Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 79 (3.10.1924)
- Date
- 1924-10-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite SG3 ץtJEDI$CBE RUNDSCHAU־ Nr. 70f lins r.cce Zcntrslorgan Zu ■Roacbhaschaiiah erschien in London die freie Humliier des neuen en;:Iiscl1cn Organes der Zionistischen Exekutive ״The New Judaea“. Die Exekutive Iiat damit ihre Vercprccluingcii cingelöst; sie 11at dem Zustande ein Ende ge- «nacht, ilnß die Leitung unserer Organisation ohne Sprachrohr ist mul keine Möglichkeit hat, dem einzelnen Zionisten ein llild der zionistischen Tätigkeit der Zentrale und der einzelnen Länder zu geben. Wir haben jetzt zwei Zciitralorganc, ״Haolnm“ Und ״The New Jmlaca“. Da jeder Zionist wahrscheinlich entweder hebräisch oder englisch lesen kann, so hat die Hxeluitive die Möglichkeit, endlich wieder einen direkten Kontakt mit den breiten Schichten der Ilewegmig zu b.kommen, sowie es in den Zeiten der ״Welt“ der Tall war. Au der Spitze der ersten Nummer von ״New Jud.iea" sieht nutlcr einer kurzen Einführung von Wci/.manu «ml einigen Notizcn zu aktuellen Themen eine Exposition des Arbeitsprogramnies der Exekutive auf dein Gebiete der Organisation und. Presse. Ganz richtig empfinden die leitenden Männer, dati ein Zcntralorgan das beste Mittel für die Belebung und Stärkimg des organisatorischen Lebens ist. Das Blatt schreibt darüber: ״Vyir stellen mit Genugtuung fest, dati ein echtes Interesse für die Stärkung der Zionistischen Organisation wieder erwacht ist. Die Tendenz, alles Interesse auf die Sammlung von OcUlern zu konzentrieren, hat ihren Höhepunkt überschritten, und jetzt, im Bcwiillisein, <1:111 der Keren I lajcssod bereits cingcfiilirt ist und sich ohne Vcrnaeh• lässigung anderer Seilen der zionistischen Tätigkeit normal weiter entwickeln kann, kehrt das Interesse der Zionisten sich wieder ihrer Organisation zu. Was inan unter ״Stärkung der Organisation“ versteht, wird in verschiedener Weise aufgefaßt. In allen cnglischsprcchcudcn Ländern, insbesondere in Südafrika und den Vereinigten Staaten, ist die Gelds,immhiug Hand in Hand gegangen mit dem Aufbau der Organisation. 111 andern Ländern, besonders auf dem Kontinent — mit der bemerkenswerten Ausnahme Deutschlands —, waren unsere Gesinnungsgenossen, -ganz in Anspruch genommen dureil die Kämpfe gegen .•intijiidisches Vorurteil, Intoleranz, Verletzungen der Gleichbcrcchtigung. Dies bat sie so völlig beschäftigt, daß «licht J1ur ihr Interesse;111 den Gcldsaminhingcn erlahmte, sondern die ganze Organisation in den Dienst dieser Tätigkeit treten mußte. Jetzt hingegen kommt von allen Seiten , die Losung, daß die Zeit gekommen sei, die Zionistische Organisation zu stärken. Dies ist die natürliche Reaktion , nach einer langen Periode der Vernachlässigung und die Erkenntnis der_ Schwierigkeiten, die in jeder Richtung entsichen, wenn die Position der Zionistischen Organisation geschwächt wird. ״The New Judaea“ wird sich bemühen, das iiire beizutragen, zur Wiederherstellung einer stärkeren Leitung der zionistischen Angelegenheiten. Unterstützt von ״Haolnin“, unserem hebräischen Wochcnblattc, wird das Bestreben dahin geben, eine Ucbersiclit zu geben, was die Zionisten in der ganzen Welt für ihre Idee tun, und die Tatsachen der zionistischen Leistungen in Palästina 7.11• sammciifassciid Wiederzuge heu. Gestützt auf diese Uehcrsichten und Berichte werden die Diskussionen geführt werden. Wir hoffen, durch ״Haolain“ und ״New Judaea“ die leitenden Zionisten aller Länder zu erreichen und ebenso die allgemeine zionistische