Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 77-78 (26.9.1924)
- Date
- 1924-09-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 551 IOEDISCHE RUNDSCHAU ־Nr. 77/78 r* I * 4 ' ■««14/ »»><»« «U« •il *7? rf 4» a /־׳►J «יי״*•׳• |f | V!!»$*** « ■,J4 Die Konferenz der Vertrauensleute des Keren Knjemeth ln I.eijvi;׳,, über (leien Beschlüsse wir bereits in der vorigen Kummer berichtet haben, hat durch die Anwesenheit U s s i s c h 1; i ns nicht nur für die Arbeit des K. K. L., sondern midi für die gesamte zionistische Arbeit in Deutschland he- .sondere iiedeutuu;.;׳ gehabt. Die Nntionnlfoiids-Koiiunission und zionistischen Ortsgruppen waren zahlreich vertreten. Alitier den Gasten nahmen 9!) Delegierte aus 43 größeren Orten Deutschlands teil. Spezialbericht der ״J. R.“ ln der Nachmittagssitzung gab Dr. Erhard- Beilin nähere Erklärungen zu dem ansiuhrlichcrr Bericht über die Arbeit des K. K. L. in Deiilselilnuil, der der Konferenz gedruckt vorlag. Die Ergebnisse, die die Arbeit seit dem 1. Oktober 1923 gehabt hatte, seien zwar verhältnismäßig gündi״ ,״!> messen au den großen Möglichkeiten in Deutschland aber gering. Das Referat Usslschkins In fast zweistündiger Rede behandelte Ussisehkin sämtliche Probleme der Palästina-Arbeit und entwickelte ein großzügiges Programm der Cieuiath Haarcz. Er wies zunädist auf das Verhältnis des K. K. L. zur Zionistischen Organisation hin und charakterisierte dieses sn, (lall die Zukunft der Zionistischen Organisation mit der des K. K. L. eng verknüpft •sei: von einer starken Organisation profitiere der K. K. L. und eine Zionistische Organisation ohne einen starken Keren Knjemeth sei schwach. Aehnlidi verhalte cs sich mit der Frage der Beziehung zum Keren Hajcssod. Die beiden lnstitutiouen hätten ein Ziel, den Aufbau des Landes, für den der N. F. das Fundament und der K. II. das Ocbände schaffe. Deswegen müßten beide Institutionen bestehen bleiben und stark entwickelt werden. Wenn, wie zu baffen wäre, das Direktorium des K. I I. bald nach Palästina ühersicddn sollte, würde die Zusammenarbeit auch in der Propaganda wesentlich gefördert werden. Ussisehkin ging dann kurz, auf die Oeschichte des Keren Knjemeth ein. Er teilte sie in zwei Perioden. Die erste erstreckte sieh über 10 Jahre, in denen der K. K. L. mit einer halben Million Pfund die gesamte Kolonisation in Palästina finanziert habe. Erst in der zweiten Periode habe sich der K. K. L. allein der Aufgabe gewidmet, für die er ursnritnglich geschaffen wurde, nämlich die Oculath Haare/. Und sn kimntc er in den letzten drei Jahren 120Otto Dunam Boden erwerben, d. 11. siebenmal so viel als in den voran.׳!׳)׳angenen 10 Jahren. Jetzt arbeitet der K. K. 1.. fast nussehlieHüvI» nach seinem Prinzip. Allerdings müsse er noch für die Amcliorailou, die Eutstcimuig von Wegen, Schaffung von Wasserleitungen usw. Sorge tragen. Leider könnte der IC.il. diese Arbeiten noch nicht übernehmen. Es herrsche jedoch das Bestreben, auch davon den K. K. L, zu befreien. Bei der Bcdcnkaufspolitik müßte der Erwerb ländlieh er Böden vorherrschen. Das Grundproblcm des Palästina-Aufbaues sei die Schaffung jüdischer Lnmlxvirlschnft Wenn wir in Palästina mir jüdische Städte errichten würden, würde cs ein Gobislaml, aber nlehl rin jüdisches Gemeinwesen werden. Nur derienige, der mit seinem Schweiß und Blut, mit seinem Geist und seinen Nerven den Boden des Landes bc arbeitet, habe a’lein das Anrecht darauf. Ohne eine»! starken N.