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Jüdische Rundschau · 1924-10-03 · Heft 79 (3.10.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 79 (3.10.1924)
Date
1924-10-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 588!UEDISCHE RUNDSCHAU Kr 7a Eine 11311)« Million Dollar Kr jüdisclic Emigranten Wie bereits iniigcicill, hat Jas RcUimgskonntce fiir jüdischc Fiudulmge, weiches im Juni d. J. aus Vertretern von 35 jüdischen Organisationen unter der Führerschaft der Herren Louis M a r s!1 a 11 und Dr, Stephen S. W i s c gcbildet worden ist, in Amerika einen Appell zur Anümn- Run״ von einer halbe« Million Dollar in den nächsten Wochen zwecks Unterstützung der Tausende in den verschiedenen europäischen Häfen ־׳;elamieten Flüchtlinge veröffentlicht. Die Kam ]1,1;;110, die von ileu Herren M a r s h 1111, Dr. Wise und Nathan Miller Reichet wird, wird während der hohen Feiertage mit einem Aufruf von den Kanzeln aller jüdischen Synagogen eilige!. i;c; werden. Mail erwartet, daß die Summe in kurzer Zeit aufgebracht werden wird, ln dem Appell heißt es u. a.״ .׳Cs gibt liberale Staaten, deren Territorien der Immigration noch offen stellen. Das Ziel des Komitees ist, so viele der gestrandeten Flüchtlinge in diese Länder zu dirigieren, als es zurzeit praktisch erscheint. Ein bcträchtlichcr Teil der Flüchtlinge wird sich zweifellos in Palästina anz 11 siedeln vorsuchen. Sollte dieses im Interesse der 1 a n d * wirtschaftlich e 11 1111 d k o 111 in c r z. i e 11 e n E 111 w i c kl 1111 g d e s Heiligen t.amlcs lic ge n, so wer• den diese Versuche i!1 jeder legitimen Weise ׳gefordert werden. Es sind aber sicherlich s.iir viele vorhanden, die ihren Wohnsitz in Palästina nicht nehmen wollen oder können, und für diese müssen andere Auswege gefunden werden. Unter den Ländern mit einer Verhältnismäßig geringen jüdischen Einwohnerschaft können •Mexiko, die nicht tropischen Teile Südamerikas, sowie Australien und Südafrika den hmuigratuea ein Tätigkeitsfeld bieten,“ Thüringer Zionistische Gesellschaft Ain 21. September traten eine Anzahl Thüringer Zionisten aus Gotha, Erfurt, Eisenach, Arnstadt, Hcrsfcld und Halle zusammen. Es handelte sich nicht uni eine der üblichen Be• zirkstnguugcn, sondern um _ eine Zusammenkunft, die - ver• suchen sollte, die wirklichen Zionisten zu sammeln zu gemeinsamem Gedankenaustausch, zur Vertiefung und Stärkung iiirer zionistischen Gesinnung und zur Stellungnahme gegenüber aktuellen Tagesfragcu. Das einleitende Referat erstattete Dr. e r i t z - Gotha über ״Die Zukunft der zionistischen Or• ganisation‘‘. _ Seine Ausführungen dienten dazu, die Schaffung einer zionistischen Gesellschaft auf der Basis einer ״ideellen Mitbiirgerschaft“ der Zionisten für Palästina z.u begründen. Es wurde einstimmig beschlossen, die Thüringer Zionistische Gesellschaft zu schaffen. Die weitere Aussprache am Vormittag beschäftigte sich ausschließlich mit der Frage, in welcher Form und mit welchen Inhalten die Arbeit der Zionistisclicn Gesellschaft vor sich gehen sollte. Es wurden zahlreiche, brachliegende Arbeitsgebiete aufgcz.cigt, deren Behänd־ lung im Rahmen der Zionistischen Gesellschaft rein sachlich