Presse, von der wir erwarten, daß sic unsere Botschaft hinaustragen wird zu , den Tausenden ihrer Leser und auf diese Weise die Wirkung der ,geistigen Leitung, die von der zionistischen Exekutive ausgeht, vergrößern wird. Seit 1014 war der Mange! an einem Forum für den Austausch von Meinungen über wichtige zionistische Gegenstände äußerst fühlbar. Wir hoffen, daß die Zionisten in ״New Judaea“ und ״Haolam" 1 die Möglichkeit sehen werden, eine richtige Diskussion unserer Politik in Gang zu bringen, mit einem Mcimmgs- Austausch, der die gesamte zionistische Welt umfaßt und auf dem hohen Niveau unserer historischen Bestrebungen : steht.“ Schon die erste Nummer enthält eine Reihe von Artikeln, die wohl als S t e 11 u n g 11 a 11 in c der Exekutive gedeutet werden können. Ein Artikel beschäftigt sich mit dem mehr praktischen als prinzipiellen Problem der Konkurrenz der Sammlungen für Keren Kajessod und Keren Knjcmcth. Der Artikel tritt dafür ein, daß der Keren Käjemeth sich auf seine bisherigen Sammelmittel, Büchse, Bliuncntag, Goldenes Buch nsw. beschränkt 11ml nicht mit denselben Methoden arbeitet, wie der Keren tlajcssod. Auch eine Zusammenlegung der Aktionen unter Verteilung des Ergebnisses an die beiden Fonds wild nicht empfohlen, weil dadurch nur Mittel für den gemeinsamen Zweck verloren gehen. Sollte es sich zeigen, daß man mit den alten Methoden der Keren Kcjcmcih nicht genügend Geld für das vom Kongreß genehmigte Hodenprogramm aufbringen kann, dann entstellt eine neue Situation, auf die der Kongreß eine Antwort geben muß. Die Exekutive stellt 111 Aussicht, daß für die nächste Zelt (d. h. vor einer endgültigen Regelung), eine Regelung durch ein Uebereinkommen der Direktorien oder durch einen Spruch des Aktions-Komitees licrbeigefDlirt Werden wird. Zwei Artikel weisen auf die Sinnlosigkeit jener Bestrebungen hin, die die Judenfmgc unter Ausschaltung Palästinas lösen wollen. Der eine Artikel behandelt die Mexiko - und Krim f ra gc, .der andere das Scheitern der Welthilfskonferenz, die sich nicht entschließen konnte, eine radikalc Lösung, die mir Palästina bietet, in ihr Programm aufzunehmen. Der politische Sekretär der Exekutive, Leonard S t C i 11 würdigt die Bcdeulmig der bevorstehenden Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, der die Zionistische Organisation einen Rechenschaftsbericht über iiire Tätigkeit als Jcwisli Agency vorlegen wird, Israel Coli eil, der schon unter Wolffsolm Sekretär der Exekutive war, widmet Wo 1 f f - Sohn einen Gedenkartikel. Die Palästina-Abteilung enthält drei wichtige Beiträge. Der erste ist eine Acußenmg Dr. Rnppius über die Kolouis.'itionspoülik, worin er den kritischen Stimmen der letzten Zeit entgegentritt. Der Aufsatz ist ein llniclistück aus einer umfangreicheren Schrift, die der Autor in Vorbereitung hat. In Ruppins sachlicher und würdiger Art werden die Prinzipien und Schwierigkeiten palästincnsisclicr Kolonisationspolitik dargelegi, vor allem der Konflikt zwischen individuellem und nationalem Interesse. Rnppin ist selbst ein Kritiker unseres Werkes, das im Versuchs- Stadium xvar und nur durch Fehler und Besserung gefördert werden konnte; aber er stellt auch die großen Fortschritte und Leistungen ins rechte Licht. Colonel Kisch gibt einen Ucberblick über die politische Entwicklung in Palästina im Jahre 5684. Der politische Sekretär der Palästina-Exekutive, J. Jakobs, bespricht die Immigration des letzten Jahres, deren Höhe er nach Abzug der Emigration mit rund 8000 Mensehen beziffert. Der Rest des Heftes ist mit Ko rrespondenzen aus den einzelnen Ländern ungefüllt. Es sind Briefe aus Amerika, Tscliedio-Slowakel, Tramsvlvanf.’it, Deutschland und England veröffentlicht. 