-F. werden wir diese ländlich•'!! Böden nicht erhalten, denn das Privatkapital stellt sieh dafür nicht zur Verfügung. In Palästina gäbe es 2t) Millionen Dunam, von denen 30 ew der Regi, rang, 35״'! den Kleinbauer« und der liest den Großgrundbesitzen! gehören. Die Hoffnung, von der Regiennig größere BodonPächen für die Zionistische Organ!- sation zu erhaiten, ist leider enttäuscht worden, Für uns komme _ nur der Boden der Großgrundbesitzer in Frage. Der Effemli lasse den Boden brach hegen. Es sei jetzt nicht schwer, di( sei! B •de 11 zu erwerben, da die Effemlis gern bereit sind, ihn l.'e'./usriilageii. Deswegen sei die jetz.ige Situation für den Brdenerwcrb besonders günstig. Wir müssen den Boden haben, 11m überhaupt kolonisieren zu können. - Man kann Industrien gründen, Schulen schaffen usw., ober mit n־׳ .h so viel Gehl ist eine Kolonisation unmöglich, wenn nicht der Hoden dafür verfügbar ist. Ob diese rrf.ns'.igc Situation des Bedcukaufs;uiliaHen wird, sei zweifelhaft und uinvahrsrheiiJicli. Danach müsse jeder ciusehen, daß das Programm, das der K. K. L, fiir das nächste Jahr aufgcstcllt hat, 11. h. der Ncnerwcrb von HKlOhO Dunam Boden, von denen er bereits jetzt vor einigen Wochen 40 030 Dunam erworP.cn hat, eine zwingende Notwendigkeit sei. Die für uns wichtigsten Böden seien die itn F.!!1ck fesrccl. Vom /emeie sind erst I IODDO Dunam in indischem Besitz. Die Emek-Bödcn sind die fruchtbarsten im Lande. Hier war das laiidwii tsclnitlidic Zentrum in der Vergangen• heit, hier müsse cs auch in der Zukunft liegen, Wichtig sind ferner die Böden am Meer und schiielllich die Strecke von J e r u s a I e m b i s J a f f a. Es sei ein schwerer Fehler in unserer Arlvit gewesen, daß wir Jerusalem vcrnnch- Iässigt haben. Wir müssen diesem Zentrum d cs O cistes '1 ml der P o I i t '1 k unsere besondere Aufmerksamkeit widmen und( Jerusalem zum Mittelpunkt des staatlichen und kulhue'len Lc bens in Ercz-Ixracl machen. Wenn wir das Geld für die Verwirklichung dieses Programms atifbringcn, dann könnten wir wegen der Zukunft Palästinas unbesorgt sein. ״Das jüdische Volk hat die Mittel, und ich habe Zutrauen /mit jüdischen Volke, daß es sie uns gehen wird.“ ״Wenn ich jetzt mein persün'irhts Leben mit der Arbeit für den K. K. L. vcrknüoft habe, so ist dies aus vo’l äer Uebcr/ciigung gesehehen, daß hier einer der Schwerpunkte unserer Arbeit liegf.“ Die Arbeit in Deutschland Nneh diesem Referat sprach Dr, Hanfke Ussisehkin den Dank der deutschen Zionisten <!■!für aus, daß er an dieser Konferenz teilgenonunen!iahe. Sein Bericht wäre hervorragend dazu geeignet, das Material zu geben, mit dem ma.g dam! die Pcriistchendcn für die Förderung des K.K. L, pcw.niicn könnte. _ Er hoffe, daß diese Konferenz, die Folge habe!! werde, daß im gesamten deutschen Zionismus die Not- Wendigkeit <ics Bocienenverbs im kommenden Winter als bcsonders dringlich empfi'iiden werde. Wenn sich das i!1 den Linnnhnien aus Deutschland bis zum nächsten Kongreß auswirken werde, dann würde das der beste Dank sein, den matt Ussisehkin für sein Herkommen erstatten könne. Die Debatte i Anschließend fand eine ci״':ehc1!de, sehr sachliche Debatte י über das Referat von Ussisehkin und die K. K. L.