ohne Rücksicht auf Opporiunitäts- oder Propagandagründc erfolgen soll. Außer den Fragen der zionistischen Politik in der Weltorganisation, in Deutschland und in Palästina sollen auch grundsätzliche Tagesfragen unserer Beziehungen zur nichfzioiiistischen und niclitjüdischcn Umwelt beraten werden, cs soll ferner durch historische, kukurvvissenschaftlichc und soziologische Erörterungen eine stärkere Verknüpfung mit dein Lehen des jüdischen Volkes nngestrebt werden. Auch war man sich darüber einig, da» auf den Stil des zionistischen Lehens im Gaiuth auf das Eufsdiiedcudstc ciugcwirkt und eine lebendige Beziehung zur Jugendbewegung gewonnen werden müsse. Am Nachmittag wurde sofort in die praktische Arbeit eingetreten. Zunächst berichtete Dr. Noack-Gotha über Verfolgungcii und Ausweisungen von Chnhizim aus Thüringen. Naclt eingehender Aussprache wurde beschlossen, die Augelegenheit unter allen Umständen weiter zu verfolgen. Alsdann referierte Dr. Wolf heim - Erfurt über die bevorstehenden Wahlen zum Preußischen Landesverband. Im allgemeinen kam eine Abneigung gegen Wahlkomproinissc zum Ausdruck, der Schluß der Zusammenkunft wurde ausgcfüllt durch eine allgemeine Aussprache unter Leitung von Dr. Baum gar dt- Erfurt im Anschluß an den Artikel Wolfgang Scluihmanns im ״Juden“: ״Deutsche und jüdisciic Schuld und Aufgabe“. I!1 dieser Aussprache, die allmählich zu Kulturiragcu überging, wurde besonders eingehend über den Plan der judaistischeu Fakultät .in Jerusalem gesprochen und eine dogmatische Bindung der jüdischen Wissenschaft für unzulässig gehalten. Für die Teilnehmer der Tagung wurde der Fahrpreisausglcich durchgeführt. Die Zusammenkünfte sollen in Zukimft an jedem ersten Sonntag im Monat stattfinden, die nächste also bereits am 5. Oktober. Fiir diese Veranstaltung, die drei Tage vor Jom Kippur in Neudietendorf, Gasthof der Brüdergemeinde (kleiner Saal) um 10 Uhr vormittags stattfinden wird, ist ein Vortrag von Dr. Baumgardt über ״Jom Kippur“ vorgesehen, außerdem wird Dr. N'oack über aktuelle Angelegenheiten berichten. Die Zusammenkünflc sollen in Zukunft möglichst in einen! kleinen Orte zwischen Gotha und Erfurt stattfinden. Die Gesellschaft trägt einen geschlossenen, aber keinen exklusiven Charakter, lieber ihre weitere Abgrenzung nach außen soll aut einer der nächsten Sitzungen gesprochen werden. Anfragen und Wünsche nach Einladungen sind zu richten an Dr. Schramm, Gotha, Kindleberstrallc 30a. N. Ule IVahlrn zum Landesverband Wir erhalten folgende Zuschrift ans Königsberg: Die Notiz über die Landeswahlcn in Ostpreussen in Nr. 76 ist in dieser Form nicht zutreffend. Daß unter den vier Namen der in Aussicht genommenen Liste ein Zionist ist, ist richtig, im übrigen schweben zurzeit noch Verhandlungen, über deren Ergebnis wir berichten werden. Di« Ica-Kolonlsalfon in Argeslinien Paris, (j. T. A.) 15er J. T, A. wird seitens der Verwal.tung der lca milgeteilt: Nach den zuletzt erhaltenen Statistikcu zählt jetzt die jüdische Bevölkerung in den Kolonien der Jea in Argentinien 5350 Familien mit 30 725 Seelen. Die Zahl der Kolonisten, die nach gänzlicher Abzahlung ihrer Schulden definitive Eigcuiümcrrt'hic auf