1 h r offizielle Teil endlich bringt eine Zusammenstellung der letzten Kundgebungen der Ex׳ kntive au die Landesverbände, ein Lxpo.d des Keren 1 lajcssod- L>irekloriums, das die Pläne für die Winteraibeit enthalt, und eine Reihe Kleinerer Noch lieh len. Das Heft kann als gelungener Anfang bezeichnet werden. Die zionistische Welt begrüßt mit Freude das Erscheinen dieser Zeitschrift und den ernsten Versuch der Exekutive, den Zusammenhang und die Einheitlichkeit in der zionistischen Welt licr/ustcHcti. Wir werden unsere Leser filier den Inhalt des neuen Zenlralorgans ständig auf dem Laufenden halten. Selbstverständlich ist dringend zu empfehlen, daß jeder Zionist der der englischen Sprache mächtig ist, das Blatt abonniert, um auf diese Weise selbst in Verbindung mit dem Zentrum der Bewegung zu bleiben. Der Preis beträgt ganzjährig 12 Schilling. Einziger Vortrag Dr. SchinarjallU LovlnS, in Ilorlin, Berliner ZioווIstIeelio Vorofniflung Sormamnä, den i. Oktober, abend! BR; Uhr, Im grauen Saal äea Kammermusikhtuaea, I.anowstraiae )12, *priclit Herr I>r, Sch m*r|*l1U I-erin übet da» ThemaI i.u.iil iiial ewa-lii!ic#i! iud»4>il 1 1a!:aki!«a!!i I Karlen »um freite von Mark 2, —, 1,— und 0,60 In der B. Z. V., Meiuebeairatta 10, «riiMlUch.!•'thrvarbindunjien: SiraaieriDhn Nr. (, 02,01. Uiiterafanilbahni Olelidrelcck. Qacücn des Zionismus Von Leo Strauß. I. Max Nord au, Zionistische Schriften. (Schluß.) Auf zwei verschiedene Weisen begründet Nordati den Zionismus; Einerseits geilt er, wie Iler/1, aus von der koukreten Situation vor allem der Westjiiden --- andererseits von einer allgemeinen Theorie des Nationalismus. E rstens also ist der Ursprung des Zionismus die Reaktion auf die Juden-Not. Diese Not zwingt zur jüdischen Politik, ob die Juilen rill ״Volk“ sind oder nicht. Die Juden sind eine ״misgesloßeue Minderheit“. Die Gründe, die die Aiisgcstoßcnlieit ihrer Furchtbarkeit beraubten, waren mit der Preisgabe der traditionellen Position dahingefnllcn. Man mußte auf die Beseitigung der Ansgestoficnheit bedacht sein. Es gab nun für den einzelnen Juden keinen nndetfch, keinen tieferen Grund mehr für das Verbleiben in dem jTiT'chen Zusammenhang, als däs Bi'Wiißlscm der Herkunft ans ihm. Dies Bewußtsein gewann aber erst dadurch eine verpflichtende, eine moralische Bedeutung, daß der Zusammenhang, aus dem man stammte, den Charakter der Ausgcstoßcnheit bcihchielt und cs nunmehr ein Gebot der ״Selbstachtung“ wurde — sich nicht zu drücken, in diesem Streben nnch Würde gründet der Wille, den jüdischen Zusammenhang als solchen ans dem Zustand der Aus׳׳rstoße11I1cit herauszuführen, der Wille zum Juden-Sfaat, welcher Staat allererst die Juden als ״Volk“, d. 11. als Element der Außen-Politik, konstituiert. Dieser Gedankcngang ist bei Nord,111 von Anfang ad mit einem zweiten, doktrinär-nationalistischen verkoppelt. Die Juden bilden ein Volk. Dieses Volk hat, als ,,Volk", den Trieb, nach Erhaltung seines Daseins und seiner Eigenart. Diese Er-, haltung setzt voraus die allgemeinen Bedingungen normalen völkischen Daseins/ Für diese Bedin׳Uiigen muß gesorgt werden. Datier jüdische Politik, daher jüdischer Staat. — Es braucht nickt gesagt zu werden, daß dieser <Itl<־d1 mul durch doktrinären Begründ'in׳» jede Sm'ngcmt fehlt. Welche Garantie haben wir denn dafür, daß nicht die ״F.i״ennrt des jüdischen Volkes“ die ״Normalitäts“-!