Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 77-78 (26.9.1924)
- Date
- 1924-09-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr 77 78 יזז FDISCHü RUNDSCHAU Seite 533 8t c1׳ clt Cü eit er. ■V',| fit c u ig ml CU :k. eit 111- 1t: >ie tcr cs cit .״! les 1111 io- JR. itidir en ler nc kr <111 11 ß 111■ iti״ ler cit Ioen i e clt )ic ler!n.;er ml kl ift >rt i!1 :11!lc fn »t, ז e jr lit n- Je uf in er Je er rn, hat *z t.!n a. 11. le •ג m 1r;1. ic r, 1. le 11 :11 ת 11 tr e r« e 11 Aus Haifa mul dein Galil Von Dr. Fritz L ö vv c n s t e i 11, Haifa. fct'va vor einem Jaluc um diese Zeit befand sich die Krise in Palästina auf ihrem Hühraunkt. Eine Fülle von Arhritslosen drängte sich in den Süidtcn, die Auswanderung kam der Ijinvamlming beinahe gleich. Auch der vorsichtigste und skeptischeste^ i'.eobacliter wird mit F'reudc konstatieren, daß wir uns in diesem Jahre in gänzlich anderen Verhältnissen bc• fimleii. Im Sommer war es vor allem die Tabakarluit, die, wie bekannt, nicht nur nl'e im Lamk befindlichen Aibeitskräitc erforderte, sondern die Möglichkeit gab, neue Einwanderer für diesen Arbeitszweig in das Land zu rufen. Jetzt aber kommt die kritische Zeit, in der ein großer Teil der in der Tabakarbeit Beschäftigten wenigstens für einige Zeit frei wird. Ucbcrdics steht keineswegs fest, ob auch im nächsten Jahr der Tabakbau im selben Umfang fortgesetzt werden wird wie in diesem Jahr.!הי ist cs von größter Wichtigkeit zu konstatieren, daß eine Reihe von neuen Arbeiten in Angriff genommen wurden sind, die es als wahischcinlicli erscheinen hissen,!laß Palästina in di .,sein Jahre von einer Arbeitslosigkeit größeren Umfangs verschont bleiben wird. Diese Tatsache steht liatürlieh in enger Verbindung mit der in den letzten Monaten er• frculich im Wachsen begriffenen Einwanderung, die zu einem erheblichen Teil sieh aus Unternehmern zusammensetzt und demgemäß einen Teil der vorhandenen Arbeitskräfte in Anspruch nimmt. Was die Bautätigkeit aulaiigt, die ja in den Städten den weitaus erheblichsten Teil der Arbeit überhaupt bildet, $0 hat sie in diesem Jahre in Tel Awiw׳ wieder in größtem Umlange eingesetzt, während sie sich in Haifa doch in bc• sche'dcncren Grenzen hält. Es ist eben noch immer so, daß zwar Haifa eine große Zukunft prophezeit wird, insbesondere wenn endlich an den Hafenbau geschritten werden sollte, daß aber bisher Tel Awiw auf die neue Einwanderung eine weit stärkere Anziehungskraft ausübt und insbesondere die Ein• Wanderung der letzten Monate in Haifa kaum zu spüren ist. Freilich hat Haifa seine Industrie, und cs wird für seine Ent- Wicklung von entscheidender Bedeutung sein, daß nunmehr der Pan der Rutenbergstation in Haifa (ebenso auch in Tiberias) in Angriff genommen worden ist. Das Eicktrizitätswerk wird in dem Industrieviertel Hailas gebaut, das östlich vom Bahnhof liegt und wo sich heute bereits die große Rothschildsche Mühle mul die Ocllabrik Schemen erheben. Folgt man dieser Straße nach Nazareth weiter, so gelaugt man nach ungefähr 10 km zu der großen Zemeutfabrik Ncschcr, die man ebenfalls der Haifacr Industrie wird zurechnen müssen. Diese Fabrik hat in letzter Zeit in wenig erfreulicher Weise von sich reden gemacht, da cs zwischen ihrer Leitung und ihrer Arbeiterschaft zu schweren Konflikten gekommen war, die bis jetzt noch keine definitive Lösung gefunden haben und bei der die Arbeiterschaft wiederholt gezwungen war, mit dem Streik zu drohen. Es scheint, als wenn wenigstens bei einem Teil der Uiitcrncliniciscliaft Auffassungen herrschen, wie sic in Europa und Amerika seit vielen