den Boden erhalten haben, beträgt •130. Nach einem Aufenthalt von mindestens ach! Jahren können die Kolonis en die Unabhängig- Reit erlangen. Der gesamte Besitz der Gesellschaft umfafit eine Bodenfläche von 590 039 Hektar. Im Jahre 1023 haben die ,Kolonisten 225 750 Hektar bestellt (gegen 196 2S3 Hektar im Jahre 1922), Die Ernte hat einen Wert von-1587 591 Dollar. Der Viehbestand der Kolonisten wurde im vorigen Jahre auf 809388V2 Dollar geschätzt. Derselbe umfaßt: 132 701 Ochsen, 13 369 Schafe und 62 210 Pferde. Das Landwirtschaft* liehe Gerät (3666 Pflüge, 2910 Eggen, 168*1 Mähmaschinen, 77 Motore usw.) wurde auf 4 305 815 Dollar geschätzt. Die Milchindustrie hat sich in den Kolonien der tca sehr־ gut entwickelt. Im Jahre 1923 wurden 18 441185 Liter verkauft und ein Erlös von 1 037 834 Dollar erzielt. r׳ i'4 ** /\״ A** \»׳■ '•* W i ür.rm n״rün׳*r V.i«rU« Voroin( ■־־im■r״ Horim W 1׳ . t<\ TdiupDom l.iamnr׳:'k ll!!<".—70 - J'<f»t«rhf10kkonto No. 12U0!> iHriln NW '*. Kmt«,׳nv״fw»tlft1!u׳ M ״/׳ V Hon H, Os;(Dbor ftheiui« 1/*fl Ufa* yyn»K<)ro hu Rf4m, TifttuUbtrger ÖtrM#• («0Uf!gHöuäU fionnabo״■!, rl.-n 4. Oktober ן/יס Uhf hn f;an<Ub*r*or Str6*s« fc£J ,1ויח»!!ו»י׳ו|}ח0 Soiiiialxm«! doii 4. Oktober fthoodl« Ubr Brrliarr XJAnfittnrli* rrfÄjwtraUf im rf. Rnnl (10י AiHtAft, T.üHow»tr, U3. Kirt^lprdf Vortrnj׳ »on Ur. Shhm״(•«״ Uovin Th^mA: ״K»«n rn*n di* f'Bftr 11*י &•♦*»* Mf»aI* K1׳rf*n «וי! \וויי•«*(** von NfKr. 2•—, 1,601.-*♦ וז♦ n/,0 *n Abomlk»««® •rhiHHeh. Rftnnf ac:, f» י.ן0וי,,1>וח vorm. 10 Ohr: >Vnh**n, וזחייח —־< »£. OVtoV<#r voriu. 10 Dhri WamUrnnP׳— .׳ TU*n«i?ur, <]*n H. Okfo?>nr. ftbttmrla R TJhfl KvLchtRD. — Min worb, dA־n 2־.?. Otriobor, יי^ווס^ס Uhri —• Sonnt»;;, d»n?<». Oklöbor vorm 1 Tr י׳ in In*. — Ulen•!•?* tUn SS. Oktobftf Alton•)(■ B Uhr, K*oMon. י ",ontarr, •חיוי t\ Ohtobor *H*tu!* S U Uruppo drr X2fuii«(rtt au« d«m OrIah, im Uoim, Kleine Frimkfurter ötis 11 f«rur»n**n*J!An<1 Uer־־ Pr. At IC!««! ״Vreh •ומי« •rt*r ifl.lUrh**• lf«ln«1rdret1*.M Som4aken-3, <3tm 11. Qk*<A>*r •Benrli Uhr Otחווr>* W«*t- Gh*r1׳v1trn’׳nre, K’roi« Hör OBar'oftGriHnr^n•* f!«f' KuhtAnd, ***▼,cfnvTd*♦» 5 TTf^rr Pr. י!חיימו1״ו Asoh^rt •»ni Donner» ar. 10. OVfohor R ׳־ י Uhr 0יוי1ק0ו fitr K*Vn״־Nirlf«־hrn Verart». in FriedonnTi, HMidtorvKtreß(» 00ו«ייוויז«זי*»^?’י?»ויייןן> 11י)׳«. Somifebond, dou 1M. Okfobrr »bond« 8H Uhr Jarrn4erfR«’vanr« VTm*• im Ort(^ KnUlnrul, ז' T. Vor**-ar»roUiet d«»?!««!•1*.יחזת 1. V^Wra-Tt TTprr Pr. ״TH« T.*״» *irf -31*׳ייי t« «a4 Wr»t• v»trnpn ■;«« tfrli <1«» t*er 7’J0n1utl»rhen OrvftnthÜIi m Ait« VitttUefler Hat OrtewunnT** eittfl Dianafatr, •Ion 21 Okfok״« Oeselllpo Ahrn1v«r4''<<t*l,ttnv A+r J11»«n׳irtrt«»r*npe W«t»ClHTHIlllbif| ■N.ih*re• Anroh privat« Tfin'ednnßron, Sonnt»;, den 26. Okt3׳h/«r ▼oraö. Ja*endl«rt«crn|»•'« W«■* 0,»rlutt*0b«r*. Tr»r«k«־♦. Jeden Di0B*tA^*keru) ö Uhr Ostjtld. 1^115 ,מ*«יו<י׳וץ^*יץ für (»«•»rHiolit• VorAn«״i011Olr'» Anfpnjr Vovo^b^r (J»«״«<* Vf#«t. riitifJotf fifibatr, 7ionUt*n W«»tt«TM», ttJGdi1eh«iT«lthllf• «rbeit“. »(n P*rirbt Uh«rd IrW^jthilf^konforoae K»rl«d»d. K«f»tr«nt? **«rr Alfrol n«r«f«r אגודת .ל ת י ספר לישראל .TthlKelier Schntreretn E. V., Berltn O.xohftftiiOhr.ndo« Vnr.»nn׳l(.mI1^li(.