־'«rt!er11ng dlskrcdi'icrt? Der abstrakte Volks-Begriff führt dann zu einem ebenso abstrakten Begriff von der Entwicklung den jftdisehen Volkes. Die einzelnen Epochen der jüdischen tiescliiehle imlerselicitleii sich ledidich in Hinsicht auf die Stärke des intirnnieii Daseins-Willrns und das Verstäitdnis für die Forderung des ״ttcirmalcn Daseins“. ״Der Zionismus ist, wie jede reschichlü '110 RmvoglifiT, aus einem stark empfundenen und klar erkannten Bedürfnis hcrvorgcgmigen, aus dem Bedürfnis nach emem normalen Dasein unter iintürlirlirii Bedingungen.“ (Z. S. 178.) Der Zi! ii'smus ist für Nord,ווו ein Produkt des neu gewonnenen WirIdidikeitssinnes, der den vorausliegcndeii Epochen der Gahtth 11ml der Assimilation fehlte. In der G a 111 f 11 lohte das jüdische Volk als ..Lüftvoik“ — cs fehlte ihm im wörtlichen und im bildlichen Sinne der Bndch 11111er den Füßen, cs liMpt von allen Zufälligkeiten des Verhaltens der iihr!gen Völker ab. Das Leben in diesem Zustand ist getragen von einem starken Daseiiiswillcn. Alle Ideen und aße Formen des Jiiden'unis stehen unbewußt im Dienste der Erhaltung des itatioirdeu Daseins und ,der Steigeriing des Daseiiisivillens. Die Idee der Auserwäiiitheit und die des Messias _ halten den Glauben an die Möglichkeit um! Notwendigkeit des Durchlialtens, den Glauben •׳»> difc nationale Zukunft in allen Sitintinium aufrecht —- sie vfct-!1 In dorn andererseits, daß dieser Glaube zur Aktion führt, ilulcin sie auf durchaus Wunderbares, menschlicher Ans'rcngmig Unerreichbares :!!!zielen. Alle jüdischen Bräuche ulid Gewöhnheilen dienen dmn Zweck der Absonderung t׳on den Völkern, stellen also im Dienste der Erhaltung des nation'den Daseins; sie verhindern, anderenicits, indem sie von den Bedingungen normalen völkischen Lebens fernlialten, eben dieses normale Leben. Die gleiche .Wirkung hat das Fehlen eines politischen Zentrums: Das jüdische .Volk ist ■an keinem Punkte vernichthar — und andererseits ist darum jedes umfassende politische If.iiidefn immögüdi. Dieses ist also da: Wesen der Galuih: sic vcrsrhafr't dem jüdischen Volke ein Mäximum aii Dasein:- möglkhkcit durch ein Minimum;in Noririnlität. Auf die Dauer mußte das Fehlen dar iiniiiriichen Daselnsbedingimgeu unser Volk ruinieren — die Verfolgungen konnten 111fr deshalb so furcht!י a r wirken, weil dem Volke die natürlichen Dasein!־.- bediilgungen und damit die Möglichkeiten einer wirklichen Erholung und Erludumg fehlten. I״ der Gallith fallen Zimtisnuis mu! Messianismus zusammen,!!noferu a's die Rückkchf »ach Palästina als das wunderbare, zu erbeteirJc, nicht fatioil.11 vor/ubcrciieiide Werk des Messias erwartet wird. Diese eilt: wirklichcnde Verkoppelung des Zionismus mit dem Messianismus beseitigt erst die A s s i m i l ,11 io u. Nordnt weiß ihr keinen Dank' dafür: Sic hat beide Ideen voneinander getrennt, um durcii Preisgabe des Zionismus und Verwässerung des Messianismus zum Missionismus den! jüdischen Volk *einen snnften Tod in Europa zu ermöglichen. Die Assimilation hat im Grunde gar kein anderes Moliv als den Egoismus der westfälischen Individuell. Den liludonisiriii.; clor Cialuth, tief־ sich im Glauben an die ״mystische“ Erlösung durch den Messias äußert, verschlimmert sie durch die Säkularisierung der GaltiÜiideei!, die bei aller ihrer;Mystik doch eine sehr niieblerne l.ehensfunktion hatten. Sie nimmt den Juden die Selbst- Sicherheit des GhcUolehciis und gibt ihnen das illusionäre Surrogat des Vertrauens auf die Mcmiclihclikeit der Zivili-, sation. Ihre Politik ist, nicht anders als die der Galutli. auf die Augenblick‘.bcelüffiiUse eingeschränkt, aber insofern