Jahrzehnten überwunden sind. Die Leitung von Ncschcr hat cs fertig gebracht, ihre Räume für hebräische Abendkurse der Arbeiterschaft zu versagen, weil cs für die Arbeiter besser sei, früh schlafen zu gehen, sic hat die Anerkennung der von der Arbeiterschaft gewählten Vertrauensleute als Vertreter der Arbeiter abgclchnt und hat schließlich mit der 'Anstellung ägyptischer Araber als Arbeiter begonnen. Es bedarf keiner Worte, daß das nfclit die Methoden sind, mit denen das arbeitende Element Palästinas für die Arbeit in privatkapitalistischen Betrieben gewonnen werden kann. Ueberbaupi ist die Anstellung arabischer Arbeiter, wo jüdische Arbeiter zur Verfügung stehen in jüdischen Bc- Pichen um so unverantwortlicher, als es *ich immer mehr hcrausstcllt, daß der Solei Bonch und andere jüdische Arbeitergruppen keine Aussicht haben, von den «och immer in den Händen der Araber sich befindenden Stadtverwaltungen Arbeit zu erhalten. Es hat in Haifa berechtigte Empörung erregt, daß dir St i n ß c n ה r b c i t c n im jüdischen Viertel Hndar Haknrmel seitens der Stadtverwaltung von Haifa arabischen Arbeitern übergeben worden sind, obwohl die Diiferenz zw ischen Wer da hinein kommt, kommt nie mehr heraus. Dämonen sollten da ihr Unwesen treiben, Eine Pforte in einer der Mauern führte aus dem Hofe in das Innere, und viele meinten, das sei der Eingang zur Hülle. Der Mann aber war ein Missetäter und Sünder, und ebenso war auch seine Frau gottlos: Kinder hatten die beiden nicht. Die Frau hegte beständig das brennende Verlangen, die Pforte zu öffnen, denn sic wollte gern erfahren, was sich hinter ihr befände. Allein ihr Mann versagte ihr den Zutritt und gab sehr auf sic acht, denn er wußte, daß cs sie dorthin zog. Nun begab es sich eines Tages, daß der Köriig den Mann zu sieb bcschicd und er sein Weib allein lassen mußte. Er befahl seinem Haushälter, auf sic zu achten und ihr überall, wo sie hingehen würde, zu folgen. Er ging zum Könige, dem Befehl gehorchend, und wurde dort eine Zeitlang aufgchaltcn. Inzwischen lief das Weib zu dein Haashoher und sprach zu ihm: Höre mich an und tu meinen Willen! Laß mich die Pforte öffnen und den Raum betreten; ich will dich dafür mit Wohltaten überschütten. D'r Diener antwortete: Laß ab von diesem Vorhaben und hüte dielt davor, ins Verderben zu geraten. Auel» hat mir dein Gemahl befohlen, dich zu behüten wie meinen Augapfel. Denn groß Ist seine Liehe zu dir, und du bist ihm überaus (euer; darum bring’ sein graues Haupt nicht mit Herzeleid in die Grube. Die Frau aber sprach: Bei deinem Leben, ich will nur einen Bogenschuß weit von der Tür stehen. Der Haushälter versuchte sie zurückzuhaltcii, sie aber riß sich los und lief nach dem Hofe, seiner Warnungen nicht achtend. Kein Mensch war außer ihnen im Hause, und der Diener schrie laut aut und schlug die I binde zusammen; dann rannte er seiner Herrin nach. Diese aber war, als sic die Tür erreicht und geöffnet hatte, von einer unsichtbaren Hand, die sich von innen ausgestreckt hatte, ergriffen worden, worauf die liir wieder zugegangen war. Da erfaßte den Diener Entsetzen und er sciiri'c: Wo soll ich hin, da meinen Herrn solch ein Unglück betroffen hat! Und er versteckte sich In einem der Räume. Bald darauf kam der Hausherr zurück und fand weder seine Frau noch den Diener vor. Da ward sein Geist erschottert und verstört und er fiel aut sein Angesicht zur Erde nieder. Seine Nachbarn eilten herbei, um ihn zu trösten; er aber weigerte sich, Trost anzunchmcn, und sprach: Icii will mit Trauer zu meiner Frau in die Orubc hinabfahren. Und er vergoß