-Arbeit in , Deutschland statt, an der sieh Herr Julius Berger vom! Hauptbüro des K. K. L., viele Delegierte und die Mitglieder j der N.-F.-Kommission für Deutschland beteiligt! n. Man kam f allgemein zu dem Ergebnis, daß die K. K.-Arbeit in den i einzelnen Orten ausgebaut und die vorgcschl.igencit Kon• j tingentc unbedingt erreicht werden müßten. Eine bcs<nulers j wichtige Aufgabe der Vertrauensleute sei eine stärkere Heran- 1 Ziehung der jugcml, soweit diese noch nicht für den K. K. L. 1 zur Verfügung stellt. Den Höhepunkt der Debatte bildeten!iie Ausführungen des Direktors des K. K. L., Schocken. Gegenüber einigen Beschwerden wegen zu hoher Kontingente wies Schocken darauf hin, daß die Erhöhung der Kontingente eine Anerkennung der Arbeit iit den betreffenden Orten sei. Dort, wo die Arbeit gut wäre, könne man sich darauf verlassen, daß sie auch den gesteigerten Ansprüchen tmclikommen könne. Zu den allgemeinen!־‘ragen übergehend, betont Redner die Notwendigkeit, in unserer Arbeit Propaganda und Wirtschaft in Palästina zu trennen. Aut keinen Fall dürfe man bei wirtschaftlichen Maßnahmen auf die Propaganda Rücksicht nehmen. Der Bodenkauf biete in Palästma besondere Schwierigkeiten. Deswegen seien Vorwürfe gegen zu hohe Bodenpreise meist ungerechtfertigt. Achn•' lief( verhalte es sieh mit den Aincliorationsarbcitcn. Oft müsse man für diese viel größere Kosten anfwemk-n, als vor,geseiu-n waren. Bei den Arbeiten selbst ergäben sich häufig Komplikationen, die!11,111 zuvor nicht erkennen könne. Bei alledem ist zu bedenken, d.111 irrt;er Koionisationswerk jung ist und deswegen Fehler unvermeidlich waren. All dies wird sich ändern, wenn wir in ernster Arbeit Jahr für Jahr neue Erfahrungen sammeln und verwerten können. In seinem Schlußwort ging Ussisehkin ebenfalls auf einige Beschwerden, die während der Debatte erhoben worden waren, ein imJ vermochte diese in sehr sachlicher Form zu klären, so daß ailc Anwesenden den festen Eindruck erhielten, daß das Direktorium bemüht ist, aller siel! ergebender behwie* rip.kcitcn Herr zu werd.11. Er hehanJeltc noch besonders die Frage der B.mmspendc und erklärte, warum der K. K. L. mit• den bisherigen Anpflanzungen nicht den gewünschten Erfolg haben konnte. Die Banrnspcnde sei ferner vom Standpunkt des IC. K. L. aus eine Aufgabe sekundärer Art, da wir uns zunädist einmal braune 11 müßten, große Bodenstrecken zu erwerben. Wir soiiten daher die Propaganda für die Baumspende beschränken und sic möglichst mir auf Herzls Todestag konzentrieren. Ussisehkin verlangte schließlich, daß cs Deutschland übernehmen sollte, vo 11 den 100 000 Dunam für 6000 Dunam die Erwerbs- und Ameliorationskosten aufzubriügcn. Dlo neue N.-F.-Kornmlsslon Diese Forderung wurde von der Konferenz einstimmig zum Besch'uß erhoben. Nach .den.Wahlen für die •R-F.-Koniniisfw( für Deutschland, in die die Herren Wolisteiner, Df. Schwarz, Dr, Baer, Dr. Cassicrcr, Boro sei! c k, Dr, Erhard, M. W. Roher, Dr. Gomclski, Willi Preis, Walter R o 111, Weizruaiin und der Vorsitzende des Landesvorstandes gewählt wurden, schloß der Vorsitzende, Herr Max Wollstcincr, die glänzend verlaufene Tagung, Ursbcbkiiis Arbeit In Leipzig Im Zusammenhang mit der Kmferenz wurde als erster Ort, in dein Ussisehkin sein; Tätigkeit für den K. K. L. in Deutschland ausiiben sollte, Leipzig gewählt. Ussisehkin hat siel! sieben Tage in Leipzig .111 fg dnlten, wobei zwei Tage