׳1׳ •Unat0nr«* Kurt IT1fcnRBi*r*t*tB, Orun«t»»id. Vriftdri^hArtth^Tgtr. ß*2. ז. ביח ספר לל׳ציו העברית בברליי ffefrraissfh* SprseltKehvl« tn Krrli״ (XU. *««»«♦*ז) An»Vnnft 1»r*eiW 4זיי Sehn\i®H%r, il«ff K. R*»ragri\ö. Mont*«. MUiwwsb und PooneratAjr. 8 Uhr *b«ndn in d!»r Hcobrohnl«• für di• d•■ JmUntmn», ArtiUrriosirnG« U, T, Zlmm«׳ L ביח ספר דילדיס במדרכה של ברליר ■n J6dl»«h• Hrhnl« Wo•*. An»kunft •rtoüt «H« Schnlloiterin, Frf*«i«Jn Ohorl«hr«rin Kotty T.imdo1« Montag, Dionstag end Donnerstag V4—1 Uhr in dor Sehnla, Foiauoitetr. tfi/b® בית ספר לילדים במזרחה של ברליי ■ni JJtiUr.i1• Schale tut. Au«kunft «rteii* die Sohulioiterin, FrAnleln Snaan&o LichUstteie, Froittf 2—4 Ulir, Pankow 072, (i <J וי״׳• V—־• ץ יך ן %~י J rnmf *M.* ää. .uä. . beaclilel öle txe&arlilsclAeii. ScIilSlcflwrse I Vorgloicho Notiz Seito 569 li Tafjusg der Ilitaclidut ln Polen Vom IS. bis 20. September hat in Warschau der Parteirat der Hifachdut in Polen getagt. 60 Delegierte aus 30 Städten nahmen an den Beratungen teil; ferner das Mitglied der Palästina-Exekutive Josef Sprinzak, der Präsident des Weltverhandcs jüdischer Studcntcnorgnnisntioncn, Dr. Lautcrpacht (London), und die zur Durchführung der Nationalfondsakti( 11 in!,ölen eingetroffenen Chtjuta Bussel (Daganjah), Jacob Saslawsky (N'ahalal) und J. M an o a c h (Daganjah). Die Tagung wurde durch den Sejm-Deputierten Lew Hi söhn eröffnet, der 11. a. des kürzlich verstorbenen Dr. Nachmail Svrkiii gedachte, lieber die Lage und die Aufgabe der HitäcIidut in Polen referierte Herr M. Tacalt. Sejm-Deputierter Lewiusolm berichtete über die letzte Aktions- Comite-Sit/ung und die Tagung des Waad Poel der Hitachdut, Jacob U r i über die Entwicklung des Hapoel-Hazair in Paiästiim. Jacob Saslaw s k y referierte über Wege und Formen der Kolonisation und Chajuta Bussel, die die Kolonie Daganjah mlibegründctc, über die Rolle der Clialuzah im Aufbau Palästinas. Josef Sprinzak gab in einem längeren Referat eine Uebcrsicht über die gegenwärtige Lage in Palasfina. Ueber die parlamentarische Tätigkeit der Hitachdut im pohiisclicn Sejm berichtete Sejm-Deputierter Lewinsohn• Besonders eingehend wurde die Arbeit für den Nationalfonds besprochen, der ein spezielles Referat von Radunsky gewidmet war. Die Tagung nahm Resolutionen über die 1 fcchahizarhcit, den Keren Hajessod, das Arbeitende Palästina usw. au. Die Stellungnahme der 1 Iitaclidutfraktion auf der letzten A.-C.-Sitzting wurde putgeheißen. Es wurde beschlossen, die Kräfte der Partei m breitestem Umfange der Nationalfondsarbcit zur Verfügung zu stellen und in der nächsten Zeit in 100 Städten Polens die Nationalfondsaktion durdizuführen. Wir erhielten folgende Zuschrift: ״Wir ersuchen alle Schomrim und Zofim um Angabe ihrer Adresse. Wir wollen ihnen über die Danziger Jugcmitag.mg einen Rundbrief zuschicken, Merkas Sehomer Hazair, Berlin, per Adresse: Rosa Gewürzmann, Berlin, Fürther Straße 8.