biiierc Tränen. Er durchsuchte das ganze Hau:׳,, seine Ehcgcnosr.in war aber nicht zu finden. Zuletzt betrat er sein Schlalgemnch und vernahm hier ein Stöhnen und ein Seufzen. Er" rief: Bist du cs nicht, mein Diener, der hier wehklagt? Der Betrübte erwiderte: Jawohl, deinen Knecht hörst du jammern, der schuldbeladen l«t Und er dem Angebot dos arabischen Unternehmers und dem Solei Boneli minimal war und es bisher selbstverständlicher Grund• salz war, die Arbeit in den jüdischen Vierteln mit jüdischen Arbeiten! durclmifühtcn. Diese Haltung der Haifacr Stadt- Verwaltung ist übrigens eine all,gemeine Erscheinung im Lande. In Jerusalem zum Beispiel, das bcknnn lieh eine jüdische Mehrheit hat, in dessen Stndlvcrwalümg aber die Araber in der Mehrheit sind, wird eben falls keine städtische Arbeit an Juden übertragen. Wenn oben gos.i't wurde, daß die Baul.'itl jkeit Haifas keinen Vergleich mit der von Tel Av.iw vertragen kann, so soll das nicht so verstanden werden, als ob In Hai,'ת nicht gebaut wurde. Das neue, im Weden der Stadt, jenseits der deutschen Kolonie gelegene Viertel Bath Ga lim entwickelt sich in erfreulicher Weise weiter, zumal nachdem die zionir,tische Vertretung und die Alijaliinr.t 1 tutionen dort kein•‘ zentriert worden rdiul. In Hndar 1 iakarmel sind ständig neue 1 länscr im Bau. I iier ist insbesondere aut das Internat der Realschule hmmweisen, das in Absehbarer Zeit vollendet sein wird. Hie unmittelbar bevorstehende Eröffnung des Technikums wird ebenfalls neues Leben nach Haifa bringen, denn cs kann heute schon als sicher gesagt werden, daß der weitaus größte Teil der Schüler des Technikums aus dem Auslände kommen wird. Es existieren heute noch kaum irgendwelche Pensionen in Hadar 1 lakarmd, und cs ist anzunchmen, daß sie nach Eröffnung de! Technikums sich als eine Notwendigkeit heran istcllru werden. Die Bautatigkeit stellt übrigens gerade in Haifa hohe Anforderungen an den Arbeiter. Das Terrain ist steinig und tagaus, tagein muß mit Dynamit gearbeitet werden. Es ist nur merkwürdig, daß Ungiticksfälle nicht häufiger sind. Die letzte Woche hat freilich zu einem schweren Unglücksfall dieser Art geführt, hei dein durch eine vorzeitige Explosion des Dynamits zwei Arbeiter schwer verwundet wurden, von denen der eine inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Dieser1 Unglücksfnll hat erneut die Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffcntlichkeit auf das völlige Fehlen einer Arbeiterschutzgcsctzgcbung in Palästina hlngclcnkt und der stumme Protest, mit dem etwa 1000 Menschen vor dem Rcgicriingsgcbäudc in Haifa demonstrierten, als sic den getöteten Arbeiter zur letzten Ruhe bcglcilcfcn, entsprach dem Empfinden aller. Die Erklärungen, die bei dieser Gelegenheit Rtibascliow namens der Histadruth Haowdim abgab und worin er mitteiltc, daß die Ilistndruth den Erlaß von Arbcitcrsclu1izgesctz.cn in nächster Zeit von der Regierung zu erreichen hoffe, werden sich hoffentlich bcwnbriicitcn. Zu den neu aufgenommenen Arbeiten, die einen Teil der im Tabakbau ircigcwordcncn Arbeiter aufznnchnicn imstande sind, gehören vor allem die K a b a r a Arbeiten. Nach langen Verhandlungen, die bekanntlich zu wiederholten Klagen über die Rcgicnmgspolilik Anlaß gegeben haben, ist cs vor einigen Monaien endlich der Ica gelungen, die Anerkennung ihres Pachlvcrtrngcs auf die Kegicrungslämicrcien zwischen Siebron Jacob, Sdiunic und Benjamins einerseits und dem Meer andererseits zu erreichen. Diese ״Kabara" genannten Landstriche waren einmal wegen ihrer Fruchtbarkeit berühmt und baten noch heute