einer Sitzung des Direktoriums des K. K. L. gewidmet waren. Die Tätigkeit Ussiseiiktus hat auf die zionistische Arbeit in Leipzig außerordentlich günstig gewirkt. In zahlreichen Veranstaltungen hatten die "Juden in Leipzig Gelegenheit, in äußerst eindrucksvoller Weise von Ussisehkin über samt• .liehe Fragen des Palästina-Aufbnus zu hören. Als erste offizielle Veranstaltung fand ein sehr gut be» sudites Bankett statt, ln besonders herzlicher Weise wurde Ussisehkin von den Vertretern der Organisationen, wie z. 0. der Leipziger Ortsgruppe, der Nationaifonds-Kommission für Deutschland, der Z, V. f. D., dem Vertreter des Keren 1 lajcssod• Komitees in Leipzig, Rabbiner Dr. O oldmann, usw. will• kommen geheißen. Ussisehkin dankte in einer sehr geist• vollen. Rede, in der er 11. ,1. den Zweck seiner Reise so formulierte: ״Ich will die Juden nicht schlafen lassen Unser Volk Hat in diesem Moment kein Recht dazu Es ist besser, daß seine Bsüder den Juden wecken, als daß es Fremde tun. Und diese schwere Arbeit, zu wecken, habe ich auf mich genommen.“ Am Tage darauf wurde die Konicrcnz der Vertrauensleute des K. K. L. eröffnet, über die oben berichtet wird. Am Montag Abend sprach Ussisehkin in einer zahireich besuchten Versammlung, in der er die Notwendigkeit zur aktiven Beteiligung mn Aufbau _ dartegte. In ausgezeichneter Weise verglich er die heutige Situation de! Zionismus mit treffenden Beispielen aus der jüdischen Geschichte. Schließlich f.v.d noch im Hause das Herrn Silber• cj u c i t eine Zirkeivcraiistnlhm.; statt, bei der Ussisehkin interessante, persönlich? Erlebnisse aus der Geschichte des Zionismus und aus Palästina mittcilte. ■csac*? a!oa«!r#mw I iaawodah die stärkste Partei geblieben ist. Diese Sitzung des Gdud 1 iaawodah bot, insbesondere in dem Referat von Eikind, Gelegenheit, die Gründe für die oppositionelle Siel- 11mg des Cdiwl keimen zu lernen. Es handelt sich um die t rage, worin die eigentliche Aufgabe der Histadridh Haowdim zu sehen ist, ob in der im Rahmen der Zionistischen Organisation gclvisieten niithaii.nden stäubischcii oder laiitiiic'icti Arbeit oder vielmehr in den Aufgaben einer Gewerkschaft, die vor ni'cm die Interessen gegenüber dem Unteriiehnier wnlu/u- 11*411110!! hat. Die jetzige Lehmig der 1 listadmth stellt mit aller Eiiischluk’iiluüt die nufhauemk•«, z.icnisüsäien lleiätigimgcn in den Vordergrund, ohne daß man sic beschuldigen könnte, ihren Verpflichtungen als Gewerkschaft nicht nochzukouimcn. Seitens des (idn.i wird eine andere Bewertung an gestrebt und betont, daß in der Zukunft, je stärker sich privatkapitalistische 11ii'.cnichminigcn vermehren, je mehr Arbeiter gezwungen sein werden, als Lohnarbeiter tätig zu sein, und je mehr vielleicht an Stelle eines idealistischen Chain/- clements eine aus wirtschaftlichen Gründen in das Land kommende, ganz anders orientierte Arbeiterschaft in Erscheimmg irden wird, die i ii-da 1111,11 sich stärker als bisher auf ihre ,gewerkschaftlichen (J. h. klasseiikümpfcrLschen) Aufgaben besinnen müsse. Die Auseinandersetzung über diese Frage, mit der ja eine Fidle der wichtigsten Aufbaufrngen überhaupt verbunden ist, kann natürlich noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Das fu־jai.־;l!