“ für den ,ereil Manfa Schochat. Wie der Leiter des Untersuchungsamtts der palästinciisischcii Polizei, Herr J. F. Broad hurst mittcilfe, stand Frau Matiia Schochatn inzwischen aufgehobene Verhaftung nicht im Zusammenhang mit dem Mord a n Dr.de 11 a a n. Die Untersuchung der Angelegen, heit, die zu Frau Schocbats Verhaftung geführt hat, wird jn ein oder zwei Tagen beendet sein, worauf nähere Mit. tciluiigcn veröffentlicht werden sollen. Die Einwanderung nus Mesopotamien. Wie der ״H a a. rez“ berichtet, lnt in letzter Zeit die Einwanderung rnesopotamischcr Juden auf dem Wege über S e rn a c h nach P!. liistina stark zugcnoinincii. So kamen in der ersten Hallte des Monats Ab durch die Station von Semach 51 Einwanderer ins Land, fast alles Enmiiien. Die meisten gingen nach Jerusalem, einige nach Tiberias. Ein arabischer Vice-Gouverncur verhaftet. Wie die arabische Zeitung ״El C a r m e 1“ mittcilt, ist der arabische Vize-Oouverneur von Jeriin, Herr Saba, am 25. September verhaftet worden. ״El Carmcl“ glaubt, daß die Verhaftung auf einem Mißverstandis beruhen müßte, da Herr Saba aU ein fähiger Beamter gilt und sehr viel für die ökonomische Entwicklung des Landes getan hat. Mr. Stubbs Im Hauptbüro des K. K.L. Mr. Stubbs, Direktor des Landregisters der palästinensischen Regierung, und sein Assistent Dotikhan, welche kttr/licli bei ihrem Besuch im Emek die dort vom Keren Kajemeth vollendeten Ameliorationsarbeiten kennen gelernt haben, folgten nunmehr einer Einladung ins K. K. L.-l iauntbüro. Es wurde beiden Herren sowohl in die. Propagandaals auch die praktische Palästinaarbeit des Keren Kajemeth Einblick gewährt. Besolideres Interesse nahm Mr. Stubbs an dem Goldenen Buch. ״Ich freue mich,“ bemerkte er, ״daß Sie bei Ihren Samm- Intigcn mit den Gefühlen des Volkes rechnen. Es ist ein Faktor, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.“ Und beim Abschied erklärte Mr. Stubbs: ״Die Aufgabe des K. K. L, Boden als Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben, ist der Kern der zionistischen Bewegung; denn ohne eigenen Boden sind Sic wie in einem üoarding Housc.“ Zwei Araber zum Tode verurteilt. Der Gerichtshof in Nablus unter dem Vorsitz des palestinensischcn Oberrichters Sir Thomas Hayeraft spraclt am 25. September das Urteil gegen die zwei Araber, die im Juni d. J. in der Nähe von Kilkiiiah den Cltaluz Lcibowitsch aus der Ko• lonie Tcl-Joscph ermordet haben. Die beiden Araber wurden zuin Tode verurteilt. Das Mictsschutzgesctz In Jerusalem- Bekanntlich war schon mehrmals versucht worden, in Jerusalem das Mielsschut/gcsctz aufzuheben. Da die plötzliche Aufhebung desselben jedoch mit recht großen Nachteilen verbunden wäre, hatte man sich zu einem allmählichen Abbau entschlossen. Eine Verlautbarung der Regierung bringt jetzt die Ankütuligung vom 3. Mat in Erinnerung, wonach jede gesetzliche Beschränkung der Mieten vom 1. Muharam 1341, a. h. vom 20. Juli 1925 aufgehoben wird. Ansleilimg von Salonlkier Fischern Am 7. September traten die Vertreter von 80 jüdischen Fischern aus Saloniki, die sich in Palästina nicdcrlasscn möchten, um dort ihr Gewerbe zu betreiben, mit der palästi• nensisch-zionisüschcn Exekutive zusammen, um über die Aussichten der Fisclicrciindustric im Lande zu beraten. Füi die Exekutive nahmen Dr. Ru pp in und van Vricslau d an der Beratung teil und namens der Fischer die Herren Gabriel Gotanio und