viel Wasser. Aber die beiden vom Karmel herunterkommenden Gewässer, ein kleiner Bach im Norden und der bekannte Krokodilfluß im Süden, finden heute nicht den Weg zum Meere, da die Küste mit hohen Dänen bedeckt ist. So entstehen weite Sümpfe, Brutstätten der Malaria, in denen bis in die neueste Zeit sogar d is Krokodil sieh gehalten hat (im Jahre 1S93 ist das letzte erlegt worden, doch behauptet man, daß es auch jetzt noch Krokodile gibt). Sofort nach Erteilung der Konzession sind die Entsumpfungsarbeiten in Angriff genommen worden, die natürlich an die Gesundheit der daran beteiligten Arbeiter ganz außergewöhnliche Anfordertingen stellen. Eine der ersten Folgen der Aufnahme der Arbeiten war cs, daß in Sichron Jacob zahlreiche neue Mnlnri,afülic vorkamen, eine unvermeidliche Folge der aus den Sümpfen nufgestüherten Anophelcsmücken. Aber cs ist zu halfen, «laß nach Abschluß der Entsumpfung eine große Fläche fruchtbaren Bodens der jüdischen Besiedlung erschlossen und die jüdische Position in Sehomron sehr verstärkt werden wird. (Wir haben über die Knhnrn-Konzcsslrm, durch die die Ica das Sumpf• und Diinen;;chict gegen die Verpflichtung zur Urba maclnmg in Pacht auf 9Q Jahre erhält und über die Schv.iciigkcitcn. die si :11 der Legalisierung cnlgcgcnstcllten, seinerzeit berichtet. A. d. Red,) ist die Erwerbung ihr Kahara von der Ica durchgeffihrt worden, so hat die Zicmhticlm Organ’sition ebenfalls einen großen Fortschritt ihrer ko!oni-a!ori«cl1cn Tätigkeit zu verzeichnen. Im Emtk J csrccl, das im Laute der letzten, drei Jahre zum Zentrum unserer Kolonisation geworden ist, sind neue Bodenkäufe vollzogen worden, die zu den größten gehören, die überhaupt in PaLbtina abgeschlossen wurden. Der Hauptteil liegt im westlichen Teil des Emck und wird bewirken, daß von Nahalal bis Afule beinahe der ganze Boden jüdisch werden wird. Im östlichen Teil handelt es sich um die Gummi je genannten Ländereien, dir, den heutigen Siedlungen En Cha״od und Tel Josef gegenüber gelegen, dazu bestimmt sind, die endgültigen Siedlung*« pimkic dieser beiden großen Kibuziin zu werden, Ueber die Verwendung der im wert!,eben Teil des Emck erworbenen Terrains Ist Bestimmtes mich nicht bekannt geworden. Die ilodcnk.iufe stellen jedenfalls der Umsicht und Planmäßigkeit unserer Kolnnbniiou eia gutes Zeugnis aus und werden einen gewaltigen Fortschritt auf unserem Wege bedeuten. In welchem Maße das Emck heute bereits als Zentrum der Sieeliuiigsjiolitik empfunden wird, beweist die Tatsache, daß der Plan einer zentral gelegenen Stadt im Emck (Ir ha- Emck) bereits ernsthaft diskutiert wird, und, wenn auch *eine Ausführung zweifellos noch verschoben werden muß, doch ein Anfang dieser Stadt vielleicht insofern bald gemacht werden wird, als die Hhtadriitli Haowdim mit dem Gedanken umgeht, für die im Emck befindlichen Kwuzoth und Moschwe Owdim eine zentral gelegene Schule zu errichten. Aber auch sonst konzentrieren sich die kolonisatorischen Interessen im hohen Maße auf das Emck. Für die Formen der Kolonisa« tion war die Sitzung wichtig, die vor kurzer Zeit In En Charod stattgefunden hat und an der außer den Vertretern von En Charod selbst auch die Vertreter ihrer auswärt* ar* beitenden Plugoth (ln Kfar Jcdicskci, Petach Tikwah usw.) so« wie die Vertreter einzelner Kwuzoth tcilnahmcn. Zwei Gegen* Stände der Beratung beanspruchen ein besonderes Interesse, Der eine Punkt betrifft die Frage der jüdischen Ar« beit in den alten Kolonien, eine Frage, die, wie bekannt, immer und immer wieder vergeblich zu lösen versticht wurde, jetzt aber endlich einer