^cl3e Institut Von unserem palästinensische 11 K o r r e s p o 11 d e 11 t c n. h. b. Jerusalem, 17. September 1924. Die Sache der hebräischen Universität, für welche bisher in Palästina nicht allzuviel Interesse bestand, beginnt seit den Londoner Julibesehlüssen weitere Kreise zu beschäftigen, In Tel-Awiw und Jerusalem haben Setzungen und Vorträge statt• getumteu, deren Gegenstand die Volkshochschule war. ln Jerusalem ist der Vertreter der American Jewisli Phvsicirms Committee, der Neurologe Dr. Israel S. Wechsler ans New York angekonunen, um im Aufträge seines Komitees wegen der Eröffnung des mikrobiologischen Institutes Beratungen zu pflegen und wegen der weitern Ausgestaltung der ebenfalls von den amerii;nni:;rh-jf׳disrhen Aerzten geförderten ineßizinixchen Bibliothek Bescii'.üsse zu fassen. Mail glaubt, daß auch Dr. Wei/minn, dessen Ankunft für die nächsten Tage erwartet wird, einen großen Teil seiner Zeit in Palästina der Organisierung der Universitätsarbeit widmen wird. Ucbcr das Programm der Universität ist in den letzten!Tagen eine Polemik geführt worden, welche nu:h im Ausland vermerkt zu werden verdient, ln dem van Dr. Josef Klaus-!1 e r redigierten ״II a s c h i 1 oa c h“ wird der Plan der Gründüng eines judaistischcn Institutes, wie er in London beschlossen worden ist, einer sehr heftigen Kritik unterzogen. Es sei ein Institut, das besser nicht geschaffen worden wäre. Die Konferenz in London habe gezeigt, daß wir keine geist cswissenschaftliche Fakultät erhalten werden. In geluimer Konierenz sei in London beschloss:־p worden, in Jerusalem den Geist der freien Forschung zu ersticken, die Quellen Weilerreichender, Jüdisches und Menschliches zugleich umfassender Forschung zu verstopfe!!, in Jerusalem eine Art höherer Jesehißa zu errichten, verbunden mit einem Rabbinenenanar fiir Assimilautcn, Unter der Maske der reinen Wissenschaftlichkeit habe man Professoren gewählt, die nicht gegen die religiöse Kashnit gesündigt haben und auch nicht eines allzu starker! Iiebraismus und Zionismus beschuldigt werden können. Und bloß zum Schein habe man ihnen einen berühmten hebräischen Dichter und einen Schriftsteller (Aiim. der Redaktion: Bialik 1n!d Achad Haa-.n) beigescilt, die keine Wissenschaftler seien, mir um den Zionisten gegenüber einer Anstamlspflicht zu gc- Bügen. Wozu — schreibt ״Haschiloach“ — brauchen wir solche Schöpfungen? Haben wir u;11 solche gebetet? Darauf unsere besten Hoffnungen gesetzt? Und unterdessen werden unsere Söhne, die hier das Gymnasium vollendet haben, weiter in fremde Universitäten ״eben, um dort freie, aber fremde Wissenschalten zu lernen. Und in Jerusalem werdet! Menschen lehren, die uftserm Geiste und unsern Idealen fremd sind, die Univcrsitut wird eine Tüteninsel sein. Dem Haschiloach antwortet in ״Haarcz“ Rabbi Bin jamin (unter diesem Pseudonym verbirgt sich der bekannte Schriftsteller J, R ad I e r- Fcldmann — A. d. Red.). Er erinnert daran, daß vor 13 Jahren, als das Aktionskomitee — das der ״Haschiloach“ jetzt wegen der in London vorgcnommcneii Kürzungen des Budgets ״Unsere Schneider“ nennt — beschloß, Dr. Ru pp in nach Palästina zu senden, der ״Haschiloach“ ebenfalls von einem unsern Bestrebungen fernen Menschen schrieb und Schwefel und Feuer auf die Häupter der A.C.