungen — dies kann f der private Unternehmer im gleichen Maße und in derselben >■ objektiven und gründlichen Weise niilit tun. ן Aber wir haben Grund gern!);, daran zu zweifeln, oh 1 das System des geheimen Wettbewerb:; überhaupt das billige ist und insbesondere in bezug mit' unsere nationalen öfiontliehen und Regieruiigsinstiiutioncn. Die WeUerfahnmg mit dem ,,Tender“ warnt in gewissem Maße vor dem übertricbcneti Glauben an ״seine Billigkeit und Ehrlichkeit“.. Unter dem äußeren Schleier 11er Konkurrenz erscheinen die gehcitncn Ziffern und hinter einem reinen, bescheidenen lind billigen Vertrag findet der Unternehmer immer noch Platz, dem Arbeitgeber Sand in die Augen zu streuen. Ohne eine Kommission von Vertrauensmännern, die prüft und untersucht, kritisiert und lieaufsiclitigt, ohne eine neutrale verantwortliche Kommission — wird das Spiel der Konkurrenz sich bald in ein trauriges Schauspiel verwandeln. Und unsere nationalen Institutionell werden sich au die Zuflucht des Billigeren hallen, das sie teuer zu stehen kommen wird. Sobald mir die ״teure“ Wirtschaft der Arbeiter auf dem Markte der Konkurrenz zu wirken atifhörcn würde, würden die Dinge bald ein anderes Gesicht bekommen; denn eines der Resultate der Tätigkeit der' öffentlichen Arbeiterwirtsrhafl ist aurli dies; die Sache des Bauens wurde fast zu einer Volkssache. Die ״Fach- und Unlcrtuiimcrgcheiminssc“ haben aufgehört, Geheimnisse zu sein. Auch imtcrhnlb der geringen Erfahrungen des K, K.-IUifos gibt es einen Faß, der dafür als Beispiel dient. Das ist der Vertrag, der dem K. K. von seiten einer privnlen Gesellschaft vorgclegl wurde und die größte Arbeit bclraf, die der K. 1(. in den letzten Jahren zur Ausführung gebracht hat und die er im Begriffe stand, an diese Gesellschaft zu vergeben, und ■damals gerade ohne jeden öffentliehen «der geheimen Wettbewerb. Dem gegenüber denken wir, daß cs einen geraden und » einfachen Weg gibt, der von den Institutionen der Nation nt den Institutionen der Arbeiter führt und daß wir diesen Weg besebreiten müssen. Die n.a'rinalen lnsiitutionen müssen aut geradem mul offenem Wege ohne die Vermittlung von Unternehmen! mit Hilfe von zuverlässigen S a c 11 v c r s t än d i g c n - K o m m i x s i n 11 e ti zu 1 in c r Einigung mit der Arbeiterkooperative komm»'11. Sie müssen die Arbeitslöhne und die Arbeitsbedingungen genau imtersudien und prüfen und als Basis die Arbeitsbedingungen und ein menschUehes Dasein ermöglichen und nur solche Preise bezahlen, die eine solche Kommission Iiir gut befindet. Solange sich die kooperative Arbeiter- Wirtschaft im voraus jeder Entscheidung einer solchen Kommission unterwirft, solange dart die nationale Arbeit im Lande nicht zu einer Sache der Konkurrenz zwischen mehr oder weniger bietenden Unternchmern werden. Sic ist ausschließlich eine Sache der Arbeitenden und zunächst der organisierten kooperativen Arbeiter- Wirtschaft, die das Joch der Arbeit und ihrer Bedürfnisse Während des ganzen Jahre» und in jeder Lage trägt. Mail kann die Notwendigkeit des Bestehens einer solchen Wirt- Schaft leugnen, man kamt auf ihr Bestehen verzichten, aber solange sie besieht und sie der entschiedene Träger der nationalen Bedürfnisse ist, solange bestellen lind wirken mich ihre Rechte, liier gibt cs keine Monopole; denn die Tore der Arbeit sind jedem geöffnet. Monopole gibt es für Oesdiiifisfiiluer; aber der Begriff ,,Monopol“ paßt nicht für eine Pioniernrbcitergesclisciijft, deren Tore weit geöffnet sind für jeden, der da kommt und Arbeit fordert. Und möge auch dies klar sein: liier spricht nicht die Sorge um eine Kooperative und der Wille der Verteidigung ihres Bestehens timi ihrer Interessen. Vielleicht hat irgend —■—— ... .«s Männer- und Fraucnabteikmg errichte, die besten Tischtücher und Vorhänge winden lierausgcsucht, jede Familie stellte entweder einen ■Tisch oder Stühle zur Verfügung — kurz cs wurde alles auf das schönste und beste bereitet. Der große Tag kam. Rcchzci'ig hatte Schapsc, der Stallschaffcr, in der Stadt den Ören Kodesch mit dein Scfcr abgehoit, Ercw Jomkippur vormittags erschien der Chascn Rcb Dovid in Begleitung eines Bochers. Der zweite war nicht mitgekommen, würde aber ״,ach Rcb Dovids Aussage, am Nachmittag pünktlich et scheinen. Der Nndunitlag kam heran. Der zweite i’odi.'r erschien nicht. Die Zeit zum ״Vclastmnhl“ rückte heran. Acngsilieh lugten alle nach der Richtung des Slädchens, um den fehlenden Bocher zu erspähen. Doch war weit und breit nichts zu erblicken. Es blieb nichts anderes übrig, als sich zur Mahlzeit zu setzen. Man tröstete sich mit der Hoffnung, daß vier Bocher doch noch im letzten Augenblick erscheinen würde . . , Die Zell rückte vor, der Bodrer erschien nicht. Keine Feder ist imstande, das Entsetzen und die Vtf* zwciflung zu schildern, die sielt der Juden In unserem Dorfe bcmlichiigle, Vergebens all die Mühe; vergebens die Kosten und die Anstrengungen: man würde den heiligsten Tag nicht begehen können. Obendrein hatte matt noch einen »o frommen Mann wie Reb Dovid Ins Dorf gebracht, und mm snllfe auch er Jomkippur ohne Minjan verbringen. Der Abend! rückte heran, cs war nicht mehr möglich, jetzt auch mit den besten Pferden rcchUciiig in die Stadt zu kommen. Der Ch.asen saß mit gcsenkiem Kopfe und brütete vor sich hin. Der alte itzig, sein Gastgeber, machte sieh die wildesten Selbstvorwürfe. War er doch die Ursache, daß so viele Juden den heiligen Jomkippnr in tinjüdischer Weise vcrbringen müßten, lsser, Schapsc, der Pächter und Schapsc» drei Söhne, der alte Itzig, Reh Dovid, der Bocher waren nun alle versammelt und Todesschweigen lastete auf diesen neun Personen) die erst dann Rang und Bedeutung erhalten konnten, wenn sich noch ein zehnter Jude fand. In dieser Not erhob Reh Dovid seine Stimme: ״Ist bei Euch im Dorfe kein Meschummed vorhanden?“, fragte er. Es war einer vorhanden. Der alte Ostap, ein scclrzigjährlger verkommener Bauer, war einem Gerüchte zufolge, in seiner Jugend getauft worden und hatte sich im Laufe der Jahrzehnte den anderen