noch weniger brauchbar, als sie sieh völlig über die Gesinnung «Jc-r Wirtsvölker täuscht. Sie ist nichts ai; ein ״Opfer an Treue, an Würde, an gcscliiciitlidicm Bewußtsein“. Dieses Opfer brachte das westliche Judentum seiner Em.inzipaiion. Deren Voraussetzung war der Doktrinarismus der französischen Revolution, der sich die Notwendigkeit der Judcncman/tnntion aus einem Syllogismus ergab. Die nationaler* Gegensätze prägten sich aber gerade infolge der traiizoxisclica Revolution und der 101! ihr ausgehenden Verstärkt»!!,* der zivil!, satorischen Tendenzen tun so schärfer ans — ganz im Gegen- Satz zu den gutmi'iti.'/en HoHmmgen des liberalen Judentums. Die Fm.'tn/ipadan ging aus einer Veränderung lediglich; der außcrijüd - rheri Weil hervor. Diese Veränderung hatte sicli in der Richtung auf absolute, allen Menschen und also auch den Juden verständliche Ideen vollzogen (Humanität״ cmkonfcsskmalisierte Religiosität). Die Säkularisierung der christlichen Ideen ist für Nordau so selhstvcrständiich und vermmfinotwciiäig, wie die der jüdischen Ideen im Missiouismus ״töricht und aiim.ilteml" — offenbar hat die Idee der Auscrwähliheit auch in kastriertem Zustande immer noch eine wesentlieh geringere Ka'.ionalität als die des Univcrsalismus im Sinuc der christlichen Aufklärung. Der Zionismus hält an der von der Assimi״ lation vollzogenen Trennung von Zionismus und Mcs» sianismux, von nationalem, irdischem Ziel und Spininellem Mittel fest. Nur gibt er den Messianismus preis. Er geht!111 Gegensatz zu «lern Ur.tergmigswillen der Assimilation auf den Lebenswillen der Galuih zurück. Nordau rügt die Preisgabe des Zionismus") in der Assimilation, aber er erkennt nicht'an, daß die erwähnte Trennung den Zionismus in einem tieferen Sinuc vorbereitete, ר. א muß er — wie er ja auch die assimi'.atorisch-vmanzipaioris.’iK■ Entwicklung als nur von def ntificriTicJischcn Weit bedingt :*malt — den Zionismus als das Produkt (1er miiierjiiJi.schrn Erscheinungen des. Natt* onalismits uiid des Am.'semi.ismiis lictrachlcn. Ein Verständnis des inneren Rechtes, der jüdischen Notwendigkeit einer vom europäischen Nationalismus und Antisemitismus beeinflußten, von diesen lernenden jüdischen Entwicklung wird daher nicht erzielt. Und der Natiimalbnius, die Auffassung, daß die nahonaleti ״Ik-somteilieifea“ als so'c.he ״Werte“ seien, ist für Noixlau eine ebenso selbstverständliche Wahrheit, wie die huina■ nitären Ideale von 17/0. Man darf sieh nicht darüber wundern, daß einem Zionismus, der sieh in derartiger Weise begründet, das Verständnis abgellt für die Methoden Her/lsehcr Politik, welche sich allein aus der konkreten Situation heran? rechtfertigen. Nun darf darüber freilich nicht übersehen werden, daß der allgemeine geistige Prozeß, in dem Nordau eine gewisse Rolle spielte: die Naturalisierung des europäischen .Denkens, welcher das Ftmdiincnt auch seiner Theorie des Zionismus ist, insofern cinet positive Bedeutimg für den Zionismus 11.1t, als er die geistigen Voraussetzungen (bs Misdonismu*. des liberalen Judentums erschütterte und er die Juden da«! zwang, ihre eigene Situation mit Kategorien wie ״Kampf ums Dasein“ auf/iifasscn, und nicht mehr mit Kategorien, welche, sei es der religiösen, sei cs der sciilimcntal-nioralistischen Welt ent׳■ stammen. Oie Keren 3*]cs'0£-![3mjta:nc in England Sir Alfred Mond, Mi.gücd des Unterhauses, hat die PriisideriUmschaft des Komitees für den Keren Hnjcssod in England übernommen. Die Kampagne für den Keren Hajessod wird am 3. November durch eine öffentliche Vcrsam- 11111g in der Kingsway Hall eröffnet werden. Dr. Weirman n wird in tJi'rscf Versammlung über die Eindrücke seine*, jetzigen Paläsiin.i-Cefuclics berichten, Ussp,chhin in Pt»!?