positiven Lösung wenigstens cntgcgcngcführt zu werden scheint. In Petach Tikwah hat eine größere Gruppe von Arbeitern (Chaburaih Maawar) als Gruppe einen großen Teil «ler Arbeit, insbesondere in den Orangegärten, übernommen und auch in anderen Kolonien, so in Rccholzoth, wurde dieser Weg mit Erfolg beschütten (,,Chaburath Jnrom). Die Arbeiterschaft fördert diese Be- Strebungen mit allen Kräften. Die andere Frage betrifft die von verschiedenen Kwuzoth, 90 der in der Nähe von Haifa; arbeitenden Kwu/ali Achwah geäußerten Wunsch, En Cha« r 0 d angcglledcrt zu werden. Die Sitzung in En Charod hat dieser ״Fusion“ grundsätzlich zugestimmt und man kann darin erneut die Tendenz, zur großen Kwuzah erkennen, die sich ln letzter Zeit immer mehr durchzusetzen scheint und, wie erinnerlich sein wird, auch in der Konferenz der Achduth Haawodah vor einigen Monaten in En Charod zum Ausdruck kam. Von einem anderen Gesichtspunkt aus waren die Be« ratmigcii tlcs Odud Haawodah und seiner Plugoth in Tel Josef interessant. Der Odud mit seinen zahlreichen städtischen 111;d ländlichen Gruppen stellt heute einen der wichtigsten Faktoren der Arbeiterschaft dar und spielt innerhalb der Histadruth Haowdim eine große, freilich opposltio« nclle Rolle. Die Histadruth wird heute zum überwiegenden Teil von Angehörigen der Achduth Haawodah geführt, neben denen die Gruppen von rechts (Hapocl Hazair) und links (Odud Haawodah und andere) sich mehr oder weniger in der Opposition befinden, Daß in der Tal die Mehrheit der Arbeiterschaft, zum mindesten in den Städten, der Achduth( Haawodah nahe steht, haben auch die gerade abgeschlossenen Wahlen zu den städtischen Arbeiterräten (Moazoth Hapoal'm) gezeigt, bei denen trotz gewisser Rückschläge doch die Achduth kam aus seinem Versteck hervor, fiel seinem Herrn 7,u Füßen und erzählte ihm unter Schluchzen, was vorgcfallcn war. Da sprach der Ehemann: Ich schwöre hiermit, daß icii nicht ruhen und nicht rasten werde, als bis ich erfahren habe, wo sie weilt, und ob ich in ihrer Nähe sein dart. Und er verteilte all sein Gut unter seine Verwandten, machte sich mit und begab sich auf die Wanderschaft. Sechs Tage lang ging er durch einen (liebten Wald und begegnete endlich einem Menschen: dieser war von seltsam hohem Wuchs, im Gesicht schwarz und unheimlich. Der Riese grüßte den Wanderer, und dieser erwiderte den Gruß, er empfand aber große Furcht vor ihm, denn er hatte noch nie einen ähnlichen Menschen gesehen. Doch der Seltsame sprach; Ich weiß, was dich bedrängt; du begehrst, deine Frau zu schauen. Komm mit mir, und icii will dir zeigen, wo sie sicii befindet; du wirst mit ihr sprechen können. Der Mann aber gab zur Antwort: Und bötest du mir alle Schätze des Königs, ich will dir nicht folgen. Da sprach der Riese: Heute in acht Tagen bin icii wieder hier; bringe dann zu mir einen von deinen Hausgenossen, dem du wie dir selbst vertraust. Also ging der Manu zurück iu sein Haus und rief alle seine Freunde zusammen, Sic fragten ihn: Hast du etwas von deinem Weibe erfahren? Er antwortete: Jawohl. Aber rum sagt mir, ist unter euch einer, dem ich Gutes erwiesen? Er meide sich; heut ist der Tag, da er cs mir vergelten kann. Da trat ein Knabe hervor und sprach: Mein Herr, du hast mich bei dir aufgezogen von Jugend an: du kannst mir anffcrlcgen, was du willst, ich werde den Befehl erfüllen. Darauf sagte der Mann: Dich habe ich erwählt, denn ich habe dich treu und ergeben gefunden; dir will ich vertrauen. Komm mit mir und tu, was Ich dir auttragen werde. Also gingen die beiden durch den Wald bis an den Ort, wo der