- Mitglieder sammelte. Und doch habe cs sich gezeigt, daß rinmals die ״Schneider“ von Benin weiter sahen als der Jaffacr Korrespondent des Haschiloach. Und wie könne man von einem Manne wie dem nach Palästina berufenen Dr. Samuel Klein, der sein Leben der Geographie Palästinas gewidmet und hebräisch geschrieben habe, sagen, er sei nnserm Geiste fremd? Und was liwlcnie überhaupt das I lineiniragen solcher Worte wie ״die Wellen unseres nach der Um Wertung (!er Werte strebenden Lebens“ in Sachen der Wissenschaft? י Was Beiße übahaupt diese Umwertung der Werte? Gibt es einen jüdischen Wert, den unsere Neuerer nicht aufgehoben haben? •Was bleibe den Weriecnieuerern noch zu tun? Und warum gei ein Mann wie Aptowitzcr unseren Idealen fremd, «fer seit Jahrci! an de;11 von Dr. Chajes geleiteten Pädago• giuni in Wien wirke? W!■׳ . diese übereilte Polemik? Der Teig sei noch nicht gesäuert und schon knete 1na:1 ihn. Noch 8ci weder das Verzeichnis der Fächer noch auch das der ettdfpillig berufenen Lehrer veröffentlicht und schon klage man. Auch der Name ״Höhere Jcschißa“ und ״Rabbincrscm'mar‘' eei nicht so schrecklich, A11 der Spitze so manchen Rabbiner- Seminars stehe eine Leucliie des Exils. Und was die Jugend von Palästina fliilangt, wenn sie ein Erwcrhsstudiiuu suche, werde sic wohl ins Ausland gehen müssen. Die Universität sei berufen, ״die Lehre um der Lehre willen“ zu verbreiten, sie eei nicht berufen, der Jugend Palästinas Antwort auf die Frage zu geben: Was werden wir essen?, sondern Antwort auf die Frage: Was wissen wir, wir Absolventen palästinensischer Gymnasien, vom Judentum aus den ersten Quellen? Bes!!?!! fos Grumllmc!!11!rd!ors 11a Eind^ Herr J, N. S tubhs, _ Leiter des Grundbucbdepartnients der jialüstinemuschen Regierung, besuchte kürzlich in Begieiliiiig seines Assistenten, Herrn M. Doukhan, die neuen bieühingon im '1 ale Jesrcel. Agronom Ettingcr fand Gclegenlait, die Herren durch sechs aut Nalioualfoiiddroden errichtet!־ Keren n.'ijessoil-ßieiliiiiigcii (N'alialal, En Oh/irod, lei Josef, B.tii Alpha, Kfar Jecheskel und Jadjur) zu lüliren. Den beiden Beamten fiel alsbald der grolle Unterschied zwischen jüdischen und mchliiidhchen Boden auf. Während bei Reis,in und anderwärts Oedktml und Sümpfe, die Verbreuer der Malaria, wie seit Hunderten von Jahren brach hegen, hat in den jüdischen Siedlungen die Drainage alles Siunpflaml mitsamt dem Fieber zum Verschwinden gebracht. Auch uie vom Keren Kajemeth instilücrlc Wasserversorgung Luid Anerkennung. In Nahaia! frappierte die Tatsache,’daß das den Sümpfen entzogene Wasser schon für Irrigations• zwecke Verwertung findet. Bel Jadjur besichtigten die Herren Slubbs und Doukhan mit Interesse die Pmnparbciten, dis der Keren Kajemeth im Bett des Kischon durchführen läßt. Ucbcrhaupt liinterließ die landwirtschaftliche Arbeit der Z.io• nisten im Emck bei den Beamten einen tiefen Eindruck, ״Unsere Fahrt war destruktiv und zugleich instruktiv“, bc• mcrlrte Herr Slubbs. ״Destruktiv war sic für meine vor• gefaßte Meinung, daß die Siedlungen bobehewisiisch sind, und instruktiv bezüglich der angewandten Methoden und de» prächtigen, bereits erzielten Fortschrittes.“ Die britischen Parlamentarier in Palästina. ,El Mo• hattam“ berichtet aus Kairo, daß die fünf britischen Par• lamentsmitglicdcr, die Palästina besucht haben, dem Präs!• deuten der palästinensisch-arabischen Exekutive, Muzt Kazim Pascha, das Versprechen gegeben haben, die palästinensischen Araber in ihrem Kampf gegen die Politik der Errichtung eines jüdischen Nationalhe.ms in Palästina zu imteisUiUeii.