« Aiii Freitag, dem 76. September traf Ussischkin in Warschau ein 1ml wurde am Ba'inhcf von einer großen Menge unter Führung bekannter jüdischer Persönlichkeiten emp• fangen. Es crsclvenen u. a. die Depilierten J, Grünbaum, Fa Mistel h Und Lewißsohn, ferner Dr. M. Kluinel, Dr. Davidsohn, Dr. Göttlich 11. a. m. Jüdische Pfad• iindergrunnen H'de.*•!! S*־a'i.'r. D׳i* gesamte jüdische Presse widme‘, dem Gast Begriißung-artikek Am Donnerstag, den 2. Oktober begann in Warschau im Beisein Ussischkins die Nalionaifondskonfcrcuz Pckns, zu welcher mehr als 150 Städte Dck'giute enisandt haben. Pas nßmlislt.'ciie l*aläsl;r1al;nJ(jel Das offizielle Pre׳n!)iir3 der ״Ajuclas JisroN“ veröffentlicht eitien Bciicid über die PaE'-siina-Dcbattc der Zcntralratsfrtgimg der A.-C. in Krakau, dem wir folgendes entnehmen■. ״Den Tütigkfi'sberieht der Er:z-Ji:,rocl-Zcntrak erstattete Dr. Salmnön Ehrniniiri. Aus dem Referat ist zu entnehmen, daß nebst der fkinpt/cmtralc in Frankfurt noch In Deutsch* Land, Polen, Schweiz, Gestern ich, Amerika, Litauen,Ostgalizien, Tschechoslowakei, Lettland, Frankreich und in Erez-Jisroel LaiidespnÜMInnzt'iiSrait n vorhanden sind. Das ErzivhungSbtidgcf!nacht ungefähr 2000 G jährlich aus. Außerdem war die Pahislinnzenirale hemüht, aiif sanitärem wie auf Wirtschaftliebem Gebiete die Beschlüsse der KnossDh in Wirklichkeit fifnziiscizen. Die Privaiinthtivc agudistischer Kreise wurde von der Paiästitia/ehiralc kräf.ig gefördert, im letzten Monate gelang cs nach schwieligen Verhandlungen •1000 Dunain Land im Emek-lsrarl zu erwerben. Das gesamte Budget in a c 111 e i n d i t s e m Kalenderjahre über 10 000 JE a us.“ AusgeslüÜtmj der Kcrea Usjcssod Sledlunnen Das Lamhvirtschaftsdepartcmcut der Palestine Zionist Executive verweist in seinem A 11 g 11 s t - B e r i c h t aut eine weitete Ausgestaltung der Kli-SicdUuigcn im Emck und in Judäa. So sollen in Kfarjeehcskel, der Kleiiibaiiernsiedliing des KM. auf NalionalfomDbodeii im Emck, S Stalle errichtet werden, für welche die Bauverträge mit der Arbcitcrliaujcnossonschnft ״Solei Boiieh“ schon gefertigt sind. In Nachath jeimui werden 5 St.iile, in Kfnr Ml.'J und Mcrchawj» 2rt Stalle gebaut. Ferner wurden Arbeitstiere für die Klein- Siedlungen Tel-Adas und Kfnr Mlal sowie für die Misrachi- Siedlungen Hiltiii gekauft. Das Landwirtscliaftsdcpartemcnt hat sich auch in diesem Monat trotz des Steigens der Preise — mit Getreide, Futter und Sämereien für die kommende Saison eingcdeclit. Eine Anzahl von Immigrantenfamilicn aus dqr Ukraine wurden in Beer Tobia auf älteren Siedlern abgekauften Böden vom KH. angesieddf. Die Eiüführung der neuen Siedler wird, wie irian hofft, neuen Geist ln die Kolonie traget!. Die jüdischcit Siedlungen haben im letzten Jahr über 550 Tonne ii Tabak geerntet, davon 250 in Galiläa und 3(0 in ltitläa. Man schätzt die arabische Gesamt* Produktion niclit viel höher ein. *) ״Zionismus“ wfr<J von Nordau in zwei verschiedenen Ile* deutungen gebraucht ohne daß eine Verwechslung beider tnög■ lieh wäre. Jl* f 1 % :cd mu! hin pre als kan sch pal. kor lieh Ma kos nat ma Be! für zu jed bet die güi Ma ob rc licl b e ko: die Pr. sic de! mi bei dul licl d. Be trä Sti im La tin ge de crl f:r• ist sts Af da Dt da Ol 10 vo Fr ist sa ko Tt da N: su 10 m: lu M fü ns kc n w ci la ni sc \( E Q bi ki si G bi ci st 01 k; D P m E v. %v fi k. L iE h si s< \1 si XV si h n a1 J. w d a r! I 1 k a