Mann dein Riesen begegnet war, mul siehe da, dieser wartete bereits auf nie. Der Knabe erschrak zuerst vor dein Anblick, sein Herr aber sagte zu ihm: Mein Sohn, du mußt mit diesem hier zusammen gehen; er wird dich dahin führen, wo sich mein Weih befindet. Sprich mit ihr, und gelingt es dir, sic mit dir zu bringen, so will ich dich überreich belohnen. Da sagte der Knabe: Das will ich tun. Also ging er mit dem Riesen zusammen, und der führte ihn bis vor die Hölle. Hier sah der Knabe viele schmachten, die er zu ihren Lebzeiten gekannt hatte. Er bat seinen Führer, ihm den Raum zu zeigen, wo die Gemahlin seines Hausherrn weilte. Der Riese brachte ihn bald in ein Gemach, dessen Wände und Decke von Gold und Edelsteinen strotzten, liier sah er seine Herrin in einem golddurchwlrktcn Kleide auf einem goldnen Stuhl an einem gokhten Tische sitzen, der mit herrlichem Tafclgerät und köstlichen Speisen besetzt war. Alle Gerichte aber sahen blutrot aus. Diener waren tim nie bemüht, schnitten ihr das Fleisch auf und schenkten ihr den Wein ein. Da das der Knabe sah, fiel er vor ihr nieder und sprach: Geloht, der von seinem Ruhm auch Sterb« liehen etwas zuteil werden ließ; ich habe mein Lebtag keine Königin gesehen, die so geehrt worden wäre wie du. U1111 mein Herr grämt sich um dich und versagt sich Speise lind Trank; er hat mich aurli hergesandt, daß ich dich hole. Das Weih erwiderte: Höre mich an. Was du für Gold hältst, ist brennendes Feuer; das Kleid, das ich nnliabe, der Stuhl, auf dem ich sitze, und die Speisen, die ich cinnchme, alles das sind Flammen, die meinen Leib verzehren. Der Wein hier ist flüssiges Blei, und mit dem muß ich meinen Durst stillen. Ach, wäre die ganze Welt mein eigen, ich würde sie mit Freuden dahingeben, wenn ich nur für einen Augenblick diese Glut verlassen und mich draußen obkühlcn könnte. Und also leiden alle, die auf Erden Sünde getan haben. Sage meinem Eheherrn, daß er Umkehr halte, denn groß ist die Macht der Bulle. Der Knabe fragte: Und was waren denn deine Vergehen, daß du so hart bestraft worden hist? Sie antwortete: Meiner Sünden waren viele; ich habe die Ehe gebrochen, den Sabhath entweih(, die Rcinigungs« geböte verletzt und mich der Annen timt Waisen nicht erbarmt. Nunmehr sprach der Knabe: Und könnte dich nicht jemand von deiner Pein erlösen? Sie erwiderte: Nein, denn ich habe niemals Kinder geboren. Hätte ich einen Sohn von meinem Manne gehabt, der das Gebet für die Toten vor versammelter Gemeinde für mich gesprochen hätte, so wäre icii gerettet worden. Zuletzt gab das Weib dem Knaben einen Ring von ihrem Finger, den sie noch von ihrem Ehemanne hatte, und Spinell zu ’ihm: Dieser Ring möge dir vor meinem Herrn als Zeichen dienen, daß du die Wahrheit sprichst. Da nahm der Knabe von ihr Abschied und ging mit dem Riesen, der ihn hingeführt hatte, zurück. Dieser brachte ihn bis zu der Stelle im Walde, von wo sic den Weg nngetreten hatten, liier entschwand er seinen Blicken, und der Knabe kehrte allein zu seinem Herrn zurück. Er erzählte alles, was er geschaut hatte und zeigte den mitgebrachten Ring. Da glaubte der Mann an das, was er vernommen hatte. Er ging ins Bethaus und flehte den Heiligen, gelobt sei er, um Erbarmen an; er weinte laut, denn .cw Herz war gebrochen. Er tat Bulle und wich nicht von dem Orte seines Flehens, bis seine Seele entfloh. Da erscholl eine Stimme vom Himmel und sprach: Dieser hier Ist des ewigen Lebens teilhaftig: Also ward an ihm erfüllt, was da ge« sehr leben steht: Ich versorge wohl, die mich liebe«, und mache ihre Schätze voll‘). •) Sprüche VIII, 21.