Mordcchai ßrocho. Auch Hort AI b o vom zionistischen Büro in Saloniki und der Jemsalemcr Kaufmann Mole ho, der aus Saloniki stammt, waren zugegen. Die Fischer berichteten über die Aussichten in den verschiedenen von ihnen besichtigten Gegenden Palästinas und die Exekutive erklärte siel! bereit, die An- Siedlung der Fischer nach Möglichkeit zu fördern. Deren Vertreter übernahmen es, zur nächsten Beratung der Exckutive endgültige, auf die Ansicdlung hinzielende Vorschlag« zu erstatten. Preisausschreiben des Keren Itajcmelh Der Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationaltonds) Ltd. [erusalcm hat bisher aus Spenden aller Art mehr als eine ],Mlion englische Pfund aufgebracht, die für den Kauf und die Amclioricrting von 15 0w Hektar Bodens investiert wurden; auf ihm wurden 30 städtische und ländliche Siedhingen begründet. Der Keren Kajemeth Lejisrael macht neuerdings bemerkenswerte Anstrengungen, seine Propaganda nicht nur weit intensiver zu gestalten als bisher, sondern ihr auch ein künstlerisches Gepräge zu geben. Im Rahmen dieser Bestrebungen erläßt er nun ein Preisausschreiben zwecks Erlangung von Entwürfen zu einem Werbeplakat für den Keren Kajemeth. Der erste Preis beträgt 50 £, insgesamt sind 100 X. als Preise ausgesetzt. Der Wettbewerb ist offen für alle jüdischen Künstler in der ganzen Welt. Schlußtermin der Einsendung ist der 31. Dezember 1924. Die näheren Bedingungen sind zu erhalten durch das Hauptbüro des Keren Kajemeth Lejisrael Ltd., Jerusalem, PP. O. B. 283 oder durch das Büro der deutschen Landessammelstcllc in Berlin W15, Mcinckcstraße 10. Ernigrationskonfcrcru. An der vom Internat 10־ nalen Gewerkschaftsbund (Amsterdam) nach Prag einbertifenen Emigrationskonferenz nehmen als Delegierte der Histadruth Haklalith in Palästina teil: Ben Gurion, Skolnik, Dogdanow'sky und Walter Preuß. De Histndruth ist auf dieser Konferenz als einzige jüdische Organisation vertreten. Dr. Julius Ofner geslorbcn Am 27. September starb in Wien Dr. Julius Ofner im Alter von 79 Jahren. Ofner war einer (1er angesehensten Juristen Oesterreichs. Geboren wurde er im deutschen Teil Böhmens und verfolgte sein ganzes Leben lang, sowie während seiner langjährigen parlamentarischen Tätigkeit eine deutschfreiheitliche soziale Richtung. Aus dieser Einstellung heraus entsprang seine Gegnerschaft zum Zionismus, ln jüdischen Fragen ist er nur ein einziges Mal schart hervorgetreten, zur Zeit des Ritualmordprozcsscs Hilsner in Böhmen. Dr. Ofner war vor dem Kriege längere Zeit Mitglied der österreichischen Reichsgerichts. Nach dem Kriege wurde er Referent für besondere Angelegenheiten beim österreichischen Veriassttnesgcriciitshof, nachdem er bei den Wahlen in den Österreich!־ sehen Nationalrat im Jahre 1919 sein Mandat in der Leopold־ stadt, dem Wiener Judcnviertcl, an den Zionisten Ings Stricker verloren hatte. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland sucht eine geeignete Y'*t> für die Besetzung des Postens eines hebräi־ sehen Lehrers mit :ahuudischcn Kenntnissen. Es werden zu־ nächst ausführliche scnriitlichc Bewerbungen erbeten. r l 1 l I 1 i I

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